Bistum-Essen RSS Feed - https://www.bistum-essen.de de-de Bistum Essen Sat, 22 Jan 2022 00:00:12 +0100 Sat, 22 Jan 2022 00:00:12 +0100 TYPO3 news-19674 Fri, 21 Jan 2022 18:07:01 +0100 Missbrauchsbetroffene sprechen bei Mahnwache mit Bischof Overbeck https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/missbrauchsbetroffene-sprechen-bei-mahnwache-mit-bischof-overbeck Vor dem Bischofshaus hatten Missbrauchsbetroffene und katholische Initiativen am Freitag zu einer Mahnwache für die Betroffenen von sexuellem Missbrauch in der Kirche eingeladen. Zusammen mit Generalvikar Klaus Pfeffer, der Präventionsbeauftragten Dorothé Möllenberg und Dompropst Thomas Zander kam Bischof Overbeck dazu und antwortete auf Fragen. Im Kampf gegen sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirche hat sich Bischof Franz-Josef Overbeck erneut für systemische Veränderungen in der Kirche ausgesprochen: „Wir müssen alles tun, um Missbrauch zu verhindern, aber auch das verändern, was ihn erst möglich gemacht hat“, sagte der Ruhrbischof am Freitag in Essen. Zusammen mit Generalvikar Klaus Pfeffer, der Präventionsbeauftragten Dorothé Möllenberg und Dompropst Thomas Zander stellte sich Overbeck am Nachmittag den Fragen von Besuchern einer Mahnwache vor dem Bischofshaus. Neben zahlreichen Medienvertretern waren knapp 50 Männer und Frauen der Einladung von Missbrauchsbetroffenen und katholischen Initiativen wie Maria 2.0 gefolgt und hatten im Gedenken an Missbrauchsopfer auf dem Burgplatz am Essener Dom Kerzen aufgestellt.

Der Ruhrbischof bekräftigte seine Bereitschaft, mit den Betroffenen einen gemeinsamen Weg der Begleitung und Unterstützung zu gehen. Dabei verwies er auf die erfolgreiche Gründung eines Betroffenenbeirats, der gerade seine Arbeit aufgenommenen hat.

In den weiteren Gesprächen verwies Overbeck auf die intensive Präventionsarbeit in den Pfarreien und katholischen Einrichtungen des Ruhrbistums sowie auf die Interventionsarbeit in der Aufarbeitung konkreter Missbrauchsfälle. Er führte aber auch die bundesweiten Diskussionen etwa um die Fragen von Macht und Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche an, um die – als eine Konsequenz aus dem Missbrauchsskandal – derzeit im Reformdialog Synodaler Weg gerungen werde. Dabei gehe es nicht nur um Strukturen, sondern vor allem um Inhalte, betonte der Bischof: „Uns bindet der Glaube an den lebendigen Gott!“ Overbeck dankte den Besucherinnen und Besuchern aus Pfarrgemeinden aus Essen und den umliegenden Städten für ihr tatkräftiges und kritisches Engagement: „Mir ist wichtig, dass wir solidarisch zusammenstehen.“

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news-19673 Fri, 21 Jan 2022 11:09:00 +0100 Pastor Walter Amann verstorben https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/pastor-walter-amann-verstorben Im Alter von 99 Jahren ist Pastor Walter Amann verstorben Am 18. Januar ist im Alter von 99 Jahren Pastor Walter Amann vertorben.

Der Verstorbene, der in Rees gewohnt hat, wurde am 28. Oktober 1922 in Duisburg-Hamborn geboren und am 30.11.1950 in Münster zum Priester geweiht. Nach seiner Weihe war Walter Amann zunächst als Kaplan in St. Paul in Recklinghausen, ab 1954 in St. Mariä Himmelfahrt in Kleve und ab 1957 in St. Michael in Duisburg-Meiderich  tätig.

Im Jahr 1959 ernannte ihn der Bischof von Essen als Religionslehrer an der August-Thyssen-Berufsschule und als Subsidiar an St. Michael in Duisburg-Meiderich. Im Jahr 1965 erfolgte die Ernennung von Walter Amann als Berufsschulpfarrer und ab 1970 als Bezirksbeauftragter für den Religionsunterricht an den Berufsbildenden Schulen in Duisburg-Hamborn.

Als Pfarrer im besonderen Dienst übernahm er ab September 1987, bis zu seiner Versetzung in den endgültigen Ruhestand im April 1993, einen Seelsorgeauftrag in der Pfarrei Herz-Jesu in Duisburg-Meiderich. Darüber hinaus hat er einige Zeit als Geistlicher Beirat den Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) und die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Bezirk Duisburg begleitet.

Im Ruhestand lebte er viele Jahre in Hamminkeln, während er die vergangenen zwei Jahrzehnte im Irmgardisstift in Rees-Haldern verbrachte. Auf über 70 Jahre priesterliches Wirken konnte er im Jahr 2020 zurückblicken.

Durch den Tod von Walter Amann verlieren wir einen leidenschaftlichen und besonders liebenswürdigen und bescheidenen Priester, der sich mit großem Einsatz insbesondere um die Menschen in Duisburg verdient gemacht hat.

Die Totenvesper ist am Freitag, 28.01.2022, um 18.00 Uhr in der Abteikirche St. Johann in Duisburg-Hamborn, An der Abtei 2 in 47166 Duisburg.

Das Auferstehungsamt wird am Samstag, 29.01.2022, um 10.00 Uhr, ebenfalls in der Abteikirche St. Johann in Duisburg-Hamborn gefeiert. Die Beisetzung erfolgt anschließend im Kreuzgang-Innenhof der Prämonstratenser-Abtei in Duisburg-Hamborn. Mitbrüder, die am Begräbnisamt teilnehmen, werden gebeten, Chorkleidung zu tragen.

Die ordnungsbehördlichen Bestimmungen zur Corona-Pandemie sind unbedingt zu beachten. Es gilt die 2-G-Regel.

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news-19670 Fri, 21 Jan 2022 11:00:00 +0100 Byzantinischer Gottesdienst im russischen Ritus im Essener Dom https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/byzantinischer-gottesdienst-im-russischen-ritus-im-essener-dom Alljährlich am Jahresanfang wird die „Göttliche Liturgie“ der katholischen Ostkirchen gefeiert Die „göttliche Liturgie des Heiligen Johannes Chrysostomus“ im byzantinisch-russischen Ritus, eine Gottesdienstform der mit Rom unierten katholischen Ostkirchen, wird am Sonntag, 30. Januar 2022, um 16 Uhr im Essener Dom gefeiert. Zelebrant der Liturgie ist Pfarrer Heinrich Michael Knechten aus Datteln-Horneburg. Begleitet wird die Feier im byzantinisch-russischen Ritus vom Gesang des Chores „Angelskij Sobor“ aus dem belgischen Gent unter der Leitung von Christine Van Laere.

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news-19672 Fri, 21 Jan 2022 09:55:04 +0100 Namen und Daten | 21.01.2022 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-21012022 Schwester Martina Paul Der Gestellungsvertrag von Schwester Martina Paul als Gemeindereferentin in der Pfarrei Liebfrauen in Duisburg sowie am Sozialzentrum St. Peter in Duisburg-Hochfeld wurde um weitere zwei Jahre, bis zum 30. April 2024, verlängert.

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news-19671 Thu, 20 Jan 2022 18:39:51 +0100 Overbeck: Münchener Gutachten muss Konsequenzen für den Alltag haben https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/overbeck-muenchener-gutachten-muss-konsequenzen-fuer-den-alltag-haben Bischof Overbeck und Generalvikar Pfeffer betonen die individuelle Verantwortung in der Leitung der Kirche. In der Diskussion um das neue Missbrauchsgutachten des Erzbistums München und Freising hat Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck die individuelle Verantwortung in der Leitung der Kirche betont: „Wir sehen heute deutlich, dass Verantwortung übernommen werden muss – und Verantwortung ist immer personal.“ Nun gehe es darum, „dass sich auch der Vatikan, dass sich auch Papst Benedikt dazu verhält“, sagte Overbeck am Donnerstagabend in einem „ZDF Spezial“. Das Gutachten thematisiert unter anderem die Verantwortung von Kardinal Joseph Ratzinger, dem emeritierten Papst Benedikt XVI.. 1980 hatte Ratzinger als Erzbischof von München und Freising über die Aufnahme eines Essener Priesters in sein Bistum entschieden, der zuvor in Essen und Bottrop Jungen sexuell missbraucht hatte.

Overbeck betonte, dass das Münchener Gutachten „Konsequenzen für den Alltag“ haben müsste. Er verwies auch darauf, dass im Bistum Essen und in der gesamten katholischen Kirche in Deutschland in den vergangenen Jahren viel hinsichtlich der Prävention von sexualisierter Gewalt passiert sei. „Hier haben wir viel getan, um das zu verhindern, was zu diesem Desaster geführt hat“, sagte Overbeck mit Blick auf den Missbrauchsskandal. Das Münchner Gutachten bedeute wie die anderen Gutachten „eine große Aufgabe für uns“. Dabei verwies er auch auf den Synodalen Weg, der mit seinen teilweise heftigen Diskussionen ein erster Schritt sei, „um Perspektiven zu eröffnen“.

Generalvikar Pfeffer: „Den Betroffenen zuhören und Ihnen Glauben schenken“

Generalvikar Pfeffer nannte das Münchener Gutachten im WDR5-Mittagsecho „ein sehr deutliches Signal für die katholische Kirche, endlich Schluss damit zu machen, Verantwortlichkeiten nicht klar zu benennen“. Zugleich müsse die Kirche noch viel stärker als bisher „den Betroffenen zuhören und Ihnen Glauben schenken“, unterstrich Pfeffer ähnlich lautende Empfehlungen der Münchener Gutachter. Ihn selbst hätten die Begegnungen mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs in den vergangenen Jahren sehr verändert: „Das geht schon sehr unter die Haut – und das lässt auch mich manchmal an meiner eigenen Kirche verzweifeln.“

Im Auftrag des Bistums Essen wird im Herbst das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) eine Studie vorstellen, die mit einem sozialwissenschaftlichen Fokus die Missbrauchsfälle im Ruhrbistum aufarbeitet und dabei auch den gesellschaftlichen und kirchlichen Kontext einbezieht. Das IPP hat seit März 2020 Zugang zu allen Akten, die die Missbrauchsfälle in der Bistumsgeschichte betreffen und führt auf Basis der Aktenauswertung Interviews mit Verantwortlichen, Betroffenen und weiteren Zeitzeugen im Bistum und den betroffenen Gemeinden. Dabei geht es besonders um die Frage, welche Strukturen, Verhaltensmuster und Fehler von Verantwortlichen sexualisierte Gewalt in kirchlichen Einrichtungen der Diözese begünstigt haben. Eine juristische Untersuchung aller Personalakten der noch lebenden Geistlichen zu etwaigen Vorwürfen oder Verdachtsfällen sexuellen Missbrauchs hatte das Ruhrbistum bereits 2012 bei den Rechtsanwälten der Kölner Kanzlei Axis in Auftrag gegeben und die Ergebnisse 2017 vorgestellt. Darüber hinaus hatte das Bistum Essen im Jahre 2017 die Personalakten aller bekannt gewordenen Priester, die sexuelle Missbrauchstaten begangen hatten, der Staatsanwaltschaft zur Prüfung übergeben.

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news-19669 Thu, 20 Jan 2022 14:19:41 +0100 Ingeborg Klein: Religionspädagogin nach langjährigem Einsatz in den Ruhestand verabschiedet https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/ingeborg-klein-religionspaedagogin-nach-langjaehrigem-einsatz-in-den-ruhestand-verabschiedet Fast drei Jahrzehnte Personalarbeit im Bistum Essen, als bischöfliche Beauftragte für Seelsorge-Dienste und Begleitung unzähliger Projekte Nach knapp 30 Jahren im Einsatz für Seelsorgende im pastoralen Dienst des Bistums Essen ist die Religionspädagogin Ingeborg Klein nun in den Ruhestand verabschiedet worden. Klein verantwortete als bischöfliche Beauftragte den Einsatz und die Betreuung der Pastoral- und Gemeindereferenten und –referentinnen sowie der pastoralen Mitarbeitenden und Ordensfrauen in der Seelsorge. Im Bischöflichen Generalvikariat arbeitete sie zudem an der Vernetzung der Seelsorge und steuerte zukunftsweisende Projekte im Ruhrbistum.

Auch deutschlandweit hat Ingeborg Klein ihre Expertise eingebracht im Bundesvorstand der Einsatzbeauftragten der Gemeindereferentinnen und -referenten, vier Jahre davon als Vorsitzende. In der Kommission für geistliche Berufe und kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz war sie vier Jahre aktiv.

In Bad Kreuznach geboren und aufgewachsen, wechselte Klein nach dem Studium in Mainz für ihren ersten beruflichen Einsatz im Pfarreidienst und als Religionslehrerin rheinaufwärts nach Sinzig. In die Region ihres ersten beruflichen Wirkens wird sie demnächst zurückkehren und in Bad Neuenahr in die dritte Lebensphase starten.

Als wichtige Kollegin und Personalreferentin würdigt Personaldezernent Kai Reinhold Ingeborg Klein: „Mit ihrer Verlässlichkeit, Freundlichkeit und Klarheit hat sie gemeinsam mit uns über fast drei Jahrzehnte Personalarbeit im Bistum Essen gemacht und unzählige Projekte begleitet.“ So habe sie auch das aktuellste Projekt der „Integrierten Personalarbeit“ – noch einige Monate über ihre Altersgrenze hinaus – mit entwickelt. „Wir wünschen ihr von Herzen Gottes Segen, Gesundheit, Freude an der neugewonnenen Freiheit und den nun geplanten Reisen“, so Reinhold.

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news-19668 Wed, 19 Jan 2022 16:13:44 +0100 Was passiert, wenn sexuelle Gewalt im Ruhrbistum gemeldet wird? Interview mit der Präventionsbeauftragten im Bistum Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/was-passiert-wenn-sexuelle-gewalt-im-ruhrbistum-gemeldet-wird-interview-mit-der-praeventionsbeauftragten-im-bistum-essen Dorothé Möllenberg ist seit 2020 die Präventionsbeauftragte im Bistum Essen. Gemeinsam mit dem Interventionsbeauftragtem Simon Friede leitet sie den Stabsbereich Prävention und Intervention gegen sexualisierte Gewalt im Bistum Essen. Im Interview erklärt Möllenberg, was genau Betroffene erwartet, die sich an das Bistum Essen wenden, um sexuellen Missbrauch zu melden und wie einzelne Phasen des Aufklärungsprozesses funktionieren. Wie verläuft das Gespräch mit den unabhängigen Ansprechpersonen im Bistum Essen, an die man sich als Betroffener wenden kann? Mit welchen Fragen muss die betroffene Person rechnen?

Es ist keine Verhörsituation, sondern wir gehen erstmal davon aus, dass Menschen kommen, die sich anvertrauen wollen. Das ist sehr unterschiedlich, weil Viele brauchen ja eine ganze Zeit lang, um tatsächlich den Mut zu fassen und um ein Gespräch zu bitten. Manchmal ergeben sich gewisse Dinge erst im Gespräch. Manche Menschen wollen von ihrem Fall erzählen, damit das Bistum informiert ist. Wenn man hinterher einen Antrag auf Anerkennung des Leids stellen will, dann braucht es aber auch Fakten rund um den Tathergang und das Geschehene, damit auch eine Bearbeitung stattfinden kann. Das wollen aber einige Betroffene auch gar nicht, sondern sie sagen: ‚Ich will erstmal, dass Menschen davon wissen.‘ Von daher steht es den Betroffenen frei, zu erzählen, was sie wollen. Melden kann man sich bei unseren vier Ansprechpersonen, die wir mittlerweile haben. Seit diesem Jahr können Betroffene sich aber auch an eine weitere unabhängige Beratungsstelle wenden: Die Praxis für Sexualität. Da es in der Regel so ist, dass Betroffene einen Antrag auf Anerkennung des Leids stellen, führen unsere Ansprechpersonen das Gespräch zu zweit, damit auch protokolliert werden kann. Diese Protokolle werden den Betroffenen danach immer geschickt und sie haben die Möglichkeit zu sagen ‚Da haben Sie etwas falsch verstanden‘ oder ‚So stimmt alles, so unterschreibe ich das.‘ Also es wird nichts protokolliert, was nicht mit den Betroffenen abgestimmt ist. Auch bei den Orten für das Gespräch versuchen wir auf Wünsche einzugehen: Das kann in Räumen des Generalvikariats sein, aber auch an anderen Orten draußen oder drinnen. Außerdem kann jeder Betroffene eine Begleitperson mitbringen, weil es natürlich nicht leicht ist, den eigenen Fall zu schildern.
 

Wer könnte eine solche Begleitperson sein? Worauf muss sie sich vorbereiten?

Ich glaube, bisher ist keine Begleitperson mitgekommen, ohne zu wissen, worum es geht. Oft sind es enge Angehörige, manchmal auch andere Betroffene, die untereinander vernetzt sind. Das suchen die meisten Betroffenen sich schon sehr zielgerichtet aus, wem sie sich schon anvertraut haben und haben ein Gespür dafür, wem es zuzumuten ist. Manchen wollen aber auch bewusst alleine kommen.

Wenn es wegen der Schwere des Vorfalls zu einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft kommt: Was käme dann auf die Betroffenen zu? Müssen sie vor den Behörden aussagen? Kann man als Betroffener eine solche Anzeige des Bistums ablehnen, selbst wenn das Vergehen schwerwiegend war?

Grundsätzlich sind wir durch die bischöfliche Interventionsordnung verpflichtet, Anzeige zu stellen. Da gibt es eine eindeutige Regelung. Die Ausnahme davon ist, wenn Betroffene schriftlich erklären, dass sie nicht möchten, dass eine Anzeige gestellt wird. Wenn es aber ein Fall ist, in dem der Beschuldigte noch sehr aktiv ist in Zusammenhängen, in denen der Missbrauch weitergehen könnte, dann würden wir auch gegen den Willen einer betroffenen Person Anzeige erstatten. Davon absehen können wir nur, wenn wir keine konkreten Anhaltspunkte wie Namen oder Orte haben. Oft wird gesagt: ‚Die katholische Kirche vertuscht und macht keine Anzeigen.‘ Wie gesagt, wir müssen Anzeige erstatten, das widerspricht aber in einigen Fällen vielleicht dem Willen der Betroffenen. Wenn klar ist, es könnten noch Andere Opfer werden, versuchen wir natürlich den Beschuldigten ausfindig zu machen. Wenn uns das nicht gelingt, können wir auch Anzeigen gegen Unbekannt stellen. Diese Versatzstücke und Hinweise sammeln wir dann für eine eventuelle spätere Aufklärung, wenn mehr Fakten eingehen. Unsere Ansprechpersonen vermitteln aber immer noch weitere Stellen für Entschädigung oder Hilfsangebote.
 

Wer leitet eine kirchenrechtliche Voruntersuchung? Was wird dort recherchiert?
Müssen die Betroffenen damit rechnen, nochmal befragt zu werden?

Eine kirchenrechtliche Voruntersuchung wird durch den Bischof eingeleitet, in der Regel, wenn er eine Empfehlung durch die unabhängigen Ansprechpersonen erhalten hat. Oft hört man: ‚Die Kirche hat ihr eigenes System und unterliegt nicht dem normalen Strafverfahren.‘ Das stimmt so nicht, die kirchenrechtliche Voruntersuchung ist ein zusätzliches Verfahren, dem vorausgegangen ist immer ein weltliches Strafverfahren. Um das strafrechtliche Verfahren nicht zu gefährden, muss es erst abgeschlossen sein, bevor das kirchliche Verfahren eingeleitet wird. Am Ende können dann sehr unterschiedliche Dinge stehen, etwa ein erneutes Gerichtsverfahren oder ein Dekret. Aber wie gesagt: Immer zusätzlich. Nötig ist dieses kirchliche Verfahren, um zu entscheiden, ob beispielsweise ein Priester von seinem Priesteramt entbunden wird oder sich zum Beispiel nicht mehr in der Nähe von Kindern und Jugendlichen aufhalten darf. Alle Priester, die bei uns im Bistum auffällig geworden sind, dürfen ihren Dienst nicht mehr ausüben. Sie sind zwar noch im Klerikerstand, aber dürfen nicht mehr öffentlich zelebrieren und arbeiten.

Wie wird denn bei Täterinnen oder Tätern, die ehrenamtlich tätig sind, sichergestellt, dass sie nicht mehr in den Verbänden oder Gruppen arbeiten, in denen ihnen Missbrauch nachgewiesen wurde?

Bei Ehrenamtlichen ist ein Tätigkeitsverbot möglich – in dem Bereich, in dem wir verantwortlich sind und das überschauen können. Sobald Jemand strafrechtlich verurteilt oder sanktioniert ist, liegt es dann bei den Einrichtungen und Stellen, etwa über Führungszeugnisse sicherzustellen, ob die Person dort arbeiten kann.

Was genau kann mit dem Bischof besprochen werden?

Das Gespräch ist keine Verpflichtung, Bischof Overbeck bietet es den Betroffenen an. Die Erfahrung zeigt aber, dass Viele das wünschen. Diese Gespräche sind bewusst am Ende dieses Prozesses gesetzt, um kein Verfahren zu gefährden und den Betroffenen damit vielleicht auch die Möglichkeit zu geben, einen für sie wichtigen Schritt in ihrem Aufarbeitungsprozess zu gehen. Das war ja ein großer Vorwurf in anderen (Erz-)Bistümern, dass sich die Bischöfe nicht mit den Betroffenen zusammengesetzt haben. Unser Bischof tut das schon seit Jahren, hat mit einigen Betroffenen persönlich gesprochen. Auch beim Treffen zur Gründung des Betroffenenbeirats im Sommer hat sich gezeigt, dass Viele ein persönliches Gespräch mit dem Bischof haben wollen. Gespräche, die er damals spontan geführt und danach weitere vereinbart hat.

Welche Rolle kann dieses Gespräch für Betroffene haben?

Das sieht, glaube ich, jeder Betroffene anders. Die Motivationen, mit denen sie sich für dieses Gespräch entscheiden, sind unterschiedlich. Viele wollen es aus ihrer Sicht dem Verantwortlichen erzählen. Einige wollen erzählen, wie es ihnen ergangen ist und weitere mögliche Opfer vor Übergriffen bewahren. Bischof Overbeck hat eine klare Haltung: Er als Bischof und Hauptverantwortlicher des Aufklärungsprozesses steht da nochmal zum Austausch und, wenn gewünscht, für ein seelsorgliches Gespräch bereit.

Wenn Missbrauch durch Kleriker öffentlich wird: Warum werden die Namen der Täter nicht oder nicht vollständig genannt?

In den Nachrichten sieht man: Auch Menschen in anderen Verdachtsfällen werden nicht genannt oder in Strafprozessen gepixelt. Das hat natürlich etwas mit dem Datenschutz zu tun, der für Beschuldigte und Täter und Täterinnen gilt. Da müssen wir uns natürlich auch an rechtliche Vorgaben halten, die für alle gelten. Wir würden ja auch keine Namen von Betroffenen veröffentlichen.

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news-19667 Wed, 19 Jan 2022 13:09:31 +0100 Feierliches Gedenken an den Seligen Nikolaus Groß https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/feierliches-gedenken-an-den-seligen-nikolaus-gross-1 Gottesdienste im Essener Dom und in Groß‘ Taufkirche St. Mauritius in Hattingen-Niederwenigern erinnern am Samstag, 22., und Sonntag, 23. Januar, an den Todestag des Widerstandskämpfers gegen das Nazi-Regime. Mit festlichen Gottesdienst erinnert das Ruhrbistum am kommenden Wochenende an den Todestag des Seligen Nikolaus Groß am 23. Januar. Im Essener Dom feiert Weihbischof Wilhelm Zimmermann am Sonntag, 23. Januar, um 10 Uhr einen Gottesdienst im Gedenken an den Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime. Musikalisch begleiten die Essener Domsingknaben unter der Leitung von Harald Martini die Messe mit der Missa cantabo domino des Komponisten Bertold Hummel. In Groß‘ Taufkirche St. Mauritius in Hattingen-Niederwenigern feiert Pastor Werner Bering am Samstag, 22. Januar, um 17.30 Uhr, die Vorabendmesse als Festmesse zu Ehren des Arbeiterführers und Journalisten. Mitglieder der KAB werden in ihren Knappenuniformen an dem Gottesdienst teilnehmen und in der Kirche einen Kranz an der Nikolaus-Groß-Stele niederlegen. Am Sonntag feiert die Gemeinde zudem um 11.30 Uhr die Familienmesse im Gedenken an Groß.

Im Essener Dom ist Groß seit 2004 die Kapelle am Ende des südlichen Seitenschiffs geweiht. Dort ist auch ein Nachdruck des Abschiedsbriefs ausgestellt, den er aus der Todeszelle an seine Frau und seine Kinder geschrieben hat. In Niederwenigern erinnert in der Kirche St. Mauritius unter anderem eine Stele und der Taufstein der Kirche an Nikolaus Groß. Zudem informiert gegenüber der Kirche das Nikolaus-Groß-Haus mit einer Ausstellung über das Leben des Seligen (geöffnet an jedem 3. Sonntag im Monat von 10.30 bis 12 Uhr sowie nach Vereinbarung)

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news-19666 Wed, 19 Jan 2022 12:44:16 +0100 Namen und Daten | 19.01.2022 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-19012022 Prof. Dr. Stefan Böntert Herr Prof. Dr. Stefan Böntert wurde als Nachfolger von Herrn Professor Dr. Markus Knapp zum Mitglied der Aufnahmekommission für die Priesterausbildung des Bistums Essen ernannt.

In der Aufnahmekommission für die Priesterausbildung des Bistums Essen werden die Anfragen und Anträge möglicher Kandidaten für die Priesterausbildung des Bistums Essen geprüft und beraten. Das Beratungsergebnis ist für den Bischof eine wichtige Grundlage für seine Entscheidung bezüglich der Zulassung neuer Priesterkandidaten.

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news-19665 Tue, 18 Jan 2022 14:38:35 +0100 Neuer Aufbruch im Ehrenamt https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/neuer-aufbruch-im-ehrenamt Das pastoraltheologische Forschungszentrum „zap“ hat Ehrenamtler befragt. Sie wollen Mitspracherecht, feste Ansprechpartner, gute Organisation und Anerkennung. Ohne freiwilliges Engagement funktionieren Kirche und Caritas nicht. Allerdings ticken die Menschen heute anders als „damals“ in den 1990ern. Sie wollen Mitspracherechte, feste Ansprechpartner, gute Organisation und Anerkennung, unter diesen Bedingungen engagieren sie sich nach wie vor gern. Was das im Detail bedeutet, zeigt eine Untersuchung des pastoraltheologischen Forschungszentrums „zap“ der Ruhruniversität Bochum.

Durchschnittlich seit 25 Jahren, sagt die „zap“-Ehrenamtsstudie, sind die Freiwilligen der katholischen Kirche schon dabei. Sie stammen aus einer Zeit, in der „Kleiner Finger, ganze Hand“ galt – also ein dauerhaftes, pflichtbewusstes, selbstloses Ehrenamt, das ohne jeden Zweifel viel Gutes auf den Weg gebracht hat.

Die Babyboomer gehen in Rente. Bleiben sie im Ehrenamt?

Nun aber gibt es eine Nachwuchs-Krise. Jüngere Menschen sind schon lange gewohnt, gehört zu werden, demokratisch mitzuentscheiden und selbst zu verfügen über die Zeit, die sie einsetzen wollen. Und jetzt geht auch noch die geburtenstarke „Babyboomer-Generation“ in Rente. Viele von ihnen haben Kirche und Caritas lange die Treue gehalten, wollen sich aber nicht mehr vereinnahmen lassen. Auch die gegenwärtige Kirchenkrise setzt vielen der „Kirchentreuen“ stark zu: Glaube und christliche Werte waren ihnen über Jahrzehnte ein starker Motor für ihr Ehrenamt, so die zap-Studie. 74 Prozent der beispielhaft im Erzbistum Paderborn befragten Ehrenamtlichen haben schon darüber nachgedacht, ihr Amt niederzulegen. Positiv finden sie es dennoch, eine sinnvolle Aufgabe und einen festen Ansprechpartner zu haben sowie in Entscheidungsprozesse rund um ihren ehrenamtlichen Einsatz eingebunden zu werden.

„Es gibt viel Zusammenhalt, aber dennoch sind viele Akteure in Pfarreien und Caritas inzwischen alt geworden und haben jetzt während der Pandemie ihr Ehrenamt aufgeben müssen“, sagt Jutta Lahrmann, Referentin für ehrenamtliches Engagement im Bistum Essen. Andererseits habe sich aber Neues entwickelt, zum Beispiel kontaktfreie Gabenzäune für bedürftige Menschen. Oder „Limetti“, die dreirädrige Ape der Pfarrei St. Peter und Paul in Hattingen mit der Kaffeemaschine im Laderaum, die im Sommer den weiten Weg nach Altena geruckelt ist, um den Helfern in den Flutgebieten Kaffee zu kredenzen.

Save the date: Ehrenamtstag im Bistum Essen am 7. Mai

Das Bistum Essen setzt auf Ehrenamtskoordination; der sechste Vorbereitungskurs endet im Februar 2022. Weit über 100 Teilnehmende aus dem Haupt- und Ehrenamt stehen dann bereit, Ehrenämter so zu gestalten, dass Ansprechpartner, Aufgaben und Strukturen für alle Beteiligten klar sind – das bedeutet mehr Spaß und weniger Verdruss im Ehrenamt. Auch sind erstmals zwei Vertreter der afrikanisch-muttersprachlichen Caritas-Gruppe aus St. Gertrud in Essen im aktuellen Kurs dabei.

Nach den Erinnerungen an den gut besuchten ersten Ehrenamtstag des Bistums Essen im Dezember 2019 im Marien-Gymnasium in Essen-Werden wird nun ein neuer Ehrenamtstag geplant, der auch den Pandemie-Bedingungen standhalten sollte: Am 7. Mai ab 12 Uhr startet er am Musikpavillon der Gruga. Derzeit wird noch vorbereitet, Anmeldemöglichkeiten werden später bekannt gegeben. Denn trotz der Umbrüche in Kirche und Ehrenamt: Viele Engagierte sind nach wie vor mit Begeisterung dabei und wollen sich mit Gleichgesinnten austauschen. An der Gründung des Netzwerkes bürgerschaftliches Engagement NRW hat das Bistum Essen sich deshalb gemeinsam mit den vier weiteren NRW-Diözesen beteiligt. Auch die Caritasverbände in NRW haben eine gemeinsame Plattform zur Vermittlung von Ehrenämtern.

Neue Freiwillige gewinnen: So geht’s

„Betrachten Sie die Änderungen nicht als Krise, sondern als Strukturwandel“, sagt die Religionssoziologin Veronika Eufinger, die die zap-Studie betreut hat. Will die Kirche neue Freiwillige über Milieu-Grenzen hinweg gewinnen, dann so:

  • Qualität fördern: Transparenz, klar definierte Aufgaben, Ressourcen und Ziele – wohin wollen wir eigentlich mit unserem Einsatz?
  • Ehrenamts-Management einführen: Menschen, die die Wünsche junger Interessenten mit dem sozialen und seelsorgerlichen Bedarf abstimmen und Lösungen finden.
  • Sich neu vernetzen: Es geht nicht allein um „Caritäter“ und Pfarrei-Christen, sondern um Menschen jenseits jeder Konfession, die das Zusammenleben gestalten wollen.
  • Für die Christen unter ihnen heißt es: Engagiertes Leben ist erfülltes Leben. 
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news-19664 Tue, 18 Jan 2022 10:26:58 +0100 Pastor Hermann-Josef Nitz verstorben https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/pastor-hermann-josef-nitz-verstorben Im Alter von 67 Jahren ist Pastor Hermann-Josef Nitz verstorben Im Alter von 67 Jahren ist am 11.Januar 2022 Pastor Hermann-Josef Nitz verstorben. Der Verstorbene, der in Essen gewohnt hat, wurde am 13.01.1955 in Essen geboren und am 28. Mai 1982 in Gelsenkirchen zum Priester geweiht.

Nach seiner Weihe war Hermann-Josef Nitz zunächst als Kaplan in St. Michael in Duisburg-Meiderich, ab 1986 in St. Nikolaus in Essen-Stoppenberg und ab 1990 in Herz Jesu in Duisburg-Hamborn eingesetzt.

Im Jahr 1992 ernannte ihn der Bischof von Essen zum Pfarrer der Pfarrei Herz Mariä in Essen-Altenessen. Ab Januar 2002 übernahm er zudem die Aufgabe als Dekanatsfrauenseelsorger und Dekanatspräses der Kath. Frauengemeinschaft im Dekanat Essen-Stoppenberg. Die Ernennung zum Pfarrer an den Pfarreien St. Thomas Morus in Schalksmühle und Herz Jesu in Hagen-Dahl erfolgte im Oktober 2004. Mit der Neuerrichtung der Pfarrei Christus König in Halver – Breckerfeld – Schalksmühle – Hagen-Dahl wurde Hermann-Josef Nitz zum Pastor der Gemeinde St. Thomas Morus in Schalksmühle und zum Vertreter des Pfarrers ernannt. Hermann-Josef Nitz war ein Seelsorger, der den Menschen mit Empathie begegnete.

Aufgrund seiner angegriffenen Gesundheit erfolgte seine einstweilige Zurruhesetzung bereits im April 2010. Zunächst unterstützte er die Seelsorge in der Pfarrei St. Antonius in Essen mit einem Schwerpunkt in der Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt in Essen-Altendorf. Wegen seiner erheblichen Erkrankung wurde er zum Februar 2013 in den endgültigen Ruhestand versetzt.

Das Auferstehungsamt wird gefeiert am Donnerstag, 20. Januar 2022 um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Lambertus in Essen-Rellinghausen, Frankenstraße 138 in 45134 Essen. Die Beisetzung erfolgt um 11.00 Uhr auf dem Alten Laurentiusfriedhof in Essen-Steele, Laurentiusweg 23-27 in 45276 Essen. Mitbrüder, die am Begräbnisamt teilnehmen, werden gebeten, Chorkleidung zu tragen. Die ordnungsbehördlichen Bestimmungen zur Corona-Pandemie sind unbedingt zu beachten. Es gilt die 3-G-Regel.

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news-19663 Mon, 17 Jan 2022 18:22:42 +0100 Stabwechsel an Sankt Pankratius: André Müller folgt auf Christoph Wichmann https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/stabwechsel-an-sankt-pankratius-andre-mueller-folgt-auf-christoph-wichmann Nach sechs Jahren als Pfarrer in Oberhausen-Osterfeld wechselt Propst Wichmann in den Dominikanerorden. Propst Müller übernimmt seine Pfarrstelle zusätzlich zu der in der Oberhausener Pfarrei St. Clemens und zunächst auch zu seiner langjährigen Pfarrei St. Lamberti in Gladbeck. Nach sechs Jahren als Pfarrer an der Propsteipfarrei St. Pankratius wird sich Propst Christoph Wichmann aus Oberhausen verabschieden. „Obwohl ich sehr gerne in Osterfeld lebe und die Pfarrei St. Pankratius mit ihren Menschen mir ans Herz gewachsen ist, muss ich jetzt einen Schnitt machen“, schreibt Wichmann seinen Gemeinden. Am Sonntag, 20. Februar, gibt er die Leitung der Pfarrei an Propst André Müller ab. Um 15 Uhr feiert Generalvikar Klaus Pfeffer den Gottesdienst zum „Stabwechsel“ in St. Pankratius in der Pfarrkirche an der Nürnberger Straße 6.

Seit seinem Studium beschäftigt Propst Wichmann die Frage, ob das Ordensleben eine Alternative für ihn darstellt. Mit Anfang vierzig möchte er nun seinen Weg als Priester in einer Ordensgemeinschaft weiter gehen. „Ich werde im März dieses Jahres in die Ordensausbildung wechseln und mein Postulat bei den Dominikanern beginnen“, so Wichmann. Dies sei ein Schritt, der sicher für einige überraschend komme, der aber eine lange Vorgeschichte habe. „Es ist für mich weder Weltflucht noch Kapitulation, sondern die Suche nach einer Lebensgemeinschaft, die trägt.“

„Ich habe versucht, den Laden zusammenzuhalten.“

Die vergangenen sechs Jahre in Osterfeld seien für ihn „sehr schön, aber auch anstrengend und herausfordernd“ gewesen. Unter anderem musste Wichmann als Pfarrer von Sankt Pankratius einige schmerzhafte Entscheidungen verantworten –gemeinsam mit den ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeitenden: „Wir mussten Kirchen und Gemeindeheime schließen, die Anzahl an Gottesdiensten reduzieren, Personal einsparen und soziale Einrichtungen veräußern. Sicher habe ich auch ungewollt Menschen verletzt“, schreibt der Pfarrer. Trotz allem habe er dabei versucht, „den Laden zusammenzuhalten und Lust auf Veränderung zu machen.“ Gerade das „Wir-Gefühl“ in der Pfarrei und im Stadtteil habe ihn dabei immer beeindruckt und motiviert. „Ich weiß, dass ich einiges aufgeben und loslassen muss, ohne genau zu wissen, was mich wirklich erwartet.“

Mit den Dominikanern habe Wichmann nun einen Orden gefunden, der von einer 800-jährigen Geschichte getragen wird und in seiner Arbeit einen besonderen Schwerpunkt auf die Predigt legt. „Meine Besuche in mehreren Klöstern des Ordens haben mich in meiner Entscheidung bestärkt und stimmen mich zuversichtlich“, resümiert der Propst.

Schon lange mit Bischof Overbeck im Gespräch über einen Wechsel

Mit Bischof Franz-Josef Overbeck sei er schon lange über einen möglichen Wechsel in einen Orden im Gespräch – nun wird es konkret, und Wichmann kann seine Pfarrstelle an einen erfahrenen Mitbruder weitergeben: „Mit Propst André Müller, der auch die Nachbarpfarrei St. Clemens in Oberhausen-Sterkrade leitet, haben die Personalverantwortlichen meine Nachfolge zügig entschieden, sodass es keine Vakanz geben wird.“ Müller soll von einem zusätzlichen Priester unterstützt werden, „sodass meine Aufgabenbereiche auf mehrere Schultern verteilt werden. Das ist für den Pfarreialltag wichtig und gibt allen Beteiligten Sicherheit“, hebt Wichmann hervor.

Propst André Müller, weiß um die Herausforderungen und die Aufgaben, die auf ihn als neuer Pfarrer von St. Pankratius zukommen werden: „Die Arbeit wird immer komplexer, aber ich bin zuversichtlich, dass wir das gemeinsam hinbekommen. St. Pankratius ist sehr gut aufgestellt, sodass ich hoffnungsvoll in die Zukunft blicke.“ Müller bleibt Pfarrer von St. Clemens im Oberhausener Nordwesten und zunächst auch der Gladbecker Pfarrei St. Lamberti sowie Stadtdechant in Gladbeck und Oberhausen. „Die Leitung von drei Pfarreien kann aus unserer Sicht nur eine Übergangslösung sein“, sagt der Personaldezernent für das Pastorale Personal im Bistum, Kai Reinhold. „Mittelfristig wird sich Propst Müller auf die beiden Oberhausener Pfarreien konzentrieren, und die Gladbecker Pfarrei St. Lamberti wird eine neue Leitung erhalten.“

„Propst Wichmann wird dem Ruhrbistum fehlen“

Mit Blick auf den scheidenden Propst von St. Pankratius ist Reinhold überzeugt, dass „Propst Wichmann im Ruhrbistum fehlen wird, weil er ein hochengagierter Priester und Pfarrer ist. Entscheidend aber ist, dass Christoph Wichmann seinen Weg geht und zu seiner Form des Priesterseins findet. Genau das wünschen der Bischof und ich ihm von Herzen!“

Gleichzeitig danken Overbeck und Reinhold Wichmann für seinen intensiven Dienst in den zurückliegenden 15 Jahren, unter anderem als Kaplan und als Jugend- und Schulseelsorger sowie als Pfarrer und ehemaliger Moderator des Priesterrates und als 1. Vorsitzender der Verbandsvertretung des Kita-Zweckverbandes im Bistum Essen, und wünschen ihm Gottes Segen für sein Postulat und Noviziat bei den Dominikanern. „Darüber hinaus gilt unser Dank Propst André Müller, der mit der zusätzlichen Übernahme der Leitung der Propsteipfarrei St. Pankratius maßgeblich Verantwortung übernehmen wird."

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news-19661 Sat, 15 Jan 2022 17:30:00 +0100 Overbeck: Hinterfragen, warum die Kirche austrocknet https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/overbeck-hinterfragen-warum-die-kirche-austrocknet Essener Bischof: Der Mangel an Priestern gefährdet schon jetzt die sakramentale Struktur der Kirche. Nicht allein eine Kirchenkrise, sondern eine Krise der Religion erkennt der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck in der „unglaublich großen Bewährungsprobe“ der Kirche im 21. Jahrhundert. „Unsere Welt braucht das Vertrauen, dass es eine größere Kraft gibt, die uns hält, trägt und begleitet, und die uns auch Orientierung gibt, um menschlich und solidarisch miteinander zu leben“, schreibt Overbeck in seinem Wort zum Neuen Jahr 2022 an alle Katholikinnen und Katholiken im Bistum Essen.

Viele Menschen sind spirituell auf der Suche

Einerseits seien viele Menschen spirituell auf der Suche. Ihre „religiöse Bedürftigkeit“ habe sich aber stark verändert, deshalb erwarteten die meisten von der Kirche keine Antworten mehr: „Vieles im Raum unserer Kirche trocknet aus oder ist bereits ausgetrocknet.“ Dramatisch sei in dieser Krise der Eindruck, viele Überzeugungen und Lehren der Kirche dürften allein deshalb nicht in Frage gestellt werden, weil sie sich auf eine lange Tradition in Verbindung zur Offenbarung Gottes zurückführen ließen.

Zu wenige Priester – sakramentale Struktur der Kirche bedroht

Im Bistum Essen stelle man sich schon seit vielen Jahren darauf ein, Antworten auf diese Krise zu suchen und eine deutlich kleinere Kirche zu werden: „Aber vielleicht sind wir dabei immer noch zu sehr davon geprägt, uns nach einer Kirche der Vergangenheit zurückzusehnen.“ Das betreffe in alarmierender Weise die wenigen Berufungen zum priesterlichen Dienst in seiner bisherigen Form. „Wenn dies so weitergeht, bricht die sakramentale Struktur in unserer Kirche zusammen – schon jetzt ist sie regelrecht bedroht“, warnt Overbeck.

„Wir wollen als Kirche Teil einer Welt sein, in der Freiheit und Gleichheit, aber auch die Würde des Menschen eine viel größere Rolle spielen“, schreibt der Bischof und ermutigt dazu, „kreativ Neues zu suchen und auszuprobieren – über den Raum unserer Kirche in ökumenischer und interreligiöser Verbundenheit hinaus“.

Niemand von uns Menschen weiß die ganze Wahrheit

Jesus selbst habe eine große Gelassenheit und Offenheit ausgestrahlt, die er aus seiner Gottesbeziehung empfing. „Niemand von uns Menschen weiß die ganze Wahrheit, kennt die Lösungen und die richtigen Wege angesichts so vieler Krisen“, so Overbeck. „Wir dürfen aber auf Gottes Unterstützung setzen, dessen Geist sich zeigen kann in den Perspektiven und Auffassungen anderer, im Ringen um Positionen, im Wechsel der Perspektiven, im gemeinsamen Lernen.“

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news-19662 Thu, 13 Jan 2022 13:44:31 +0100 Diakon Jürgen Werner verstorben https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/diakon-juergen-werner-verstorben Im Alter von 75 Jahren ist Diakon Jürgen Werner verstorben Am Samstag, 18. Dezember 2021, ist Diakon Jürgen Werner verstorben.

Der Verstorbene, der mit seiner Frau zuletzt in Velbert-Neviges gewohnt hat, wurde am
2. November 1946 geboren und am 24. November 1996 zum Diakon geweiht.

Nach seiner Weihe wurde Diakon Werner zunächst als Diakon mit Zivilberuf an der Pfarrei  St. Engelbert in Mülheim eingesetzt und ab April 1997 in der Pfarrei St. Barbara in Mülheim-Dümpten. Seit dem 16. Oktober 1999 war er dann als Diakon im Hauptberuf in der Pfarrei St. Michael in Mülheim-Speldorf sowie im Alten- und Pflegeheim „Marienhof“ tätig. Nach der Gründung der Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt in Mülheim zum 1. Dezember 2006, wurde er weiter mit dem schwerpunktmäßigen diakonalen Dienst in der Gemeinde St. Michael sowie in den Altenhilfeeinrichtungen auf dem Gebiet der neuen Pfarrei beauftragt.

Sein Gesundheitszustand machte es erforderlich Diakon Werner zum 30. Juni 2011 in den Ruhestand zu versetzen. Nach dem Wohnortwechsel nach Velbert-Neviges war er vom 1. Mai 2013 bis zum 30. November 2013 als Diakon an der Pfarrei Maria, Königin des Friedens, in Velbert-Neviges im Erzbistum Köln, tätig.

Besonders die Sorge für die Kranken und die Menschen in Not war ihm ein Anliegen. Daher war er mit großem Engagement in der Seniorenpastoral tätig. Ein Schwerpunkt dabei war ihm die Begleitung von demenziell Erkrankten. Geprägt durch seine berufliche Tätigkeit war ihm darüber hinaus die Behindertenpastoral von besonderer Bedeutung. In diesen diakonischen Feldern hat er Menschen begleitet und ihnen so ein Zeugnis der konkreten christlichen Nächstenliebe gegeben.

Im Zivilberuf war Diakon Werner viele Jahre als Motopäde tätig. Er war als Sportlehrer an einer Schule für lernbenachteiligte Menschen in Schwelm eingesetzt. Seit 1980 arbeitete er als Motopäde an der Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung in Wuppertal. Diakon Werner stand mit seiner Berufsbiographie, seinem Berufungsweg und seinem Einsatz im pastoralen Dienst für eine diakonale, den Menschen zugewandte Seelsorge.

Die Urnenbeisetzung ist am Freitag, 21.01.2022, um 13:00 Uhr, auf dem Waldfriedhof in 42549 Velbert, Grünheide. Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es nur eine begrenzte Platzkapazität in der Trauerhalle des Friedhofs. Daher findet die Beisetzung im engsten Familienkreis statt.

Das Auferstehungsamt wird am Samstag, 05.02.2022, um 10:00 Uhr, in der Kirche
St. Michael in 45478 Mülheim-Speldorf, Schumannstraße 17, gefeiert. Es gelten die 2-G-Regeln. Eine FFP2-Maske muss getragen werden.

Mitbrüder, die am Auferstehungsamt teilnehmen, werden gebeten, Chorkleidung zu tragen.

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news-19660 Wed, 12 Jan 2022 11:10:12 +0100 Seelsorge zwischen Dienst und Dienstleistung https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/seelsorge-zwischen-dienst-und-dienstleistung Rund 250 Seelsorgerinnen und Seelsorger haben sich am Montag zum traditionellen Jahresauftakt beim Tag der Pastoralen Dienste im Bistum Essen getroffen – coronabedingt zum zweiten Mal rein digital. Dienst oder Dienstleistung? Über die Seelsorge in diesem Spannungsfeld haben sich am Montag, 10. Januar, rund 250 Seelsorgerinnen und Seelsorger aus dem Bistum Essen beim digitalen Tag der Pastoralen Dienste ausgetauscht. Bischof Franz-Josef Overbeck machte beim traditionellen Jahresauftakt mit den pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deutlich, dass er in dem Begriffspaar keinen Widerspruch sieht: „Dienst ist ein ganz altes Wort in unserer Kirche, das vor allem die Haltung meint, in erster Linie vom Anderen her zu denken.“ Dienstleistung sei das von dieser Haltung geprägte Verhalten. Overbeck nannte es „problematisch“, wenn der Begriff Dienstleistung in der Kirche als ein rein ökonomisches Thema diskreditiert werde. Jeder könne schließlich erwarten, „dass wir professionell für das einstehen, was uns wichtig ist“, so der Bischof.

Vielfältige Sicht der Seelsorgerinnen und Seelsorger

Wie vielfältig Seelsorgerinnen und Seelsorger auf die beiden Begriffe reagieren, wurde in kurzen Filmen, digitalen Kleingruppengesprächen und Umfragen im Laufe des Tages deutlich. Dabei reichte das Spektrum der Antworten von einer Ordensfrau, die „mit dem Begriff des Dienstleisters eher weniger anfangen kann, weil es beim Dienen nicht so sehr um Leistung geht, sondern mehr um die Beziehung“ bis zu einer Mitarbeiterin des „Trauteams“ im Bistum Essen: „Für die Paare sind wir einer der Dienstleister, die zu einer gelingenden Trauung beitragen.“

Stimmungsvolle Hochzeitsmessen oder würdige Beerdigungen

„Es läuft alles auf die Idee pastoraler Dienstleistungen hinaus“, sagte Björn Szymanowski vom Zentrum für angewandte Pastoraltheologie an der Bochumer Ruhr-Universität mit Blick auf soziologische Daten. Er zitierte aus der Studie „Kirchenmitglied bleiben?“ und verwies darauf, dass viele Menschen aus durchaus pragmatischen Gründen Kirchenmitglied seien, etwa, weil sie sich Feiern zu Taufe, Hochzeit oder Beerdigung erhofften – oder weil sie das soziale Engagement der Kirche schätzten. Zugleich seien gerade Gottesdienste zu besonderen Anlässen für die Kirche Gelegenheiten, zu punkten. Viele Besucher erzählten oft noch nach Jahren begeistert von stimmungsvollen Hochzeitsmessen oder würdigen Beerdigungen. Dass sich die Kirche in puncto Dienstleistungen aber gelegentlich auch selbst im Wege steht, berichtete ein Diakon und Krankenhausseelsorger: Er werde praktisch wöchentlich nach Krankensalbungen gefragt, die jedoch bislang nur Priester spenden dürfen. Die würden jedoch immer weniger und dadurch schwerer erreichbar.

„Leuchtturm-Projekte“ aus der Seelsorge-Praxis

Weniger Theorie, sondern echte gelungene Projekte standen im Fokus eines kollegialen Austauschs der Seelsorgenden über ihre Arbeit. In kleinen Gruppen berichteten die Teilnehmenden von guten Erfahrungen aus den vergangen Monaten – trotz und manchmal sogar wegen Corona – und beschrieben innovative Weihnachtsgottesdienste, gut besuchte Kleinkinderangebote , gut angenommene Sternsingeraktionen oder Outdoor-Ideen zu Allerheiligen.

Wissenschaftlichen Input dazu gab der Freiburger Pastoraltheologe Bernhard Spielberg. Angesichts einer hohen Arbeitsbelastung und ständigen Veränderungen riet er den Mitarbeitenden in der Pastoral zur „Selbst-Seelsorge“: Nicht alles an ihrem Arbeitstag sei Seelsorge. Wie Beschäftigte in anderen Berufen mit vielen Freiheiten in der Arbeitseinteilung müssten auch Seelsorgerinnen und Seelsorger für sich klären, „wann Sie Seelsorge betreiben – und wann Sie zum Beispiel reine Verwaltungsaufgaben erledigen“. Spielberg sprach von „wertvollen Ent-Täuschungen“ in der Kirche: „Corona hielt und hält eine große Zahl an Enttäuschungen für Seelsorgerinnen und Seelsorger bereit. Vielleicht war dabei die ein oder andere Gelegenheit dabei, die ein oder andere Täuschung zu erkennen.“ Er warb dafür, nicht beim Frust stehen zu bleiben, wenn man erkenne, welcher Täuschung man bislang aufgesessen sei – etwa in der Annahme, wie gefragt ein bestimmtes Angebote noch sei. Es gehe darum „die Enttäuschungen anzunehmen, zu erkennen, dass manche Gottesrede nicht mehr funktioniert – und dann neue Formen zu finden“.

Lokale Kirchenentwicklung trotz großer Pfarreien

Mit deutlichen Worten warb Spielberg für eine lokale Kirchenentwicklung trotz großer Pfarreien. Es brauche eine solide Pfarreientwicklung für eine tragfähige Finanz-, Personal- und Immobilienstruktur – „und innerhalb der Pfarreien eine vielfältige Kirchenentwicklung ausgehend von der Frage: Wofür sind wir hier als Christinnen und Christen da? Und nicht: Was müssen wir hier machen, weil es schon immer so war?“

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news-19659 Tue, 11 Jan 2022 16:22:00 +0100 Namen und Daten | 11.01.2022 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-11012022 Priester suspendiert Das Bistum Essen hat einen Priester suspendiert und ihm die Ausübung seines Dienstes verboten. Die Staatsanwaltschaft legt ihm Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zur Last. Der Bischof von Essen hat zudem ein kirchenrechtliches Verfahren angeordnet.

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news-19657 Thu, 06 Jan 2022 19:06:00 +0100 Bischof Overbeck: „Auseinandersetzung mit Despoten und Ideologen“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-auseinandersetzung-mit-despoten-und-ideologen Die Glaubwürdigkeit der Kirche bemesse sich an ihrer Spiritualität und dem Einsatz für das Allgemeinwohl, sagte der Essener Bischof in seiner Predigt. Geistliches Leben und die Suche nach der guten Tat sind für den Essener Bischof Franz-Josef Overbeck die wichtigsten Marksteine für die Christen der Zukunft. „Eine lebendige Spiritualität kommt nie ohne den Einsatz für Gerechtigkeit aus und die Politik nie ohne feste Grundlagen, die vor dem Guten und dem Wahren verantwortet werden müssen“, sagte Overbeck in seiner abendlichen Predigt am 6. Januar zum Hochfest Erscheinung des Herrn, das volkstümlich auch als Dreikönigstag begangen wird.

Derzeit kreise die religiöse Praxis oft um das Wohl Einzelner, möglicherweise noch um das Wohl enger Lebensgemeinschaften. Jenseits des Gewohnten und der „oft sehr zeitbedingten Traditionen, die manche für ewig halten, die aber doch sehr vergänglich sind“, gelte die sozialethische Botschaft des Christentums jedoch dem Allgemeinwohl, so der Essener Bischof. Sie müsse ausgerichtet sein „an den notwendigen Auseinandersetzungen mit den Despoten und den Ideologen dieser Welt, an den Verschwörungstheoretikern und denen, die der Vernunft abschwören und gefährlichen Illusionen als Heilsversprechungen vertrauen“.

Die unbedingte Würde eines jeden Menschen sei eine der universellsten Botschaften des Christentums. Hierfür hätten Christen und Kirchen weltweit einzustehen. Overbeck: „Wer diese Tür aufstößt, tut viel für die Plausibilität des Glaubens um der Menschen willen und für die Glaubwürdigkeit der Kirche um des Evangeliums willen. Zu oft ist gerade diese Tür im Laufe der vergangenen 2000 Jahre zugeschlagen worden.“

Die Predigt des Bischofs im Wortlaut

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news-19656 Thu, 06 Jan 2022 14:10:34 +0100 Die Sternsinger bringen den Segen auf Straßen und Plätze https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/sternsinger Zum zweiten Mal lassen sich die „Heiligen drei Könige“ im Bistum Essen eine Menge Alternativen einfallen, um ohne Infektionsgefahr Segen zu bringen und Spenden zu sammeln – in diesem Jahr für die Gesundheitsversorgung von Kindern in Afrika. Die Sternsinger sind unterwegs. Auch wenn die Corona-Pandemie der 64. Aktion Dreikönigssingen in diesem Jahr zum zweiten Mal ein Schnippchen schlägt, lassen sich die Sternsingerinnen und Sternsinger nicht entmutigen. In sämtlichen Pfarreien des Bistums Essen haben sie sich alternative Möglichkeiten überlegt, den Menschen ohne Infektionsgefahr den Segen zu bringen und für die gute Sache zu sammeln.

Unter dem Motto „Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit“ ist in diesem Jahr die Gesundheitsversorgung von Kindern in Afrika Spendenzweck der Aktion. Mangelernährung, Lungenentzündung, Malaria – eigentlich vermeidbare Krankheiten, aber Todesursache für unzählige Babys und Kleinkinder in vielen Ländern Afrikas.

Vom 6. Januar bis 2. Februar – die Aktion wurde wegen der Corona-Bedingungen verlängert – sind nun an Rhein, Ruhr und Lenne Kinder und Jugendliche als „die Heiligen drei Könige“ unterwegs. Sie verteilen Segenstüten mit Informationen, Aufklebern und Spendenbeutel in die Hausbriefkästen und legen sie in den Kirchen aus. Außerdem besuchen sie mit Gesang und Spendendose viele Sonntagsgottesdienste ihrer Gemeinden.

„Kinder können was bewegen“

In Essen starteten die Sternsinger der Pfarrei St. Gertrud am Dreikönigstag ihren Einsatz am Dom auf der Kettwiger Straße und brachten anschließend mit dem Lied „Kinder können was bewegen“ den Segen zu Bischof Franz-Josef Overbeck ans Bischofshaus. Die große Sternsinger-Gruppe beeindruckte ihn: „Toll, dass ihr euch engagiert und trotz Kälte unterwegs seid.“

In einigen Pfarreien des Ruhrbistums kommen die Sternsinger nach vorheriger Anmeldung ebenfalls vor die Haustür: So etwa am 15. und 16. Januar in St. Mariä Himmelfahrt in Mülheim. Jedoch bitten die Verantwortlichen die Haushalte darum, einen 2G-Nachweis bereitliegen zu haben, auch wenn die Sternsinger das Haus nicht betreten und Masken tragen.

Sternsinger sind im öffentlichen Raum präsent

Etliche Gemeinden setzen auf den öffentlichen Raum: In Altena standen die Sternsinger am 6. Januar auf dem Wochenmarkt. Am 15. und 16. Januar sind sie auf den Straßen und Plätzen in Halver unterwegs. In Lüdenscheid stehen noch bis zum 9. Januar Spendendosen in den ortsansässigen Bäckereien, Segenszettel und Aufkleber liegen zum Mitnehmen bereit. In Gelsenkirchen-Buer begegnet man den Sternsingern am 8. Januar vor zwei Supermärkten und am Zaun der Kita Don Bosco in Scholven. Am morgigen Freitag sind die Kinder und Jugendlichen zunächst auf dem Markt in Bottrop-Boy zu finden, anschließend singen sie an der Kraneburgstraße für Seniorinnen und Senioren an den Wohnungsfenstern. Und die Bochumer Gemeinden setzen auf die erfolgreiche Idee des vergangenen Jahres und bieten am Samstag, 8. Januar, „Segens-Drive-Ins“ für Auto- und Fahrradfahrer an.

Spendenbereitschaft ist ungebrochen

Wie bereits 2021 sind auch in diesem Jahr mehrere Videos entstanden, um den Segen digital zu den Menschen zu bringen: Zum Beispiel in Duisburg, Schwelm, Bottrop und Oberhausen. „Die Kinder, Jugendlichen und die Organisatoren sind trotz schwieriger Pandemiebedingungen in jeder Gemeinde unseres Bistums dabei“, sagt BDKJ-Diözesanvorstand Björn Krause, der im Ruhrbistum für das Dreikönigssingen verantwortlich ist. Auch die Spendenbereitschaft der Menschen sei ungebrochen hoch. Im vergangenen Jahr sei auch die Möglichkeit der Online-Spende häufig genutzt worden. „Für manchen mag auch attraktiv sein, dass es dabei – im Gegensatz zur Hausspende – eine Spendenquittung gibt“, meint Krause. Aber natürlich könnten Bargeldspenden auch vor Ort in den Pfarrbüros oder per Umschlag in den Gottesdienst-Kollekten abgegeben werden.

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news-19655 Tue, 04 Jan 2022 14:43:46 +0100 Nikolaus-Groß-Abendgymnasium wird Weiterbildungskolleg https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/nikolaus-gross-abendgymnasium-wird-weiterbildungskolleg Bischöfliche Schule übernimmt Studierende des Essener Ruhr- und des Oberhausener Niederrhein-Kollegs. Künftig können an der Essener Schule auch nicht berufstätige Erwachsene ein Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg machen. Deutschlandweit größtes Weiterbildungskolleg in kirchlicher Trägerschaft. Ein neuer Name, mehr Studierende und eine weitere Ruhrgebiets-Perspektive auf dem Zweiten Bildungsweg: Im Rahmen der neuen Partnerschaft mit der Stadt Essen erweitert das Ruhrbistum das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium um den Bildungsgang des Essener Ruhr-Kollegs. Und wenn im kommenden Jahr – wie von der NRW-Landesregierung beschlossen – das Oberhausener Niederrhein-Kolleg schließt, steht die Bischöfliche Schule am Rande der Essener City auch Studierenden aus der Nachbarstadt offen. Bereits jetzt ist das 1959 gegründete Abendgymnasium mit rund 380 Studierenden das deutschlandweit größte Weiterbildungskolleg in kirchlicher Trägerschaft. Mit der Erweiterung vom Abendgymnasium zum Nikolaus-Groß-Weiterbildungskolleg ab dem 1. Februar wird der zentrale Standort für den Zweiten Bildungsweg im Ruhrgebiet über 400 Studierende betreuen und die einzige Essener Schule sein, die ein Abi auf dem Zweiten Bildungsweg ermöglicht.

Abendgymnasium oder Kollegschiene?

Künftig stehen neue Studierende vor der Frage, ob sie in der Schule an der Franziskanerstraße das Abendgymnasium oder die Kollegschiene besuchen. Ziel ist bei beiden Ausbildungswegen das Abitur, doch vor allem die Aufnahmevoraussetzungen unterschieden sich: Am Abendgymnasium – das seinen Unterricht für Studierende im Schichtdienst auch vormittags anbietet – werden Menschen aufgenommen, die aktuell berufstätig sind. Mit Blick auf die Arbeitsbelastung durch ihren Beruf haben sie nur 20 Wochenstunden Unterricht. Die staatliche Studierenden-Unterstützung (Bafög) gibt es für sie frühestens ab dem vierten Semester. Das ist in der neuen Kollegschiene anders: Hier können sich auch Menschen, die derzeit nicht berufstätig sind, einschreiben. Bafög kann es für sie bereits ab dem ersten Semester geben. Studierende im Kollegbereich haben 30 Wochenstunden Unterricht – zum Teil in eigenen Kursen und zum Teil gemeinsam mit den Kommilitoninnen und Kommilitonen des Abendgymnasiums. In beiden Bereichen ist das Mindestalter 18 Jahre.

Angebot richtet sich an Studierende aus dem gesamten Ruhrgebiet

„Zunächst stellt das Nikolaus-Groß-Weiterbildungskolleg die Schullaufbahn der Studierenden aus Essen und Oberhausen sicher“, sagt Schulleiter Jochen Suthe. Darüber hinaus schaffe die Bischöfliche Schule durch die neue Kollegschiene die Möglichkeit, dass alle Menschen, die im Ruhrgebiet auf dem Zweiten Bildungsweg ihr Abitur ablegen wollen, dies auch in Zukunft mit kurzen Anfahrtswegen können. „Gerade in einer Region wie dem Ruhrgebiet bedeutet Strukturwandel auch, dass die Menschen in die eigene Bildung investieren müssen“, betont Eva Lingen, Dezernentin für Schule und Hochschule im Bistum Essen. „Das Nikolaus-Groß-Weiterbildungskolleg wird seinen Studierenden eine höhere gesellschaftliche Teilhabe durch Bildung ermöglichen und wir freuen uns ausdrücklich, dass mit der Übernahme beider Bildungsgänge den verschiedenen Lebenssituationen der Menschen an diesem Standort Rechnung getragen werden kann.“

Neue Partnerschaft zwischen Bistum und Stadt Essen

Im Dezember haben das Ruhrbistum und die Stadt Essen eine intensive Partnerschaft im Bereich der Schulen vereinbart. Ein zentraler Punkt dieser Vereinbarung betrifft das Nikolaus-Groß-Weiterbildungskolleg, da das Bistum für die nächsten Jahre sicherstellt, dass der Bildungsgang des Ruhr-Kollegs weiterhin am Standort Essen angeboten wird.

Aus Sicht der Schule ist die Ergänzung des Abendgymnasiums durch den Kollegbereich die größte Umstrukturierung in ihrer über 60-jährigen Geschichte, erläutert Suthe: „Unser Kollegium aus 23 Lehrerinnen und Lehrern stellt sich aktuell der Herausforderung, die gewaltigen Änderungen für die Schule vorzubereiten, und ich freue mich, mit welch großem Enthusiasmus die Kolleginnen und Kollegen bei der Sache sind.“ Er sei überzeugt, „dass wir durch unser breites Angebot jedem Studierenden die Möglichkeit bieten können, nach den individuellen Bedürfnissen die Ausbildung abzuschließen“, so der Schulleiter.

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news-19654 Tue, 04 Jan 2022 10:40:59 +0100 Diakon Karl-Heinz Maria Gitzelmann verstorben https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/diakon-karl-heinz-maria-gitzelmann-verstorben Im Alter von 78 Jahren ist Diakon Karl-Heinz Maria Gitzelmann verstorben Im Alter von 78 Jahren ist am 01. Januar 2022 Diakon Karl-Heinz Maria Gitzelmann verstorben.

Der Verstorbene, der mit seiner Frau in Essen gelebt hat, wurde am 13. Dezember 1943 geboren und am 26. Januar 1990 zum Diakon geweiht. Nach seiner Weihe wurde Diakon Gitzelmann als Diakon mit Zivilberuf an der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit in Essen-Steele-Eiberg eingesetzt. Sein Gesundheitszustand machte es erforderlich, ihn zum 31. Juli 1996 von seinem diakonalen Dienst zu entpflichten.

Diakon Gitzelmann war jedoch weiter viele Jahre, im Rahmen seiner zeitlichen und gesundheitlichen Möglichkeiten, in seiner Wohnortgemeinde St. Joseph in Essen-Kray-Leithe in vielen Bereichen diakonisch tätig. Die Begegnung mit den Menschen in der Gemeinde war ihm wichtig. Er hatte stets ein offenes Ohr für deren Anliegen und Sorgen.

Im Hauptberuf war Diakon Gitzelmann mit großem Engagement und Freude als Lehrer für Kath. Religionslehre und Physik an einer Hauptschule in Duisburg tätig. Auf diese Weise konnte er seinen Hauptberuf und seinen diakonalen Dienst  gut miteinander verbinden.

Die Totenvesper wird am Freitag, 7. Januar 2022 um 18:00 Uhr in der St.-Joseph-Kirche, Korumhöhe 21 in 45307 Essen-Kray-Leithe gebetet.

Das Auferstehungsamt wird gefeiert am Samstag, 8. Januar 2022 um 9:00 Uhr, ebenfalls in der St.-Joseph-Kirche. Im Anschluss erfolgt die Beisetzung auf dem Städt. Friedhof in Essen-Kray, Friedenstraße 18. Mitbrüder, die am Begräbnisamt teilnehmen, werden gebeten, Chorkleidung zu tragen. Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es nur eine begrenzte Platzkapazität in der Kirche; außerdem besteht Maskenpflicht. Bitte beachten Sie die 3-G-Regel und bringen Sie den entsprechenden aktuellen Nachweis mit.

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news-19653 Sat, 01 Jan 2022 17:30:00 +0100 Bischof Overbeck wirbt für Kulturwandel als Ausweg aus der „doppelten Klimakrise“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-wirbt-fuer-kulturwandel-als-ausweg-aus-der-doppelten-klimakrise Angesichts der ökologischen und der gesellschaftlichen Klimakrise könne es keine einfachen Antworten geben, so der Ruhrbischof in seiner Neujahrspredigt. Statt Polarisierungen brauche es „den geduldigen Dialog, der gegenseitiges Verstehen ermöglicht, damit dieses in eine neue Welt hineinführt“. Eine „doppelte Klimakrise“ hat Bischof Franz-Josef Overbeck in den Fokus seiner Neujahrspredigt 2022 gestellt. Neben der Krise des ökologischen Klimas gebe es auch eine Krise des gesellschaftlichen Klimas. „Angesichts dieses Klimawandels braucht es einen Kulturwandel“, sagte der Ruhrbischof am Neujahrsabend im Essener Dom. Es gehe darum, „konstruktiv bereit zu sein, einen Wechsel von Perspektiven vorzunehmen, unterschiedliche Sichtweisen zuzulassen, einander verstehen und voneinander lernen zu wollen“. Ziel sei es Wege zu finden, „die von allen gegangen oder zu mindestens mitgetragen werden können“, betonte Overbeck. „Denn es hilft nicht, Krisen zu leugnen. Der Klimawandel ist genauso real wie das Corona-Virus.“ Und so verpflichteten „die unzähligen Opfer des Klimawandels, aber auch der Corona-Pandemie uns ernsthaft, nach Wegen zu suchen, die vernünftig sind und durch die Vernunft von allen erkannt werden können, um diese Krisen zu bewältigen“. 

Christen als mögliche Vorbilder in konstruktiver Konfliktkultur

Overbeck forderte dazu auf, „den zunehmenden Polarisierungen und oft unversöhnlich gegenüberstehenden Meinungen entgegenzutreten“. Jede Krise brauche „den geduldigen Dialog, der gegenseitiges Verstehen ermöglicht, damit dieses in eine neue Welt hineinführt“. Gerade Christen hätten die Chance, mit Blick auf eine konstruktive Konfliktkultur eine Vorbildfunktion einzunehmen, so Overbeck. Schließlich lebten Christen aus der Verheißung, dass Gott alle Wege mitgehe. „Die Kraft für vieles, was uns aufgegeben ist, kann nicht aus uns selbst kommen, sondern kommt von dem Gott, auf den wir setzen. Wenn wir so auf Gott schauen, dann kann eine Kultur unter uns wachsen, mit der wir Konflikte konstruktiv leben und austragen können.“

Die Predigt von Bischof Overbeck im Wortlaut (pdf)

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news-19652 Wed, 29 Dec 2021 13:29:39 +0100 Sternsinger bieten „Segen to Go“ und bringen „Segensbriefe“ nach Hause https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/sternsinger-bieten-segen-to-go-und-bringen-segensbriefe-nach-hause Trotz Einschränkungen durch die Coronapandemie sind nach dem Jahreswechsel in den Pfarreien des Bistums Essen wieder hunderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit vielen kreativen Ideen unterwegs. Sie bringen den Menschen den Neujahrssegen und bitten um Spenden für Kinder in Not. „Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit.“ Unter diesem Motto startet nach dem Jahreswechsel in den Pfarreien des Bistums Essen die Aktion Dreikönigssingen 2022. Gekleidet als Heilige drei König, die einem Stern folgten, um das Jesus-Kind in der Krippe zu besuchen, ziehen dann wieder hunderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Ruhrgebiet und dem Märkischen Sauerland durch die Straßen, um den Menschen Gottes Segen für das neue Jahr zu wünschen und Geld für Kinder in Not zu sammeln.

Inhaltlich dreht sich das Gesundheits-Motto dabei um weit mehr als Corona – im Fokus der Aktion steht in diesem Jahr eine gute medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten, zum Beispiel im Südsudan und anderen Ländern Afrikas. Und doch bestimmen die Folgen der Pandemie auch im zweiten Corona-Jahr maßgeblich die weltgrößte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Viele Gemeinden haben die traditionellen Hausbesuche erneut abgesagt und bieten stattdessen an zentralen Orten in der Nachbarschaft – zum Beispiel vor Geschäften oder in Kirchen – „Segen to go“ an: Wer mag, kann sich dort einen Aufkleber mit dem Haussegen „20*C+M+B+22“ mitnehmen und sich daheim selbst über die Tür kleben. „C+M+B“ steht dabei für den jahrhundertealten lateinischen Sternsingersegen „Christus mansionem benedikat“: Christus segne dieses Haus. Wo es die Segensaufkleber gibt, kann auch direkt für die Sternsingeraktion gespendet werden.

Sternsinger laden zu "Segens-Drive-Ins" und verteilen „Segensbriefe“ 

Andere Gemeinden verteilen den Haussegen zusammen mit Informationen über die Aktion und der Bitte um Spenden als „Segensbriefe“ in den Briefkästen und setzen so auf eine kontaktlose Übermittlung der guten Neujahrswünsche in die eine und der dringend benötigten Hilfsgelder in die andere Richtung. Neben der klassischen Banküberweisung und Spendendosen sammeln die Sternsingerinnen und Sternsinger ihre Spenden auch auf digitalem Weg.

Wo Sternsingerinnen und Sternsinger in den kommenden Tagen durch die Straßen ziehen, sind besondere Hygienemaßnahmen Pflicht. So werden sich die Kinder und Jugendlichen in der Regel nur vor den Türen der Häuser aufhalten. Einige Gemeinden setzen zum Beispiel auf Kescher oder haben ihre Spendendosen anderweitig an langen Stielen befestigt, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Zudem bitten viele Gemeinden um Vorab-Anmeldungen der Haushalte, die einen Sternsingerbesuch wünschen. Nach guten Erfahrungen im vergangenen Januar setzen zwei Bochumer Gemeinden außerdem erneut auf „Segens-Drive-Ins“: Am Samstag, 8. Januar, kann man sich den Sternsingersegen ab 10 Uhr in den Stadtteilen Laer (vor der Fronleichnamkirche, Alte Wittener Str. 23, bis 14 Uhr) und Ehrenfeld (Parkplatz Pieperstraße 14, bis 16 Uhr) auch ins Auto oder aufs Fahrrad reichen lassen.

„Lasst uns die Welt verändern – Gemeinsam geht’s!“

„Lasst uns die Welt verändern – Gemeinsam geht’s!“, haben das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) angesichts der vielfältigen Aktivitäten die gemeinsam getragenen Aktion Dreikönigssingen in Corona-Zeiten überschrieben. Wie konkret die Sternsingeraktion vor Ort verläuft, erläutern die meisten Pfarreien und Gemeinden auf ihren jeweiligen Internetseiten. Zudem haben sie mit der Aktion in diesem Jahr länger Zeit: Endet die Sternsingerzeit in der Regel am Wochenende nach dem Dreikönigstag am 6. Januar, kann in diesem Jahr bis zum 2. Februar gesammelt werden. 

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news-19651 Wed, 29 Dec 2021 10:06:15 +0100 Namen und Daten | 29.12.2021 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-29122021 Werner Plantzen, Michael Kemper, Myriam Gerling, Kai Reinhold, Stefan Ottersbach Werner Plantzen, Propst und Pfarrer der Propsteipfarrei St. Gertrud von Brabant in Bochum-Wattenscheid, wurde auf eigenen Wunsch zum 31. Dezember 2021 von seinem Amt als Pfarrer entpflichtet. Zum 1. Januar 2022 hat Bischof Franz-Josef Overbeck Plantzen zum Pastor für die Wattenscheider Pfarrei ernannt.

Michael Kemper, Stadtdechant in Bochum, wurde von Bischof Overbeck zum 1. Januar 2022 zum Pfarradministrator der Pfarrei St. Gertrud von Brabant ernannt. Zudem bleibt er Pastor in der Bochumer Pfarrei Liebfrauen und engagiert sich weiter in der Bochumer Projektwerkstatt Citypastoral.

Myriam Gerling, Gemeindereferentin in der Essen-Steeler Pfarrei St. Laurentius und Krankenhausseelsorgerin am Steeler Alfried Krupp Krankenhaus, erhöht zum 1. Februar ihren Beschäftigungsumfang von 50 auf 75 Prozent.

Kai Reinhold, Domkapitular und Leiter des Personaldezernats für das pastorale Personal im Bistum Essen, wird zum 31. Januar 2022 von seiner Ernennung als rector ecclesiae (Kirchenrektor) der Seminarkirche, der Franziskuskapelle und der Marienkapelle im Essener Kardinal-Hengsbach-Haus entpflichtet. Das Tagungs- und Exerzitienhaus des Bistums ist 2021 geschlossen worden. Bereits zum 1. Januar 2022 ernennt Bischof Overbeck Reinhold zum rector ecclesiae der Kirche am Elisabeth-Krankenhaus in Essen-Huttrop.

Stefan Ottersbach, Domvikar und Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), wird zum 1. Februar, zusätzlich als Subsidiar in der neugegründeten Pfarrei Hl. Cosmas und Damian tätig.

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news-19650 Wed, 29 Dec 2021 09:20:32 +0100 Bischof Overbeck feiert am Dreikönigstag Messe im Essener Dom https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-feiert-am-dreikoenigstag-messe-im-essener-dom Das Hochfest Erscheinung des Herrn eröffnet auch das „Ewige Gebet“ im Bistum Essen. Am Donnerstag, 6. Januar, feiert die katholische Kirche das Hochfest Erscheinung des Herrn, das auch als Fest der Heiligen Drei Könige bekannt ist. Sie erinnert an diesem Tag an die „Sterndeuter aus dem Osten“, die – so berichtet es das Matthäus-Evangelium – einem Stern gefolgt waren, um das neugeborene Jesus-Kind zu sehen. Zu diesem Fest feiert Bischof Franz-Josef Overbeck um 19 Uhr einen feierlichen Abendgottesdienst im Essener Dom, in dem die Choralschola der Essener Domsingknaben die gregorianischen Messgesänge zum Festtag singt.

Zugleich ist der Dreikönigstag im Bistum Essen der traditionelle Start einer neuen Reihe des „Ewigen Gebets“. Beginnend mit dem Essener Dom gestaltet jede Pfarrei im Ruhrbistum eine Woche im Jahr mit besonderen Gebetsstunden und Gottesdiensten im Sinne dieses immerwährenden und das Bistum verbindenden Gebets. Dompropst Thomas Zander eröffnet das „Ewige Gebet“ um 10 Uhr mit einem Festhochamt im Dom. Anschließend besteht bis zum Nachmittag die Möglichkeit, in der Anbetungskirche an dieser alten Gebetstradition der Kirche teilzuhaben. Um 17 Uhr feiert Domkapitular Michael Dörnemann dort dann eine musikalisch gestaltete Vesper, in der Harald Martini, der Leiter der Domsingknaben, die Kantorengesänge übernimmt.

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news-19640 Sun, 26 Dec 2021 11:00:00 +0100 Weihbischof Zimmermann: „Generationengerechtigkeit ist keine Einbahnstraße“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/weihbischof-zimmermann-generationengerechtigkeit-ist-keine-einbahnstrasse In seiner Predigt am zweiten Weihnachtsfeiertag stellt Weihbischof Zimmermann das vierte Gebot und seine Bedeutung für den modernen Familien- und Generationenalltag in den Fokus. Am 26. Dezember, dem zweiten Weihnachtsfeiertag, steht in diesem Jahr nicht das Fest des Heiligen Stephanus, sondern das „Fest der Heiligen Familie“ im Fokus. Zu Beginn seiner Predigt setzt Weihbischof Wilhelm Zimmermann das vierte Gebot „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren“ in Bezug zu Medien-Schlagzeilen der vergangenen Wochen, die dazu aufgerufen hätten, Kindern und Jugendlichen als größte Leidträger der Pandemie mehr Respekt zu zollen.

„Bei aller verständlichen Klage und nachweislich gesundheitlichen Folgen, berührt solch ein Aufruf aber auch den Bereich der Generationengerechtigkeit, der in Politik und Gesellschaft immer wieder aktuell diskutiert wird“, so Zimmermann. Bereits Jesus Sirach aus dem Alten Testament habe das vierte Gebot als entscheidendes Fundament der Gesellschaft bezeugt, indem er die Beziehung zu den Eltern in direkte Verbindung mit der Beziehung zu Gott gesetzt habe. Damals sei das Leben und Überleben aufgrund von geringerer Lebenserwartung und fehlenden Sicherheiten wie Staatsfürsorge und Rente eine Frage der Generationengerechtigkeit gewesen: Eltern kümmerten sich um die Kinder und die Kinder später um die Eltern.

„Für Jesus Sirach ist damit das vierte Gebot nicht nur Ausdruck und Aufforderung zu einem sozialen und caritativen Verhalten, sondern Glaube, der zur realen Handlung wird“, sagt Weihbischof Zimmermann. Heute allerdings beträfen die Menschen ganz andere Lebensumstände. Gegebenheiten und Traditionen, in die man hineingeboren wird, würden nicht mehr so einfach akzeptiert. „Die sogenannte Globalisierung lässt die Menschen einerseits näher zusammenrücken, schafft aber auch immer mehr die Möglichkeit, sein Leben in der Welt zu verbringen“, so Zimmermann, „nicht zuletzt erleben wir durch die gestiegene Lebenserwartung, die uns alle freuen kann, aber auch die Möglichkeit der Vereinsamung des einzelnen.“

Auch in einer heutigen Leistungsgesellschaft bleibe der Grundgedanke Jesus Sirachs bestehen, dass diejenigen, die keine Leistung mehr erbringen können, nicht ausgegrenzt werden dürfen. Vor allem die Corona-Pandemie habe das Verlangen nach Zusammenhalt gezeigt. Laut Zimmermann ist unbestritten, dass die Familie in all ihren Facetten zum Fundament der Gesellschaft gehört. „Hier fördernd und stützend einzugreifen gehört auch zu einer umfassend verstandenen Generationengerechtigkeit, die keine Einbahnstraße ist und gehört zu den Aufgaben von Politik, Kirche und anderer relevanten Gruppen der Gesellschaft.“

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news-19643 Sat, 25 Dec 2021 11:12:00 +0100 Weihbischof Schepers: Nicht auf Heilsbringer warten – selbst handeln https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/weihbischof-schepers-nicht-auf-heilsbringer-warten-selbst-handeln In seiner Predigt am ersten Weihnachtstag ruft der Essener Weihbischof dazu auf, sich in den gegenwärtigen Krisen von Angela Merkels "Wir schaffen das“ motivieren zu lassen. Keine „Heilsbringer“, Forscher, Ärztinnen oder der Gesundheitsminister werden die Herausforderungen der Gegenwart bewältigen, wenn nicht auch die Christinnen und Christen die Aufforderung des Weihnachtsfestes annehmen, selbst Heil zu bringen. Dazu ruft der Essener Weihbischof Ludger Schepers am ersten Weihnachtstag in seiner Predigt im Essener Dom auf. „Nicht nur Mystik, sondern Politik und Handeln“, so versteht Schepers die Weihnachtsbotschaft. „So ausgestattet können wir die Herausforderungen der Gegenwart annehmen: die Aufgaben in der Pandemie, die Nöte der Flüchtlinge, die Bewahrung der Schöpfung, die vielen kleinen Dienste, die in unserem persönlichen Umfeld Tag für Tag von uns erwartet werden – oder die wir schenken möchten und können.“

Der Glaube an die Menschwerdung Gottes sei ein leidenschaftliches Ja zum Leben, zur Schöpfung, zur Welt, so Schepers: „Ich bin fest überzeugt: Das Wort von Angela Merkel ‚Wir schaffen das!‘ kann Motivation sein und unser Handeln prägen.“

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news-19649 Fri, 24 Dec 2021 22:00:00 +0100 Overbeck: Unsichere Zeiten sind gefährliche Zeiten https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/overbeck-unsichere-zeiten-sind-gefaehrliche-zeiten Angesichts unsicherer Zeiten sieht Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck in seiner Weihnachtspredigt die Gefahren falscher Gewissheiten und vermeintlich einfacher Lösungen – aber auch das Potenzial, sich auf Neues einzulassen und die Chance des Anfangs zu nutzen. Das Geschehen an der Krippe „macht Mut, sich in unsicheren Zeiten an den Gott zu halten, der sich in Jesus so menschlich offenbart“. In unsicheren Zeiten ist es für den Essener Bischof Franz-Josef Overbeck besonders wichtig „Mut aufzubringen, nach Schutz zu suchen und sich selbst nicht zu verlieren “ Unsicherheiten bestimmten in diesen Wochen den Alltag und auch die Kirche könne gegenwärtig immer weniger Menschen Halt geben: „Für viele ist der Glaube heute identisch mit oft nicht mehr verstehbaren, manchmal magischen, manchmal aus fernen Zeiten kommenden Formen von Religionsausübung, die den Menschen unserer Tage nicht mehr entsprechen.“

Zeiten der Unsicherheit seien „gefährliche Zeiten, weil manche Menschen scheinbare Sicherheiten oder einfache Lösungen versprechen, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen“, warnt der Ruhrbischof. Unsichere Zeiten seien aber auch „eine Einladung, sich auf Ungewohntes einzulassen und gemeinsam mit anderen die Chance des Anfangs zu nutzen.“

Gott kommt gerade in größter Unsicherheit zu den Menschen

Das Weihnachtsfest zeige, dass Gott gerade in Zeiten größter Unsicherheit zu den Menschen kommt und Hoffnung schenkt: „Maria kann Jesus nicht in gesicherten Verhältnissen, sondern nur in einem ungeschützten und zugigen Stall zur Welt bringen“. Und die Hirten fänden später Sicherheit „erstaunlicherweise in einem Kind“, das eigentlich das Zeichen des Unsicheren par excellence sei, so Overbeck. Gerade diese so „ungesicherte“ Gesellschaft an der Krippe „macht Mut, sich in unsicheren Zeiten an den Gott zu halten, der sich in Jesus so menschlich offenbart“. Christen bezeugten an Weihnachten: „Gott hat all diese Unsicherheit und diese Schutzlosigkeit angenommen, um uns Menschen neu zu uns selbst zu führen.“

Overbeck wirbt in seiner Predigt für einen „Perspektivwechsel“ angesichts der unsicheren Zeiten, die zu vielen Schwächen führen. Es gehe darum, „in diesen Schwächen neu unsere Stärke zu entdecken, die sich zeigt in einem Leben, das Gerechtigkeit üben will für die Schwachen und Verlorenen, das Solidarität übt für die, die unsolidarisch aus allen Netzen der Hilfe fallen, das selbstlose Nächstenliebe umsetzt, weil die Not der anderen ans Herz geht“.

Overbeck sieht „eine Zeit der Einfachheit gekommen“

Angesichts der Unsicherheiten und der Komplexität der Welt sieht der Ruhrbischof „eine Zeit der Einfachheit gekommen“. Eine Zeit, „in der jenseits von Simplizität und Beschränktheit, jenseits von Unterkomplexität und Ideologisierung die Einladung an uns ergeht, in unserem Herzen, in unserem Denken und in unserem Tun jene Einfachheit neu zu entdecken, die uns das Weihnachtsevangelium lehrt“. Overbeck verweist auf die Hirten in der Weihnachtsgeschichte, die durch den Besuch an der Krippe von großer Freude erfüllt werden. „Der Weg von Unsicherheit zur Freude mag weit sein, aber er führt uns Christen über Jesus und seine Einfachheit, die uns stark macht.“ Dies sei die Stärke aller, die Weihnachten feiern, sagt Overbeck.

Die Predigt von Bischof Overbeck im Wortlaut (pdf):

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news-19646 Wed, 22 Dec 2021 15:12:31 +0100 „All we love about Christmas“: Ein neuer Weihnachts-Popsong vom Schulzentrum am Stoppenberg https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/all-we-love-about-christmas-ein-neuer-weihnachts-popsong-vom-schulzentrum-am-stoppenberg Als „Orange Blossom Project“ haben 20 Schüler und Lehrer des Bischöflichen Schulzentrums in Essen zusammen mit Schul-Sozialarbeiter Holger Sieg auch in diesem Jahr wieder einen professionellen Popsong zum Weihnachtsfest produziert. ABBA haben sie hinter sich gelassen und auch die kanadische Rocksängerin Avril Lavigne musste sich geschlagen geben: Mit ihrem aktuellen Weihnachtshit „All we love about Christmas“ hat das „Orange Blossom Project“ des Bischöflichen Schulzentrums am Essener Stoppenberg in den Vorweihnachts-„Ruhrcharts“ der Lokalradios im Ruhrgebiet einen stolzen 5. Platz geholt. Das freut vor allem Schulsozialarbeiter Holger Sieg, der mit Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften der Sekundarschule und des Gymnasiums bereits zum siebten Mal einen professionellen Weihnachts-Popsong produziert – und damit offenbar den Nerv des Publikums getroffen hat.

„Technologie ist nur ein armer Ersatz für echte Begegnungen“

Inhaltlich geht’s in dem Gute-Laune-Stück um das, worauf sich viele nach bald zwei Jahren Coronapandemie zu Weihnachten so sehr freuen – und was doch auch in den kommenden Tagen nicht einfach werden wird: „Back, back, back together again“, heißt es im Kehrvers: Einfach endlich wieder zusammen sein. Und dann Hoffnung und Freude feiern: „All we love about Christmas time“, all dass, was wir an Weihnachten lieben. „In diesem Jahr haben wir alle Erfahrungen von Lockdown, Einsamkeit und Isolation gemacht“, sagt Sieg. „Und gleichzeitig haben wir gemerkt, dass uns die Technologie zwar irgendwie retten kann, sie aber nur ein sehr armer Ersatz für echte Begegnungen und Zusammensein ist.“ „We are belonging by design“, zitiert Sieg aus einer Strophe: „Dass wir zusammen gehören, ist zutiefst in uns angelegt.“

Zerrissenheit und Spaltung in der Gesellschaft heilen

Neben der persönlichen Ebene, dem Zusammensein mit Familie und Freunden, habe „Back together again“ aber auch eine gesellschaftliche Perspektive, betont Sieg. In einem „zutiefst gespaltenen Land“ verweise die Zeile auf die Hoffnung und den Wunsch, Zerrissenheit und Spaltung zu heilen.

20 Kinder, Jugendliche, Männer und Frauen umfasst das „Orange Blossom Project“ in diesem Jahr. Chor, Musiker und Technik im Hintergrund, die den von Holger Sieg und Garold Andersen erdachten und gemeinsam mit dem Musikproduzenten Patrick Penot produzierten Song nur in einem ganz kleinen Corona-Zeitfenster aufnehmen konnten: „Irgendwann im Herbst war es mal kurz erlaubt, dass Chöre auch ohne Maske singen durften“, berichtet Sieg. Damals entstanden nicht nur die Tonaufnahmen, sondern auch ein paar Clips als Basis für das Video, dass das „Orange Blossom Project“ traditionell parallel veröffentlicht. So gibt es den Popsong nicht nur im Radio, sondern auch auf Smartphones oder Laptops – und natürlich auf den beliebten CD-Grußkarten, die Sieg über die Schule verkauft, um damit das Weihnachtslied im nächsten Jahr zu finanzieren. Fast wäre das Schulprojekt hier auch ein Opfer der Corona-Lieferengpässe geworden. Aber dann kamen die CDs doch noch in der letzten Schulwoche vor den Ferien – und sind fast ausverkauft. Wenn alles klappt, darf sich die Fangemeinde des „Orange Blossom Project“ also auch 2022 auf einen neuen Weihnachts-Popsong vom Stoppenberg freuen.

Das Video:

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news-19645 Tue, 21 Dec 2021 14:56:41 +0100 Pastor Jürgen Goerdt verstorben https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/pastor-juergen-goerdt-verstorben Im Alter von 91 Jahren ist Pastor Jürgen Goerdt verstorben Am 18. Dezember ist im Alter von 91 Jahren ist Pastor Jürgen Goerdt verstorben.

Der Verstorbene, der in Essen gewohnt hat, wurde am 4. Juli 1930 in Bochum geboren und am 21. Dezember 1956 in Magdeburg zum Priester geweiht. Nach seiner Weihe wurde Jürgen Goerdt zunächst als Vikar in der ehemaligen DDR, in Aschersleben, Bitterfeld, Magdeburg und Zerbst, eingesetzt. Von 1972 bis 1976 war er als Pfarrer der Pfarrei St. Jakobus in Loburg (Sachsen-Anhalt) ernannt.

Nach einem kurzen Aufenthalt im Erzbistum Paderborn kam er im Jahr 1977 in das Ruhrbistum Essen. Hier übernahm er als Pastor seelsorgliche Aufgaben in der Pfarrei St. Marien in Gladbeck. Im Jahr 1980 wurde Jürgen Goerdt in das Bistum Essen inkardiniert. Im Mai 1981 ernannte ihn der Bischof von Essen als Pfarrer der Pfarrei Hl. Kreuz in Gelsenkirchen-Ückendorf. Von Oktober 1983 an übernahm er zusätzlich die Aufgabe als Studentenseelsorger an der Fachhochschule in Bochum, Abteilung Gelsenkirchen. Im Juni 1985 wurde er Pfarrer der Pfarrei St. Josef in Essen-Kupferdreh. Zusätzlich übernahm Jürgen Goerdt von 1995 bis 1997 die Aufgabe des Pfarradministrators für die seinerzeitige Pfarrei St. Mariä Geburt in Essen-Kupferdreh-Dilldorf. Mit dem Beginn des Jahres 1999 trat er in den Ruhestand.

Jürgen Goerdt war mehr als sechs Jahrzehnte Priester und hat in seinem Dienst wechselvolle Zeiten in Kirche und Gesellschaft erlebt. In den ihm anvertrauten Pfarrgemeinden war er bei den Menschen als Seelsorger geschätzt.

Das Requiem wird gefeiert am Montag, 27.12.2021, um 10:00 Uhr in der Kirche St. Mariä Geburt, Dilldorfer Str. 34 in 45257 Essen. Anschließend erfolgt die Beisetzung auf dem Kath. Friedhof Kupferdreh, An den Friedhöfen in 45257 Essen. Mitbrüder, die am Begräbnisamt teilnehmen, werden gebeten, Chorkleidung zu tragen. Die ordnungsbehördlichen Bestimmungen zur Corona-Pandemie sind unbedingt zu beachten.

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news-19644 Tue, 21 Dec 2021 14:20:04 +0100 Bischöfe bitten um Spenden für Adveniat https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischoefe-bitten-um-spenden-fuer-adveniat Infolge der Corona-Pandemie sind Mittel- und Südamerika sowie die Karibik auf die Weltkarte des Hungers zurückgekehrt. Die deutschen Bischöfe rufen deshalb eindringlich dazu auf, die bundesweite Adveniat-Weihnachtsaktion „ÜberLeben in der Stadt“ großzügig zu unterstützen. Zusammen mit allen anderen deutschen Bischöfen bittet der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck um Spenden für die bundesweite Adveniat-Weihnachtsaktion. Unter dem Motto „ÜberLeben in der Stadt“ rückt das Lateinamerika-Hilfswerk die Sorgen und Nöte der armen Stadtbevölkerung in den Blick. Infolge der Corona-Pandemie sind Länder aus Süd- und Mittelamerika oder der Karibik auf die Weltkarte des Hungers zurückgekehrt. Insbesondere in den Städten ist die Zahl der Menschen, die in Armut leben, extrem gestiegen. Die Bischöfe bitten deshalb in ihrem Aufruf um eine großzügige Spende bei der Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat. Wer aufgrund der Corona Situation in diesem Jahr auf einen Weihnachtsgottesdienst verzichtet oder verzichten muss, kann Adveniat auch mit einer Online-Spende unterstützen.

„Lateinamerika ist die am härtesten von der Corona-Pandemie betroffene Weltregion. Vor allem die Situation der Armen hat sich verschlechtert, viele erleiden große Not“, schreiben die Bischöfe. Die kirchlichen Partner vor Ort seien ein „Zeichen der Hoffnung“. Sie stellten sich dem wachsenden Elend entgegen: „Sie lindern akute Not, schenken Kranken und Trauernden Beistand, schaffen Existenzgrundlagen und kümmern sich um die Schwächsten: Kinder, Jugendliche, Frauen und Familien.“ Seit mehr als 60 Jahren stehe Adveniat an der Seite der wirtschaftlich Ärmsten, betonen die Bischöfe und rufen mit einem eindringlichen Appell zum Spenden auf: „Wir bitten Sie um eine großzügige Spende bei der Adveniat-Weihnachtskollekte. Bleiben Sie den Menschen in Not und Armut verbunden.“

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