von Cordula Spangenberg

Weitere Frauen sind auf Führungsaufgaben in der Kirche vorbereitet

Zwei Teilnehmerinnen des Bistums Essen entwickelten Ideen zu Leitungsmodellen in Doppelspitze und zum nachhaltigen Wirtschaften.

Wenn Frauen, die das Zeug zur Führungskraft haben, am Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ teilnehmen, bringt das nicht nur den Teilnehmerinnen jede Menge Fachwissen und Motivation, sondern auch den entsendenden Bistümern innovative Ideen. Mit dem in diesen Tagen beendeten Durchgang des einjährigen Frauen-Förderprogramms der katholischen Kirche sind deutschlandweit nun insgesamt 159 Frauen auf Führungsaufgaben vorbereitet worden; neun davon sind Absolventinnen aus dem Bistum Essen. Die beide Mentees des aktuellen Jahrgangs, Cordula Holte und Jacqueline Krause, haben während des Förderjahres Ideen zu Leitungsmodellen mit Doppelspitze und zum nachhaltigen Wirtschaften entwickelt. Begleitet wurden sie von den Mentoren Theresa Kohlmeyer (Abteilungsleitung Liturgie und Glaubenskommunikation) und Christian Gentges (Abteilungsleitung Kinder, Jugend, Junge Erwachsene).

Cordula Holte: Führung - Gern zu zweit, gern in Teilzeit

Cordula Holte ist Religionspädagogin und Supervisorin, sie arbeitet derzeit als Referentin für lebensphasenbezogene, zielgruppenorientierte Pastoral im bischöflichen Generalvikariat. In ihrem Mentoring-Projekt „Plural Leadership: Co-Leitungsmodelle in der Praxis“ hat Holte Praxiserfahrung von Doppelspitzen in Pfarrei, Jugendpastoral, Personalwesen und IT unter die Lupe genommen. Ihr Resümee: „Die Rahmenbedingungen haben starken Einfluss darauf, ob die Idee einer Doppelspitze gelingt.“ Das Führungspersonal müsse flexibel sein, seine Aufgaben, Kompetenzen und die gemeinsame Entscheidungsfindung von Anfang an klar definieren, sich genug Zeit für Absprachen und den großen Überblick nehmen und im besten Fall externe Begleitung in Anspruch nehmen können. Außerdem, so Holte, sollten Führungsaufgaben rund um innovative Prozesse grundsätzlich zeitlich befristet vergeben werden, damit es in begrenzter Zeit effiziente Ergebnisse gibt.

Jacqueline Krause: Nachhaltig lehren und wirtschaften

Die zweite Mentee des Bistums Essen, Jacqueline Krause, Bildungswissenschaftlerin und Qualitätsmanagementbeauftragte der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen (KEFB), hat in ihrem Projekt die Möglichkeiten der KEFB unter die Lupe genommen, nachhaltiger zu wirtschaften und das Kursprogramm entsprechend zu erweitern. Erste Erfolge gibt es bereits: Im Juni 2022 zeichnete Bischof Franz-Josef Overbeck die KEFB mit dem Zertifikat „Ökologisch und fair im Bistum Essen“ aus.

Ein offener Punkt, wie Führungsverantwortung in der Praxis gelingen könnte, ist für Cordula Holte – selbst dreifache Mutter – die Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familienverantwortung. Das Thema betrifft viele der Frauen, die am Mentoring-Programm des Hildegardis-Vereins teilnehmen, aber grundsätzlich alle, die sich bei hoher Verantwortung im Beruf eine flexible Arbeitszeit wünschen. Holtes Erfahrung sowohl aus ihren Projekt-Interviews als auch aus den Pausen-Gesprächen mit den anderen Teilnehmerinnen des Mentoring-Programms: Teilzeit für Tandem-Führungspositionen könnte das Vereinbarkeits-Problem erleichtern – für Mütter und Väter, Menschen mit Pflegeaufgaben daheim, in Wiedereingliederung nach Krankheit oder beim Übergang in den Ruhestand.

"Kirche im Mentoring - Frauen steigen auf"

Das Mentoring-Programm zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen in der katholischen Kirche wird vom Hildegards-Verein in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz und der Förderung durch das Bonifatiuswerk für die deutschen Bistümer durchgeführt. Es zielt darauf ab, Frauen auf Führungspositionen innerhalb der katholischen Kirche vorzubereiten. Bislang haben 159 Frauen das Mentoring erfolgreich abgeschlossen; sie stammen aus 21 (Erz-)Bistümern, sechs Hilfswerken und sieben Caritasverbänden. In einer neuen Gruppe nehmen aktuell 14 Frauen am Mentoring-Programm teil; in der kommenden Woche starten 15 weitere Tandems des Jahrgangs 2022/2023. Das 2015 begonnene Programm will zu einer geschlechtergerechten Personal- und Organisationsentwicklung beitragen, für den Arbeitsplatz Kirche werben und eine nachhaltige Nachwuchssicherung ermöglichen.

Referentin für Personalentwicklung und Gesundheit / Ansprechpartnerin für Gemeinde- und Pastoralreferent(inn)en sowie Ordensfrauen im pastoralen Dienst

Christiane Schulte-Terhusen

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