Bistum-Essen RSS Feed - https://www.bistum-essen.de de-de Bistum Essen Tue, 06 Dec 2022 22:17:07 +0100 Tue, 06 Dec 2022 22:17:07 +0100 TYPO3 news-20087 Fri, 02 Dec 2022 11:40:45 +0100 Bischof Overbeck diskutiert über die Zukunft der Arbeit im Ruhrgebiet https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-diskutiert-ueber-die-zukunft-der-arbeit-im-ruhrgebiet Digitalisierung und technischer Fortschritt verändern die Arbeitswelt, ermöglichen zugleich aber neue Geschäftsmodelle, Arbeitsfelder und auch neue Arbeitsplätze. Damit Potenziale gehoben werden können, muss der Wandel der Arbeitswelt gestaltet werden, so der Tenor eines Diskussionsabends in der Mülheimer Bistumsakademie Die Wolfsburg, der in Kooperation mit der Ruhrgebietswirtschaftsförderung Business Metropole Ruhr (BMR) und mit dem Wirtschaftsbündnis Initiativkreis Ruhr (IR) stattfand. Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat die vielschichtige Bedeutung von Arbeit in einer sich durch Digitalisierung und technischen Fortschritt strukturell wandelnden Arbeitswelt unterstrichen. „Für sehr viele Menschen ist Arbeiten eine Notwendigkeit, um das Lebensauskömmliche zu erlangen, aber zugleich erfährt der Mensch – dadurch dass er arbeiten darf und kann –, seine eigene Würde, die wiederum von Gott kommt“, sagte der Ruhrbischof am Mittwochabend, 30. November, in der Wolfsburg.

In der Corona-Pandemie mit Phasen des Lockdowns und der Isolation habe sich zudem der hohe soziale Wert und die Sinnhaftigkeit von Arbeit deutlich gezeigt, sagte Overbeck. Corona habe die Digitalisierung deutlich nach vorne gebracht und das Arbeiten sehr flexibilisiert, was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einfacher gemacht habe.

Unter dem Titel Digitaler und innovativer! Die Zukunft der Arbeit im Ruhrgebiet diskutierte Overbeck mit der Geschäftsführerin der Business Metropole Ruhr, Julia Frohne, mit Francesco Grioli, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE), mit dem ehemaligen Präsidenten des Instituts Arbeit und Technik im Wissenschaftszentrum NRW, Franz Lehner, und mit Michelle Kwyas vom Mentoring-Programm des Jungen Initiativkreises Ruhr. IR-Geschäftsführerin Anette Bickmeyer fehlte kurzfristig auf dem Podium. Neben den von Wolfsburg-Dozent Mark Radtke moderierten Wortbeiträgen gab es immer wieder interaktive Umfrageelemente, die Anna Steinmeier, Projektmanagerin des Jungen Initiativkreises Ruhr, in die Debatte einbrachte.

Wie eine Transformation der Arbeitswelt sozial gerecht gestaltet werden kann, was die Innovationstreiber sind und wie zukunftsfähig die Arbeit im Ruhrgebiet ist, hatte Akademiedirektorin Judith Wolf bei ihrer Begrüßung gefragt. Wolf führte ein vor kurzem veröffentlichtes Dynamikranking an, wonach etwa Dortmund im Standortwettbewerb zu den zehn dynamischsten Städten Deutschlands gehöre.

Der Ruhrbischof betonte die große Bedeutung einer Verkehrstransformation für die Zukunft des Ruhrgebiets. „Die Kleinstaaterei im Ruhrgebiet im Hinblick auf den Verkehr“ müsse einer Vernetzung aller Verkehrsträger weichen. Nur mit dem deutlichen Ausbau der Infrastruktur könnten etwa ermüdende Staus reduziert werden. Mehr Mobilität mache die Region aber wiederum für Unternehmen attraktiv, die ihrerseits mit einer Ansiedlung im Ruhrgebiet Arbeitsplätze generierten.

Soziologe Lehner: Es braucht ein Konzept zur Gestaltung des Wandels

Der frühere Präsident des Instituts Arbeit und Technik im Wissenschaftszentrum NRW, Franz Lehner, mahnte ein rechtzeitiges und konkretes Konzept an, um auf die Gegebenheiten der veränderten Arbeitswelt reagieren zu können. „Es gibt Chancen für neue Arbeitsplätze, aber diesen Strukturwandel muss man sich in den nächsten 10, 20, 30 Jahren erarbeiten und ihn gestalten“, sagte der Soziologe. „Das wird die entscheidende Frage sein.“  Doch das Ruhrgebiet habe etwa bei der Kulturhauptstadt 2010 gezeigt, was mit gebündelten Kräften und unter Einbeziehung der Menschen in der Region möglich sei, und so die kulturelle Stärke des Ruhrgebiets ins Bewusstsein gebracht – mit Erfolg. Verpasse man allerdings dieses Momentum, seien die Aussichten eher düster, warnte Lehner.

BMR-Geschäftsführerin: Ruhrgebiet ist „Modellregion und Reallabor“

BMR-Geschäftsführerin Frohne zeigte sich dagegen optimistischer. Digitalisierung und Transformation müssten als große Chance begriffen werden. „In einer Region mit 53 Städten, in denen mehr als fünf Millionen Menschen leben, kann Digitalisierung eine Transparenz über Entfernungen hinweg schaffen“, sagte Frohne. Auf diese Weise könnten enorme Potenziale für Synergien freigesetzt werden: „Wenn das Ruhrgebiet wüsste, was das Ruhrgebiet weiß.“

Im Hinblick auf den Fachkräftemangel, der sich mit dem Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge in den kommenden Jahren noch verschärfen werde, könne die Digitalisierung helfen, den Mangel zu lindern, weil Arbeitnehmer beispielsweise auch aus entfernteren Städten heraus arbeiten könnten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts werden bis 2036 rund 13 Millionen Erwerbspersonen der sogenannten Babyboomer das Renteneintrittsalter überschritten haben.

Transformationen gehören laut Frohne aber seit jeher zum Ruhrgebiet. Die Metropolregion Ruhr habe sich aus einer Region mit noch mehr als 300 000 Bergbaubeschäftigten in den 1960er Jahren mit dem Ende der Steinkohle-Ära zu einer Metropolregion mit rund 260 000 Studierenden an 22 Hochschulen gewandelt. „Das gibt Hoffnung und hilft, mit Herausforderungen zurechtzukommen“, unterstrich Frohne. Mit seiner „Historie aus Kohle und Stahl“ und seiner Transformation sei das Ruhrgebiet „Modellregion und Reallabor“.

Gewerkschafter: Beständige Arbeitsverhältnisse sind die Basis

IGBCE-Hauptvorstandsmitglied Francesco Grioli unterstrich die Herausforderungen für den Arbeitsmarkt durch die demografische Entwicklung und den damit einhergehenden Fachkräftemangel. „Umqualifizierungen im großen Stil“ würden für die Arbeitswelt der Zukunft entscheidend sein.

„Doch bei aller Schwierigkeit: Die Verantwortung in der sozialen Marktwirtschaft steht auf einem Wertefundament“, betonte Grioli. Menschen bräuchten beständige Arbeitsverhältnisse, um Planungssicherheit für ihr Leben zu haben und damit ihnen gesellschaftliche Teilhabe möglich ist – angefangen vom Mut, eine Ehe und Partnerschaft einzugehen, Kindern das Leben zu schenken, bis hin zur Beteiligung am Gemeinwohl. Arbeit sei sinnstiftend.

Kwyas: Junge Menschen wollen mit ihrer Arbeit Beitrag leisten

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit sei eine ganz entscheidende vor allem für junge Menschen, berichtete Michelle Kwyas vom Mentoring-Programm des Jungen IR. Junge Menschen stellten sich sehr oft die Frage, wie sie mit ihrer Tätigkeit einen Beitrag zur Gestaltung großer Zukunftsthemen leisten könnten. Das Ruhrgebiet in seiner Vielfalt sei dafür ein guter Ort. „Wir brauchen keine große Angst zu haben, dass die jungen Leute weggehen.“

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news-20086 Thu, 01 Dec 2022 12:07:15 +0100 Hilfe in der Trauer um Sternenkinder https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/hilfe-in-der-trauer-um-sternenkinder Wenn ein Kind in der Schwangerschaft oder unmittelbar nach der Geburt stirbt, machen sich Verzweiflung und Hilfslosigkeit breit. Hier stehen Klinikseelsorgende mit Trost und Rat beiseite. In Essen laden sie am 11. Dezember, dem Gedenktag für verwaiste Eltern, erstmals zu einem ökumenischen Gottesdienst für Sternenkinder-Eltern ein. Kleine Windspiele, Kerzen, Engel – und immer wieder Schmetterlinge. Vielleicht ist das hier der bunteste Ort auf dem ganzen Friedhof. Hier, im Schatten des Essener Elisabeth Krankenhauses liegt Liana-Sophie begraben, zusammen mit Dario, Zoe und dutzenden anderen Kindern. Sie werden Sternenkinder genannt, weil sie noch im Mutterleib gestorben sind, während der Geburt oder wenige Stunden danach. Und weil es viele Menschen gibt, die um diese Sternenkinder trauern, laden die katholische und die evangelische Kirche in Essen am Sonntag, 11. Dezember, um 19 Uhr, erstmals zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst für Sternenkinder in die Marktkirche ein.

Gemeinsam gestalten die drei Klinikseelsorgerinnen Juliane Gayk, Petra Kerperin (beide Elisabeth Krankenhaus) und Eileen Krauße (Uni-Klinikum) diesen Gottesdienst. Als Seelsorgerinnen in den beiden Essener Geburtskliniken sind sie regelmäßig mit dem Leid konfrontiert, das werdende Eltern erleben, wenn das Kind stirbt, das sie nicht einmal kennenlernen konnten. Jetzt stehen die drei Frauen gemeinsam an der Grabstelle mit den vielen bunten Schmetterlingen, wo viermal im Jahr die Sternenkinder des Elisabeth Krankenhauses beerdigt werden. Erst seit 2004 ist in NRW gesetzlich geregelt, dass Kliniken Sternenkinder bestatten müssen, wenn deren Mütter und Väter dies nicht selbst übernehmen möchten.

Auch wenn zu diesen Trauerfeiern oft nur wenige Angehörige kämen, seien die Grabstellen für viele Sternenkinder-Familien sehr wichtig, sagen die Seelsorgerinnen. „Selbst wenn sie nicht zur Bestattung kommen, wissen die Eltern, wo das Kind bestattet ist“, sagt Eileen Krauße. Und Petra Kerperin berichtet von einem Elternpaar, das sich erst zwei Jahre nach der Beisetzung ihres Sternenkinds an sie gewandt hat – und dem sie mithilfe der Friedhofsverwaltung im Gräberfeld exakt die Stelle zeigen konnte, an der das Kind beigesetzt worden war.

Wie soll man mit Eltern sprechen, die ihr Kind verloren haben?

Wie es ist, ein Kind zu verlieren, sei für die Familien sehr unterschiedlich, hat Kerperin beobachtet. So gebe es Fehlgeburten in der achten Schwangerschaftswoche, bei denen sich die Eltern noch gar nicht als Eltern fühlten – und es gebe Sternenkinder in der 38. Woche, bei denen zuhause bereits das komplette Kinderzimmer eingerichtet ist. Bei vielen Sternenkind-Eltern gebe es in ihrer Verzweiflung „eine große Hilflosigkeit“, sagt Krauße. Gerade noch standen die Zeichen auf Geburt – und plötzlich dreht sich alles um einen Sterbefall. Diese Hilflosigkeit breite sich auch auf Angehörige und Freunde aus: Wie soll man mit Eltern sprechen, die ihr Kind verloren haben? Und was sagen Sternenkind-Mütter und -Väter bei einer frühen Fehlgeburt Freunden und Angehörigen, denen sie zuvor noch nicht von der Schwangerschaft berichtet haben? In dieser Situation seien viele Paare sehr dankbar, wenn die Seelsorgerinnen „eine proaktive Begleitung“ anböten, sagt Krauße, also von sich aus auf die Mütter oder Elternpaare zugehen. Das bestätigt auch die evangelische Pfarrerin Gayk, die selbst eine Sternenkindmutter ist. „Das Umfeld ist in dieser Situation so sprachlos, so hilflos. Da tut es gut, Seelsorgende an der Seite zu haben, die vieles möglich machen können.“

Noch vor dem Thema Bestattung stehe oft die Frage im Raum, ob die Eltern das Kind noch einmal sehen möchten, „wozu ich die Eltern immer ermutige“, sagt Kerperin. Krauße verweist zudem auf den wertvollen Dienst der ehrenamtlich tätigen Fotografinnen und Fotografen, die Sternenkind-Müttern und -Vätern ein dauerhaftes Andenken an ihre Kinder ermöglichen. Für Sternenkind-Eltern, die oft noch gar nicht richtig Eltern sein konnten, sei es „ganz viel wert, als Eltern wahrgenommen zu werden“, sagt Gayk. Oft seien es gerade die Menschen aus den Seelsorge-Teams, „die den Eltern dieses Ansehen geben“.

Viel Mitgefühl auf den Klinik-Stationen

Trotz aller Hightech-Medizin und des großen Arbeitspensums in großen Kliniken „erlebe ich dort viel Mitgefühl“, sagt Kerperin. Wenn eine hochschwangere Frau aufgenommen werde, bei der es ernsthafte Sorgen um das Baby gibt „hofft und bangt die ganze Station mit“. Und wenn das Kind dann trotz aller Bemühungen stirbt, „liegt das schwer wie ein unsichtbarer Schleier auf der Station“. Gerade dann sind Kerperin und ihre Kolleginnen gefragt. Nicht, um diese Trauer zu nehmen, aber um zu begleiten. In erster Linie geht es da um die Mütter, die das tote Kind oft noch zur Welt bringen müssen. Aber die Seelsorgenden stehen auch dem Personal zur Seite, dessen Job es doch eigentlich ist, den Müttern zu helfen, ihre Kinder gesund auf die Welt zu bringen. Deshalb lädt Kerperin auch zu jeder Beisetzungsfeier die Mitarbeitenden der Gynäkologie ein. „Und wenn es zeitlich passt, kommt die Chefärztin selbst und spricht im Gottesdienst zu den Angehörigen“, berichtet Kerperin. Dr. Daniela Reitz ist eben nicht nur Medizinerin, sondern auch Theologin. Außerdem nehmen regelmäßig Schwestern vom Orden der „Barmherzigen Schwestern von der heiligen Elisabeth“ an den Trauerfeiern teil. In der Pflege sind die Schwestern schon länger nicht mehr tätig, „aber die Sternenkinder liegen ihnen sehr am Herzen“, sagt Kerperin.

So bunt und beinahe fröhlich, wie die Gräberfelder der Geburtskliniken wirken, auf denen die Sternenkinder bestattet werden, so groß ist die Tabuzone, die dieses Thema umgibt. „Tod und Sterben ist in unserer Gesellschaft ein Tabu, tote Kinder sowieso“, sagt Gayk. Kerperin verweist auf die „Nicht-Sichtbarkeit“ der Sternenkinder, die es vielen schwierig mache, damit umzugehen: „Das Kind ist da und ist doch nicht da.“ Dieser Nicht-Sichtbarkeit möchten die drei Seelsorgerinnen entgegentreten, um den betroffenen Familien in ihrer Trauer zu helfen. Deshalb laden sie am Gedenktag für verwaiste Eltern zu einem eigenen Gottesdienst für Sternenkinder-Eltern. Weil diese anders trauern als Eltern, die ihre Kinder mehrere Jahre begleiten konnten. „Und weil es viele Menschen betrifft“, sagt Pfarrerin Gayk.

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news-20085 Thu, 01 Dec 2022 11:26:03 +0100 Mirja Wolfs verlässt den KiTa Zweckverband im Bistum Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/mirja-wolfs-verlaesst-den-kita-zweckverband-im-bistum-essen Geschäftsführerin Mirja Wolfs verlässt nach elf Jahren den KiTa Zweckverband. Ab Januar und übernimmt sie im Erzbistum Berlin die Geschäftsführung des sich dort neu gründenden „Zweckverband der Katholischen Kirchengemeinden“. Mit dem Ausscheiden von Mirja Wolfs verlässt eine erfahrene Strategin den KiTa Zweckverband. 2011 hat sie ihre Karriere bei dem Träger von über 250 Kindertagesstätten im Bistum Essen begonnen. Zuerst als Referentin für Perso-nalentwicklung, dann als stellvertretende Geschäftsführerin und schließlich als Geschäftsführerin hat sie den 2006 gegründeten Verband strukturell und inhaltlich geprägt. Insbesondere den Modernisierungsprozess „KiTa 4.0“ hat sie initiiert und maßgeblich vorangetrieben, um die katholischen Kindertageseinrichtungen im Bistum Essen langfristig zukunftsfähig aufzustellen.

Als Ausgangspunkt ihres Wirkens beschreibt Mirja Wolfs die Elementarpädagogik: „Es war mir immer ein Anliegen, die Kinder in den Mittelpunkt zu stellen und Bildungsprozesse so auszurichten, dass die nächste Generation bestmöglich auf eine sich verändernde Welt vorbereitet wird.“ Die komplexen Herausforderungen von pädagogischen Fachkräften hat Mirja Wolfs innerhalb und außerhalb von Kirche sichtbar gemacht und stets die gesellschaftliche Relevanz frühkindlicher Bildung und Betreuung in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Innerhalb des Verbandes hat sie für eine strategische Neuausrichtung gesorgt, Digitalisierungsprozesse angestoßen und einen Paradigmenwechsel in Bezug auf die Weiterentwicklung der gesetzlichen Fachberatung eingeläutet.

Generalvikar würdigt Wolfs Engagement für das Zusammenwachsen des Verbands

Generalvikar Klaus Pfeffer, Mitglied im Verwaltungsrat des KiTa Zweckverbandes, zollt Mirja Wolfs Respekt und Anerkennung für ihren engagierten Dienst. „Das Bistum Essen hat Mirja Wolfs viel zu verdanken, denn sie hat maßgeblich dazu beigetragen, dass unsere KiTas mit ihren vielen Mitarbeitenden in einem starken und weithin anerkannten Verband zusammengewachsen sind“, so der Generalvikar. Er erinnerte an die Skepsis, die die Anfangsjahre des KiTa Zweckverbandes begleiteten. „Heute sind wir froh und dankbar, dass wir durch den KiTa Zweckverband in der Lage sind, uns den gewaltigen Herausforderungen zu stellen, die unsere KiTas nur in einem starken Verband bewältigen können.“ Mirja Wolfs habe sich dabei gerade in ihrer Funktion als Geschäftsführerin weit über das Bistum Essen hinaus große Anerkennung erworben. Darum sei es nicht verwunderlich, wenn sie nun in Berlin am Aufbau eines ähnlichen Verbandes mitwirken dürfe. „Natürlich ist es schade, dass nun der gemeinsame Weg mit Mirja Wolfs in unserem Bistum zu Ende geht“, gesteht der Generalvikar, aber er freue sich auch mit ihr über die große Chance, in der Bundeshauptstadt den Neuaufbau eines KiTa Zweckverbandes verantworten zu dürfen.

„Als Kind des Ruhrgebiets habe ich mich dem Bistum Essen immer sehr verbunden gefühlt“, resümiert Wolfs. „Ich bin dankbar für alles, was ich hier lernen und umsetzen durfte. Viele Menschen und ihre Geschichten haben mich persönlich bereichert. Nun ist es Zeit für eine neue berufliche Herausforderung, auf die ich mich sehr freue.“

Die Neubesetzung von Wolfs Stelle als pädagogische Geschäftsführung ist derzeit noch offen. Die kaufmännische Geschäftsführung des KiTa Zweckverbandes nimmt Anne Berger wahr.

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news-20084 Thu, 01 Dec 2022 10:23:21 +0100 Pater Rainer Autsch wird neuer Chef des Kirchengerichts in Münster https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/pater-rainer-autsch-wird-neuer-chef-des-kirchengerichts-in-muenster Als neuer Offizial ist der 40-jährige Pallotinerpater auch für das Ruhrbistum zuständig Das Bistum Essen bekommt einen neuen obersten Kirchenrichter. Münsters Bischof Felix Genn hat Pater Rainer Autsch zum neuen Leiter des münsterschen Diözesangerichts ernannt, das auch für das Bistum Essen zuständig ist. Der 40-Jährige übernimmt das Amt des Offizials zum 15. Dezember. Bereits seit 2015 ist er Diözesanrichter des Bistums Münster mit einem Stellenumfang von 50 Prozent.

Der gebürtige Koblenzer trat nach dem Abitur 2002 in den Orden der Pallottiner ein. Sein Theologie-Studium im rheinland-pfälzischen Vallendar und Rom beendete er 2009. Im selben Jahr wurde er zum Diakon, 2010 zum Priester geweiht. Nach einer Kaplanszeit in Limburg nahm Autsch 2013 an der Uni Münster den Studiengang „Lizentiat im Kanonischen Recht“ auf, den er 2015 abschloss.

Vier Jahre lang promovierte er anschließend bei dem münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller zum Thema „Die deutschen Diözesen, ihre Organe der Vermögensverwaltung und ihr Bemühen um mehr Transparenz. Eine kirchenrechtliche Analyse“. Der Pallottinerpater ist neben seiner Aufgabe als Diözesanrichter Pastor in der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser in Münster. Seit dem Sommersemester 2020 ist er zudem Lehrbeauftragter für Kirchenrecht an der Vinzenz Pallotti University in Vallendar.

Pater Autsch blickt mit Vorfreude auf die neue Herausforderung: „Ich weiß mich eingebunden in ein gutes und qualifiziertes Team, das habe ich in den vergangenen sieben Jahren als Diözesanrichter immer wieder erfahren dürfen“, erklärt er dankbar. „Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir künftig weiter gemeinsam unterwegs sein werden im Dienst an den Menschen, die sich an uns wenden.“

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news-20083 Tue, 29 Nov 2022 13:29:47 +0100 Das Leitungs-Quartett aus dem Essener Norden https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/das-leitungs-quartett-aus-dem-essener-norden Seit drei Monaten leiten die Gemeindereferentin Elvira Neumann, der Ehrenamtliche Michael Rüsing und der Diakon Joachim Vogt gemeinsam mit Pfarrer Ingo Mattauch die Pfarrei Hll. Cosmas und Damian mit ihren rund 30.000 Mitgliedern. „Vor allem ist dieses Team ein Segen für unserer Pfarrei – aber auch für mich selbst.“ Pfarrer Ingo Mattauch sitzt ganz oben am langen Konferenztisch im ehemaligen Pfarrhaus, dem heutigen Verwaltungszentrum der Essener Pfarrei Hll. Cosmas und Damian. Bevor er ansetzt zu einer kleinen Bilanz der ersten drei Monate des neuen Leitungsteams dieser Pfarrei, ist ihm dieser Satz besonders wichtig.

Vor anderthalb Jahren ist Hll. Cosmas und Damian aus dem Zusammenschluss der Pfarreien St. Johann Baptist im Essener Norden und St. Nikolaus im Essener Nordosten entstanden und Mattauch als neuer Pfarrer für die rund 30.000 katholischen Menschen zwischen dem Rhein-Herne-Kanal im Norden und der A40 im Süden angetreten. Schon damals hatte Mattauch bald deutlich gemacht, dass er diese Leitungsaufgabe nicht alleine schultern möchte, sondern zusammen mit anderen – eben in einem Leitungsteam. Seit dem 1. September ist dieses Team nun im Dienst: die Gemeindereferentin Elvira Neumann, der Ehrenamtliche Michael Rüsing und der Diakon Joachim Vogt leiten die Pfarrei nun gemeinsam mit Mattauch.

Was auf den ersten Blick nach einer nachvollziehbaren Arbeitsteilung klingt, ist für die katholische Kirche eine kleine Sensation. Zwar werden auch andere Pfarreien im Ruhrbistum mittlerweile nicht mehr nur von geweihten Priestern geleitet, sondern zum Beispiel von Gemeindereferentinnen – doch dass ein vierköpfiges Team für eine Pfarrei verantwortlich ist samt Ehrenamtlichem als gleichberechtigtes Mitglied, wird bundesweit bislang erst an wenigen Orten erprobt. Im Essener Norden sieht man das Ganze vor allem pragmatisch: „Es können mehr Dinge zeitgleich erledigt werden, als wenn es nur eine Person gib. Außerdem tut es gut, Rückmeldungen von den anderen Teammitgliedern zu bekommen – und es macht Spaß“, fasst Mattauch weitere Vorteile des neuen Leitungsteams zusammen.

„Unsere wöchentlichen Besprechungen sind das A und O unserer Zusammenarbeit“

Im Zentrum dieses Teams steht der große Konferenztisch, wo Mattauch mit Neumann in der Mitte sitzt, flankiert von Rüsing und Vogt. „Unsere wöchentlichen Besprechungen hier sind das A und O für unsere Zusammenarbeit“, sagt Gemeindereferentin Neumann. Und Diakon Vogt ergänzt. „Wir arbeiten hier sehr vertrauensvoll zusammen.“ Sie haben viel geredet in den vergangenen Monaten: Wie kann das überhaupt gehen, Leitung im Team? Klar ist, dass Pfarrer Mattauch etwas abgeben musste von der Macht und der Aufgabenfülle, die ihm durch sein Amt erst einmal gegeben waren. Sie haben Arbeitsfelder abgesteckt, für die jede und jeder von ihnen zuständig ist: Rüsing kümmert sich um alles was mit Ehrenamt zu tun hat, Vogt koordiniert Gottesdienste und Sakramente und Neumann vernetzt die vielen Ökumene-Projekte und hat zugleich die Pfarrei-Immobilien im Blick, die künftig eine neue Nutzung erhalten sollen. Und der Pfarrer? „Bei mir bleibt alles, was noch nicht genannt wurde“, sagt Mattauch mit einem Lachen. Dann ergänzt er, dass die Arbeitsaufteilung noch nicht abgeschlossen ist und er seine wichtigste Aufgabe in der Außendarstellung der Pfarrei und der Vernetzung mit der Politik und den gesellschaftlichen Gruppen in den Stadtteilen sehe.

Alle vier betonen, dass die Arbeitsfelder ein erster Anfang sind, um ihrem Team eine Struktur zu geben. Vor allem in den Grenzbereichen der Arbeitsfelder helfen regelmäßige und vertrauensvolle Absprachen, betonen die Team-Mitglieder. „Am gefährdetsten, bei den anderen hineinzugrätschen, bin ohnehin ich“, sagt Mattauch. Da müsse er noch manche Gewohnheiten des für alles zuständigen Pfarrers ablegen.

Leitung bedeutet in Hll. Cosmas und Damian vor allem konzeptionelle, strategische Arbeit. Für den Pfarreialltag, für Gottesdienste, Angebote und die Gemeindearbeit gibt es ein großes Seelsorgeteam und viele ehrenamtliche Gruppen. Aber die großen Fragen der weiteren Pfarreientwicklung, die haben ihren Platz im Leitungsteam – um danach mit dem Pfarrgemeinderat, dem Kirchenvorstand und dem Pastoralteam weiter diskutiert zu werden. In all diesen Gremien sind Leitungsteam-Mitglieder nun selbstverständlich mit dabei, zum Beispiel Immobilien-Fachfrau Neumann im Kirchenvorstand oder Rüsing im Pastoralteam. Dass der Ehrenamtliche von den hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern mittlerweile nicht mehr nur als Gast eingeladen werde, gehöre zur zunehmenden Selbstverständlichkeit, mit der das Leitungsteam mittlerweile in der Pfarrei gesehen werde, sagt Rüsing.

Coaching und Weiterbildung für die Team-Mitglieder

In den kommenden Monaten steht aus Sicht von Diakon Vogt gerade für ihn selbst und für Michael Rüsing eine Weiterentwicklung ihrer Rollen als Leitungsteam-Mitglieder an. Anders als Mattauch und Neumann sind die beiden schon seit Jahrzehnten in der Pfarrei präsent: Vogt als Diakon und Rüsing in den verschiedensten kirchlichen Ehrenämtern. Nun haben sich ihre Rollen und Aufgaben verändert. „Bei der Weiterentwicklung wird uns helfen, dass wir als Team begleitet werden“, sagt Vogt. Nach der Einarbeitung in den vergangenen Monaten starten bald ein Coaching und verschiedene Weiterbildungen für die Teammitglieder. Insgesamt ist das Leitungsmodell auf zunächst drei Jahre angelegt – dann wird es zusammen mit den Bistums-Fachleuten ausgewertet und weiterentwickelt.

Schon jetzt haben auch andere Pfarreien Interesse an dem Modell, von dem Elvira Neumann sagt, dass es „für mich das Modell der Zukunft ist“ – vor allem wegen der Beteiligung des Ehrenamts. Rüsing empfiehlt interessierten Pfarreien: „Schaut euch erst einmal euren Pfarrer an.“ Und Neumann ergänzt: „Das Wichtigste ist, dass der Pfarrer so ein Modell innerlich mitträgt.“ Schon weil zumindest ältere Priester anders ausgebildet wurden, sei nicht jeder Pfarrer ein geborener Teamspieler.

„Glückliche Fügung, dass Herr Rüsing im Ruhestand ist“

Und das Ehrenamt? Rüsing ist vor Kurzem pensioniert worden und sagt. „Ich glaube, dass das hier mit einem normalen Job nicht geht.“ Vormittags Team-Besprechung, zwischendurch Termine mit Gruppen, Büroarbeit, Gremiensitzungen… Auch Mattauch nennt es „eine glückliche Fügung, dass Herr Rüsing nun im Ruhestand ist“ und betont: „Aktuell wäre es für uns nicht möglich, dass wir die Leitungsteam-Treffen in den Abend verlegen.“ Aber das letzte Wort ist das nicht: Vielleicht entwickeln sich bei den nächsten Leitungsteams in anderen Pfarreien ja neue Ideen – nicht nur rund ums Ehrenamt.

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news-20082 Tue, 29 Nov 2022 10:17:23 +0100 Eine Sauerstoffflasche als Osterleuchter: „Christus als Überlebensstoff“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/eine-sauerstoffflasche-als-osterleuchter-christus-als-ueberlebensstoff Klinikseelsorger Dirk Rupprecht erzählt, wie aus einer ausrangierten Sauerstofflasche ein Leuchter für die Osterkerze wurde. Wenn am 31. Dezember um 16 Uhr der ökumenische ARD-Silvestergottesdienst aus dem Gasometer in Oberhausen im Fernsehen gezeigt wird, spielt ein spezieller Osterleuchter eine besondere Rolle. Er stammt aus dem Universitätsklinikum in Essen. Klinikseelsorger Diakon Dirk Rupprecht verrät beim Aufbau für die Voraufzeichnung des Gottesdienstes im Gasometer, was es mit dem Leuchter auf sich hat.

Wie kam die Kapelle der Uniklinik Essen an diesen besonderen Leuchter?

Diakon Dirk Rupprecht: Unser vorheriger Osterleuchter wurde am helllichten Tag gestohlen. Dann kam die Frage auf: Was tun? Dem damaligen Krankenhauspastor und mir als gelerntem Krankenpfleger, jetzt Diakon,  kam die Idee, eine gebrauchte Sauerstoffflasche zu nehmen. Sabine Hunekohl als Künstlerin versah dann den Schriftzug ÜBER-LEBENSSTOFF in gelben Lettern auf die Flasche und gestaltete die Plexiglasplatte, um die Osterkerze stellen zu können. Zunächst als Übergangslösung gedacht, steht der Leuchter mittlerweile sieben Jahre in unserer Kapelle. Nichts hält länger als ein Provisorium.

Welche Botschaft sehen Sie in diesem Leuchter?

Rupprecht: Sauerstoff ist in unserem Klinikum eine Überlebensstoff, nicht nur während der Pandemie, aber dort noch in besonderem Maße. Für uns Christen ist aber auch Christus im übertragenem Sinne ein Überlebensstoff – im Leben und im Sterben. Und den symbolisiert ja die Osterkerze.

Es ist ja kein klassischer Leuchter. Wie wirkt er auf Menschen, die die Kapelle aufsuchen?

Rupprecht: Gerade dass die Flasche „unbehandelt“ ist, das heißt nicht gestrichen oder poliert, ist ein besonderes Zeichen. Sie hat Rost und Dellen, so wie wir auch unsere Makel und Dellen haben. So authentisch, ehrlich und unverstellt stößt der Leuchter auf großes Interesse. Einmal bekam ich die Anfrage eines Priesters, der in unserem Klinikum jemanden besucht hatte, ob er das Bild des Osterleuchters für seine Osterkarte in seiner Heimatgemeinde nutzen dürfte. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

So ein Kunstwerk ist ja immer auch fragil. Geben Sie den Leuchter gerne aus der Hand? Und worauf ist zu achten beim Einsatz im Gasometer?

Rupprecht: Dass der Osterleuchter im Gasometer für den Gottesdienst genutzt wurde, freut mich riesig, auch wenn ich etwas Sorge wegen des Transports hatte. Aber alles ist gut gegangen, und er steht wieder wohlbehalten in der Kapelle, um bei uns in jedem Gottesdienst zu brennen als Symbol für all jene, die die in unserem Klinikum gestorben sind…

(Interview: Klaus Nelißen)

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news-20081 Mon, 28 Nov 2022 16:38:34 +0100 Bistum ehrt Eberhard Lang und Margit Jung aus Bottrop mit dem Ehrenzeichen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bistum-ehrt-eberhard-lang-und-margit-jung-aus-bottrop-mit-dem-ehrenzeichen Stadtdechant Cleve überreichte die Anerkennung für das langjährige Engagement im Bottroper Katholikenrat. Für ihren jahrzehntelangen Einsatz für die Bottroper Stadtkirche sind Eberhard Lang und Margit Jung jetzt mit dem Ehrenzeichen des Bistums Essen ausgezeichnet worden. Beim Jahresabend des Bottroper Katholikenrates am Freitag, 25. November, überreichte Stadtdechant Propst Jürgen Cleve den beiden Engagierten die Ehrung, die von Franz Kardinal Hengsbach gestiftet wurde, in Form von Urkunde, Anstecknadel und Medaille. „Lichtvolle Momente, Wärme und Zuversicht“, verbinde sie mit den beiden Geehrten, betonte Gabriele Eichwald-Wiesten, die neue Vorsitzende des Katholikenrats. Jung und Lang hätten sich eingebracht und herausgewagt und damit gezeigt „was in ihnen lebt“. Parteinahme für die Armen und Schwachen in der Stadt Bottrop, Solidarität und Mitleiden seien sichtbare Zeichen dafür gewesen, so Eichwald-Wiesten.

Seit 2014 Vorsitzender des Bottroper Katholikenrats

Eberhard Lang war seit 2014 Vorsitzender des Bottroper Katholikenrats. In dieser Aufgabe organisierte und gestaltete er im Jahr 2018 maßgeblich das große Barbaramahl – ein Wohltätigkeitsessen, das seit seinem Start im Kulturhauptstadtjahr 2010 wechselnd in verschiedenen Städten des Ruhrgebiets stattfindet. Ein weiteres wesentliches Projekt, das der 79-Jährige als Mitglied des Katholikenrats begleitete, war die sogenannte Lesewand. Am ehemaligen katholischen Stadthaus zeigt sie auf einer Breite von 14 Metern die Bottroper Stadt- und Kirchengeschichte und war ebenfalls ein Beitrag der Kirchen zum Kulturhauptstadtjahr. Lange Jahre war Eberhard Lang, der wie Margit Jung in der Propsteipfarrei St. Cyriakus beheimatet ist, zudem Vorsitzender des Pfarrgemeinderats. Bis heute ist er für den Barbaraheim e. V. im Einsatz, der aus der ehemaligen und gleichnamigen Kirchengemeinde hervorgegangen ist. Auch wenn er den Vorsitz des Katholikenrats in diesem Jahr abgegeben hat, bleibt er weiterhin Mitglied. Er nimmt aktiv am kirchlichen Leben teil und bringt sich in kulturellen und gesellschaftlichen Bereichen der Stadtgesellschaft ein.

Ein Herz für die katholische Verbandsarbeit

Margit Jung gehörte seit rund 20 Jahren dem Bottroper Katholikenrat an. Sie scheidet in diesem Jahr unter anderem aus gesundheitlichen Gründen aus. Prägend für die vergangenen zwei Jahrzehnte waren für sie beispielsweise die Besuche von Katholikentagen und Ökumenischen Kirchentagen mit der Umsetzung unterschiedlicher Projekte. Darüber hinaus zählte auch die Installation der Ausstellung „Schätze“ in der ehemaligen Bottroper Kirche Heilig Kreuz – heute Kulturkirche – dazu, mit der die Umnutzung sakraler Bauten thematisiert wurde. Die 65-Jährige ist außerdem in die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen entsandt. 2019 organisierte sie maßgeblich den „Ökumenischen Stadtkirchentag“, der ohne ihren großen Einsatz nicht hätte stattfinden können. Margit Jung liegt auch die katholische Verbandsarbeit am Herzen. Seit 1991 gehört sie der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) an – 22 Jahre davon im Vorstand. 2006 wurde sie Mitglied der Kolpingsfamilie Bottrop Mitte und sorgt unter anderem als Sprecherin des Kolping-Bezirksverbands Bottrop dafür, die Kolpingsfamilien der Stadt zusammenzuführen. Mit der 2018 von ihr ins Leben gerufenen interkulturellen und interreligiösen Frauengruppe „Effata“ leistet die SPD-Ratsfrau darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zum Dialog und zur Integration in der Stadtgesellschaft.

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news-20080 Mon, 28 Nov 2022 14:02:46 +0100 Der goldene Mataré-Engel weist auf dem Essener Bischofshaus wieder den Weg https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/der-goldene-matare-engel-weist-auf-dem-essener-bischofshaus-wieder-den-weg Nachdem er vor gut anderthalb Jahren seinen Arm verloren hatte, war das Wahrzeichen des Essener Bischofshauses zuletzt sechs Monate zur Restaurierung in Düsseldorf. Nun ist die Figur zurückgekehrt: Mit einem neuen Arm und frisch vergoldet. Der Mataré-Engel ist wieder da: Fast sechs Monate nach seinem Ausflug in die Düsseldorfer Kunstgießerei Kayser und gut anderthalb Jahre, nachdem vermutlich ein Sturm seinen rechten Arm abgebrochen hatte, steht die 1,36 Meter hohe Figur seit Montagmittag wieder an ihrem Platz auf dem Essener Bischofshaus.

Große Erleichterung macht sich auf dem Burgplatz breit, als der Kranfahrer die grünen Haltegurte von den Engelsflügeln entfernen kann. Endlich steht die rund 200 Kilogramm schwere Bronzefigur erstmals wieder frei und kann mit ihrem markanten, schlanken Arm nach Süden weisen. Vor allem Domschatzkammer-Leiterin Andrea Wegener und Dombaumeister Ralf Meyers atmen auf. Sie waren in den vergangenen Monaten immer wieder mit dem Engel befasst: Erst mit der aufwendigen Suche nach dem Arm – für den die Versicherung sogar eine Belohnung ausgelobt hatte – dann mit den Planungen für die Restaurierung.

Glück im Unglück: Der Engels-Zwilling in Kleve

Als Glück im Unglück stellte sich da die Tatsache heraus, dass das Museum Kurhaus Kleve, das den Nachlass des Bildhauers Ewald Mataré (1887-1965) verwaltet, eine exakte Kopie des Essener Engels im Bestand hat. Beide Bronze-Güsse stammen aus der gleichen Form – nur der Essener Engel wurde vergoldet. Im Sommer gab es deshalb in Düsseldorf ein Treffen der beiden Engels-Zwillinge. So konnten die Fachleute der Kunstgießerei mit dem Arm des Klever Engels eine Form herstellen, mit der ein neuer rechter Arm für sein Essener Pendant entstand.

Neben dem Arm dürfte den meisten Menschen, die nun vom Essener Burgplatz aus einen Blick auf den zurückgekehrten Engel werfen, die strahlend goldene Farbe auffallen: In Düsseldorf erhielt nämlich nicht nur der neue Arm, sondern die gesamte 1956 entstandene Engelsfigur eine neue Vergoldung: ein erstes Make-Up nach 66 Jahren. Daneben hat Restaurator Karl Tobias Friedrich aber auch die Stabilität der Figur in Augenschein genommen und unter anderem ein Flügelende wieder fixiert.

Neue Edelstahl-Stange sorgt für bessere Standfestigkeit

Komplett neu konzipiert wurde zudem die Standfestigkeit der Figur: Bislang lehnte der Engel an einer an seinem Rücken montierten Metallstange. Nun ruht er auf einem stabilen, durch die Kugel zu seinen Füßen getriebenen Edelstahl-Stab, der im Dach des Bischofshauses verankert wurde. „Allen Stürmen, die seit 1956 hier drüber geweht sind, soll diese Konstruktion standhalten“, sagt Meyers.

Schatzkammer-Leiterin Andrea Wegener will den Engel und das gesamte von Mataré gestaltete und nun wieder vollständige Portal des Essener Bischofshauses im nächsten Jahr mit eigenen Domschatzkammer-Angeboten beleuchten. Schließlich gebe es in dem 1956 zunächst als Portal für die Domschatzkammer geplanten Ensemble, „viele Bezüge zu unseren Schatzstücken“. Finanziert wurde das Portal für das eigentlich als Pfarrhaus mit Schatzkammer-Ausstellung konzipierte Gebäude seinerzeit durch eine Spende der Firma Krupp. Gemeinsam thematisieren die Gitter des Eingangs und im ersten Stock, die Steinfriese links und rechts sowie der nun zurückgekehrte Engel den Sieg des Lebens über den Tod.

Anstelle der Schatzkammer wohnen seit der Gründung des Bistums Essen 1958 die Essener Bischöfe unter dem Mataré-Engel. Sie folgen seitdem seinem wegweisenden Finger: Vom Bischofshaus hinaus in die Welt.

Bilder vom Besuch Bischof Overbecks in der Kunstgießerei Kayser:

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news-20079 Mon, 28 Nov 2022 10:42:03 +0100 Adveniat fördert Gesundheitsversorgung in Lateinamerika https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/adveniat-foerdert-gesundheitsversorgung-in-lateinamerika In vielen Ländern der Karibik, Süd- und Mittelamerikas organisieren kirchliche Organisationen die Gesundheitsversorgung, wo staatliche Behörden versagen. Adveniat bitten um Spenden: Mit der Kollekte in den Weihnachtsmessen – oder ab sofort online. Die Unterstützung der Gesundheitsversorgung für die Armen in Süd- und Mittelamerika sowie in der Karibik steht im Zentrum der Weihnachtsaktion des Hilfswerks Adveniat, die am ersten Adventssonntag, 27. November, mit einem Gottesdienst im Trierer Dom eröffnet worden ist. Mit dabei war neben Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck und Pater Martin Maier als Hauptgeschäftsführer auch der Trierer Bischof Stephan Ackermann.

„Gesundsein fördern“ – was nach Wellness klinge, sei „für die meisten Menschen auf der Südhalbkugel unserer Erde eine elementare Notwendigkeit, um menschenwürdig leben zu können“, betonte Ackermann. Eindringlich warb der Bischof für eine tatkräftige Unterstützung der Armen in Lateinamerika. Im Sommer habe er selbst bei einem Besuch in einem Dorf im bolivianischen Amazonasgebiet erfahren, dass die indigenen Bewohner dort lebenswichtige Medikamente und eine Gesundheitsversorgung nur von kirchlichen Institutionen erwarten. „Wir durften in Bolivien konkret erleben, wie kirchliche Akteure zur Gesundheitsversorgung in Lateinamerika beitragen, auch und gerade dort, wo staatliche Strukturen nicht greifen oder ausfallen“, berichtete Ackermann.

Hilfe sei eine „Frage der Gerechtigkeit innerhalb der Weltgemeinschaft“

Beeindruckt zeigte sich Ackermann auch von den Berichten der Adveniat-Projektpartnerin Schwester Geanni Ramos aus Guatemala. Mit der Familienhilfe des Bistums Santiago de Guatemala kämpfe sie für eine bessere Versorgung und das Überleben der häufig unterernährten Kinder. Für Bischof Ackermann ist Hilfe in dieser Situation nicht bloß eine Frage von Barmherzigkeit und Solidarität, sondern eine Frage der Gerechtigkeit innerhalb der Weltgemeinschaft. „Wir sollen und wollen doch so leben, dass es nicht zulasten der Schwachen und Benachteiligten dieser Erde geht!“ forderte der Trierer Bischof in seiner Predigt.

Der festliche Gottesdienst im Trier Dom war der Start der bundesweiten Weihnachtsaktion der Katholischen Kirche. Während des Advents werden Projektpartnerinnen und Projektpartner des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat in Deutschland unterwegs sein, um von der fehlenden Gesundheitsversorgung und der Not der Armen in Guatemala und Bolivien aus erster Hand zu berichten. Informationen zu den verschiedenen Veranstaltungen gibt es auf der Internetseite von Adveniat.

Gesundheitsförderung ist Menschenrecht und Auftrag Jesu

Für den Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Martin Maier steht fest: „Gesundheit ist ein Menschenrecht. Gesundheit ist ein globales Entwicklungsziel der Vereinten Nationen. Gesundheit ist zentral im Evangelium. Der Auftrag Jesu an seine Jünger lautet: Alle Menschen sollen Heilung von Krankheit an Leib und Seele erfahren.“ Für diese christliche Botschaft stünden die Adveniat-Partnerinnen und Partner ein, betonte Pater Martin Maier. „Sie stehen für das Menschenrecht auf Gesundheit ein, sie stehen für das globale Entwicklungsziel ein, wenn sie mit kirchlichen Gesundheitszentren, kirchlichen Krankenhäusern sowie Bildungsprogrammen für eine ganzheitliche Ernährung und Entwicklung dort einspringen, wo der Staat versagt.“  Aktuell verschärfe der völkerrechtswidrige Angriffskrieg des Putin-Regimes die dramatische humanitäre Krise in Lateinamerika. „Steigende Lebensmittelpreise, steigende Energie- und Treibstoffkosten – für Millionen von Armen in Lateinamerika ist die Folge: Hunger. Kommt dann noch ein Krankheitsfall hinzu, ist nicht selten die Existenz der ganzen Familie bedroht“, erläuterte Pater Martin Maier.

Schwester Geanni Ramos zeigte sich zu Beginn des Gottesdienstes beeindruckt von den Brücken der Solidarität zwischen Deutschland und Lateinamerika: „Ich erlebe hier, dass viele Personen auf dasselbe Ziel hinarbeiten“, sagte die Leiterin der Familienhilfe von Santiago de Guatemala. In dem mittelamerikanischen Land ist die Hälfte der Kinder unter sechs Jahren unterernährt. „In verschiedenen Teilen der Welt arbeiten wir daran, dass die Armen und Benachteiligten Zugang zu einem würdevollen Leben haben“, so Geanni Ramos.

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news-20078 Sat, 26 Nov 2022 14:21:00 +0100 Cityseelsorge im Bistum Essen sorgt für klare Sicht auf die Adventszeit https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/cityseelsorge-im-bistum-essen-sorgt-fuer-klare-sicht-auf-die-adventszeit In Essen und anderen Städten des Ruhrgebiets haben Cityseelsorge-Teams am Samstag Microfaser-Tücher verschenkt. Als „Sichtbarkeitshelfer“ sollen sie in der oft turbulenten Adventszeit für freie Sicht auf die wahren Themen der Weihnachtsvorbereitung sorgen. Für freie Sicht auf die Adventszeit haben am Samstag, 26. November, Seelsorgerinnen und Seelsorger in Fußgängerzonen und auf Weihnachtsmärkten im Ruhrgebiet gesorgt. Wie am Pavillon der Cityseelsorge am Essener Dom haben die ehren- und hauptamtlich Engagierten an die Menschen auf den Einkaufsstraßen kleine Microfasertücher als „Sichtbarkeitshelfer“ verschenkt. Die Tücher können für klare Sicht durch Brillen oder Windschutzscheiben sorgen. Im übertragenen Sinne sollen die Tücher darüber hinaus „deutlich machen, was im Advent alles verschüttet, verdeckt oder anderweitig nicht mehr sichtbar ist“, erklärt Bernd Wolharn, Cityseelsorger am Essener Dom.

Das konnten die Gäste am Pavillon der Essener Cityseelsorge auch selbst erfahren und eine Scheibe freiwischen, auf der nach und nach Begriffe wie „Hoffnung“, „Frieden“, „Ruhe“, „Liebe“, „Segen“ oder „Vertrauen“ auftauchten. „Wir wünschen den Menschen, dass sie bei allen schönen Vorbereitungen und dem Warten auf Weihnachten immer wieder auch Momente im Advent erleben, in denen diese wichtigen Dinge im Mittelpunkt stehen, nach denen sich gerade jetzt so viele Menschen sehnen“, sagt Wolharn. Manche mag der neue „Sichtbarkeitshelfer“ in der Tasche nun in den kommenden Tagen daran erinnern.

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news-20077 Fri, 25 Nov 2022 09:58:17 +0100 Namen und Daten | 25. November 2022 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-25-november-2022 Christa Scholten-Herbst, Tabea Diek, Gregor Lauenburger, Pastor P. Altfried Kutsch OPraem Frau Christa Scholten-Herbst wurde rückwirkend zum 1. Oktober 2022 zur Begleitung eines Pastoralkurses für Gemeindeassistentinnen und Gemeindeassistenten und für Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten beauftragt.

Frau Tabea Diek wurde rückwirkend zum 1. Oktober 2022 zur Begleitung eines Pastoralkurses für Gemeindeassistentinnen und Gemeindeassistenten und für Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten beauftragt.

Herr Gregor Lauenburger wurde rückwirkend zum 1. Oktober 2022 zur Begleitung eines Pastoralkurses für Gemeindeassistentinnen und Gemeindeassistenten und für Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten beauftragt.

Herr Pastor P. Altfried Kutsch OPraem wurde zum 30. November 2022 von seiner Ernennung als vicarius paroecialis mit dem Titel Pastor der Propsteipfarrei St. Johann in Duisburg entpflichtet. Er wird neue Aufgabe im Magdeburger Team der Prämonstratenser übernehmen.

 

 

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news-20076 Thu, 24 Nov 2022 18:57:25 +0100 "Orange the World" gegen Gewalt an Frauen und Mädchen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/orange-the-world-gegen-gewalt-an-frauen-und-maedchen Das Caritas Frauenhaus Bochum bietet misshandelten Frauen einen sicheren Zufluchtsort. Wie wichtig das ist, zeigen auch die neuen Zahlen zur Partnerschaftsgewalt, die das Bundeskriminalamt zu den „Orange the World“-Aktionstagen veröffentlicht. 143.016 Fälle von gewalttätigen Übergriffen in Partnerschaften kamen im Jahr 2021 in Deutschland zur Anzeige, 80 Prozent der Betroffenen waren weiblich. Zahlen wie diese hat das Bundeskriminalamt in seiner Statistik 2021 zur Partnerschaftsgewalt veröffentlicht – pünktlich zum „Orange Day“ am Freitag, 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die in der neuen Polizeistatistik aufgeführten Delikte reichen von Bedrohung und Nötigung (24 %) über vorsätzliche einfache Körperverletzung (60 %) und gefährliche Körperverletzung (12 %) bis hin zu Vergewaltigung (2,5 %) sowie Mord und Totschlag (0,3 %).

Die Aktionstage „Orange the World“ laufen bis zum 10. Dezember, dem internationalen Tag der Menschenrechte. Die Aktiven wollen aufmerksam machen, informieren und verändern. Wenn auch in diesem Jahr aus Energiespargründen kein öffentliches Gebäude orange angestrahlt wird, so ist „Orange“ dennoch die Signalfarbe für Aktionen auch in den Städten des Ruhrgebietes, die auf das Problem der Partnerschaftsgewalt aufmerksam machen.

Ein sicherer Ort für misshandelte Frauen ist im Ruhrbistum schon seit 1981 das Frauenhaus Bochum (Tel. 0234 /501034). Im April 2022 konnte die Caritas-Einrichtung einen Neubau beziehen – auch dank der gemeinschaftlichen Anstrengung vieler Spendenwilliger. Auf 870 Quadratmetern finden hier 14 Frauen mit 15 Kindern geschützte Wohnbedingungen und soziale Unterstützung, um wieder zu Kräften zu kommen und ihre künftige Lebenssituation zu klären – begleitet von vier Sozialarbeiterinnen, zwei Erzieherinnen, eine Hauswirtschafterin und eine Verwaltungskraft.

Während der Pandemie mit ihren Lockdown-Zeiten haben deutlich mehr Frauen die Nummer des zentralen Frauenhilfetelefons gewählt, es gab bundesweit im Jahr 2021 mehr als 54.000 Telefonberatungen (2019: 45.000). Das Thema Partnergewalt der „Orange Days“ gehört im Frauenhaus Bochum zum Alltag.

Vier Fragen an Ulrike Langer, Leiterin des Frauenhauses Bochum:

Wie erleben Sie die Corona-Zeit im Frauenhaus Bochum?

Die Anfragen an unser Frauenhaus sind konstant geblieben. Laut Kriminalstatistik steigt die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt, die betroffenen Frauen hatten aber offenbar Sorge vor dem engeren Zusammensein in einer Gemeinschaftsunterkunft. Zugleich scheint die größere Kontrolle daheim während des Lockdowns weniger Möglichkeiten zu bieten, sich zu entfernen oder sich vom Partner zu trennen. Auffällig ist allerdings, dass mehr deutschstämmige Frauen bei uns Hilfe angefragt haben, weil sie während des Lockdowns offenbar keine privaten Ausweichlösungen finden konnten. In der Regel haben rund 90 Prozent unserer Frauen Migrationshintergrund. Wir gehen davon aus, dass viele von ihnen zu Hause eingesperrt waren und stark kontrolliert wurden.

Viele Frauen halten lange durch, bevor sie sich trauen, etwas zu ändern. Wann ist der Zeitpunkt, ins Frauenhaus zu gehen?

Allerspätestens, wenn das Leben bedroht ist, sollte eine Frau handeln. Aber der Punkt wäre schon erreicht, wenn es keine Veränderung im Zusammenleben gibt – trotz aller Beschwichtigungen und Versprechen des Mannes, nicht mehr gewalttätig zu sein.

Wie findet man einen Platz im Frauenhaus?

Rufen Sie an, Tag und Nacht! Auf der Internetseite www.frauen-info-netz.de finden sich die Kontakte aller Frauenhäuser in Deutschland. Wir helfen den Frauen, einen freien Platz zu finden, entweder in der Nähe zum Wohnort oder auch entfernt, wenn das dem Schutz der Frau dient. Auf jeden Fall kann man sich unter der Nummer 110 an die Polizei wenden, wenn man schnell Hilfe benötigt. Die Anreise zum Frauenhaus muss allerdings selbst organisiert werden.

Was würden Sie ändern?

Ich wünsche mir eine bessere Finanzierung unserer Arbeit, damit Frauen schnell und unbürokratisch aufgenommen werden können, ohne dass zuvor der Aufenthaltstitel geklärt werden muss. Für Frauen, die ihre Unterbringung nicht selbst bezahlen können, springen Jobcenter oder Sozialamt ein – dafür müssen aber zunächst Anträge gestellt werden. Unserem Caritas-Frauenhaus in Bochum stellt die Stadt einen Fond zur Verfügung, um den Aufenthalt von Frauen zu finanzieren, für die kein Leistungsträger einspringt. So kann für die Frauen eine gewisse Zeit überbrückt werden.

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news-20074 Wed, 23 Nov 2022 19:44:44 +0100 Ludgerus-Basilika bleibt wegen Bauarbeiten über Weihnachten geschlossen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/ludgerus-basilika-bleibt-wegen-bauarbeiten-ueber-weihnachten-geschlossen Weil in 20 Meter Höhe über dem Altarraum Risse im 800 Jahre alten Gewölbe verfüllt werden, bleibt die Kirche noch bis mindestens Februar geschlossen. Bei dieser Gelegenheit erhalten auch die Barockfiguren des südlichen Seitenaltars eine Schönheitskur. Die Kosten für die Restaurierung trägt das Land NRW. Baustaub statt Tannenduft, Hammerschläge statt Orgelklänge – und wo eigentlich ab dem Wochenende der Adventskranz stehen sollte, prägt jetzt ein großes Gerüst die Szenerie: In der St.-Ludgerus-Baslika in Essen-Werden müssen Advents- und Weihnachts-Gottesdienste in diesem Jahr ausfallen. Angesichts eines deutlich größeren Sanierungsbedarfs im 800 Jahre alten Gewölbe der ehemaligen Abteikirche dauern die im September begonnen Arbeiten nun bis in den Februar hinein – mindestens.

20 Meter über dem Altarraum liegt das derzeit größte Problem der Kirche, die als eines der wichtigsten spätromanischen Gotteshäuser des Rheinlands gilt: Große Risse klaffen im Gewölbe, selbst die Gewölberippen weisen Lücken auf. „Die Schäden sind noch größer als ich gedacht habe“, sagt Bauingenieur Burkhard Austrup, der seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Basilika tätig ist und die Gewölbe vom Boden aus immer mal wieder mit dem Fernglas untersucht. „Aber solche Schäden sieht man eben erst, wenn man nah dran ist.“ In dem nun sichtbaren Ausmaß sind die Risse ein Zufallsfund: Eigentlich sollten mit dem großen Gerüst vor allem Arbeiten an der Außenseite der Kuppel – also gewissermaßen auf dem Dachboden der Kirche – unterstützt werden. Wäre alles planmäßig gelaufen, wären diese Arbeiten Ende November beendet gewesen. Aber aus der Nähe stellte sich die Situation dann eben deutlich dramatischer da als zunächst gedacht.

„Da weiß man vorher nicht, was einen erwartet“

„Wir haben hier eine sehr alte Bausubstanz, etwa aus dem Jahr 1250. Wenn man an ein solches Projekt herangeht, weiß man vorher nicht, was einen erwartet“, sagt Martin Anders von der Bezirksregierung Düsseldorf. Er vertritt das Land Nordrhein-Westfalen, das aus historischen Gründen gemeinsam mit der Propsteipfarrei Eigentümerin der Kirche ist, aber die Baulast des sogenannten Patronatsgebäudes trägt, sprich: die Arbeiten zum Unterhalt der Kirche bezahlt. In Zeiten schwer kalkulierbarer Baukosten und angesichts möglicher weiterer Unwägbarkeiten ist Anders vorsichtig: Rund 200.000 Euro reine Bau- und weitere 20 Prozent an Baunebenkosten sind derzeit für das Projekt eingeplant.

Ein barocker Josef mit einem ziemlich großen Jesuskind

In dieses Budget ist auch die Restaurierung von Holzfiguren eingepreist, mit denen Restauratorin Sandra Meinholz beschäftigt ist: Mit Wattestäbchen und Pinseln reinigt sie einen großen Barock-Engel, der unter einem hellen Strahler wie auf einem OP-Tisch vor ihr liegt. Meinholz hat ihr Quartier auf der nördlichen Empore des Kirchenschiffs bezogen, fernab vom Staub über dem Altarraum. Dort ist sie nun von mehreren, rund 250 Jahre alten Holzfiguren umgeben, die sonst den Seitenaltar im südlichen Querhaus schmücken. Ein „Nebenprojekt“, wie Anders es beschreibt: Die Figuren waren noch nicht für eine Restaurierung vorgesehen, aber da man sie ohnehin abnehmen musste, bekommen sie nun eine außerplanmäßige Schönheitskur. Die sei „durchaus auch ökonomisch sinnvoll“, so Anders, spare man sich doch so in den nächsten Jahrzehnten womöglich ein eigenes Restaurierungsprojekt für diese Figuren. Zu dem Barock-Ensemble gehört auch ein Josef, der ein ziemlich großes und properes Jesuskind auf dem Arm trägt. Propst Jürgen Schmidt, Pfarrer der Ludgerus-Kirche, schmunzelt und sagt: „Alles eine Frage der Perspektive“. An ihrem Platz oben am Seitenaltar sehe die Figur durchaus stimmig aus.

Zurück auf dem Gerüst unter dem rissigen Gewölbe erklärt Nikolai Hartmann, Geschäftsführer der Firma Lehmkuhl Restaurierungen, das Problem: „Bei einer größeren Maßnahme in den 1950er Jahren hat man diese Risse im Gewölbe mit Zement aufgefüllt.“ Doch das Baumaterial der Wahl im Industrie- und Wirtschaftswunder-Zeitalter verträgt sich nicht gut mit den 800 Jahre alten Tuffsteinen aus der Vulkaneifel. Je nach Temperatur und Feuchtigkeit „dehnt sich Tuff minimal aus und wieder zusammen“, erklärt Hartmann. Der Zement bleibe dagegen fest. Also kratzen Hartung und ihr Team den rund 70 Jahre alten Zement zumindest aus den Fugen heraus, die Risse aufweisen. Anschließend sorgen sie mit Kalk-Verbindungen wieder für Stabilität – eine moderne Variante der Technik, mit der auch schon die gotischen Baumeister um das Jahr 1250 dafür gesorgt haben, dass der steinerne Kirchenhimmel der Gemeinde nicht auf den Kopf fällt.

Das Gewölbe verwittert auch unter dem Dach

Zusätzlich arbeitet die Firma Lehmkuhl auch von außen am Gewölbe: „Trotz des Kirchendachs hat die Festigkeit durch die Verwitterung über die vielen Jahrhunderte gelitten“, erklärt Hartmann. Deshalb tragen seine Leute eine Flüssigkeit auf das Gewölbe auf, die als reiner Quarz aushärtet. Eine Putzschicht soll dem Ganzen dann noch eine zusätzliche Wetterfestigkeit verleihen.

Die Pfarrei sei „ausgesprochen dankbar für die gute Kooperation mit der Bezirks- und der Landesregierung“, sagt Propst Schmidt – nicht nur bei der aktuellen Restaurierung, sondern auch in den vergangenen Jahren. Vor allem wegen des großen baulichen Aufwands haben man sich im Kirchenvorstand dafür entschieden, die Arbeiten nicht für die Weihnachtszeit zu unterbrechen, als feststand, dass diese nun deutlich länger dauern. Stattdessen feiert die Gemeinde ihre Gottesdienste nun in der St.-Lucius-Kirche auf der anderen Seite der Werdener Altstadt. Dort werden die Kirchenmitglieder zwar ein wenig zusammenrücken müssen, aber an historischer Umgebung mangelt es auch im Ausweichquartier nicht: In St. Lucius beten die Gläubigen sogar zwischen 1000 Jahre alten Mauern. Und zumindest das Osterfest soll die Gemeinde – Stand jetzt – auch wieder in der Ludgerus-Basilika feiern können.

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news-20073 Wed, 23 Nov 2022 11:48:01 +0100 Overbeck sieht „kein Stoppschild für die wichtigen und notwendigen Diskussionen“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/overbeck-sieht-kein-stoppschild-fuer-die-wichtigen-und-notwendigen-diskussionen Beim Besuch der deutschen Bischöfe in Rom hätten die Vatikan-Vertreter deutlich gemacht, welche Themen als „nicht verhandelbar“ gelten. Overbeck sieht darin jedoch kein Ende der Diskussionen beim Synodalen Weg: „Ein solches autoritatives ‚Stopp‘ lässt sich hier nicht mehr verordnen“. Der Widerstand einiger Vatikan-Behörden sind für den Essener Bischof Franz-Josef Overbeck kein Hindernis für die Diskussionen im Reformdialog des deutschen Synodaler Wegs. Beim Besuch der deutschen Bischöfe in der vergangenen Woche in Rom sei deutlich geworden „welche Themen als ,nicht-verhandelbar‘ gelten“, sagt Overbeck am Mittwoch, 23. November, in Essen. „Das ist aber kein Stoppschild für die wichtigen und notwendigen Diskussionen, die wir auf dem Synodalen Weg zu diesen Themen führen – z.B. die Frage der Öffnung des Zugangs zu Weiheämtern.“

Frage: Mit welchen Ergebnissen sind die deutschen Bischöfe aus Rom zurückgekehrt? Welche Auswirkungen hat der Besuch der Bischöfe in Rom auf den Synodalen Weg?

Bischof Franz-Josef Overbeck: Im Vorfeld des Ad-limina Besuches gab es gegenüber dem Synodalen Weg der Kirche in Deutschland einige Vorbehalte, die zum Teil auch auf Missverständnissen, zum Teil aber auch auf unterschiedlichen theologischen Zugängen und Voraussetzungen beruhten. Diese Perspektiven konnten wir thematisieren. Mir war es wichtig, den Fokus auf die Frage zu lenken, warum wir diesen Synodalen Weg in Deutschland gehen und auch weiterverfolgen wollen. Wir haben diesen Prozess in einer großen Krise der Kirche begonnen und entschieden, dass wir uns dieser Krise wirklich ernsthaft stellen.  

Frage: Wie kann das gelingen?

Overbeck: Wir wollen den Charakter dieser Krise, ihre Ursachen und Dimension erkennen und mit aller Entschlossenheit an plausiblen Lösungen arbeiten. Dabei gilt es, besonders auf die Stimme derer zu hören, die von Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt betroffen sind. Diese Motive haben wir auch in Rom dargelegt und – mit sehr großer Mehrheit unter den deutschen Bischöfen – deutlich gemacht, dass der Synodale Weg weitergehen muss und weitergehen wird. In der Phase der Nacharbeit werden wir aber auch die an uns formulierten Anfragen zum Gegenstand weiterer Beratungen machen.

Frage: Gab es Themen des Synodalen Wegs, bei denen die Vatikan-Behörden die Weiterarbeit gestoppt haben?

Overbeck: In den Gesprächen wurde sehr deutlich gemacht, welche Themen als „nicht verhandelbar“ gelten. Das ist aber kein Stoppschild für die wichtigen und notwendigen Diskussionen, die wir auf dem Synodalen Weg zu diesen Themen führen – z.B. die Frage der Öffnung des Zugangs zu Weiheämtern. Ein solches autoritatives ‚Stopp‘ lässt sich hier auch nicht mehr verordnen – eine Entwicklung, für die ich dankbar bin, denn wir sind eine hörende Kirche. Dass es dem Synodalen Weg keineswegs darum geht, die Lehre der Kirche eigenmächtig zu verändern bzw. einen deutschen Sonderweg zu gehen, kann man anhand der bisherigen Beschlüsse belegen. Alles, was sich nicht ortskirchlich entscheiden lässt, ist in Form einer Bitte um Prüfung durch den Apostolischen Stuhl formuliert. Eine Bitte lässt sich nicht verbieten. Man kann frei mit ihr umgehen, d.h. sie entweder abschlagen oder ihr entsprechen. Fakt ist aber:  Viele der Fragen, die wir auf dem „Synodalen Weg“ der Kirche in Deutschland gegenwärtig diskutieren, werden auch auf dem Synodalen Prozess der Weltkirche gestellt. Das ist bereits in dem Arbeitsdokument zur Weltsynode „Mach den Raum deines Zeltes weit“ (Jes 54,2) nachzulesen.

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news-20072 Wed, 23 Nov 2022 11:41:43 +0100 Namen und Daten | 23. November 2022 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-23-november-2022 Pfarrer Andreas Brocke Pfarrer Andreas Brocke wurde mit Wirkung vom 1. Dezember 2022 zum Pfarrer der Pfarrei Liebfrauen in Duisburg ernannt.

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news-20071 Wed, 23 Nov 2022 09:46:42 +0100 „Diese Mammutaufgabe bedarf vieler Akteure und Akteurinnen“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/diese-mammutaufgabe-bedarf-vieler-akteure-und-akteurinnen Der Rat für Bildung im Bistum Essen hat ein Konzeptpapier zum Gelingen einer gerechten Bildung veröffentlicht. Vor gut drei Jahren hatte Bischof Franz-Josef Overbeck den Rat als Beratungsgremium eingerichtet. Sprecherin des Rates ist Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung. Im Interview erläutern Overbeck und Bergerhoff-Wodopia ihre Ziele und Motive. Laut der kürzlich vorgestellten IQB-Schulstudie sind Viertklässler bei den Leistungen in Deutsch und Mathematik weiter abgerutscht. Vor allem der soziale Hintergrund habe einen steigenden Einfluss auf den Bildungserfolg. Welche Gründe sehen Sie dafür?

Franz-Josef Overbeck: Ja, das stimmt. Kinder aus Elternhäusern mit sozialen Konflikten und wirtschaftlichen Notlagen sind auch mit Blick auf den Bildungserfolg benachteiligt. Sie kommen oft mit Entwicklungsverzögerungen in die Kita. Sie werden von Bildungs- und Förderangeboten spät oder gar nicht erreicht. Und diese Problematik verschärft sich dann noch bei den Übergängen, beispielsweise von der Kita in die Grundschule.

Seit Jahren ist der Zusammenhang von Herkunft und Bildungserfolg bekannt, warum hat sich die Lage dennoch sogar verschlimmert?

Bärbel Bergerhoff-Wodopia: Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe. Zum einen hat die Corona-Pandemie zur Verschärfung der Situation beigetragen. Diejenigen Kinder, die es ohnehin schon schwer hatten, waren noch einmal deutlich mehr von den Nachteilen der Kita- und Schulschließungen betroffen. Zum anderen haben sich viele mit der Ungleichheit von Bildungschancen abgefunden.

Das Bistum Essen und die RAG-Stiftung wollen die Chancengerechtigkeit im Ruhrgebiet verbessern – wie kann das konkret geschehen?

Overbeck: Der Rat für Bildung hat eine Stellungnahme und ein Konzeptpapier zum Thema entwickelt. Darin zeigen wir Handlungsoptionen auf, mit denen der Bildungsungleichheit entgegengewirkt werden kann. Wichtig ist: Die Mammutaufgabe Bildungsgerechtigkeit zu erreichen, bedarf vieler Akteure und Akteurinnen und guter Beispiele, die im wahrsten Sinne des Wortes Schule machen.

Bergerhoff-Wodopia: Die RAG-Stiftung ist der größte Bildungsförderer im Ruhrgebiet. Aber auch wir können die Aufgabe nicht alleine stemmen. Wir sind seit vielen Jahren  aber sehr vertraut mit der Problemstellung und konnten unsere Erfahrungen im Rat für Bildung sehr gut einbringen.

Welche Vorschläge und Forderungen formuliert der Rat für Bildung in seinem Papier?

Bergerhoff-Wodopia: Wir plädieren ganz klar für eine Kultur des Gelingens. In der Bildungsförderung sollte das Handeln viel mehr vom Gelingenden geleitet werden, nicht von der Defizitorientierung. Der richtige Ansatz liegt darin, sich auf Erfolge und Stärken zu konzentrieren. Das heißt auch, nicht ständig neue kleinteilige Konzepte zu entwickeln, sondern das, was schon funktioniert, sichtbar zu machen und zu übertragen. Beim Thema Bildung gibt es kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem.

Wie können die positiven Beispiele im Ruhrgebiet in die Fläche gebracht werden?

Bergerhoff-Wodopia: Hierfür brauchen wir dringend mehr Vernetzung und Austausch. Eine Austauschmöglichkeit wird die geplante zweitägige Fachtagung im Rahmen der TalentTage Ruhr im September 2023 sein. Die Tagung soll deutlich machen: Kräfte bündeln und voneinander lernen lohnt sich.

Overbeck: Nur so kommen wir gemeinsam ans Ziel, das lauten muss: Bildungsgerechtigkeit herzustellen. Dann entscheidet Herkunft weniger über Bildungserfolg, mehr junge Menschen erfahren gesellschaftliche Teilhabe und können ein selbstbestimmtes Leben führen.

Zum veröffentlichten Konzeptpapier stellten sich Bischof Overbeck und Bildungsrats-Sprecherin Bergerhoff-Wodopia am 22. November 2022 den Fragen der WAZ-Redaktion.

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news-20070 Tue, 22 Nov 2022 12:02:35 +0100 Generalvikar Pfeffer begrüßt neue Regeln im katholischen Arbeitsrecht https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/generalvikar-pfeffer-begruesst-neue-regeln-im-katholischen-arbeitsrecht Bischöfe machen Weg frei für bundesweit neue, einheitliche Regeln für Beschäftigte in katholischen Einrichtungen und Organisationen. Private Themen wie das Beziehungsleben oder die sexuelle Identität dürfen kein Kündigungsgrund mehr sein. Die deutschen Bischöfe haben mehrheitlich neue Regeln für das katholische Arbeitsrecht in Deutschland beschlossen und damit vor allem die umstrittenen sogenannten Loyalitätspflichten mit Blick auf das Beziehungsleben der Beschäftgten oder deren sexuelle Identität gekippt. „Der Kernbereich privater Lebensgestaltung unterliegt keinen rechtlichen Bewertungen und entzieht sich dem Zugriff des Dienstgebers“, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz. „Diese rechtlich unantastbare Zone erfasst insbesondere das Beziehungsleben und die Intimsphäre.“

Vorausgegangen war dem Beschluss ein intensiver Beratungsprozess, in den sich das Bistum Essen mit seinen Stellungnahmen maßgeblich mit eingebracht hat. Für ihre eigenen Beschäftigten und die Beschäftigten in allen anderen katholischen Einrichtungen im Ruhrbistum hatten Bischof Franz-Josef Overbeck und Generalvikar Klaus Pfeffer bereits im Februar mit einem Brief klar gestellt, dass eine Kündigung etwa wegen einer zweiten Eheschließung oder einer homosexuellen Beziehung im Bistum Essen ausgeschlossen ist.

Generalvikar Pfeffer: „Kirche hat einen großen Schritt getan“

In einer Stellungnahme äußert sich Generalvikar Klaus Pfeffer sehr erfreut über die nun gefundene bundesweite Einigung:

„Mit der neuen Grundordnung hat die katholische Kirche in Deutschland einen großen Schritt getan, weil für viele Mitarbeitende eine Zeit der Angst zu Ende geht. Niemand muss sich mehr um seinen Arbeitsplatz sorgen, weil das private Beziehungs- und Familienleben, die sexuelle Orientierung oder Identität nicht mit der lehramtlichen Sexualmoral übereinstimmt. Die Zeit ist - Gott sei Dank - vorbei, in der Menschen aus dem kirchlichen Dienst ausscheiden müssen, weil sie nach einer Ehescheidung wieder heiraten wollen. Und vorbei ist auch die Zeit, in der Menschen ihre sexuelle Orientierung oder Identität verbergen und ihre Beziehung verstecken müssen, weil sie von der offiziellen kirchlichen Lehre abweicht. Das alles hat unendlich viel Leid verursacht. Dass diese Veränderung nun möglich geworden ist, hat nicht zuletzt die Initiative "Outinchurch" vorangetrieben, aber auch viele andere Reformkräfte in unserer Kirche. Ich selbst bin froh darüber, dass wir als Bistum Essen mit unseren Positionierungen der vergangenen Jahre sicher auch unseren Teil dazu beigetragen haben – zumal sich in unserem Bistum bereits seit dem klärenden Brief, den unser Bischof und ich im Februar allen Beschäftigten geschrieben haben, niemand mehr angesichts seines Beziehungslebens Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen muss.

„Vielfalt als Bereicherung“

Es ist von großer Bedeutung, welche starken Aussagen in der neuen Grundordnung zu finden sind: Dass ein kirchenamtliches Papier Vielfalt als Bereicherung bezeichnet und klipp und klar feststellt, dass Mitarbeitende „unabhängig von ihren konkreten Aufgaben, ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihres Alters, ihrer Behinderung, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer sexuellen Identität und ihrer Lebensform Repräsentantinnen und Repräsentanten der unbedingten Liebe Gottes und damit einer den Menschen dienenden Kirche“ sein können, mag in aufgeklärten Ohren selbstverständlich klingen - für die römisch-katholische Kirche ist das eine Revolution.

Mir ist bewusst, dass manche sich noch weitere Reformen gewünscht hätten. Umstritten ist vor allem der Umgang mit dem Kirchenaustritt von Mitarbeitenden. Dies bleibt weiterhin ein Kündigungsgrund. Manche hätten sich hier eine größere Offenheit gewünscht. Das kann ich durchaus verstehen, weil sich viele Katholikinnen und Katholiken mit ihrem Kirchenaustritt keineswegs von ihrem Glauben verabschieden, sondern vor allem ihre Unzufriedenheit und Verzweiflung mit dem Zustand der offiziellen Kirche zum Ausdruck bringen. Immerhin lässt die neue Grundordnung aber auch zu, von einer Kündigung in Einzelfällen abzusehen. Es gibt also beim Kirchenaustritt zumindest keinen Automatismus der Kündigung mehr.

„Es hat noch nie ein so offenes Beratungs- und Beteiligungsverfahren gegeben“

Auch wenn es nach wie vor viele kritischen Stimmen zur Neuregelung der Grundordnung gibt, bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden und halte sie für einen großen Fortschritt. Wenn sich 27 Bischöfe mit sehr unterschiedlichen Auffassungen verständigen müssen, sind in vielen Fragen Kompromisse nötig. Zugleich hat es allerdings noch nie ein so offenes Beratungs- und Beteiligungsverfahren gegeben. Dass Bischöfe ein offizielles Dokument im Entwurf öffentlich breit diskutieren lassen und dann auch Änderungen einarbeiten, ist wirklich beachtlich. Ich wünsche mir, dass wir diese Diskussionskultur in Zukunft in unserer Kirche auch bei anderen Themen anwenden.“

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news-20069 Mon, 21 Nov 2022 15:37:14 +0100 Auf dem Essener Weihnachtsmarkt laden Adveniat und Caritas wieder ins Kerzenziehhaus ein https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/auf-dem-essener-weihnachtsmarkt-laden-adveniat-und-caritas-wieder-ins-kerzenziehhaus-ein Bis zum vierten Advent können Menschen auf dem Essener Weihnachtsmarkt im vergrößerten Holzhaus am Essener Dom Kerzen ziehen und so ein Hilfsprojekt von Adveniat unterstützen. Zugleich gibt es Informationen über Essener Caritas-Angebote. Ein warmer Bienenwachsduft zieht durch das Holzhaus am Essener Dom. Nach zwei Jahren Corona-Pause ist das Kerzenziehhaus zurück auf dem Weihnachtsmarkt. Am neuen, zentraleren Ort – direkt an der Kettwiger Straße neben dem Pavillon der Cityseelsorge - lädt es bis zum 4. Advent täglich dazu ein, sich mit Docht und Wachs einen Moment der Ruhe zu gönnen, später mit der Kerze sich selbst oder jemand anderen zu erfreuen und ein Hilfsprojekt in Kolumbien zu unterstützen.

Fürs Kerzenziehen ist vor allem Geduld gefragt, weiß Sigrid Sprock, die zusammen mit Hildegunde Müller dem Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen zeigt, wie man den Wollfaden richtig in den Wachs-Ofen taucht. „Ich durfte zwar schon ein paar Mal bei der Eröffnung des Kerzenziehhauses dabei sein, aber beim Kerzenziehen bin ich ein Neuling“, sagt Kufen und dankt Sprock und Müller stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Mitarbeitenden im Kerzenziehhaus, ohne die dieses Traditionsprojekt in der Essener Innenstadt nicht möglich wäre.

Nach über 20 Jahren steigt die Caritas mit ins Essener Kerzenziehhaus ein

Neu ist nicht nur der Standort des Kerzenziehhauses, sondern auch ein Teil der Mitwirkenden: Nach über 20 Jahren unter alleiniger Regie des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat ist der Essener Caritasverband als Partner mit in das Weihnachtsmarktprojekt eingestiegen. An die Seite von Kerzenziehhaus-Routiniers wie Sprock und Müller treten in den kommenden Wochen nun zahlreiche Ehren- und Hauptamtliche aus den verschiedensten Caritas-Einrichtungen der Stadt. „Ich war überrascht, wie viele sich sofort bereit erklärt haben, das Kerzenziehhaus zu unterstützen“, berichtet Caritasdirktor Björn Enno Hermans. Für den ältesten Caritasverband Deutschlands steht die Premiere im Kerzenziehhaus zudem am Ende seines Jubiläumsjahres zum 125-jährigen Bestehen. Auch Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Martin Maier freut sich über die neue Kooperation: „Nach über 20 Jahren ist das Kerzenziehhaus so groß geworden, dass wir gesagt haben, das können und wollen wir nicht mehr alleine machen.“

„Wir schön, dass Sie sich auf unserem Weihnachtsmarkt zurückgemeldet haben“, sagt OB Kufen zur Eröffnung. Er freue sich immer, wenn Essen auch öffentlich darauf aufmerksam machen könne, die „Adveniat-Stadt“ zu sein. Denn aus den vielfältigen Verbindungen zwischen Essen und Lateinamerika wisse er, wie wichtig die Arbeit des Essener Hilfswerks dort sei. Zugleich lobt Kufen die neue Zusammenarbeit mit der Caritas. „Unsere Gesellschaft wäre eine andere ohne das Engagement der Caritas und ihrer vielen Mitgliedsorganisationen.“ Gerade angesichts der aktuellen Krisen-Situation infolge des Ukraine-Kriegs sehe er „eine große Verantwortung und Rolle der Wohlfahrtsverbände zusammen mit den Kirchen und in Kooperation mit der Stadt zu helfen, die Gesellschaft zusammen zu halten“, hebt der Oberbürgermeister hervor.

Kerzenziehhaus lenkt den Blick nach Lateinamerika

„Der Krieg in der Ukraine überschattet im Moment viele andere Krisen“, sagt Sebastian Neugebauer, Leiter der Abteilung Weltkirche und Mission im Bistum Essen, der in Vertretung des erkrankten Weihbischofs Ludger Schepers zur Kerzenziehhaus-Eröffnung gekommen war. Da sei es gut, im Kerzenziehhaus auch auf Krisen in Lateinamerika hinweisen zu können: Mit dem Erlös aus Spenden und dem Verkauf der Kerzendochte unterstützt Adveniat ein Hilfsprojekt, das sich in Kolumbien um venezuelanische Flüchtlingskinder kümmert. „So wird eine kleiner Kerze hier zu einem Zeichen der Solidarität und Nähe mit Lateinamerika.“

Zugleich stehen nun soziale Herausforderungen und Hilfsangebote in Essen im Kerzenziehhaus im Fokus: Auf einer neu geschaffenen Aktionsfläche wird sich nun jeden Tag eine andere Caritas-Organisation mit ihren Angeboten vorstellen, um mit den Menschen auf der Essener Einkaufstraße ins Gespräch zu kommen.

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news-20068 Fri, 18 Nov 2022 16:35:06 +0100 Generalvikar Pfeffer ist entsetzt über Angriff auf Alte Synagoge https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/generalvikar-pfeffer-ist-entsetzt-ueber-angriff-auf-alte-synagoge Pfeffer: „Rechtsradikalismus und Antisemitismus dürfen bei uns keinen Platz haben“ „Das ist ein Anschlag auf ein Gebäude, das wie kein zweites für die jüdische Geschichte im Ruhrgebiet steht!“ Mit Entsetzen hat Klaus Pfeffer, Generalvikar des Bistums Essen, auf die Schüsse reagiert, die offenbar am Freitagmorgen auf die Alte Synagoge abgegeben worden sind.

„Ich bin froh und dankbar, dass bei diesem Anschlag keine Menschen verletzt worden sind”, sagte Pfeffer auch im Namen von Bischof Franz-Josef Overbeck, der sich derzeit zu einem Arbeitsbesuch in Rom aufhält. „Rechtsradikalismus und Antisemitismus dürfen bei uns keinen Platz haben!“, betonte Pfeffer.

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news-20067 Wed, 16 Nov 2022 14:03:21 +0100 Nolde, Beckmann und Jawlensky treffen am Dom auf mittelalterliche Schatzkunst https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/nolde-beckmann-und-jawlensky-treffen-am-dom-auf-mittelalterliche-schatzkunst Drei Monate lang stellt der Essener Domschatz seine mittelalterliche Schatzkunst zusammen mit Gemälden und Grafiken expressionistischer Künstler aus. Das sorgt in den Räumen am Essener Domhof für ungewohnte Sichtachsen und immer wieder neue Bezüge zwischen Kunstwerken mit rund 1000 Jahren Altersunterschied. Mit der Ausstellung KONTRASTE stellt der Essener Domschatz vom 18. November 2022 bis 19. Februar 2023 seinen über 1000 Jahre alten Kirchenschatz expressionistischer Kunst gegenüber. Dabei werden die Gemälde und Grafiken vom Anfang des 20. Jahrhunderts auf einzigartige Weise in die Domschatz-Ausstellung herausragender mittelalterlicher Goldschmiede-Arbeiten integriert. So entsteht eine direkte Beziehung zwischen der liturgischen Kunst aus der Hochzeit des Essener Frauenstifts und den vor allem nach dem Ersten Weltkrieg entstandenen expressionistischen Werken.

Dabei zeigt KONTRASTE Ikonen der christlich inspirierten expressionistischen Kunst. Dank 14 Leihgaben aus Museen und privaten Sammlungen sind Künstler wie Emil Nolde, Max Beckmann, Alexej von Jawlensky, Christian Rohlfs, Otto Mueller, Karl Schmidt-Rottluff und Werner Scholz vertreten. Die expressionistischen Motive stehen im direkten Austausch mit den mittelalterlichen Kunstwerken des Domschatzes. So ermöglichen sie den Gästen der Ausstellung die Erfahrung des Wandels und der KONTRASTE zwischen Zeit und Gattungen, zwischen den verschiedenen Schaffensmotivationen und zwischen der Auffassung und Interpretation von Glauben und Religion der expressionistischen wie mittelalterlichen Künstlerinnen und Künstler.

Wegener: „Eine absolut neue Art der Ausstellung“

„Für den Domschatz ist KONTRASTE eine absolut neue Art der Ausstellung. Wir glauben, dass diese Präsentation ein ganz neues Besuchs-Erlebnis in unserem Domschatz ermöglicht und freuen uns sehr, dass dies durch Leihgaben aus Museen und privaten Sammlungen ermöglicht wurde“, sagt Andrea Wegener, Leiterin des Domschatzes. KONTRASTE vereine eine außergewöhnliche Komposition von Kunstwerken, die sich mit Glauben und Religion auseinandersetzen. „Wir bringen mittelalterliche und moderne Kunst in Spannung zueinander. Sichtweisen, Materialien und unterschiedliche künstlerische Umsetzungen kontrastieren miteinander, bilden aber gleichzeitig gemeinsame, übergreifende Themen ab: Religion und Glauben“, so Wegener.

Die mittelalterlichen Kunstwerke stammen aus der über 1000 Jahre alten Geschichte des Essener Frauenstifts. Sie zeugen von der kulturellen Vergangenheit Essens vor der Industrialisierung. Mitten in der Essener City liegt die Keimzelle der Stadt – der Dom. Einst war er die Kirche des Essener Frauenstifts, das von 850 bis 1803 bestand. Diese klosterähnliche Gemeinschaft gehörte im Mittelalter zu den wichtigsten kirchlichen und politischen Institutionen der Region. Dom und Domschatz bewahren einzigartige Werke aus dem 10. und 11. Jahrhundert und bilden die weltweit größte Sammlung ottonisch-salischer Goldschmiedekunst. Dazu gehören Kunstwerke wie das Ensemble einzigartiger Vortragekreuze, der goldene Buchdeckel des Theophanu-Evangeliars, das Essener Schwert sowie die kleine Lilienkrone.

Expressionistische Werke beschäftigen sich mit Glaubensfragen

Die Künstlerinnen und Künstler des Expressionismus haben sich auch bedingt durch die Zäsur des Ersten Weltkriegs weitgreifend mit Glauben und Religion auseinandergesetzt. Die christlichen Motive sind Ausdruck existenzieller Fragestellungen und Nöte, erläutert Wegener: „Die anfängliche Kriegsbegeisterung in Deutschland schlug schnell in Ernüchterung um. Viele Künstlerinnen und Künstler suchten den Weg zu Gott, obwohl sie eindeutig nicht tief gläubig waren.“

Für eine effektvolle Inszenierung der Kunst sorgen eigens für die Ausstellung KONTRASTE installierte Hintergründe. „Die expressionistischen Werke hängen vor ultramarinblauen Wänden. Teils reflektiert die Goldschmiedekunst des Domschatzes das intensive Blau der Wandpaneele. So entsteht ein fantastisches Farbspiel, das sowohl die Gemälde als auch die Schatzkunst besonders zur Geltung bringt“, berichtet Wegener.

Anlass der Ausstellung ist das 75-jährige Jubiläum des Münsterbauverein Essen e.V., der nach dem Zweiten Weltkrieg als überkonfessionelle Bürgerinitiative entstand. Grund war der Wiederaufbau des im Krieg stark beschädigten Münsters, der heutigen Domkirche. Bis heute unterstützt der Verein die Erhaltung und Erforschung der Denkmäler und Kunstwerke auf der Essener Dominsel.

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news-20066 Wed, 16 Nov 2022 10:31:35 +0100 Adventssammlung der Caritas startet am 19. November https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/adventssammlung-der-caritas-startet-am-19-november Die Erträge der Sammlung gehen an die Caritas in Pfarrei, Stadt und auf Diözesan-Ebene. Unter dem Leitwort "An der Seite der Armen" steht die diesjährige Adventssammlung der Caritas und Diakonie in NRW vom 19. November bis 10. Dezember. In vielen Pfarreien des Ruhrbistums gehen Ehrenamtliche der Pfarrcaritas wieder von Haus zu Haus, um Spenden zu sammeln. Außerdem liegen Überweisungsträger in den Kirchen aus, und Handzettel verweisen auf die Möglichkeit zur Online-Spende.

Viele Menschen sind derzeit aufgrund der Inflation und explodierender Preise für Energie und Lebensmittel in finanzielle Nöte geraten. Die steigenden Kosten und noch nicht absehbare wirtschaftliche Folgen von Pandemie, Ukrainekrieg und Klimawandel treffen besonders jene Menschen hart, die ohnehin mit wenig Geld auskommen müssen. Die Caritas vor Ort versucht, auf kurzen Wegen Not zu lindern, und ist dafür auf Spenden angewiesen.

Die Hälfte der Erträge der Adventssammlung steht der Caritas in den Pfarreien und Gemeinden zur Verfügung. Die andere Hälfte der Spenden erhalten die Caritasverbände der Städte und Kreise sowie der Diözesan-Caritasverband für ihre Hilfs- und Unterstützungsprojekte. Spenden an der Haustür werden direkt per Quittung bestätigt. Für das Finanzamt stellen die Pfarreien, die als Veranstalter der Adventssammlung auftreten, auf Wunsch der Spender eine anerkannte Zuwendungsbestätigung aus.

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news-20065 Tue, 15 Nov 2022 15:07:39 +0100 Namen und Daten | 15. November 2022 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-15-november-2022 Sabine Lethen, Pastor P. Nicolaus Roos MSC, Pastor Slawomir Galadzun-Aenstoots, P. Karl Eveld OFM Frau Sabine Lethen wurde mit sofortiger Wirkung von Ihrer Beauftragung als Gemeindereferentin mit Koordinierungsaufgaben in der Gemeinde St. Paulus in Essen-Gerschede entpflichtet, da sie weiterhin als Pfarrbeauftragte der Pfarrei St. Josef ernannt ist.

Pastor P. Nicolaus Roos MSC wurde zum 31. Dezember 2022 von seiner Beauftragung als Pastor der Pfarrei St. Marien in Oberhausen mit der eigenverantwortlichen Wahrnehmung der Seelsorge in der Gemeinde Zu Unserer Lieben Frau entpflichtet und in den Ruhestand versetzt. Zum 1. Januar 2023 und für den Zeitraum bis 31.12.2024 wurde er als Pastor im besonderen Dienst der Pfarrei St. Marien in Oberhausen ernannt.

Pastor Slawomir Galadzun-Aenstoots wurde für den Zeitraum vom 1. Dezember 2022 bis zum 31. Mai 2023 als Pfarradministrator der Pfarrei St. Joseph in Bottrop ernannt.

P. Karl Eveld OFM wurde mit Wirkung vom 1. Oktober 2022 als vicarius paroecialis mit dem Titel Pastor der Pfarrei St. Gertrud in Essen ernannt. Für den Bereich Pfarrei wurde ihm die allgemeine Trauungsvollmacht erteilt.

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news-20064 Tue, 15 Nov 2022 12:35:28 +0100 Kollekte für Katholiken in der nordeuropäischen Diaspora https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/kollekte-fuer-katholiken-in-der-nordeuropaeischen-diaspora Das Hilfswerk für Nordeuropa gibt finanzielle Hilfen für das weitverstreute kirchliche Leben in Skandinavien und auf dem Baltikum. Unter dem diesjährigen Leitwort „Mit DIR zum WIR“ ruft das deutsche Bonifatiuswerk am Diasporasonntag, 20. November, bundesweit in den Gottesdiensten zur Kollekte auf. Das Hilfswerk unterstützt in Nordeuropa sowie in Estland, Lettland und in Teilen Deutschlands katholische Christen, die in einer extremen Minderheitensituation ihren Glauben leben, und informiert über die aktuelle Situation in den Fördergebieten.

Schwerpunkt der Hilfen liegt auf dem Bau und Erhalt kirchlicher Gebäude, der Beschaffung von Fahrzeugen für die weiten Wege in den Pfarreien Nordeuropas und vielfältigen Projekten zur Weitergabe des Glaubens an Kinder und Erwachsene.

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news-20063 Tue, 15 Nov 2022 10:22:09 +0100 „ars liturgica“ vergibt Preis zur Gestaltung eines Corona-Gedenkortes https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/ars-liturgica-vergibt-preis-zur-gestaltung-eines-corona-gedenkortes Zum fünften Kunstwettbewerb „ars liturgica“ reichten 50 Künstlerinnen und Künstler ihre Entwürfe ein. Der erste Preis des Kunst-Wettbewerbs „ars liturgica“ unter der Schirmherrschaft des Bischofs von Essen geht in diesem Jahr an Peter Sandhaus aus Berlin für sein Objekt „Gemeinschaftstrage“. In diesem Jahr war die Gestaltung eines Corona-Denkortes für die Pfarrei St. Josef in Essen-Bedingrade an der Frintroper Straße Thema des Wettbewerbs.  Mit seinem Objekt will der Künstler Sandhaus gleichermaßen an eine Krankentrage und eine Totenbare erinnern – beides stehe für die Verletzlichkeit und die Hilfsbereitschaft der Menschen während der Pandemie.

Der erste Platz ist mit 5000 Euro dotiert. Den zweiten Preis (3000 Euro) gewann Stefan Ester aus Garmisch-Partenkirchen mit seinem Objekt „Corona-Krone“, einer Installation aus Stahlrohren, die an eine Dornenkrone und damit an Leiden und Auferstehung Jesu Christi erinnern. Den dritten Preis (1000 €) erhielt Matthias Weber aus Köln für seine Installation eines Paravents mit zwei Sitzbänken und der Möglichkeit, Gedenkkerzen davor aufzustellen.

Seit seinem Start im Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 war der Wettbewerb „ars liturgica“ im Mai 2022 zum fünften Mal ausgeschrieben worden. 50 Künstlerinnen und Künstlern haben Entwürfe oder Modelle eingesandt. In der Jury saßen neben den Initiatoren auch Vertreter der Pfarrei sowie der Direktor des Folkwangmuseums Peter Gorschlüter und die Künstlerin Silke Rehberg. Die Initiative „ars liturgica“  fördert zeitgenössische Gestaltungsformen von Sakralobjekten. In den bisherigen Wettbewerben entstanden ein Einband für ein Evangelienbuch, ein Fastentuch, ein Vortragekreuz für den liturgischen Gebrauch sowie eine Weihnachtskrippe.

Der Duisburger Prämonstratenser-Pater Philipp Reichling, Sprecher der Initiative, zeigt sich sehr zufrieden über das aktuelle Ergebnis: „Zeitgenössische Herangehensweisen an religiöse Themen durch die Kunst eröffnen neue Sichtweisen und stellen existentielle Fragen.“

Die Pfarrei St. Josef wird nun die Realisierung des Projektes in Auftrag geben, dafür stehen 30.000 Euro zur Verfügung. Zudem wird aus rund 15 ausgewählten Objekten des Wettbewerbs eine Wanderausstellung zusammengestellt, die bundesweit gezeigt wird. Dazu erscheint ein Katalog.  

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news-20062 Mon, 14 Nov 2022 15:14:49 +0100 Mit Kunst zeigen, was im Leben wichtig ist https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/mit-kunst-zeigen-was-im-leben-wichtig-ist Zum Welttag der Armen am Sonntag, 13. November, haben im Bistum Essen mehrere hundert Menschen hölzerne Puzzleteile gestaltet. „Leben teilen – was bleibt?“ war die Überschrift der Aktion. Zum katholischen Welttag der Armen am Sonntag, 13. November, stand im Bistum Essen in diesem Jahr eine Kunstaktion im Mittelpunkt. Unter der Überschrift „Leben Teilen – Was bleibt?“ haben in den vergangenen Wochen rund 500 Menschen aus dem Ruhrbistum und weit darüber hinaus hölzerne Puzzle-Teile gestaltet und so andere Menschen ein Stück an ihrem Leben teilhaben lassen. Rund 100 der mit Farbe, Knetmasse und anderen Materialien gestalteten Bretter waren am Sonntag bei der Abendmesse im Essener Dom und beim anschließenden Treffen im Kreuzgang zu sehen.

Die Kunstaktion habe dazu eingeladen, „innezuhalten und angesichts der vielen Krisen, die momentan herrschen, darauf zu schauen, was im eigenen Leben wichtig ist, was trägt. Eben: Was bleibt?“, beschreibt Sebastian Neugebauer den Hintergrund. Als Leiter der Abteilung Weltkirche und Mission im Bistum Essen ist er einer der Sprecher des Bündnisses, das mit gemeinsamen Aktionen jährlich neu auf den kirchlichen Gedenktag aufmerksam macht, den Papst Franziskus ins Leben gerufen hat. „Ein Ziel des Welttags ist es, Menschen zusammenzubringen, die sich sonst nicht begegnen“, erläutert Neugebauer. „In diesem Jahr haben wir die Kunst vieler verschiedener Menschen zusammengebracht. In dieser Kunst wird auf vielfältige Weise ausgedrückt, was wichtig ist im Leben, was Mut machen kann, was trägt.“

Gerechtigkeit, Solidarität, Zusammenhalt, Frieden, Kampf gegen Hunger … - in der kleinen Ausstellung im Kreuzgang wurde eine große thematische Vielfalt deutlich. Drei Kunstwerke wurden zudem im Gottesdienst vorgestellt: Das erste drehte sich um den Schutz der Natur, das zweite um die Bewältigung von Trauer und das dritte um den Wert der Familie.

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news-20061 Mon, 14 Nov 2022 12:36:10 +0100 Bistum Essen startet Anmeldung für Fahrt zum Weltjugendtag https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bistum-essen-startet-anmeldung-fuer-fahrt-zum-weltjugendtag Vom 24. Juli bis 8. August 2023 reisen 130 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Bistum Essen nach Portugal. Dort treffen sie junge Leute aus aller Welt und sehen beim Weltjugendtag in Lissabon den Papst. Wer mitkommen möchte, kann sich jetzt anmelden. Jugendliche und junge Erwachsene, die im kommenden Sommer mit dem Bistum Essen zum Weltjugendtag nach Lissabon fahren möchten, können Sie sich ab sofort für diese Fahrt anmelden. Die Jugendabteilung des Bistums bietet zusammen mit der Duisburger Jugendkirche Tabgha und dem BDKJ im Bistum Essen – der Dachorganisation der katholischen Jugendverbände – vom 24. Juli bis 8. August 2023 eine Portugal-Reise für kirchliche Jugendgruppen und Einzelreisende an, insgesamt können 130 Menschen mitkommen. Zunächst geht es zu „Tagen der Begegnung“ mit portugiesischen Jugendlichen und Kirchengemeinden, bevor dann ab dem 1. August der eigentliche Weltjugendtag in Lissabon beginnt. Mitkommen können 16- bis 35-Jährige, wobei Einzelreisende volljährig sein und Minderjährige von volljährigen und entsprechend qualifizierten Gruppenleitungen begleitet werden müssen.

Die Online-Anmeldung steht auf der Internetseite bistum.ruhr/wjt23 bereit, dort gibt es auch alle weiteren Informationen. Für Personen, die eine Schule besuchen, Studierende, Freiwilligendienstleistende und Arbeitssuchende bieten die Organisatoren die Fahrt vergünstigt für 995,- € an. Alle anderen Teilnehmenden aus dem Bistum Essen zahlen für die Reise 1195 Euro.

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news-20060 Mon, 14 Nov 2022 11:06:54 +0100 Deutsche Bischöfe diskutieren im Vatikan über Kirchen-Reformen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/deutsche-bischoefe-diskutieren-im-vatikan-ueber-kirchen-reformen Bis zum Wochenende diskutieren alle deutschen Bischöfe in Rom mit Vertretern der Vatikan-Behörden und dem Papst über den Synodalen Weg und weitere deutsche Kirchen-Themen. Mit einer Messe am Grab des Apostels Petrus im Petersdom haben die deutschen Bischöfe am Montagmorgen, 14. November, ihren mehrtägigen Besuch im Vatikan begonnen. Vor seiner Abreise hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, den Vatikan-Besuch am Wochenende als große Chance für die katholische Kirche in Deutschland berwertet: „Es gibt klar erkennbaren Gesprächsbedarf, gerade über das, was wir als Weg der Umkehr und Erneuerung für die Kirche in unserem Land im Synodalen Weg zusammen mit vielen machen." In seiner Predigt am Montagmorgen rief er die Bischöfe dazu auf, die Einheit der Kirche zu bewahren und zugleich Umkehr und Erneuerung zu ermöglichen. Das sei „keine leichte Aufgabe“, räumte er ein.

Bätzing warb für das Grundanliegen des Synodalen Wegs, des aktuellen Reformdialogs der katholischen Kirche in Deutschland, dessen Ausrichtung von konservativen Theologen als unzulässige Anpassung an den Zeitgeist kritisiert wird. Er betonte, es gehe in der Verkündigung der christlichen Botschaft stets um „Vermittlung von Kultur und Glaube, einen Weg gegenseitiger Profilierung, kritischer Unterscheidung und Durchdringung“.

Bischöfe wollen über Reformprozess und über ihre Differenzen sprechen

Die deutschen Bischöfe wollen in Rom die Themen des Reformprozesses und auch ihre Differenzen offen und ehrlich ansprechen, hatte Bätzing angekündigt. Es sei wohl kein Zufall, dass die Bischöfe gerade jetzt nach Rom eingeladen seien. Ihm sei bewusst, dass es in Rom „viel Unverständnis zu unserem Weg gibt“. Daher sei er „sehr dankbar, dass wir wirklich viel Zeit haben, darüber miteinander zu reden“. Er habe den Eindruck, dass dies auch die vatikanischen Stellen wüssten und die Chancen nutzen wollten. Es gebe sehr hohe Erwartungen an den Besuch und ein bislang so nie dagewesenes öffentliches Interesse. Das sei gut, aber auch eine Herausforderung.

In seiner Predigt im Petersdom hob Bätzing die gemeinsame Verantwortung von Bischöfen und Gläubigen im Synodalen Weg hervor. Nötig seien ein „gutes Aufeinanderhören, ein mühevolles Argumentieren und ein ehrliches Ringen miteinander“. Indirekt setzte sich Bätzing auch mit dem Vorwurf auseinander, die Mitglieder der katholischen Kirche in Deutschland bewegten sich mit ihren Reformideen „weg von Rom“. Er betonte, Rom sei zwar seit Beginn der Kirchengeschichte ein wichtiger „Referenzpunkt für den katholischen Glauben und die ganze Kirche“; aber es sei „nicht Ursprung und Ziel des Weges, den wir im Glauben gehen“. Diesen Weg müssten alle Glieder des Volkes Gottes gemeinsam suchen. Ursprung und Ziel sei Jesus Christus.

Die deutschen Bischöfe reisen vom 14. bis 19. November zum sogenannten Ad-limina-Besuch in den Vatikan. Aus Essen sind Bischof Franz-Josef Overbeck und Weihbischof Wilhelm Zimmermann mit dabei, Weihbischof Ludger Schepers musste aus gesundheitlichen Gründen absagen. Zweck dieser alle fünf bis sechs Jahre anstehenden Reise ist, dass die Bischöfe eines Landes den Papst und die Vatikanbehörden über die Situation in ihren Bistümern informieren. In den kommenden Tagen sprechen die Bischöfe mit den Leitungen der vatikanischen Behörden, am Ende steht eine gemeinsame Debatte aller Bischöfe mit den wichtigsten Behördenleitern und dem Papst auf dem Programm.

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news-20059 Sun, 13 Nov 2022 14:00:41 +0100 Bistum Essen setzt in Bottrop auf eine gemeinsame Pfarrei https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bistum-essen-setzt-in-bottrop-auf-eine-gemeinsame-pfarrei Anlässlich der Verabschiedung von Pfarrer Martin Cudak in der Pfarrei St. Joseph hat Bischof Franz-Josef Overbeck in einem Brief an alle Mitglieder der Bottroper Pfarreien die schon länger bestehenden Pläne für ein Zusammengehen konkretisiert. Eine gemeinsame Stadtpfarrei für Bottrop – diese Perspektive für die gut 37.000 Menschen katholischen Glaubens in dem zum Bistum Essen gehörenden Stadtteilen werden die haupt- und ehrenamtlich Engagierten in den beiden bisherigen Pfarreien St. Joseph und St. Cyriakus in den kommenden Monaten angehen. Deren Zusammenführung „soll möglichst bis Herbst 2024, aber spätestens im Laufe des Jahres 2025 abgeschlossen sein“, schreibt Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck in einem Brief an alle Mitglieder der katholischen Kirche, der an diesem Sonntag in den Gottesdiensten verlesen wurde. Die zum Bistum Münster gehörende Pfarrei St. Johannes der Täufer in den nördlichen und ländlich gelegenen Bottroper Stadtteilen Kirchhellen, Grafenwald und Feldhausen ist von der Neuordnung nicht betroffen.

Die Perspektive eine gemeinsamen Stadtpfarrei – ähnlich wie in der Nachbarstadt Gladbeck – hatte der Bischof bereits angeregt, als er vor rund fünf Jahren die Voten der beiden Pfarreien im Rahmen der Pfarreientwicklungsprozesse bestätigt hatte. Nun wird der Plan mit dem Wechsel von Pfarrer Martin Cudak nach Oberhausen-Osterfeld konkret. Cudak, der am Sonntag auf eigenen Wunsch nach 12 Jahren als Pfarrer von St. Joseph verabschiedet wurde, wechselt zum 1. Advent als Pastor in die Oberhausener Pfarrei St. Pankratius.

Für die dann folgende Übergangszeit hat Overbeck zunächst Pastor Slawomir Galadzun beauftragt, von Anfang Dezember bis Ende Mai als Pfarradministrator die Pfarrei St. Joseph zu leiten. Anschließend wird Propst Jürgen Cleve, Stadtdechant und Pfarrer von St. Cyriakus, die Leitung von St. Joseph zusätzlich zu der von St. Cyriakus übernehmen. „Gemeinsam mit den Mitgliedern der Gremien und den Pastoralteams der beiden Pfarreien St. Joseph und St. Cyriakus wird er den Schritt zu einer Stadtpfarrei sorgfältig vorbereiten“, kündigt Bischof Overbeck an.

Overbeck betont: „Die engen Bezüge zwischen den Pfarreien St. Joseph und St. Cyriakus und das Lebensgefühl der Menschen in Bottrop sprechen dafür, in Bottrop perspektivisch eine Stadtpfarrei zu bilden.“ In den vergangenen Jahren sei deutlich geworden, „dass die Aufgabe unserer Pfarreien darin besteht, einen Ordnungsrahmen für die Seelsorge, die kirchlichen Aktivitäten und die Entwicklung kirchlicher Orte zu bilden“. Eine zukünftige Stadtpfarrei für Bottrop habe eine Größe, innerhalb derer diese Aufgabe gut wahrgenommen werden könne. Die Zusammenführung der beiden Pfarreien sehe er dabei „als einen Prozess des Zusammenwachsens, der an die bisherige Zusammenarbeit anknüpft. Was in den letzten Jahren umgesetzt und geplant wurde, wird künftig in einem gemeinsamen Rahmen weitergeführt“, so Overbeck.

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news-20058 Sat, 12 Nov 2022 17:14:55 +0100 Verstorbener Dompropst Vieth auf dem Kapitelsfriedhof beigesetzt https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/verstorbener-dompropst-vieth-auf-dem-kapitelsfriedhof-beigesetzt Große Anteilnahme beim feierlichen Requiem mit Bischof Franz-Josef Overbeck und der Beisetzung auf dem Kapitelsfriedhof im Kreuzgang des Essener Doms. Mit einem feierlichen Requiem im Essener Dom hat das Bistum Essen am Samstagnachmittag Abschied genommen von dem vor zwei Wochen im Alter von 81 Jahren verstorbenen ehemaligen Dompropst und früheren Essener Stadtdechanten Otmar Vieth. Begleitet von zahlreichen Mitgliedern der Eucharistichen Ehrengarden, die Vieth als Diözesanehrenoberst über 30 Jahre lang begleitet hat, feierten Angehörige, Freunde, zahlreiche Priester und viele Gläubige mit Bischof Franz-Josef Overbeck die Totenmesse, bevor der Sarg mit dem Verstorbenen auf dem Kapitelsfriedhof im Kreuzgang beigesetzt wurde.

Overbeck erinnerte in seiner Predigt an Vieths Primizspruch: „Dominus Jesus“ – „Jesus Christus ist der Herr“. So kurz und prägnant wie der Bibelvers der Priesterweihe, „so eindeutig und knapp konnte auch der Verstorbene formulieren“, sagte Overbeck. Er verwies auf Vieths große Disziplin und Ordnung, gerade in den vergangenen 13 Lebensjahren, in denen der Priester auf die Dialyse angewiesen war. Die Ordnung, mit der Vieth sein Leben bis hin zum Umzug von seiner Wohnung auf der geliebten Dom-Insel ins Pflegeheim der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung in Essen-Steele kurz vor seinem Tod gestaltet habe, sei Ausdruck von Vieths Entschiedenheit gewesen, so Overbeck. Hinter Vieths „großer Lebensnüchternheit“ habe sich nach seinem Eindruck „eine geistliche und auch praktische Lebensordnung verborgen, die ihn in seinen unterschiedlichen Aufgaben als Seelsorger und Pfarrer vor Ort, auf der Stadtebene von Essen, im Bischöflichen Generalvikariat, aber auch im Domkapitel zu einem um das Bistum Essen hoch verdient gemachten Priester hat werden lassen“, so Overbeck. Vieth sei dabei stets „bodenständig und verlässlich“ geblieben.

Großes Engagement für die Beschäftigten in Bergbau und Stahl-Industrie

Sein ganzes Leben auf Gott auszurichten, „hat für Prälat Vieth bedeutet, den Ruf in das Priestertum in einer Zeit sich verändernder kirchlicher Kultur und gesellschaftlicher Struktur anzunehmen und das im ersten dynamischen Lebensjahrzehnt der Existenz unseres Bistums“, erinnerte Overbeck. 1969 zum Priester geweiht, war der in Bochum geborene Vieth nach Kaplansjahren in mehreren Essener Gemeinden bereits 1974 als Leiter der Abteilung „Sozialwesen“ ins Bischöfliche Generavikariat gekommen und zugleich als Domvikar und später Domzeremoniar am Essener Dom tätig geworden. Vieth seien insbesondere die kirchlichen Bildungsaufgaben für die Beschäftigten in Bergbau und Stahlindustrie eine ständige Herausforderung gewesen. „Die sozialethischen Aufgaben zeigten, was es bedeutet, vom Glauben her für Gerechtigkeit, Solidarität und Subsidiarität einzutreten, aber auch für die Würde des Menschen in allen seinen Bezügen“, hob Overbeck das Engagement Vieths hervor. Der Abschied vom Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet Ende 2018 habe Vieth „sehr geschmerzt und nachdenklich zurück gelassen“.

Während seiner 20 Jahre als Pfarrer in St. Dionysius in Essen-Borbeck, vor allem aber im Essener Dom, für den er von 2005 bis 2013 als Dompropst Verantwortung trug, habe Vieth „seine Liebe zur Geschichte wie zur Liturgie, zur Musik, aber auch, in der Aufgeregtheit mancher Welten, zur Stille entdeckt“, betonte Overbeck.

Diese Stille machte sich trotz der großen Anteilnahme auch im Requiem und später am Grab inmitten des Kreuzgangs breit, als das Gebet für und die Erinnerung an den Verstorbenen im Fokus stand. Nun liegt Vieths Grabstätte nur wenige Meter von der Wohnung entfernt, in der sich der Seelsorger viele Jahrzehnte wohlgefühlt hat – und umgeben von über 1000 Jahren Dom-Geschichte, die Vieth gerade als Ruheständler mit großer Leidenschaft erforscht hat.

Die Predigt von Bischof Overbeck im Wortlaut

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news-20057 Fri, 11 Nov 2022 14:26:09 +0100 Katholische Schulen informieren an Tagen der offen Tür https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/katholische-schulen-informieren-an-tagen-der-offen-tuer Zwischen 19. November und 15. Dezember können sich Grundschul-Kinder der vierten Klassen und Jugendliche, die die Realschule verlassen, über die Angebote der katholischen weiterführenden Schulen in Essen und Duisburg informieren. Nachdem sich die Kinder der vierten Klassen und Jugendliche, die die Realschule beenden, in den vergangenen Jahren coronabedingt meist nur digital über das Angebot der katholischen weiterführenden Schulen informieren konnten, stellen sich die sechs Gymnasien und eine Sekundarschule in Essen und Duisburg in den kommenden Wochen wieder bei Tagen der offenen Tür vor. An den folgenden Terminen präsentieren die Schulen ihre Angebote:

Duisburg

  • Abtei-Gymnasium, An der Abtei 10, 47166 Duisburg:
    Samstag, 19. November, 10 bis 13 Uhr.
  • St.-Hildegardis-Gymnasium, Realschulstraße 11, 47051 Duisburg:
    Samstag, 19. November, 9 bis 13 Uhr und
    Donnerstag, 15. Dezember, 14 bis 17 Uhr.


Essen

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