Bistum-Essen RSS Feed - https://www.bistum-essen.de de-de Bistum Essen Tue, 11 Aug 2026 14:03:19 +0200 Tue, 11 Aug 2026 14:03:19 +0200 TYPO3 news-21177 Tue, 11 Aug 2026 12:50:27 +0200 Sommerferien im Bistum Essen: Katholische Kirche bietet zahlreiche Ferienangebote https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/sommerferien-im-bistum-essen-katholische-kirche-bietet-zahlreiche-ferienangebote Rund 8500 Teilnehmende sind allein mit den katholischen Jugendverbänden unterwegs. Dazu kommen zahlreiche Ferienspiele und weitere Angebote der Pfarreien im Bistum Essen. Vielfach unterstützt die Caritas. Zeltlager, Ferienspiele, Gruppenreisen – ohne die vielen Engagierten in katholischen Verbänden und Pfarrgemeinden sähen die Sommerferien für Tausende Kinder und Jugendliche ganz schön mau aus. Rund 8500 Teilnehmende sind allein bei 230 Fahrten von Verbänden wie der Deutschen Pfadfinder*innenschaft Sankt Georg (DPSG), der Katholischen jungen Gemeinde oder der Kolpingjugend in diesen Tagen unterwegs, schätzt der Dachverband der katholischen Jugendverbände BDKJ im Bistum Essen. Eine der größten Veranstaltungen in diesem Jahr ist mit mehr als 300 Teilnehmenden das Diözesanlager der DPSG-Pfadistufe in Kanada. Die meisten anderen Jugendgruppen schlagen ihre Zelte in Deutschland oder im europäischen Ausland auf oder richten sich in Selbstversorgerhäusern ein. Viele kombinieren auch ein stationäres Lager mit einer mehrtägigen Wandertour.

Auch Pfarreien im Bistum Essen bieten eigene Fahrten an. So fährt die Messdienerleiterrunde der Essener Pfarrei St. Gertrud mit rund 60 Kindern und Jugendlichen aus der Innenstadt und den umliegenden Stadtteilen an den Möhnesee im Sauerland. Und die Pfarreien St. Barbara in Mülheim und St. Medardus in Lüdenscheid verbrachten mit über 100 Jugendlichen Ende Juli eine Woche im französischen Taizé.

In vielen Pfarreien haben auch Ferienspiele eine lange Tradition:

  • In der Essener Pfarrei St. Josef haben zum Beispiel 93 Ehrenamtliche der Gemeinde St. Antonius Abbas im Stadtteil Schönebeck in den ersten beiden Ferienwochen rund 130 Kindern täglich von 9 bis 14 Uhr ein buntes Programm geboten.
  • Im Märkischen Sauerland haben die Ferienspiele der Pfarrei St. Laurentius in Plettenberg-Herscheid in den ersten drei Ferienwochen ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert.
  • Im Jugendzentrum „Der Springende Punkt“ der Mülheimer Pfarrei St. Barbara gibt es von der dritten bis zur sechsten Ferienwoche jeweils von montags bis freitags Programm zu wöchentlich wechselnden Themen.
  • In der Oberhausener Stadtpfarrei St. Clemens lädt die Jugend St. Marien Rothebusch zwischen dem 24. und 28. August alle Kinder ab sieben Jahren zu Aktionen unter dem Motto „Elemente erleben“ ein.
  • In Bottrop gibt’s in der K.o.T St. Antonius der Stadtpfarrei St. Cyriakus in der zweiten Ferienhälfte eine bunte Mischung aus Spielen vor Ort und Tagesausflügen.
  • Die Gelsenkirchener Pfarrei St. Urbanus bietet in St. Barbara jeweils dienstags von 10 bis 14.30 Uhr Workshops für Schulkinder an.
  • Fünf Kirchen in Essen, Bochum, Bottrop, Duisburg und Oberhausen laden in den Sommerferien KiTa- und Grundschulkinder zu kindgerechten Angeboten in der KinderKathedrale ein.

Zu einem besonderen Angebot lädt die Caritas in Gladbeck im August ein: Eine Woche lang geht’s jeweils zur Stadtranderholung, bei der Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam die Ferien verbringen. Auf dem Programm stehen Bastel- und Kreativangebote, Spielen, Singen, Musizieren, gemeinsames Essen sowie Abenteuer drinnen und draußen. In Verbindung mit einer Senioreneinrichtung gibt es zudem generationenübergreifende Aktivitäten.

Die örtliche Caritas kommt oft auch dann ins Spiel, wenn eine Ferienfreizeit für Kinder und ihre Familien trotz knapp kalkulierter Teilnahmegebühren von Pfarreien und Verbänden aus finanziellen Gründen zu scheitern droht. Dank Spenden – zum Beispiel aus der jährlichen Sommersammlung – kann dann die Caritas vielfach unbürokratisch helfen. So wurden in diesem Sommer in Mülheim fünf und in Essen acht Familien entsprechend unterstützt. Zudem hat die Caritas in Essen zwölf Kindern die Teilnahme an zwei Ferienkursen ermöglicht. Anderenorts unterstützte die Caritas eine Familie mit drei Kindern, damit diese beim Pfadfinderzeltlager mitfahren durften. Wieder andere Caritasgruppen bezuschussten ein Alleinerziehenden-Wochenende, Jugendfreizeiten und andere Angebote.

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news-21176 Fri, 07 Aug 2026 10:47:25 +0200 Bullerbü im Ruhrgebiet: Auf dieser Bauernhof-Kita wird Draußen zum neuen Drinnen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bullerbue-im-ruhrgebiet-auf-dieser-bauernhof-kita-wird-draussen-zum-neuen-drinnen Schafe streicheln, Pflaumen pflücken oder auf der Slackline balancieren: In der neuen katholischen KiTa Hof Holz in Gelsenkirchen wird der Bauernhof zum Lern- und Lebensraum. Das Konzept verbindet frühkindliche Bildung mit Natur- und Erlebnispädagogik – fast ausschließlich im Freien. Platsch! Irgendwie ist die Schlauchverbindung aufgegangen, jetzt pladdert das Wasser munter vor sich hin und Laras T-Shirt ist nass. Ein kurzer Schreck für die Sechsjährige, aber schon ist Erzieherin Britta Hois zur Stelle: „Ist doch nicht schlimm, bei der Hitze heute trocknet das schnell wieder – oder möchtest du dein Wechsel-T-Shirt anziehen?“ Lara schaut an sich herunter und lacht. Bei über 30 Grad ist ein nasses T-Shirt nun wirklich kein Problem, Hois hat den Schlauch geflickt und schon lassen Lara und ihre beiden Freundinnen weiter Wasser auf die Wiese regnen.

Willkommen auf Hof Holz! Seit einigen Wochen beherbergt der Jahrhunderte alte Bauernhof im Gelsenkirchener Westen nicht nur Schafe, Hühner, alte Obstbäume und Bienenstöcke, sondern auch 50 Kinder und ihre Erzieherinnen in der neuesten Kindertagesstätte des KiTa-Zweckverbands im Bistum Essen. Anfang Juni sind die Jungen und Mädchen der bisherigen KiTa Hl. Geist umgezogen, um hier eine völlig andere Kindergarten-Form zu erleben. ‎„Natur- und Erlebnis-KiTa“, nennt Leiterin Susanne Hülsken das Konzept. Die größte Besonderheit fällt sofort auf: Egal ob Spielen, Basteln oder Singen – hier findet fast alles draußen statt. Die beiden nagelneuen Holzhäuser auf dem Gelände fallen sofort ins Auge. Aber an diesem Spätvormittag sind sie so verwaist wie meistens – trotz Klimaanlage! Selbst bei der Hitze heute tummeln sich die Kleinen lieber in der schattigen Matschküche unter den Bäumen und lassen sich in der Nestschaukel den Wind um die Nase wehen. Oder sie legen unter einem Pavillonzelt bunte Bilder aus Mosaiksteinen, Tannenzapfen, Baumrinde und anderen Naturmaterialien. Wer ins Haus möchte, kann einfach hineingehen. Dort sind die Toiletten der KiTa – und auch das Mittagessen gibt es drinnen an einem großen Tisch.

Holzhäuser erinnern an Bullerbü

Die Holzhäuser sind im typisch schwedischen Falunrot gestrichen. Wäre das ruhrgebietstypische Verkehrsrauschen nicht im Hintergrund, könnte das hier auch Bullerbü sein. Zumal das Lieblingsschaf hier auch noch Madita heißt – Astrid Lindgren lässt grüßen. „Madita musste von ihrer Besitzerin mit der Flasche aufgezogen werden. Das haben die Kinder in den vergangenen Wochen beobachtet“, erklärt die stellvertretende KiTa-Leiterin Hois die Beliebtheit des wolligen, schwarzen Vierbeiners. In ihrer Begleitung geht’s für die Kinder, die gerade möchten, durch ein Tor auf die Weide gleich neben den Wiesen und Bäumen des eigentlichen KiTa-Geländes. Die meisten Schafe haben sich in den schattigen Unterstand zurückgezogen. Der ist für die Jungen und Mädchen tabu – aber immerhin zwei Schafe lassen sich von ganz vielen kleinen Händen kraulen. Und ganz nebenbei diskutieren die Kinder mit Hois, ob denn in dem dicken Schafbauch ein Lämmchen wächst (nein), ob die schwarzen Kügelchen, die überall herumliegen „Schaf-Kacka“ seien (ja) und ob man auf Schafen nicht vielleicht doch auch reiten kann (NEIN!).

„Naturbezogene Pädagogik ist in unserem Verband nichts Neues“, verweist Hülsken auf die vielfältige Erfahrung des KiTa-Zweckverbands mit seinen aktuell 224 Einrichtungen zwischen Duisburg, Bochum und dem Märkischen Sauerland. Nur in der Konsequenz der KiTa Hof Holz – „draußen“ ist normal und „drinnen“ die Ausnahme – gibt es das bislang nur hier in Gelsenkirchen-Beckhausen. „Die Kinder gehen jeden Tag dreckig nach Hause“, sagt Hülsken, „sie sind geschafft und müde – aber glücklich.“

Hier lernen Kinder, wann welches Obst Saison hat

Auf dem Weg von der Schafweide zum Hühnerstall zeigt Hois auf die vollbehangenen Pflaumenbäume: „Bedienen Sie sich!“ Die Kirschsaison hätten sie nach dem Umzug als erstes genossen, für Pflaumenkuchen lägen bereits alle Zutaten im Kühlschrank – „und danach freuen wir uns auf die Äpfel“. Ganz nebenbei bekämen die Kinder so mit, „dass es jede Frucht in der Natur nur zu bestimmten Zeiten gibt – und nicht das ganze Jahr über, wie im Supermarkt“.

Lara hat inzwischen die Slackline erklommen, neben den Schafen „mag ich die am meisten", hat sie vorher erklärt. Zwischen zwei Bäumen ist das lange Balancierseil gespannt. Darüber hängt ein Halteseil, nach dem Lara zusammen mit einer Freundin minutenlang mit einem Stock geangelt hat. Jetzt hat sie es gepackt, kann sich damit auf die Slackline ziehen – und grinst stolz, als Hois den Erfolg bemerkt. „Die Kinder werden hier unglaublich erfinderisch“, sagt die Erzieherin. „Und sie sind immer auf Entdeckungstour“, ergänzt Hülsken. „Es gibt hier unendlich viele Möglichkeiten.“

Natur-KiTa bringt neue Aufgaben für die Erzieherinnen

Das ändert auch die Aufgaben der Erzieherinnen. Anstelle von überschaubaren Gruppenräumen betreuen sie jetzt ein großes Freigelände. „Die KiTa ist eingezäunt“, betont die Leiterin, „und trotzdem gibt es ein großes Freiheitsgefühl.“ Um das nicht unnötig zu stören, verteilen sich die Erzieherinnen auf dem ganzen Gelände. Mal betreuen sie die Kinder – zum Beispiel beim Basteln – aus der Nähe, während sie bei anderen Situationen – wie bei Nestschaukel oder Slackline – eher aus der Entfernung zuschauen. Die Nestschaukel sei ein gutes Beispiel für die gewachsene Selbstständigkeit der Kinder, sagt Hois: Seit die Mädchen und Jungen nicht mehr von einer Erzieherin angeschaukelt werden, helfen die Großen den Kleinen in die Schaukel und setzen sie selbst in Bewegung. Hülsken, Hois & Co. achten dann eher darauf, dass die Schaukelei den Kleinen nicht zu wild wird.

Der KiTa-Leiterin ist wichtig, dass Hof Holz nicht einfach nur ein organisierter Abenteuerspielplatz ist, sondern eine vollwertige KiTa. Es gebe hier alle Bildungsbereiche der frühkindlichen Bildung – nur seien die eben alle im Freien. Neben dem Pavillonzelt gibt es einen großen Schrank, in dem alle Kreativmaterialien lagern, daneben liegen Ziegelstein-große Holzklötze, denen auch Sonne, Schnee und Regen nichts ausmachen – und aus einer riesigen Pappkiste haben sich die Kinder eine Burg gebaut, die jetzt mit Wachsmalstiften verschönert wird.

Und wenn’s regnet? Dann spielen die Kinder mit Regenjacke weiter

Und wenn es regnet? Auf Hof Holz kennen sie diese sehr häufige Frage, wenn sie Erwachsenen ihre Draußen-KiTa vorstellen. „Das ist unser kleinstes Problem“, sagt Hois. „Dann holen sich die Kinder ihre Regenjacke und spielen weiter.“ Mit Matsch und Dreck wird es für manche vermutlich erst richtig interessant. Sollte es doch zu nass werden oder bei Gewitter oder Sturm, gehen alle in die Häuser. „Aber auch im Winter sind wir zu 90 Prozent draußen“, plant Hülsken. Die Eltern ihrer KiTa-Kinder hat sie da voll hinter sich. „Alle sind mit umgezogen.“ Niemand habe das Angebot genutzt, in eine andere Einrichtung zu wechseln. Bei den Neuanmeldungen stellt die Leiterin nun aber auch fest: „Viele Eltern entscheiden sich bewusst für unsere KiTa.“

Hof Holz sei „ein absoluter Glücksfall, wunderbar!“, schwärmt Hülsken und betont: „Diese KiTa wird niemals fertig sein.“ In den nächsten Jahren soll auch die KiTa Liebfrauen von der Gelsenkirchener Rosenstraße auf dem Hof einziehen, so dass dort dann offiziell eine fünfgruppige Einrichtung zu Hause ist. Bis dahin möchten sie aber im Herbst erst einmal einen Weidentunnel anlegen. Und irgendwann könnte man auch den alten Bauerngarten reaktivieren. Außerdem möchten sie Erntedank und St. Martin auf dem Hof feiern und so auch mit den traditionellen christlichen Festen sichtbar machen, was in dieser KiTa tagtäglich Thema ist: „Wie gehen wir gut mit Gottes Schöpfung um?“

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news-21175 Wed, 05 Aug 2026 12:05:49 +0200 Büdchen im Ruhrgebiet: Warum Birgit Fuchs im Duisburger Dellviertel für viele zur Seelsorgerin wird https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/buedchen-im-ruhrgebiet-warum-birgit-fuchs-im-duisburger-dellviertel-fuer-viele-zur-seelsorgerin-wird Birgit Fuchs hat Kaffee, Süßigkeiten und Zeit im Angebot. Ihr Büdchen in Duisburg ist für viele Menschen ein Treffpunkt, ein Ort des Vertrauens – und manchmal sogar so etwas wie eine kleine Seelsorgestelle mitten im Viertel. „Jung, soll ich dir die Flasche direkt aufmachen?“ Der Jung – ein Mann, der locker das mittlere Alter erreicht hat – schüttelt den Kopf. Nicht nötig. Die nächste Kundin begrüßt Birgit Fuchs mit „Schatzi“, die kennt sie nicht so gut. „Schatzi-Mausi“ heißen die Kundinnen und Kunden, die der Büdchen-Besitzerin sehr vertraut sind. Und davon gibt es viele. Die meisten aus der Nachbarschaft kennt Birgit Fuchs mit Namen und mehr noch: Sie weiß auch um die Höhen und Tiefen in deren Leben. Im Duisburger Dellviertel ist „Birgit’s Büdchen“ eine echte Institution und eine Anlaufstelle für ein Viertel, in dem die Eckkneipe ausgestorben ist und der Einzelhandel es schwer hat.

Buden gehören zum Ruhrgebiet wie Kohle und Fußball

Büdchen, anderswo bekannt als Kiosk oder Trinkhalle, gehören zum Ruhrgebiet wie Kohle und Fußball. Rein statistisch soll man alle sieben Minuten auf eines stoßen. Im Jahr 2021 wurde die Trinkhallenkultur im Ruhrgebiet deshalb zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Die Bude ist eng mit der Geschichte und den Menschen des Ruhrgebiets verbunden und ein wichtiger Treffpunkt im Viertel. So wie „Birgit’s Büdchen“: Auf dem Platz vor der Trinkhalle treffen sich Menschen, trinken dort ihren Kaffee oder stoßen mit einem Bier an. Birgit Fuchs hält Kissen bereit, damit ihre Gäste im Sommer bequemer auf den Asphaltblöcken auf dem Vorplatz sitzen können. Aber selbst im Winter stehen die Kundinnen und Kunden mit einem Heißgetränk vor der Tür. „Für uns ist das hier ein zweites Zuhause“, erzählt Iris, die schräg gegenüber wohnt und gekommen ist, um sich eine Flasche Limo zu kaufen. Und um kurz mal „Hallo“ zu sagen. 

Nur am ersten Weihnachtstag ist geschlossen

Das Büdchen im Dellviertel ist weit mehr als eine Verkaufsstelle – auch wenn es dort alles in kleiner Auswahl gibt, was man im Alltag so braucht: von der gemischten Tüte mit Lakritz und Weingummi bis zum Klopapier, von der Zeitschrift bis zur Briefmarke, vom Eis bis zum Würstchenglas. Die Duisburger Trinkhalle auf der Johanniterstraße ist vor allem auch ein Ort des Austauschs und der Begegnung. An 364 Tagen im Jahr ist dort geöffnet, jeweils von 6 bis 21 Uhr; nur am ersten Weihnachtstag ist geschlossen. Entweder steht Birgit Fuchs selbst hinter dem Tresen oder lässt sich von einem Angestellten vertreten. „Wenn man die Leute nicht kennt, hat man etwas falsch gemacht“, ist ihre Devise. Das ist auch ihr Rezept gegen Einsamkeit und Anonymität. Für die Menschen im Viertel hat sie wie eine Seelsorgerin ein offenes Ohr, mit vielen kommt sie während des Tages ins Gespräch. „Man kann sich hundertprozentig auf mich verlassen. Die Leute wissen, dass ich nichts weitertratsche“, sagt die 59-Jährige. Morgens, wenn der Backofen aufgeheizt, der Kaffee gekocht und die Brötchen belegt sind, schreibt sie an ihre Stammkunden eine WhatsApp-Nachricht: „Der Kaffee ist fertig.“ Viele kommen seit Jahren zum Frühstücken vorbei.

Birgit Fuchs hilft im Viertel aber auch praktisch: Vom Einkauf bringt sie mal Katzenstreu mit, wenn die Katzenbesitzerin nicht selbst fahren kann. In einer großen Tasche sammelt sie abgelegtes Spielzeug und gibt es an bedürftige Familien weiter. Am Silvesterabend bringt sie ihren Stammkunden Berliner vorbei. Und wenn ihr jemand ins Auge springt, der Hilfe brauchen könnte, spricht sie ihn an. So wie Willi, ein älterer Mann, der immer alleine mit einem Krückstock am Büdchen vorbeiging und einen traurigen Eindruck machte. „Irgendwann stand er mal drin, und wir haben Willi nach und nach auf Vordermann gebracht“, erzählt Birgit Fuchs. „Wir haben seine Kleidung gewaschen, seinen Sperrmüll herausgetragen, einfach Struktur in sein Leben gebracht.“ Seitdem kommt Willi täglich vorbei. Übrigens auch jemand, der von Birgit Fuchs „Jung“ genannt wird.

Konkurrenz durch Lieferdienste

„Wenn ,Birgit’s Büdchen‘ schließen würde, wären wir alle traurig und das Viertel ärmer“, sagt Stammkundin Iris. Davon ist Birgit Fuchs weit entfernt. Sie hat die Trinkhalle vor 25 Jahren von ihrem Vorgänger übernommen, der das Büdchen auch schon 36 Jahre lang geführt hatte. Aufhören ist keine Option für Birgit Fuchs, sie will die Büdchen-Kultur am Leben halten. Aber die gelernte Einzelhandelskauffrau spürt schon, dass es schwieriger geworden ist, eine Trinkhalle wirtschaftlich zu führen. Die Lieferdienste von Supermärkten und Restaurants sind zur Konkurrenz geworden, ebenso wie Tankstellen. Auch merkt die Büdchen-Besitzerin inzwischen, dass die Menschen weniger Geld in der Tasche haben. „Die goldenen Zeiten sind einfach vorbei.“ Sollte sie den Kiosk irgendwann nicht mehr führen können, würde sie ihn in gute Hände weitergeben.

Bis dahin steckt sie aber viel Zeit hinein, verzichtet weitgehend auf Freizeit und Urlaube. Nur der Sonntagnachmittag ist ihr heilig. Da bringt sie Blumen zum Grab ihrer Mutter, mit der sie vor einem Vierteljahrhundert das Büdchen in der heutigen Form aufgebaut hat. Eine Kerze auf der Theke mit einem Foto ihrer Mutter, umrahmt von Engeln, erinnert an die Verstorbene. Überhaupt atmet das Büdchen von Birgit Fuchs Geschichte, vieles hat sich in den Jahren angesammelt: Über der Verkaufstheke hängt ein Fanschal vom MSV Duisburg, zahlreiche Aufkleber schmücken die Theke, und von der Decke hängt eine aufblasbare lilafarbene Kuh. 

Trinkhallen entstanden einst zur Stärkung der Gesundheit

Wie dieser Ort in Duisburg haben die Trinkhallen eine lange Tradition: Mitte des 19. Jahrhunderts wurden sie gegründet, um die Gesundheit der Menschen durch frisches Trinkwasser zu stärken. Denn das Leitungswasser war damals ungenießbar. Ihren Boom erreichten die Büdchen in den 1960er-Jahren, als die Menschen wieder zu mehr Wohlstand kamen. Später setzten das Zechensterben ebenso wie die Liberalisierung des Ladenschlusses und die große Markt-Konkurrenz den Trinkhallen zu, viele mussten schließen.

Doch bekanntlich leben Totgesagte länger. Bei Birgit Fuchs jedenfalls herrscht an diesem Nachmittag reger Betrieb. Gerade steckt Kater Bobo von gegenüber den Kopf durch die Tür. Einfach mal schauen, was heute so los ist.

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news-21174 Tue, 04 Aug 2026 18:29:04 +0200 Mehr als 1,4 Millionen Euro: Sternsinger im Bistum Essen steigern ihr Spendenergebnis deutlich https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/mehr-als-14-millionen-euro-sternsinger-im-bistum-essen-steigern-ihr-spendenergebnis-deutlich Mehr Spenden, mehr beteiligte Gruppen und ein starkes Zeichen der Solidarität: Die Sternsingerinnen und Sternsinger im Bistum Essen haben bei der Aktion Anfang Januar 12,5 Prozent mehr Spenden gesammelt als im vergangenen Jahr. Mehr als 1,4 Millionen Euro an Spenden haben die Sternsingerinnen und Sternsinger im Bistum Essen im Januar 2026 für Kinder in Not gesammelt. Damit konnten sie ihr Vorjahresergebnis von fast 1,25 Millionen Euro um gut 12,5 Prozent steigern. Auch die Zahl der Gemeinden und Gruppen, die sich im Ruhrbistum an der Sternsingeraktion beteiligt haben, stieg erneut von 54 auf 56. Das hat das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ heute bekannt gegeben. Stichtag der Aktion ist jeweils Ende Juli. Das Kindermissionswerk und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – der Dachverband der katholischen Jugendverbände – sind gemeinsam die bundesweiten Träger der Sternsingeraktion.

„Auf die Sternsingerinnen und Sternsinger ist Verlass. Sie machen die Welt mit großem Engagement jedes Jahr ein Stückchen besser“, würdigte Pfarrer Dirk Bingener den Einsatz der Kinder, Jugendlichen und ihrer erwachsenen Begleitpersonen bei der Aktion Dreikönigssingen. Bingener leitet das Kindermissionswerk und betont, die Sternsingerinnen und Sternsinger hätten im Januar „ein starkes Zeichen gegen Kinderarbeit gesetzt und die Botschaft in die Häuser getragen: Kinder gehören in die Schule, nicht in die Fabrik.“

Bundesweite Aktion Dreikönigssingen sammelt mehr als 47 Millionen Euro Spenden

Bundesweit haben die Menschen bei der 68. Aktion Dreikönigssingen insgesamt 47.173.855 Euro gespendet. Sternsingergruppen aus 7131 Pfarrgemeinden, Verbänden, Schulen, Kindergärten und weiteren Einrichtungen waren zum Jahresanfang gemeinsam für benachteiligte und notleidende Kinder in aller Welt unterwegs.

„Jahr für Jahr ist es beeindruckend, wie engagiert sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene an der Aktion Dreikönigssingen beteiligen“, erklärte die Bundesvorsitzende des BDKJ, Daniela Hottenbacher. „Überall in Deutschland zeigen sie einen starken Einsatz an zahllosen Haustüren, wenn sie ihre Lieder singen, den Segen bringen und Spenden für benachteiligte Gleichaltrige sammeln. Dafür gilt allen Beteiligten größte Anerkennung und ein herzliches Dankeschön.“

Seit dem Start der Aktion Dreikönigssingen im Jahr 1959 sind insgesamt mehr als 1,475 Milliarden Euro an Spenden zusammengekommen, mit denen Projekte für benachteiligte und notleidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert wurden. Mit den Mitteln aus der weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder werden Initiativen in den Bereichen Bildung, Ernährung, Gesundheit, Kinderschutz, Nothilfe, Seelsorge und soziale Integration unterstützt.

Eröffnung der nächsten Sternsingeraktion in Münster

Die nächste Sternsingeraktion steht unter dem Motto „Gutes Essen, starke Kinder – Sternsingen für gesunde Ernährung“. Beispielland der 69. Aktion Dreikönigssingen ist Guatemala. Die bundesweite Eröffnung feiern Sternsingerinnen und Sternsinger am Dienstag, 29. Dezember, in Münster.

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news-21173 Mon, 03 Aug 2026 13:51:01 +0200 „die kurbel“ qualifiziert jetzt auch am Gabelstapler für Logistikberufe https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/die-kurbel-qualifiziert-jetzt-auch-am-gabelstapler-fuer-logistikberufe Dank einer Spende kann das katholische Jugendwerk Oberhausen Jugendliche, aber auch ältere Erwachsene im neuen Bereich „Lager & Logistik“ am Standort Sterkrade nun auch am Gabelstapler qualifizieren. Das verbessert ihre Chancen auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz – und macht Spaß. Die Gabel absenken, ganz langsam vorwärtsfahren und sanft wieder anheben. Schon sitzt die Palette sicher auf Kays Gabelstapler. Die junge Frau setzt routiniert zurück, fährt auf dem abgesperrten Werkhof der „Kurbel“ nach rechts – und setzt die Palette dort bündig auf zwei weitere. Ausbilder Marco Adolphs ist zufrieden: Kay trainiert erst seit einigen Stunden und hat den Gabelstapler trotzdem schon gut im Griff. Das grau-orangene Akku-Gefährt ist der Star der neuen Logistik-Werkstatt, mit der „die kurbel“ auf den wachsenden Fachkräftebedarf reagiert. Jetzt kann das katholische Jugendwerk Oberhausen seine Teilnehmenden nicht mehr nur fit für den Umgang mit den als „Ameise“ bekannten Flurförderfahrzeugen machen – sondern auch am Gabelstapler trainieren. Eine von Weihbischof Ludger Schepers vermittelte Spende ermöglichte den Ankauf des Modells, das Lasten bis zu einer Tonne drei Meter hoch transportieren kann.

Pirouetten wie beim Eistanz

Dass der Stapler auch wendig ist, beweist Kay als nächstes: Weil sich das Hinterrad komplett quer stellen lässt, dreht sie auf dem sommerheißen Asphalt Pirouetten, die Eiskunstfans gefallen würden. Qualifizierung darf Spaß machen, betonen die beiden „kurbel“-Geschäftsführer Yamfu Tekasala und Frank Janßen – und erläutern den Hintergrund des neuen Bereichs „Lager & Logistik“: „Der Arbeitsmarkt wird immer vielfältiger“, sagt Janßen. Durch den wachsenden Online-Handel und neue Logistikzentren im Ruhrgebiet gebe es immer mehr Arbeitsplätze in dieser Branche. „Deshalb haben wir uns entschieden, hierfür einen eigenen Qualifizierungsbereich aufzubauen.“ Mit ganz praktischen Folgen für das eigene Haus, erläutert Tekasala: „Wir hatten vorher kein eigenes Lager.“ Lieferanten trugen Sendungen früher quer durchs Haus – und im Zweifel ins Büro der Geschäftsführung.

Lager der „kurbel“ umfasst rund 350 Produkte

Jetzt gibt es bei Ausbilder Marco Adolphs nicht nur eine zentrale Warenannahme, sondern auch ein Lager mit rund 350 regelmäßig benötigten Produkten. Dort zeigen Jackie und Etienne den gesamten Ablauf – von der Bestellung im hauseigenen Online-Shop über die Kommissionierung und Verpackung im Lager bis hin zur Auslieferung.

Wie alle Werkstätten der „kurbel“ qualifiziert Adolphs sowohl Jugendliche und junge Erwachsene in der Berufsvorbereitung als auch Ältere, zum Beispiel nach längerer Krankheit. „Logistik boomt“, weiß der Ausbilder aus seinen Gesprächen mit Unternehmen. Und auch bei den Teilnehmenden ist das neue Lager sehr beliebt – erst recht mit dem neuen Aushängeschild, dem Gabelstapler. Zunächst lernen die Teilnehmenden damit die Technik kennen. Adolphs kann sich künftig auch vorstellen, den offiziellen „Staplerschein“ anzubieten. Mit Kay hätte er hierfür wohl schon die erste Kandidatin.

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news-21172 Mon, 03 Aug 2026 11:41:33 +0200 Ökumenischer Kirmes-Gottesdienst in Essen-Borbeck bringt Kirche auf den Autoscooter https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/oekumenischer-kirmes-gottesdienst-in-essen-borbeck-bringt-kirche-auf-den-autoscooter Wo sonst der Autoscooter zum Mitfahren einlädt, erklingen Gebete und Kirchenlieder: Beim ersten ökumenischen Kirmes-Gottesdienst auf dem Schloßparkfest in Essen-Borbeck haben drei christliche Gemeinden den historischen „Selbstfahrer“ von Schaustellerfamilie Richard Müller zur Freiluft-Kirche umfunktioniert. „Bei Gott gibt es keine Nieten!“ Als Gemeindereferentin Andrea Kemmer aus der Pfarrei St. Dionysius am Sonntagmorgen über Gottes Liebe zu den Menschen spricht, passen Inhalt und Umgebung ihrer Ansprache perfekt zusammen: Drei christliche Gemeinden in Essen-Borbeck haben zum ersten ökumenischen Kirmes-Gottesdienst auf dem Schloßparkfest eingeladen. Thema ist „Das große Los“ – und das haben für die nächsten 45 Minuten auf jeden Fall diejenigen gezogen, die einen Platz in den über 50 Jahre alten Fahrzeugen des historischen „Selbstfahrers“ der Essener Schaustellerfamilie Müller ergattert haben. Alle anderen der über 120 Gäste dieses ungewöhnlichen Gottesdienstes sitzen auf Bierbänken auf den Metallplatten der Fahrbahn oder lehnen sich an den Zaun des Fahrgeschäfts, wo früher die coolen Jungs mit Haartolle und Lederjacke standen.

Fahrgeschäft-Fanfare statt Kirchenglocke

Stilecht eröffnet Pastor Timo Meyer von der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde am Weidkamp - Kirche für Borbeck – den Gottesdienst nicht mit einer Glocke, sondern mit der Fanfare des Autoscooters. Anstelle der 50er-Jahre-Musik von Elvis Presley & Co., die hier sonst aus den Boxen dröhnt, sorgt heute die Band aus Meyers Gemeinde für Musik. Und Nele Winkel, Pastorin der evangelischen Gemeinde Essen-Borbeck-Vogelheim, lädt die Menschen im Autoscooter ein, mit jahrmarkttypischem „Ohhh!“ und „Ahhh!“ auf ihr Lobpreis-Gebet zu antworten.

Für Gott „ist jede und jeder ein Hauptgewinn“.

Dann spricht die katholische Seelsorgerin Kemmer über das „große Los“, den Hauptgewinn auf der Kirmes oder im Leben. Gott finde in seinem Lostopf den Namen jedes einzelnen Menschen, sagt sie, „und jede und jeder ist für ihn ein Hauptgewinn“. Passend dazu können die Gottesdienstgäste Lose ziehen. Auch dabei gibt es keine Nieten, sondern verschiedene Bibelzitate, über die sie sich miteinander austauschen.

Mit Fürbitten, in die auch die Schaustellerinnen und Schausteller eingeschlossen werden, dem gemeinsamen Vaterunser, dem Segen der drei Seelsorgenden und einem kräftigen Applaus endet der Gottesdienst – und ringsum öffnen nach und nach die Kirmesbuden.

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news-21171 Wed, 29 Jul 2026 16:10:43 +0200 Die fliegenden Klassenzimmer der Jordan-Mai-Schule in Gladbeck https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/die-fliegenden-klassenzimmer-der-jordan-mai-schule-in-gladbeck Wo sonst Kinder spielen, schweben in den Sommerferien tonnenschwere Klassenräume durch die Luft. Mit einem Erweiterungsbau in Modulbauweise schafft das Bistum Essen an der Jordan-Mai-Schule gemeinsam mit der Stadt Gladbeck mehr Platz für Schülerinnen und Schüler – schnell, nachhaltig und mit möglichst wenig Belastung für den Schulalltag. Um kurz nach 7 Uhr sprühen Funken an der Ecke Söller-/Lortzingstraße: Zwei Pfosten für Verkehrsschilder stehen in der Gladbecker Wohnsiedlung im Weg. Das „Vorsicht Kinder“-Schild lässt sich abschrauben, aber der schilderlose Metallpfahl ein paar Meter weiter wird ein Opfer der Flex. Erst dann kann der überbreite Schwertransporter langsam zurücksetzen und seinen Auflieger mit der rund 15 Tonnen schweren Last dank zweier lenkbarer Hinterachsen behutsam zwischen Basketballkörben, Spielkarussell und dem Altbau der Jordan-Mai-Schule einparken. Einen kompletten, vormontierten Klassenraum für den Erweiterungsbau der Bischöflichen Förderschule hat der Schwertransport über Nacht vom Werk der Firma SH Holz&Modulbau in Lathen im Emsland ins Ruhrgebiet gebracht. Etwa so lang wie ein großer Überseecontainer, gut doppelt so breit und rund 15 Tonnen schwer wartet das in dicke, weiße Folie verpackte hölzerne Klassenzimmer nun auf seinen endgültigen Platz.

Schule platzt sprichwörtlich aus allen Nähten

Abgesehen von den Bauleuten, dem Schwertransporter und dem großen Autokran hinten im Hof ist es rund um die Schule an diesem Morgen ungewohnt ruhig. Wären jetzt nicht Sommerferien, bekäme man einen besseren Eindruck davon, dass die traditionsreiche Förderschule sprichwörtlich aus allen Nähten platzt. 192 Schülerinnen und Schüler von der ersten Klasse bis zum Erwachsenenalter, dazu 70 Lehrkräfte und 15 weitere Mitarbeitende, etwa Hausmeister und Krankenschwestern, wuseln an einem normalen Schultag auf dem Gelände.

Drei neue Klassen – und ein „Inselraum“

Hinter der Schulmauer verläuft eine Bahnstrecke, nebenan stehen Wohnhäuser und eine Kirche – und nach vorne begrenzen Straßen das Areal. Weil die Schule nicht in die Breite wachsen kann, baut das Bistum Essen als Schulträger nun gemeinsam mit der Stadt Gladbeck nach oben: Ein zweistöckiger Bau auf dem Schulhof ersetzt einen in die Jahre gekommenen eingeschossigen Pavillon. „Ursprünglich sollten nur zwei Klassen erneuert werden – jetzt bekommen wir drei Klassenräume, dazu ein Lehrerzimmer, einen Sanitätsraum, einen Differenzierungsraum und einen ,Inselraum‘ zur Deeskalation“, beschreibt Andreas Busch, einer der drei Leitenden der Schule. Weniger Enge, mehr Rückzugsmöglichkeiten und ruhigere Lernumgebungen: Angesichts der gestiegenen Zahl der Schülerinnen und Schüler helfen diese zusätzlichen und neu gestalteten Räume, die Kinder und Jugendlichen künftig noch besser zu betreuen, sagt Busch. Zugleich gebe es für Lehrkräfte und Eltern künftig auch einen neuen, abgetrennten Besprechungsraum. 

Auf dem Schwertransporter ist inzwischen einer der Arbeiter auf das verpackte Modul gestiegen und bringt sechs Ketten an, die von einem gelben Metallgestell herabhängen. Gehalten vom Kran, schwebt diese Traverse über dem großen Paket. Würde man das Modul direkt an den Kranhaken hängen, stimmten die Winkel der Zugkräfte nicht und das Modul würde beschädigt, erklärt der Bauleiter die aufwändige Konstruktion. Währenddessen erledigen die anderen Arbeiter auf dem Schulhof die letzten Vorbereitungen. Seit Montag steht hier das erste Modul – immer noch wetterfest verpackt. Daneben lässt eine bereits ausgepackte Wand mit Tür und Fenster erkennen, wie der gesamte Holzbau in ein paar Wochen aussehen dürfte.

Fertigmodule sorgen für Tempo: Einweihung schon im November

Gemeinsam investieren das Bistum Essen und die Stadt Gladbeck insgesamt 4,84 Millionen Euro in den Erweiterungsbau. Dass dieser nicht nur aus nachhaltigem Holz, sondern aus vorgefertigten Modulen entsteht, hat einen besonderen Grund, berichtet Bistums-Architektin Andrea Hanf, die das Projekt leitet: „Wir haben nach einer Lösung gesucht, wie wir mit dem Bau vor allem die Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrkräfte und Mitarbeitende möglichst wenig belasten.“ Anstelle rund zweijähriger Arbeiten in konventioneller Bauweise ist nun dank der vormontierten Fertigmodule bereits für Ende November die Einweihung geplant. Voraussichtlich noch bis Ende dieser Woche werden weitere Module angeliefert und montiert – danach beginnt der Innenausbau. So viele Arbeiten wie möglich sollen noch in den Sommerferien abgeschlossen werden. Was dann noch übrig ist, „soll möglichst bis zu den Herbstferien fertig werden“, hofft Schulleiter Busch. So schnell wie möglich sollen vor allem die Schülerinnen und Schüler die neuen Räume nutzen können, die derzeit noch vorübergehend in Containern vor dem Schulgebäude untergebracht sind. Und wenn der hölzerne Erweiterungsbau fertig ist, werde es darum gehen „den Schulhof klima- und naturgerecht neu zu gestalten“, sagt Busch.

Was würde Erich Kästner sagen?

Dann wird es spannend: Der Motor des Autokrans wird lauter, und ganz langsam hebt sich die tonnenschwere Last vom Lkw-Auflieger. Zentimeter für Zentimeter steigt die große, weiße Kiste in die Höhe. Dann schwenkt der Kranführer den Ausleger langsam nach rechts und lässt das Modul über den Schulhof schweben. Ein fliegendes Klassenzimmer – was wohl Erich Kästner dazu sagen würde? Doch Poesie scheint auf der Baustelle gerade nicht angesagt. Hochkonzentriert stehen Arbeiter auf dem Gerüst und versuchen, die schwere Last an allen vier Ecken richtig auszurichten, während der Kranführer sie Stück für Stück absenkt. Jetzt müssen die vorbereiteten Wasserrohre aus der Bodenplatte in die Öffnungen des Moduls gefädelt werden. Dann ist es noch ein Meter, ein halber, 20 Zentimeter – und das Modul sitzt an seinem Platz. Hier und da korrigieren die Bauarbeiter dessen Position mit langen Hebelstangen, dann macht sich Erleichterung breit. Der zweite Klassenraum ist an Ort und Stelle angekommen. Wo vor einer halben Stunde noch eine leere weiße Bodenplatte war, erkennt man nun im künftigen Erdgeschoss erste Strukturen von Räumen, Fluren und Treppenaufgängen. Und während einer der Arbeiter am Modul die Ketten löst, macht sich vor der Schule schon der nächste Lkw bereit, rückwärts einzuparken. Gleich fliegt das nächste Klassenzimmer über die Jordan-Mai-Schule.

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news-21170 Wed, 29 Jul 2026 13:04:18 +0200 Essener Domschatz präsentiert sich nach Umbau in neuem Glanz https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/essener-domschatz-praesentiert-sich-nach-umbau-in-neuem-glanz Neue Farben, modernes LED-Licht und eine thematisch teilweise neu geordnete Ausstellung: Nach vier Monaten Umbau öffnet der Essener Domschatz am Wochenende wieder seine Türen. Besucherinnen und Besucher erwarten ab Samstag, 1. August, mehr Orientierung und neue Einblicke in den Schatz von Weltrang. Man kennt das ja von zuhause: Wird die richtige Glühbirne nicht mehr produziert, muss eine neue Lampe her, die passt aber nicht zum bisherigen Schrank – und wo man gerade eh umräumt, wäre einmal neu streichen auch nicht schlecht. Ungefähr so sind in den vergangenen Jahren die Diskussionen im Essener Domschatz gelaufen. Handlungsbedarf gab es spätestens, als Dombaumeister Ralf Meyers die speziellen Halogen-Leuchten für die Vitrinen mit den mittelalterlichen Goldschmiede-Exponaten nur noch über zunehmend dubios erscheinende Quellen beziehen konnte. Nach viermonatiger Umbaupause zeigt der Domschatz seine Ausstellung nun nicht nur in neuem, sparsamerem LED-Licht, sondern auch in farblich und thematisch neu gestalteten Räumen. Erstmals seit dem großen Schatzkammer-Umbau vor 17 Jahren präsentiert sich das Museum am Essener Dom ab Samstag, 1. August, in einem neuen Ambiente.

Wenn die Gäste dann durch die Glastür vom Foyer in die Ausstellung kommen, werden sie nicht nur von der neuen Farbe der Erdgeschoss-Räume empfangen, sondern auch von zwei neuen Objekten: Neben der bekannten, rund 500 Jahre alten „Strahlenkranz-Madonna“ sind nun zwei ähnlich alte hölzerne Marienbilder zu sehen. Wie die beiden deutlich größeren und ebenfalls doppelseitig bemalten Altarbilder in der benachbarten Anbetungskirche stammen sie von Bartholomäus Bruyn dem Älteren (1493-1555) und sind erst seit Kurzem wieder im Bestand des Domschatzes. Zusammen mit der „Strahlenkranz-Madonna“ widmet der Domschatz im Eingang nun eine ganze Wand der Gottesmutter Maria, der wichtigsten Patronin der früheren Stifts- und heutigen Domkirche.

Überschriften für jeden Raum bieten bessere Orientierung

Vor dieser Wand hat das Domschatz-Team für Platz gesorgt: Die mitten im Raum ausgestellten, kunstvoll gestalteten Schreine für die Reliquien des Essener Stifts- und Stadtgründers Altfrid sind in eine Wandvitrine umgezogen. „So können wir hier Stühle für bis zu 30 Gäste aufstellen, zum Beispiel für Vorträge und Präsentationen“, erklärt Domschatz-Leiterin Andrea Wegener.

Die neue graue Wandfarbe im Erdgeschoss wirkt vor allem im benachbarten Skulpturen-Raum. Dort heben sich nun nicht nur die lebensgroßen weißen Figuren von Engelbert und Johannes Nepomuk deutlich vom Hintergrund ab – auch die bunten Fenster kommen besser zum Vorschein. Worum es bei fast allen Objekten im Domschatz geht, wird nun mit jeder neuen Wand-Inschrift deutlich: In Blattgold verweisen große Buchstaben auf „Mächtige Frauen und ihr Schatz“ im Eingangsraum, „Glanz und Heiligtum“ im Obergeschoss oder mit „Bunt, filigran und einzigartig“ auf die Gold- und Email-Kunst im Untergeschoss. So lenkt schon die Schriftfarbe den Blick darauf, dass Wegeners Team am Essener Domschatz einen mittelalterlichen Goldschatz von Weltrang präsentiert.

Ausstellung nicht mehr chronologisch, sondern thematisch sortiert

Die goldenen Überschriften der Räume, die neue Farbgebung und die drei Domschatz-Etagen sollen den Gästen vor allem mehr Orientierung bieten. Dabei hilft auch eine neue Sortierung in der Ausstellung: Vor allem im Obergeschoss „haben wir uns von der bisherigen chronologischen Ordnung getrennt und uns um eine thematische Zusammenstellung der Vitrinen bemüht“, erläutert die stellvertretende Domschatz-Leiterin Daniela Krupp. So begegnen die Domschatzgäste gleich nach dem Treppenaufstieg in die nun ganz in blau gehaltene Etage der aus Silber und Gold gearbeiteten Büste des Heiligen Marsus. Gleich daneben zeigen zwei Wandvitrinen die einzigartigen Agraffen des Domschatzes: Detailreich gestaltete, kostbare Broschen, die einst die Kleidung schmückten und später der Marsus-Büste umgelegt waren.

Große, neue Texttafeln erläutern, was es mit den Reliquien und ihren kostbaren Behältern auf sich hat und warum diese für die Menschen im Mittelalter so besonders waren. „Diese Reliquien waren der wahre Schatz des Essener Stifts“, erklärt Wegener. Durch die knöchernen Überreste heiliger Menschen fühlten sich die Stiftsfrauen und ihre Zeitgenossen mit diesen Heiligen besonders eng verbunden – und damit letztlich mit Gott.

Bessere Verständlichkeit durch neue Objektbeschreibungen

Wie die Texttafeln sind auch alle Objektbeschreibungen an den Vitrinen neu. „Allein daran haben wir rund eineinhalb Jahre gearbeitet“, so Wegener. Bei den Formulierungen haben sie sich auf die Gratwanderung zwischen guter Verständlichkeit und wissenschaftlicher Exaktheit begeben, „immer mit dem Ziel, unsere Ausstellungsstücke möglichst allen Gästen präsentieren zu können.“ Fachbegriffe aus Kunstgeschichte und Kirchenkontext wurden so weit wie möglich ersetzt. So wurde aus dem großen „Kapitelskreuz“ das „Silberne Kreuz“ und aus dem „Minnekästchen“ – dem frühesten Altfrid-Schrein – ein „Holzkästchen“. Auch ein aktualisierter Wissensstand über einzelne Objekte ist in die neuen Beschriftungen eingeflossen. Zudem können die Objektbeschreibungen jetzt im Handumdrehen ausgetauscht werden, zum Beispiel wenn ein Ausstellungsstück verliehen ist oder gerade gereinigt wird.

Andrea Wegener und Daniela Krupp sind froh, dass der Umbau nun abgeschlossen ist. Sie freuen sich: „Unser Schatz präsentiert sich in neuem Glanz. Jetzt sind wir gespannt auf die Reaktionen unserer Besucherinnen und Besucher“, sagen die Domschatz-Hüterinnen. Ab dem Wochenende können die Gäste wieder auf Entdeckungstour gehen, zwischen jahrhundertalten Kreuzen, Kelchen und Reliquien, Silber, Gold und handgeschriebenen Büchern.

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news-21169 Tue, 28 Jul 2026 14:58:41 +0200 Urlaubsseelsorge auf Texel verabschiedet Maximilian Strozyk nach elf Jahren als Teamleiter https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/urlaubsseelsorge-auf-texel-verabschiedet-maximilian-strozyk-nach-elf-jahren-als-teamleiter Mit Gottesdiensten am Strand, Gesprächen am Wohnwagen und vielen Begegnungen hat Maximilian Strozyk die Urlaubsseelsorge auf Texel mitgestaltet. Im Interview zieht er Bilanz und erklärt, warum er die Teamleitung nun in neue Hände legt. Freiluft-Gottesdienste, Strandspiele und Dünensingen – nach fast drei Sommerwochen ist die Urlaubsseelsorge des Bistums Essen auf der niederländischen Ferieninsel Texel wieder fest etabliert. Vom Wohnwagen auf dem Campingplatz Kogerstrand aus, gestaltet das Team um Maximilian Strozyk das vielfältige Programm noch bis Donnerstag, 30. Juli. Dann übernimmt Bernd Wolharn mit seinem Team für die nächsten drei Ferienwochen. Für Strozyk ist es dann nicht nur der übliche Abschied nach einer intensiven Texel-Zeit, sondern fürs Erste auch ein Abschied von der Urlaubsseelsorge: Nach elf Jahren macht er den Platz für einen neuen Teamleiter frei. Zeit für ein Gespräch über spannende Veränderungen, viel Bewährtes und einen persönlichen Abschied.

Wie läuft es gerade bei der Urlaubsseelsorge auf Texel?

Maximilian Strozyk: Es läuft richtig fantastisch! Wir waren in diesem Jahr überrascht, wie viel bei uns auch schon vor Beginn der NRW-Sommerferien los war – aber seit nun auch die Familien aus dem Ruhrgebiet, dem Rheinland oder aus Westfalen hier sind, läuft es richtig gut. Weder wegen mangelnder Beteiligung noch wegen schlechten Wetters mussten wir bislang einen Programmpunkt absagen, das ist schon außergewöhnlich. Stattdessen zählen wir bis zu 270 Leute – egal ob wir sonntags Gottesdienst feiern oder uns dienstagabends in der Düne zum Singen treffen. Daneben freuen wir uns über viele Leserinnen und Leser in unserer Bücherei, konnten rund um unseren Wohnwagen schon viele gute Gespräche führen und eine ganze Reihe Menschen begrüßen, die in diesem Sommer zum ersten Mal mit der Urlaubsseelsorge in Kontakt gekommen sind.

Wie hat sich die Urlaubsseelsorge auf Texel in den vergangenen elf Jahren verändert?

Strozyk: Spätestens seit der Corona-Pandemie nehmen wir hier bei der Urlaubsseelsorge wahr, dass die Menschen einen deutlich höheren Gesprächsbedarf haben und das Angebot, vertraulich mit uns zu sprechen, sehr aktiv nutzen. Deshalb haben wir in diesem Jahr auch unsere Ehrenamtlichen geschult, solche Gespräche führen zu können – die sich oft „zwischen Tür und Angel“ unseres Wohnwagens oder am Rande unserer Angebote ergeben. Ein „Corona-Kind“ ist zudem ein fester Punkt in unserem wöchentlichen Programm geworden: Aus der Idee, sich besser im Freien zu treffen, wurde ein kleiner Wortgottesdienst, der immer an einem anderen besonderen Ort auf Texel stattfindet. Diese Freiluft-Einheiten mit Gebeten und Liedern bereiten unsere Ehrenamtlichen vor. Neben vielen unserer Klassiker – an den fröhlichen Sonntagsmessen oder dem Dünensingen wird man hoffentlich auch in den nächsten elf Jahren nicht rütteln – haben wir einige kleine Dinge verändert und zum Beispiel Gottesdienste am Strand eingeführt. Gerade die Dinge, die draußen stattfinden, nehmen die Menschen auf Texel mit viel Wohlwollen auf.

Urlaub ist für viele die schönste Zeit des Jahres – wieso braucht es da überhaupt Seelsorge?

Strozyk: Die Menschen kommen ja nicht von zuhause und drücken dann hier auf Texel auf die „Reset“-Taste: Die Themen, die die Menschen mitbringen, sind ja immer noch da. Und gerade die, die aus besonders herausfordernden Situationen in den Urlaub fahren, erleben oft, dass sich diese schwierigen Themen hier Raum nehmen – egal ob jemand einen anderen Menschen verloren hat, es Stress bei der Arbeit oder in der Beziehung gibt… Gerade Jugendliche bringen uns großes Vertrauen entgegen und nutzen uns als Gesprächspartnerinnen und -partner, wenn es zum Beispiel im Urlaub Stress in der Familie gibt. Vor einigen Jahren saßen wir in De Koog vor der Kirche als plötzlich ein Mann vorbeikam und fragte, was wir denn machten. Er erzählte, dass er gerade seine verstorbene Frau im Meer zwischen Texel und dem Festland bestattet hatte und nun auf der Insel für sich persönlich trauern wollte. Der Mann kam von da an jeden Tag vorbei, war froh und dankbar, mit diesem Erlebnis und seiner Geschichte nicht allein zu sein. Gleichzeitig heißt Seelsorge ja nicht nur, in den schweren Situationen da zu sein, sondern auch in den schönen und guten. Wir wollen hier das Leben feiern und Danke sagen! Und da erleben wir hier bei den Menschen einen großen Hunger, eine Sehnsucht nach Spiritualität.

Viele Feriengäste auf Texel nehmen die Angebote der Urlaubsseelsorge ganz selbstverständlich wahr, so wie den Besuch am Strand oder den Ausflug zum Leuchtturm. Lässt sich diese Leichtigkeit auch auf Gemeinden zuhause übertragen?

Strozyk: Bei der Urlaubsseelsorge sagen wir den Feriengästen immer: „Macht das, was euch guttut!“ Niemand in unseren Teams erwartet, dass jemand bei allen Angeboten in unserem Wochenprogramm mitmacht. Es gibt nach jedem Programmpunkt eine herzliche Einladung zu den nächsten Angeboten – aber keine Verpflichtung à la „Wenn du am Dienstag beim Singen warst, erwarten wir dich aber auch am Mittwoch beim Gottesdienst.“ Viele Gäste berichten uns, dass sie in ihren Gemeinden da schon mal eher ein „du bietest den kleinen Finger und sie nehmen die ganze Hand“ erleben. Insgesamt glaube ich, dass man nur sehr wenig von der Urlaubsseelsorge auf unsere Gemeinden übertragen kann – so wie man ja auch das eigene Urlaubsgefühl später nur sehr begrenzt in den Alltag integrieren kann. Für mich ist die Urlaubsseelsorge ein Saison-Gefühl – so wie Spargel und Erdbeeren, die gibt es auch nur zu bestimmten Zeiten im Jahr.

Die Urlaubsseelsorge ist in diesem Jahr das 58. Mal auf Texel – Sie machen schon nach elf Jahren Platz für einen neuen Teamleiter, warum?

Strozyk: Ich mache das hier nach wie vor total gerne. Ich genieße das Miteinander mit den Urlauberinnen und Urlaubern, vor allem aber natürlich mit den vielen Ehrenamtlichen in immer neuen Konstellationen. Sie bringen ganz viel Kreativität und Engagement in unsere Arbeit ein – und ganz viel eigene Persönlichkeit. Letztes Jahr hatten wir zum Beispiel einen Proktologen im Team, der hier einen eigenen – sehr lustigen und mit viel hilfreichem Inhalt gestalteten - Workshop angeboten hat. Wir hatten Bücherwanderungen mit einer Buchhändlerin, historische Angebote mit einer Archäologin, Chor-Workshops, Tanzkurse… So habe auch ich in den vergangenen Jahren hier unglaublich viel gelernt und mich weiterentwickelt. Gleichzeitig bin ich fest davon überzeugt, dass Projekte davon leben, dass sie sich verändern und neu erfinden. Deshalb ist jetzt die Zeit, dass andere Menschen dies hier weiterentwickeln. So werde ich die Insel hier am Donnerstag mit einer großen Dankbarkeit verlassen – und mit mindestens einem weinenden Auge.

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news-21168 Mon, 27 Jul 2026 16:13:07 +0200 Eucharistische Ehrengarden im Bistum Essen haben einen neuen Oberst https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/eucharistische-ehrengarden-im-bistum-essen-haben-einen-neuen-oberst Historische Uniformen, gelebter Glaube und ein Ehrenamt mit langer Tradition: Beim Annenfest am Sonntag hat Karsten Streuer offiziell die das Kommando über die Eucharistischen Ehrengarden im Bistum Essen übernommen. Der neue Diözesanverbandsoberst möchte das bundesweit einzigartige Netzwerk der Ehrengarden für weiterentwickeln. Er setzt auf Tradition und Erneuerung. Sie tragen schwarze Zweispitz-Hüte mit Federn, lange Uniformmäntel mit Fangschnur, Degen und Gardestern – und haben seit gestern einen neuen Chef. Der Essener Karsten Streuer hat am Sonntag, 26. Juli, beim Annenfest in Essen-Rellinghausen als neuer Diözesanverbandsoberst auch offiziell das Kommando über die Eucharistischen Ehrengarden im Bistum Essen übernommen. Bis zum vergangenen Jahr hatte der Gladbecker Bernd Fortmann den Verband 24 Jahre lang geführt. Streuer erhielt die Fahne des Verbands gestern aus der Hand seines Stellvertreters Wolfgang Unterstein, der die Ehrengarden seit dem vergangenen Jahr übergangsweise geleitet hatte. Gleichzeitig wurde Pastor Hans-Helmut Ferkinghoff von Weihbischof Ludger Schepers als neuer geistlicher Diözesanverbandsehrenoberst in sein neues Amt eingeführt. 21 Garden in verschiedenen Städten des Ruhrbistums gehören mit aktuell 354 Mitgliedern – davon 205 aktive – zu dem Verband, dessen Vorsitzender der 41-jährige Informatiker Streuer nun ist. Mehr als 140 Jahre Tradition zur Ehre Gottes – und ein bundesweites Unikum, das es so nur im Bistum Essen gibt.

1884 wurde am heutigen Essener Dom die erste „Ehren-Garde zu Essen“ gegründet – eine Art Leibwache für das Allerheiligste bei der Fronleichnamsprozession und für weitere kirchliche Feiern. In den Garden erzählt man sich von einem angeblichen Übergriff auf das traditionsreiche Essener Fronleichnamsfest einige Jahre zuvor, weiß Streuer. „Über den ist aber nichts verbrieft.“ Gleichzeitig tobte seit der Reichsgründung 1871 der Kulturkampf zwischen dem deutschen Staat und der katholischen Kirche. In dessen Folge – und verbunden mit der fortschreitenden Industrialisierung des Ruhrgebiets – widmeten sich viele ursprünglich katholisch geprägte Schützenbruderschaften zunehmend weltlichen Aufgaben und Veranstaltungen.

Unterschied zu Schützen und Karnevalisten

Vor diesem Hintergrund entstand die Essener Garde, die sich – anders als Schützen oder Karnevalisten – ausschließlich der Begleitung von Gottesdiensten verschrieben hat. Diese Idee zog schnell Kreise: In Essener Kirchengemeinden, aber auch in Nachbarstädten des Ruhrgebiets, bildeten sich weitere Ehrengarden, die sich zum Beispiel bereits 1906 am Katholikentag in Essen und 1909 beim Eucharistischen Weltkongress in Köln beteiligten. Von Beginn an in einer Optik, die bis heute an preußische Offiziere erinnert – anfangs noch mit Zylinder, später dann mit dem ebenfalls aus Preußen entlehnten auffälligen Feder-Zweispitz. Die Uniform „ist Ausdruck von Würde, Verbindlichkeit und Gemeinschaft – kein Selbstzweck“, erklärt Streuer.

Karsten Streuer hat auch beruflich mit Uniformen zu tun

Diese Dienstkleidung sieht in jedem Fall anders aus als die Uniformen, denen der neue Oberst in seinem Alltag begegnet: Als IT-Architekt entwickelt Streuer künftige digitale Strukturen für die NRW-Polizei. Doch auch Filzhut, Gehrock und Säbel sind ihm bereits seit 14 Jahren vertraut. „Ich war Messdienerleiter in St. Ewaldi“, berichtet Streuer von seiner Jugend in Altenessen. Nach dem Abriss der Kirche 2008 habe er in der Gemeinde Anschluss an eine neue Gruppe gesucht – und sei schließlich bei der Ehrengarde gelandet. Dass ihn sein Weg einmal bis an die Spitze des Bistumsverbands führen würde, sei nie geplant gewesen, betont er. Schließlich setzten ihm neben dem Job auch Frau und Tochter Grenzen, wenn sein ehrenamtliches Engagement allzu weit ausufere.

Streuer: „Wir machen Glauben sichtbar.“

Dennoch möchte er die Ehrengarden weiterentwickeln. „Wir machen Glauben sichtbar“, sagt Streuer – und verschließt nicht die Augen davor, dass dies heute nicht mehr im gleichen Umfang möglich ist, wie noch vor einigen Jahrzehnten. Wie Kirchengemeinden und andere katholische Verbände werden auch die Ehrengarden kleiner, schließen sich mit Garden im Nachbarstadtteil zusammen oder lösen sich auf. Dass sich in einigen Garden heute auch Frauen engagieren, sei ein wichtiger, zeitgemäßer Schritt – ändere aber in der Regel nichts an der Überalterung. Eine Ehrengarde könne nur funktionieren, „wenn dort Gemeinschaft erlebbar ist, Spiritualität erfahren werden kann und die Garde dies nach außen strahlt“, sagt der neue Diözesanverbandsoberst. Mit dem 60er-Jahre-Konzept „Andacht – Komplet – Heilige Messe“ als regelmäßigem Programm einer Ehrengarde „kann ich heute niemanden mehr gewinnen“. Neben festen Mitgliedschaften will Streuer die Garden künftig auch durch projektbezogene und zeitlich flexible Beteiligungsmöglichkeiten öffnen.

Den Leitspruch „Mit Gott – für Gott!“ gelte es immer wieder neu mit Leben zu füllen, sagt Streuer. Er möchte „Tradition und Zukunft miteinander verbinden“ und sieht seine Aufgabe darin, „den Wert unserer Traditionen neu zu erklären und verständlich zu machen, warum sie auch heute noch relevant sind“. Gleichzeitig gehe es darum, das Gemeinschaftsgefühl der Garden zu stärken, mehr geistliche Angebote zu schaffen „und unsere Präsenz im Gemeindeleben auszubauen“. Die Garden sollten nicht nur an Fronleichnam präsent sein, „sondern auch bei sozialen Projekten, Pfarrfesten und anderen kirchlichen Veranstaltungen“.

Schrumpfen und Überaltern ist kein Naturgesetz

Dabei sei das Schrumpfen und Überaltern von Ehrengarden kein Naturgesetz: „Die Ehrengarde in Essen-Rellinghausen hat den Generationenwechsel aus meiner Sicht optimal gestaltet.“ Aus Streuers Sicht sind die Tradition des dortigen Annenfestes, aber auch die enge Verbindung zu einem Pfadfinderstamm Gründe dafür, dass diese Ehrengarde sich deutlich stabiler entwickelt als andere. Mit Blick aufs gesamte Bistum ist dem neue Oberst klar: „Wir werden uns auf jeden Fall gesundschrumpfen.“

Gleichzeitig weitet er den Blick über das Ruhrbistum hinaus: So sehr sich die Ehrengarden-Idee vor mehr als 100 Jahren im Großraum Essen verbreitet hat, so wenig gibt es sie außerhalb des Ruhrbistums. Abgesehen von einem Ableger in Viersen-Süchteln am Niederrhein – wo um 1900 ein aus Essen stammender Kaplan eine Ehrengarde gegründet hatte – gibt es nach Streuers Wissen nur in Österreich und der Schweiz vergleichbare Gemeinschaften mit allerdings deutlich längeren Traditionen: Die Herrgottsgrenadiere im Kanton Wallis und die Sakramentsgarden in Tirol. Zu deren 700-jährigen Jubiläum reist Streuer im Herbst ins österreichische Hall. Klar, dass dann auch Zweispitz, Gehrock und Degen mit Gepäck sind. Mit diesem Outfit dürfte der Essener beim Treffen im Alpenraum dann allerdings noch relativ „modern“ aussehen: Während die Schweizer in einer rot-weißen Söldner-Uniform vom Anfang des 19. Jahrhunderts antreten, trägt die Partisanergarde in Hall eine an spanische Renaissance-Uniform angelehnte Tracht samt Stangenwaffe „Partisane“, die der Garde ihren Namen gibt. Doch bei allen Unterschieden der Uniformen und der kulturellen Herkunft: In Tirol, im Wallis wie im Ruhrgebiet sind die Gardistinnen und Gardisten kaum zu übersehende Zeuginnen und Zeugen des christlichen Glaubens und einer lebendigen Tradition.

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news-21166 Thu, 23 Jul 2026 18:39:19 +0200 Jugendarbeit im Bistum Essen: Wie kulturelle Vielfalt junge Menschen verbindet https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/jugendarbeit-im-bistum-essen-wie-kulturelle-vielfalt-junge-menschen-verbindet Vielfalt gehört für viele Jugendliche längst zum Alltag. Warum auch die kirchliche Jugendarbeit davon profitieren kann und welche konkreten Ideen es für eine offene, interkulturelle Praxis gibt, erklären Katarzyna Paczyńska-Werner, Referentin für Gemeinden anderer Sprachen und Riten, und Detlef Schneider-Stengel, Referent für interreligiösen Dialog im Bistum Essen, im Interview. Die religiöse und kulturelle Vielfalt der Kinder und Jugendlichen im Ruhrbistum prägt auch die kirchliche Kinder- und Jugendarbeit. Diese Vielfalt als Chance zu begreifen und die Türen von Gruppenstunden, Ferienlagern oder offenen Angeboten auch für Jugendliche mit Wurzeln in anderen Teilen der Welt zu öffnen, dafür plädieren Katarzyna Paczyńska-Werner und Detlef Schneider-Stengel. Die Referentin für Gemeinden anderer Sprachen und Riten und der Referent für den interreligiösen Dialog im Bistum Essen haben das Buch „Jugendarbeit in der pluralen Gesellschaft“ herausgegeben. Im Interview sprechen sie darüber, wie der Anspruch einer vielfältigen kirchlichen Jugendarbeit in die Realität umgesetzt werden kann.

Gerade im Ruhrgebiet findet Jugendarbeit heute in einer zunehmend vielfältigen Gesellschaft statt. Was bedeutet dies in der Praxis für kirchliche Träger wie Pfarreien mit ihren Messdienerinnen- und Messdienergruppen oder katholische Verbände wie die Deutsche Pfadfinder*innenschaft Sankt Georg (DPSG)?

Katarzyna Paczyńska-Werner: Das Ruhrgebiet ist jung, bunt und voller Energie. Über 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen in ‎unserer Diözese haben Wurzeln in anderen Ländern, sprechen verschiedene Sprachen und bringen ‎unterschiedliche Kulturen mit. Das ist unser Alltag – und genau hier liegt die ‎Chance für kirchliche Jugendarbeit, diese Vielfalt als Bereicherung und als Geschenk zu begreifen. Das machen auch die aktuellen Leitlinien der Jugendpastoral klar: „Der Auftrag der Jugendpastoral ‎gilt allen Jugendlichen ohne Ausnahme. Er geht über den Kreis der getauften oder in der Kirche ‎engagierten jungen Menschen hinaus und richtet sich an junge Menschen aus allen jugendlichen ‎Lebenswelten.“

Ob in der Schule, im Sportverein oder beim Shoppen in der Stadt: Junge Menschen begegnen ‎täglich Gleichaltrigen mit anderen Religionen, Sprachen und Lebensgeschichten. Das ist ihre ‎Normalität – und das sollte auch unsere sein. Kirchliche Träger wie Pfarreien oder Verbände ‎können hier Brücken bauen, indem sie Räume schaffen, in denen jeder willkommen ist.‎

Sie plädieren in Ihrem Buch für eine interkulturelle und interreligiöse Öffnung in der Jugendarbeit. Warum sollten gerade kirchliche Einrichtungen ihre Angebote stärker in diese Richtung öffnen – geht es nicht gerade in der Jugendarbeit auch um ein Bewusstsein für die eigene Identität?

Paczyńska-Werner: Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einer Tür mit dem Schild „Hier sind alle ‎willkommen!“— doch beim Eintreten merken Sie: Eigentlich sind nur bestimmte Menschen ‎gemeint. So darf Kirche nicht sein. Denn kirchliche Jugendarbeit hat einen klaren Auftrag: ‎Sie spricht alle jungen Menschen an – nicht nur die, die schon „dazugehören“.‎

Vielfalt ist kein „Extra“, sondern Kernaufgabe. Denn Kirche ist da, wo das Leben ist. Junge Menschen wachsen in ‎interkulturellen Familien auf, haben Freundinnen und Freunde mit verschiedenen Religionen und erleben ‎Vielfalt täglich. Wenn die Kirche das ignoriert, verliert sie an Bedeutung.‎

Doch Begegnung ist bereichernd, wenn Jugendliche unterschiedlicher Backgrounds ‎zusammenkommen. Sie hinterfragen Vorurteile, entdecken gemeinsame Werte und stärken ‎ihren Glauben. Die Kirche ist gefragt, Brücken zu bauen – für eine offene Gesellschaft, in ‎der alle dazugehören.‎

Detlef Schneider-Stengel: Außerdem entsteht Identität nicht in geschlossenen Binnenräumen, sondern in der Begegnung und Auseinandersetzung mit dem Vertrauten und Fremden. Das II. Vatikanische Konzil (1962 – 1965) war von der Vision getragen, dass Kirche nicht mehr im eigenen Binnenraum verharrt und sich der Welt öffnet. Papst Paul VI. schrieb 1964: „Die Kirche muss zu einem Dialog in der Welt kommen, in der sie nun einmal lebt. Die Kirche macht sich selbst zum Wort, zur Botschaft, zum Dialog.“ Das heißt: Das Wesen der Kirche ist Dialog, und in einem guten Dialog bereichern sich die Dialogpartnerinnen und -partner gegenseitig.

Wer sich in den interreligiösen Dialog begibt – und das merkt man sehr schnell –, muss im eigenen Glauben einigermaßen sattelfest sein. Denn die Partnerinnen und Partner fragen mich nach meinem Glauben, so wie ich auch von ihnen wissen will, was sie glauben, wie sie ihren Glauben im Alltag leben und was ihnen daran wichtig ist. Interreligiöser Dialog stärkt somit das Interesse nicht nur am Anderen, sondern vor allem auch am Eigenen. So bewirkt Dialog das, was der Apostel Petrus in seinem ersten Brief fordert: „Und seid jederzeit bereit, Jedem Rede und Antwort zu stehen, der euch auffordert, Auskunft über die Hoffnung zu geben, die euch erfüllt.“

Welche konkreten Tipps geben Sie Engagierten in der Jugendarbeit, wenn Sie ihre Angebote in diese Richtung öffnen möchten?

Paczyńska-Werner: Interkulturelle und interreligiöse Jugendarbeit gelingt, wenn wir einige Aspekte verbinden. Am ‎wichtigsten ist es, Haltung zu zeigen. Das bedeutet, Vorurteile zu reflektieren, neugierig zu ‎sein und Jugendliche als Fachleute ihrer eigenen Lebenswelten ernst zu nehmen. ‎Angebote sollten niedrigschwellig und partizipativ gestaltet werden. Es sollten keine großen ‎Theorieblöcke sein, sondern alltagsnahe Formate wie ein interkultureller Kochabend, ein ‎Besuch in verschiedenen Gotteshäusern oder ein Workshop zu Fragen wie „Wie lebe ich ‎meinen Glauben im Alltag?“ Wichtig dabei ist, dass die Jugendlichen die Themen selbst ‎vorschlagen und ausarbeiten.‎

Kooperationen sind der Schlüssel zum Erfolg, stärken die Glaubwürdigkeit und schaffen ‎Vertrauen. Arbeiten Sie mit lokalen Akteurinnen und Akteuren ‎zusammen, zum Beispiel mit muslimischen Jugendgruppen, jüdischen Gemeinden oder ‎Organisationen, in denen sich Zugewanderte zusammenschließen.

Schneider-Stengel: Hier im Bistum Essen geschieht das ja schon an vielen Stellen, wie zum Beispiel bei den Amigonianern in Gelsenkirchen und Gladbeck oder im Brunnenprojekt in der Bochumer Hustadt. Zugleich haben wir im Bistum Essen eine interreligiöse Ausbildung für Jugendleitende eingeführt, die deutschlandweit beispielhaft ist. Ebenfalls stehen die Schulen gerade im Ruhrgebiet als interreligiöser und interkultureller Lernort im Fokus unserer Aufmerksamkeit. Von daher bilden wir Lehrerkräfte fort, um die kulturelle und religiöse Vielfalt an ihren Schulen produktiv in den Blick zu nehmen.

Wie nehmen aus Ihrer Sicht Jugendliche selbst den interreligiösen Dialog und das Zusammenspiel verschiedener Kulturen in unserer Region wahr? Wie relevant ist dieses Thema für sie?

Paczyńska-Werner: Für Jugendliche hier im Ruhrgebiet ist Vielfalt einfach normal – das ist ihr Alltag. Sie feiern ‎gemeinsam Ramadan oder Weihnachten, hören verschiedene Musik und haben Freundinnen und Freunde aus ‎aller Welt. Das verbindet sie mehr, als es sie trennt. Aber klar, sie erleben auch Diskriminierung – ob ‎Rassismus, Antisemitismus oder Vorurteile gegen Muslime. Das macht viele wütend oder traurig, ‎aber es motiviert sie auch, sich für Gerechtigkeit einzusetzen.‎

Für sie ist interreligiöser Dialog kein abstraktes Thema, sondern etwas, das ihr Leben direkt betrifft. ‎Wichtig ist, dass es echt und auf Augenhöhe passiert – nicht belehrend, sondern mit Raum für ihre ‎Fragen und Ideen. Dass es Spaß macht – ob durch Musik, Sport oder kreative Projekte. Und dass sie ‎selbst mitgestalten können, statt nur „Zielgruppe“ zu sein.‎

Schneider-Stengel: Interreligiöser Dialog gewinnt vor allem dann an Relevanz, wenn es um konkrete Themen geht. Ein Beispiel ist das Urban Gardening als Reaktion auf den Klimawandel; gerade in diesem Bereich engagieren sich junge Menschen aus unterschiedlichen Religionen. Ein anderes Beispiel sind Stadtteilprojekte: Wo und wie können sich junge Menschen, die in einem Stadtteil zusammenleben, begegnen und dabei etwas für den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort tun?

Paczyńska-Werner: Jugendliche leben Vielfalt – und sie wollen, dass wir Erwachsene mit ihnen gemeinsam eine Welt ‎gestalten, in der alle dazugehören. Die interkulturelle Öffnung und der interreligiöse Dialog sind für ‎junge Menschen kein „Nice-to-have“, sondern eine Chance, ihre Welt aktiv mitzuformen.‎

Schneider-Stengel: In einer Welt, die von Multikrisen geprägt ist, fragen sich junge Menschen, wie sie eine lebenswerte Zukunft für sich und andere gestalten können. Interreligiöser Dialog ist in dem Sinne Empowerment, weil sie die vielen Krisen nicht einfach nur erleiden müssen, sondern zusammen mit anderen im Vertrauen auf Gott aktiv an einer lebens- und liebenswerten Welt mitbauen können.

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news-21165 Thu, 23 Jul 2026 15:41:19 +0200 Meditation: Ganz im guten Moment https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/meditation-ganz-im-guten-moment Noch vor dem ersten Kaffee geht der Blick aufs Smartphone: Nachrichten, Social Media, Kalender. Der Kopf beginnt zu rattern. Gerade in Zeiten von Dauerstress, Krieg und Klimasorgen sehnen sich viele Menschen nach einem Gegengewicht – und finden es in der Meditation. Ordensschwester Beate erklärt, warum. „Meditation ist eine wirksame ,Methode‘, um das innere Gleichgewicht wiederzufinden, und dafür genügen schon kleine Momente der Achtsamkeit“, erklärt Schwester Beate, die im team exercitia des Bistums Essen passende Kurse leitet. Meditation bedeute nicht, aus dem Leben auszusteigen, sondern bewusst darin anzuhalten und innezuhalten. Doch es gebe einen weitverbreiteten Irrtum, sagt Schwester Beate: „Meditation ist kein passives Entspannen, sondern ein aktiver Prozess: ein Weg des Innehaltens, des Nachsinnens und des Wahrnehmens.“ Sie öffne für das, was dem meditierenden Menschen begegne – auch für laute Gedanken. „Beim Meditieren herrscht zu Beginn oft keine Stille in mir, im Gegenteil.“

Seit fast 40 Jahren gehört Schwester Beate den Missionsärztlichen Schwestern an und lebt in der Bottroper Kommunität des Ordens. Die frühere Krankenhausseelsorgerin weiß: „Meditation lässt uns spüren, wie gut es tut, sich zu unterbrechen – und nicht nur gelebt zu werden, sondern zu leben.“

Auch im Christentum hat Meditation eine lange Tradition – etwa im kontemplativen Gebet. „In der Bibel kann man nachlesen, dass Jesus sich oft zurückzieht“, erklärt Schwester Beate. Im Mittelpunkt stehe hier die Hinwendung zu Gott: sich bereit zu machen, offen zu sein und ihn in sich wirken zu lassen.

Meditation ist kein Weg ohne Stolpersteine. „Manchmal tauchen unangenehme Gedanken oder Schmerzen auf. Doch sie können mich auch auf den Weg führen“, sagt Schwester Beate. Genau darin liegt die Kraft dieser Praxis: Sie schenkt uns keine heile Welt, aber die Fähigkeit, in unserer Welt klarer, gelassener und freier zu sein.

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news-21164 Tue, 21 Jul 2026 14:32:51 +0200 Bischöfliche Kirchenmusikschule: Leiter Jörg Stephan Vogel geht in den Ruhestand https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischoefliche-kirchenmusikschule-leiter-joerg-stephan-vogel-geht-in-den-ruhestand Nach mehr als 30 Jahren an der Bischöflichen Kirchenmusikschule geht deren Leiter Jörg Stephan Vogel in den Ruhestand. Er übergibt einen „lebendigen Organismus“ an seinen Nachfolger Dieter Leibold. Seinen ersten Arbeitstag als Leiter der Bischöflichen Kirchenmusikschule (BKMS) hatte sich Jörg Stephan Vogel damals wohl etwas anders vorgestellt: Gummistiefel statt Notenblätter, Wassereimer statt Orgeletüden. „Wasser-Rohrbruch in der Kirchenmusikschule. Die ganze Etage stand unter Wasser“, erinnert sich Vogel an den Beginn seiner Tätigkeit an der Musikschule an der Klosterstraße im Schatten des Essener Rathauses. Oder wie Vogel selbst manchmal mit einem Augenzwinkern sagt: „Bei uns in der Krachmacherstraße.“ Unter einem Dach vereint waren Mitte der 1990erJahre nicht nur die Kirchenmusikschule, sondern auch die Kirchenmusikabteilung, der Cäcilienverband und die Essener Dommusik.

Vogel: „Ich habe versucht, die BKMS programmatisch immer weiter zu öffnen.“

„Als ich 1995 die Leitung übernahm, war die Kirchenmusikschule recht traditionell aufgestellt“, sagt Vogel. „Ich habe versucht, die BKMS programmatisch immer weiter zu öffnen.“ Beispiel Instrumente: Schon früh schaffte Vogel neben Cembalo und einer gotischen Kleinorgel auch Keyboards und Congas an. Mit den Instrumenten erhielt insgesamt auch mehr Variabilität Einzug in das Angebot der Musikschule: Vogel holte Gregor Linßen, den bekannten Kirchenmusik-Komponisten und Liedermacher aus Neuss, als Dozenten für „Neues Geistliches Lied“ an die BKMS und setzte mit Kommilitoninnen und Kommilitonen der Folkwang-Hochschule auch zeitgenössische musikalische Akzente. „Ich habe persönlich viel gelernt in dieser Zeit. Ich bin ja als recht klassisch ausgebildeter Kantor in den Job gestartet. Sein Fazit: Eine Musikschule sei so etwas wie ein „lebendiger Organismus“, der sich eben stets wandeln und neu ausrichten müsse. Zum Beispiel auch in Richtung neue Partnerinnen und Partner: Seit sechs Jahren läuft die Ausbildung an der BKMS in einem ökumenischen Verbund, getragen vom Bistum Essen, den Evangelischen Kirchenkreisen Essen und An der Ruhr (Mülheim) sowie der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Die Diversität im Angebot der BKMS hält Vogel für eine dauerhaft wichtige Aufgabe: „Wir wollen lebendig gestaltete Gottesdienste in den Gemeinden, in denen sich möglichst viele Menschen wiederfinden. Gleichzeitig sind die Voraussetzungen – Musikstile und Instrumente vor Ort – aber oft sehr speziell und erfordern immer neue Phantasie und Kreativität.“ Von musikalischen Grabenkämpfen in den Gemeinden hält er nichts: „Es braucht ein Team, das weiß, wie eine Gemeinde oder eine Gottesdienstgemeinschaft tickt. Dafür müssen wir sensibel sein und gleichzeitig bemüht um eine hohe Qualität – in den Gemeinden und eben auch in der Ausbildung der Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker.“

Leibold: „Ich habe einen Sack voller Ideen, die ich umsetzen möchte.“

Vogels Nachfolger Dieter Leibold bläst sprichwörtlich „ins gleiche Horn“: „Ich habe einen Sack voller Ideen, die ich umsetzen möchte.“ Leibold, 58 Jahre alt, war zuvor im Erzbistum Köln als Referent für Kirchenmusik für die sogenannte C-Ausbildung der Kirchenmusik zuständig und hat zum 1. Juli die Leitung der Essener Kirchenmusikschule übernommen. Die Veränderungen, die Vogel angefangen hat, setzt er nun fort – mit eigenen neuen Akzenten: angefangen bei der Digitalisierung der Verwaltung bis hin zur Anschaffung von Instrumenten und Equipment für ganze Bands. „Man muss auch erstmal lernen, ein Mischpult zu bedienen, die Verstärkung von Instrumenten richtig einzustellen und den Klang abzumischen“, so Leibold über neue Herausforderungen in der Kirchenmusik. Für die Ausbildung kann er sich auch vorstellen, mehr digitale Unterrichtsformate zu etablieren. „Unsere klassischen Präsenzangebote vertragen sich nicht immer mit dem Alltag von Menschen, die ihre musikalische Ausbildung parallel zu einem anderen Job machen.“

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news-21163 Fri, 17 Jul 2026 17:25:39 +0200 Ministerpräsident Hendrik Wüst wirbt für Vertrauen durch Wahrhaftigkeit https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/ministerpraesident-hendrik-wuest-wirbt-fuer-vertrauen-durch-wahrhaftigkeit Wie kann trotz aller Polarisierung Vertrauen in Politik, Kirche und Gesellschaft wachsen? Darüber haben NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Bischof Franz-Josef Overbeck beim Sommerempfang in der Mülheimer Bistumsakademie Die Wolfsburg gesprochen. Im Mittelpunkt standen Wahrhaftigkeit, Integration und der gesellschaftliche Zusammenhalt. „Wir gewinnen Vertrauen der Menschen in Staat und Demokratie zurück, wenn die Menschen die Politik als handlungsfähig wahrnehmen.“ Mit diesem Satz wirbt NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst beim Sommerempfang von Bischof Franz-Josef Overbeck für mehr Ehrlichkeit in Politik und Gesellschaft. „Parteien und Regierungen haben in den vergangenen Jahrzehnten manchmal mehr versprochen, als man am Ende leisten konnte“, bekennt der CDU-Politiker, der am Montagabend als Ehrengast in die Mülheimer Bistumsakademie Die Wolfsburg gekommen war, im Gespräch mit dem Bischof. Deshalb brauche es nun „einen ehrlichen Diskurs darüber, was Priorität hat, was machbar ist“, so Wüst. 

Dass auch die Kirche immer wieder um neues Vertrauen werben muss, betont Generalvikar Klaus Pfeffer. In seinem Grußwort verweist er auf den jüngst vorgestellten Zwischenbericht zur Aufarbeitung der Missbrauchsvorwürfe gegen den Essener Gründungsbischof Franz Kardinal Hengsbach: „Wir sollten vorsichtig sein, Menschen auf einen Sockel zu heben oder sie gar mit einer spirituellen Macht zu überhöhen, die sie unantastbar und nicht hinterfragbar macht“, sagt Pfeffer. Ausdrücklich begrüßt er auch Betroffene von sexualisierter Gewalt unter den rund 450 Gästen des Sommerempfangs. „Vertrauen schenken sollten wir nur solchen Menschen, die ehrlich das Miteinander suchen und die Perspektiven der anderen wirklich sehen und hören, um mit ihnen das Leben in unserer Welt zu gestalten“, so der Generalvikar.

Der Umgang mit Zugewanderten ist für Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck eine der wichtigsten politischen Fragen, wenn er auf das Bistum Essen mit dem Ruhrgebiet und dem Märkischen Sauerland schaue. „Wo Integration nicht gelingt, sind die Zuwächse für identitäre und extremistische Parteien größer als dort, wo sie klappt.“ Wüst nennt als bestes Rezept gegen extremistische Parteien: „eine handlungsfähige politische Mitte, die die Probleme der Menschen sieht und angeht.“ Neben Handlungsfähigkeit müsse die politische Mitte aber auch Selbstbewusstsein zeigen. „Das entscheidet sich auch anhand der großen sozialen Fragen unserer Zeit, die zunehmend von extremistischen Parteien für ihre Zwecke instrumentalisiert werden“, so Wüst. Die Bundesregierung habe ihre Gestaltungskraft in den vergangenen Wochen unter Beweis gestellt. „Es gibt Entscheidungen für eine verlässliche Rente oder für die Stabilisierung der Krankenversicherung.“ Trotz teils berechtigter Kritik im Detail ist der Ministerpräsident überzeugt: „Dafür, dass es im Großen und Ganzen verlässlich weitergeht, gibt es in der Bevölkerung auch Rückhalt und Vertrauen."

Wüst sieht wichtige Rolle für Kirche: Gesprächs- und Begegnungsräume schaffen

Für eine kompromissfähige Gesellschaft „braucht es einen funktionierenden Staat, das ist die Grundvoraussetzung“, sagt Wüst. Neben allen praktischen Fragen sehe er jedoch „auch das Fundament unseres gesellschaftlichen Zusammenhaltes bedroht. Zum einen wird das, was ist, heute immer öfter in Frage gestellt – etwa durch sogenannte alternative Fakten oder Fake News.“ Zum anderen „reden wird nicht nur immer weniger über dieselbe Faktenlage, sondern auch immer weniger miteinander.“ Es fehle zunehmend an einer gemeinsamen Öffentlichkeit, „weil sich viele Menschen immer mehr in ihren jeweiligen Filterblasen bewegen“. Laut Wüst könne hier die Kirche „eine wichtige Rolle spielen, die sie in der Vergangenheit schon einmal hatte: Räume schaffen und Menschen wieder zusammenbringen, die sich sonst im Alltag gar nicht mehr begegnen würden“, so der Ministerpräsident.

Jesus Christus, „Genie für Geschichten aus der Lebenswirklichkeit der Leute“

Wahrheit müsse auch durch Geschichten verbreitet werden, sagt Bischof Overbeck – und verweist auf Jesus Christus, „ein Genie, wenn es um Geschichten aus der Lebenswirklichkeit der Leute geht“. Heute sei die Gesellschaft indes deutlich differenzierter, deshalb sei es schwieriger, „Bilder zu erzeugen, die die Menschen von innen anrühren“. Auch Wüst betont: „Am Ende sehnen sich die Menschen nach gemeinsamen Erzählungen. Egal ob im Großen oder im Kleinen – wir brauchen konkrete, verbindende Bilder, damit wir als Gesellschaft gut funktionieren können.“

So wie bei einem der Lieblingsthemen des Ministerpräsidenten: der NRW-Olympiabewerbung. Wüst verweist auf die erfolgreichen Bürgerentscheide in der Region KölnRheinRuhr und betont: „Jetzt würde man annehmen: Nach allem, was wir über die strukturellen Herausforderungen im Ruhrgebiet wissen, hätte eine solche Wahl zum Beispiel in Gelsenkirchen auch scheitern können.“ Doch das Gegenteil sei der Fall gewesen: „Trotz aller Probleme haben die Menschen in Gelsenkirchen mit überwältigender Mehrheit, rund 74 Prozent, für die Spiele gestimmt. Das zeigt: Die Menschen dort haben Lust auf Olympia, sie sind stolz auf ihre Region, ihre Arenen und auf das, was dort auf die Beine gestellt wird. Und natürlich freuen sie sich auch, dass Schalke wieder aufgestiegen ist“, sagt der 1.-FC-Köln-Anhänger Wüst. Dafür gibt’s in der Wolfsburg reichlich Applaus – nicht nur von den Schalke-Fans Overbeck und Pfeffer.

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news-21162 Wed, 15 Jul 2026 12:46:54 +0200 Domkapitular Kai Reinhold leitet künftig die Essener Pfarrei St. Ludgerus https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/domkapitular-kai-reinhold-leitet-kuenftig-die-essener-pfarrei-st-ludgerus Wenn Propst Jürgen Schmidt im kommenden Frühjahr in den Ruhestand geht übernimmt der bisherige Personalverantwortliche für die Seelsorgerinnen und Seelsorger die Leitung der Kirchengemeinde im Essener Südwesten. Kai Reinhold begann seine Priesterausbildung erst mit 34 Jahren – zuvor war er für C&A tätig. Der Essener Domkapitular Kai Reinhold, bislang der Personalverantwortliche für die Seelsorgerinnen und Seelsorger‎ im Bistum Essen, wird im kommenden Frühjahr Pfarrer und Propst der Essener Pfarrei St. Ludgerus. Reinhold löst zum 1. April Propst Jürgen Schmidt ab, der die Pfarrei dann gut 14 Jahren geleitet hat und in den Ruhestand wechselt.

Der 61-jährige Reinhold, der seit 2014 in Essen-Werden wohnt und dort vielen unter anderem aus Gottesdiensten im früheren Tagungs- und Exerzitienhaus bekannt ist, hat nach 14 Jahren in der Personalarbeit des Bistums ‎seinen Wunsch nach einer neuen Herausforderung unmittelbar in der Pastoral und ‎Seelsorge konkretisiert.‎ Reinhold ist maßgeblich für das Pastorale Personal des Bistums verantwortlich – unter anderem als Bischöflicher Beauftragter für die Priester – und als Regens für die Priesterausbildung. Dort hinterlasse er eine Lücke, „die nicht einfach zu schließen sein wird“, sagt Bischof Franz-Josef Overbeck. Gleichzeitig sei er der Überzeugung, „dass ‎Domkapitular Reinhold für die Leitungsaufgabe als Propst und Pfarrer der Propsteipfarrei St. ‎Ludgerus bestens geeignet ist“. Er danke Reinhold „von ganzem Herzen für seinen Dienst in den zurückliegenden Jahren sowie für seine ‎Bereitschaft, im kommenden Frühjahr die neue Aufgabe für die Pfarrei St. Ludgerus zu übernehmen“.‎ Gleichzeitig bleibt Reinhold dem Domkapitel und dem Bischof weiterhin als residierender Domkapitular verbunden.

Bereits jetzt kann Reinhold auf ein vielfältiges Berufsleben zurückblicken. Nach seinem Abitur hat er zunächst eine sechsjährige Ausbildung als Führungsnachwuchskraft bei C&A Brenninkmeijer absolviert. Anschließend war er für dieses Unternehmen zunächst als Filialgeschäftsführer in Wien tätig, dann als Human Resources Manager in der Hauptverwaltung und im Zentraleinkauf in Düsseldorf. Schließlich folgte Reinhold mit 34 Jahren seiner Berufung zum Priestertum und studierte in Bochum und Boston (USA) Theologie. In der Folge war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Bochumer Katholisch-Theologischen Fakultät tätig und wurde hier mit einer Forschungsarbeit über die Katholische Kirche in den Vereinigten Staaten promoviert. 2008 wurde Reinhold zum Priester geweiht und zunächst vier Jahre lang als Kaplan in der Bochumer Pfarrei Liebfrauen eingesetzt. 2012 wechselte er auf Wunsch des Bischofs in die Bistumsverwaltung und übernahm die Leitung der Personalarbeit für das Pastorale Personal und das Amt des Regens.

Auch Jürgen Schmidt, der bisherige Pfarrer von St. Ludgerus, war vor seinem Wechsel nach Essen-Werden Anfang 2013 der für die Priesterausbildung des Bistums verantwortliche Regens. Zuvor war der 1983 zum Priester geweihte Schmidt unter anderem Kaplan in St. Markus, Essen-Bredeney, und St. Elisabeth, Bochum-Gerthe, sowie von 1990 bis 1996 der Jugendseelsorger des Ruhrbistums. Danach leitete er das Tagungs- und Studienhaus in Essen-Werden und war von 2004 bis zu dessen Schließung 2012 Leiter des Bochumer Priesterseminars. Von 1994 bis 2010 war Schmidt zudem Domvikar am Essener Dom, seit 2010 ist er nichtresidierender Domkapitular und bleibt dies auch noch in den kommenden Jahren. Schmidt plant auch künftig im Essener Süden zu wohnen und wird sich auch als Propst emeritus mit liturgischen Diensten einbringen.

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news-21161 Tue, 14 Jul 2026 15:06:21 +0200 Priestertag: Friedensethik und Hengsbach-Studie im Blick https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/priestertag-friedensethik-und-hengsbach-studie-im-blick Rund 80 Priester aus dem Bistum Essen im Hotel Franz Beim Priestertag am 10. Juli 2026 im Hotel Franz haben sich rund 80 Priester aus dem Bistum Essen mit Fragen katholischer Friedensethik in aktuellen weltpolitischen Krisen beschäftigt. Im Zentrum stand dabei ein Vortrag mit dem Titel „Noch nicht im Krieg – aber auch nicht mehr im Frieden! Gibt die christliche Friedensordnung Orientierung?“ von Dr. Christian Braun (Direktor) und Dr. Jochen Reidegeld (Stellv. Leiter) vom Institut für Frieden und Militärethik in Hamburg.

Die Referenten gingen dabei auf aktuelle Konfliktlagen wie den Krieg gegen die Ukraine, Spannungen um den Iran, Auseinandersetzungen um die Zusammenarbeit innerhalb der NATO und hybride Formen von Konflikten in der „Grauzone“ ein. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die katholische Friedenslehre in dieser Situation wachsender Unsicherheit Orientierung geben kann. Dabei ging es insbesondere auch um eine Kritik der klassischen kirchlichen Lehre vom „gerechten Krieg“, die sich, angefangen in Äußerungen von Papst Franziskus und seitens des Dikasteriums für die Glaubenslehre, auch in der gerade veröffentlichten Enzyklika von Papst Leo XIV.  zeigt. Diese Kritik bedeute aber nicht die Zurückweisung einer legitimen Verteidigung gegen eine militärische Aggression, sondern ziele darauf ab, eine theologische Rechtfertigung von Kriegseinsätzen (etwa sog. Präventivkriege) auszuschließen bzw. zu begrenzen.

An den Vortrag schloss sich eine Podiumsdiskussion mit Fragen aus dem Plenum an. Moderiert wurde sie von Dr. Jens Oboth von der Kath. Akademie Die Wolfsburg.

Kurzfristig war die Tagesordnung auf Anregung aus der Priesterschaft um einen Beitrag zur Hengsbach-Studie mit anschließender Diskussionsmöglichkeit erweitert worden. Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck und Generalvikar Klaus Pfeffer nahmen mit einem Statement und Reaktionen auf den Zwischenbericht zur Aufarbeitung der Missbrauchsvorwürfe gegen Franz Kardinal Hengsbach Bezug. Musikalisch begleitet wurde der Priestertag von Stefan Glaser sowie Dieter Leibold, dem neuen Leiter der bischöflichen Kirchenmusikschule. Der Tag schloss – traditionell – mit der gemeinsamen Vesper und dem anschließenden Abendessen.

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news-21160 Mon, 13 Jul 2026 16:06:52 +0200 450 Meter Solidaritätsschal wird zum Hingucker am Essener Dom https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/450-meter-solidaritaetsschal-wird-zum-hingucker-am-essener-dom Mitten im Sommer sorgen ausgerechnet gestrickte Schals für staunende Blicke: Ein langer Solidaritätsschal am Turm der Anbetungskirche wurde beim Sommerfest am Essener Dom zum Symbol für gelebten Zusammenhalt. Dazu lockten Flohmarkt, Kultur und Musik zahlreiche Gäste in die Innenstadt. Wollige Schals mitten im Sommer? Mit dem über 450 Meter langen, bunten Solidaritätsschal, der mehrfach gewickelt am Turm der Essener Anbetungskirche hing, haben die Verantwortlichen des Sommerfests am Dom am Samstag, 11. Juli, nicht nur für einen eindrucksvollen Blickfang gesorgt, sondern wohl auch für manch fragendes Gesicht. Dabei ist die Geschichte womöglich ungewöhnlich, aber letztlich ziemlich einfach – eben „genial sozial“, wie das Motto des Dom-Sommerfests: Über 300 Menschen haben in den vergangenen Wochen fleißig gestrickt und ihre Schals am Samstag zu einem Riesen-Schal zusammengenäht, für den selbst der hohe Turm der Anbetungskirche bei weitem zu klein war. „Jetzt werden die einzelnen Schals wieder auseinandergetrennt und helfen in der kalten Jahreszeit Menschen, die dann ganz besonders auf Wärme angewiesen sind“, erklärt Cityseelsorger Bernd Wolharn.

Neben dem Schal sorgten vor allem die traditionellen Flohmarkstände für „genial soziale“ Begegnungen: Viele Passantinnen und Passanten stöberten durch die üppig bestückten Trödelsortimente, die Gruppen aus Gemeinden, von katholischen Verbänden und Ordensgemeinschaften auf der Kettwiger Straße präsentierten. Zum 29. Mal öffnete in diesem Jahr der Flohmarkt am Dom, dessen Erlös zur Hälfte die meist ehrenamtliche Arbeit der Kirchengruppen unterstützt.

Die andere Hälfte der Flohmarktstände sowie alle Erlöse des Sommerfests und viele Spenden kommen Hilfsprojekten in Essen und aller Welt zugute: Die katholische Jugendsozialarbeitseinrichtung „Die Boje“ unterstützt mit ihrem Projekt „StattSchule – von Null auf Zukunft“ Essener Jugendliche, die im klassischen Schulsystem den Halt verloren haben. Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat finanziert ein sozialpastorales Projekt rund um sauberes Wasser in Peru, während die Organisation Missio Kinder, Frauen und Männer in Madagaskar hilft, die bei der Förderung des Minerals Mica unter katastrophalen Arbeitsbedingungen ausgebeutet werden.

Auch die Kultur kam beim Sommerfest rund um den Dom nicht zu kurz: Ein kurzes Mittagskonzert an der Domorgel beendete die Lunchkonzert-Woche, und das Domschatz-Team führte durch den Dom und in die Kapelle der Goldenen Madonna – was gerade am heißen Nachmittag ein besonderes Vergnügen war.

Eine Freiluft-Messe auf dem Domhof bildete den Abschluss des Programms. Passend zur laufenden Fußball-WM sorgte hier DJK-Seelsorger Andreas Strüder gleichermaßen für geistliche und sportliche Akzente.

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news-21159 Mon, 13 Jul 2026 11:08:12 +0200 BDKJ wählt Robin Borchers zum neuen Diözesanvorsitzenden https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bdkj-waehlt-robin-borchers-zum-neuen-dioezesanvorsitzenden Als neues hauptamtliches Vorstandsmitglied ergänzt der Bochumer den bisherigen Vorstand mit Johanna Wrede, Kilian Kowol und Simon Radeck. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Essen hat am Samstag, 11. Juli, Robin Borchers zum neuen Diözesanvorsitzenden gewählt. Borchers, Landesvorsitzender der Katholischen jungen Gemeinde (KjG), übernimmt das Amt des hauptamtlichen Diözesanvorsitzenden mit einem Beschäftigungsumfang von 50 Prozent. Er ergänzt den bisherigen BDKJ-Diözesanvorstand mit Johanna Wrede, Kilian Kowol und Simon Radeck. Borchers stammt aus der KjG St. Marien in Bochum-Stiepel und war für den BDKJ im Ruhrbistum bereits als Projektreferent für die 72-Stunden-Aktion tätig.

Der BDKJ Diözesanverband Essen ist der Dachverband von acht katholischen Jugendverbänden in den zehn Städten und Landkreisen des Ruhrbistums. Gemeinsam vertreten sie rund 28.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Kernthemen sind die Selbstbestimmung junger Menschen, Jugendpastoral, Interessenvertretung in Gesellschaft und Kirche sowie die Förderung von politischer Bildung und Demokratie. 

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news-21158 Fri, 10 Jul 2026 13:09:21 +0200 Bistums-Schulen möchten „Kirche ohne Kirchturm sein“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bistums-schulen-moechten-kirche-ohne-kirchturm-sein Mit dem Programm „Christlich leben. Mittendrin.“ entwickelt sich das Bistum Essen gerade umfassend weiter, um als Kirche auch in Zukunft mit christlichen Werten mitten in der Gesellschaft präsent zu sein. Diese Veränderungen betreffen nicht nur die Pfarreien, sondern zum Beispiel auch die bischöflichen Schulen, berichten zwei Schul-Leitende aus Gladbeck und Essen. Mit dem Programm „Christlich leben. Mittendrin.“ (CLM) will das Bistum Essen den Herausforderungen der Zeit begegnen. Es fragt, was Glaube heute bedeutet – für den Einzelnen und für die Gesellschaft –, und verfolgt das Ziel, als katholische Kirche mit christlichen Werten mittendrin in der Gesellschaft zu sein. Dieses Konzept wird an vielen Orten des Bistums diskutiert und vorangetrieben – nicht nur in den Pfarreien, sondern zum Beispiel auch an den bischöflichen Schulen. Welche besondere Rolle diese in Zukunft spielen können, machen hier zwei klar, die es wissen müssen: Judith Schröder ist Teil des Leitungsteams der Jordan-Mai-Schule in Gladbeck, Rüdiger Göbel ist Schulleiter des Essener Gymnasiums Am Stoppenberg.

Rüdiger Göbel, Schulleiter des Gymnasiums Am Stoppenberg, Essen

„Kirche darf nicht kompliziert sein. Ob ich Sorgen oder Fragen habe oder beten möchte – ich muss wissen: Wo sind Orte, wo ich das kann? Und das kann eben auch Schule sein“, hält Rüdiger Göbel fest. „Ich selbst habe viele Jahre in einer dörflichen Gemeinde am Niederrhein Kirche so kennengelernt, wie wir sie in Zukunft nicht mehr erleben werden – und es größtenteils auch jetzt schon nicht mehr tun.“ Der Schulleiter spielt auf den gesellschaftlichen Wandel an. „Aber wir hier bei uns an der Schule merken: Bei aller Kirchenferne, die Jugend oft an den Tag legt, ist bei ihr ein tiefes Suchen und Fragen zu spüren.“ Wie reagiert die Schule darauf? „Wir wollen zeigen: Religion, Kirche, Glaube kann etwas sein, wo man andocken kann und wo man Menschen findet, mit denen man sich gemeinsam seinen Fragen stellen kann.“

Als er das erste Mal vom Programm CLM erfuhr, hat es „eine Zeit lang gedauert“, bis ihm etwas klar wurde: „Als bischöfliche Schule haben wir bisher scheinbar ein Eigenleben geführt. Aber in Wahrheit sind wir schon immer eine Art ,Kirche ohne Kirchturm‘ gewesen! Alle Schulen in kirchlicher Trägerschaft sind besondere Orte, an denen man merkt: Da weht ein etwas anderer Geist. Hier kann man erleben, dass man anders miteinander umgehen kann und sich gut begegnet.“ Dies gelte unabhängig von einer Religionszugehörigkeit, die an den katholischen Schulen des Bistums längst kein vorrangiges Aufnahmekriterium mehr sei. „Unter dem CLM-Dach“ habe die Bistumsleitung nun ihre Schulen ermutigt, „neue Dinge auszuprobieren, um der Jugend Zugang zu Glauben, Kirche und religiösem Handeln zu ermöglichen. Bei den meisten Kindern, Jugendlichen und auch Mitarbeitenden besteht kein oder wenig Kontakt zur Heimatgemeinde“, erklärt Rüdiger Göbel. „Unsere Schulen sollen sich deshalb zu dem Ort entwickeln, an dem man ansprechend Kirche erleben kann.“

Als Beispiel nennt er, dass Lehrkräfte unterschiedlicher Fachrichtungen angefangen haben, Klassengottesdienste zu feiern. „Ich selbst bin kein Religionslehrer, sondern unterrichte Bio und Erdkunde. Gemeinsam mit meiner Klasse einen Gottesdienst vorzubereiten, ist eine gute Erfahrung.“ Einige aus dem Kollegium haben sich zu Leiterinnen und Leitern von Wort-Gottes-Feiern weiterbilden lassen. Dies sei für ihn ein Zeichen, dass sie mehr Verantwortung übernehmen wollten. Für ihn heiße in Zukunft „katholisch sein“ auch ein verändertes Selbstverständnis: „Dass man spürt: Es kommt auch auf mich an! Ich bin mehr gefordert, zu zeigen, was ich aus meiner christlichen Motivation heraus tue. So wie die Lehrerinnen und Lehrer, die bei uns ehrenamtlich eine Firmvorbereitung anbieten. Die treffen sich an mehreren Abenden hier mit den aktuell 40 bis 50 Jugendlichen unseres Schulzentrums, die gefirmt werden wollen. Da gibt’s auch ein gemeinsames Wochenende mit Wanderung und Übernachtung. Die Firmung wird dann in der Aula gefeiert – alles in Absprache mit der örtlichen Pfarrei.“

Nun werde sich alles weiterentwickeln: „Die Schulen werden in Zukunft nicht nur für die eigenen Schülerinnen und Schüler Angebote machen. Sie werden sich öffnen für die Menschen in der näheren Umgebung. Schule als starken Kirchort zu erleben – das ist eine spannende Erfahrung!“

Judith Schröder, eine von drei Leitenden der Jordan- Mai-Schule in Gladbeck, einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung

„Genau das ist es, was wir als Kirche jetzt brauchen, um auch in Zukunft da zu sein für die Menschen.“ Das war Judith Schröders Gedanke, als sie das erste Mal vom CLM-Programm des Bistums hörte. „Wir drei Mitglieder der Schulleitung hatten alle direkt das Gefühl: CLM hat für uns absolute Relevanz. Lange Zeit konnte man meinen, dass wir in der Stadtkirche Gladbeck nicht gut genug vernetzt sind. Viele Menschen in Gladbeck scheinen gar nicht zu wissen, dass die Jordan-Mai-Schule ein ,Ort von Kirche‘ ist.“ Das solle sich jetzt zum Vorteil aller ändern.

Anfang des Jahres lud die Schule gemeinsam mit der Leitung der örtlichen Pfarrei Sankt Lamberti die Verantwortlichen unterschiedlicher katholischer Einrichtungen in Gladbeck zu einem ersten Vernetzungstreffen ein, zum Beispiel aus den Bereichen Caritas, Kita und Krankenhausseelsorge. Auch der Propst der Pfarrei war dabei. „Es geht jetzt erst mal darum, mit allen, die in der Stadtkirche unterwegs sind, zu klären: Wer hat was zu bieten? Wo gibt es Bedarf für irgendetwas Bestimmtes, das man sich gut aus dem gemeinsamen Netzwerk ziehen kann? Wir haben etwa als Schule Ressourcen, die wir zur Verfügung stellen können: Räumlichkeiten oder Expertise in bestimmten Bereichen“, nennt Judith Schröder zwei Beispiele.

In der nun regelmäßig zusammenkommenden Gruppe „sind wir uns alle einig: In unserer Gesellschaft scheinen bestimmte Dinge plötzlich wieder verhandelbar, zum Beispiel der Umgang mit besonders schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen. Eine Tendenz zum ,Recht der Stärkeren‘ droht.“ Es gelte, gemeinsam dagegen anzugehen. „In unserem Netzwerk können wir uns in jedweder Richtung auf unsere solide gemeinsame Basis, auf unsere Werte verlassen. Das kann nicht nur für die Menschen, die Teil des Netzwerks sind, extrem hilfreich sein, sondern auch darüber hinaus.“

An ihrer Schule nehme sie „ein starkes christliches Leben“ wahr, „bei einem gleichzeitig sehr gemischten Publikum. Der Anteil von Schülerinnen und Schülern muslimischen Glaubens ist hoch, dazu kommen viele ohne Bekenntnis. Wir versuchen also, dass wir unseren Glauben nicht ausgrenzend leben, sondern einladend, sodass auch nicht christliche Familien da – vielleicht nach anfänglicher Skepsis – in der Regel gut mitgehen können. ,Was sind die Bedürfnisse der anderen?‘, fragen wir uns regelmäßig. Wenn wir das im Blick haben, stellen wir in keiner Weise unser Profil infrage.“ Auch so könnten die katholischen Schulen Leuchttürme für das Leben in der Region sein.

Privat ist die Gladbecker Schulleiterin in einer Pfarrei in Essen aktiv, in der „der CLM-Prozess noch nicht wirklich losgegangen“ sei. „Wenn ich mit den Leuten dort darüber spreche, spüre ich ihre Verunsicherung. Das kann ich verstehen. In Gladbeck gibt’s den Vorteil, dass da jetzt schon gilt: eine Stadt, eine Kirche.“ Die Transformationsprozesse in größeren Städten hält sie für „etwas schwieriger“. Das künftige Zusammenrücken sei aber „alternativlos“. Damit es gelingen kann, will sie ihre positiven dienstlichen Erfahrungen auch in ihrer Heimatgemeinde mit einbringen.

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news-21157 Fri, 10 Jul 2026 08:28:02 +0200 Mehr Service für Ehrenamtliche im Bistum Essen  https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/mehr-service-fuer-ehrenamtliche-im-bistum-essen Mit einem KI-gestützten Förderungsfinder und einer ‎neuen Fortbildungsdatenbank unterstützt das Bistum Ehrenamtliche auf ‎der Webseite ehrenamt.bistum-essen.de Wie finde ich im Bistum Essen eine passende Fortbildung für meine ehrenamtliche Tätigkeit? Und wie und wo kann ich im Bistum Essen Fördermittel für meine ehrenamtliche Tätigkeit beantragen? Auf der frisch überarbeiteten Webseite ehrenamt.bistum-essen.de gibt es jetzt neben ganz viel Service genau für solche Fragestellungen zwei neue Angebote:  

Fortbildungsfinder für Ehrenamtliche

Präventionskurse, Schulungen für Lektorinnen und Lektoren oder zum Umgang mit Trauer: Für Ehrenamtliche im Bistum Essen gibt es ein vielfältiges Angebot an Fortbildungen. Der neue Fortbildungsfinder sammelt die Kurse und Schulungen der verschiedenen Anbieter wie der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung, dem team exercitia oder dem Liturgie-Referat und bündelt sie in einer übersichtlichen und leicht durchsuchbaren Datenbank. „Ehrenamtlich Engagierte investieren Zeit, Energie und Verantwortung. Mit dem ‎Fortbildungsfinder wollen wir sie stärken – fachlich, persönlich und ganz ‎praktisch“, erklärt Ehrenamtsreferentin Cordula Holte. „Dabei wächst der Fortbildungsfinder stetig. Unser Ziel ist eine zentrale Anlaufstelle, ‎auf der möglichst viele relevante Fortbildungsangebote für ehrenamtlich ‎Engagierte zusammenlaufen.“  

Hier geht’s zum Fortbildungsfinder!  

KI-gestützter Fördertopf-Finder 

„Viele gute Ideen scheitern nicht am Engagement, sondern an der Suche nach Geld. Der Förderfinder hilft, passende Zuschüsse schnell und unkompliziert zu finden“, sagt Ehrenamtsreferentin Jutta Lahrmann. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz können Ehrenamtliche dort Fragen zu ihrem Projekt beantworten, für das sie eine Förderung suchen. Der KI-Assistent sucht dann im Hintergrund in den Richtlinien der verschiedenen Fördertöpfe des Bistums und der bistumsnahen Stiftungen nach der passenden Fördermöglichkeit. Bei Bedarf hilft der KI-Assistent auch bei der Formulierung des Antrags und der Antragsstellung. „Gute Ideen sollten nicht an der Förderrecherche scheitern. Genau hier setzt der Fördertopf-Finder an“, fasst Jutta Lahrmann den KI-Assistenten zusammen.  

Hier geht’s direkt zum Fördertopf-Finder!  

Daneben bietet die Website viele Informationen rund ums Ehrenamt. Zu finden ist hier auch der Webshop „Ehrensache“. Hier können Produkte bestellt werden, um ehrenamtlich Engagierten für ihre Arbeit zu danken. „Ehrenamtliches Engagement ist unbezahlbar“, so Ehrenamtsreferentin Christiane Rother. „Wir wollen mit dem Umbau der Webseite ehrenamt.bistum-essen.de hin zu einem Serviceportal Ehrenamtliche im Bistum Essen bestmöglich unterstützen für ihre wichtige und wertvolle Arbeit.“  

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news-21156 Fri, 10 Jul 2026 08:19:49 +0200 Bistum stattet Archiv mit moderner LED-Technik aus https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bistum-stattet-archiv-mit-moderner-led-technik-aus Neue Innenbeleuchtung im Bistumsarchiv in Essen-Kray spart mehr als 80 Prozent ‎Strom ein.‎ Das Bistum Essen hat in den vergangenen Monaten die Innenbeleuchtung seines Archivs in der ehemaligen Kirche St. Christopherus in Essen-Kray erneuert und 160 LED-Lichtbandleuchten installiert. Mit der modernen umweltfreundlichen Technik können in Zukunft mehr als 80 Prozent Strom und über die Lebensdauer der Leuchten auch 280 Tonnen CO2 eingespart werden. Gefördert wurde der Umbau vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Das Team vom Bistumsarchiv freut sich über die Modernisierung der Beleuchtung: In unseren Räumen ist es jetzt deutlich heller. „Das erleichtert unsere Archivarbeit enorm“, sagt Dorothea Kreuzinger, Leiterin des Archivs.

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news-21155 Thu, 09 Jul 2026 17:10:22 +0200 KinderKathedrale 2026: Ferienprogramm für Kinder in Kirchen des Bistums Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/kinderkathedrale-2026-ferienprogramm-fuer-kinder-in-kirchen-des-bistums-essen In den Sommerferien lädt das Bistum Essen Kinder dazu ein, Kirchen spielerisch zu entdecken. Mit kreativen Workshops, Musik, einer Familien-Pilgertour und offenen Mitmachangeboten gibt es in Essen, Bochum, Bottrop, Duisburg und Oberhausen viel zu erleben. Bei der KinderKathedrale können KiTa- und Grundschulkinder in den kommenden Wochen wieder Kirchen in Essen, Bochum, Bottrop, Duisburg und Oberhausen auf spielerische, musikalische oder kreative Weise entdecken. In fünf Kirchen laden Seelsorgende an unterschiedlichen Tagen zu kindgerechten Programmen ein. Zudem gibt es eine Pilgertour von Bochum-Wattenscheid nach Essen. Zu den meisten Angeboten können die Kinder alleine kommen oder gemeinsam mit Eltern oder Großeltern. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ein Überblick über die verschiedenen Angebote der KinderKathedrale 2026:

Sonntag, 19. Juli: Der Königsweg - Familien pilgern von Wattenscheid nach Essen

  • Start ist um 12 Uhr an St. Maria Magdalena, Wattenscheider Hellweg 91, Bochum-Wattenscheid-Höntrop
  • Das Ziel ist um 17 Uhr St. Laurentius, Paßstraße 7, Essen- Steele.
  • Die Veranstalter bitten darum, Proviant und Getränke für den acht Kilometer langen, kinderwagentauglichen Weg mitzubringen.
  • Den Rückweg organisiert jede Familie selbst – zum Beispiel mit der S-Bahn von Steele nach Höntrop.

Kontakt KinderKathedrale Bochum-Wattenscheid, Gertrude Knepper.
Kontakt KinderKathedrale Essen: Olivia Klose.

Montag, 20., und Dienstag, 21. Juli: Essen – St. Laurentius, Paßstraße 7

  • Offene Angebote jeweils von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr.
  • Workshops:
    • Montag ab 15 Uhr (Tauf-) Kerzen gestalten
    • Dienstag ab 15 Uhr Weihwasserbecken töpfern.

Kontakt KinderKathedrale Essen: Olivia Klose.

Montag, 20., bis Donnerstag, 23. Juli: Bottrop – Kinderkirche Kikeriki in St. Peter, Scharnhölzstraße 291,

  • Die KinderKathedrale öffnet am Montag und Mittwoch von 10 bis 12 Uhr und am Dienstag und Donnerstag von 15 bis 17 Uhr.

Kontakt KinderKathedrale Bottrop: Anne-Katrin Hegemann.

Dienstag, 28. bis Donnerstag, 30. Juli und Sonntag, 2. August: Duisburg – St. Gabriel, Gneisenaustraße 265

  • Die KinderKathedrale öffnet von Dienstag bis Donnerstag jeweils von 14.30 bis 17 Uhr.
  • Am Sonntag, 2. August, lädt die KinderKathedrale um 11.30 Uhr zum Familiengottesdienst ein.

Kontakt KinderKathedrale Duisburg: Kathrin Uthe.

Mittwoch, 12., bis Freitag, 14. August: Bochum – St. Johannes, Brenscheder Str. 43

  • Mittwoch, 10 bis 12 Uhr: Wir entdecken die Kirche mit unseren Augen, Händen und Füßen.
  • Mittwoch, 14 bis 16 Uhr: Wir bringen die Kirche zum Klingen und erforschen die Orgel.
  • Donnerstag, 10 bis 12 Uhr: Entdecke den König oder die Königin in dir: Die Taufe mit ihren Elementen.
  • Donnerstag, 14 bis 16 Uhr: Wie riecht's denn hier? Schnupperstunde in der Kirche.
  • Freitag, 10 bis 12 Uhr: Johannes und Maria: Wer sind die beiden?
  • Freitag, 15 Uhr: Finissage und Abschlussgottesdienst der KinderKathedrale.

Kontakt KinderKathedrale Bochum: Nina Prothmann und Claudia Giesen.

Dienstag, 18., bis Donnerstag, 20. August: Oberhausen – Kinderkirche Kibar in St. Antonius, Klosterhardter Straße 10.

  • Dienstag von 14 bis 16.30 Uhr: Die Kirchenentdecker sind unterwegs. Ein Workshop mit viel Bewegung.
  • Mittwoch von 14 bis 16.30 Uhr: Die bunte Welt der Kirchenfenster. Ein Workshop mit vielen kreativen Elementen.
  • Donnerstag von 14 bis 16.30 Uhr: Klangwelt Kirche. Ein Workshop mit vielen musikalischen Elementen.
  • An jedem Tag endet die KinderKathedrale um 16.30 Uhr mit einem etwa halbstündigen Glaubensimpuls.

Kontakt KinderKathedrale Oberhausen: Christina Lauer.

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news-21153 Wed, 08 Jul 2026 15:39:21 +0200 Bischof Overbeck: Theologie muss ihre gesellschaftliche Relevanz immer wieder ‎neu ‎erweisen ‎ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-theologie-muss-ihre-gesellschaftliche-relevanz-immer-wieder-neu-erweisen Bischof Overbeck sieht die Theologie als wichtigen Impulsgeber für Demokratie, ‎gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Orientierung an der Menschenwürde. Beim ‎Tag der Theologie warb er zugleich dafür, die katholische Theologie im Ruhrgebiet ‎wissenschaftlich leistungsfähig und dauerhaft an den Universitäten zu verankern. ‎ Die Theologie leistet einen wichtigen Beitrag für Demokratie, Gemeinwohl und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das hat der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck in seinem Grußwort zum Tag der Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum betont. Die Theologie eröffne einen Deutungshorizont, vor dessen Hintergrund gesellschaftspolitische Debatten überhaupt erst sinnhaft werden könnten, so Overbeck. „Am christlichen Maßstab der Menschenwürde entscheidet sich, ob unsere Demokratie als eine Ordnung solidarischer Freiheit getragen und unterstützt wird“, sagte der Ruhrbischof.

Zugleich unterstrich der Bischof, dass die Theologie ihren Platz an staatlichen Universitäten immer wieder neu wissenschaftlich begründen müsse. „Theologie kann ihren Ort an der Universität nicht einfach mit Tradition oder dem Verweis auf Konkordate begründen, sondern muss ihn immer wieder wissenschaftlich exzellent und hochschulpolitisch verantwortet ausweisen“, erklärte Overbeck. Die Universität sei der Ort, an dem sich der Glaube unter den Bedingungen wissenschaftlicher Freiheit, methodischer Klarheit und kritischer Reflexion bewähren müsse.

Mit Blick auf die Zukunft der katholischen Theologie im Ruhrgebiet begrüßte Overbeck den gemeinsamen Beratungsprozess der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen. Die Überlegung, die Forschungs- und Lehraktivitäten beider Standorte in einer gemeinsamen Fakultät zusammenzuführen, bezeichnete er als „einen verantwortbaren Weg“. Ziel sei es, die wissenschaftliche Qualität, die Breite der Disziplin sowie verlässliche Perspektiven für Studierende und Mitarbeitende langfristig zu sichern. Dabei gehe es ausdrücklich nicht um einen Wettbewerb der Standorte: „Es geht nicht um Bochum gegen Essen, sondern um die gemeinsame Verantwortung für die katholische Theologie im Ruhrgebiet.“

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news-21152 Wed, 08 Jul 2026 11:33:07 +0200 Texel: Urlaubsseelsorge lädt zu Gottesdiensten, Begegnungen und Ferienprogramm ein https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/texel-urlaubsseelsorge-laedt-zu-gottesdiensten-begegnungen-und-ferienprogramm-ein Mit Gottesdiensten, einer kostenlosen Ferienbücherei und zahlreichen Freizeitangeboten beginnt am Donnerstag, 9. Juli, die Urlaubsseelsorge des Bistums Essen auf Texel. Bis zum 6. September finden Feriengäste dort ein vielfältiges Programm, das Erholung, Gemeinschaft, Glauben und persönliche Gespräche verbindet. Mit deutschsprachigen Gottesdiensten, vielen Begegnungen, der kostenlosen Ferienbücherei und einem abwechslungsreichen Freizeitprogramm startet am Donnerstag, 9. Juli, die Urlaubsseelsorge des Bistums Essen auf der niederländischen Nordseeinsel Texel in die neue Saison. Bis zum 6. September begleiten ehrenamtliche und hauptberufliche Seelsorgende Feriengäste mit einem offenen Angebot, das Erholung, Gemeinschaft, Glauben und persönliche Gespräche verbindet.

Zentraler Treffpunkt ist der Wohnwagen der Urlaubsseelsorge auf dem Campingplatz Kogerstrand im Ferienort De Koog. Dort können die Gäste Bücher und Spiele ausleihen, sich über das aktuelle Wochenprogramm informieren und bei einem Kaffee oder Tee auf ein Gespräch vorbeischauen. Die Seelsorgenden stehen während der gesamten Ferienzeit als Ansprechpersonen zur Verfügung – unabhängig davon, ob es um schöne Urlaubserlebnisse, aktuelle Texel-Tipps, Fragen des Glaubens oder auch persönliche Sorgen geht, die die Ferienzeit belasten. Immer mehr Urlauberinnen und Urlauber nutzten in den vergangenen Jahren die Möglichkeit für intensive Gespräche mit den Seelsorgenden, haben die Urlaubsseelsorge-Teams beobachtet.

Zum festen, wöchentlichen Programm gehören deutschsprachige Gottesdienste in den Ferienorten De Koog (sonntags, 11 Uhr) und De Cocksdorp (samstags, 19.30 Uhr) sowie das gemeinsame Open-Air-Singen in den Dünen, jeden Dienstag um 19 Uhr am Strandaufgang neben dem Hotel Opduin in De Koog. Darüber hinaus organisieren die Teams unter anderem Wanderungen, Gebetszeiten an besonderen Orten der Insel – zum Beispiel im Hafen oder am Leuchtturm –, Bastelangebote, Glaubensgespräche, Spiele am Strand, Musik, Tanz und viele weitere Freizeit- und Mitmachaktionen.

Jede Woche stellen die Seelsorgenden ein neues Programm zusammen. Alle Angebote sind deutschsprachig, fast immer kostenlos und richten sich an Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Interessen – unabhängig von Religionszugehörigkeit oder Herkunft.

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news-21151 Tue, 07 Jul 2026 15:09:56 +0200 Namen und Daten | 07.07.2026 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-07072026 Ingrid Jungsbluth, Dr. Markus Borzymski‎, Lucia van den Boom, Sandra Ostermann Ingrid Jungsbluth wird mit Wirkung vom 1. Juli 2026 weiterhin mit dem Dienst als Pfarrbeauftragte im Team mit einem Pfarrer in der Pfarrei Liebfrauen in Duisburg beauftragt, befristet bis zum 30. Juni 2029, längstens jedoch bis zur Errichtung der Stadtpfarrei in Duisburg.

Dr. Markus Borzymski‎ wird mit Wirkung vom 1. Juli 2026 weiterhin mit dem Dienst als Pfarrbeauftragter im Team mit einem Pfarrer in der Pfarrei Liebfrauen in Duisburg beauftragt, befristet bis zum 30. Juni 2029, längstens jedoch bis zur Errichtung der Stadtpfarrei in Duisburg.

Lucia van den Boom wird mit Wirkung zum 01. September 2026 – weiterhin über Ihren Renteneintritt hinaus – als Gemeindereferentin an der Pfarrei St. Peter und Paul in Bochum beauftragt, befristet bis zum 31. August 2027.

Sandra Ostermann wird zum 1. Juli 2026 als Geistliche Leiterin des KFD-Diözesanverbandes Essen ernannt. Die Ernennung für das Wahlamt ist zunächst befristet bis zum 30. Juni 2027.

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news-21149 Tue, 07 Jul 2026 12:48:42 +0200 UAK legt zweiten Jahresbericht zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt vor https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/uak-legt-zweiten-jahresbericht-zur-aufarbeitung-sexualisierter-gewalt-vor Bischof Overbeck und Generalvikar Pfeffer danken dem ehrenamtlichen Gremium ‎für seine engagierte Arbeit. Viele der wertvollen Hinweise für eine weitere ‎Verbesserung der Aufarbeitung werde man im Austausch mit der UAK aufgreifen, ‎so Pfeffer.‎ Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Essen (UAK) hat am 07. Juli 2026 den Bericht über ihre Arbeit im Jahr 2025 vorgelegt. Bischof Franz-Josef Overbeck und Generalvikar Klaus Pfeffer haben diesen Bericht zur Kenntnis genommen und danken dem ehrenamtlichen Gremium für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit sowie den intensiven Austausch mit der Bistumsleitung. Mehrfach hatten sich Overbeck und Pfeffer mit dem achtköpfigen Gremium unter Vorsitz des ehemaligen Leiters der Rechtsabteilung im Düsseldorfer Schulministerium, Ludger Schrapper, getroffen und aktuelle Fragen zum Umgang mit der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt diskutiert.

Der nun vorgelegte zweite Jahresbericht der Essener UAK weise auf einige positive Entwicklungen hin, äußere aber auch kritische Hinweise, die für die Bistumsleitung wertvolle Anhaltspunkte für weitere Verbesserungen seien, so Pfeffer. „Wir wissen, dass viele personelle Veränderungen in unserem Stabsbereich „Prävention – Intervention – Aufarbeitung“ die Arbeit beinträchtigt haben“, greift der Generalvikar einen Kritikpunkt des Berichts auf. „Hier bemühen wir uns aktuell um Stabilität. Wir haben weiterhin ein großes Interesse daran, Betroffene zu unterstützen“, bekräftigt Pfeffer und betont: „Wir haben verstanden, dass wir in der Intervention und Aufarbeitung weitere Aufgaben zu erledigen haben. Dies werden wir im Austausch mit der UAK angehen.“

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news-21150 Tue, 07 Jul 2026 12:46:50 +0200 Zwischen Partystimmung und Lebenskrisen – Die Festivalseelsorge bei Bochum Total https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/zwischen-partystimmung-und-lebenskrisen-die-festivalseelsorge-bei-bochum-total Wo Zehntausende feiern, gibt es auch Momente der Trauer, Einsamkeit und Überforderung. Zum ersten Mal haben die katholische und evangelische Kirche deshalb bei Bochum Total eine Festivalseelsorge angeboten. Von vielen Gästen wurde dies dankbar angenommen. „Dein Herz. Unsere Frequenz“ bei Bochum Total. Zwischen Zehntausenden Gästen des Musikfestivals in der Ruhrgebietsstadt waren am vergangenen Wochenende immer wieder auch weiße Westen mit diesem Slogan unterwegs. Erstmals haben sich die katholische und die evangelische Kirche mit einer gemeinsamen Festivalseelsorge an der viertägigen Großveranstaltung beteiligt. „Ansprechbar sein, ein offenes Ohr haben, Präsenz zeigen“, beschreibt Michael Diek die Aufgaben des insgesamt 16-köpfigen ökumenischen Teams. Gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Constantin Decker hat der Pastoralreferent der Pfarrei St. Peter und Paul das kirchliche Angebot organisiert. Ob im Zelt am Musikforum oder unterwegs zwischen den Bühnen, Ständen und Kneipen rund um das Bochumer Bermudadreieck: Viele Gäste hätten diese Initiative ausgesprochen dankbar angenommen, sagt Diek.

„Du gehst hier hin, um zu Feiern. Und dann gibt es plötzlich einen Knick.“

„Schön, dass ihr da seid. Ich brauche euch zwar gerade nicht – aber ich find’s gut, dass es euch gibt.“ So oder ähnlich hätten Festivalgäste immer wieder auf die Seelsorge-Teams reagiert. Daneben habe es viele Gespräche über persönliche Themen gegeben, die mit dem Festival zunächst nichts zu tun gehabt hätten, berichtet Diek. „Dabei ging‘s um Trauer und Einsamkeit, Krankheit, Lebenskrisen, Probleme in Familie, Partnerschaft oder Beruf – das ganz normale Leben halt. Die Leute bringen ihre Geschichten mit.“ Um dann auf einem Festival darüber zu sprechen? „Ja, gerade junge Leute haben uns bestätigt: Du gehst hier hin, um zu feiern. Und dann gibt es plötzlich einen Knick, vielleicht durch ein Musikstück oder ein Wort im Freundeskreis. Und in dieser Traurigkeit, die dann plötzlich aufkommt, sei es gerade gut, mit einem unbekannten Menschen sprechen zu können“, beschreibt Diek. Vielen habe das Erzählen gutgetan „und eine Leichtigkeit zurückgegeben, so dass sie danach wieder feiern konnten“.

Rund 500 Gespräche an vier Festivaltagen

Über mangelnde Arbeit konnten sich die Seelsorgenden nicht beschweren, die an den vier Festivaltagen jeweils in zwei Schichten von 16 bis 23 Uhr im Einsatz waren. Insgesamt hätten sie rund 500 Gespräche geführt, sagt Diek. Vom kurzen „Tolle Sache!“ bis zu gut einstündigen, oft sehr persönlichen Unterhaltungen sei alles dabei gewesen. Davon haben nicht nur die Festivalgäste profitiert, sondern offenbar auch Bochum Total. Veranstalter Marcus Gloria habe jedenfalls schon gefragt, ob die Festivalseelsorge auch bei Bochum Total 2027 mit dabei ist – dann erstmals nicht mehr in der Bochumer Innenstadt, sondern im Westpark an der Jahrhunderthalle.

Diek kann sich das gut vorstellen. Zunächst stehe jedoch die Auswertung des Festivalseelsorge-Debüts an – und dies nicht nur mit Blick auf Bochum. Für das Bistum Essen war Bochum Total auch ein Experiment im Rahmen seines Innovationslabors. Gemeinsam mit Diek soll nun geprüft werden, ob sich das Konzept auch auf andere Veranstaltungen übertragen lässt.

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news-21148 Mon, 06 Jul 2026 18:15:07 +0200 Bischof Overbeck beauftragt vier neue Seelsorgende für den pastoralen Dienst https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-beauftragt-vier-neue-seelsorgende-fuer-den-pastoralen-dienst Vier neue Seelsorgende verstärken künftig die pastorale Arbeit im Bistum Essen. Bischof Franz-Josef Overbeck hat sie im Essener Dom feierlich für ihren Dienst in Essen, Duisburg und Oberhausen beauftragt. In einem feierlichen Gottesdienst im Essener Dom hat Bischof Franz-Josef Overbeck am Freitagabend, 3. Juli, vier Seelsorgende für den Dienst im Bistum Essen beauftragt. Nach ihrem Studium und der jeweils dreijährigen Assistenzzeit werden Jessica Wachtel, Maike Neu-Clausen, Joachim Derichs und Tom Mölders künftig als Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten in Essen, Duisburg und Oberhausen tätig sein. Zahlreiche Familienmitglieder, Freundinnen und Freunde sowie Weggefährten der neuen Seelsorgenden feierten die Messe mit und trafen die vier neu Beauftragten anschließend beim Empfang auf dem Domhof.

„Wenn ich Sie heute zum pastoralen Dienst im Bistum Essen beauftrage, dann auch, weil Sie betende Menschen sind, neu beauftragt, andere immer wieder zum Gebet einzuladen“, sagte Overbeck in seiner Predigt. Er wünsche den vier neuen Seelsorgenden, dass sie „aus dem Beten ins Handeln, aus dem Handeln in die Sorge, aus der Sorge in die Nähe des Menschen und aus der Nähe immer wieder zu Gott kommen“. 

Die vier neuen Seelsorgenden:

Jessica Wachtel (33) stammt aus Recklinghausen und ist schon als Kind durch ihren Pastor auf die Idee gekommen, einmal als Seelsorgerin zu arbeiten. „Die Gemeinschaft, die Gottesdienste, das hat mich sehr berührt“, erzählt die ehemalige Messdienerin, die nach dem Abitur ein Theologie-Studium begann. Für die Ausbildung zur Pastoralreferentin wechselte sie von ihrem Heimatbistum Münster nach Essen: „Das Ruhrgebiet ist einfach meins. Hier ist man sehr direkt, herzlich, ehrlich, geradeheraus – das mag ich, hier fühle ich mich richtig wohl.“ Sie weiß, wovon sie spricht: Nach ihrer Assistenzzeit in der Pfarrei St. Johann im Duisburger Norden wird sie auch künftig in den Stadtteilen Marxloh, Hamborn und Umgebung tätig sein. Zusammen mit den ehrenamtlichen Katechetinnen und Katecheten hat sie dort unter anderem die Erstkommunion-Vorbereitung der Pfarrei neu aufgestellt. Hier wird sie sich auch künftig engagieren. Zudem möchte sie junge Leute unterstützen: „Wir haben richtig tolle Jugendliche, die sich engagieren möchten.“ Auch in der sozialen Arbeit der Pfarrei ist sie aktiv, unter anderem bei den Touren des „Marienkäfer“-Mobils.
 

Maike Neu-Clausen (54) ist über Umwege zum neuen Dienst in der Kirche gekommen. Nach ihrer eigenen Erstkommunion hatte sie viele Jahre kaum Kontakt zur Kirche und begann nach dem Abitur zunächst eine kaufmännische Ausbildung bei BASF in Ludwigshafen. Später studierte sie Erziehungswissenschaften und Politik, engagierte sich sozial – unter anderem im Betriebsrat – und entdeckte auch ihr Interesse an Glaubensfragen wieder, zunächst jedoch nur privat. Nach Stationen in der Erwachsenenbildung zog sie mit ihrer Familie ins Ruhrgebiet. Als ihr erstes Kind zur Erstkommunionvorbereitung kam, erhielt Neu-Clausen Kontakt zur Pfarrei St. Josef auf der Essener Ruhrhalbinsel. Dort übernahm sie die Projektassistenz für den Pfarreientwicklungsprozess und brachte ihre Erfahrungen aus Organisation und Kommunikation ein. Daneben entdeckte sie mit der Zeit auch die Seelsorge für sich – und startete noch einmal eine Berufsausbildung. Möglich wurde dies für die dreifache Mutter vor allem dank des Teilzeit-Studiums an der Katho, der Katholischen Hochschule NRW. „Das ist nicht selbstverständlich“, betont Neu-Clausen. Ihre praktische Ausbildung absolvierte sie in der Essener Innenstadtpfarrei St. Gertrud, in der sie nun auch als Gemeindereferentin arbeitet. „Hier liegt alles sehr nah zusammen, das habe ich sehr schätzen gelernt“, sagt sie. Gleichzeitig sei in der Pfarrei derzeit viel in der Entwicklung. So feiert sie zum Beispiel Schulgottesdienste, gibt Religionsunterricht und engagiert sich bei der Sternsingeraktion, hat dabei aber immer ihr eigentliches Thema im Hinterkopf: Vernetzung. „Wo können wir als Pfarrei mit anderen Akteuren der Essener Innenstadt in Kontakt kommen?“, frage sie sich auch vor dem Hintergrund des großen Entwicklungsprogramms „Christlich leben. Mittendrin.“.
 

Als Joachim Derichs (46) sein Theologie-Studium abgeschlossen hatte, gab es für ihn zunächst keine passende Arbeitsstelle. „Deshalb bin ich erst einmal Berufsschullehrer geworden – ich wollte aber immer schon in die Seelsorge.“ Derichs schloss anschließend ein Studium der Caritas-Wissenschaften an der Katholischen Hochschule in Paderborn an und konnte 2013 zunächst als Seelsorger am Essener Franz-Sales-Haus anfangen, einer großen Einrichtung für Menschen mit Behinderungen. Parallel war Derichs seinerzeit auch als Beauftragter für die Behindertenseelsorge im Bistum Essen tätig. Vor rund vier Jahren wollte er sich beruflich verändern und durchlief eine verkürzte Ausbildung zum Pastoralreferenten. Wie bereits während seiner Assistenzzeit wird er nun auch nach seiner Beauftragung sowohl im Franz-Sales-Haus als auch in der Essener Pfarrei St. Laurentius tätig sein. „Mein Schwerpunkt dort ist der Beerdigungsdienst.“ Er engagiert sich aber auch in der Seniorenarbeit und Erstkommunionvorbereitung und wird an einer katholischen Hauptschule für den Religionsunterricht ausgebildet. Während einer zweijährigen Mitarbeit in der Bahnhofsmission hat Derichs deren „aufsuchende Arbeit“ kennen und schätzen gelernt. Gerade im Franz-Sales-Haus warte er nicht, bis jemand zu ihm komme, sondern gehe von sich aus in die Wohngruppen und Werkstätten, um dort mit den Menschen zu sprechen.
 

Tom Mölders (31) wechselt aus der Eifel ins Ruhrgebiet. Nach dem Theologiestudium in Trier, verschiedenen beruflichen Stationen – unter anderem im Bereich Ethikfragen in Pflege und Medizin – hat er seit 2024 seine Assistenzzeit im Bistum Trier in der Eifel-Pfarrei St. Peter und Paul Arzfeld-Neuerburg verbracht. Nach seiner Beauftragung am Freitag wird Mölders ab dem 1. September als Pastoralreferent in der Oberhausener Stadtpfarrei St. Clemens tätig sein. Seine Seelsorge-Erfahrungen aus der Eifel dürften Mölders auch in Oberhausen helfen: Neben der Lehrtätigkeit an einem Gymnasium hat sich Mölders dort auch um die Schulseelsorge an weiterführenden Schulen gekümmert, die Arbeit mit Messdienerinnen und Messdienern betreut, Pastoral für queere Menschen gestaltet und eine gemeinsame Firmvorbereitung für die Jugendlichen aus 27 ehemaligen Pfarreien der Region organisiert.

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news-21143 Wed, 01 Jul 2026 13:00:00 +0200 Seelsorgerin zwischen Liebeskummer, Notenangst und fröhlichen Gottesdiensten https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/seelsorgerin-zwischen-liebeskummer-notenangst-und-froehlichen-gottesdiensten Vor ihrem Büro bildet sich in den Pausen oft eine kleine Schlange. Schulseelsorgerin Sophia Kita unterstützt Schülerinnen und Schüler am Duisburger St.-Hildegardis-Gymnasium bei den großen und kleinen Sorgen in der Schule, zuhause oder im Umgang mit Freundinnen und Freunden. Auch bei den wöchentlichen Gottesdiensten ist Kita eine gefragte Unterstützung. „Seelentrösterin“ steht auf der Taschentuchbox in Sophia Kitas Büro. Und wenn man in der großen Pause des Duisburger St.-Hildegardis-Gymnasiums hört, wie viele Kinder alle paar Minuten an ihre Tür klopfen, ahnt man, dass damit weniger das Holzkästchen gemeint ist. Für viele Kinder und Jugendliche ist die junge Frau eine Seelentrösterin, die ihnen eines der weichen Tücher reicht, wenn sie auf ihrem Sofa Platz nehmen. Sophia Kita ist eine der Seelsorgenden an den Schulen des Bistums Essen. Seit gut zwei Jahren ist sie am Duisburger Innenstadtgymnasium tätig – und dort vielleicht einer der gefragtesten Person der Schule. „Manchmal bildet sich vor meinem Büro eine kleine Schlange“, sagt die 32-Jährige. Vermutlich schon in der nächsten großen Pause, wenn auch all die Schülerinnen und Schüler wieder an ihre Tür klopfen, die sie jetzt wegen des Journalisten-Besuchs vertröstet hat.

Die Themen der Kinder und Jugendlichen seien „eine total bunte Mischung“ und reichten von der Angst vor der nächsten Klassenarbeit über Liebeskummer und die Sorge vor der Reaktion der Eltern auf schlechte Noten bis zu Streitigkeiten in der Freundesgruppe. „Daneben geht es auch um schwierige Situationen zu Hause, um Mobbing oder um den Umgang mit Todesfällen.“ Gerade die Trauerarbeit mit Schülerinnen und Schülern beschäftige sie sehr viel, so die Seelsorgerin. „Das sollte eigentlich an jeder Schule ein wichtiges Thema sein.“ Neben verstorbenen Großeltern gebe es auch immer wieder Kinder oder Jugendliche, bei denen ein Elternteil oder eine andere enge Bezugsperson stirbt.

Gefragte Frau dank Schweigepflicht

Kita ist zugewandt, arbeitet in einem bunten Büro mit gemütlichen Möbeln – und doch dürften sie auch zwei strukturelle Dinge zur Top-Gesprächspartnerin am St.-Hildegardis-Gymnasium machen: Zum einen verteilt Kita keine Noten – und zum anderen unterliegt sie als Seelsorgerin einer Schweigepflicht. „Die gilt, solange keine Fremd- oder Eigengefährdung vorliegt.“ Aber selbst dann würde sie nicht einfach die Schulleitung, die Eltern oder ein Amt informieren, sondern im Gespräch mit der Schülerin oder dem Schüler „viel erklären, verschiedene Wege aufzeigen und gemeinsam schauen, wie es weitergehen kann. Wichtig ist, dass das Vertrauen nicht wegbricht und das Kind nicht übergangen wird“, betont die Seelsorgerin. Bilder und kleine Geschenke an den Wänden und in den Regalen von Kitas Büro zeugen von dankbaren Schülerinnen und Schülern, gerade nach intensiven Gesprächen. Dabei kennt Kita ihre Grenzen: Psychologinnen und Psychologen seien gefragt, „wenn ich merke, dass es mit einem offenen Ohr und Gesprächen nicht getan ist“. Auch dann kann sie zumindest Kontakte vermitteln und Tipps geben.

Persönlich über Glaubensfragen nachdenken

„Manchmal bestehen meine Tage nur aus Gesprächen.“ Dennoch ist Kita nicht nur die Frau mit zwei offenen Ohren, viel Empathie und einem ruhigen Büro. Als Seelsorgerin organisiert sie auch die Gottesdienste des katholischen Gymnasiums. „Ich versuche, die Gottesdienste so zu gestalten, dass sie für junge Menschen ansprechend und alltagsnah sind – und dass es möglichst immer einen Mitmach-Faktor gibt.“ Und Spaß machen dürften die Gottesdienste auch. In der Regel würden die Feiern gut angenommen. Klar gebe es immer welche, die das gemeinsame Beten und Singen gerade nicht interessiert, während andere begeistert seien. „Ich glaube schon, dass ein großer Teil der Kinder und Jugendlichen damit etwas anfangen kann." Gerade bei den wöchentlichen Gottesdiensten, die Kita jeweils gemeinsam mit einer Klasse vorbereitet, solle den Kindern „nichts übergestülpt werden“. Vielmehr will sie Möglichkeiten schaffen, „dass sie sich persönlich mit Glaubensfragen auseinandersetzen“. Und bei großen Gottesdiensten für die gesamte Schule wie dem zur Sportplatz-Einweihung im vergangenen Herbst, dürfen erst recht Fröhlichkeit und Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund stehen.

Von der Religionslehrerin zur Seelsorgerin

Als Schulseelsorgerin sei sie „eine Quereinsteigerin“ – wobei dies mehr die Seelsorgerin als die Schule betrifft, schließlich ist sie ausgebildete Lehrerin für Deutsch und katholische Religion. Doch schon im Studium habe sie gespürt, „dass ich für Theologie ganz anders brenne als für Germanistik“. Als Lehrerin hat sie dann ein Praktikum in der Schulseelsorge des Bischöflichen Gymnasiums am Stoppenberg in Essen gemacht. Danach war für sie klar: „Ich möchte nicht nur Wissens-, sondern Glaubensvermittlerin sein.“ Doch das sei nicht so einfach, wenn man die, denen man Glauben vermitteln möchte, auch benoten muss. Irgendwann kam für Kita die passende Stellenausschreibung in Duisburg, viele Gespräche und Überlegungen – und schließlich die Einstellung. „Für diesen Job bin ich jeden Tag dankbar“, schwärmt sie. Die Stelle als Schulseelsorgerin sei die optimale Verbindung ihres Studiums mit ihrem tiefen Glauben.

Das gilt erst recht in den unzähligen Gesprächen mit Schülerinnen und Schülern. „Als Lehrerin kann ich gar nicht in einen so persönlichen Austausch mit den Kindern und Jugendlichen kommen, wie mir dies möglich ist.“ Doch wie kommt Seelsorgerin Kita mit dem vielen Kummer klar, der in ihrem Büro abgeladen wird? „Manche Themen beschäftigen mich auch noch weiter. Aber ich werde immer besser darin, das zu verarbeiten“, sagt sie. „Außerdem hilft mir das Gebet. Das entlastet mich total.“ Und dann zeigt sie noch einmal auf die Gesprächsecke in ihrem Büro: „Im System Schule ist so viel los. Wenn es diesen Ort hier nicht gibt, fällt das gar nicht auf.“ Zumindest erst einmal nicht.

Dann klopft schon der nächste an der Tür. Gut, dass die Schulseelsorgerin jetzt Zeit hat. 

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news-21147 Tue, 30 Jun 2026 12:37:56 +0200 Lunchkonzerte im Dom-Kreuzgang laden zur entspannten Mittagspause https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/lunchkonzerte-im-dom-kreuzgang-laden-zur-entspannten-mittagspause Von Montag, 6., bis Samstag, 11. Juli, gibt es mittags um 12 Uhr am Essener Dom ‎wieder kurze, klassische Gratis-Konzerte. Die beliebte Konzertreihe bietet an sechs ‎Tagen abwechslungsreiche Programme mit jungen Spitzenmusikerinnen und -‎musikern sowie den traditionellen Abschluss an der Domorgel.‎ Eine halbe Stunde innehalten, klassische Musik genießen und neue Kraft für den Tag schöpfen – dazu laden die beliebten Lunchkonzerte im Kreuzgang des Essener Doms auch in diesem Sommer wieder ein. Von Montag, 6., bis Samstag, 11. Juli, erklingen jeweils um 12 Uhr abwechslungsreiche Konzerte im Kreuzgang der Dominsel.

Die Konzertreihe wurde 2016 von Domorganist Sebastian Küchler-Blessing ins Leben gerufen und erfreut sich seit Beginn großer Beliebtheit. Die rund halbstündigen Konzerte finden im Kreuzgang statt und werden nur bei sehr schlechtem Wetter in den Dom verlegt. Der Eintritt ist frei.

Auch in diesem Jahr erwartet die Gäste eine große musikalische Bandbreite. Den Auftakt gestaltet am Montag die Posaunenwerkstatt Düsseldorf unter der Leitung von Professor Frank Szathmáry-Filipitsch mit Werken von Richard Wagner, Max Bruch sowie Musik des italienischen Barock und des französischen Komponisten Jerome Naulais. Am Dienstag ist die 16-jährige Geigerin Alina Li, Stipendiatin der Jürgen-Ponto-Stiftung und vielfache Bundespreisträgerin bei „Jugend musiziert“, zu Gast. Am Mittwoch präsentieren Julia Heynen (Flöte) und Jan Heynen (Tuba) aus dem Förderprogramm „Folkwang Junior“ ein Programm zwischen Frühklassik, Jazz und Moderne. Das Donnerstagskonzert um 12 Uhr gestaltet die Cellistin Friederike Luise Arnholdt, Alumna der Deutschen Stiftung Musikleben und heute Stimmführerin der Münchner Philharmoniker. Am Freitag zeigen die „Folkwang Clarinets“ unter der Leitung von Professorin Nicola Jürgensen mit Werken von Franz Schubert, Georges Bizet und Edvard Grieg die klangliche Vielfalt ihres Instruments.

Den Abschluss der Reihe gestaltet am Samstag Domorganist Sebastian Küchler-Blessing mit einem kurzen Orgelkonzert im Essener Dom. Unter dem Titel „Zum Lunch mit der Königin“ erklingen Werke des Frühbarock sowie französische Barockmusik. Ergänzt wird das Konzert durch einen geistlichen Impuls von Domvikar Bernd Wolharn.

Welche Lunchkonzerte finden 2026 statt?

Montag, 6. Juli: Posaunenwerkstatt Düsseldorf, Leitung: Prof. Frank Szathmáry-Filipitsch

Dienstag, 7. Juli: Alina Li (Violine), Stipendiatin der Jürgen-Ponto-Stiftung

Mittwoch, 8. Juli: Folkwang Junior mit Julia Heynen (Flöte) und Jan Heynen (Tuba)

Donnerstag, 9. Juli: Friederike Luise Arnholdt (Violoncello), Alumna der Deutschen Stiftung Musikleben

Freitag, 10. Juli: Folkwang Clarinets, Leitung: Prof. Nicola Jürgensen

Samstag, 11. Juli: „Zum Lunch mit der Königin“ – Orgelkonzert mit Domorganist Sebastian Küchler-Blessing im Essener Dom

Der Zugang zu den Lunchkonzerten ist kostenfrei. Zum Kreuzgang geht’s entweder von der Kettwiger Straße links an der Anbetungskirche St. Johann vorbei durch die kurze Gasse An St. Quintin, durch den Dom oder über die Stufen von der Straße Zwölfling (neben Hausnummer 2). Von der Kettwiger Straße und durch den Dom ist der Zugang barrierefrei möglich, Sitzgelegenheiten sind jedoch nur begrenzt vorhaben.

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