Bistum-Essen RSS Feed - https://www.bistum-essen.de de-de Bistum Essen Tue, 21 Apr 2026 10:17:46 +0200 Tue, 21 Apr 2026 10:17:46 +0200 TYPO3 news-21101 Mon, 20 Apr 2026 19:55:25 +0200 Betroffenenbeirat legt Jahresbericht vor und erwartet Bundesbeauftragte in Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/betroffenenbeirat-legt-jahresbericht-vor-und-erwartet-bundesbeauftragte-in-essen Vernetzung, Aufarbeitung und politische Gespräche: Der Betroffenenbeirat hat eine Bilanz seiner Arbeit im vergangenen Jahr vorgelegt und empfängt in diesen Tagen hochrangige Gäste aus Bund und Land. Der Beirat der Betroffenen von sexualisierter Gewalt im Bistum Essen hat seinen Bericht über seine Tätigkeit im vergangenen Jahr vorgelegt. Auf 20 Seiten stellt der Betroffenenbeirat seine Aktivitäten, Statistiken und Interviews über seine Arbeit vor. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet dabei die Vernetzung des im November 2024 neu gewählten Gremiums mit anderen Betroffenengremien und mit der Politik.

Hierzu passend erwartet der Betroffenenbeirat am kommenden Donnerstag, 23. April, die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Cerstin Klaus, die neue Kinderschutzbeauftragte des Landes NRW, Petra Ladenburger, sowie Jochen Ringel (Mitglied im Betroffenenrat bei der Unabhängigen Bundesbeauftragen gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen) zu einem Austausch in Essen. Nach Stationen in Rheinland-Pfalz im März ist Klaus auf ihrer diesjährigen Ländertour im April in NRW unterwegs. Am Donnerstag, 23. April, trifft sie am Essener Dom nicht nur Mitglieder des Essener Betroffenenbeirats, sondern im Rahmen der gestärkten landesweiten Vernetzung der Gremien auch Delegierte aus anderen NRW-Bistümern.

Die Begegnung stehe im Zeichen eines offenen und konstruktiven Dialogs, heißt es beim Betroffenenbeirat Bistum Essen. Im Mittelpunkt sollen aktuelle Entwicklungen in der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt, strukturelle Herausforderungen sowie die Weiterentwicklung von Beteiligungs- und Unterstützungsangeboten für Betroffene stehen. Dabei gehe es insbesondere darum, Perspektiven aus der Praxis einzubringen und konkrete Verbesserungen anzustoßen. 

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news-21100 Mon, 20 Apr 2026 15:25:57 +0200 Zwölf Frauen predigen beim Predigerinnentag im Bistum Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/zwoelf-frauen-predigen-beim-predigerinnentag-im-bistum-essen Zwischen Duisburg und Lüdenscheid beteiligen sich Frauen am Predigerinnentag der kfd und gestalten ab Sonntag, 26. April, einen Monat lang Gottesdienste mit ihren Gedanken zu biblischen Texten. Zwölf Seelsorgerinnen aus dem Bistum Essen beteiligen sich in den kommenden Wochen unter dem Motto „Preach it! Weil du was zu sagen hast!“ am bundesweiten Predigerinnentag der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Seit 2020 ruft die kfd jährlich zwischen dem 29. April – Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena – und dem Fest der Apostelin Junia am 17. Mai Seelsorgerinnen dazu auf, ihre Gedanken zu biblischen Texten in Gottesdiensten zu verkünden.

Im Bistum Essen eröffnet in diesem Jahr bereits am kommenden Sonntag, 26. April, Ulrike Fendrich, ehemalige Geistliche Leiterin der kfd im Bistum Essen, um 11.15 Uhr in der Essener Kirche St. Josef in Essen-Frintrop den Reigen der Frauenpredigten. Gemeinsam mit Elisabeth Hartmann-Kulla, Geistliche Leiterin der kfd St. Pius in Bochum-Wattenscheid, predigt Fendrich zudem eine Woche später, am Sonntag, 3. Mai, um 19 Uhr im Essener Dom. Den Abschluss der Predigerinnen-Reihe bildet am Sonntag, 24. Mai, Jessica Wachtel in der Kirche St. Peter in Duisburg-Marxloh.

Alle Termine des Predigerinnentags 2026 im Bistum Essen im Überblick:

  • Sonntag, 26. April 2026, 11.15 Uhr, Ulrike Fendrich, Kirche St. Josef, Himmelpforten 13, 45359 Essen
  • Mittwoch, 29. April 2026, 17.00 Uhr, Sr. Mariotte Hillebrand, Gemeindesaal St. Joseph, Rennerstr. 18, 47166 Duisburg
  • Samstag, 2. Mai 2026, 17.45 Uhr, Eva Müller, Maria Königin, Graf-von-Galen-Str. 23, 58509 Lüdenscheid
  • Sonntag, 3. Mai 2026, 9.45 Uhr, Petra Focks, Kirche St. Mariä Empfängnis, Gemarkenstr. 59, 45147 Essen
  • Sonntag 3. Mai 2026, 19 Uhr, Elisabeth Hartmann-Kulla und Ulrike Fendrich, Essener Dom, An St. Quintin 3, 45127 Essen
  • Sonntag, 10. Mai 2026, 9.45 Uhr, Maike Neu-Clausen, Kirche Heilig Kreuz, Franziskanerstraße 69, 45139 Essen
  • Sonntag, 10. Mai 2026, 10 Uhr, Sandra Ostermann, Maria Königin, Graf-von-Galen-Str. 23, 58509 Lüdenscheid
  • Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 14. Mai 2026, 9.30 Uhr, Elisabeth Hartmann-Kulla, Kirche St. Gertrud, Auf der Kirchenburg 2, 44866 Bochum
  • Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 14. Mai 2026, 11 Uhr, Cordula Bukowski, Kirche St. Joseph, Geitlingstraße 10, 44866 Bochum
  • Christi Himmelfahrt, 14. Mai 2026, 11.30 Uhr, Frauke Westerkamp, Kirche St. Georg, Heisinger Str. 478, 45259 Essen
  • Samstag, 16. Mai 2026, 17 Uhr, Claudia Buskotte, Auferstehungskirche, Hagener Str. 332, 58285 Gevelsberg
  • Sonntag, 17. Mai 2026, 11.30 Uhr, Johanna Henrichs, Kirche St. Joseph und Medardus, Jokuschstr. 12, 58511 Lüdenscheid
  • Sonntag, 24. Mai 2026, 11 Uhr, Jessica Wachtel, Kirche St. Peter, Mittelstr. 2, 47169 Duisburg
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news-21099 Fri, 17 Apr 2026 12:11:19 +0200 Bistum lädt Ehrenamtliche am 26. September nach Hattingen ein https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bistum-laedt-ehrenamtliche-am-26-september-nach-hattingen-ein Dank und Wertschätzung für das vielfältige freiwillige Engagement in der Kirche stehen beim Ehrenamtstag in der Henrichshütte im Fokus, zu dem das Bistum, der Diözesanrat und die Caritas gemeinsam einladen. Ob in Pfarreien, Gemeinden, Gruppen, Verbänden und anderen katholischen Organisationen – wer sich freiwillig und ehrenamtlich in Einrichtungen des Bistums Essen engagiert, ist am Samstag, 26. September, zum Ehrenamtstag in die Henrichshütte Hattingen eingeladen. Zwischen 11 und 18 Uhr gibt es auf dem Gelände des Industriemuseums ein offenes Programm mit Workshops, spirituellen Angeboten, Aktionen für Kinder und eine Info-Meile zu verschiedenen Themen und Projekten im Bistum Essen. Getragen wird die Veranstaltung gemeinsam vom Diözesanrat der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen, der Caritas und dem Bistum. Weitere Informationen und die – kostenlose – Anmeldung gibt es ab Mai auf der Ehrenamtsseite des Bistums.

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news-21098 Thu, 16 Apr 2026 16:15:27 +0200 Adveniat-Bischof Overbeck sieht in Kolumbien wachsende Not und konkrete Hilfe https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/adveniat-bischof-overbeck-sieht-in-kolumbien-wachsende-not-und-konkrete-hilfe Armut, Flucht und Gewalt prägen den Alltag vieler Menschen in Kolumbien. Bischof Overbeck hat mit Adveniat Hilfsprojekte besucht, die Hoffnung schenken und mit Hilfe von Spenderinnen und Spendern aus Deutschland konkrete Hilfe leisten – trotz globaler Krisen und knapper Mittel. „Hierzulande steigen infolge der weltweiten Kriege und Krisen die Spritpreise – im globalen Süden die Zahl der Menschen, die hungern.“ Wie sehr sich globale Krisen und politische Veränderungen gerade auf die Entwicklungszusammenarbeit auswirken, hat Bischof Franz-Josef Overbeck in den vergangenen Tagen bei einer Reise durch Kolumbien beobachtet. Als Vorsitzender der bischöflichen Kommission des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat war er eine Woche in dem Land unterwegs, in dem mehr als ein Drittel der 54 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner in Armut lebt, davon 7,5 Millionen Menschen in extremer Armut. Overbeck bereiste das Land im Norden Südamerikas gemeinsam mit Adveniat-Hauptgeschäftsführer Jesuitenpater Martin Maier sowie den Weihbischöfen Rolf Steinhäuser aus Köln, Jörg Michael Peters aus Trier und Reinhard Hauke aus Erfurt sowie weiteren Kommissionsmitgliedern.

Hilfe für vergewaltigte Mädchen und junge Frauen in Cartagena

„Besonders berührt hat mich ein Projekt, das ich schon vor Jahren besucht habe und das auch bei Papst Franziskus während seiner Kolumbienreise auf seinem Besuchsprogramm stand: Talitha Qum in Cartagena. Ordensschwestern ermöglichen hier Mädchen und jungen Frauen eine gute Zukunft, die vergewaltigt und missbraucht wurden und als junge Mütter ein schwieriges Leben führen“, berichtet Overbeck vom Besuch der Hafenstadt im Norden Kolumbiens am Atlantik. „Nach der Zerschlagung von USAID, der weltweit größten Hilfsorganisation, durch Präsident Trump und der chronischen Unterfinanzierung der UN-Hilfswerke, ist es für uns gut zu wissen, für welch gute und sinnvolle Projekte das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat die Spenden der bundesweiten Weihnachtskollekte nutzt.“

Ein langer Atem für den Friedensprozess

In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá stand in zahlreichen Gesprächen mit der Bischofskonferenz und politischen Vertreterinnen und Vertretern der aktuell eingefrorene, aber nicht abgebrochene Friedensprozess im Mittelpunkt. „Die Leiterin der Verhandlungsdelegation der Regierung mit der Rebellengruppe ELN, Vera Grabe, hat betont, wie notwendig die Unterstützung aus Deutschland und insbesondere von Adveniat ist“, berichtet Hauptgeschäftsführer Maier. „Wir haben den langen Atem, den es braucht, damit nach mehr als 60 Jahren Krieg und Gewalt mit fast einer halben Million Toten und acht Millionen Vertriebenen Versöhnung gelingen kann.“ Seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und der größten Guerillagruppe FARC im Jahr 2016 wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um die vereinbarten Punkte umzusetzen. Dazu zählen insbesondere die strukturelle Transformation des ländlichen Raums, die Förderung politischer Teilhabe sowie die Beendigung des bewaffneten Konflikts. Die Umsetzung stößt jedoch weiterhin auf Widerstände, die den Friedensprozess bremsen.

Unterstützung für Flüchtlinge aus Venezuela

Neben dem Engagement als Vermittlerin im Friedensprozess unterhält die katholische Kirche in Kolumbien zahlreiche soziale und caritative Projekte im Land, die ebenfalls von Adveniat unterstützt werden. So begleitet die Sozialpastoral des Erzbistums Bogotá Geflüchtete, insbesondere aus dem Nachbarland Venezuela. In der Anlaufstelle hat eine Mutter mit ihren vier Kindern Schutz gefunden. Auf ihrer Flucht war sie zeitweise von ihrem ältesten Sohn getrennt. Nachdem sie vollkommen mittellos schließlich Bogotá erreichte, sucht sie nun nach einer Arbeitsmöglichkeit. Die Einrichtung, in der Geflüchtete zumindest für den Übergang unterkommen können, unterstützt sie bei der Suche nach einer eigenen Wohnung.

Mitten in einem sozialen Brennpunkt im Zentrum der kolumbianischen Hauptstadt hat das Erzbistum zudem eine Anlaufstelle für Menschen eingerichtet, die auf der Straße leben. Sie finden hier eine Auszeit vom oft gewaltsamen Alltag. Im Vorraum müssen mitgebrachte Waffen abgegeben werden – ein erster Schritt hin zu einem sicheren Rahmen im doppelten Sinne: Zum einen entsteht so ein waffenfreier Raum, zum anderen ein geschützter Ort, an dem die Menschen offen über ihren Alltag ins Gespräch kommen können. Im Mittelpunkt steht dabei die Würde jedes einzelnen Menschen.

Besondere Bedeutung von Frauen in Hilfsprojekten

Die Bedeutung von Frauen sowohl für die politisch-gesellschaftlichen Prozesse aber auch in den Hilfsprojekten betont Weihbischof Hauke: „Frauen geben vor Ort vielfach Hoffnung, damit die Menschen zu einem besseren Leben kommen.“ Frauen zählen zu den besonders vulnerablen Gruppen. In der Einrichtung des Netzwerkes „Red Tamar“ erhalten Frauen, die Opfer von sexuellem Missbrauch und Menschenhandel geworden sind, psychosoziale Unterstützung, um das Erlebte gemeinsam mit anderen Betroffenen zu verarbeiten. Außerdem können die Frauen hier Ausbildungen absolvieren, etwa in der Schneiderei oder im Bäckerhandwerk, um sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen.

Vonseiten der Kirche werden außerdem Menschen begleitet, die vom Sammeln von Abfällen und vom Recycling leben. Sie erhalten nicht nur Zugang zu Nahrung und sanitären Einrichtungen, sondern auch die Möglichkeit, Gemeinschaft zu erfahren und die Würde als Mensch. Eine Gesprächspartnerin berichtete eindrücklich, wie sie sich Tag für Tag mit ihrer neunjährigen Tochter nachmittags auf den Weg macht, um bis tief in die Nacht unter unermesslichen Gefahren im Abfall nach verwertbarem Material zu suchen. So wurde für die Adveniat-Delegation vor allem in persönlichen Gesprächen eindrücklich sichtbar, wie die von der deutschen Hilfsorganisation unterstützten Projekte das Leben der Menschen in Kolumbien verändern. 

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news-21097 Tue, 14 Apr 2026 17:27:35 +0200 Brot: Warum ein einfaches Lebensmittel seit Jahrtausenden die Menschen bewegt https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/brot-warum-ein-einfaches-lebensmittel-seit-jahrtausenden-die-menschen-bewegt Es zählt zu den wichtigsten Lebensmitteln – und ist zugleich viel mehr: Brot ist ‎religiöses Symbol, Zeichen für Wohlstand, Zahlungsmittel und sogar Glücksbringer. ‎Kein Wunder, dass es eine jahrtausendealte Geschichte hat. Besonders ‎traditionsreich ist die deutsche Backkunst, die inzwischen zum immateriellen ‎Weltkulturerbe zählt. Ein Streifzug durch die Kulturgeschichte des Brotes – mitten in der Zeit der Erstkommunion-Feiern. ‎ In vielen Religionen spielt Brot als heilige Speise eine wichtige Rolle, gerade im Christentum. So erzählt die Bibel zahlreiche Geschichten rund um das Brot; mehr als 300 Mal wird der Begriff erwähnt. Beispielsweise lässt Gott im Alten Testament Manna vom Himmel regnen und bewahrt die Israeliten auf ihrer langen Wanderung durch die Wüste auf diese Weise vor dem Hungertod. Im Neuen Testament tritt Jesus selbst als Brotgeber auf, nicht nur beim berühmten letzten Abendmahl. So zählt auch die wunderbare Brotvermehrung zu den bekanntesten Erzählungen der Bibel: Obwohl ihm nur fünf Brote und zwei Fische zur Verfügung stehen, gelingt es Jesus, damit 5.000 Männer und ihre Familien satt zu machen.

Seit wann wird Brot gebacken?

Die Geschichte des Brotes begann nach Angaben der Deutschen Innungsbäcker vor mehr als 10.000 Jahren: als Menschen anfingen, Gerste, Roggen, Hafer, Hirse und Dinkel anzubauen. Sie zerrieben die Körner zwischen zwei Steinen und verrührten das Mehl mit Wasser zu einem Brei. Das erste Brot im klassischen Sinne wurde vermutlich vor rund 6.000 Jahren im alten Ägypten erfunden. Von dort aus erreichte die Backkunst Griechenland und das Römische Reich. Die Römer bauten auch die ersten großen Mühlen, die das Zermahlen des Korns vereinfachten.

Immer mehr Rezepte zum Brotbacken entstanden, man entdeckte neue Getreidesorten wie den Roggen. In Deutschland entwickelte sich eine vielfältige Brotkultur, weil das Land im Mittelalter aus vielen unabhängigen Städten und Herzogtümern bestand. Lange war Brot auch ein wichtiges Zahlungsmittel – man erhielt seinen Lohn in Form von Brot. Übrigens galt das Lebensmittel auch als Statussymbol: Brot aus weißem Mehl war den Reichen vorbehalten, während arme Menschen die dunkle Variante aßen.

Glücksbringer zu Hochzeit und Einzug

Rund um das Brot entstanden vielerlei Mythen, es galt immer schon als wichtiger Glücksbringer. So gibt es vielerorts zum Einzug ins neue Heim oder zur Hochzeit Brot und Salz als Geschenk.

Wie wichtig das Brot im Alltag ist, zeigt sich auch im Sprachgebrauch: Wer sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, kann sich durchsetzen. Wer hingegen kleine Brötchen backt, traut sich wenig zu. Das mag sich ändern, wenn man etwas gebacken bekommt. Das ist nicht zu verwechseln mit jemandem, der erst noch gebacken werden muss. Wenn etwas besonders begehrt ist, geht es weg wie warme Semmeln oder geschnitten Brot.

Die Knifte unter Tage

Die harte Arbeit im Bergbau früher machte hungrig. Aber unter Tage gab es keine Kantine. Deshalb gehörte dort die Knifte oder Stulle, das Butterbrot des Bergmanns, zum Alltag. „Das Brot hat eine starke Tradition im Ruhrgebiet“, erklärt Michael Bartilla, Geschäftsführer der Bäckerinnung Ruhr mit Sitz im Haus des Bäckerhandwerks in Bochum. „Die Stulle gab Energie für die harte Arbeit, schmeckte gut, war günstig und transportabel.“ Heute stellt Michael Bartilla eine regelrechte Renaissance des Brotes fest, die Menschen seien wieder bereit, für Qualität mehr auszugeben.

Mit Jesus am Tisch

Im Leben Jesu spielt das Brot eine wichtige Rolle. Über sich selbst sagt er im Johannes-Evangelium: „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben“ (Joh 6,35). Immer wieder lädt Jesus seine Anhänger, aber auch seine Widersacher zur Tischgemeinschaft ein. Am Abend vor seinem Tod feiert er mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl.

In der Kirche wird bei Messfeiern heute noch daran erinnert: Brot in Form einer Hostie und Wein werden im sogenannten Sakrament der Eucharistie verwandelt in Christi Leib und Blut. Das ist der Kern des christlichen Glaubens. Deshalb ist die Erstkommunion von Kindern ein besonderer Anlass zum Feiern, wenn sie zum ersten Mal das heilige Brot, den „Leib Christi“, empfangen dürfen – so wie in diesen Wochen wieder in vielen Gemeinden im Bistum Essen.

Feiertag Fronleichnam

In katholisch geprägten Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen ist Fronleichnam ein Feiertag. Er wird immer am zweiten Donnerstag nach Pfingsten begangen, 2026 also am 4. Juni. Der Begriff stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet: der lebendige Leib des Herrn. Dieser „Leib Christi“ in Gestalt des Brotes wird an Fronleichnam in feierlichen Prozessionen durch die Straßen getragen.

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news-21096 Thu, 09 Apr 2026 12:25:25 +0200 Plaudernetz der Malteser bringt Menschen einfach ins Gespräch https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/plaudernetz-der-malteser-bringt-menschen-einfach-ins-gespraech Mehr als 10.000 Gespräche seit dem Start: Das Plaudernetz der Malteser zeigt, wie wichtig Zuhören ist. Ein niedrigschwelliges Telefonangebot, das Menschen zusammenbringt – anonym, kostenfrei und ohne Druck. Wer jemanden zum Reden braucht, wird schnell und unkompliziert fündig im Plaudernetz, einem Gesprächsangebot der Malteser. Zwischen Suchen und Finden liegt manchmal nur ein Anruf. Wer die Nummer des Plaudernetzes wählt, braucht ein offenes Ohr – und bekommt am anderen Ende der Leitung genau das: einen Menschen, der zuhört und der offen ist für ein Gespräch, das nichts verlangt und gerade deshalb so guttut.

Das Plaudernetz des Malteser Hilfsdienstes ist ein telefonisches Gesprächsangebot für alle, die sich unterhalten wollen. Anonym und ohne Verpflichtung können Interessierte ab 18 Jahren täglich zwischen 10 und 22 Uhr die kostenfreie Nummer 0800 330 1111 wählen. Mehr als 10.000 Gespräche sind über das Plaudernetz seit dem Start des Projekts in Kooperation mit der Deutschen Telekom im Juni 2025 geführt worden.

Austausch, Aufmerksamkeit – und Dinge von der Seele ‎reden‎

Die Idee dahinter ist einfach, trägt aber weit: Es geht um Austausch, Aufmerksamkeit, um die Möglichkeit, sich mal Dinge von der Seele zu reden, und manchmal auch nur um das Gefühl, in gerade diesem Moment nicht allein zu sein.

Bedürfnisse, die viele teilen – so unterschiedlich sie und ihre Lebensumstände auch sind, wie der Projektverantwortliche Thomas Borgböhmer erklärt. „Es rufen Studierende an, Berufstätige, Menschen in Rente, Alleinlebende oder Menschen mit Familienleben. Manche sind krank oder beeinträchtigt, andere sind viel unterwegs. Sie alle suchen ein ungezwungenes Gespräch.“ Dank der Plaudernetz-Etikette verlaufen die Gespräche partnerschaftlich, warm und ganz ohne Hierarchie. „Für beide Seiten gilt, wertschätzend und respektvoll zu sein, ganz nach dem Motto: ‚Du bist wichtig und ich bin wichtig.‘“

Wie werden die Telefonierenden miteinander verbunden?

Die Anrufe beim Plaudernetz nehmen Ehrenamtliche entgegen, sogenannte Plauderpartnerinnen und -partner. Per Zufallsprinzip werden Anrufende und Angerufene verbunden. Eine kurze Vorstellung mit dem Vornamen, und schon geht es per Du los – ohne vorgegebenes Thema. Die Rufnummern bleiben unsichtbar. Die Telefonate dauern im Durchschnitt eine halbe Stunde.

Eine der bundesweit rund 650 Plaudernetz-Ehrenamtlichen ist Monika aus dem Bistum Essen. Sie hat im Radio vom Plaudernetz gehört und war sofort begeistert. „Weil ich neugierig bin und Interesse an Menschen habe, aber auch gern von mir erzähle“, sagt die 70-Jährige mit der ruhigen Stimme. Sie ist seit November Plauderpartnerin.

Worüber unterhält man sich im Plaudernetz?

Monika erzählt, dass die Gespräche meist zurückhaltend beginnen. Wenn das Eis aber gebrochen sei, entwickele sich rasch eine ungezwungene Unterhaltung – und zwar auf Augenhöhe. „Es ist immer ein Geben und Nehmen.“ Oft gehe es um den vergangenen Tag, um Begegnungen, aber auch um Hobbys und sogar um das Wetter. „Erzählen zu dürfen, ohne bewertet oder unterbrochen zu werden – das ist das Entscheidende“, sagt Monika. Von jedem Gespräch bleibe etwas zurück: „Das gute Gefühl, dass Zuhören verbindet. Ich lege immer bereichert auf.“

Suchen und Finden: Im Plaudernetz gehört beides zusammen. Wer anruft, sucht jemanden zum Reden. Wer abnimmt, auch. Und im Gespräch finden beide etwas, das verbindet.

Mehr Informationen über das Plaudernetz gibt es unter https://plaudernetz.malteser.de

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news-21095 Tue, 07 Apr 2026 10:49:34 +0200 Rund 4000 Kinder feiern im Bistum Essen ihre Erstkommunion https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/rund-4000-kinder-feiern-im-bistum-essen-ihre-erstkommunion Zwischen dem Weißen Sonntag, 12. April, - dem ersten Sonntag nach Ostern – und Christi Himmelfahrt gehen im Bistum Essen tausende Kinder zur Erstkommunion. Die festlichen Gottesdienste bilden den Höhepunkt monatelanger Vorbereitungen in den Gemeinden. Nach dem Osterfest folgt für hunderte Familien im Bistum Essen gleich der nächste Höhepunkt: Der Weiße Sonntag markiert traditionell den Auftakt der Erstkommunionzeit. Vom 12. April bis Christi Himmelfahrt werden in diesem Jahr zwischen Duisburg, Essen und Meinerzhagen rund 4000 Kinder in festlichen Gottesdiensten erstmals zur Kommunion gehen. Dabei erhalten sie eine geweihte Brotscheibe – nach katholischem Verständnis ist diese Hostie Jesus Christus selbst.

Wie werden die Erstkommunionkinder vorbereitet?

In der Regel sind die Erstkommunionkinder zwischen acht und zehn Jahre alt und besuchen die dritte Klasse. In den vergangenen Monaten haben sie sich in ihren Gemeinden auf dieses besondere Ereignis vorbereitet. Dabei ging es unter anderem um biblische Geschichten von Jesus, die Bedeutung des Brotes im christlichen Glauben sowie um grundlegende Gebete und das Leben in der Kirche. In dieser Vorbereitung werden die Kinder nicht nur von hauptamtlichen Seelsorgenden begleitet – ein großer Teil der Arbeit liegt in den Händen ehrenamtlicher Katechetinnen und Katecheten. Gemeinsam organisieren sie Gruppenstunden, Gottesdienste, Ausflüge und Wochenendfahrten.

Engagement in Jugendgruppen der Gemeinde

Die Erstkommunion ist nach der Taufe ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg in die Gemeinschaft der Kirche. Viele Kinder engagieren sich anschließend in Gruppen, zum Beispiel bei den Messdienerinnen und Messdienern, bei der Deutschen Pfadfinder*innenschaft Sankt Georg (DPSG) oder in der Katholischen jungen Gemeinde (KjG).

Warum spricht man vom „Weißen Sonntag“?

Die Erstkommunion wird traditionell in der Osterzeit gefeiert. Der Begriff „Weißer Sonntag“ stammt dabei nicht etwa von der Kleidung der Kommunionkinder, sondern geht auf einen alten Brauch zurück: In der frühen Kirche trugen Menschen, die in der Osternacht getauft worden waren, ihre weißen Taufkleider bis zum darauffolgenden Sonntag. Erst im Laufe der Zeit entwickelte sich dieser Termin zu einem zentralen Datum für Erstkommunionfeiern. Viele Gemeinden weichen jedoch auch auf die darauffolgenden Sonntage aus. Den Abschluss der Erstkommunionzeit bildet in der Regel das Fest Christi Himmelfahrt, das – 40 Tage nach Ostern – in diesem Jahr auf Donnerstag, 14. Mai fällt.

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news-21094 Mon, 06 Apr 2026 10:00:00 +0200 Weihbischof Schepers setzt Osterhoffnung gegen Resignation https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/weihbischof-schepers-setzt-osterhoffnung-gegen-resignation Mit einem eindringlichen Appell gegen Resignation hat Weihbischof Ludger Schepers am Ostermontag im Essener Dom gepredigt. Angesichts vielfacher Krisen ermutigte er dazu, Hoffnung im Alltag neu zu entdecken und aktiv zu leben. Mit einem eindringlichen Appell gegen Resignation hat der Essener Weihbischof Ludger Schepers am Ostermontag im Essener Dom zur Hoffnung ermutigt. Angesichts von Krisen wie Inflation, Klimawandel und gesellschaftlichen Spannungen erschienen viele Menschen heute wie die Jünger auf dem Weg nach Emmaus, von denen das Evangelium am Ostermontag berichtet: „Wir aber hofften…“ – dieser Satz sei zum Echo einer ganzen Generation geworden.

Zugleich kritisierte Schepers eine verbreitete Fixierung auf Krisenanalysen und Schuldzuweisungen. „Wir sind Weltmeister im Erklären, warum alles scheitert“, sagte er. Dabei werde übersehen, dass Gott mitten im Alltag gegenwärtig sei.

Die österliche Botschaft zeige sich nach Worten des Weihbischofs nicht in Theorien, sondern in konkreter Erfahrung – etwa in Gemeinschaft und im Teilen. „Es ereignet sich dort, wo das Brot bricht – und mit ihm die Macht der Angst“, so Schepers. Gerade in einer Zeit wachsender Einsamkeit brauche es Offenheit füreinander und den Mut, auf andere zuzugehen.

Ostern bedeute dabei keine Lösung aller Probleme, sondern eine neue innere Haltung. „Der Auferstandene nimmt uns die Last nicht ab – aber er schenkt uns ein brennendes Herz“, betonte Schepers. Dieses stehe für eine Hoffnung, die stärker sei als Angst und Resignation.

Abschließend rief der Weihbischof dazu auf, diese Hoffnung im Alltag sichtbar zu machen und nicht bei der Klage über Missstände stehen zu bleiben.

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news-21093 Sun, 05 Apr 2026 10:00:00 +0200 Ostern als Wendepunkt gegen die „große Müdigkeit“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/gegen-die-grosse-muedigkeit-weihbischof-schepers-sieht-ostern-als-wendepunkt In seiner Predigt am Ostersonntag im Essener Dom beschreibt Weihbischof Ludger Schepers gesellschaftliche Krisen – und stellt ihnen die Hoffnung von Ostern als Antwort auf Angst und Resignation entgegen. Der Essener Weihbischof Ludger Schepers hat in seiner Osterpredigt zu mehr Hoffnung, Freude und einem veränderten Blick auf Krisen aufgerufen. Ostern sei keine bloße Symbolik, sondern eine reale Kraft, die das Leben der Menschen grundlegend verwandle. Im Gottesdienst am Ostersonntag, 5. April 2026, im Essener Dom beschrieb Schepers die Gegenwart als Zeit „großer Müdigkeit“. Viele Menschen richteten ihren Blick vor allem auf Probleme – in Gesellschaft und Kirche. Dies gleiche den Frauen am Grab Jesu, die zunächst nur den Tod gesehen hätten. „Ihr Blick war auf die Konservierung des Vergangenen gerichtet, nicht auf die ‎Revolution der Zukunft.‎“ Ihre Frage „Wer wälzt uns den Stein weg?“ stehe für die Angst vor Ohnmacht.

Dem stellte der Weihbischof die österliche Botschaft entgegen: Gott sei ein „Gott der Umwandlung“, der aus Zerbrochenem Neues entstehen lasse. Sichtbar werde dies zum Beispiel an den großen, Jahrhunderte alten Kunstschätzen im Essener Domschatz: So verbinde das Otto-Mathilden-Kreuz das Leiden Jesu mit „dem Glanz der Auferstehung“, während die Goldene Madonna mit Jesuskind und (Reichs-)Apfel für die Verwandlung von Schuld in neues Leben stehe.

„Ostern ist kein ,Als-ob‘“

Schepers betonte die zentrale Bedeutung der Auferstehung: Ostern sei kein „Als-ob“, sondern Grundlage des Glaubens und ein „Evolutionssprung“, der dem Leben ein neues Fundament gebe. Für den Alltag bedeute Ostern, „in einer zynischen Welt an die Güte zu glauben“, anderen Menschen mit Würde zu begegnen und Hoffnung auszustrahlen.

Mit Blick auf die Kirche wandte sich Schepers gegen Resignation: Die Kirche lebe nicht aus Strukturen, sondern aus der Liebe Gottes. Christinnen und Christen seien aufgerufen, diese Hoffnung in die Welt zu tragen – als „Zeugen der Freude“ und „Boten einer Liebe, die niemals aufhört“.

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news-21091 Sat, 04 Apr 2026 21:30:00 +0200 Bischof Overbeck sieht Ostern als „radikale Zeitenwende“ – Hoffnung mitten im Leid der Welt https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-ostern-ist-eine-radikale-zeitenwende-hoffnung-mitten-im-leid-der-welt In einer von Krisen geprägten Welt wirbt Bischof Overbeck für eine Hoffnung, die trägt: Ostern bedeute keinen Rückzug aus der Realität, sondern die Kraft, Leid auszuhalten und sich aktiv für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde einzusetzen, sagte er in seiner Predigt im Osternacht-Gottesdienst im Essener Dom. Ostern ist für den Essener Bischof Franz-Josef Overbeck eine radikale Zeitenwende: „Mitten im Leid der Welt setzt Gott einen neuen Anfang.“ Die Auferstehung Jesu bezeuge, dass nicht Tod, Gewalt und Hoffnungslosigkeit das letzte Wort haben, sondern das Leben, sagte Overbeck am Samstagabend, 4. April 2026, im Osternacht-Gottesdienst im Essener Dom. Diese Hoffnung sei keine Weltflucht, sondern eine Kraft, die Menschen befähigt, der Wirklichkeit standzuhalten, Verantwortung zu übernehmen und für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde einzutreten. Angesichts des Leids von Krieg und Zerstörung – etwa im Iran, im Libanon, in Israel, in der Ukraine und an vielen anderen Orten – gehe es „nicht darum, weniger zu trauern als notwendig. Ostern bedeutet vielmehr, dass Trauer von Zukunft umgriffen ist und deshalb mit Hoffnung zu tun hat.“‎

Wo zeigt sich die christliche Hoffnung?

Christliche Hoffnung zeigt sich für Overbeck konkret im Alltag – in Versöhnung, Aufmerksamkeit und im mutigen Festhalten am Guten selbst in Krisen. Gerade in einer von Kriegen und Umbrüchen geprägten Zeit rufe Ostern dazu auf, die „Stärke des Rechts“ über das „Recht des Stärkeren“ zu stellen und unbeirrt an Wahrheit, Freiheit und Barmherzigkeit festzuhalten, betonte der Ruhrbischof. „Die christliche Hoffnung ist keine Form von leichtfertigem Optimismus, sondern eine Haltung, die sich der Wirklichkeit stellt und ihr doch nicht das letzte Wort überlässt.“

Christinnen und Christen könnten gerade in einer Welt tiefgreifender Veränderungen zeigen, wie sich eine Zeitenwende gestalten lässt, so Overbeck. Als „Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung“ vertrauten sie darauf, dass Gott auch im Dunkel Wege zum Guten öffnet – und dass ihr Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit nicht vergeblich ist.

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news-21092 Fri, 03 Apr 2026 12:58:37 +0200 Karfreitag auf Halde Haniel: Hunderte Gläubige gehen Kreuzweg mit Bischof Overbeck https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/karfreitag-auf-halde-haniel-hunderte-glaeubige-gehen-kreuzweg-mit-bischof-overbeck Rund 900 Menschen haben am Karfreitag an der Stadtgrenze Bottrop/Oberhausen den Kreuzweg auf der Halde Haniel begangen. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck rief in seiner Ansprache dazu auf, sich in Zeiten der vielfältigen Umbrüche neu an der Menschenwürde zu orientieren. Gut 1,5 Kilometer Weg, etwa 100 Höhenmeter und 15 einzigartige Stationen: Bei kühlem, aber trockenem Wetter haben am Karfreitag, 3. April 2026, rund 900 Menschen gemeinsam mit Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck den traditionellen Kreuzweg auf der Halde Haniel begangen. Vom Sportplatz am ehemaligen Bottroper Bergwerk Prosper Haniel zogen sie singend, betend und schweigend auf eine der höchsten Halden des Ruhrgebiets. Zu den einzelnen Stationen, die jeweils eine Kreuzweg-Szene und einen Gegenstand aus der Arbeitswelt des Ruhrbergbaus zeigen, lasen Sprecherinnen und Sprecher Texte vor, die immer wieder eine Brücke von den biblischen Ereignissen rund um Verrat, Folter und Hinrichtung Jesu in die Gegenwart schlugen. Zum 32. Mal führte der Karfreitagskreuzweg in diesem Jahr von den früheren Bergwerksanlagen hinauf auf das Haldenplateau.

Dort rief Bischof Overbeck bei der anschließenden Andacht dazu auf, sich angesichts der vielen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüche neu am Maßstab der Menschenwürde zu orientieren: ‎„Nicht Macht, Profit oder Stärke dürfen den Weg bestimmen, sondern der Mensch ‎selbst – als Ebenbild Gottes“, forderte der Ruhrbischof in seiner Ansprache. Overbeck betonte: „Wir leben nicht in einem Sturm, den wir aussitzen können.“ Vielmehr würden offene Zeitpläne, wechselnde Szenarien und schmerzhafte Anpassungsprozesse zu dauerhaften Begleitern.

Gesellschaft braucht einen klaren Kompass

Die Gesellschaft brauche deshalb einen klaren Kompass, so der Bischof: „Wahrheit zeigt sich in Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Solidarität und dem Einsatz für Frieden, Demokratie und das Gemeinwohl.“ Und kraftspendende Hoffnung entstehe dort, wo Menschen einander vertrauen, Verantwortung übernehmen und Veränderungen so gestalten, dass niemand seine Würde verliert. Das Ruhrgebiet hätte hierfür gute Voraussetzungen, so Overbeck: „Die Menschen hier sind eine Gemeinschaft, die im Wohl und Wehe aufeinander angewiesen ist, Solidarität und Subsidiarität pflegt – und gemeinsam lebt.“

Konkrete Solidarität hilft Verein für Menschen mit Behinderungen

Konkrete Solidarität leisteten die Besucherinnen und Besucher des Kreuzwegs mit ihrer Kollekte. Die Spenden unterstützen in diesem Jahr die Arbeit des natur- und tierpädagogischen Zentrums Mattlerbusch des Oberhausener Vereins Alsbachtal für körper- und mehrfachbehinderte Menschen.

Die enge Verbindung der christlichen Kreuzwegtradition mit dem Ruhrbergbau betonte Bärbel ‎Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung, im Vorfeld der Veranstaltung: „Der Kreuzweg auf der Halde Haniel bietet an Karfreitag einen ‎wichtigen Ankerpunkt für die Menschen in der Region. Die große ‎Beteiligung macht jedes Jahr deutlich: Die Verbindung der ehemaligen ‎Bergleute mit ihrem Bergwerk und ihrer Halde ist ungebrochen. Diese ‎Tradition führen wir als RAG-Stiftung gerne weiter“, erklärte Bergerhoff-Wodopia.

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news-21090 Thu, 02 Apr 2026 15:31:32 +0200 Über 400 Messdienerinnen und Messdiener feiern Chrisam-Messe mit Bischof Overbeck https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/ueber-400-messdienerinnen-und-messdiener-feiern-chrisam-messe-mit-bischof-overbeck Die traditionelle Weihe der Heiligen Öle verband Bischof Franz-Josef Overbeck am Gründonnerstag mit einer eindringlichen Botschaft für Frieden und Gemeinschaft. Im Bistum Essen ist die jährliche Chrisam-Messe zudem fester Treffpunkt für Messdienerinnen und Messdiener. Über 400 Messdienerinnen und Messdiener haben am Gründonnerstag im Essener Dom mit Bischof Franz-Josef Overbeck und zahlreichen Priestern und Diakonen die Chrisam-Messe gefeiert. Mit großen Augen verfolgten Jungen und Mädchen in ihren liturgischen Gewändern, wie Bischof Overbeck in diesem Gottesdienst die heiligen Öle weihte, die die Pfarreien im Ruhrbistum in diesem Jahr bei Taufen, Krankensalbungen, Firmungen oder Weihen verwenden werden.

Jedes Jahr in der Karwoche erinnert die Chrisam-Messe an den Dienst, den die Messdienerinnen und Messdiener, Priester und Diakone das ganze Jahr über in den Gottesdiensten ihrer Pfarreien und Gemeinden leisten, sagte der Bischof. Overbeck dankte den Kindern und Jugendlichen für ihr ehrenamtliches Engagement und schloss sich der Einschätzung von David Faßbender aus der Jugendabteilung des Bistums an, der betonte: „Jeder Gottesdienst wird besser, wenn Messdiener:innen ihren Dienst am Altar tun.“

In seiner Predigt betonte der Bischof den Wert des gemeinsamen Engagements für den Frieden. Nach seiner Auferstehung hätten die Jünger Jesus an seinem Gruß „Der Friede sei mit euch!" erkannt, der deshalb auch Bestandteil jedes Gottesdienstes sei. Wie schwierig es ist, Frieden zu halten, zeige sich nicht nur an den großen Ereignissen der Welt, sagte Overbeck. Jeder wisse dies aus dem eigenen Alltag. Auch Messdienerinnen und Messdiener würden diese Herausforderung kennen, zum Beispiel aus ihren Gruppenstunden, dem Zusammensein in der Schule, beim Sport oder anderen Freizeitbeschäftigungen.

Von Jesus lernen, was es für Frieden braucht

An Jesus könnten die Menschen lernen, was es für ein friedliches Zusammenleben braucht, so Overbeck: „Frieden wird gelebt von Menschen mit einem wachen und immer wieder versöhnungsbereiten Herzen. Frieden wird gelebt von Menschen, die nicht alles von sich selbst erhoffen und erwarten, sondern Erwartungen an andere haben und sich auf sie verlassen. Frieden ist darüber hinaus immer auch ein Geschenk“, hob der Bischof hervor.

Ein entsprechend friedliches und fröhliches Beisammensein feierten die Messdienerinnen und Messdiener nach der Messe auf dem Domhof und im Kreuzgang des Doms. Zur Stärkung gab es Brötchen und Getränke – und dazu viele Gelegenheiten für Selfies und Gespräche mit Bischof Overbeck. Ein heiterer Auftakt für das Kar- und Osterwochenende mit zahlreichen Messdiener-Einsätzen bei Karfreitags-Liturgien, Osternacht-Feiern und den feierlichen Ostergottesdiensten am Sonn- und Montag.

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news-21089 Wed, 01 Apr 2026 12:12:48 +0200 NASA-Expertin Groß betreut „Artemis“-Crews: „Wir alle sind aus Sternenstaub“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/nasa-expertin-gross-betreut-artemis-crews-wir-alle-sind-aus-sternenstaub Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der letzten bemannten Mondmission will die NASA mit „Artemis II“ ein neues Raumfahrt-Kapitel aufschlagen – und mittendrin: Juliane Groß aus Essen. Die Geologin arbeitet bei der NASA an der Vorbereitung des historischen Flugs und der weiteren geplanten „Artemis“-Missionen. Über ihre Arbeit spricht sie im Interview mit dem BENE-Magazin. Wenn nach wochenlangem Warten in der Nacht von Mittwoch auf Gründonnerstag, 2. April 2026, mit der „Artemis II“-Mission erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen in Richtung Mond fliegen, ist auch geballte Expertise aus dem Ruhrgebiet mit an Bord. Die gebürtige Essenerin Juliane Groß hat in Bochum studiert und arbeitet heute als Geologin in der US-Raumfahrtbehörde NASA. Vom texanischen Houston aus bereitet die 46-Jährige die „Artemis“-Missionen mit vor und trainiert die Crews wissenschaftlich.

Im Interview mit BENE, dem Magazin des Bistums Essen, erzählt Groß, wie sie zur Raumfahrt kam, warum Mondgestein so spannend ist und wie sie die „Artemis“-Crews während der Missionen unterstützt: https://www.bene-magazin.de/artikel/nasa

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news-21088 Tue, 31 Mar 2026 13:42:10 +0200 Harald Martini wird Essener Domkantor – Ehrung für Leiter der Domsingknaben https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/harald-martini-wird-essener-domkantor-ehrung-fuer-leiter-der-domsingknaben Das Essener Domkapitel zeichnet den Chorleiter für seine erfolgreiche Arbeit aus. Seit zehn Jahren leitet der Bariton die Domsingknaben. Dort erhielt er einst selbst seine musikalische Grundausbildung. Große Ehre für den Leiter der Essener Domsingknaben: Zehn Jahre, nachdem Harald Martini die Leitung des traditionsreichen Chores übernommen hat, hat das Essener Domkapitel ihn am vergangenen Palmsonntag zum Essener Domkantor ernannt. Dieser Titel sei Ausdruck des Danks für Martinis sehr erfolgreiche Arbeit, sagte Dompropst Michael Dörnemann.

Der 1975 im indischen Bombay geborene und in Essen aufgewachsene Martini ist mit den Domsingknaben bereits seit seiner Kindheit verbunden. Dort erhielt er seine erste musikalische Ausbildung und trat als Knabensolist auf. Zudem wurde er von Domkapellmeister Georg Sump – von dem er vor gut zehn Jahren die Leitung der Essener Domsingknaben übernahm – im Klavier- und Orgelspiel unterrichtet.

Nach dem Abitur studierte Martini Gesang, zunächst bei Soto Papulkas, später dann bei Ulf Bästlein an der Essener Folkwang-Hochschule für Musik und der Kunstuniversität in Graz. Im Sommer 2003 legte er sein Diplom mit Auszeichnung ab und 2006 das Konzertexamen. Meisterkurse bei Charles Spencer, Irwin Gage, Rudolf Piernay und Axel Bauni begleiteten seine musikalische Ausbildung. Noch während seiner Studienzeit bekam er ein Engagement am Essener Aalto-Theater und führte mit den Bochumer Philharmonikern Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“ auf. Für den jungen Bariton folgten Auftritte mit namhaften Ensembles wie dem Münchener Bach-Chor, der Bachakademie Stuttgart, dem WDR Sinfonie- und Rundfunk-Orchester, den Essener Philharmonikern, den Bochumer Sinfonikern und der Bremer Kammerphilharmonie. Diese Engagements führten ihn auf zahlreiche deutsche Bühnen, wo er die meisten Konzert- und Oratorienpartien seines Fachs bereits gesungen hat.

Nachdem Martini bereits im November 2015 zunächst kommissarisch die Leitung der Domsingknaben von Georg Sump übernommen hatte, der in den Ruhestand gewechselt war, ernannte ihn das Essener Domkapitel zum Palmsonntag 2016 zum neuen Leiter des Chores, der in diesem Jahr sein 65-jähriges Bestehen feiert. Neben der regelmäßigen musikalischen Begleitung der Dom-Gottesdienste und zahlreicher eigener Konzert-Akzente der Domsingknaben baute Martini in Zusammenarbeit mit Essener Schulen die Nachwuchsförderung aus und stärkte die Zusammenarbeit im Chorverband Pueri Cantores. Zu den Höhepunkten der vergangenen Jahre zählte, dass die Domsingknaben 2024 im Petersdom in Rom die Neujahrsmesse mit Papst Franziskus begleiten durften. Seit 2021 leitet Martini zudem die Domsingschule im komplett neu renovierten Haus der Kirchenmusik neben dem Essener Rathaus.

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news-21087 Mon, 30 Mar 2026 16:29:38 +0200 Pfingsten feiert die DJK ihr Bundessportfest erstmals in Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/pfingsten-feiert-die-djk-ihr-bundessportfest-erstmals-in-essen Sport, Gemeinschaft und Glaube: Das DJK Bundessportfest macht Essen an Pfingsten zum Treffpunkt für tausende Aktive und ihre Gäste. Neben hochkarätigen Wettkämpfen in über 20 Sportarten gibt es in der Essener Innenstadt Spiel, Bewegung, Gottesdienst und einen Festabend für alle. „Sportsgeist trifft Kohlenfeuer“ – unter diesem Motto erwartet die DJK, der katholische Sportverband in Deutschland, am Pfingstwochenende mehrere tausend Sportlerinnen und Sportler zu ihrem Bundessportfest in Essen. Ob Handball, Boule oder Leichtathletik, Schwimmen, Schießen oder Darts – die Athletinnen und Athleten messen sich in einem bunten Mix aus über 20 Sportarten und erleben „den einzigartigen Geist von Gemeinschaft, fairen Wettkämpfen und tief verwurzeltem Glauben“, heißt es bei der DJK. Im olympischen Rhythmus feiert der Verband alle vier Jahre seine „Deutschen DJK-Meisterschaften“. Erstmals ist das Bundessportfest dabei 2026 in Essen zu Gast: Ein Event, das deutlich mehr ist als eine Sportveranstaltung, betont die DJK. Das Bundessportfest verbinde „sportliche Ambitionen mit christlichen Werten und einem starken Gemeinschaftsgefühl“.

Neben den Wettbewerben in verschiedenen Sporthallen, dem Schwimmzentrum in Essen-Rüttenscheid und auf diversen Sportplätzen feiert die DJK ihr Bundessportfest vor allem in der Essener Innenstadt. Während die Wettkämpfe am Samstag, 23., Sonntag, 24. und Montag, 25. Mai, jeweils ab 8 Uhr beginnen, sieht der Plan für die öffentlichen Veranstaltungen rund um den Burgplatz und den Essener Dom so aus:
-    Freitag, 22. Mai, 19 Uhr, Eröffnung des Bundessportfests auf dem Burgplatz – unter anderem mit dem Eid der Sportlerinnen und Sportler und einem vielfältigen Rahmenprogramm. 
-    Samstag, 23. Mai, von 10 bis 17 Uhr baut die DJK auf der Kettwiger Straße eine „Sport- und Spielemeile“ auf. Ab 19 Uhr feiert Weihbischof Ludger Schepers auf dem Burgplatz einen Freiluftgottesdienst. Anschließend lädt die DJK dort zum „Rudelsingen“ ein.
-    Sonntag, 24. Mai, ab 19 Uhr, Festabend mit Liveband (Burgplatz).

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news-21086 Fri, 27 Mar 2026 11:45:42 +0100 Palmzweige, Heilige Öle und Osterkerze: Die Kar- und Ostertage im Essener Dom https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/palmzweige-heilige-oele-und-osterkerze-die-kar-und-ostertage-im-essener-dom Mit dem Palmsonntag beginnt in den christlichen Gemeinden die Heilige Woche. Auch ‎im Essener Dom werden die zentralen Festtage des Jahres mit festlich gestalteten ‎Gottesdiensten, umfangreicher musikalischer Begleitung und ausgewählten Texten ‎gefeiert, die das Leben, das Leiden und die Auferstehung Jesu in den Mittelpunkt ‎stellen.‎ Mit dem Palmsonntag am 29. März beginnt für Christinnen und Christen die bedeutendste Zeit des Kirchenjahres: In der Karwoche stehen zunächst die enge Gemeinschaft Jesu mit seinen Jüngerinnen und Jüngern, seine Verfolgung sowie seine Kreuzigung im Fokus. Ab dem Samstagabend folgt das Osterfest – die 40-tägige Feier der Auferstehung Jesu von den Toten.

In den Gemeinden werden diese Tage mit vielfältigen Gottesdiensten und gelebten Traditionen begangen. Besonders in der Karwoche gibt es vielerorts Angebote zur Besinnung und Meditation. Im Essener Dom werden die Kar- und Ostertage in besonderer Weise gefeiert, unter anderem mit drei Geistlichen Abendmusiken.


Wie sehen die Kar- und Ostertage im Essener Dom aus?

  • Palmsonntag, 29. März: Um 9.45 Uhr werden auf dem Domhof die Palmsträuße gesegnet. Anschließend zieht die Gemeinde in einer Prozession in den Dom, wo Weihbischof Ludger Schepers die Palmsonntags-Messe feiert. Musikalisch begleitet wird die Messe durch die Essener Domsingknaben.
    19 Uhr: Musikalisch besonders gestaltete Abendmesse im Essener Dom. (Domorganist Sebastian Küchler-Blessing mit den großen Choralvorspiele zur Passionszeit von J.S. Bach)
  • Montag, 30. März, 19 Uhr: Geistliche Abendmusik I – Der Essener Domchor singt Passionsmotetten zur Karwoche
  • Dienstag, 31. März, 19 Uhr: Geistliche Abendmusik II – Die Essener Domsingknaben führen gemeinsam mit Domorganist Sebastian Küchler-Blessing die Kreuzwegandacht "Via crucis" von Franz Liszt auf
  • Mittwoch, 1. April, 19 Uhr: Geistliche Abendmusik III - Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze mit Dompropst Dr. Michael Dörnemann und Domorganist Sebastian Küchler-Blessing
  • Donnerstag, 2. April, 9 Uhr: Begleitet von hunderten Messdienerinnen und Messdienern aus dem gesamten Bistum Essen weiht Bischof Franz-Josef Overbeck in der Chrisam-Messe die heiligen Öle, die in den Gemeinden für Taufen, Krankensalbungen und Weihen verwendet werden. Für die Musik sorgt der Mädchenchor am Essener Dom.
    19 Uhr: Bischof Overbeck feiert mit den Gläubigen die Messe vom letzten Abendmahl, musikalisch gestaltet vom Mädchenchor am Essener Dom.
  • Karfreitag, 03. April, 15 Uhr: Begleitet von der Capella Cathedralis feiert Bischof Overbeck die Liturgie vom Leiden und Sterben Christi.
  • Karsamstag, 04. April, 21.30 Uhr: Der „Tag der Grabesruhe“ endet mit der Feier der Osternacht. Auch diesen Gottesdienst leitet Bischof Overbeck, die musikalische Gestaltung übernimmt der Mädchenchor am Essener Dom.
  • Ostersonntag, 05. April, 10 Uhr: Weihbischof Ludger Schepers feiert die Ostermesse, musikalisch unterstützt vom Essener Domchor, dem Sinfonischen Collegium Essen sowie Solisten.
    17 Uhr: Ostervesper mit Dompropst Dörnemann
  • Ostermontag, 06. April, 10 Uhr: Die Messe am zweiten Ostertag feiert Weihbischof Ludger Schepers. Musikalisch begleitet unter anderem durch Frank Düppenbecker an der Trompete und den Kantor Harald Martini.

Welche Bedeutung haben die Kar- und Ostertage für uns?

Der Palmsonntag bildet gewissermaßen den Auftakt zur Karwoche. Bereits in den Gottesdiensten dieses Tages wird nicht nur vom umjubelten Einzug Jesu in Jerusalem berichtet, sondern auch seine gesamte Leidensgeschichte („Passion“) vorgetragen. Sie erzählt von Liebe und Verrat, von Leiden, Hinrichtung und Tod – Themen, die an Gründonnerstag und Karfreitag mit jeweils eigenen Schwerpunkten erneut im Mittelpunkt der Liturgie stehen.

Am Abend des Gründonnerstags wird insbesondere das letzte Zusammensein Jesu mit seinen Jüngerinnen und Jüngern vor seiner Festnahme in den Blick genommen. Der Karfreitag hingegen ist geprägt von der Erinnerung an Spott und Folter während des Prozesses sowie an Jesu Leidensweg bis zur Kreuzigung. Die Gottesdienste beginnen an diesem Tag traditionell um 15 Uhr, der überlieferten Todesstunde Jesu. Viele Christinnen und Christen gedenken seines Leidens zudem im Gebet eines Kreuzwegs, wie er in zahlreichen Kirchen dargestellt ist. Im Bistum Essen hat sich darüber hinaus der Kreuzweg auf der Halde Haniel am Karfreitag als besondere Tradition etabliert.

Der Karsamstag gilt als „Tag der Grabesruhe“. An diesem Tag finden keine Gottesdienste statt – bis am Abend die Osternacht beginnt. Mit Kerzenlicht, Osterfeuern und dem festlichen „Halleluja“ feiern die Gemeinden dann in frohen Gottesdiensten die Auferstehung Jesu.

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news-21085 Fri, 27 Mar 2026 09:53:25 +0100 Pilgern im Bistum: Der Weg ist das Ziel https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/pilgern-im-bistum-der-weg-ist-das-ziel Kein Zeitdruck, kein Wettbewerb, kein perfekter Plan: Beim Pilgern zählt nur der nächste Schritt. Während man Meter für Meter vorankommt, kommen auch die Gedanken in Bewegung. Und Gedanken, die sich selbstständig machen, verlassen gewohnte Wege und finden neue. Wer aufbricht, macht sich nämlich nicht nur äußerlich auf den Weg, sondern auch innerlich. Genau hierin liegt die Kraft dieser alten Tradition: Pilgern stößt Gedanken an, entschleunigt und gibt die Freiheit, unterwegs Neues zu finden. Am Anfang ist da dieses Gefühl, dass etwas fehlt oder aus dem Gleichgewicht geraten ist. Eine innere Unruhe, die umtreibt und auf die Suche schickt. Aber wonach? Oft hilft hier: Erst mal raus aus dem Alltag und rein in die Stille der Natur, um den Kopf frei zu kriegen. „Sobald ich die Tür hinter mir zuziehe, kann das schon der erste Pilgerschritt sein“, sagt Olivia Klose. Die 41-Jährige muss es wissen: Sie ist verantwortlich für die Pilgerwege im Bistum Essen und damit von Berufs wegen mit allen Facetten des Pilgerns vertraut. Pilgern im Ruhrgebiet? „Absolut! Das Ruhrgebiet ist grüner, als viele denken, und hat nicht nur Stahlwerke und Fabriken vorzuzeigen“, sagt Klose.

Ihre Verantwortlichkeit reicht weit über die für die Pflege der Wege hinaus. Es geht auch darum, Pilgernden Orientierung und Sicherheit zu geben, etwa durch Markierungen, Hinweisschilder und Wegweiser. Es geht um Rastplätze, die zum Verweilen einladen. Es geht um Orte entlang des Weges, die Momente des Innehaltens, der Besinnung und des Nachdenkens über Gott ermöglichen.

Eines macht Klose deutlich: „Pilgern ist nicht Wandern. Es ist viel mehr.“ Pilgern fange dort an, wo der Weg zu mehr werde als eine Strecke, zum Spiegel der Seele. „Dort, wo ich mich nicht nur auf einen äußerlichen Weg aus Kilometern, Steigungen und Höhenprofilen mache, sondern mich innerlich bewegen lasse von dem, was mich umgibt, da beginnt Pilgern“, erklärt die Seelsorgerin. Dabei kehre man selten so zurück, wie man aufgebrochen sei. „Oft hat sich auf dem Weg eine Einstellung verändert, und ich schaffe es, meinem Leben im besten Falle eine neue Richtung zu geben.“

Pilgern ist also eine Suche – nach Ruhe, nach einer Pause vom hektischen Alltag, nach einer Unterbrechung der Routinen, nach Sinn, nach Antworten oder auch nach Raum für neue Fragen und neue Perspektiven. Und manchmal auch nach alldem zugleich. 

Dass das, wonach Menschen beim Pilgern suchen, sehr verschieden ist, zeigt sich an diesem Sonntag im Februar, an dem Klose mit einer Gruppe von Essen-Steele nach Bochum-Wattenscheid aufbricht. Einer, der mitpilgert, ist Matthias. Seit 1986 pilgert er regelmäßig. „Dem Alltag entfliehen, sich gesellschaftlich neu ausrichten und anhand anderer Mitmenschen überprüfen, wie tragfähig meine Ansichten auf die Welt sind“ – für ihn Anlass genug, die eigene Komfortzone zu verlassen. Auch Hermann treiben ähnliche Gründe: „Ruhe finden, meinen eigenen Gedanken nachgehen und unterwegs gute Begegnungen und Gespräche haben.“ Für Julia ist es das erste Mal – sie freut sich auf die körperliche und mentale Herausforderung. So wie Martina: „Pilgern ist Freude und Mühsal zugleich.“

Der Weg spielt beim Pilgern eine zentrale Rolle: Er wird selbst zum Ziel. Denn das Entscheidende ist das Unterwegssein, nicht das Ankommen. Mit jedem Schritt bleibt ein Stück des Ballasts zurück, mit dem man gestartet ist, und gibt den Gedanken Raum. „Die Offenheit, sich innerlich zu bewegen, ist das Entscheidende“, sagt Olivia Klose.  

Genau deswegen bleibt trotz aller Vorbereitungen das Wesentliche unplanbar, nämlich das, was Menschen unterwegs finden. Manchmal sogar erst auf Umwegen – und oft, ohne überhaupt zu wissen, dass sie danach gesucht haben. Denn wer pilgert, lässt sich vielmehr finden: von Gedanken, Erinnerungen, Gefühlen und auch von Antworten, die man nicht erwartet hätte. „Dabei tut es gut, nicht allein unterwegs zu sein, sondern in den Austausch zu gehen mit Mitpilgernden und auch mit Gott“, sagt Klose. Aufbrechen und losgehen – immer mehr Menschen tun das inzwischen, auch vor der eigenen Haustür. Pilgern ist längst eine Form moderner Sinnsuche geworden. 

Sie wollen selbst aufbrechen?

Alle Wege führen zum Dom – zumindest alle Pilgerwege in unserem Bistum. Das Essener Münster ist Start- oder Endpunkt für die fünf Hauptpilgerwege, die auf mehr als 250 Kilometern durch das Bistum führen, von den Hügeln des Sauerlands bis zu den Ufern des Rheins. Alle Wege lassen sich je nach Zeit, Interesse und Kondition flexibel erkunden und sind einheitlich markiert. Drei Extra-Touren ergänzen die Hauptstrecken und verbinden besondere Orte des Bistums miteinander. 

  • Märkisches Sauerland: auf dem historischen Drahthandelsweg durch eine reizvolle Landschaft
  • Nikolaus-Groß-Weg: von Bochum-Stiepel nach Hattingen-Niederwenigern – auf den Spuren des seligen NS-Widerstandskämpfers
  • Fußball & Spiritualität: eine Tour durch Gelsenkirchen, die Ruhrgebietsromantik und spirituelle Oasen verbindet

Sie wollen mit Kindern auf Entdeckungstour gehen?

Für Kinder hat das Bistum Essen drei Pilgerwege entwickelt, die wie eine Schatzsuche aufgebaut sind. Ob bei einem Ausflug mit der Familie, der Schulklasse oder einer anderen Gruppe: Die Routen laden zu einer digitalen Rallye ein. Kinder erleben die Natur, bewegen sich, haben Spaß und denken gemeinsam auch über Gott nach. Alle Wege sind gut erreichbar, barrierearm und flexibel planbar. 

  • Hoffnungsschimmer 
    Auf der Suche nach Zuversicht
    Strecke: 4,5 km (Rundweg möglich) | Start: Neue Mitte Oberhausen | Route: entlang des Rhein-Herne-Kanals, durch ein  Naturschutzgebiet bis zu einer alten Kläranlage | Besonderheiten: barrierefrei und kinderwagentauglich
    Weitere Infos 
  • Dem Fisch auf der Spur 
    Aufgaben zur Schöpfung und zu Gott
    Strecke: variabel (Rundweg möglich) | Start: Bahnhof Mülheim an der Ruhr |Route: durch die City, entlang der Ruhr bis zum Kloster Saarn | Besonderheiten: am Ziel Café, Spielplatz und Wiese zum Verweilen
    Weitere Infos
  • Unterwegs nach Emmaus
    Bibelgeschichte interaktiv erleben
    Strecke: flexibel gestaltbar | Besonderheiten: kein fester Ort
    Weitere Infos 

Fragen zum Pilgern im Bistum Essen

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news-21084 Thu, 26 Mar 2026 12:03:18 +0100 Heiner Wilmer zum Bischof von Münster gewählt https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/heiner-wilmer-zum-bischof-von-muenster-ernannt Papst Leo XIV. hat heute die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum neuen Bischof von Münster bestätigt. ‎Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz übernimmt damit zusätzlich die ‎Leitung des größten deutschen Bistums. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck wünscht ‎ihm Gottes Segen für seine neue Aufgabe.‎ Papst Leo XIV. hat am heutigen Donnerstag, 26.03.2026, die Wahl von Bischof Heiner Wilmer (64) zum neuen Bischof von Münster bestätigt. Der im Februar zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählte Wilmer folge nach rund einem Jahr auf den emeritierten Bischof Felix Genn (76). Seit September 2018 ist Wilmer Bischof von Hildesheim.

„Ich wünsche meinem Amtsbruder, Bischof Heiner Wilmer, von Herzen Gottes reichen Segen für seine neue Aufgabe in meinem Heimatbistum Münster“, erklärt Bischof Franz-Josef Overbeck. Erst vor wenigen Wochen wurde Wilmer zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt – und übernimmt nun zusätzlich die Leitung des größten Bistums Deutschlands. „Damit fallen Bischof Heiner, in einer für die katholische Kirche wichtige Zeit, zwei bedeutende Aufgaben zu“, so Overbeck weiter.

Der Ruhrbischof ist überzeugt, dass sein Amtsbruder in Münster schnell heimisch werden wird: „Mit seinem emsländischen Naturell wird er sich im Bistum Münster gewiss schnell zu Hause fühlen. Schließlich liegt sein Elternhaus nur gut 60 Kilometer von seiner neuen Kathedralkirche entfernt.“

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news-21083 Wed, 25 Mar 2026 17:25:51 +0100 Bischöfe bitten um Spenden für Christinnen und Christen im Heiligen Land https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischoefe-bitten-um-spenden-fuer-christinnen-und-christen-im-heiligen-land-1 Die anhaltende Gewalt im Nahen Osten fordert nicht nur zahlreiche ‎Menschenleben, sondern vertieft auch die bestehenden gesellschaftlichen Gräben. ‎Angesichts von Krieg, Polarisierung und wachsender Perspektivlosigkeit scheint ‎die Hoffnung auf Frieden und Versöhnung vielerorts in weite Ferne gerückt.‎ Unter dem Leitwort „Hoffnung säen“ rufen die katholischen Bischöfe in Deutschland zur diesjährigen Palmsonntagskollekte auf. Wie in jedem Jahr ist die Sammlung für die Unterstützung der Christinnen und Christen im Heiligen Land bestimmt.

Trotz der schwierigen politischen Lage engagieren sich vor Ort weiterhin Menschen unterschiedlicher Religionen für ein friedliches Zusammenleben. Juden, Christen und Muslime setzen sich in zahlreichen Initiativen für Dialog, Verständigung und Versöhnung ein – oft unter herausfordernden Bedingungen.

Mit dem Ertrag der Palmsonntagskollekte werden Projekte und Initiativen des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande sowie der Franziskaner im Heiligen Land gefördert. Sie leisten konkrete Hilfe, stärken das gesellschaftliche Miteinander und tragen dazu bei, die Hoffnung auf eine friedlichere Zukunft lebendig zu halten.

Die katholischen Gemeinden sammeln am Palmsonntag, 29. März 2026, für diese Anliegen. Die Gläubigen sind eingeladen, die Christinnen und Christen im Heiligen Land mit ihrer Spende und ihrem Gebet zu unterstützen.

„Jede Unterstützung ist ein Zeichen der Verbundenheit und ein Beitrag dazu, dass Hoffnung wachsen kann“, so der Aufruf. Die Bischöfe danken allen Spenderinnen und Spendern für ihre Solidarität.

Die Kollekte am Palmsonntag, die in allen Gottesdiensten (auch am Vorabend) gehalten wird, unterstützt Projekte und Initiativen des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande und der Franziskaner im Heiligen Land, insbesondere im Bereich der Friedens- und Versöhnungsarbeit.

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news-21082 Tue, 24 Mar 2026 14:26:12 +0100 Bischof Overbeck feiert traditionellen Karfreitagskreuzweg auf der Halde Haniel https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-feiert-traditionellen-karfreitagskreuzweg-auf-der-halde-haniel Am Freitag, 3. April 2026, führt der Karfreitagskreuzweg zum 32. Mal über die ‎Halde Haniel an der Stadtgrenze zwischen Bottrop und Oberhausen. Bischof ‎Overbeck hält bei der Andacht zum Abschluss des Kreuzwegs auf dem ‎Haldenplateau eine Ansprache. ‎ Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck betet am Karfreitag, 3. April 2026, gemeinsam mit zahlreichen Christinnen und Christen den traditionellen Kreuzweg auf der Halde Haniel. Die Prozession startet um 9.30 Uhr am Sportplatz östlich der Kreuzwegbrücke an der Stadtgrenze zwischen Bottrop und Oberhausen. Entlang der 15 Stationen führt der Weg auf das Haldenplateau, wo der Kreuzweg mit einer Andacht und Ansprache des Ruhrbischofs am großen Holzkreuz seinen Abschluss findet. Die Kollekte in diesem Jahr unterstützt die Arbeit des natur- und tierpädagogischen Zentrums Mattlerbusch des Oberhausener Vereins Alsbachtal für körper- und mehrfachbehinderte Menschen. Der Karfreitagskreuzweg auf der Halde Haniel steht für die besondere Verbindung von Glaubens- und Bergbautraditionen im Ruhrgebiet und wird in diesem Jahr bereits zum 32. Mal begangen.

Parkmöglichkeiten bestehen auf und neben dem Betriebsgelände der ehemaligen Zeche Prosper-Haniel, Betriebsteil Franz Haniel. Zudem gibt es mehrere Parkplätze an der Kreuzung Fernewaldstraße/Birkhahnweg (Adresse fürs Navigationsgerät: Fernewaldstraße 363, 46242 Bottrop). Verschiedene, auch an Karfreitag bediente Bushaltestellen (z. B. „Heinrich-Heine-Straße“, Bottrop, Linie 979, „Abzweig Haniel“, Bottrop, mit Taxibus, oder „Kleekamp“, Oberhausen, Linie 962) sind etwa zehn Minuten Fußweg vom Treffpunkt entfernt. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität wird zwischen dem ehemaligen Bergwerk und dem Halden-Plateau ein Bus-Pendelverkehr eingerichtet.
>>Hier finden Sie den Treffpunkt!

Für den Erhalt des Haldenkreuzwegs engagieren sich das Bistum Essen, die RAG-Stiftung, die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) im Bistum Essen sowie die Stadtdekanate Bottrop und Oberhausen gemeinsam im Verein „Karfreitagskreuzweg auf der Halde e.V.“. Der Verein trägt dazu bei, dass die Tradition des Kreuzwegs auch nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus lebendig bleibt und Gläubige weiterhin bis zum Gipfelkreuz ziehen, um dort den Karfreitagsgottesdienst zu feiern.

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news-21081 Tue, 24 Mar 2026 14:04:08 +0100 ‎Michael Patrick Kelly: „Das hat mich damals gerettet“‎ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/michael-patrick-kelly-das-hat-mich-damals-gerettet Der Sänger Michael Patrick Kelly ist immer noch auf der Suche. Zumindest wenn es um ‎Religiöses geht: „Ich empfinde den Glauben als ein Licht, durch das man alles, inklusive ‎sich selbst, neu sieht und vollkommener versteht. Ich habe für mich die wichtigsten ‎Antworten im Glauben gefunden und bleibe gleichzeitig ein Suchender“, so der Sänger ‎im Interview mit BENE. ‎ Als „einen Prozess des Suchens und des Findens“ empfindet Michael Patrick Kelly auch das Schreiben von Songs: „Es hat etwas von ,Seelentauchen gehen‘, man muss in sich hineinhören. Gleichzeitig wird man auch von der Außenwelt inspiriert.“ Als Beispiel nennt der 48-Jährige einen Song aus seinem aktuellen Hit-Album „Traces“ („Spuren“): „,Calcutta Angel‘ handelt von einer Erfahrung, die ich mit Anfang 20 bei den Ordensschwestern von Mutter Teresa gemacht habe als freiwilliger Helfer im Hospiz Kalighat. Damals lebte ich auf Schloss Gymnich, hatte Erfolg, Geld, einen Privatkoch und Bodyguards rund um die Uhr. Aber ich war trotzdem innerlich unglücklich und leer. Das beste Mittel, um eigene Probleme zu überwinden, ist die Sorge um andere. Sterbenskranke Menschen in Kalkutta von der Straße zu holen, sie zu pflegen, zu helfen, und ihnen so etwas wie Würde zurückzugeben, hat mich damals gerettet.“

„Ich kenne das Gefühl von Abenteuer“

Momentan ist der gebürtige Ire als Jurymitglied der Show „The Voice Kids“ in Sat.1 zu sehen, in der junge Gesangstalente gegeneinander antreten. „Sie zu unterstützen, ist wirklich eine schöne Sache und für mich eine der bisher spannendsten Aufgaben. Ich kenne das Gefühl von Abenteuer und weiß auch, worauf man für innere Stabilität achten muss“, erklärt Kelly in BENE. Im April tritt Kelly im Ruhrgebiet auf: Am 17. April singt er in der Dortmunder Westfalenhalle und am 25. April in der Arena Oberhausen.

Das komplette Interview mit dem Titel „Musik ist weit mehr als Unterhaltung“ finden Sie auf den Seiten 10  und 11 der aktuellen Ausgabe des BENE-Magazins online hier: >>zum Interview

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news-21080 Mon, 23 Mar 2026 18:58:00 +0100 Misereor-Aktion in Essen: Hilfe für Ausbildung in Kamerun zeigt Wirkung https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/misereor-aktion-in-essen-hilfe-fuer-ausbildung-in-kamerun-zeigt-wirkung Bei einem Besuch in der Essener Gemeinde Heilig Kreuz hat Philippe Leumbou Ngako über die besonderen Herausforderungen der beruflichen Bildung in Kamerun berichtet. In seinem Vortrag stellte er dar, warum die Unterstützung der jungen Leute in einem von Misereor mitfinanzierten Caritas-Projekt entscheidend für deren Zukunft ist. Wie sehr gute Berufsausbildung die Basis für das Leben eines einzelnen Menschen sein und zugleich die Entwicklung einer Gesellschaft voranbringen kann, wurde am Sonntag, 22. März, in der Essener Kirche Heilig Kreuz deutlich. Zur Fastenaktion des katholischen Hilfswerks Misereor hatten die französische Gemeinde in Essen und die kamerunische Gemeinschaft Mülheim gemeinsam mit der Weltkirche-Abteilung des Bistums Essen den Bildungsexperten Philippe Leumbou Ngako aus der kamerunischen Stadt Douala ins Essener Südostviertel eingeladen. Nach einem gemeinsamen Gottesdienst mit den Gemeinden und Weihbischof Ludger Schepers – Bischofsvikar für Weltkirche und Mission im Bistum Essen – berichtete Ngako in einem Vortrag über seine Arbeit in der beruflichen Bildung in der Millionenstadt an der kamerunischen Küste.

Anders als in den meisten Berufen in Deutschland müssen junge Leute in Kamerun ihre Berufsausbildung selbst bezahlen. Das katholische Hilfswerk Misereor weist in seiner aktuellen Fastenaktion darauf hin, dass sich viele – vor allem ärmere – Menschen dies nicht leisten können. Dementsprechend hoch ist die Arbeitslosigkeit in Kamerun. In Douala, der größten Stadt des Landes, kämpft die Caritas gegen diese Not an. Sie bietet verschiedene Programme, um jungen Menschen berufliche Perspektiven zu eröffnen, hilft zum Beispiel bei der Finanzierung von Ausbildungskosten und vermittelt Ausbildungsplätze. Ngako ist seit 2022 Leiter des Projekts zur beruflichen Bildung bei CODAS Caritas Douala, einem Projektpartner von Misereor. So konnte er den Gästen in Heilig Kreuz aus erster Hand Einblicke in die Situation in Kamerun geben, von der erfolgreichen Arbeit im Projekt zur beruflichen Bildung berichten und zeigen, wie das Caritas-Projekt dank der finanziellen Unterstützung der Misereor-Spenderinnen und -Spender jungen Menschen den Weg in eine selbstbestimmte Zukunft öffnet.

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news-21079 Sat, 21 Mar 2026 17:57:30 +0100 DPSG Diözesanversammlung Essen schließt die Jugendbildungsstätte Don Bosco in ‎Hagen-Rummenohl zum Ende des Jahres 2026‎ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/dpsg-dioezesanversammlung-essen-schliesst-die-jugendbildungsstaette-don-bosco-in-hagen-rummenohl-zum-ende-des-jahres-2026 Nach intensiven Beratungen hat der DPSG Diözesanverband Essen beschlossen, die ‎Jugendbildungsstätte Don Bosco in Hagen-Rummenohl Ende 2026 zu schließen. Ein ‎emotionaler Schritt – denn für viele war das Haus über Jahrzehnte hinweg das ‎‎„Wohnzimmer des Verbandes“. Gründe sind vor allem finanzielle und bauliche ‎Herausforderungen.‎ Der DPSG Diözesanverband Essen hat am 21. März 2026 auf seiner 123. Diözesanversammlung dem Antrag der Diözesanleitung zugestimmt, die Jugendbildungsstätte Don Bosco in Hagen-Rummenohl zum 31. Dezember 2026 zu schließen. Trotz der Zustimmung betonte die Versammlung, wie wichtig die Jugendbildungsstätte für den Verband und besonders die Region des Märkischen Kreises und der Stadt Hagen ist und war. Viele bezeichneten die Jugendbildungsstätte als das „Wohnzimmer des Verbandes“.

Allerdings wurde bereits seit vielen Jahren intensiv im Verband darüber beraten, unter welchen Bedingungen die Jugendbildungsstätte langfristig bestehen bleiben kann und welche Perspektiven für die Weiterführung realistisch sind. Diese Auseinandersetzung erfolgte vor dem Hintergrund sich verändernder finanzieller, struktureller und baulicher Rahmenbedingungen. Aufgrund einer Gesamtbewertung hat sich die Diözesanleitung der Deutschen Pfadfinder*innenschaft Sankt Georg im Bistum Essen zur Antragsstellung entschieden. Hierbei sind die finanziellen und baulichen Bedingungen im Vordergrund gewesen, da mittelfristig viele bauliche Veränderungen notwendig werden würden und langfristig viele finanzielle Mittel für diese Veränderungen nicht zur Verfügung stehen werden. Bereits heute fließen erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen des Verbandes in den laufenden Betrieb. Gleichzeitig ist es dem Verband wichtig, dass die eine Abwicklung sozialverträglich geschieht.

Die DPSG Diözesanversammlung stimmte nach vielen Beratungen im Vorfeld der Versammlung und nach einer Debatte auf der Versammlung dem Antrag zu. Damit endet die Geschichte der Jugendbildungsstätte Don Bosco nach genau 50 Jahren ihres Bestehens. Viele Menschen an Rhein, Ruhr, Volme und Lenne, nicht nur den Pfadfinder*innen, haben das Haus in guter Erinnerung. Eine Verabschiedung vom Haus wird in den kommenden Monaten geplant. Für Ausbildungsveranstaltungen und Wochenenden der Stämme und Stufen wird der Diözesanverband nun Kooperationen mit dem Bistum Essen und den anderen Nachbardiözesanverbänden anstreben.

"Das ist für die DPSG, aber auch für das Bistum Essen, ein schwerer und trauriger Tag", sagte Generalvikar Klaus Pfeffer, der selbst als Jugendlicher und junger Erwachsener in der Pfadfinderschaft engagiert war. Gemeinsam mit Björn Szymanowski, Bereichsleiter Pastoralentwicklung im Bischöflichen Generalvikariat, war der Generalvikar zum Austausch mit den Mitgliedern der DPSG zur Diözesanversammlung gekommen. Die Jugendbildungsstätte in Rummenohl sei für die Pfadfinderinnen und Pfadfinder im Ruhrbistum über viele Jahrzehnte Heimat und Zentrum des Verbandes gewesen. "Darum kann ich erahnen, wie sehr der Abschied von diesem Ort viele schmerzt", so Pfeffer. Er zollte dem Verband deshalb großen Respekt vor dieser verantwortungsvollen Entscheidung, um die schon seit langer Zeit gerungen wurde - auch im Dialog mit den Verantwortlichen des Bistums sowie mit Unterstützung externer Beratung.

Björn Szymanowski sicherte dem Verband die Unterstützung und Begleitung bei dem weiteren Prozess des Abschieds von Rummenohl und bei der Suche nach anderen Orten zu, die dem Verband in Zukunft Beheimatung bieten können. "Wir wissen um die enorme Bedeutung der DPSG und auch der anderen Jugendverbände in unserem Bistum", betonte Generalvikar Pfeffer. "Und ich weiß auch persönlich, wie sehr die Zeit in einem Jugendverband für das ganze Leben prägt und stärkt." Darum werde es auch weiterhin finanzielle Unterstützung für die Jugendverbandsarbeit geben. Nach der intensiven Diskussion zu sehr unterschiedlichen Fragen von Kirche und Gesellschaft stellte Pfeffer klar, dass es in der gesamte katholischen Kirche einen hohen Bedarf gebe, auf die Erfahrungen und Einschätzungen der Jugendverbände zu hören. "Wir laufen in der Kirche grad Gefahr, dass die älteren Generationen unter sich bleiben und der Kontakt zu Kindern und Jugendlichen verloren geht - das ist fatal."

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news-21078 Thu, 19 Mar 2026 14:42:16 +0100 Mit Staubsauger und Orgel: In Mülheim erleben KiTa-Kinder Kirchenmusik hautnah https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/mit-staubsauger-und-orgel-in-muelheim-erleben-kita-kinder-kirchenmusik-hautnah Wie funktioniert eine Kirchenorgel? In der Mülheimer Pfarrei St. Barbara gehen Kita-Kinder dieser Frage gemeinsam mit Kirchenmusiker Burkard Kölsch spielerisch auf den Grund – mit überraschenden Klängen und viel Neugier. Für den ersten Klang in der Kirche St. Barbara sorgt an diesem Morgen der Staubsauger. Kirchenmusiker Burkard Kölsch hat ihn eingeschaltet, um den sieben KiTa-Kindern, denen er heute die große Kirchenorgel zeigt, die Bedeutung der Luft für dieses Instrument zu verdeutlichen. „Wind!“, ruft Jana auf Kölschs Frage, wie man den Luftstrom nennt, der in der Orgel für Musik sorgt. In der Theorie sind die „Maxi-Kinder“ der Mülheimer KiTa St. Barbara schon kleine Orgel-Profis, schließlich dreht sich bei ihnen in der „Orgelkids-Woche“ seit Montag gerade ziemlich viel um die „Königin der Instrumente“. Isabella weiß deshalb auch gleich, warum trotz eingeschaltetem Orgel-Motor und gedrückter Taste am Spieltisch nichts zu hören ist: Kölsch habe „die Fernbedienung“ vergessen, ruft das Mädchen. So hat der Musiker den Kindern die vielen Knöpfe links und rechts von seinem Arbeitsplatz erklärt, mit denen er die verschiedenen Register der Orgel steuert.

Kölsch startet mit Klängen, die die Kinder vielleicht kennen, spielt ein paar Töne von „Frère Jacques“ mit dem Register „Blockflöte“, wechselt dann zur Klangfarbe „Trompete“. Dann drückt er das Register „Posaune“ – und wieder passiert nichts, egal welche Taste er bewegt. Diesmal hat Eric die richtige Idee und tippt mit dem Fuß an ein Pedal, prompt erklingt ein Ton, der an tatsächlich an das Blasinstrument erinnert. „Die kleinen Pfeifen geben ganz hohe Töne ab – und die langen ganz tiefe. Schaut mal auf die Pfeifen in der ersten Reihe, die sind sogar länger als ich.“ Kölsch lässt tiefe „Prinzipal“-Töne erklingen. „Wenn ich diese Pfeifen anspiele, klingt das am Anfang, als wenn gleich ein Löwe brüllt.“ Aber es geht noch tiefer: Beim „Subbass“ spüren die Kinder, wie der Boden zittert, und es klingt „als wenn gleich ein Flugzeug startet“, beschreibt es Kölsch.

Kinder können in die versteckten Ecken der Orgel schauen

Die Kinder sind sichtlich beeindruckt. Und sie machen noch größere Augen, als Kölsch nach und nach die Klappen der Orgel öffnet: Die Kinder sehen die dünnen Holzstränge, die den Impuls von der gedrückten Taste am Spieltisch bis zur richtigen Pfeife in der Orgel übertragen und so dafür sorgen, dass das entsprechende Ventil geöffnet wird und der „Wind“ einströmen kann. Schließlich öffnet Kölsch auch die Seitentür des hölzernen Bauwerks und lässt die Kinder ins Innere der Orgel schauen: „Boah!“

Warum beschäftigt sich die KiTa mit der Kirchenorgel?

In der „Orgelkids-Woche“ der KiTa St. Barbara ist der Ausflug zur Kirchenorgel nur einer von fünf spannenden Projekttagen für die KiTa-Kinder, die im Sommer in die Grundschule wechseln. Der Höhepunkt wird am Freitagmittag ein kleines Konzert für ihre Eltern sein: Dann darf jedes Kind selbst einen kleinen Teil eines Orgelstücks spielen, das Kölsch bis dahin mit ihnen eingeübt hat.

Für den Kirchenmusiker, der bislang zweimal wöchentlich mit seiner Gitarre in der katholischen KiTa zu Gast ist, ist die „Orgelkids-Woche“ ein neues Projekt. Entstanden ist es in Zusammenarbeit mit Anna Grundmeier, die sich als Referentin in der Abteilung Liturgie und Glaubenskommunikation des Bistums Essen um die Förderung des kirchenmusikalischen Nachwuchses kümmert. Beobachtet man die „Maxi-Kinder“ an der Orgel von St. Barbara, wird klar: Damit kann man tatsächlich schon im KiTa-Alter beginnen.

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news-21077 Thu, 19 Mar 2026 11:42:43 +0100 Bischof Overbeck zur Audienz bei Papst Leo XIV.‎ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-zur-audienz-bei-papst-leo-xiv Erste Audienz im Vatikan: Bischof Overbeck trifft Papst Leo XIV. – ein Gespräch ‎geprägt von Wertschätzung und gemeinsamen Blick auf die Herausforderungen der ‎Kirche.‎ Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck ist in dieser Woche erstmals zu einer Audienz bei Papst Leo XIV. empfangen worden. Bei dem Gespräch im Vatikan tauschten sich beide über die aktuelle Situation der katholischen Kirche im Bistum Essen aus. Der Austausch war von großer gegenseitiger Wertschätzung geprägt.

Overbeck kennt den neuen Papst bereits aus der Zeit vor dessen Pontifikat. Bei mehreren Begegnungen in Rom habe er ihn als einen Menschen erlebt, der stark von seiner Mitgliedschaft im Augustinerorden geprägt sei und dem besonders die Armen in dieser Welt am Herzen lägen. Auch die Fragen nach einer gerechten Welt seien für Papst Leo von großer Bedeutung, so der Ruhrbischof.

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news-21076 Thu, 19 Mar 2026 09:18:04 +0100 „Hier fängt Zukunft an!“ – Misereor-Fastenkollekte am Sonntag, 22. März https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/hier-faengt-zukunft-an-misereor-fastenkollekte-am-sonntag-22-maerz Die Misereor-Fastenaktion 2026 setzt auf Bildung für Jugendliche im globalen Süden. Die Kollekte unterstützt Projekte für Ausbildung und bessere Lebensperspektiven. In den Gottesdiensten am Sonntag, 22. März 2026, bitten die Pfarreien im Bistum Essen um Spenden für die Fastenaktion des Hilfswerks Misereor. In diesem Jahr steht die bundesweite Aktion unter dem Leitwort „Hier fängt Zukunft an!“ und stellt die berufliche Bildung junger Menschen in den Ländern des globalen Südens in den Mittelpunkt.

Viele Jugendliche haben dort kaum Zugang zu Ausbildung und Arbeit. Misereor unterstützt deshalb weltweit Projekte, die jungen Menschen konkrete Perspektiven eröffnen: Sie erwerben berufliche Fähigkeiten, finden Zugang zum Arbeitsmarkt und können ihren Lebensunterhalt selbst sichern. Bildung bedeutet dabei weit mehr als Qualifikation – sie ist Ausdruck von Würde, Teilhabe und Hoffnung.

Darauf weisen auch die katholischen deutschen Bischöfe in ihrem gemeinsamen Kollektenaufruf hin: „Berufliche Bildung hilft, der vielerorts verbreiteten Jugendarbeitslosigkeit zu entkommen. Aber sie ist weit mehr: Bildung ist Ausdruck von Würde, Teilhabe und Hoffnung.“ Sie stärke junge Menschen darin, „ihre Zukunft selbst zu gestalten – trotz aller Hindernisse und Schwierigkeiten.“

Die Bischöfe bitten: „Unterstützen Sie Misereor mit einer großherzigen Spende bei der Kollekte zur Fastenaktion am kommenden Sonntag.“ Neben der Kollekte informiert Misereor online auch über weitere Spenden-Möglichkeiten: https://www.misereor.de/spenden.

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news-21075 Wed, 18 Mar 2026 17:23:16 +0100 Essener Gespräche: Laschet warnt vor sinkender Bedeutung der Kirchen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/essener-gespraeche-laschet-warnt-vor-sinkender-bedeutung-der-kirchen Bei den Essener Gesprächen fordert Armin Laschet ein Umdenken im Verhältnis von Staat und Kirche – und zeigt, warum das Engagement der Christinnen und Christen für die Gesellschaft dennoch unverzichtbar bleibt. Was erwartet der Staat von den Kirchen – und was können die kleiner gewordenen Kirchen in dieser Gesellschaft überhaupt noch leisten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Essener Gespräche zum Thema Staat und Kirche, zu denen sich am Montag und Dienstag gut 80 Juristinnen und Juristen aus Kirche, Politik und Verwaltung in der Bistumsakademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim getroffen haben.

Warum hat das Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland Verfassungsrang?

Nach der Begrüßung durch den Leiter der renommierten Fachtagung, den Leipziger Rechtsprofessor Arnd Uhle, eröffnete Armin Laschet (CDU) die Debatte mit der Einschätzung, dass sich die Sicht des Staates auf die Kirchen in Zukunft vermutlich ändern werde. In seinem Vortrag verwies der ehemalige NRW-Ministerpräsident und heutige Bundestagsabgeordneter auf die historische Bedeutung der Regelungen von Staat und Kirche, die in der Weimarer Reichsverfassung gefunden worden seien. Diese hätten den Kulturkampf befriedet und seien die einzigen Verfassungsartikel, die unmittelbar ins Grundgesetz übernommen worden seien, so Laschet.

Angesichts von über 90 Prozent Kirchenmitgliedern in der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft sei das Grundgesetz mit Blick auf die Kirchen von dem Gedanken geprägt, „dass ein kooperatives Verhältnis im Interesse des Staates ist“. Dies sei ganz anders als etwa in Frankreich, so Laschet, wo Kirche und Staat streng voneinander getrennt seien, aber der Staat – zum Beispiel beim Wiederaufbau der Kathedrale Notre Dame – sich gelegentlich doch viel stärker in Bereichen engagiert, die in Deutschland eindeutig Sache der Kirchen wären. Und Laschet ist skeptisch, dass man dies in der deutschen Gesellschaft heute noch einmal so verankern könnte: ‎„Wenn wir heute ein Grundgesetz zu schreiben hätten glaube ich nicht, dass wir das alles noch einmal so in die Verfassung bekommen würden, wie dies 1949 gelungen ‎ist.“‎

Laschet: „Keine Gunst an die Kirchen“

Dabei sei es „keine Gunst an die Kirchen“, dass die Religionsgemeinschaften Krankenhäuser, Schulen oder Kindertagesstätten betreiben dürften, „sondern im Interesse des Staates, dass wir diese Vielfalt haben“, betonte Laschet. Es gehe nicht in erster Linie um Erwartungen des Staates an die Kirchen, sondern vor allem darum: „Wie kann der Staat von den Kirchen profitieren?“. Doch dieses Grundverständnis gehe verloren, wenn immer weniger Menschen einer Kirche angehören, mahnte der Politiker. Wie in der deutschen Gesamtbevölkerung gehörten auch im Bundestag mittlerweile weniger als die Hälfte der Mitglieder einer Kirche an.

Kirchen sollen „auf große Fragen kraftvoll antworten”

Laschet warb dafür, dass sich die Kirchen weniger um ihre eigenen Strukturen kümmern, sondern „auf die großen gesellschaftlichen Fragen wieder kraftvoller antworten.“‎ ‎Gerade heute sei das „Ethos des Zusammenhalts der Kirchen wichtig“, so Laschet. Zudem sollte sich die Kirchen trotz sinkender Kräfte weiter in Kitas und Schulen engagieren. Dies sei gut für die Kirchen, die dort Kinder und ihre Familien erreichen könnten, die zuvor keinen Kontakt zur christlichen Botschaft hätten. Es sei aber auch gut und wichtig für den Staat, der das kirchliche Engagement – insbesondere im Kita-Bereich – sonst anderweitig aufbringen müsste.

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news-21074 Wed, 18 Mar 2026 14:53:38 +0100 Gemeinsamer Rat legt Empfehlungen für „Christlich leben. Mittendrin.“ vor https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/gemeinsamer-rat-legt-empfehlungen-fuer-christlich-leben-mittendrin-vor Wie geht es weiter mit „Christlich leben. Mittendrin.“? Der Gemeinsame Rat im Bistum Essen hat sieben Empfehlungen verabschiedet. Sie bündeln die zahlreichen Rückmeldungen aus der Konsultationsphase und sollen das weitere Entwicklungsprogramm sowie künftige Strukturen maßgeblich prägen. Der Gemeinsame Rat im Bistum Essen hat sieben Empfehlungen für die weitere Entwicklung des Programms „Christlich leben. Mittendrin.“ verabschiedet und an Bischof Franz-Josef Overbeck übergeben. Overbeck hat diese Empfehlungen in der gemeinsamen Sitzung des Beratungs- und Entscheidungsgremiums für das Bistum Essen angenommen. „Auf dieser Grundlage können wir den Weg von ,Christlich Leben. Mittendrin‘ nun gemeinsam weitergehen“, so Overbeck.

Wie hat der Gemeinsame Rat die Empfehlungen erarbeitet?

Grundlage der Empfehlungen war der Bericht einer vom Gemeinsamen Rat beauftragten Arbeitsgruppe mit dem „Christlich Leben. Mittendrin.“-Programm-Manager Johannes Vutz und den beiden Ratsmitgliedern Johannes Norpoth und Isabelle Wrede. Sie hatten über 170 Rückmeldungen ausgewertet, die in den vergangenen Monaten insbesondere von Gremien und Gruppen des Bistums sowie von Einzelpersonen zu den bisherigen Vorschlägen zu „Christlich Leben. Mittendrin.“ eingegangen waren. Diese Rückmeldungen spiegeln den intensiven Austausch vieler engagierter Menschen im Bistum Essen wider, die sich in den vergangenen Monaten mit „Christlich Leben. Mittendrin.“ auseinandergesetzt haben. Im vergangenen Sommer hatte das Bistum erste Ideen für die Strukturen der künftigen Stadt- und Kreiskirchen sowie der Stadt- und Kreispfarreien veröffentlicht. Bei sieben Regionalkonferenzen hatte Vutz diese Vorschläge in den vergangenen Monaten zusammen mit Bistums-Vertreterinnen und -Vertretern rund 700 Menschen vorgestellt. Ausdrücklich hatten die Verantwortlichen in einer Konsultationsphase gebeten, zu diesen Vorschlägen Rückmeldungen zu geben. Auch wenn angesichts der zahlreichen Rückmeldungen nicht jede Eingabe mit ihrem Wortlaut in die Empfehlungen übernommen werden konnte, konnte die Arbeitsgruppe doch eine für die weitere Entwicklung handhabbare Zusammenfassung erstellen, die die wesentlichen Resonanzen wiedergibt. Das auf dieser Grundlage entstandene Arbeitsdokument mit den sieben Empfehlungen steht nun online unter https://clm.bistum-essen.de/material zum Download zur Verfügung.

Was sagen die Rückmeldungen über „Christlich leben. Mittendrin.“?

Die Auswertung der Rückmeldungen zeigte eine grundsätzliche Zustimmung zur Zielrichtung des Programms, zugleich aber auch einige Hinweise auf weitere Klärungsbedarfe. Dazu zählen insbesondere der realistische Umgang mit personellen und finanziellen Ressourcen, die künftige Rolle des Ehrenamts, Fragen von Synodalität und Partizipation, die Klärung von Zuständigkeiten – zum Beispiel zwischen den künftigen Pfarreigremien – sowie die Spannung zwischen pastoralen Zielen, Strukturfragen und finanziellen Rahmenbedingungen. Auch Fragen zur Kommunikation, zur Beteiligung und zur Rückkopplung des Programms wurden als zentrale Themen benannt.

Was empfiehlt der Gemeinsame Rat?

Nun empfiehlt der Gemeinsame Rat unter anderem, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege klarer zu ordnen. Zugleich geht es darum, die Modelle für die Stadt- und Kreiskirchen so weiterzuentwickeln, dass sie als tragfähige Netzwerke einen erkennbaren Mehrwert bieten. Weitere Schwerpunkte sind die konkrete Ausgestaltung der künftigen Pfarreistrukturen und -gremien, eine verlässlich abgesicherte professionelle Unterstützung in der Leitung sowie ein transparenter Prozess, in dem Beteiligung und Rückmeldungen sichtbar berücksichtigt werden. Zudem betont der Gemeinsame Rat, den Netzwerkgedanken von „Christlich leben. Mittendrin.“ geistlich und pastoraltheologisch weiter zu fundieren, damit ein tragfähiges Leitbild für eine Pastoral entstehen kann, die die konkreten Lebensbedingungen, Bedürfnisse und Herausforderungen der Menschen in ihrem jeweiligen Umfeld ernst nimmt und in die Gestaltung kirchlichen Handelns einbezieht.

Mit seinen Empfehlungen verbindet der Gemeinsame Rat die Erwartung, dass die Rückmeldungen sichtbar in die weitere Entwicklung von „Christlich leben. Mittendrin.“ einfließen. Ziel sei es, dem Bischof eine belastbare Orientierung für die anstehenden konzeptionellen Entscheidungen zu geben.

Wie reagiert Bischof Overbeck auf die Empfehlungen?

Overbeck dankte der Arbeitsgruppe „für die intensive Auswertung der Rückmeldungen und die sorgfältige Vorbereitung der Empfehlungen. Ebenso danke ich allen, die sich in der Konsultationsphase mit ihren Rückmeldungen beteiligt haben, und dem gesamten Gemeinsamen Rat für die engagierte Beratung und die konstruktive Verständigung“, sagte der Bischof in der Sitzung. „Dass unterschiedliche Perspektiven eingebracht, gehört und in gemeinsame Empfehlungen überführt werden konnten, ist ein wichtiges Zeichen synodalen Arbeitens“, betonte Overbeck.

Bischof Overbeck hat die Programmleitung und die Steuerungsgruppe von „Christlich leben. Mittendrin.“ beauftragt, nun konkrete Umsetzungen der Empfehlungen des Gemeinsamen Rates zu planen.

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news-21073 Tue, 17 Mar 2026 16:02:52 +0100 Beten auf Schalke: BVB-Fan trifft den Priester der Kapelle in der Arena https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/beten-auf-schalke-bvb-fan-trifft-den-priester-der-kapelle-in-der-arena Mitten im Stadion des FC Schalke 04 steht seit 25 Jahren eine ökumenische Kapelle. Ein Besuch bei Kaplan und Schalke-Fan Markus Nowag, der dort als katholischer Seelsorger arbeitet. Ausgerechnet von einem BVB-Fan. Sie können froh sein, dass Sie diesen Text hier jetzt lesen können. Es hätte nicht viel gefehlt und mein Kollege und Schalke-Fan Simon hätte mich – den BVB-Anhänger – am abgelegenen Gästefan-Parkplatz der Schalke-Arena abgesetzt. Nach 1,5 Kilometer Fußmarsch wäre ich dann definitiv zu spät zum Treffen mit Markus Nowag gekommen. Der Gelsenkirchener ist Priester, Schalke-Fan und der katholische Seelsorger der einzigartigen Kapelle in der von Auswärtsfans als „größten Turnhalle des Ruhrgebiets” titulierten Arena. Simon hat sich gottlob fürs Weitefahren entschieden – und ich habe mein schwarz-gelbes Trikot erst einmal in der Tasche gelassen.

Wie sieht es in der Arena-Kapelle auf Schalke aus?

Jetzt stehen wir nach kurzer Fahrt mit Nowags Auto – an spielfreien Tagen darf der Priester direkt vor der Arena parken – und vielen Aufs und Abs durch die Stadiongänge vor dem Arbeitsplatz des 41-Jährigen Kaplans. Und auch wenn es hier im Herzen des Schalke-Stadions geradezu blasphemisch klingt, muss ich an Alfred „Adi“ Preißler und sein berühmtestes Zitat denken: „Grau ist im Leben alle Theorie …“ – und die ökumenische Kapelle auf Schalke. Dabei konnte die BVB-Nachkriegslegende die noch gar nicht gesehen haben: Mit reichlich Grau sorgen hier unzählige schwarze und weiße Linien für die einzige Dekoration. Das ist in dem blau-weißen Stadion gewöhnungsbedürftig, aber für Nowag kein Problem: „Die Farben bringen die Leute hier rein.“ In dieser Kapelle gibt es nur Gottesdienste zu besonderen Anlässen. Und wer hier sein Kind taufen lässt, Silberhochzeit feiert oder an Verstorbene erinnert, „der kommt selten im feinen Zwirn“, sagt der Priester. Trikot und Fanschal sind dann die Festtagskleidung. Und der Dresscode in der Regel königsblau-weiß.

Wie geht der Schalke-Kaplan mit Fans anderer Vereine um?

Dann ist jetzt der richtige Moment, mein schwarz-gelbes Trikot anzuziehen. Hier, auf dem – auch farblich – neutralen Boden der Kapelle sollte das kein Problem sein, oder Markus? „Nö. Natürlich necken sich hier alle, wenn sie Fans unterschiedlicher Mannschaften sind – oft auch innerhalb einer Familie. Aber mehr auch nicht.“ Für Hass zwischen verschiedenen Fan-Lagern, der manchmal in Gewalt umschlägt, hat Nowag kein Verständnis, schon gar nicht als Priester: „Schau doch auf das Evangelium vom vorletzten Sonntag: Da hat Jesus am Jakobsbrunnen mit der Samariterin gesprochen, mit der er als Jude eigentlich gar nicht reden durfte.“ Jesus überwindet soziale Gegensätze so wie der Schalke-Priester, der mit dem BVB-Fan spricht. Für manchen Fußball-Fan mag seine Vereinsliebe diese Fallhöhe haben – Nowag sieht das Ganze eher entspannt, so wie ich: „In den Farben getrennt, in der Sache vereint.“ Zu einem schönen Fußballspiel gehört eben auch die gegnerische Mannschaft.

Wieso kann man von der Kapelle bis auf das Spielfeld schauen?

Aber zurück zur Kapelle: Es ist nicht überliefert, ob der Künstler Alexander Jokisch, der sich im Jahr 2000 mit seinem zurückhaltenden Entwurf gegen deutlich farbenfrohere Gestaltungen für den Gottesdienstraum durchsetzte, das Zitat von Adi Preißler kannte. Denn der zweite Teil „… aber entscheidend is‘ auf’m Platz!“ passt ebenso treffend zu diesem Gottesdienstort. „Wenn ich hier hinter dem Altar stehe, geht mein Blick durch die Glastür, die Mixed-Zone und den Spielertunnel bis auf den Mittelpunkt des Spielfelds“, erklärt Nowag. Zumindest dann, wenn der Schalker Schubladen-Rasen nicht gerade an der frischen Luft steht. „Dann gibt es eine Linie vom Mittelpunkt des Spiels hier in die Kapelle zu Gott, dem Mittelpunkt des Lebens“, sagt der Priester. Und die weißen und schwarzen Linien auf der Rückwand der Kapelle stehen für die hellen und dunklen Momente – im Leben wie im Fußballspiel.

Warum bekam die Schalke-Arena eine Kapelle?

Mein BVB hat seine „Gründerkirche“ – aber warum bekommt die Schalke-Arena vor 25 Jahren eine eigene Kapelle, als erstes deutsches Bundesligastadion überhaupt? „Die ist auf Geheiß von Rudi Assauer hier hingekommen“, weiß Nowag. Der Schalke-Manager und zentrale Macher hinter dem Arena-Neubau habe sich einen Ort gewünscht, an dem man „mal zur Ruhe kommen kann“. Dieses Anliegen muss Schalke etwas wert gewesen sein. Denn vermutlich hätten die Architekten diesen exklusiven Ort in der Arena – unmittelbar vor der Mixed-Zone, wo sich die Mannschaften und die Schiedsrichter vor dem Spiel zum Einlaufen treffen und hinterher Journalistinnen und Journalisten zum Interview warten – auch gut für andere Zwecke nutzen können.

An Spieltagen hat Nowag als Arena-Seelsorger frei. Deshalb weiß er gar nicht, ob es aktuell Spieler oder Trainer gibt, die vor dem Anpfiff noch einmal kurz durch die Glastür abbiegen. Ralf Rangnick, 2004/2005 und 2011 auf Schalke, habe sich da öfters ein paar Auszeit-Minuten gegönnt, heißt es. Und Gerald Asamoah, der von 1999 bis 2011 in blau-weiß spielte, darf man wohl auch als Stammgast bezeichnen.

Welche Lieder werden in der Arena-Kapelle gesungen?

Wenn Nowag in der Kapelle Gottesdienste feiert, ist es drumherum meistens ruhig. Er mag diesen Kontrast: „Das ist schon cool: Erst stehe ich mit 62.000 im Stadion – und am Tag darauf darf ich hier taufen.“ Und natürlich spielt das, was nebenan auf dem Rasen passiert, auch in der Kapelle eine Rolle. Nicht nur bei der Kleidung, sondern zum Beispiel auch bei der Musik, sagt Nowag: „Statt ,Großer Gott, wir loben dich‘ singen wir hier auch das Vereins- und das Steigerlied.“ Dass gemeinsames Singen Fußballfans wie Gottesdienstgäste verbindet, wissen sie im Stadion wie in der Kirche. 19 Taufen hat allein Nowag bereits für das erste Halbjahr terminiert, sein evangelischer Kollege Pfarrer Ernst-Martin Barth dürfte einen ähnlich gut gefüllten Kalender haben. Trotz Trikots und Vereinslied betont Nowag: „Die Menschen kommen nicht nur für das Event. Sie lassen ihre Kinder taufen, weil sie glauben“, so seine Beobachtung. Und sie lassen sie im Stadion taufen, „weil sie sich hier wohl fühlen und weil sie keine andere Kirche haben, in der sie zuhause sind“. Vielleicht, überlegt Nowag, „müssen wir als Kirche noch mehr Orte entwickeln, an denen sich die Menschen wohl und zuhause fühlen“. Und die vielleicht terminlich nicht so eng getaktet sind, wie die Arena: Hochzeiten lassen sich zum Beispiel nur schwer realisieren, weil deren Terminplanung oft längerfristig sind als die der Arena. Umgekehrt kommen Todesfälle so kurzfristig, dass sich Trauerfeiern nur schwer in den Spiel- und Konzertplan der Arena integrieren lassen.

Welche Bedeutung hat Schalke für die Menschen?

Schalke „ist für viele schon eine Art Religion“. Das erlebt Nowag nicht nur im Stadion, sondern vor allem, wenn er in seinem Hauptjob – Kaplan in den beiden großen Gelsenkirchener Pfarreien St. Urbanus und St. Augustinus – unterwegs ist. Egal ob bei der Vorbereitung einer Taufe oder einer Hochzeit oder bei einem Kondolenzgespräch nach einem Trauerfall: Viele Leute wüssten heute kaum noch, was sie mit einem Mann von der Kirche besprechen sollen. „Aber wenn ich dann von Schalke anfange, haben wir hier in Gelsenkirchen immer sofort ein Thema.“ Gleichzeitig sei für viele Menschen der Fußballverein oft nicht nur der wichtigste, sondern auch der einzige Lebensinhalt. Nun, das wird in Dortmund, Bochum, Essen oder Duisburg vermutlich ähnlich sein, denke ich. „Man glaubt nicht, wie viele Menschen einsam sind – und nur noch Schalke haben“, sagt Nowag. Auch für diese Menschen habe sich Nowag „nicht ausmalen wollen, was passiert wäre, wenn Schalke in der letzten Saison abgestiegen und in der Bedeutungslosigkeit versunken wäre“.

Aber danach sieht es ja nun gerade überhaupt nicht mehr aus. Ganz im Gegenteil: Spielen die Blau-Weißen weiter so konstant, dürfen sich Nowag, ich und das halbe Ruhrgebiet auf neue Revierderbys in der Ersten Bundesliga freuen. Direkt neben dem blau-weißen Schalke-Kaplan werde ich da mit meinem schwarz-gelben Dress wohl nicht auf der Tribüne stehen – egal in welchem Stadion. Aber vorher gemeinsam ein Kerzchen anzünden – für ein faires Spiel. Das bekommen wir auf jeden Fall hin.

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news-21072 Mon, 16 Mar 2026 12:15:33 +0100 Wo? Da! Hier ist die neue BENE! https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/wo-da-hier-ist-die-neue-bene Das Bistumsmagazin BENE schaut auf Momente im Leben, in denen wir etwas verlieren, suchen, finden oder entdecken. Unter dem Motto „Da? Da? Da!“ erzählt die aktuelle Ausgabe Geschichten von Menschen, die sich auf die Suche begeben – manchmal ohne zu wissen, wonach. Es sind Geschichten von unerwarteten Funden, Neuanfängen, überraschenden Wendungen und der Freude über das, was einfach da ist. Der Frühling ist die Zeit des Neuanfangs. Die Natur erwacht, neue Möglichkeiten tun sich auf. BENE stellt in dieser Ausgabe Menschen vor, die aufbrechen, ohne ein konkretes Ziel vor Augen zu haben, oder die unerwartet schnell fündig werden. Und Menschen, die entdecken, dass das, wonach sie gesucht haben, näher war, als sie dachten. Manchmal ist es wie mit den ersten Frühlingsboten: Sie sind plötzlich einfach da, und wir dürfen uns an ihnen freuen. 

Das Heft, das in den kommenden Tagen in den Briefkästen der Menschen im Bistum Essen landet, bringt diesmal unter anderem diese Themen mit:

  • Die Fasten- und Osterzeit lädt ein, sich auf die Suche zu machen und offen zu bleiben für Neues. Der junge Seelsorger Claas Krosse aus Mülheim an der Ruhr nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine persönliche Entdeckungsreise, die mit einer Sehnsucht beginnt und von Versuchen und Versuchungen geprägt ist. (S. 8/9)
  • Michael Patrick Kelly ist als Sänger international erfolgreich. „Ich habe für mich die wichtigsten Antworten im Glauben gefunden und bleibe gleichzeitig ein Suchender“, erklärt der frühere Frontman der Kelly Family im BENE-Interview. Auf seinem neuen Studioalbum „Traces“ („Spuren“) finden sich auch die aktuellen Hits „The One“ und „Run Free“. (S. 10/11)  
  • Brot zählt zu den wichtigsten Lebensmitteln und hat eine jahrtausendealte Geschichte: Es ist religiöses Symbol, Zeichen für Wohlstand, Zahlungsmittel oder sogar Glücksbringer. BENE unternimmt einen Streifzug durch die Kulturgeschichte des Brotes. (S. 24/25)

BENE wird vier Mal im Jahr an rund 450.000 katholische Haushalte im Bistum Essen verschickt. Neben der gedruckten Variante erscheint das Magazin auch als kostenlose Online-Ausgabe auf www.bene-magazin.de.

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