Bistum-Essen RSS Feed - https://www.bistum-essen.de de-de Bistum Essen Tue, 28 Sep 2021 17:32:21 +0200 Tue, 28 Sep 2021 17:32:21 +0200 TYPO3 news-19535 Tue, 28 Sep 2021 17:22:33 +0200 „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ geht in die nächste Runde https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/kirche-im-mentoring-frauen-steigen-auf-geht-in-die-naechste-runde Supervisorin Cordula Holte und Bildungswissenschaftlerin Jacque-line Krause wollen sich weiterentwickeln und Führung übernehmen. „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“, das bundesweite Programm zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen in der katholischen Kirche, geht in die nächste Runde. Aus dem Bistum Essen sind aktuell zwei Teilnehmerinnen dabei: Gemeindereferentin Cordula Holte, die derzeit als Referentin für lebensphasenbezogene, zielgruppenorientierte Pastoral und als interne Supervisorin für das Ruhrbistum tätig ist, sowie Jacqueline Krause, Referentin der Geschäftsführung und Qualitätsmanagementbeauftragte der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen.

Führungsposition – fordernd, aber niemals langweilig

„Mir wird schnell langweilig“, begründet Jacqueline Krause ihre Motivation, sich für das Programm zu bewerben. Die 29-jährige hat einen Master in Erziehungswissenschaften, Schwerpunkt Erwachsenenbildung, und will sich auf jeden Fall beruflich und persönlich weiterentwickeln: „Derzeit führe ich fachlich, nicht personell, das kann sich ändern“, sagt Krause. Eine künftige Führungsposition kann sie sich gut vorstellen, weiß aber auch, dass es besondere Kenntnisse braucht, um sich als junge Frau in einem Leitungsjob der katholischen Kirche durchzusetzen.

Cordula Holte (41) hat mit ihren drei Grund- und Vorschulkindern zwar das für heutige Eltern übliche Problem, Familie und Beruf unter einem Hut zu organisieren. „Ich lege aber Wert darauf, mich kontinuierlich weiterzubilden und meine Schlüsselqualifikationen zu stärken“, sagt sie. Holte hat seit ihren ersten Praktikums-Zeiten im Bistum Essen gearbeitet, will für sich weitere Aufgabenbereiche definieren und findet es „spannend“, im Frauen-Mentoring-Projekt bundesweit neue Netzwerke aufzubauen.

Mentoren coachen die Teilnehmerinnen

Das Programm „Kirche im Mentoring“ lebt davon, dass beruflich erfahrene Fach- oder Führungskräfte während der Projektlaufzeit die ihnen zugeordnete Teilnehmerin als „Mentee“ beraten und coachen. Als Mentoren aus dem Bischöflichen Generalvikariat stehen in diesem Programm-Durchlauf Christian Gentges (Abteilungsleitung Kinder, Jugend, junge Erwachsene) für Jacqueline Krause sowie Theresa Kohlmeyer (Abteilungsleitung Glaube, Liturgie, Kultur) für Cordula Holte zur Verfügung. Darüber hinaus nehmen die Teilnehmerinnen aus allen deutschen Diözesen und katholischen Organisationen an gemeinsamen fachlichen Trainings, individuellen Beratungen und auch geistlichen Angeboten teil und haben die Möglichkeit, karriererelevante Netzwerke aufzubauen.

Sieben Frauen haben bislang im Bistum Essen teilgenommen

Bislang haben seit 2016 aus dem Bistum Essen sieben Frauen am Mentoring-Programm teilgenommen. Obwohl das Programm natürlich keine Zusicherung auf eine künftige Leitungsposition garantieren kann, haben mehrere bisherige Teilnehmerinnen im Bistum Essen den Sprung in Führung geschafft.

Insgesamt haben bislang 124 „Tandems“, bestehend aus Mentoren und Mentees, das katholische Frauenförderungsprogramm absolviert. Am jetzt startenden Mentoringjahr nehmen 37 Tandems teil. Sie kommen aus zwölf deutschen Diözesen, Caritasverbänden und international tätigen katholischen Hilfsorganisationen der deutschen Kirche.

 „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“, das Programm zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen in der katholischen Kirche, wird vom Hildegards-Verein in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz für die (Erz-)Bistümer durchgeführt. Die Förderung durch das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken erleichtert Bistümern in der Diaspora die Teilnahme. Das weltweit bislang einzigartige Mentoring-Programm zielt darauf, dass der Frauenanteil in den Führungspositionen der deutschen Diözesen auf ein Drittel und mehr steigt. Es will darüber hinaus zu einer geschlechtergerechten Personal- und Organisationsentwicklung beitragen, für den Arbeitsplatz Kirche werben und eine nachhaltige Nachwuchssicherung ermöglichen.

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news-19534 Tue, 28 Sep 2021 12:34:19 +0200 Vom Trauteam über den Pilgerweg bis zum Gründerbüro https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/vom-trauteam-ueber-den-pilgerweg-bis-zum-gruenderbuero Sechs Jahre nach ihrem Start sind die Zukunftsbild-Projekte des Bistums erfolgreich abgeschlossen worden. Die bislang zeitlich befristeten Angebote werden nun in verschiedenen Bistumsabteilungen weitergeführt – und in vielen Fällen ausgebaut. Es geht um berührende Momente am Lebensanfang und um einen würdigen Abschied an dessen Ende. Es geht um bewegende Hochzeiten, Musik, die zu Herzen geht, und um Naturerlebnisse zwischen Himmel und Erde … – „eben um diese ganz sensiblen Momente, in denen die Menschen sagen: Ja, diesen Gott, den gibt es wirklich!“, sagt Markus Etscheid-Stams. Mehrere Jahre lang haben dutzende hauptberuflich und ehrenamtlich Beschäftigte im Bistum Essen in Projektgruppen an diesen Themen gearbeitet und Angebote entworfen und weiterentwickelt, um als Kirche gerade Menschen in besonderen Lebenssituationen mit einem passenden und für sie hilfreichen Angebot zur Seite zu stehen. Nach insgesamt sechs Jahren wurden diese Zukunftsbild-Projekte nun zwar als zeitlich befristete Projekte offiziell beendet – „aber die Themen und Angebote gehen weiter“, betont der Leiter des Stabsbereichs Strategie und Entwicklung im Bistum Essen. Organisatorisch sind sie nun nicht mehr Teil von Projekten, sondern in die Arbeitsbereiche des Pastoraldezernats unter der Leitung von Dezernent Michael Dörnemann und anderer Abteilungen im Generalvikariat integriert. „So können wir bei vielen Themen die Angebote jetzt sogar noch ausdehnen“.

Bilder aus einigen Zukunftsbild-Projekten

Das „Trauteam“ und „Segensfeiern für Babys"

Die „Segensfeiern für Babys“ zum Beispiel sollen – nach zuletzt einigen coronabedingten Pausen – künftig nicht nur häufiger und an mehr Orten stattfinden, „vielleicht können wir diese auch noch für andere Anlässe weiterentwickeln“, so Etscheid-Stams. Schon in den vergangenen Jahren wurden die Feiern durch Gottesdienste für Paare in der Schwangerschaft ergänzt. Ähnlich sieht es beim „Trauteam“ des Bistums aus, das auch künftig ansprechbar für alle Paare ist, die gern kirchlich heiraten möchten, aber nicht genau wissen, wie. „Hier diskutieren wir, wie wir künftig Liebesbeziehungen segnen, die nicht kirchlich heiraten können oder wollen.“ Und das Team des ehrenamtlichen Beerdigungsdienstes – bisher ebenfalls ein Zukunftsbildprojekt und bereits in vielen Pfarreien des Ruhrbistums im Einsatz – soll künftig weiter für eine Vernetzung und Betreuung der Ehrenamtlichen sorgen und das Angebot durch mehr Kurse weiter ausbauen.

Zwischen großen Lebenswenden und dem praktischen Alltag

Doch bei den Zukunftsbild-Projekten geht es nicht nur um große Feste an den Wendepunkten des Lebens, sondern auch um Alltag. Zum Beispiel um Sozialpastorale Zentren wie den Stadtteilladen in Gelsenkirchen-Bismarck, das „K4“ in Gladbeck oder das Stadtteilzentrum „kreuz + quer“ in Essen-Altendorf: Getragen von Pfarreien oder anderen kirchlichen Einrichtungen engagieren sich diese Zentren an vielen Orten des Ruhrgebiets gemeinsam mit den Nachbarinnen und Nachbarn für eine Verbesserung der Lebensverhältnisse. Oder das Angebot „Glaubens- und Lebensort Kita“, bei dem es unter dem Dach des Kita-Zweckverbands darum geht, Kitas als Ort der Seelsorge wahrzunehmen und nicht nur die rund 17.000 betreuten Kinder, sondern auch deren Eltern und die Kita-Teams mit Glaubens-Themen in Berührung zu bringen – schließlich melden viele Eltern ihre Kindern gerade deshalb in einer katholischen Kita an.

Weitere Themen der ehemaligen Zukunftsbildprojekte sind zum Beispiel die Pilgerwege im Ruhrbistum, die Menschen einladen in der Natur des Ruhrbistums erholsame und vielleicht auch spirituelle Erfahrungen zu machen, oder das Gründerbüro, das haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ruhrbistum dabei unterstützt neue Ideen für die Kirche umzusetzen.

Aufwändige Projektstruktur war sinnvoll und erfolgreich

Warum brauchte es für diese vielen Themen diese aufwändige Projektstruktur, gesteuert von Markus Etscheid-Stams, Pastoraldezernent Michael Dörnemann, der Religionspädagogin Katharina Topalovic vom KiTa Zweckverband und Ingeborg Klein aus dem Dezernat für das pastorale Personal? „Gerade durch die vielen Sichtweisen in den Projektgruppen, durch Teams mit unterschiedlichsten Mitarbeitenden aus den verschiedenen Regionen unseres Bistums sind viele Projektideen erst konkret und umsetzbar geworden“, sagt Etscheid-Stams. Unterm Strich seien die Erfahrungen mit den interdisziplinär besetzten Zukunftsbild-Projekten so gut, dass moderne Projektarbeit mittlerweile auch in vielen anderen Arbeitsbereichen des Bistums Einzug gehalten hat. „Wir brauchen viel häufiger die fachliche Ebene als die territoriale Ebene unserer Pfarreien“, sagt Etscheid-Stams mit Blick darauf, dass alle bisherigen Zukunftsbild-Projekte ein bestimmtes Thema auszeichnet, das zugleich an vielen Orten funktioniert. Diese Sichtweise werde immer wichtiger und stehe zunehmend „neben der Pfarrei, die einst das alles strukturierende Moment unserer kirchlichen Arbeit war“.

Die Ergebnisse der Zukunftsbildprojekte seien in jedem Fall „ein Beleg dafür, dass Aufbruch in unserer Kirche möglich ist“, so Etscheid-Stams. „Wir stecken in so vielen Abbruch- und Umbau-Prozessen, da ist es gut zu sehen, dass es Ideen mit echtem Zukunftspotenzial gibt, dass Kirche den Menschen etwas zu sagen hat – und die Menschen dies auch suchen“. 

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news-19533 Fri, 24 Sep 2021 11:17:00 +0200 Namen und Daten | 24.09.2021 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-24092021 Gemeindeassistentin Rebekka Griemens Gemeindeassistentin Rebekka Griemens ist seit 1. September 2021 der Propsteipfarrei St. Augustinus in Gelsenkirchen zugeordnet.

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news-19532 Fri, 24 Sep 2021 10:42:04 +0200 „Frühen Missbrauch bis ins Alter verdrängt“ – Essener Psychologe spricht über eigenen sexuellem Missbrauch https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/fruehen-missbrauch-bis-ins-alter-verdraengt-essener-psychologe-spricht-ueber-eigenen-sexuellem-missbrauch Renommierter Essener Psychologe war als Kind selbst Betroffener Erstmals äußert sich ein Betroffener sexuellen Missbrauchs durch einen katholischen Geistlichen im Bistumsmagazin BENE. Der Essener Eckhard Hömberg wagt den Schritt in die Öffentlichkeit, weil er anderen Betroffenen Mut machen will, ihr Schweigen zu überwinden und sich professionelle Unterstützung bei der Verarbeitung des Erlebten zu suchen.

In BENE schildert der heute 69-Jährige, wie ihn als damals junger Gymnasiast ein Kaplan im Religionsunterricht wiederholt unsittlich berührte. Hömberg gelang es dann, das Ganze zu verdrängen – bis ins Alter. Dass das nichts Gutes ist, weiß der Mann aus Essen-Werden aus professioneller Sicht ganz genau: Aus dem Schüler Eckhard wurde schließlich ein Psychologe, ein weit über die Stadtgrenzen anerkannter Fachmann. Er leitete viele Jahre das Jugendpsychologische Institut Essen, eine große Erziehungsberatungsstelle mit angeschlossenen Therapie-Einrichtungen.

Betroffenenbeirat soll gegründet werden

In diesem Sommer hat das Bistum Essen Betroffene sexuellen Missbrauchs eingeladen, um über die Gründung eines Beirats zu informieren. „Das Bistum möchte so die Belange, Anliegen und Interessen der Betroffenen stärker mit den die laufenden Aufarbeitungsprozesse einbeziehen.“

Eckhard Hömberg war bei der Informationsveranstaltung dabei, wird aus gesundheitlichen Gründen jedoch nicht anstreben, Mitglied des Betroffenenbeirats zu werden. Die Bildung eines solchen Gremiums bewertet der Experte jedoch ausdrücklich als „eine gute Sache“: „Für die Akteure der Kirche ist es das einzig Mögliche, um glaubhaft zu sein. Zu sagen: ,Wir haben nicht nur alte Schulden zu bezahlen, altes Leid zu vergelten. Sondern wir wollen heute den Beirat von Euch haben, ob wir in der richtigen Richtung unterwegs sind, damit so etwas nicht mehr passiert. Das ist ein wichtiges Signal für uns Betroffene“, betont der promovierte Psychologe.

Vom Bistum Essen wünscht sich Eckhard Hömberg, dass man „in Zukunft fördert, dass sich die Betroffenen miteinander austauschen – auch über den Beirat hinaus.“ Selbsthilfegruppen halte er neben der professionellen Begleitung für wertvoll.

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news-19531 Thu, 23 Sep 2021 17:52:00 +0200 Bischöfe debattieren über Jugend, Umwelt und den Synodalen Weg https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischoefe-debattieren-ueber-jugend-umwelt-und-den-synodalen-weg Auch die weitere Aufarbeitung des Missbrauchsskandals nahm in der umfangreichen Agenda der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda breiten Raum ein. Ausblick auf die Tagung des Synodalen Wegs kommende Woche in Frankfurt. Die Reformbestrebungen des Synodalen Wegs, das kirchliche Engagement für Umwelt und Nachhaltigkeit, neue Leitlinien für die Jugendarbeit … – für ihre Herbst-Vollversammlung in Fulda hatten sich die mehr als 60 deutschen Bischöfe eine üppige Tagesordnung vorgenommen. Nach vier Tagen ist das Treffen am Donnerstagmittag zu Ende gegangen. Nach den umfangreichen Wahlen, bei denen die Bischöfe am Dienstag unter anderem Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck zum neuen Vorsitzenden der Glaubenskommission bestimmt hatten, stand zuletzt vor allem die weitere Aufarbeitung des Missbrauchsskandals auf der Agenda.

„Verfahren zur Anerkennung des Leids“ wird überprüft

So beschlossen die Bischöfe, das „Verfahren zur Anerkennung des Leids“ von Opfern sexualisierter Gewalt noch einmal zu überprüfen. Grundsätzlich wollten sie aber am bestehenden System festhalten, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing aus Limburg. Der Betroffenenbeirat der Bischofskonferenz hatte kritisiert, dass aktuelle Verfahren führe zu zahlreichen Retraumatisierungen bis hin zu Krankenhausaufenthalten, gehe zu langsam und sei intransparent und ungerecht. Viele Bescheide fielen „für die Beteiligten unverständlich und unangemessen gering“ aus. „Wir sehen, dass Erwartungen enttäuscht werden und dass dies schmerzlich ist. Das bedauern wir sehr“, sagte Bätzing. Mitte Oktober sei deshalb ein Gespräch zwischen Vertretern des Betroffenenbeirats, der Unabhängigen Anerkennungskommission (UKA), der Deutschen Ordensoberkonferenz und der Bischofskonferenz anberaumt.

Bundesweit einheitliche Ordnung für kirchliche Personalakten

Darüber hinaus haben die Bischöfe einheitliche Standards für das Führen der Personalakten von Priestern beschlossen. Damit werde künftig eine lückenlose und manipulationssichere Dokumentation aller Personalvorgänge im Raum der Kirche garantiert, sagte Bätzing. „Wir hatten hier erheblichen Nachholbedarf, weil sich gezeigt hat, dass es in der Vergangenheit vielfach sehr mangelhafte Aktenführung gab.“ Hintergrund der neuen Regeln sind vor allem die Erkenntnisse der Missbrauchsaufarbeitung, etwa bei der MHG-Studie 2018. So wurden in der Vergangenheit vielfach Akten manipuliert, Seiten entfernt oder Hinweise auf Missbrauchtstaten und deren Meldung vernichtet. Die neuen Regeln sollen nun fälschungssichere und lückenlose Aktenführungen garantieren. So ist etwa festgeschrieben, dass alle Aktenseiten durchnummiert werden. Viele Diözesen hatten in den vergangenen Jahren bereits entsprechende Regeln umgesetzt, die Deutsche Bischofskonferenz vereinheitlichte nun die Vorgaben.

Weitere Ergebnisse der Bischofsvollversammlung:

  • In einem neuen Grundsatzpapier zu Themen und Angeboten von kirchlicher Jugendarbeit und Seelsorge fordern die Bischöfe dazu auf, Jugendlichen vielfältige Räume zu eröffnen, in denen diese ihre Persönlichkeit entwickeln und zugleich Zugänge zu Glauben und kirchlichem Leben finden könnten. Inhaltlich setzt sich das Papier beispielsweise mit der Digitalisierung auseinander. Seelsorge müsse auf die „digitale Lebensweise“ von Jugendlichen eingehen, die oft nicht mehr zwischen off- und online unterschieden.
  • Ein neuer Klima- und Umweltschutzbericht der katholischen Kirche in Deutschland soll erstmals umfassend und bundesweit über den Beitrag der Kirche zur „nachhaltigen Gestaltung unseres Lebens und Wirtschaftens“ informieren, etwa im Umgang mit Gebäuden, Grundstücken oder im Mobilitätsbereich. Zugleich solle aufgezeigt werden, welche Potenziale Kirche bei Umwelt- und Klimaschutz habe. Der Bericht soll in einigen Wochen veröffentlicht werden.
  • Bei der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands hat sich nach dem Eindruck des Limburger Bischofs Bätzing eine große Bedeutung der Seelsorge gezeigt. „Seelsorge genießt heute inner- wie außerkirchlich eine hohe Wertschätzung“, sagte er. Der Begriff Seelsorge sei jedoch nicht geschützt und komme in unterschiedlichen christlichen wie auch in anderen religiösen, kulturellen und institutionellen Zusammenhängen zur Anwendung. Die Bischöfe streben deshalb eine Klärung des Begriffs an.

Bätzing fordert Bischöfe zur Umkehr auf

Zu Beginn der Tagung hatte Bischof Bätzing seiner Mitbrüder zu klaren Zeichen der Umkehr aufgefordert. Ein neuer Außenanstrich reiche nicht; die Menschen müssten merken, dass sich etwas verändere. Ohne eine echte Umkehr würden die Bischöfe der Wucht des Missbrauchsskandals und der Dramatik der Entkirchlichung nicht gerecht, schrieb Bätzing den Bischöfen bei seiner Eröffnungspredigt ins Stammbuch. Für Menschen in einer freiheitlichen Gesellschaft sei das bisherige Auftreten der Bischöfe ein Anlass, das Erlösungsangebot der Kirche „als anmaßend und übergriffig und angesichts des Missbrauchs obsolet zurückzuweisen“.

Prolog für die Tagung des Synodalen Wegs

Mancher Beobachter empfand das diesjährige Bischofstreffen in Fulda als Prolog für ein deutlich größeres Zusammenkommen in wenigen Tagen: Schon nächste Woche werden in Frankfurt die Mitglieder des Synodalen Wegs zusammenkommen, um über Reformvorschläge – etwa zur Sexualmoral oder zur Macht in der Kirche – zu diskutieren und erste Textentwürfe abzustimmen. Angesichts vieler weit auseinanderliegender Positionen könnte auf die offene und konstruktive Debatte der Bischöfe in Fulda in Frankfurt eine scharfe Konfrontation folgen.

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news-19530 Thu, 23 Sep 2021 13:27:31 +0200 „Licht und Segen“ beim Essen Light Festival https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/licht-und-segen-beim-essen-light-festival An zehn Abenden Anfang Oktober gibt es Impulse, Musik und Lichtkunst Das Essen Light Festival präsentiert sich von Freitag, 1., bis Sonntag, 10. Oktober 2021 in der Essener Innenstadt. Auch die Citypastoral am Essener Dom ist dabei: Zusammen mit der evangelischen Kirche in Essen und der Innenstadtpfarrei St. Gertrud ist die Citypastoral in der protestantischen Marktkirche zu Gast. An den zehn Abenden jeweils von 20.00 bis 21.00 Uhr laden Marktkirche, St. Gertrud und Citypastoral gemeinsam zu „Licht & Segen“ ein. Während dieser Stunden gibt es Impulse, während die DJs vom „Gitter Kollektiv“ Musik auflegen und zugleich im Kirchenraum Licht inszeniert wird.

Auch die Südfassade des Essener Doms wird beim Light Festival eine Rolle spielen: An den zehn Abenden vom 1. bis 10. Oktober wird dort, sobald das Tageslicht schwindet, eine Performance aus Licht und Sound geboten. Um dieses aufwändige „Video-Mapping“ zu realisieren, werden in der Vorwoche die Fenster der Domkirche beklebt, um eine passende Projektionsfläche für die Übertragung abzugeben; außerdem sind vier weitere Tage für den Aufbau der Technik und die Proben angesetzt.

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news-19529 Thu, 23 Sep 2021 11:14:16 +0200 „Kitas sind ein riesiges Potenzial für die Kirche!“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/kitas-sind-ein-riesiges-potenzial-fuer-die-kirche Mirja Wolfs, Geschäftsführerin des KiTa Zweckverbands im Bistum Essen, spricht 15 Jahre nach Gründung des großen Kita-Trägers über Kitas als wichtige Glaubensorte und die Herausforderungen des laufenden Modernisierungsprozesses. Mit einem Gottesdienst und dezentralen Partys in den katholischen Kindertagesstätten zwischen Duisburg, Bochum und dem Märkischen Sauerland hat der KiTa Zweckverband im Bistum Essen am Mittwoch, 22. September, sein 15-jähriges Bestehen gefeiert. Zum Geburtstag spricht Geschäftsführerin Mirja Wolfs über Kitas als Glaubensorte, die Corona-Pandemie und die Herausforderungen sinkender Kirchensteuereinnahmen und des Fachkräftemangels bei Erzieherinnen und Erziehern.

Frau Wolfs, seit 15 Jahren sind rund 260 Kitas im Bistum Essen Teil des KiTa Zweckverbands. Welche Vorteile hat es für Kinder und Eltern, wenn ihre Kita zu diesem Netzwerk gehört?

Unser Verband wurde gegründet, um die Pfarreien von den Aufgaben der Kita-Trägerschaft zu entlasten, das katholische Profil der Kitas zu stärken und die Betreuungsqualität zu erhöhen. Hier konnten wir in den vergangenen 15 Jahren auch aufgrund unserer Größe eine Expertise aufbauen und bündeln, von der die rund 17.000 Kinder in unseren Einrichtungen tagtäglich profitieren. Jedem uns anvertrauten Kind möchten wir einen modernen und angemessenen Lebens- und Bildungsraum bieten, um es in seiner individuellen Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung bestmöglich zu begleiten. Dies gelingt uns zum Beispiel durch qualifiziertes Personal, dem wir regelmäßig die Gelegenheit bieten, sich weiterzubilden und weiterzuentwickeln, durch einheitliche Qualitätsstandards in unseren Kitas, durch ein Springer-System, das bei spontanen Personalausfällen greift und ein verlässliches Betreuungsangebot sicherstellt, und durch digitale Kommunikationsstrukturen wie unserer Eltern-App. Nicht zuletzt kennzeichnet unser katholisches Profil das tägliche Leben in unseren Einrichtungen.

Mit der Kita-Landschaft haben sich in den vergangenen 15 Jahren auch die Pfarreien im Ruhrbistum deutlich verändert. Welche Rolle spielen die katholischen Kitas heute im Glaubensleben vor Ort?

Eine große! Unsere katholischen Kitas sind pastorale Orte, an denen intensive Begegnungen und kreatives Glaubensleben stattfinden. Viele Eltern entscheiden sich bewusst für eine katholische Einrichtung, weil sie wissen, dass dort Glaube erfahrbar wird. Für die einen ist es eine Ergänzung zum eigenen Glaubensleben, für die anderen der erste, sehr niederschwellige Kontakt mit dem Christentum. In jedem Fall steckt in den Kindertageseinrichtungen ein riesiges Potenzial für die Kirche!

In unseren Kitas beten wir gemeinsam und feiern die Feste im Jahreskreis. Klein und Groß reden über Gott und die Welt, dabei wird Jesus als Freund und Wegbegleiter lebendig. Sehr bewusst ermuntern unsere Erzieherinnen und Erzieher die Kinder, Fragen zu stellen und so eine eigene religiöse Identität zu entwickeln. Zudem feiern unsere Kitas eigene Kinder- und Familiengottesdienste und sind meist eng mit dem Leben in der Pfarrei verflochten.

In einem umfassenden Erneuerungsprozess werden derzeit viele Kitas im KiTa Zweckverband zu größeren und moderneren Einrichtungen weiterentwickelt. Müssen Eltern in kleineren, älteren Einrichtungen nun Schließungen fürchten?

Schon seit einigen Jahren machen wir unsere Kitas im Modernisierungsprozess KiTa 4.0 fit für die Zukunft – und zwar mit Blick auf Pädagogik, Immobilien, Finanzen, Personal und Digitalisierung.

Bei unseren Immobilien schauen wir ganz genau, welche Gebäude zukunftsfähig sind, welche wir modernisieren müssen – und bei welchen dies nicht mehr möglich ist. Alle Entscheidungen hierzu basieren auf den fundierten Analysen von Fachunternehmen. Neben dem baulichen Zustand geht es dabei zum Beispiel auch um demografische Aspekten, strategische und finanzielle Möglichkeiten, die wir in intensiven Gesprächen mit der jeweiligen Pfarrei und dem Bistum abwägen.

Mittel- bis langfristig stellen aus unserer Sicht mehrgruppige Einrichtungen ein tragfähiges Konzept dar. Kleinere, in die Jahre gekommene Gebäude werden daher perspektivisch zu neuen, größeren Einheiten zusammengelegt werden. Dies geschieht jedoch immer mit einem längeren zeitlichen Vorlauf und intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten, so dass sich die Familien und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Einrichtungen gut darauf einstellen können. Mir ist zudem wichtig zu betonen, dass es bei diesen Schritten nicht um Kürzungs- und Sparmaßnahmen geht, sondern um Investitionen in die Zukunft: zum Wohle der Kinder und für mehr Qualität.

Die ersten Pilotprojekte auf diesem Weg sind auf jeden Fall vielversprechend.

Seinen 15. Geburtstag feiert der KiTa Zweckverband mitten in der Corona-Pandemie mit Gottesdienst und Party per Video-Übertragung. Wie groß ist im Alltag der Kitas derzeit die Belastung durch die Pandemie?

Wir alle haben herausfordernde anderthalb Jahre hinter uns. Die Kolleginnen und Kollegen in den Kitas leisten schon unter „normalen“ Bedingungen einen verantwortungsvollen Job, arbeiten mit viel Herzblut und Engagement und haben Kinder, Eltern und den Sozialraum im Blick. Während der Pandemie haben sie erneut und auf einer großen Bühne unter Beweis gestellt, wie wichtig ihr Beitrag für die Gesellschaft ist. Ich bin froh, dass das auch in der Öffentlichkeit so aufgegriffen und von der Politik betont wurde.

Mittlerweile hat sich bei uns eine Art Pandemie-Alltag eingestellt. Wir befinden uns im Regelbetrieb, fast 90 Prozent unserer Beschäftigten sind geimpft, Erwachsene und Kinder sind in den Hygienemaßnahmen mittlerweile sehr routiniert, die rechtlichen Rahmenbedingungen sind abgesteckt und die Kinder erhalten zwei Tests pro Woche, um diese zuhause mit ihren Eltern anzuwenden. Sobald jedoch ein Test positiv ausfällt und eine Quarantäne ausgesprochen wird, muss spontan umgeplant werden. Solche Situationen bleiben selbstverständlich aufreibend und belastend.

Die Kinder haben in den vergangenen Monaten viel einstecken müssen. Sie haben Rücksicht auf die älteren Generationen genommen. Nun ist es an der Zeit, dass sie im Fokus stehen und dass ihre Bedürfnisse wieder mehr gehört werden. Es ist die Verantwortung von uns Erwachsenen, uns impfen zu lassen und sämtliche Maßnahmen zum Schutz der Kinder und derer, die sich um die Kinder kümmern, zu ergreifen.

Vor welchen weiteren großen Herausforderungen sehen Sie die katholischen Kitas im Ruhrbistum in den kommenden Jahren?

Zwei große Themen, die uns aktuell bereits beschäftigen, werden auch in Zukunft eine große Herausforderung darstellen: Die angespannte Finanzsituation aufgrund der sinkenden Kirchensteuereinnahmen und der wachsende Fachkräftebedarf.

Um angesichts des Sanierungsbedarfs in unserem Gebäudebestand die Kitas zukunftsfähig und modern aufstellen zu können, sind Investitionen nötig. Hier ist der KiTa Zweckverband nicht allein unterwegs, sondern bewegt sich als Träger in öffentlichen und kirchlichen Strukturen. Es ist eine gemeinschaftliche Aufgabe aller Partner, für diese Aufgabe kreative finanzielle Lösungen zu finden.

Kreative Lösungen entwickeln wir auch im Umgang mit dem Fachkräftemangel: Durch den Rechtsanspruch auf die U3-Betreuung ist das Arbeitsfeld „Kindertageseinrichtungen“ in den vergangenen acht Jahren nahezu explodiert. Durch viele neue Einrichtungen ist die Zahl der Beschäftigen um fast 80 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung wird sich aufgrund des gerade beschlossenen Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung in den Grundschulen weiter verschärfen. Wir sprechen hier von einem harten Wettbewerb bei der Suche nach Talenten und qualifizierten Mitarbeitenden. Als Träger ist es hier unsere Trägeraufgabe, Personal nicht nur zu gewinnen, sondern nachhaltig zu binden. Hierzu haben wir unterschiedliche Ansätze entwickelt und werden uns auch künftig intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Aufgabe der Politik ist es, in die Ausbildung zu investieren, genügend Plätze zu schaffen und den Stellenwert der Elementarpädagogik zu stärken.

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news-19528 Wed, 22 Sep 2021 09:27:56 +0200 Evensong – Abendsegen für die Stadt Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/evensong-abendsegen-fuer-die-stadt-essen Die abendliche Form des Gottesdienstes stammt aus der anglikanischen Kirche. Zu Beginn des Light Festivals in der Essener Innenstadt gibt es im Essener Dom am Freitag, 1. Oktober 2021, um 19 Uhr einen „Evensong“, ein gesungenes Abendgebet mit Lichtritual und Musik. Der „Lobpreis der Liebe“ des norwegischen Komponisten Knut Nystedt wird an diesem Abend erklingen. Der Mädchenchor am Essener Dom unter der Leitung des Domkapellmeisters Steffen Schreyer gestaltet den Abendsegen musikalisch, an der Orgel sitzt Domorganist Sebastian Küchler-Blessing.

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news-19527 Tue, 21 Sep 2021 17:56:46 +0200 Bischof Overbeck leitet die Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-leitet-die-glaubenskommission-der-deutschen-bischofskonferenz Vollversammlung der Bischofskonferenz in Fulda wählte den Ruhrbischof zum Leiter der Kommission, die als die wichtigste der 14 Bischöflichen Kommissionen gilt. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck ist neuer Vorsitzender der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz. Die in Fulda tagende Vollversammlung der katholischen deutschen Bischöfe wählte Overbeck am Dienstagnachmittag an die Spitze der Kommission, die als die wichtigste der 14 Bischöflichen Kommissionen gilt. Er folgt in diesem Amt auf Bischof Karl-Heinz Wiesemann aus Speyer nach. Zu Overbecks Stellvertreter wählten die Bischöfe den Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. Die Glaubenskommission „berät zu Überlegungen und Anfragen, die sich an die Glaubenslehre der Kirche richten wie etwa zum Gottesbild, zum Sakramentenverständnis oder zur Bedeutung des Amtes in der Kirche“, heißt es bei der Deutschen Bischofskonferenz.

Bislang führte Overbeck die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen, der er künftig weiter als Mitglied angehören wird. Sein Amt als Vorsitzender übernimmt der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer.

Zudem hat die Vollversammlung die Kommissions-Mitgliedschaften der beiden Essener Weihbischöfe bestätigt: Wilhelm Zimmermann, Bischofsvikar für Ökumene und interreligiösen Dialog, bleibt Mitglied der Ökumenekommission. Und Ludger Schepers, Bischofsvikar für Weltkirche, Mission, Orden und geistliche Gemeinschaften, ist auch weiterhin Mitglied der Pastoralkommission und der Kommission Weltkirche. 

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news-19526 Tue, 21 Sep 2021 16:01:54 +0200 Bischof würdigt Bundeswehreinsatz in Afghanistan https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-wuerdigt-bundeswehreinsatz-in-afghanistan Overbeck äußert sich am Rande der Herbstvollversammlung der deutschen Bischofskonferenz in Fulda als katholischer Militärbischof für die deutsche Bundeswehr: Viele Soldaten und ihre Angehörigen hätten dafür einen hohen Preis gezahlt. Franz-Josef Overbeck hat als katholischer Militärbischof den Einsatz deutscher Bundeswehrsoldaten in Afghanistan als „Engagement für Frieden, Stabilität und Gerechtigkeit“ gewürdigt. Viele Soldaten und ihre Angehörigen hätten dafür einen hohen Preis gezahlt, sagte Overbeck am Dienstag am Rande der Herbstvollversammlung der katholischen Bischöfe in Fulda. Auch deshalb müssten die deutsche Gesellschaft und die Politik den Einsatz der Bundeswehrsoldaten würdigen und aufarbeiten. 

Overbeck fordert umfassende Hilfe für Soldatinnen und Soldaten

Den Soldatinnen und Soldaten müsse in der „Bewältigung der Folgen“ jede Unterstützung zuteilwerden, die sie benötigten, forderte der Ruhrbischof. Er beschrieb zugleich das große Leid der afghanischen Bevölkerung, die „jetzt unter dem Regime der Taliban leben muss“. Overbeck erinnerte an 59 Bundeswehrsoldaten, die in dem 20-jährigen Afghanistaneinsatz getötet worden sind, viele weitere seien an Körper und Seele verwundet worden – mit Folgen für die Familien daheim: „Das, was die Soldaten im Einsatz erleben und erleiden mussten, prägte und veränderte häufig auch den Lebensalltag vieler Angehöriger in Deutschland.“ Auch die „permanente Bedrohungssituation“ in Afghanistan sei für viele Soldatinnen und Soldaten eine große Belastung gewesen.

„Die schreckliche Erfahrung, dass vertraute Kameraden getötet oder verwundet wurden, ging oft mit einer tiefen, existenziellen Erschütterung der eigenen Identität einher“, sagte der Militärbischof. Zuletzt hätten der Abzug der Soldaten und das Chaos am Flughafen Kabul tiefe Spuren hinterlassen, sagte Overbeck. „Soldaten mussten vor Ort miterleben, wie alles, wofür sie jahrelang eingetreten sind, in einem Desaster endete. Die Gewissheit, zahlreiche Menschen nicht weiter vor dem Zugriff der Taliban schützen zu können, bleibt für viele Soldaten eine schwere Belastung.“

Der Bischof sicherte den Soldatinnen und Soldaten weitere Unterstützung und Hilfen der Militärseelsorger zu. Dazu gehöre auch, die Erfahrungen des Afghanistan-Einsatzes intensiv aufzuarbeiten.

Die Stellungnahme von Bischof Overbeck im Wortlaut (pdf)

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news-19524 Tue, 21 Sep 2021 15:22:03 +0200 Bistum Essen bildet Ehrenamtliche für die Krankenhausseelsorge aus https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bistum-essen-bildet-ehrenamtliche-fuer-die-krankenhausseelsorge-aus Wer Patientinnen und Patienten in Kliniken mit Gesprächen und Gebeten beistehen möchte, kann sich für einen kostenlosen Kurs des Bistums Essen anmelden. „Das Hören ist wichtiger als das Sprechen“, sagt Adolf Wöhrle. Gut zwei Jahre war der pensionierte Lehrer ehrenamtlich in der Klinikseelsorge am Essener Elisabethkrankenhaus tätig. Auf Wunsch hat er dort Patientinnen und Patienten besucht, mit ihnen gesprochen, gebetet und katholischen Christen aus der Kirche eine geweihte Hostie ans Bett gebracht. „Das war schön, weil wir viel Zeit hatten für die Leute“, sagt Wöhrle. Und trotz der Umstände – schließlich waren seine Gesprächspartner zum Teil schwer krank – „waren das meistens sehr schöne Gespräche“, erinnert er sich. Dann machte Corona diesem Ehrenamt vorerst ein Ende. Doch jetzt steht ein Neustart an, nicht nur für Wöhrle: Ab November bietet das Bistum Essen eine kostenlose Fortbildung für Männer und Frauen an, die sich künftig freiwillig in der Krankenhausseelsorge engagieren möchten: An einem oder zwei halben Tagen pro Woche sollen sie für Gespräche und Gebete auf Klinikstationen bereitstehen. Eingebunden in ein Team mit hauptberuflichen und weiteren ehrenamtlichen Klinikseelsorgerinnen und -Seelsorgern ist der Einsatz dabei an Krankenhäusern in Bottrop, Essen, Duisburg oder Hattingen möglich.

Kurs umfasst Orientierungstag und fünf Wochenenden

Auch Wöhrle hat sich für den Kurs angemeldet, der bis November kommenden Jahres einen Orientierungstag und fünf Wochenenden in der Akademie Klausenhof im niederrheinischen Hamminkeln umfasst. Motiviert hat ihn „die Erfahrung, dass die Gespräche – hoffentlich – nicht nur denen geholfen haben, die sich besucht habe, sondern auch mir“. Manchmal eher oberflächliche, manchmal sehr tiefgehende Unterhaltungen über Gott, die Welt und das Leben dazwischen – und auch über das Leid einer Krankheit. „Natürlich kommen da hin und wieder auch Fragen wie „,Warum ich? Warum nicht jemand anders? Wo ist die Gerechtigkeit Gottes?‘, aber das ist nicht beantwortbar“, sagt der Pädagoge, der früher Religion, Philosophie und Latein unterrichtet hat.

Gerade der Bereich „Kommunikation und Gesprächsführung“ ist einer der Schwerpunkte in der neuen Fortbildung für freiwillig Engagierte in der Krankenhausseelsorge. Weitere Themen sind „der eigene Glaubensweg“, verschiedene Sichtweisen auf Seelsorge und konkrete Hilfestellungen für „Rituale am Krankenbett“.

Wer sich für den Kurs und das Ehrenamt interessiert, den lädt Krankenhausseelsorger Johannes Schoenen zu einem ersten Gespräch ein: „Dabei sprechen wir über die Motivation der Interessentinnen und Interessenten und stellen die Referenten und das Konzept vor“, erklärt der Leiter des Bistumsprojekts „Freiwillig Engagierte in der Krankenhausseelsorge“. Wer Lust hat, sich in dem neuen Kurs fortbilden zu lassen, um sich anschließend mindestens zwei Jahre lang in einer Klinik zu engagieren, sollte sich möglichst rasch bei Schoenen melden. „Wir suchen Menschen, die gerne auf andere Menschen zugehen und mit ihnen kommunizieren können“, sagt er. Zudem sollten die Interessentinnen und Interessenten nicht deutlich älter als 65 Jahre sein.

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news-19525 Tue, 21 Sep 2021 15:17:00 +0200 Namen und Daten | 21.09.2021 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-21092021 Pfr. Ingo Mattauch, Propst André Müller Pfarrer Ingo Mattauch wird zum 1. Oktober 2021 moderierender Priester der Pfarrei St. Josef in Essen ernannt. Mattauch übernimmt diese Aufgabe zusätzlich zu seiner Ernennung zum Pfarrer der Pfarrei Hll. Cosmas und Damian in Essen. Die Ernennung ist befristet, zunächst bis zum 30.09.2024.

Propst André Müller wird zum 1. Oktober 2021 zum Pfarrer und Propst an der Propsteipfarrei St. Clemens in Oberhausen ernannt. Er übernimmt diese Aufgabe zusätzlich zu seiner bisherigen Aufgabe.

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news-19523 Tue, 21 Sep 2021 14:54:10 +0200 Essener Dom erinnert an Kosmas und Damian https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/essener-dom-erinnert-an-kosmas-und-damian Festliche Messe zu Ehren der Schutzpatrone von Stadt und Dom am Sonntag, 26. September. Heilige Zwillingsbrüder sollen im vierten Jahrhundert im heutigen Syrien als Ärzte Patienten unentgeltlich behandelt haben. Zu Ehren der beiden Essener Stadtpatrone Kosmas und Damian feiern Dompropst Thomas Zander und Stadtdechant Jürgen Schmidt am Sonntag, 26. September, um 10 Uhr, einen festlichen Gottesdienst im Essener Dom. Zum Gedenktag der beiden heiligen Ärzte, die auch Patrone der Essener Domkirche sind, werden ihre Reliquien aus dem Domschatz in den Dom gebracht. Zudem nehmen in dieser Messe die Essener Domsingknaben 18 neue Sänger offiziell in ihre Reihen auf. Musikalisch gestalten sie die Feier mit der Missa fidem cantemus von Christian Heiß. Auch der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) wird an dem Gottesdienst teilnehmen und sich im Anschluss ins Gästebuch des Essener Domkapitels eintragen. 

Ärzte im heutigen Syrien

Die beiden Zwillingsbrüder Kosmas (oder Cosmas) und Damian lebten der Legende nach Ende des dritten und Anfang des vierten Jahrhunderts im heutigen Syrien und wirkten dort als Ärzte. Sie zogen durch die Städte, verkündeten Christus, heilten Kranke, ohne dafür Gegenleistungen anzunehmen, und sollen im Rahmen der römischen Christenverfolgung hingerichtet worden sein. Mitte des 9. Jahrhunderts brachte Bischof Altfrid von Hildesheim Reliquien der Heiligen auch in den von ihm gegründeten Frauenstift nach Essen, wo Kosmas und Damian schon früh als Schutzpatrone des Stifts verehrt wurden. Statuen der beiden Heiligen sind sowohl an der Außenfassade des Essener Rathauses als auch im Chorraum und Kirchenschiff des Essener Doms sowie in der Domschatzkammer zu sehen. 

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news-19522 Mon, 20 Sep 2021 16:06:25 +0200 Katholische Bischöfe treffen sich zur Herbstvollversammlung https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/katholische-bischoefe-treffen-sich-zur-herbstvollversammlung Die katholischen Bischöfe Deutschlands treffen sich ab dem 20. September zu ihrer traditionellen Herbstvollversammlung in Fulda. An der Vollversammlung nehmen die 68 Kardinäle, Diözesanbischöfe und Weihbischöfe unter Leitung des Vorsitzenden, des Limburger Bischofs Georg Bätzing, teil. Unter ihnen auch der Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, sowie die Weihbischof Wilhelm Zimmermann und Ludger Schepers. Coronabedingt tagen die Bischöfe bis Donnerstag erneut nicht im Priesterseminar, sondern im Stadtschloss in Fulda. Ein Schwerpunkt der Beratungen ist der Fortgang des Reformprozesses Synodaler Weg, dessen zweite Vollversammlung wenig später vom 30. September bis 2. Oktober in Frankfurt stattfindet.

Erneut wollen sich die Bischöfe mit dem Themenfeld Aufklärung und Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche befassen. Opfer von Missbrauch hatten zuletzt vor allem das Verfahren zur Zahlung von Anerkennungsleistungen durch die katholische Kirche kritisiert. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Wahlen der Mitglieder, der Vorsitzenden sowie der Beraterinnen und Berater der 14 Kommissionen der Bischofskonferenz. Außerdem wird sich die Vollversammlung mit einer Neufassung der Leitlinien zur Jugendpastoral befassen.

Erstmals nimmt die neue Generalsekretärin der Bischofskonferenz Beate Gilles an den Beratungen teil. Sie ist die erste Frau und Nicht-Geistliche in diesem Amt, das sie am 1. Juli angetreten hatte.

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news-19521 Sat, 18 Sep 2021 12:49:43 +0200 Gemeinsam am gesellschaftlichen Diskurs teilnehmen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/gemeinsam-am-gesellschaftlichen-diskurs-teilnehmen Im Interview spricht Detlef Schneider-Stengel, Referent für den interreligiösen Dialog im Bistum Essen, über die Bedeutung der Zusammenarbeit der Religionen im Ruhrbistum und gibt einen Überblick über die vielfältigen Initiativen in diesem Bereich. Welche Bedeutung hat der interreligiöse Dialog im Bistum Essen?

Detlef Schneider-Stengel: Der interreligiöse Dialog – wie auch die Ökumene – haben einen sehr hohen Stellenwert im Bistum Essen, und zwar auf allen Ebenen. Weihbischof Wilhelm Zimmermann als Bischofsvikar für den interreligiösen Dialog ist Mitglied der Unterkommission für den interreligiösen Dialog sowie der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum der Deutschen Bischofskonferenz. Die Unterkommissionen halten Kontakt zu den führenden Mitgliedern und Forschenden der nicht-christlichen Religionen und geben in ihren Dokumenten quasi die Leitplanken des Dialogs vor. Im Bistum Essen gibt es in fast jedem Kreis- und Stadtdekanat eine Ansprechperson, die den interreligiösen Dialog vor Ort gestalten. Diese beauftragten Personen sind Mitglied im diözesanen Arbeitskreis Interreligiöser Dialog im Bistum Essen. Weiterhin sind auch Personen aus den verschiedenen Arbeitsbereichen im Bistum, wie Bildungswerke, Schule, Kindertagesstätten, Pfarrei Mitglied im Arbeitskreis.

Der Arbeitskreis Interreligiöser Dialog versteht sich „Motor“ für den interreligiösen Dialog im Ruhrbistum und unterstützt Dialogforen vor Ort in den Pfarreien und Dekanaten. Zugleich bietet er Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, Tagungen sowie Bildungsveranstaltungen für Personen, die Informationen weitergeben, und Interessierte in den verschiedenen Arbeitsbereichen in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“, dem Medienforum und den Katholischen Bildungswerken vor Ort an. Ruhrbischof Overbeck wie auch Weihbischof Zimmermann halten regelmäßig Kontakt zu den jüdischen Gemeinden im Bistum Essen. Ebenfalls ist bei den Visitationen der Pfarreien vorgesehen, dass die Bischöfe auch nicht-christliche Gemeinden vor Ort besuchen.

Insgesamt ist der interreligiöse Dialog im Bistum Essen – auch im Vergleich mit anderen Diözesen in Deutschland - von der Deutschen Bischofskonferenz über die Diözesanebene bis in die Dekanate und Pfarreien hinein sehr gut und vielfältig aufgestellt. 

Wie hat sich der Dialog in den letzten Jahren verändert?

Detlef Schneider-Stengel: Der interreligiöse Dialog ist in den letzten Jahren sehr vielfältiger und intensiver geworden. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Anzahl der Religionen, der Orte und der Personen wie auch der Inhalte. Zu Beginn der Geschichte des interreligiösen Dialogs im Bistum Essen vor über 20 Jahren stand vor allem der Islam und Fragen der Integration durch die Arbeitsmigration im Fokus der Aufmerksamkeit. Durch die Globalisierung, aber auch durch die Fluchtbewegungen der letzten Jahre hat sich die Zahl der Menschen und der Religionen in Deutschland deutlich erhöht. So sind heute im Ruhrgebiet Religionen aus der gesamten Welt vertreten, wie Hindus, Buddhisten, Bahai, Sikhs, Yeziden, Aleviten und viele mehr. Ihre Mitglieder sind Teil unserer Gesellschaft und prägen sie mit. Von daher hat der interreligiöse Dialog eine große Vielfalt erreicht.  Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den lokalen Dialogforen wider, wie z.B. in dem „Inititiativkreis Religionen“, in dem neben Muslimen und Juden auch Bahai, Aleviten und Sikhs zu finden sind.

Weiterhin gibt es eine Pluralisierung der Orte. In der Vergangenheit haben sich oft auf der Ebene der Stadt oder der Pfarreien Dialogforen gebildet, die vor allem mit den umliegenden muslimischen Gemeinden, zum Teil auch mit den jüdischen Gemeinden Kontakte hatten und sich in regelmäßigen Abständen trafen. Heute sind neben diesen klassischen Orten viele andere entstanden. Interreligiöser Dialog sowie interreligiöse Dialogkompetenz werden immer mehr Bestandteil der Arbeit in Schulen, Kindertagesstätten, Gesundheitseinrichtungen, Pflegeheimen oder auch in Institutionen wie der Polizei, der Kommunen und Wohlfahrtsverbände. Hier sind Bedarfe entstanden, die im Bistum Essen aufgegriffen und produktiv angegangen werden. Zum Beispiel besteht seit 2017 in der Diözese das Projekt „Interkulturelle und religionssensible Ethik im Gesundheitswesen“, das von Weihbischof Zimmermann durch den Arbeitskreis Interreligiöser Dialog, der Katholischen Akademie Die Wolfsburg und dem Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück initiiert wurde. In diesem Projekt werden Fragen und Themen im interkulturellen und interreligiösen Kontext aufgegriffen, die für medizinisches, psychologisches/psychiatrisches und pflegerisches Personal, aber auch für Personen in der Seelsorge wichtig sind. Darüber hinaus gibt es die Projekte „Interreligiöses Begegnungslernen in der Schule“ sowie „Antisemitismus im schulischen Kontext“, in denen Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Fachkräfte für Schulsozialarbeit fortgebildet werden.

Gleichzeitig haben sich vor allem im Bereich des Islam durch die Einrichtung der Lehrstühle für islamische Theologie an deutschen Universitäten sowie durch die Einrichtung von Akademien seitens der Muslime die Themen und auch Personen vervielfältigt. Am Anfang des Dialogs standen oft Begegnungen im Vordergrund, um Menschen anderer Religionen kennen zu lernen. Heute rücken neben den klassischen Begegnungstreffen, die immer noch sehr wichtig sind, auch theologische Fragen in den Fokus.

Was muss sich in Zukunft in unserem Bistum noch tun, um den interreligiösen Dialog weiter zu stärken?

Detlef Schneider-Stengel: Der interreligiöse Dialog ist in unserem Bistum schon sehr gut aufgestellt. Vor allem die Beziehung zu den jüdischen Gemeinden ist in den letzten Jahren sehr intensiviert worden  Für eine weitere Stärkung des Dialogs sollte überlegt werden, wie die Religionen in unserem Bistum, aber auch deutschlandweit, Themen zusammen aufgreifen und bearbeiten können, die für die Zukunft unseres Landes wichtig sind. Solche Themen wären in meinen Augen beispielsweise die Entwicklung von hilfreichen Modellen zur Gestaltung des Zusammenlebens von Menschen verschiedener Kulturen, Religionen und Generationen, Umgang mit dem Klimawandel und seinen ökologischen Folgen, Armutsbekämpfung und Bildungsoffensiven und vieles mehr. Hier könnten die Religionen produktiv am gesellschaftlichen Diskurs teilnehmen und bei der Lösung der Fragen mitarbeiten.

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news-19519 Fri, 17 Sep 2021 14:42:00 +0200 Ein Entenrennen zum Neustart im Schulschwimmbad https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/schwimmbadeinweihung-hildegardis Nach zwei Jahren Umbauzeit segnet Generalvikar Klaus Pfeffer das wiedereröffnete Schwimmbad im Bischöflichen St.-Hildegardis-Gymnasium in Duisburg. Im Zeichen der Ente stand am Freitag die Wiedereröffnung des Schulschwimmbads im Bischöflichen St.-Hildegardis-Gymnasium im Duisburger Dellviertel. Gemeinsam mit Generalvikar Klaus Pfeffer feierten Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Gäste, dass das Schulschwimmbecken nun nach zweijähriger Umbaupause wieder genutzt werden kann. Moderiert und organisiert von Schulseelsorger Stefan Nieber, der gleich in voller Montur ins Becken stieg, ließen Schüler bei einem Entenrennen die gelben Gummitiere an langen Schnüren um die Wette paddeln. Und während der Segensfeier für das neue Schwimmbad konnten die Besucherinnen und Besucher ihre Bitten und guten Wünsche auf gelbe Papierenten schreiben und ebenfalls auf dem Wasser schwimmen lassen.

Generalvikar Klaus Pfeffer verwies in seiner kurzen Ansprache auf die Namensgeberin der Schule, die Heilige Hildegard von Bingen, deren Festtag die Kirche ebenfalls am Freitag beging. Mit Blick auf die warmen Temperaturen in der Schwimmhalle stellte er zudem fest, dass vielleicht auch für ihn eine Badehose für diese Gelegenheit das passendere Kleidungsstück gewesen wäre.

Drei Millionen Euro – vor allem für neue Technik

Rund drei Millionen Euro hat das Bistum in das gut 50 Jahre alte Bad auf dem Schulgelände investiert und vor allem die Schwimmbadtechnik ausgetauscht und auf den neuesten Stand gebracht. Dabei standen nicht nur Arbeiten an den zuletzt undichten Überlaufrinnen am Beckenrand, Rohrleitungen und Armaturen auf der Agenda, sondern auch das Instandsetzen des defekten Hubbodens. Der lässt sich nun wieder verstellen, so dass auch der Unterricht für Nichtschwimmer wieder möglich ist. Die Schülerinnen und Schüler dürften sich besonders über die neuen und nun auch barrierefrei zugänglichen Umkleideräume freuen, die die arg in die Jahre gekommenen Vorgängermodelle abgelöst haben. Erneuert wurde zudem die Lüftungsanlage, die aus dem Keller des Schwimmbades neben dem Bad auch die Turn- und die Gymnastikhalle mit Frischluft versorgt. Mitten in den laufenden Umbauarbeiten wurde diese auch hinsichtlich der Anforderungen durch die Coronapandemie ertüchtigt.

Wenn alle Enten wieder aus dem Becken gefischt sind, können ab Montag Kinder und Jugendliche in dem 16,6 mal 8 Meter großen Becken ihre Bahnen ziehen. Neben den Schülerinnen und Schülern des St. Hildegardis Gymnasiums steht das Bad auch anderen Schulen offen.

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news-19520 Fri, 17 Sep 2021 13:22:41 +0200 Bischof Overbeck trifft Vertreter von Christians for Future https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-trifft-vertreter-von-christians-for-future Klimaschützer übergaben in Essen Forderungskatalog für ein stärkeres Engagement der Kirchen. Overbeck verweist auf die gemeinsame Perspektive der Bewahrung der Schöpfung und die Diskussionen im neu gegründeten Rat für Ökologie und Nachhaltigkeit. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat sich am Donnerstag in Essen mit Vertretern der Initiative „Christians for Future“ getroffen und deren Forderungen für ein stärkeres kirchliches Engagement für den Klimaschutz entgegen genommen. Wie in Essen hatten Klimaschützer am Donnerstag bundesweit mit zahlreichen katholischen und evangelischen Bischöfen und Präsides über christliche Perspektiven auf Themen des Umwelt- und Klimaschutzes diskutiert. „Die Christians for Future erinnern uns mit ihren Forderungen daran, dass die Bekämpfung des Klimawandels die zentrale Herausforderung unserer Zeit ist, der wir uns als Kirche entschieden stellen müssen“, sagte Bischof Overbeck bei dem Treffen. Zugleich räumte er ein, dass es im Bistum Essen mit seinen vielen Pfarreien, Gemeinden und Einrichtungen mit Blick auf den Klimaschutz „noch viel zu tun“ gebe. „Dabei können wir die nächsten Schritte immer nur im Rahmen unserer Möglichkeiten gehen. Aber wir werden sie gehen“, betonte Overbeck.

„Wir verfolgen alle das gleiche Ziel: die Bewahrung der Schöpfung“, sagte Overbeck zu den Klimaschützern. Er verwies darauf, dass sich einige der Forderungen von Christians for Future mit den sehr konkreten Handlungsempfehlungen der Deutschen Bischofskonferenz zum Klimaschutz deckten. Zudem würden die Vorschläge in die Arbeit des erst am Dienstag gegründeten Rates für Ökologie und Nachhaltigkeit einfließen.

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news-19518 Fri, 17 Sep 2021 10:37:26 +0200 Auf neuen Wegen mit dem ehemaligen Kirchenschiff des Bistums Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/auf-neuen-wegen-mit-dem-ehemaligen-kirchenschiff-des-bistums-essen Das Magazin BENE hat sich auf Spurensuche nach dem früheren Kirchenschiff des Bistums Essen begeben. Die neuen Besitzer der St. Nikolaus haben zu einer Fahrt auf der Weser bei Bremen eingeladen. Jahrzehntelang war die St. Nikolaus als Kirchenschiff im Duisburger Hafen für die Schifferseelsorge im Einsatz – zwischen Kohle und Stahl, zwischen Seeleuten, Bergmännern und Stahlarbeitern. Vorne eine kleine Küche und der Steuerstand, dahinter ein heller Kirchenraum, in dem bis zu 50 Gläubige Platz fanden. An Bord wurde gebetet, geheiratet, getauft und zur Erstkommunion gegangen. Bis der Betrieb der St. Nikolaus 2011 eingestellt wurde, das Schiff seitdem in Niedersachsen als Seminarraum einer Segelschule diente und sogar einmal sank. Was ist aus dem früheren Kirchenschiff geworden?

Heute manövrieren Bärbel Dargel und Clemens Rittel das 15 Meter lange Schiff durch die Gewässer rund um Bremen, verbringen jede freie Minute oder auch mal die Homeoffice-Arbeitszeit an Bord. Gekauft hat das Ehepaar das ehemalige Kirchenschiff 2020, übernahm es renoviert von einem Werftarbeiter. „Als wir das Boot gekauft haben, wussten wir nicht, wie bekannt die St. Nikolaus ist“, erzählt Clemens Rittel im Gespräch mit der BENE-Redaktion. Viele Menschen erinnern sich an das frühere Duisburger Schiff. Auch im neuen Heimathafen, dem Kutter- und Museumshafen Vegesack, klopft es immer mal wieder an die Kajütentür, wenn jemand das Schiff wiedererkennt. In Zukunft will das Bremer Ehepaar die St. Nikolaus auch als schwimmende Bühne bei Hafenfesten oder Konzerten nutzen. Das Ehepaar ermöglicht mit seinem Schiff auch todkranken Menschen den letzten Wunsch nach Hafen- und Meeresatmosphäre. Und vielleicht steuert das ehemalige Kirchenschiff des Bistums Essen auch mal wieder die das Ruhrgebiet an. „Zu einem der nächsten Hafenfeste oder der Fronleichnamsprozession im alten Hafen Duisburg“, sagt Clemens Rittel.

Die aktuelle Ausgabe des Bistumsmagazin mit dem Text zur St. Nikolaus finden Sie unter: bene-magazin.de

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news-19517 Wed, 15 Sep 2021 12:36:42 +0200 „Denkbar“ des Bistums Essen zu Lehren aus der Corona-Pandemie https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/denkbar-des-bistums-essen-zu-lehren-aus-der-corona-pandemie Teilnahme am Diskussionsabend ist in der Alten Lohnhalle in Bochum oder online möglich. Wie tot ist eigentlich der „tote Punkt“, von dem Kardinal Marx mit Blick auf die Kirche redet, tatsächlich? Was hat die Corona-Pandemie der katholischen Kirche vor Augen geführt? Unter dem Motto „Ein Virus leert/lehrt die Kirche“ lädt die nächste „Denkbar“ des Bistums Essen zum Diskussionsabend am Dienstag, 5. Oktober 2021, von 18.30 bis 21.30 Uhr ein. 

Interessierte können an dem Abend aus der „Denkbar“-Reihe vor Ort in der Alten Lohnhalle in Bochum-Wattenscheid, Lyrenstraße 13, oder online teilnehmen. Anmeldungen sind bis zum 28. September 2021 unter denkbar.bistum-essen.de, per Mail unter adriana.spicaite@bistum-essen.de oder telefonisch unter 0201/2204-431 möglich.

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news-19516 Wed, 15 Sep 2021 10:56:43 +0200 Overbeck: „Klimawandel ist größte gesellschaftliche Herausforderung“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/overbeck-klimawandel-ist-groesste-gesellschaftliche-herausforderung Gründungstreffen des neuen bischöflichen Rates für Ökologie und Nachhaltigkeit im Essener Bischofshaus. 15 Ratsmitglieder aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und der Umweltbewegung beraten den Bischof und das Bistum künftig in Klima- und Umweltfragen. Die Bekämpfung des Klimawandels ist für den Essener Bischof Franz-Josef Overbeck „die aktuell größte gesellschaftliche Herausforderung, die zudem zentrale Gerechtigkeitsaspekte berührt“. Overbeck äußerte sich am Dienstagabend, 14. September, beim Gründungstreffen des neuen bischöflichen Rates für Ökologie und Nachhaltigkeit im Essener Bischofshaus. In diesem Rat hat der Bischof namhafte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Umweltbewegungen in Nordrhein-Westfalen versammelt, um ihn und das Ruhrbistum künftig in Fragen von Umwelt- und Klimaschutz zu beraten. Unter anderem gehören NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU), der Geschäftsführer der Innovation City Bottrop, Tobias Clermont, der Vorstandsvorsitzende von Emschergenossenschaft und Lippeverband, Uli Paetzel, der Bochumer Photobiotechnologie-Professor Thomas Happe, der Vorstandssprecher von Thyssen Krupp Stahl Europe, Bernhard Osburg, und der Fridays-For-Future-Aktivist Julian Pannen zu dem insgesamt 15-köpfigen Gremium. Moderiert wird der neue Rat von Judith Wolf, Direktorin der Bistums-Akademie „Die Wolfsburg“.

"Wir müssen ehrlich und selbstkritisch feststellen, dass es auch für uns noch viel zu tun gibt"

„Als Kirche wollen wir in unserem Handeln eine Vorbildfunktion erfüllen“, sagte Overbeck. „Dabei müssen wir mit Blick auf unser Bistum ehrlich und selbstkritisch feststellen, dass es auch für uns noch viel zu tun gibt.“ Von dem neuen Rat erhofft sich der Bischof „wegweisende Impulse, wie wir dieser enormen Herausforderung in unserer Region gemeinsam begegnen können.“ Gerade weil die Kirche ein gesellschaftlich-politischer Akteur unter vielen sei, „ist mir der Dialog mit allen wichtig, die sich für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen“, so Overbeck. Wenn es durch die Vernetzung im Rat für Ökologie und Nachhaltigkeit gelinge, konkrete Umweltschutz-Maßnahmen auf den Weg zu bringen – auch für das Bistum Essen – dann diene dies allen Menschen, hob der Bischof hervor.

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news-19515 Tue, 14 Sep 2021 15:42:54 +0200 „Respekt, Alter!“ – das neue BENE-Magazin ist da https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/respekt-alter-das-neue-bene-magazin-ist-da Herbstausgabe erzählt Geschichten vom Fortschritt und vom Miteinander der Generationen. „Respekt, Alter!“ – Unter diesem Motto widmet sich die druckfrische Herbstausgabe von BENE nicht nur dem „Herbst des Lebens“. Das Essener Bistumsmagazin nimmt allerlei, das schon ein paar Semester hinter sich hat, unter die Lupe – und rückt es in ein neues Licht: Menschen, Systeme, Traditionen.

Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass die Oberhausener Comedy-Königin Gerburg Jahnke, die gerade wegen ihrer lauten „Ruhrpott-Schnauze“ von Fans geliebt wird, nun mit 66 Jahren ganz andere Seiten zeigt? „Ich glaube, die Aufgabe des Älterwerdens ist es, auf den letzten Metern ein guter Mensch zu werden“, erklärt sie im BENE-Interview.

Auch andere Menschen fortgeschrittenen Alters und ein Wissenschaftler haben in BENE viel Positives zu berichten: zum Beispiel, dass es fürs Entdecken ungeahnter Talente oder fürs Finden einer neuen Liebe nie zu spät ist.

Das gilt auch fürs Verarbeiten alter Traumata: Erstmals äußert sich ein Betroffener sexueller Gewalt durch einen katholischen Geistlichen im Bistumsmagazin. Eckhard Hömberg (69) aus Essen wurde als junger Gymnasiast von einem Religionslehrer missbraucht – und hat dies bis ins Alter verdrängt. Der renommierte Psychologe wagt den Schritt in die Öffentlichkeit, weil er anderen Betroffenen Mut machen will, ihr Schweigen zu überwinden und sich professionelle Unterstützung bei der Verarbeitung des Erlebten zu suchen.

Was bewegt jüngere Generationen?

Natürlich haben Menschen verschiedener Generationen etwas zu sagen. Sie kommen in BENE ebenfalls zu Wort und erklären, was sie aktuell bewegt und was ihnen wichtig ist. Wie entscheidend das gute Miteinander von Alt und Jung ist, zeigt sich dabei immer wieder. Das gilt auch beim Bekämpfen ganz unterschiedlicher Probleme wie dem neu erstarkten Antisemitismus in Deutschland oder den Folgen der Flutkatastrophe.

Ob Schweres oder Leichtes: Die Geschichten in der neuen BENE erzählen allesamt vom Fortschritt – der am besten gemeinsam gelingt.

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news-19514 Mon, 13 Sep 2021 15:17:25 +0200 Namen und Daten | 13.09.2021 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-13092021 Kaplan P. Andrzej Koláczkowski Kaplan P. Andrzej Koláczkowski

Die Ernennung von Kaplan P. Andrzej Koláczkowki zum vicarius paroecialis mit dem Titel Kaplan der Propsteipfarrei St. Peter und Paul in Bochum und seine Beauftragung mit der Seelsorge für die polnischsprachigen Katholiken der Stadtdekanate Bochum und Wattenscheid, Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen sowie des Kreisdekanates Hattingen – Schwelm wurde rückwirkend zum 1. Juni 2021 bestätigt.

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news-19513 Mon, 13 Sep 2021 10:51:21 +0200 Ehemaliger Essener Dompropst feiert seinen 103. Geburtstag https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/schulte-berge Ferdinand Schulte Berge erinnert sich gern und gut an sein langes Leben. Bei guter Gesundheit feiert der ehemalige Essener Dompropst Ferdinand Schulte Berge am Montag, 13. September 2021, seinen 103. Geburtstag im Kreise seiner Gäste. Der Jubilar, der immer noch selbständig in seiner eigenen Wohnung am Zwölfling mit Blick auf Dom und Rathaus lebt, war von 1978 bis zu seinem 75. Lebensjahr im Jahr 1993 als Dompropst Vorsitzender des Domkapitels, das dem Bischof bei der Leitung des Bistums zur Seite steht. Darüber hinaus trug Schulte Berge Verantwortung im Referat „Schule“ des Bischöflichen Generalvikariats sowie für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Bistums Essen. In dieser Funktion war er Vorsitzender der Gemeinsamen Kommission der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der nordrhein-westfälischen Landeskirchen und Diözesen sowie Aufsichtsratsvorsitzender des „Rheinischen Merkur“.

Im Ruhestand wirkte der ehemalige Dompropst viele Jahre als „Pfarrer im besonderen Dienst“ in der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung für Kinder, Jugendliche und Erzieher ebenso wie für die dort lebenden alten und kranken Menschen.

Schulte Berge wurde 1918 kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges in Gladbeck geboren und nahm nach dem Abitur 1937 sein Theologie-Studium auf. Nach einem Einsatz als Soldat an der Ostfront wurde er am 22. Mai 1948 von Bischof Michael Keller in der Heilig-Geist-Kirche in Münster zum Priester geweiht. Seine Jahre als Kaplan verbrachte er in Warendorf, Münster und Duisburg, das wenig später zum neuen Ruhrbistum gehörte. Dessen erster Bischof Franz Hengsbach holte Schulte Berge bald in die bischöfliche Verwaltung.

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news-19512 Sat, 11 Sep 2021 15:21:41 +0200 Kirchenkritiker Eugen Drewermann fordert Rückbesinnung auf das Vorbild Jesu https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/kirchenkritiker-eugen-drewermann-fordert-rueckbesinnung-auf-das-vorbild-jesu Die Kirche soll die Menschen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen, sagte der 80-jährige Theologe am Freitagabend bei einem Gesprächsabend mit dem Essener Generalvikar Klaus Pfeffer in der Mülheimer Bistumsakademie „Die Wolfsburg“. Der katholische Theologe und Psychoanalytiker Eugen Drewermann hat in der Mülheimer Bistums-Akademie „Die Wolfsburg“ eine Lanze dafür gebrochen, sich am Leben Jesu zu orientieren. „Für Jesus steht einzig der Mensch im Mittelpunkt seiner Verkündigung“, erklärte der große Kritiker der katholischen Kirche und der lehramtlichen Theologie am Freitag, 10. September, vor vollem Haus bei dem Diskussionsabend „Religion ist ein Ort von Hoffnung“. Drewermann wird nicht müde, immer wieder zu kritisieren, dass das Gottesbild der herkömmlichen christlichen Theologie den „Enttäuschungs-Atheismus“ befördert.

„Es wurde höchste Zeit, dass wir Sie als Gast in unserem Bistum und der Akademie begrüßen dürfen“, sagte Klaus Pfeffer, Generalvikar des Bistums Essen, unter großem Applaus. „Dass, was heute so selbstverständlich ist, war früher undenkbar und hätte für große Aufregung gesorgt“, warf der Generalvikar einen Blick zurück in eine Zeit, in der „das freie Wort in der Kirche, eine offene Auseinandersetzung in Glaubensfragen oft schwierig war“. 1991 hatte der damalige Paderborner Erzbischof Joachim Degenhardt dem wortgewaltigen Kirchenrebell Drewermann die Predigt- und Lehrbefugnis entzogen.

„Doch diese Zeiten gehen zu Ende“, freute sich der Generalvikar, der als junger Student von Gedanken Drewermanns durchaus fasziniert war. „Ihre Art, sich mit biblischen Texten auseinanderzusetzen und zu fragen, was Jesus für uns Menschen ganz konkret bedeutet, war für viele Menschen und auch für mich eine große Bereicherung auf dem Weg der eigenen Glaubensentwicklung.“ Die Einladung ins Bistum Essen, so der Generalvikar, sei auch ein Ausdruck der Wertschätzung für das Lebenswerk des 80-jährigen Theologen.

Drewermann fragt nach dem Nutzen der Religion

„Wozu soll die Religion nutzen?“, fragte Drewermann zu Beginn seines Vortrags. Angesichts von Naturkatastrophen und politischer Willkür flehten die Menschen Gott um Gnade für sich und ihre Liebsten an. „Doch dann stirbt der Mann doch, oder das Haus wird zerstört und der Schrei dringt zum Himmel, wie Gott das zulassen kann. Diese Art der Verzweckung Gottes muss in einem Enttäuschungs-Atheismus münden“, sagte Drewermann – eben weil diese Frage keine Beantwortung in dem Weltbild finde, das die Kirche lehrt. Es mache also keinen Unterschied, ob man betet oder nicht. Rumms, das saß – und die Zuhörerinnen und Zuhörer bekamen eine Ahnung davon, wie wirkmächtig Drewermann als Professor auf seine Studierenden ausgestrahlt haben muss. Das Auditorium in der „Wolfsburg“ hing an seinen Lippen, an den Lippen eines 80-Jährigen.

Gott hilft, das Leben zu bestehen

Die Kirchen schafften es nicht mehr, die Frohe Botschaft so zu vermitteln, dass Menschen heute wie zur Zeit Jesu erkennen, „dass das Neue Testament etwas zu sagen hat, das unser Leben entscheidend von Angst in Vertrauen, von Verzweiflung in Hoffnung, von Aggression in Güte verwandeln könnte“. Gott sei kein Wunscherfüller. Also, warum sollte man dennoch beten? Als Kind hatte Drewermann gelernt, „Wo ich gehe, wo ich stehe, bist du, oh Gott, bei mir.“ Ein Schlüssel zur Maxime seines Glaubens: „Gott bewahrt uns vor gar nichts. Aber er hilft uns, all das, was uns im Leben widerfährt, durchzustehen.“

Jesus habe am Abend seiner Verhaftung in Getsemani Gott angefleht, ihm den Kelch des „grausamen Todes am Kreuz“ zu ersparen. „,Aber nicht mein, sondern dein Wille geschehe`, sagt Jesus am Schluss. Gott erhört ihn, indem er alles geschehen lässt“, doziert Drewermann. „Er schickt Jesus aber einen Engel, um ihn zu stärken und es durchzustehen.“ Das Vertrauen und der Glaube an den liebenden Gott habe Jesus alles ertragen lassen.

Kritik an der „Verzweckung“ der Menschen

„Wir leben in einer Gesellschaft, in der es heißt: Streng dich an“, fährt Drewermann fort. Nur die Leistung zähle. Das bekämen schon die kleinen Kinder eingeimpft. „Wofür bist du also nutze“, stellt er eine Frage in den Raum. „Zur Sicherung des Industriestandortes Deutschland. Nützlich muss der Mensch sein. Darum geht es. Um das Produzieren und das Konsumieren. Der Mensch wird verzweckt. Ist austauschbar.“ Knallhart beantwortet der Theologe seine Frage gleich selbst. Dem Verzwecken hält Drewermann die Formel des Philosophen Immanuel Kant entgegen, aus der „der Mensch als Zweck an sich selbst und nicht als Mittel zum Zweck existiert“.

„Schau dich doch um in der Welt“, fordert er die Teilnehmenden eindrücklich auf. „Nirgendwo respektiert man dich als Zweck aus dir selbst.“ Sich anzustrengen, ein stilles, produktives Rädchen im Räderwerk des Kapitalismus zu sein, dass sei die menschliche Bestimmung. „Wie wäre es, wenn wir dem etwas entgegensetzen?“ Den Menschen in das Zentrum des Interesses stellten, ihn als Individuum wahrnähmen. „Darum sollte sich die Seelsorge kümmern. Jesus schaut ja auch zuerst auf den Menschen und akzeptiert ihn so, wie er ist. Gott stellt im neuen Bund keine Bedingungen.“ Jesus stehe vorbehaltlos im Namen Gottes an der Seite der Menschen. Dass rät Drewermann auch der katholischen Kirche, der er „ritualisiertes Gehabe“ bescheinigt, „um aus dem Desaster, in dem sie sich gerade befindet, wieder herauszufinden“. Die von Gott gemeinte Religion, „ist eingeschrieben einzig in unser Herz“.

Neuanfang der Kirche müsse auf „Vergebung“ beruhen“

Daher müsse das Gerede über den strafenden Gott ein Ende haben. Es gehe vielmehr um den Wert des Menschen an sich. Und das Wort, das der Mensch zum Leben benötige, laute: Vergebung. „Wenn es einen Neuanfang in der Kirche geben kann, dann beruht der auf diesem Wort“, betont der 80-Jährige. „Wer die Botschaft Jesu verstehen möchte, muss dieses Wort verstehen und anwenden.“

Die Kirche behaupte, an der Seite der Armen und Hilfsbedürftigen zu sein. „Nichts als ritualisierte Floskeln ohne Inhalt“, schimpft Drewermann. So gehe Glaubwürdigkeit verloren. Jesus habe Gesetze gebrochen, um für die Menschen da zu sein. „Dazu gehört Mut. Und die Orientierung am Beispiel Jesu: sich den Menschen zuwenden, ihn verstehen wollen, milde und sanft zu ihm sein, wie Jesus selber es war. Dann wird das Herz berührt.“ Und wenn die Kirche heute mehr sein wolle, als das Relikt einer längst vergangenen Epoche, dann müsse sie den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Verkündigung stellen, wie Jesus es getan habe.

„Die Institution Kirche, so wie wir sie kennen, in der wir groß geworden sind, scheint an ein Ende zu kommen“, äußert sich ein nachdenklicher, aber nicht resignierter Generalvikar am Ende der Veranstaltung. Denn jetzt bestünde „die große Chance“, der eigentlichen Frage nachzugehen: „Was ist es, was dieser Jesus in uns berührt und anrührt? Was bedeutet er uns eigentlich? Was glauben wir? Über diese Frage sprechen wir in unserer Kirche viel zu wenig“, führt Pfeffer aus. „Der heutige Abend war ein gutes Beispiel dafür, wie faszinierend es sein kann, wenn man sich intensiv mit den Worten und Taten Jesu auseinandersetzt.“

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news-19509 Fri, 10 Sep 2021 13:56:40 +0200 Pastor Gerhard Schürmann verstorben https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/pastor-gerhard-schuermann-verstorben Im Alter von 86 Jahren ist Pastor Gerhard Schürmann verstorben. Am Donnerstag, 9. September 2021 ist Pastor Gerhard Schürmann im Alter von 86 Jahren verstorben.

Der Verstorbene, der in Bochum gewohnt hat, wurde am 16.05.1935 in Lüdenscheid geboren und am 23.07.1960 in Gelsenkirchen zum Priester geweiht. Nach seiner Weihe war Gerhard Schürmann zunächst als Neupriester in St. Joseph in Gelsenkirchen-Schalke und im Anschluss als Kaplan in St. Georg in Essen-Heisingen sowie ab 1965 in St. Joseph in Bochum eingesetzt. Im Jahr 1970 übernahm er zusätzlich die Aufgabe als Geistlicher Beirat des Jung-KVV im Bistum Essen. Im Jahr 1972 ernannte ihn der Bischof von Essen als Pfarrer der Pfarrei St. Meinolphus-Mauritius in Bochum. Von 1981 an war er Definitor des Dekanates Bochum-Mitte und versah dort ab 1992 das Amt des Dechanten. Zusätzlich zur Leitung der Pfarrei St. Meinolphus-Mauritius wurde Gerhard Schürmann im Jahr 1995 auch Pfarrer der Pfarrei St. Marien in Bochum-Mitte. Dieses Amt hatte er bis zur Aufhebung der Pfarrei im Jahr 2002 inne.

Bei seiner Entpflichtung von der Aufgabe als Dechant des Dekanates Bochum-Mitte wurde Gerhard Schürmann im Jahr 2005 als Ehrendechant ernannt. Nach dem Eintritt in den Ruhestand übernahm er ab dem Jahr 2006 bis zur Vollendung seines 75. Lebensjahres im Jahr 2010 als Priester im besonderen Dienst weiterhin priesterliche und seelsorgliche Aufgaben in der damaligen Pfarrei St. Meinolphus-Mauritius, die im Jahr 2008 Teil der neuerrichteten Propsteipfarrei St. Peter und Paul in Bochum wurde. Gerhard Schürmann hat in seiner langen Dienstzeit als Priester und in mehr als drei Jahrzehnten als Pfarrer der Pfarrei St. Meinolphus-Mauritius das kirchliche Leben vor Ort mitgeprägt. Gleichzeitig arbeitete er in den Kuratorien der katholischen Altenheime in der Innenstadt mit.

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck weiß sich mit dem Verstorbenen in besonderer Weise verbunden und dankt ihm für seinen engagierten Dienst in Bistum Essen.

Das Auferstehungsamt wird gefeiert am Mittwoch, 15.9., um 10 Uhr in der Kirche St. Meinolphus-Mauritius, Meinolphusstr. 2, 44789 Bochum. Anschließend erfolgt die Beisetzung auf der Priestergruft des Friedhofs am Freigrafendamm, 44803 Bochum. Mitbrüder, die am Begräbnisamt teilnehmen, werden gebeten, Chorkleidung zu tragen. Die ordnungsbehördlichen Bestimmungen zur Corona-Pandemie sind unbedingt zu beachten.

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news-19510 Fri, 10 Sep 2021 13:56:40 +0200 Monsignore Hermann Zimmermann verstorben https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/monsignore-hermann-zimmermann-verstorben Im Alter von 86 Jahren ist Mosignore Zimmermann verstorben. Am Donnerstag, 9. September 2021 ist Monsignore Hermann Zimmermann im Alter von 86 Jahren verstorben.

Der Verstorbene, der in Gelsenkirchen-Buer  gewohnt hat, wurde am 23.02.1935 in Bochum-Wattenscheid geboren und am 23.07.1960 in Gelsenkirchen zum Priester geweiht. Nach seiner Weihe war Hermann Zimmermann zunächst Kaplan in der Pfarrei St. Anna in Gelsenkirchen-Schalke-Nord. Seit 1965 war er als Religionslehrer am Max-Planck-Gymnasium in Gelsenkirchen-Buer sowie als Subsidiar in der Pfarrei St. Anna und kurze Zeit später in St. Barbara in Gelsenkirchen-Buer-Erle tätig. Im Jahr 1970 wurde er zum Gymnasialpfarrer ernannt und übernahm ab Sommer 1971 als Subsidiar zusätzlich priesterliche Dienste an der Pfarrei St. Ludgerus in Gelsenkirchen-Buer, für die er im Mai 1982 als Pfarrer ernannt wurde. Im Jahr 1992 wurde er zusätzlich als Pfarradministrator der Pfarrei Heilig Geist in Gelsenkirchen-Buer-Schaffrath ernannt, für die er ab dem Jahr 1994 Rektoratspfarrer war. Hermann Zimmermann gehörte damit zu den ersten Priestern im Ruhrbistum, die zwei Pfarreien leiteten; in diesem Zusammenhang warb er für die Notwendigkeit der Zusammenarbeit über Pfarreigrenzen hinweg.

Im Oktober 1996 wurde Hermann Zimmermann zum Dechanten des Dekanates Gelsenkirchen-Horst und im Januar 2002 zum Definitor des neuen Dekanates Gelsenkirchen-Buer gewählt. Mit der Neuerrichtung der Propsteipfarrei St. Urbanus in Gelsenkirchen im August 2007 ernannte ihn der Bischof von Essen als Pastor mit der eigenverantwortlichen Wahrnehmung der Seelsorge in der Gemeinde St. Ludgerus in Gelsenkirchen-Buer.

Nach dem Eintritt in den Ruhestand im September 2009 war Hermann Zimmermann bis zur Vollendung seines 75. Lebensjahres als Pastor im besonderen Dienst in der Propsteipfarrei St. Urbanus in Gelsenkirchen, schwerpunktmäßig in der Gemeinde St. Josef in Gelsenkirchen-Buer-Scholven, tätig. Solange es seine Gesundheit zuließ leistete er auch darüber hinaus weiterhin gerne priesterliche Dienste in der Propsteipfarrei. Nicht zuletzt aufgrund seiner Herkunft aus einer Bergarbeiterfamilie war Hermann Zimmermann den Menschen im Ruhrgebiet nah. Vom Zweiten Vatikanischen Konzil und der Würzburger Synode geprägt, war er ein engagierter, den Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen zugewandter Priester.

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck weiß sich mit dem Verstorbenen in besonderer Weise verbunden und dankt ihm für seinen engagierten Dienst in Bistum Essen.

Die Totenvesper ist am Montag, 13.09., um 18.30 Uhr in der Kirche St. Ludgerus, Horster Str. 122 in 45897 Gelsenkirchen. Das Auferstehungsamt wird gefeiert am Dienstag, 14.09., um 9 Uhr, ebenfalls in der Kirche St. Ludgerus. Anschließend erfolgt die Beisetzung auf der Priestergruft des Hauptfriedhofs in Gelsenkirchen-Buer, Ortbeckstr., 45894 Gelsenkirchen. Mitbrüder, die am Begräbnisamt teilnehmen, werden gebeten, Chorkleidung zu tragen. Es gilt die sog. 3-G-Regel. Die ordnungsbehördlichen Bestimmungen zur Corona-Pandemie sind unbedingt zu beachten.

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news-19511 Fri, 10 Sep 2021 13:35:00 +0200 Namen und Daten | 10.09.2021 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-10092021 Pastor Georg Späh, Pastor Oliverdom Oguadiuru, Patoralreferentin Sabine Kotzer, P. Waldemar Josef Brysch OMI, P. Jens Watteroth OMI, P. Siegmund Malinowski OSCam Pastor Georg Späh wurde zum 1. September 2021 von seiner Ernennung als Pastor in der Pfarrei St. Joseph in Gelsenkirchen entpflichtet und zum Pastor an der Propsteipfarrei St. Augustinus in Gelsenkirchen ernannt.

Pastor Oliverdom Oguadiuru wurde zum 1. September 2021 von seiner Ernennung als Pastor in der Pfarrei St. Joseph in Gelsenkirchen entpflichtet und zum Pastor an der Propsteipfarrei St. Augustinus in Gelsenkirchen ernannt.

Patoralreferentin Sabine Kotzer wurde zum 1. September 2021 von ihren Aufgaben als Patoralreferentin in der Pfarrei St. Laurentius in Essen entpflichtet.

P. Waldemar Josef Brysch OMI wurde zum 1. September mit einem Beschäftigungsumfang von zunächst 50% zum vicarius paroecialis mit dem Titel Pastor der Pfarrei St. Laurentius in Essen ernannt.

P. Jens Watteroth OMI wurde zum 1. September mit einem Beschäftigungsumfang von zunächst 50% zum vicarius paroecialis mit dem Titel Pastor der Pfarrei St. Laurentius in Essen ernannt.

P. Siegmund Malinowski OSCam ist zum 1. Dezember 2021 vicarius paroecialis mit dem Titel Pastor der Propsteipfarrei St. Ludgerus in Essen-Werden ernannt worden und mit einem Beschäftigungsumfang von 50% mit der Krankenhausseelsorge am St. Josef Krankenhaus Essen-Werden GmbH und am Ev. Krankenhaus Essen-Werden der Ev. Kliniken Essen-Mitte gGmbH beauftragt worden.

mit

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news-19508 Wed, 08 Sep 2021 15:42:48 +0200 Petra Gerster liest im Essener Medienforum aus „Keine Bibel“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/petra-gerster-liest-im-essener-medienforum-aus-keine-bibel Journalistin und ehemalige Moderatorin der ZDF-„heute“-Nachrichten gibt zusammen mit ihrem Mann Christian Nürnberger einen Crashkurs in Sachen Heiliges Buch. Nichts bräuchte die Welt derzeit dringender als die Geschichten der Bibel. „Aber die Welt weiß das nicht, weil sie diese Geschichten vergessen hat“, sagt Spiegel-Bestseller-Autor Christian Nürnberger. Dabei sie Bibel gerade das Buch, ohne dass man nichts versteht. Doch was steht eigentlich drin?

Das verrät Nürnberger bei der Vorstellung seines neuen Werks „Keine Bibel“ am Montagabend, 13. September, im Essener Medienforum. Prominent unterstützt wird er an diesem Abend von seiner Ehefrau, der bekannten Journalistin und ehemaligen Moderatorin der ZDF-„heute“-Nachrichten Petra Gerster: Während der Autor eine Einführung zum Thema „Bibel und heutigen Umgang mit der Bibel“ geben wird, liest Gerster anschließend aus seinem neuen Werk „Keine Bibel“. Das große Buch der Bücher zusammengefasst in acht Botschaften.

Der bekannte Journalist und freie Autor Christian Nürnberger studierte Theologie, arbeitete als Reporter bei der Frankfurter Rundschau und veröffentlicht regelmäßig in der Süddeutschen Zeitung, im SZ-Magazin und der ZEIT. Seine Luther-Biografie „Der rebellische Mönch, die entlaufene Nonne und der größte Bestseller aller Zeiten“ stand monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Die preisgekrönte Journalistin Petra Gerster sammelte erste berufliche Erfahrungen beim WDR und beim BR, bevor sie 1989 die Moderation des ZDF-Magazins „ML Mona Lisa“ übernahm. Dafür wurde sie 1996 mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichnet. Ab August 1998 war sie als Hauptmoderatorin in den „heute“-Nachrichten um 19 Uhr zu sehen. Mitte Mai 2021 verließ Gerster das ZDF und ging in den Ruhestand.

Am Montag, 13. September, gibt Autor Christian Nürnberger im Essener Medienforum eine Einführung zum Thema „Bibel und heutigen Umgang mit der Bibel“, Petra Gerster, seine Frau, liest anschließend aus dem Buch „Keine Bibel“. Beginn ist um 19.30 Uhr, Einlass um 18.45 Uhr. Karten sind zum Preis von 12 Euro im Vorverkauf beim Medienforum, Zwölfling 14, Telefon 0201 2204-274, erhältlich, oder – wenn nicht ausverkauft – an der Abendkasse.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit „Das Bibelwerk“ und der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung Essen. Aufgrund der Corona-Pandemie gelten im Medienforum die 3G-Regeln.

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news-19505 Wed, 08 Sep 2021 14:11:00 +0200 Die katholische Landschaft wird immer bunter https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/die-katholische-landschaft-wird-immer-bunter Zwei Tage lang haben mehr als 100 Theologen, Seelsorger und viele weitere Kirchen-Mitarbeiter in der Mülheimer Bistumsakademie „Die Wolfsburg“ über die Zukunft der Pfarrei diskutiert. Ein Fazit: Große Pfarreien sind der Rahmen, in dem sich das kirchliche Leben vielfältig entwickeln kann – Identität stiften sie kaum. Früher gab es für Katholiken eine Kirche mit einem Pfarrer – und wenn man im Sprengel dieser Kirche wohnte, war man in der dortigen Pfarrei zu Hause. Heute ist das Bild vielfältiger: Weil Priester fehlen und sich große Einheiten einfacher verwalten lassen, wurden in ganz Deutschland Pfarreien zusammengeschlossen – mal zu „Gemeinschaften der Gemeinden“, „Pastoralverbünden“ oder zu großen Pfarreien mit mehreren Gemeinden, wie im Bistum Essen vor rund 15 Jahren. Entstanden sind dabei Organisationen, die mehrere Orts- und Stadtteile umfassen und mehrere tausend Mitglieder zählen, die jedoch aus der Sicht mancher Gläubiger weit vom eigenen Leben entfernt sind. „Eine Pfarrei ist oftmals keine identitätsstiftende Größe mehr“, brachte es am Montag Markus Potthoff auf den Punkt, Leiter der Hauptabteilung Pastoral und Bildung im Bistum Essen. Mit über 100 Wissenschaftlern, Seelsorgenden und weiteren kirchlichen Mitarbeitenden diskutierte der Theologe am Montag und Dienstag in der Mülheimer Bistums-Akademie „Die Wolfsburg“ über „die Pfarrei der Zukunft“.

Corona hat das Tagungsthema verschärft

Eigentlich sollten die Fachleute darüber bereits vor eineinhalb Jahren in der „Wolfsburg“ debattieren, erinnerte Generalvikar Klaus Pfeffer in seiner Begrüßung. Doch die Coronapandemie habe nicht nur den Termin verschoben, sondern auch den inhaltlichen Schwerpunkt der Tagung verschärft, so Pfeffer. Die Veränderungsprozesse in unserer Kirche werden noch rasanter. „So wie vor Corona wird es auf keinen Fall mehr werden“, betonte der Generalvikar. Die Frage nach den Strukturen für das kirchliche Leben vor Ort sei damit aktueller denn je – und längst nicht nur ein Thema im Ruhrbistum, wie das große Interesse an der Tagung aus anderen Teilen Deutschlands zeige.

Potthoff: „Die Pfarrei ist ein Ordnungsrahmen“

Für das Ruhrbistum beschreibt Potthoff die Situation nach 15 Jahren mit den Großpfarreien und den Pfarreientwicklungsprozessen der Jahre 2015 bis 2018 so: „Die Pfarrei ist ein Ordnungsrahmen.“ Dieser Rahmen könne eine sichtbare Marke nach Außen sein, ein Bild der kirchlichen Präsenz in der Stadt oder im Stadtteil. Doch Identität, eine Heimat für ihren Glauben und Anknüpfungspunkte für ehrenamtliches Engagement fänden die Kirchenmitglieder vor allem in kleineren Einheiten und in sehr unterschiedlichen Formen der Vergemeinschaftung. Das kirchliche Leben finde vor Ort statt – mancherorts in klassischen Gemeinden, also an Orten mit Kirche, Gemeindeheim oder einem anderen Treffpunkt für Gottesdienste und kirchliches Leben. Daneben werde es künftig wohl noch viel stärker auf „geistliche Millieuhotspots ohne territoriale Zuordnung“ ankommen, so Potthoff. Der Salzburger Theologe Hans-Joachim Sander stellte fest, dass sich die pastorale Praxis derzeit in einem Maße verändere, „wie das in der modernen Kirchengeschichte nach der Reformation einmalig ist“. Das schaffe „große Chancen“, wecke aber auch „tiefe Ängste“.  

Dörnemann: „Es braucht die Pastoral vor Ort.“

Zudem brauche es nach wie vor „die Pastoral vor Ort“, sagte Michael Dörnemann, Pastoraldezernent im Bistum Essen – wenngleich diese heute nicht mehr überall gleich aussehe. Gerade durch die Pfarreientwicklungsprozesse habe sich die Gestalt der kirchlichen Präsenz vor Ort sehr ausdifferenziert und oft stärker an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst: „Vor 30 oder 40 Jahren gab es beispielsweise in St. Markus in Essen-Bredeney das gleiche Grundangebot wie in St. Josef in Essen-Katernberg – das ist heute anders.“

Werbung für „dienstleistungsorientierte Pfarreien“

Björn Szymanowski vom Zentrum für angewandte Pastoralforschung an der Bochumer Ruhr-Uni hat die pastorale Seite der Voten aller Pfarreientwicklungsprozesse im Ruhrbistum analysiert. Dabei hat der Theologe zwei grundsätzliche Pfarrei-Modelle identifiziert: einen gemeindeorientierten und einen pfarreiorientierten Typ. Vor diesem Hintergrund plädiert Szymanowski dafür: „Gemeinde darf nicht im Gegenentwurf zur Pfarrei gedacht werden. Das wird dem Potenzial der Pfarrei als Ordnungsstruktur nicht gerecht.“ Szymanowski wirbt für „dienstleistungsorientierte“ Pfarreien: Personal und Geld müsse für die Arbeit vor Ort bereit gestellt werden – nicht nur in Gemeinden, sondern auch in einem sozialpastoralen Zentrum oder anderen Projekten und Initiativen, die im Netzwerk der Pfarrei miteinander verbunden sind. Deshalb müsse die Pfarrei im Sinne einer lokalen Kirchenentwicklung orientiert an Bedarfen vor Ort denken und planen.

Vielschichtige Fragen der Kirchenentwicklung

Wie vielschichtig die Fragen der Kirchenentwicklung vor Ort sind, wurde am Dienstag anhand der acht Workshops deutlich, in denen die Tagungsteilnehmer einzelne Themen vertiefen konnten: Von Fragen der Partizipation, über die Beteiligung der Kirchenmitglieder, Steuerungsmodelle für Veränderungsprozesse, Qualitätsmanagement und Aspekte der Pfarreileitung reichte das Spektrum. Und am Ende der Tagung stand zumindest eines fest: Die Vielfalt der kirchlichen Landschaft wird in den kommenden Jahren eher noch größer werden. 

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news-19507 Wed, 08 Sep 2021 10:51:40 +0200 Betriebsfest: Generalvikariat und Medienforum sind am Donnerstag-Nachmittag geschlossen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/betriebsfest-generalvikariat-und-medienforum-sind-am-donnerstag-nachmittag-geschlossen Am Freitag, 10. September, sind die Einrichtungen wieder regulär geöffnet. Wegen eines Betriebsfests am Donnerstag, 9. September, sind das Bischöfliche Generalvikariat und das Medienforum am Essener Zwölfling am Nachmittag geschlossen. Das Medienforum ist lediglich von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

Am Freitag, 10. September, sind die Einrichtungen wieder regulär geöffnet.

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