Bistum-Essen RSS Feed https://www.bistum-essen.de de Copyright Fri, 16 Nov 2018 09:26:25 +0100 Fri, 16 Nov 2018 09:26:25 +0100 TYPO3 news-17882 Thu, 15 Nov 2018 12:46:00 +0100 Bischof Overbeck spricht das Geistliche Wort auf WDR 5 https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/bischof-overbeck-spricht-das-geistliche-wort-auf-wdr-5-1/ Das Gedenken an die Toten des Ersten Weltkriegs macht Bischof Franz-Josef Overbeck zum Thema des „Geistlichen Worts“ am Totensonntag, 25. November, auf dem Radiosender WDR 5. Das „Geistliche Wort“ auf WDR 5 spricht am Totensonntag, 25. November, von 8.40 bis 9 Uhr der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck. Unter dem Titel „Gedenket der Toten – 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg“ macht er die Hörer aufmerksam, die Toten dieses Krieges nicht zu vergessen, sie aber auch als Mahnung und Appell für den Frieden zu sehen.

WDR 5 ist im Ruhrgebiet über die Frequenz 88,8 Mhz und im Märkischen Kreis auf 90,3 Mhz zu empfangen. Nach der Ausstrahlung gibt es den Beitrag zum Nachhören und -lesen online auf www.kirche-im-wdr.de

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news-17885 Wed, 14 Nov 2018 18:34:12 +0100 Bonifatiuswerk bittet um Spenden für Hilfe in der Diaspora https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/bonifatiuswerk-bittet-um-spenden-fuer-hilfe-in-der-diaspora/ Kollekten der Gottesdienste am kommenden Wochenende kommen Katholiken in verschiedenen europäischen Ländern zu Gute, die in ihrer Heimat eine kleine Minderheit sind. Am kommenden Samstag, 17., und Sonntag, 18. November, unterstützen die Katholiken im Bistum Essen katholische Christen in europäischen Diaspora-Regionen. Im Rahmen der diesjährigen Diaspora-Aktion mit dem Motto „Unsere Identität: Christus bezeugen“ fließen die Spenden an das Bonifatiuswerk, das damit katholische Projekte in Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland und Island sowie in den baltischen Staaten Estland und Lettland unterstützt, aber auch in deutschen Regionen, in denen Katholiken eine kleine Minderheit sind.

Mit den Spenden fördert das Bonifatiuswerk zum Beispiel den Bau von Kirchen und Gemeindezentren, die Kinder- und Jugendseelsorge oder sozial-karitative Jugendprojekte. Zuletzt hat das Hilfswerk unter anderem die Essener Ordensschwester Elija Nehen unterstützt, die nahe der lettischen Hauptstadt Riga ein Karmelitinnen-Kloster gegründet hat, das im August eingeweiht worden ist.

Bekannt sind auch die „Boni-Busse“ des Bonifatiuswerks – Kleinbusse, mit denen die Organisation die Seelsorge in großen, dünn besiedelten Pfarreien fördert. Von dieser Hilfe haben in den vergangenen Jahren auch Pfarreien aus dem sauerländischen Teil des Ruhrbistums profitiert.

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news-17883 Wed, 14 Nov 2018 15:43:21 +0100 „Unsere Katechese muss mit dem Leben der Leute zu tun haben!“ https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/unsere-katechese-muss-mit-dem-leben-der-leute-zu-tun-haben/ Kommunion-, Firm- und Ehevorbereitung – im Interview spricht Bistums-Referent Nicolaus Klimek über aktuelle Trends und Herausforderungen bei der Glaubenskommunikation im Bistum Essen. Hunderte Frauen und Männer engagieren sich in den Gemeinden des Bistums Essen dafür, den christlichen Glauben weiterzugeben. Gemeinsam mit den hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern bereiten sie Kinder auf die Erstkommunion und Jugendliche auf die Firmung vor, sprechen mit Brautpaaren über die christliche Idee von Liebe und planen mit jungen Eltern die Taufe ihres Kindes. Einige von ihnen haben sich am Wochenende zum „Tag der Katechese“ in der Mülheimer Bistums-Akademie „Die Wolfsburg“ getroffen. Im Interview spricht Bistums-Referent Nicolaus Klimek über aktuelle Trends und Herausforderungen in der Katechese.

Bistum Essen: Viele Familien kommen über die Erstkommunion-Vorbereitung mit Katecheten in Kontakt. Sie sollen ihren Kindern die Grundlagen des katholischen Glaubens beibringen – mit Erfolg?
Klimek: Bei den meist acht oder neun Jahre alten Kindern, die wir auf die Erstkommunion vorbereiten, läuft die Katechese in den meisten unserer Gemeinden wirklich gut. Das hat deutschlandweit auch eine Studie belegt. Da sind ganz viele engagierte Menschen, die den Kindern von Jesus erzählen und ihnen zeigen, dass unser Gott ein treuer Begleiter ist, dem man vertrauen kann. Spannend ist, dass viele Gemeinden nun auch die Eltern stärker in die Kommunionvorbereitung einbeziehen.

Bistum Essen: Und das kann funktionieren, Glaubensunterricht für Kinder und Eltern gleichzeitig?
Klimek: Ja, natürlich mit unterschiedlichen Angeboten – und „Unterricht“ würde ich es nicht nennen. Wichtig ist, dass wir den Eltern, die durch die Kommunionvorbereitung ihrer Kinder manchmal nach vielen Jahren erstmals wieder Kontakt zu uns haben, auf Augenhöhe begegnen und sie nicht gleich als künftige Dauer-Kirchenbesucher rekrutieren wollen. Ich kenne Gemeinden, die haben gute Erfahrungen gemacht, nach einem Kommunion-Elternabend einfach noch kurz in die Kirche zu gehen und die Eltern einzuladen, eine Kerze anzuzünden. Wenn die Eltern merken, wir wollen sie nicht gleich für etwas werben, kann sich auch ein Interesse an Riten und Glaubensfragen entwickeln. Entscheidend für Eltern ist, einen Bezug zum eigenen Leben zu erkennen.

Bistum Essen: Das dürfte bei den Jugendlichen, die sich mit 15 oder 16 auf den Weg zur Firmung machen, kaum anders sein, oder?
Klimek: Auch Jugendliche blockieren, wenn sie merken, dass es uns weniger um sie selbst geht als darum, Nachwuchs für unsere Gemeindearbeit zu gewinnen. Katechese funktioniert, wenn wir ihnen den Ball zuspielen und sie Verantwortung für sich übernehmen – wie sie es in anderen Lebensbereichen ja auch zunehmend tun. Wenn sie sich bei uns Antworten auf die Fragen suchen, die für sie wichtig sind – und sie auch finden – ist das viel nachhaltiger, als wenn wir ihnen Dinge sagen, die sie gar nicht hören möchten. Unsere Katechese muss mit dem Leben der Leute zu tun haben!

Bistum Essen: Aber es gibt doch bestimmte Glaubensinhalte, die die Katechese vermitteln soll!
Klimek: Wir müssen uns von der Vorstellung lösen, wir müssten den Menschen etwas geben, das wir haben – sie aber noch nicht. Heute geht es darum, mit den Menschen gemeinsam zu entdecken, wo Gott längst in ihrem Leben wirkt. Wichtig ist dabei der Blickwinkel: Wenn ich gleich mit Jesus komme, hat das für viele Menschen zunächst wenig mit ihrem Leben zu tun – da muss ich aber ansetzen, damit sie mir überhaupt zuhören.

Bistum Essen: Also Jesus und Gott erstmal verschweigen?
Klimek: Verschweigen würde ich nicht sagen, aber vielleicht nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Ich kann unseren christlichen Glauben doch zum Beispiel auch so zusammenfassen: Ich glaube, dass die Liebe die entscheidende Kraft in der Welt ist, dass es sich lohnt, sich für ein Leben in und mit dieser Liebe zu engagieren und dass die Liebe letztlich siegen wird. Wenn ich so einsteige ist das für viele Jugendliche und Erwachsene gut nachvollziehbar. Als Katechet habe ich dann eine gute Basis, um mit dem biblischen Wort „Gott ist Liebe“, darüber zu sprechen, dass der Gott der Christen eben nicht nur eine unpersönliche Macht ist, sondern eine Person, die wir „Du“ und „Vater“ nennen dürfen.

Bistum Essen: Dieser Gott spielt ja auch bei der katholischen Ehe eine besondere Rolle – ist also auch Thema in der Ehevorbereitung?
Klimek: Auf jeden Fall! In der Liebe der Eheleute zueinander wird in der Welt etwas sichtbar von der Liebe Gottes zu uns Menschen. Deswegen feiern wir die Ehe als Sakrament: als Zeichen der Liebe Gottes zu uns. Wenn wir diese Perspektive gewinnen, erfahren wir vielleicht auch eine Hilfe, die schwierigeren Tage einer Ehe mit Geduld und Kreativität zu meistern. Im Segen sagt uns Gott ja zu, uns soll es gut gehen! Für diesen Zuspruch sind viele Brautpaare dankbar, denn sie wissen ja, welchen Gefahren eine dauerhafte Beziehung ausgesetzt ist. Gerade im beginnenden Eheleben, in dem womöglich Kinder, Haus und andere Großprojekte anstehen, hat man so noch einen starken „Partner“ an der Seite. Die Ehevorbereitung ist übrigens auch ein gutes Beispiel dafür, wie vielfältig sich Katechese heute aufstellen muss: Gab es früher in jeder Stadt ziemlich ähnliche Kurse, gibt es heute alle möglichen Angebote – vom individuellen Gespräch bis hin zu gemeinsamen Wochenenden mit anderen Paaren.

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news-17884 Wed, 14 Nov 2018 14:00:00 +0100 Bischof Overbeck: Kultur wird nur geschützt, wenn sie gelebt wird https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/bischof-overbeck-kultur-wird-nur-geschuetzt-wenn-sie-gelebt-wird/ In der Mülheimer Bistumsakademie „Die Wolfsburg“ diskutierte der Ruhrbischof mit dem ehemaligen Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio über die Bedeutung und den Schutz von Kultur und Traditionen für die Gesellschaft – und für die Kirche. Die Ausgangsfrage – „Wer schützt die Kultur? Staat oder Gesellschaft?“ – hatte der frühere Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio bereits zu Beginn des Abends ohne Widerspruch beantwortet: „Kultur wird nicht von Instanzen wie dem Staat, der Sozialversicherung oder von Bürgerinitiativen geschützt, sondern sie wird von uns allen, von jedem einzelnen geschützt – oder sie wird erodieren“, hob der in Duisburg geborene Professor hervor, der bis 2011 am höchsten deutschen Gericht tätig war und heute an der Uni Bonn lehrt. Doch was genau diese Kultur ist – und ob man sie wirklich schützen muss, das blieb in der Podiumsdiskussion mit Bischof Franz-Josef Overbeck, zu der der Juristenrat des Ruhrbistums in die Mülheimer Akademie „Die Wolfsburg“ eingeladen hatte, letztlich offen. In erster Linie zeigte die von dem Journalisten Volker Resing moderierten Runde, dass der Kultur-Begriff zu vielschichtig ist, als dass man ihn mit „Leitkultur“-Debatten erfassen könnte oder durch die Feststellung, letztlich sei allein die Sprache in Deutschland kulturprägend.

„Kulturen sind Integrations-Einladung, nicht Exklusions-Programm“

„Es gibt ein soziokulturelles Fundament der Gesellschaft, das der Pflege bedarf“, hob Di Fabio hervor. Jede Zeit entscheide für sich neu, was sie aus der Vergangenheit in Gegenwart und Zukunft trage, „aber keine Zeit kommt ohne Traditionen aus. Eine Gesellschaft, die traditionsfeindlich ist, droht auseinanderzufallen.“ Gelegentlich würden einst verstaubt geglaubte Traditionen auch wiederentdeckt, sagte der Jurist und verwies auf Promotionsfeiern, bei denen er mit Talar und weißen Handschuhen auftreten – Talare, die 1968 mit Verweis auf den „Muff von 1000 Jahren“ eingemottet worden seien. Di Fabio beschrieb, dass die deutsche wie viele andere europäische Gesellschaften heute offener und weniger auf die eigene Nation bezogen seien: „Wir sind aber immer noch von Nationalkulturen geprägt.“ Der eigene Kulturraum sei ein Rückzugsort, zugleich würden die Nationalkulturen Prozesse wie den der europäischen Integration bremsen. Overbeck warb dafür, von „Kultur in Deutschland“ zu sprechen – wenn man den Begriff der „deutschen Kultur“ überstrapaziere, wirke er ausschließend anstatt die Gesellschaft zu verbinden. Auch Di Fabio betonte, dass gut gepflegte Kulturen „eine Integrations-Einladung und kein Exklusions-Programm“ seien.

„Traditionen nicht ins Museum stellen“

Beim Schutz von Kultur und Traditionen könne es indes nicht darum gehen „sie ins Museum zu stellen“, hob der Bischof hervor. „Wenn ,schützen‘ heißt, wir haben diese Tradition geprüft und für richtig befunden, dann können wir sie nur schützen, indem wir sie leben.“ Overbeck verwies auf den Besuch der Sonntagsmesse: „Bei jeder Kirchenschließung verlieren wir rund 30 Prozent der Gottesdienstbesucher, die künftig nicht mit in die Nachbarkirche gehen.“ Da gehe es nicht um theologische Fragen, „sondern darum, dass sie dann nicht mehr neben ihrem Nachbarn, ihren Freunden – und auch nicht auf ihrem angestammten Platz sitzen können“. In der Vergangenheit hätte die Kirche „diese sozialen Dimension des Religiösen unterschätzt“ gesteht Overbeck selbstkritisch ein. „Zum Christentum gehört die Vergemeinschaftung“, dies sei ein kultureller Kern der Kirche, betonte der Bischof. Nun könne es aber nicht darum gehen „den Gottesdienst in der Form des 19. Jahrhunderts ins Museum zu stellen“. Vielmehr müsse die Kirche zeitgemäße Formen der Musik, der gemeinsamen Feier und „der ökumenischen Weite“ finden, um diese Kultur auch heutigen und künftigen Generationen zu erschließen.

Letzte Veranstaltung des Juristenrats

Wie die Weiterentwicklung einer Tradition ganz konkret aussehen kann, demonstrierte am Ende des Abends der einladende Juristenrat selbst: Nach 36 Jahren löst sich das Beratergremium von Bischof Overbeck auf, um – analog zu den anderen gesellschaftspolitischen Räten im Ruhrbistum – Gremien Platz zu machen, die weniger einen Berufsstand repräsentieren als ihre gesellschaftliche Relevanz im Blick haben. Bischof Overbeck dankte den Rats-Sprechern Andreas Mauer und Stefan Schulte sowie dem gesamten Gremium für die wertvolle Arbeit der vergangenen Jahre – und versprach den knapp 200 Zuhörern in der „Wolfsburg“, dass es auch in der neuen Räte-Struktur spannende Podiumsdiskussionen geben werde.

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news-17880 Tue, 13 Nov 2018 13:04:44 +0100 Bistum weiht Bewegungsbad an der Jordan-Mai-Schule ein https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/bistum-weiht-bewegungsbad-an-der-jordan-mai-schule-ein/ Bischof Overbeck und Bürgermeister Roland eröffnen das neue Bad am Mittwoch, 21. November. Am Samstag, 24. November, lädt die Schule zum öffentlichen Schulfest ein. Förderschule feiert mit Schulprojekt rund um William Shakespeare. Mit einem Festakt und einem Schulfest feiert die Jordan-Mai-Schule in der kommenden Woche die Einweihung ihres neu gebauten Bewegungsbads. Dank des neuen barrierefreien Schwimmbads auf dem Schulgebäude können nun auch die Rollstuhlfahrer unter den Schülern der Förderschule am bewegungstherapeutischen Schwimmen teilnehmen, die bislang vom Unterricht in einem anderen, weiter entfernten Hallenbad ausgeschlossen waren.

Bei einer Feierstunde mit dem Gladbecker Bürgermeister Ulrich Roland sowie Vertretern von Schulverwaltung, Kirche, dem Handwerk, Spendern und weiteren Gästen wird Bischof Franz-Josef Overbeck mit dem Schulleiter Michael Brieler das Schwimmbad am Mittwoch, 21. November, einweihen.

Der Öffentlichkeit präsentiert die Schule ihre neuen Räume bei einem Schulfest am Samstag, 24. November. Von 14 bis 17 Uhr können die Besucher dann nicht nur das Bad, sondern auch die neue Mensa und die Klassenräume im Dachgeschoss in Augenschein nehmen, die seit dem vergangenen Jahr in der überregional anerkannten katholischen Förderschule entstanden sind. Zudem werden die Schüler und Lehrer bei dem Fest auch die Ergebnisse eines zweiwöchigen Schulprojekts vorstellen, bei dem sich die gesamte Förderschule mit dem englischen Dichter William Shakespeare und seinen Werken beschäftigt hat.

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news-17879 Tue, 13 Nov 2018 12:36:50 +0100 Gebetstag für Missbrauchsopfer am 18. November https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/gebetstag-fuer-missbrauchsopfer-am-18-november/ Papst Franziskus ruft den europäischen Tag zum Schutz von Kindern auch zum kirchlichen Gedenktag aus Der europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch am 18. November soll nach dem Willen von Papst Franziskus auch in der Kirche als Gedenk- und Gebetstag begangen werden. Deshalb werden auch im Bistum Essen zahlreiche Sonntagsgottesdienste unter diesem Thema stehen. Der Gedenktag soll ein Signal der Gemeinden sein, dass sie Missbrauchserfahrungen in den eigenen Reihen nicht weiter verschweigen, sondern zur Kenntnis nehmen und aus dem Tabu führen. Statistisch müsse damit gerechnet werden, dass in jeder Versammlung von mehr als vier Christinnen und Christen eine von sexueller Gewalt betroffene Person anwesend sei, heißt es in der Handreichung „Kinder haben Rechte!“ der Präventionsbeauftragten der deutschen Bistümer.

Betroffene, die vielfach unter Tabuisierung von Missbrauch in der Öffentlichkeit leiden, sollen in den Gottesdiensten am Gedenktag ihre Zugehörigkeit zur Gemeinschaft erleben können. Vielfältige Ursachen für Missbrauch in der Kirche, so die Präventionsbeauftragten, würden bereits in der Öffentlichkeit diskutiert: etwa klerikaler Amtsmissbrauch und die Missachtung von Kinderrechten. Zum sexuellen Missbrauch durch Priester gehöre jedoch auch ein theologisch verzerrtes Bild von Gott auf der Täterseite sowie zerstörtes Vertrauen in Gott auf der Opferseite.

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news-17878 Tue, 13 Nov 2018 10:37:41 +0100 Katholiken wählen Kirchenvorstände und Gemeinderäte https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/katholiken-waehlen-kirchenvorstaende-und-gemeinderaete/ Wahl am kommenden Wochenende stellt in den meisten Pfarreien des Bistums Essen die personellen Weichen für die Besetzung der wichtigsten Mitbestimmungsgremien der Kirche vor Ort Mit ihren Wahlzetteln bestimmen die Katholiken im Bistum Essen am kommenden Wochenende, wer in den nächsten Jahren im Kirchenvorstand das Vermögen ihrer Pfarrei verwaltet. In mehr als der Hälfte der 42 Pfarreien werden zudem die Gemeinde- und Pfarrgemeinderäte neu gewählt – also die Gremien, die gemeinsam mit den hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern vor Ort für das katholische Leben verantwortlich sind.

Während bei der Kirchenvorstandswahl nur volljährige Gemeindemitglieder abstimmen dürfen, sind bei den Gemeinde- und Pfarrgemeinderäten auch Jugendliche ab 14 Jahren zur Wahl aufgerufen. Allerdings werden diese Räte nur in 26 Pfarreien des Ruhrbistums gewählt – anderenorts wurden diese Gremien bereits im vergangenen Herbst neu konstituiert.

Die Struktur der Kirchenvorstände mit dem Pfarrer als Vorsitzenden, den gewählten sowie weiteren, vom Pfarrer ernannten Mitgliedern ist in allen Pfarreien des Bistums identisch. Die Gremien unterscheiden sich vor allem in ihrer Größe – je nach Zahl der Katholiken in der Pfarrei hat ein Kirchenvorstand zwischen 6 und 16 gewählte Mitglieder. Um eine möglichst kontinuierliche Arbeit zu gewährleisten, wird mit der Wahl am Wochenende nur jeweils die Hälfte der Mandate neu besetzt – die Amtszeit der anderen Kirchenvorstandsmitglieder endet erst 2021.

Im Gegensatz zu den Kirchenvorständen gibt es bei den Gemeinde- und Pfarrgemeinderäten im Bistum Essen mittlerweile verschiedene Modelle. Haben ursprünglich alle Gemeinden innerhalb einer Pfarrei je einen Gemeinderat gewählt, der dann jeweils Mitglieder in den Pfarrgemeinderat entsandt hat, gibt es zunehmend auch alternativen Strukturen. So wählen manche Pfarreien den Pfarrgemeinderat direkt, teils mit einer gemeinsamen Wahlliste, teils mit Wahlbezirken auf Ebenen der einzelnen Gemeinden. Einige Gemeinden wählen gemeinsame Gemeinderäte – und in Einzelfällen wird derzeit auf eine Wahl verzichtet, weil vor Ort neue, ehrenamtliche Leitungsmodelle etabliert werden.

Die Öffnungszeiten der Wahllokale sind von Pfarrei zu Pfarrei unterschiedlich und oft mit den Gottesdienstzeiten am Samstag und Sonntag kombiniert. Den Kirchenvorstand können nur Katholiken wählen, die mindestens seit einem Jahr in ihrer Pfarrei wohnen. Auch bei mehreren Wahllokalen in der Pfarrei kann zudem jeder nur in der Gemeinde wählen, in der er wohnt, weil nur dort die entsprechende Wählerliste vorliegt. Nähere Informationen gibt es in den Pfarreien vor Ort – bei Fragen helfen die Pfarr- und Gemeindebüros. Kontaktdaten gibt es über den Pfarreifinder des Bistums.

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news-17876 Mon, 12 Nov 2018 17:06:06 +0100 Segensfeiern für werdende Eltern und Familien mit Babys https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/segensfeiern-fuer-werdende-eltern-und-familien-mit-babys/ Gemeinsam mit evangelischen Partnern lädt das Bistum Essen im November und Dezember wieder zu besonderen Segensgottesdiensten für die Zeit der Schwangerschaft und für Familien, die ein Kind bekommen haben. Jetzt auch Angebote in Herne und Herten. Junge Familien kurz vor oder nach der Geburt eines Kindes lädt das Bistum Essen im November und Dezember wieder an verschiedenen Orten im Ruhrgebiet zu Segnungsgottesdiensten ein.

Die besonderen Momente zwischen intensivem Glück und Sorgen in einer Schwangerschaft stehen im Zentrum der „Segen berührt neues Leben“-Gottesdienste. Eingeladen sind Schwangere, Paare und ganze Familien, gemeinsam mit Freunden und Verwandten ihre Hoffnungen und Wünsche für das ungeborene Leben mit in die Kirchen und Kapellen zu bringen – und sich dort segnen zu lassen. Weitere Informationen gibt es online auf www.segen-beruehrt-neues-leben.de

Die Termine:

Dienstag, 13. November, um 17.30 Uhr in der Bochum-Wattenscheider Kirche St. Maria Magdalena, Wattenscheider Hellweg 91,
Dienstag, 4. Dezember, um 20 Uhr in der Kapelle des Essener Elisabeth-Krankenhauses, Ruhrallee/Klara-Kopp-Weg 1,
Donnerstag, 6. Dezember, um 18.30 Uhr in der Kapelle des Bochumer Augusta-Krankenhauses, Bergstr. 26,

Vor Ort werden sowohl die Gottesdienste für werdende Eltern wie für Familien mit Babys oft von evangelischen und katholischen Partnern gemeinsam organisiert. Die Feiern sind offen für alle, die sich in der besonderen Lebenssituation vor und nach der Geburt eines Kindes unter den Segen Gottes stellen möchten.

Bei den Segensfeiern für Neugeborene betonen die Organisatoren, dass die Feiern keine Taufen sind. Vielmehr geht es bei den kurzen Gottesdiensten darum, dass jedes Kind vom Anfang seines Lebens an ein von Gott geliebtes Kind ist. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.segenfuerbabys.de.

Gestartet als eines der Zukunftsbild-Projekte im Bistum Essen ziehen die Segensfeiern immer größere Kreise – mittlerweile sind nicht nur in Essen und Gelsenkirchen jeweils zweite Gottesdienst-Standorte hinzugekommen, sondern mit Kirchen in Herne und Herten (nächster Termin: März 2019) auch Standorte außerhalb des Ruhrbistums mit dabei.

Die nächsten Termine:
Mittwoch, 14. November, um 10 Uhr in der Kapelle des Herner St.-Anna-Hospitals, Hospitalstraße 19
Samstag, 17. November, um 15 Uhr in der Bottroper Propsteikirche St. Cyriakus, Kirchplatz 1, (Hochstraße),
Sonntag, 2. Dezember, um 16 Uhr in der Apostelkirche in Gelsenkirchen-Buer, Horster Str. 35,
Sonntag, 9. Dezember,
um 15 Uhr in den Essener Kirchen Heilig Geist, Meybuschhof 13 (Katernberg) und St. Paulus, Tangabucht 12,
um 15.30 Uhr in der Kapelle des Bochumer St. Elisabeth-Hospitals, Bleichstraße 15,
um 16 Uhr in der Gelsenkirchener Kirche Heilige Familie, Hohenzollernstr. 59.
Samstag, 15. Dezember, um 16 Uhr in der Kapelle des Herner St.-Anna-Hospitals, Hospitalstraße 19

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news-17875 Mon, 12 Nov 2018 16:57:19 +0100 Essener Adventskalender zeigt „Das Kleine ganz groß“ https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/essener-adventskalender-zeigt-das-kleine-ganz-gross/ Bistum Essen stellt die 41. Ausgabe des kindgerechten Begleiters durch die Advents- und Weihnachtszeit vor. Neben Geschichten, Liedern, Spielen, Gebeten, Back- und Bastelanleitungen für 4- bis 12-Jährige stellt der Kalender in Reportagen vor, wie Kinder in aller Welt Großes schaffen. Ein Baby in einer Futterkrippe zwischen dem Eiffelturm, der Freiheitsstatue und dem Taj Mahal – „Das Kleine ganz groß“ ist die Überschrift über den 41. Essener Adventskalender, der ab dem 2. Dezember wieder Zehntausende Familien im Bistum Essen und überall im deutschsprachigen Raum durch die Advents- und Weihnachtszeit begleitet. Mit Geschichten, Liedern, Spielen, Gebeten, Back- und Bastelanleitungen macht der Kalender Tag für Tag neu Lust auf die Feiertage rund um die Geburt von Jesus.

Daneben spielt aber auch tatkräftiges Engagement für eine bessere Welt im Essener Adventskalender eine Rolle. An jedem Donnerstag präsentiert der Kalender Kleine, die Großes schaffen – dann erzählen die Geschichten von Kindern aus aller Welt, zum Beispiel vom Kinderparlament im indischen Savda, das durch seinen Einsatz die Wasserversorgung in der Siedlung verbessert hat.

Der Kalendertitel „Das Kleine ganz groß“, stehe natürlich für den christlichen Gott, der an Weihnachten als kleines Kind Mensch geworden ist, sagt die neue Chefredakteurin des Essener Adventskalenders, Marlene Fritsch. Der Titel sei aber auch Programm für den Kalender: „Bei uns stehen die Kinder im Mittelpunkt.“ So gibt es auch in diesem Jahr passende Ausmalvorlagen zu den Themen des Kalenders – erstmals als kostenlose Downloads auf der Internetseite www.essener-adventskalender.de. Dort gibt es auch weitere Extras, die den gedruckten Kalender ergänzen.

Der Essener Adventskalender richtet sich an Kinder zwischen 4 und 12 Jahren. Doch auch Eltern und Großeltern, Lehrer und Erziehern finden hilfreiche Impulse für die Gestaltung der Zeit vom ersten Advent bis zum Dreikönigstag. Eine CD mit passenden Liedern zum Adventskalender gibt es wieder für 3 Euro bei den Mülheimer Musikproduzenten A. Zorn.

Der vom Bistum Essen herausgegebene Kalender erscheint im Paderborner Bonifatius-Verlag in einer Auflage von mehr als 200.000 Exemplaren. Für 3,30 Euro ist er in jeder Buchhandlung und über die Internetseite von Borromedien sowie in vielen Pfarr- und Gemeindebüros erhältlich.

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news-17874 Mon, 12 Nov 2018 13:19:02 +0100 Namen und Daten https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/namen-und-daten-e54b12870a/ Ingeborg Hirschmann Ingeborg Hirschmann ist am 07. November 2018 im Alter von 76 Jahren verstorben. Das Requiem für Ingeborg Hirschmann findet am Mittwoch, 14. November 2018 um 9 Uhr in der Pfarrkirche St. Dionysius, Dionysiuskirchplatz 16 in 45355 Essen-Borbeck statt. Im Anschluss erfolgt die Beisetzung auf dem Pfarrfriedhof.

Die Verstorbene wurde am 19. September 1942 in Bodenbach (im Sudetenland) geboren. Nach Ihrer Ausbildung am Bischöflichen Seminar für Seelsorgehilfe und Katechetik in Erfurt war sie von 1968 bis 1972 als Seelsorgehelferin bzw. Gemeindereferentin in Mühlhausen in Thüringen tätig. Danach bis ins Jahr 1989 war sie in der Pfarrseelsorge in Leinefelde im Eichsfeld eingesetzt und im Sommer 1989 kam sie ins Ruhrbistum.

Ab Februar 1990 wurde sie hier als Gemeindereferentin in der Pfarrei St. Dionysius in Essen-Borbeck beauftragt. Zusätzlich übernahm sie ab Mai 2005 seelsorgliche Aufgaben in der Gemeinde St. Maria Immaculata in Essen-Borbeck und 2007 trat sie in den Ruhestand.

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news-17881 Sun, 11 Nov 2018 15:05:00 +0100 Impuls: Du dumme Gans https://www.bistum-essen.de/index.php?id=1459 news-17871 Fri, 09 Nov 2018 15:00:00 +0100 Overbeck: Mit dem Blick auf Europa für den Frieden werben https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/overbeck-mit-dem-blick-auf-europa-fuer-den-frieden-werben/ Ruhr- und Militärbischof warnt 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs vor einer Verharmlosung kriegerischer Konflikte. Gastbeitrag für die Zeitschrift „Kompass“ der katholischen Militärseelsorge. 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs warnt der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck vor einer Verharmlosung militärischer Auseinandersetzungen. Das Gedenken an das Kriegsende mahne, „uns nicht in trügerischer Sicherheit zu wiegen, kriegerische Konflikte nicht zu verharmlosen und dem hohen Wert des Friedens nicht seine Bedeutung abzusprechen“, schreibt Overbeck, der auch katholischer Militärbischof für die deutsche Bundeswehr ist, in einem Gastbeitrag für die Militärseelsorge-Zeitschrift „Kompass“. „In vielem ist der Friede heute bedroht“, betont Overbeck. Es scheine „einen allgemeinen Vertrauensverlust in die demokratischen Institutionen“ zu geben, Nationalismus und Populismus flammten neu auf, die „Begeisterung für das europäische Projekt“ schwinde und die Sprache verrohe.

Overbeck fordert dazu auf „täglich dafür zu sorgen, Frieden zu schaffen und zu bewahren“. Überzogenem Nationalismus gelte es vor allem durch einen neuen Blick darauf entgegenzutreten, „was Europa und das europäische Gemeinwohl ausmachen“. „Nur wenn Partikular- und Sonderinteressen hinter das gesamtgesellschaftliche Wohl zurücktreten, die gesellschaftliche Solidarität gestärkt wird und es um Menschenwürde, Gerechtigkeit und Wohlstand für alle geht, können wir Sicherheit und Frieden dauerhaft stärken und wahren“, hebt der Bischof hervor. Auch Herausforderungen wie der Klimawandel, Migrations- oder Handelsfragen seien nur in einem gemeinsam getragenen Miteinander zu bewältigen.

Die Aufgabe der Kirche sieht Overbeck in dieser Situation darin, „nicht nur für den Frieden zu werben, sondern konkrete Wege für den Frieden zu bereiten“. In einer Zeit, die von Angst und Verzagtheit geprägt sei, solle die Kirche „zuversichtlich und hoffnungsvoll voranschreiten und für Frieden und Gerechtigkeit eintreten“, so der Bischof.

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news-17873 Fri, 09 Nov 2018 13:56:32 +0100 Duisburger Abtei-Gymnasiasten malen mit Holocaust-Überlebender Sara Atzmon https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/duisburger-abtei-gymnasiasten-malen-mit-holocaust-ueberlebender-sara-atzmon/ Nach einem eindrucksvollen Vortrag der 84-jährigen Jüdin produzieren die Oberstufen-Schüler des Bischöflichen Gymnasiums aus ihren Eindrücken gemeinsam mit der Zeitzeugin großformartige Wandmotive. Sie malen auf alten Schul-Wandkarten von Europa. Auf einer überdecken schwarze Kreuze fast den ganzen Kontinent, dazwischen ein paar Hakenkreuze, noch dunkler als der Rest – und rote Punkte. „Das sind die KZs“, sagt Daniel. Und die Kreuze? „Das ist das Deutsche Reich 1941“, – mitten im Krieg, im Moment der größten geografischen Ausdehnung dieses zerstörerischen Angriffs, in dessen Windschatten sich die Vernichtung der Juden und der Terror gegen viele weitere religiöse, ethnische oder politische Gruppen über Europa ausgebreitet hat. Die drei Teenager sind an diesem 9. November Teil eines besonderen Kunstprojekts am Bischöflichen Abtei-Gymnasium in Duisburg-Hamborn. Gemeinsam mit der Holocaust-Überlebenden Sara Atzmon malen die Jugendlichen 80 Jahre nach den Novemberpogromen über den Holocaust. So erhält das unfassbar große Leid von damals, von dem die 84-Jährige so eindrucksvoll berichtet, ein junges, frisches und ganz individuelle Gedenken.

Am Donnerstag, 8.November, hat die 1933 in Ungarn geborene und heute in Israel lebende Künstlerin zunächst mehr als 300 Schüler, Lehrer und Gäste mit ihrer Lebensgeschichte in den Bann gezogen. „Sie hat anderthalb Stunden geredet und es war mucksmäuschenstill“, zeigt sich Ehemann Uri Atzmon – Sohn einer aus Oberhausen stammenden Familie – von der aufmerksamen Atmosphäre beeindruckt. Hier und da flossen den Jugendlichen stille Tränen über die Wangen, so erschütternd waren sie von ist Atzmons Geschichte. Während sie selbst überlebte und schlimmste Unterdrückungen und Misshandlungen erfuhr, wurden Dutzende ihrer Angehörigen im Holocaust ermordet.

Nach dem Vortrag ging Atzmon mit Oberstufen-Schülern, die sich freiwillig gemeldet hatten, in den Kunstraum der Schule, um eigene Eindrücke aus der Holocaust-Geschichte der Seniorin in Bilder zu verwandeln. So malen die Schüler nicht nur die Kriegs-Landkarte, sondern auch den Zug von dem Atzmon erzählt hat. Der Zug, in dem sie als Elfjährige viele Tage gesessen hat, der sie beinahe nach Auschwitz gebracht hätte – um sie schließlich in Bergen-Belsen abzuladen. Oder die Leichenberge, die Atzmon in dem Konzentrationslager gesehen hat.

Die Schüler sind engagiert bei der Sache – und Atzmon, die zwar erst vor rund 30 Jahren mit dem Malen angefangen hat, aber ihre großformatigen Holocaust-Motive in aller Welt ausstellt, hat einen guten Draht zu ihnen. Hier gibt sie Tipps, trotz der düsteren Stimmung nicht gleich das ganze Bild zu schwärzen, dort regt sie die drei Maler der Kriegs-Landkarte an, ihr Bild noch zu ergänzen. Gemeinsam mit Fabian und Niklas malt Daniel einen großen Davidstern auf die Karte. „Bis zum Krieg waren die Juden überall in Europa Teil der Gesellschaft – und sie sollen es auch künftig sein“, erklärt Fabian. „Junge Leute verstehen Kraft und Größe“, erklärt Atzmon, „deshalb male ich groß! Und wenn die Schüler etwas malen, nehmen sie etwas mit“, begründet sie den Ansatz ihrer Kunst-Workshops.

Bei Kunst-Lehrerin Katharina Middendorf hat sie damit offene Türen eingerannt. Die Pädagogin koordiniert die kulturelle Bildung an der Bischöflichen Schule und steht immer wieder vor der Frage, wie sich Kunst mit den Inhalten aus Politik, Geschichte und anderen Fächern verbinden lässt. Anders als Schulbücher, Filme oder Präsentationen sei das Malen „ein emotionaler und intuitiver Zugang“. Die Schüler schafften etwas Bleibendes – für sich selbst und für die Umwelt – „und werden so selbst zu Botschaftern“.

Für Daniel war es gar keine Frage, sich für das Kunst-Projekt zu melden: „Das dürfte für mich so ungefähr die letzte Chance sein, eine Holocaust-Überlebende zu treffen.“ Auch für Kimberley ist es „sehr berührend und atemberaubend, einen wirklichen Menschen zu treffen, der das erlebt hat“. Sie sieht es als Aufgabe für sich „das weiterzutragen“, selbst wenn es irgendwann keine Augenzeugen mehr gibt. Und es gehe darum, Konsequenzen aus der Geschichte von damals zu ziehen, sich zum Beispiel aktiv gegen Rassismus, Antisemitismus und jede andere Form von Ungerechtigkeit einzusetzen.

Dass sie zu den letzten gehört, die die dramatischen Geschichten der Judenvernichtung aus eigener Anschauung erzählen kann, ist Sara Atzmon sehr bewusst. „Mach schnell, ich bin alt“, hat sie Katharina Middendorf geantwortet, als diese sie zu dem Schulworkshop im Rahmen des Programms „Das Abtei vergisst nicht“ eingeladen hat. Seit rund 20 Jahren reist Atzmon mit ihren Bildern in Schulen in aller Welt. Am Duisburger Abtei-Gymnasium scheint sich ihr Besuch auf jeden Fall gelohnt zu haben. Bei einem Festakt im Duisburger Lehmbruck-Museum wird das Projekt am Montagabend präsentiert. Und zugleich wird das Abtei-Gymnasium mobile Mahnmale in Form auf Holplatten montierter Betongewichte an verschiedene Kooperationspartner überreichen, um damit ebenfalls an den Holocaust zu erinnern und vor Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt zu warnen.

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news-17872 Fri, 09 Nov 2018 13:29:12 +0100 Pfarrer Christian Olding kommt mit „Klartext bitte!“ ins Medienforum https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/pfarrer-christian-olding-kommt-mit-klartext-bitte-ins-medienforum/ Der mit seinen innovativen Gottesdiensten und seiner Video-Kolumne bekannt gewordene Priester aus Geldern ist am 19. November um 19.30 Uhr im Medienforum des Bistums Essen zu Gast. Olding liest aus „Klartext bitte! Glauben ohne Geschwätz“ und möchte mit den Gästen diskutieren. Der Autor und Priester Christian Olding ist am Montag, 19. November, um 19.30 Uhr mit seinem Buch „Klartext bitte! Glauben ohne Geschwätz“ im Essener Medienforum zu Gast. Olding, der als charismatischer und dickköpfiger Rebell gilt, erzählt in seinem Buch seine eigene Glaubensgeschichte. Er beschreibt, wie der Suizid des Vaters seinen Glauben verändert hat, erzählt von seinem Weg mit Gott und präsentiert, wie man den eigenen Glauben im Alltag integrieren kann. Olding ist Pfarrer im niederrheinischen Geldern. Bundesweit bekannt wurde er mit seinen innovativen „veni!“-Gottesdiensten und seiner Video-Kolumne „Klartext“, mit der er regelmäßig auf dem Internetportal katholisch.de präsent ist.

In der Gesprächsreihe „Glanzende Aussichten“, des Medienforums präsentieren Autoren aktuelle Impulse zur Zukunft von Christentum und Kirche.

Die Lesung mit anschließendem Gespräch beginnt um 19.30 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro, Karten gibt es im Vorverkauf beim Medienforum des Bistums Essen, Zwölfling 14, sowie unter Tel. 0201/ 2204-274 und – soweit nicht ausverkauft – an der Abendkasse.

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news-17868 Fri, 09 Nov 2018 09:41:00 +0100 Essener Domsingknaben mit WDR-Ensemble bei „Voices“-Konzert https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/essener-domsingknaben-mit-wdr-ensemble-bei-voices-konzert/ Die Choralschola der Essener Domsingknaben singt mit dem Solistenensemble des WDR Rundfunkchors am Mittwoch, 21. November, im Essener Dom. Um das „Misere Mei“ geht es beim Konzert der Essener Domsingknaben am Mittwoch, 21. November. Gemeinsam mit dem Solistenensemble „Canticorum“ des WDR Rundfunkchors präsentiert die Choralschola der Domsingknaben die berühmte Motette von Gregorio Allegri – jenes Stück, das der junge Mozart auf seiner Rom-Reise 1770 nach einmaligem Hören auswendig niedergeschrieben hat. Bis dahin waren jegliche Abschriften, der für die päpstliche Kapelle um 1630 entstandenen Musik unter Androhung der Exkommunikation verboten. Im Zusammenspiel mit „Canticorum“ steuern die Sänger der Choralschola zwischen den mehrstimmigen Vertonungen den musikalisch-gregorianischen Ursprung der Renaissance-Motetten kommentierend bei.

Das Konzert schließt mit einer Uraufführung des deutsch-englischen Komponisten Stephen Harrap. Harrap hat den beiden Chören eigens für das „Voices“-Konzert eine zehnstimmige Vertonung des Gedichtes „Rose of Peace“ des englischen Nobelpreisträgers William Buster Yeats geschrieben und gewidmet. „Darin verbindet sich in wunderbarer Weise die Tonsprache unserer Zeit mit den Ewigkeitsklängen der gregorianischen Musik“, sagt Domsingknaben-Dirigent Harald Martini, der das gesamte Konzert leiten wird.

Das Konzert „Voices III“ beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, nach dem Konzert bitten die Veranstalter um eine Spende.

Das nächste Konzert der „Voices“-Reihe am Essener Dom ist am 5. Dezember.

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news-17870 Thu, 08 Nov 2018 14:42:57 +0100 Duisburger St. Hildegardis-Gymnasium als „MINT-freundliche“ und digitale Schule ausgezeichnet https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/duisburger-st-hildegardis-gymnasium-als-mint-freundliche-und-digitale-schule-ausgezeichnet/ Initiative „MINT Zukunft schaffen!“ würdigt Schwerpunktsetzung der Bischöflichen Schule in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Als eine von landesweit 33 Schulen ist das Duisburger St.-Hildegardis-Gymnasium jetzt als „Digitale Schule“ zertifiziert worden. Zusammen mit 91 anderen Bildungseinrichtungen in NRW erhielt das Bischöfliche Gymnasium in der Duisburger Innenstadt zudem den Titel „MINT-freundliche Schule“, mit dem eine Schwerpunktsetzung in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ausgezeichnet wird. Die Ehrung im Dortmunder Rathaus stand unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz (KMK) und von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Hinter den Auszeichnungen steht die von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Deutschen Telekom gegründete und von zahlreichen privaten Unternehmen finanzierte Initiative „MINT Zukunft schaffen!“. Nach Angaben der Initiative werden die Schulen „auf Basis eines anspruchsvollen, standardisierten Kriterienkatalogs bewertet und durchlaufen einen bundesweit einheitlichen Bewerbungsprozess.“

„Den MINT-Fächern gehört die Zukunft“, sagte NRW-Bildungs-Staatssekretär Mathias Richter (FDP) bei der Auszeichnung. Dass die Zahl der MINT-freundlichen Schulen weiter gestiegen sei, sei „ein wichtiger Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unseres Landes“. Zudem freue er sich über die Auszeichnung von 33 Schulen als ‚Digitale Schule‘. Das Land „will die Digitalisierung unserer Schulen vorantreiben und entwickelt hierzu derzeit eine Gesamtstrategie“, so Richter.

Die bundesweit 1700 MINT-freundlichen und viele weitere interessierte Schulen „öffnen sich stärker und stärker für die Digitalisierung“, betonte der frühere Telekom-Vorstand und heutige FDP-Bundestagsabgeordnete Thomas Sattelberger, Vorsitzender der Initiative „MINT Zukunft schaffen!“. „Sie wollen Schulentwicklung mit digitaler Transformation verknüpfen.“

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news-17869 Thu, 08 Nov 2018 12:20:14 +0100 Spiritual Klaus Kleffner diskutiert mit Rabbiner über Spiritualität https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/spiritual-klaus-kleffner-diskutiert-mit-rabbiner-ueber-spiritualitaet/ Diskussion mit Rabbiner Joshua Arens in der Alten Synagoge in Essen nimmt am 21. November die spirituelle Entwicklung im Judentum und in der katholischen Kirche nach 1945 in den Blick. Über die Entwicklung der Spiritualität bei Juden und Katholiken nach 1945 berichten und diskutieren am Mittwoch, 21. November, der Darmstädter Rabbiner Joshua Arens und der Essener Priester Klaus Kleffner bei einem Gesprächsabend in der Alten Synagoge in Essen.

Arens ist Mitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland und stellt dar, wie sich nach dem Holocaust trotz der anfänglichen Abkehr vieler Juden von ihren Glaubenstraditionen neue spirituelle Traditionen entwickelten und andere wiederentdeckt wurden. Kleffner leitet im Bistum Essen das Exerzitienreferat „Team Exercitia“ und ist als Spiritual in der Priesterausbildung tätig. Er berichtet über spirituelle Entwicklungen in der katholischen Kirche Deutschlands, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter anderem von den Aufbrüchen des Zweiten Vatikanischen Konzils, innovativen Bewegungen wie der von Taizé und den weltweit wachsenden christlich-charismatischen Bewegungen, aber auch von klassischen spirituellen Formen wie Exerzitien oder Geistlicher Einzelbegleitung geprägt waren – und es bis heute sind.

Der Gesprächsabend mit den beiden Impulsreferaten und anschließender Diskussion beginnt um 19 Uhr im Seminarraum der Alten Synagoge, Edmund-Körner-Platz 1.

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news-17867 Wed, 07 Nov 2018 14:49:29 +0100 Tinker-Wallach Paddy mag Malzbier nach dem Martinszug https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/tinker-wallach-paddy-mag-malzbier-nach-dem-martinszug/ Ein Interview mit einem erfahrenen Mülheimer Martinspferd offenbart ungewohnte Einblicke ins Leben der wahren Stars beim Laternenzug. Paddy ist 19 Jahre alt und vielleicht einer der größten Martins-Fans in Mülheim. Ganz sicher weiß man das nicht, aber so ruhig und gut gelaunt, wie der Tinker-Wallach jedes Mal mit seiner Martina die Laternenzüge anführt, ist Besitzerin Milana Stovermann überzeugt: „Paddy mag Martin!“ Im Interview offenbart Paddy – mit Milanas Übersetzungshilfe – ungewohnte Einblicke ins Leben eines Martinspferds.

Bistum Essen: Na Paddy, schon nervös vor dem Start der neuen Martins-Saison?
Paddy: Ach, wieso das denn – ich mache das jetzt schon seit neun Jahren. Da kriegt man Routine.

Bistum Essen: Wird das denn nicht langweilig: jedes Jahr wieder „Laterne, Laterne“ und „rabimmel, rabammel, rabumm“?
Paddy: Die Musik ist mir egal, mitsingen kann ich ja eh nicht. Viel wichtiger ist, dass St. Martin jedes Jahr mächtig Abwechslung in mein Leben bringt. Endlich komme ich mal wieder raus. Außerdem bin ich hier im Stall Storb das einzige Martinspferd – was meinen Sie, was die Kollegen da gucken, wenn ich erst mal wieder vorbereitet werde.

Bistum Essen: Vorbereitet? Wir dachten, der Darsteller des Martin – oder bei Ihnen eben „Martina“ – müssten sich vorbereiten und verkleiden.
Paddy: Ach, verglichen mit mir ist das bei den Reitern doch Kleinkrams: Helm, Mantel, Schwert – fertig. Mir spendieren meine Leute vor dem ersten Martinszug dagegen immer ein richtiges Wellness-Programm: Waschen, Schäumen, Trocknen sozusagen. Mit unserem dicken Schweif und unserem üppigen Behang an den Fesseln legen wir Tinker-Pferde ja ohnehin mehr Wert aufs Äußere als mancher Artgenosse …

Bistum Essen: Ach so ist das bei Ihnen. Na, da geht es Ihnen heute sicher besser als dem Pferd, das der römische Offizier Martin seinerzeit geritten hat.
Paddy: Vielleicht. Aber euch Menschen geht’s ja heute auch besser als euren Kollegen im vierten Jahrhundert. Ich glaube aber, dass sich Martin sehr gut um sein Pferd gekümmert hat. Wer seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilt, dem liegt doch auch sein Pferd am Herzen.

Bistum Essen: Schauen wir noch einmal auf Ihre Martins-Aktivitäten. Haben Sie als Martins-Pferd eigentlich eine besondere Ausbildung bekommen?
Paddy: Wieso das denn? Ich bin ein Naturtalent! Gemütlich im Schritt durch die Gegend laufen und ein freundliches Gesicht machen, das konnte ich schon immer.

Bistum Essen: Aber es heißt doch, die vielen Menschen mit ihren Fackeln und Laternen und die Martinsfeuer, die machten die Pferde nervös.
Paddy: Von Feuer halte ich mich fern. Ihr Menschen könnt ja einfach die Augen zumachen, wenn die Funken fliegen – so einfach zwinkern können wir Pferde nicht. Und außerdem: Wenn sich nach einem schönen Martinszug alle noch einmal versammeln, um das Feuer anzuschauen – und mich, das Martinspferd, na was meinen Sie, wer da der wahre Star ist.

Bistum Essen: So ein schönes großes Feuer ist eine tolle Sache!
Paddy: Schon, aber das kann man nicht streicheln. Wenn ich nach dem Martinszug zwischen den Leuten stehe, sind alle Augen auf mich gerichtet – und dann beginnt das große Knuddeln. Paddy hier, Paddy da, überall werde ich gestreichelt. Und das ist ehrlich gesagt ziemlich wundervoll. Das ist mein persönliches Martinszug-Highlight!

Bistum Essen: Auf wie vielen Zügen sind Sie eigentlich unterwegs?
Paddy: In diesem Jahr sind es drei. Das ist schön gemächlich: Der Zug in Mülheim-Saarn, ein kleiner Zug bei der Kita „Wurzelzwerge“ – und ein richtig großer Zug an der Ripshorster Straße in Oberhausen.

Bistum Essen: Und da lotst Sie überall Ihr Martin, pardon: Ihre Martina durch?
Paddy: Wie man’s nimmt – vor allem trage ich die Martina sicher durch die Menge! Aber hinter mir passt Milana auf, dass mir keines der Kinder zu nahe kommt. Das mag ich nämlich gar nicht, ich hab schließlich keinen Rückspiegel wie ihr bei euren Autos. Manche Pferde sind beim Martinszug auch nervös, aber ich in da eher der chillige Zeitgenosse.

Bistum Essen: Gut, das haben wir ja schon mitbekommen. Gibt’s denn nach dem Martinszug neben der ganzen Streichelei auch noch eine handfeste Belohnung? Mit Brezel oder Glühwein braucht man Ihnen ja wohl nicht zu kommen …
Paddy: Nee, das gibt nur Bauchschmerzen. Beim Martinszug der Kita bringen die Erzieherinnen extra einen Bund Möhren mit. Das ist toll. Ansonsten wissen aber meine Leute, womit man mich nach einem anstrengenden Martinszug wieder so richtig munter macht: Malzbier in einer schönen großen Schüssel – das gönn‘ ich mir nach so einem Auftritt!

Bistum Essen: Na dann mal Prost! Vielen Dank für das Gespräch – und eine kuschelige Martinszug-Saison.

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news-17863 Wed, 07 Nov 2018 14:45:00 +0100 Bischof Overbeck sieht Kirche an historischem Wendepunkt https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/bischof-overbeck-sieht-kirche-an-historischem-wendepunkt/ Weltweiter Missbrauchsskandal sei „Point of no Return“, sagte Bischof Franz-Josef Overbeck am Dienstagabend in der Mülheimer Akademie „Die Wolfsburg“. Podiumsdiskussion zur katholischen Missbrauchsstudie mit den Wissenschaftlern Andreas Kruse und Eric Schmitt sowie der Präventionsbeauftragten des Bistums, Andrea Redeker. Im weltweiten Missbrauchsskandal der katholischen Kirche sieht Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck einen historischen Wendepunkt, von dem er deutliche Veränderungen und Kurskorrekturen erwartet. „Es gibt Ereignisse, hinter die gibt es kein Zurück mehr“, sagte der Bischof am Dienstagabend in Mülheim und zog mit Blick auf die historische Dimension Vergleiche mit dem Fall der Mauer. „Der Missbrauchsskandal in seiner ganzen Weite ist so ein ,Point of no Return‘“. Die Kirche erlebe „eine Vertrauenskrise extremsten Ausmaßes“. Nun müssten alle Fragen, die es auch vorher schon gab, neu beantwortet werden, so Overbeck. Dazu gehörten die Sicht der Kirche auf Homosexualität, eine generelle „Neudimensionierung der Geschlechterbeziehungen“ sowie Fragen des Zölibats, des Machtmissbrauchs und der Rolle von Frauen in der Kirche.

Zusammen mit zwei Autoren der von der Deutschen Bischofskonferenz beauftragten Missbrauchsstudie und der Präventionsbeauftragten des Bistums Essen, Andrea Redeker, diskutierte Overbeck in der Akademie „Die Wolfsburg“ über die vor gut einem Monat veröffentlichte „MHG-Studie“ und mögliche Konsequenzen für die Kirche. Insbesondere die besonderen Machtstrukturen in der Kirche sowie Fragen der Sexualmoral stellten die beiden Heidelberger Psychologie-Professoren Andreas Kruse und Eric Schmitt dabei als die zentralen Themen dar, die sexuellen Missbrauch von Kindern durch Priester oder Diakone begünstigt hätten. Kruse empfahl der Kirche „ausführliche Auseinandersetzungen“ über den Pflicht-Zölibat für Priester und „die Vielfalt sexueller Lebens- und Ausdruckformen“. Das „Abdrängen“ bestimmter Lebensformen wie der Homosexualität begünstige deren missbräuchliche Ausprägung.

Debatte über Macht, Hierarchie und Sexualmoral in der Kirche

Overbeck will diese Diskussionen in der Kirche forcieren. Er hatte bereits kurz nach Veröffentlichung der Studie gefordert, die Kirche müsse sich nun gerade in Fragen von Macht, Hierarchie und Sexualmoral bewegen. „Wir müssen daran arbeiten, was neuere Erkenntnisse zum Beispiel der Biologie, der Psychologie oder der Medizin ganz real für unsere Kirche bedeuten“, sagte der Bischof in der „Wolfsburg“. „Da stehen wir erst am Anfang.“

Die Gefahr des Machtmissbrauchs sei für Kleriker „sehr groß“, bekannte Overbeck. Hier, wie auch beim Thema Sexualität, riet Kruse den Priestern und den Verantwortlichen für die Priesterausbildung zu mehr Reflexion. „Fragen der eigenen Sexualität und Erotik müssen zu einem intensiven Thema werden“, forderte der Psychologe. Mit Blick auf Machtfragen ergänzte er: „Die nicht reflektierte Macht birgt die Gefahr der Destruktivität“.

Die Heidelberger Forscher haben im Rahmen der MHG-Studie mit insgesamt 214 Missbrauchs-Betroffenen jeweils mehrstündige Interviews geführt. Die überwiegende Zahl der Fälle liege teils Jahrzehnte zurück – auch, weil ein Missbrauch in Kindestagen viele Menschen gerade in fortgeschrittenem Alter verstöre und belaste, so Kruse. Er zitierte Sigmund Freud und sagte: „Die Psyche kennt keine Zeit.“ Nach anfänglichem Zögern hätte es nach einiger Zeit eine große Bereitschaft Betroffener gegeben, mit den Forschern zu sprechen, sagte Schmitt. Ein wichtiges Motiv für viele Betroffene sei die Hoffnung, mit ihren Erzählungen dazu beizutragen, dass heutigen und künftigen Generationen so etwas wie ihnen nicht geschieht. Neben der Aufklärung „hilft die Studie den Betroffenen zu sehen, dass sie kein Einzelfall sind“, sagte Kruse.

„Die Kirche ist schuldig geworden“

Dass sich in den vergangenen Jahren im Bistum Essen sowohl in der Bearbeitung dieser Fälle als auch in der strukturierten Prävention gegen sexualisierte Gewalt Grundlegendes verändert hat, beschrieb die Präventionsbeauftragte Andrea Redeker. Die Verfahrensordnung für den Umgang mit Missbrauchsfällen sei im Ruhrbistum mittlerweile rechtsverbindlich in Kraft gesetzt, mit entsprechend klaren Regeln und Konsequenzen. „Ich glaube nicht, dass dies schon bundesweit der Fall ist“, so Redeker. In der Vergangenheit sei „die Kirche schuldig geworden, weil sie mehr auf die Priester als auf die Opfer geachtet hat“, betonte der Bischof. Heute stehe der Blick auf die Betroffenen im Mittelpunkt sowie die gemeinsame Abstimmung des Vorgehens mit ihnen, erläuterte Redeker. Der Grundsatz, jeden Fall beim Staatsanwalt anzuzeigen, werde nur dann durchbrochen, wenn die Betroffenen dies ausdrücklich nicht wünschten. Overbeck plädierte für „Änderungen im kirchlichen Straf- und Prozessrecht“, um die Verfahren transparenter zu gestalten – auch als Reaktion auf den Druck der Öffentlichkeit.

Von Missbrauch Betroffene wünschte sich ein ehrliches und interessiertes Zuhören, sagte Eric Schmitt auf die Frage, wie ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter der Kirche heute mit Missbrauchsopfern umgehen sollten. Außerdem wollten viele Betroffene an der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals mitwirken. „Eine Aufarbeitung ohne die Betroffen kann es nicht geben“, so Schmitt. Vielen gehe es dabei auch um die Fragen, was aus dem Täter geworden ist. „Eine Art Täter-Opfer-Ausgleich wäre in vielen Fällen ein guter Weg, ist aber oft schwierig, weil viele Täter schon tot sind“, sagte der Wissenschaftler.

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news-17866 Wed, 07 Nov 2018 14:22:55 +0100 Katholische Schulen öffnen Türen für Viertklässler und Eltern https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/katholische-schulen-oeffnen-tueren-fuer-viertklaessler-und-eltern/ Die weiterführenden katholischen Schulen in Essen und Duisburg laden Grundschüler der vierten Klassen und ihre Eltern im November und Dezember zu "Tagen der offenen Tür" ein. Ein paar Monate haben die Viertklässler der Grundschulen noch vor sich, dann geht es für sie an die weiterführenden Schulen. Um Eltern und Kinder möglichst früh umfangreich über ihre Angebote zu informieren, laden die weiterführenden katholischen Schulen in Duisburg und Essen zu „Tagen der offenen Tür“ ein. Dort präsentieren Lehrer, Schüler und Eltern die verschiedenen Schulformen und es gibt Informationen über Stundenpläne, die Schulgemeinschaft sowie Anmeldemöglichkeiten.

 An folgenden Terminen sind die Schulen für Eltern und Kinder geöffnet:

Duisburg

  • Abtei-Gymnasium (Tel.: 0203/555940)

Tag der offenen Tür: Samstag, 24. November, 10 bis 13 Uhr,

Anmeldungen ab 24. November, Termine können vor Ort oder telefonisch vereinbart werden.

  • St. Hildegardis-Gymnasium (Tel.: 0203/929750)

Tage der offenen Tür: Samstag, 24. November, 9 bis 13 Uhr und Freitag, 11. Januar, 9 bis 12 Uhr,

Anmeldungen ab 24. November, Termine können vor Ort oder telefonisch vereinbart werden.

Essen

  • B.M.V-Schule (Tel.: 0201/8702253)

Tag der offenen Tür: Samstag, 1. Dezember, 10 bis 14.30 Uhr,

Anmeldungen am 8. Februar von 12 bis 18 Uhr, 9. Februar von 9 bis 15 Uhr und 12. Februar von 14.30 bis 18 Uhr, Termine können telefonisch vereinbart werden.

  • Sekundarschule am Stoppenberg (Tel.: 0201/8320070)

Tag der offenen Tür: Samstag, 17. November, 10 bis 13 Uhr,

Informationsabend für Eltern: Montag, 12. November, 18 Uhr,

Anmeldungen sind ab sofort möglich, Termine können telefonisch vereinbart werden.

  • Gymnasium am Stoppenberg (Tel.: 0201/831003)

Tag der offenen Tür: Samstag, 19. Januar, 10 bis 13 Uhr,

Anmeldungen am 9. Februar, 9 bis 13 Uhr, ohne Termin

  • Mariengymnasium Essen-Werden (Tel.: 0201/492226)

Tag der offenen Tür: Samstag, 24. November, 9 bis 12.30 Uhr,

Informationsabend für Eltern: Montag, 19. November, 19.30 Uhr,

Anmeldetermine können am Infoabend oder Tag der offenen Tür sowie telefonisch vereinbart werden.

  • Don-Bosco-Gymnasium (Tel.: 0201/6850343)

Informationsabend: Mittwoch, 14. November, 19 Uhr,

Tag der offenen Tür: Samstag, 8. Dezember, 10 bis 12.30 Uhr,

Anmeldungen sind am 8. Februar von 14 bis 17.45 Uhr (Termine können telefonisch vereinbart werden) und am 9. Februar von 9 bis 13 Uhr (auch ohne Termin) möglich.

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news-17865 Wed, 07 Nov 2018 14:06:17 +0100 Dr. Burkhard Kämper verlässt das Bistum Essen https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/dr-burkhard-kaemper-verlaesst-das-bistum-essen/ Staatskirchenrechts-Experte hat viele Jahre die „Essener Gespräche zum Thema Staat und Kirche“ organisiert Nach mehr als 28 Jahren scheidet der Jurist und anerkannte Experte für Themen des Staatskirchenrechts, Dr. Burkhard Kämper. zum Jahreswechsel aus dem Dienst des Bistums Essen aus. Bereits 2011 hatte Kämper seine damalige Funktion als Dezernent für das nichtpastorale Personal im Ruhrbistum aufgegeben und war als Justitiar und stellvertretender Leiter in das Katholische Büro Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf gewechselt. Nun beendet er zum Ende des Jahres auch seine noch in Essen verbliebene Verantwortlichkeit für die Essener Gespräche zum Thema Staat und Kirche, die künftig inhaltlich und organisatorisch von der Bistums-Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim wahrgenommen wird. Kämper wird dann ausschließlich im Katholischen Büro in Düsseldorf tätig sein.

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck sprach Kämper seinen Dank und seine Anerkennung insbesondere für seine engagierte Arbeit im Rahmen der „Essener Gespräche“ aus. „In seinen verschiedenen Tätigkeiten in den vergangenen 28 Jahren hat Dr. Kämper unser Bistum sehr bereichert. Seine juristischen Kompetenzen waren dabei nicht nur in der täglichen Arbeit unseres Generalvikariats hochgeschätzt. Vielmehr hat Kämper durch sein außerordentliches Engagement bei den ,Essener Gesprächen‘ dafür gesorgt, dass dieses traditionsreiche Veranstaltungsformat unter Juristen und Politikern bis heute ein sehr hohes Ansehen genießt.“

Die „Essener Gespräche“ sind eine interdisziplinäre und überkonfessionelle wissenschaftliche Fachtagung, zu der das Bistum Essen seit mehr als 50 Jahren Hochschullehrer und wissenschaftlich tätige Praktiker aus Justiz und – staatlicher und kirchlicher – Verwaltung einlädt. Die Dokumentationsbände finden seit Jahren in Rechtsprechung und Fachliteratur Beachtung und werden in zahlreichen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes zitiert.

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news-17862 Tue, 06 Nov 2018 17:43:17 +0100 Hilfswerk Missio fordert Bundeskanzlerin zu Einsatz für verfolgte Christin Asia Bibi auf https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/hilfswerk-missio-fordert-bundeskanzlerin-zu-einsatz-fuer-verfolgte-christin-asia-bibi-auf/ Bürger können sich mit Postkarten und E-Mails von Missio direkt an die Kanzlerin sowie an die EU-Außenbeauftragte und den pakistanischen Botschafter wenden. Die Aufhebung des Todesurteils gegen die katholische Pakistanerin in der vergangenen Woche hatte zu massiven Protesten radikaler Muslime geführt. Das Schicksal der Christin Asia Bibi in Pakistan ruft Forderungen nach deutscher Unterstützung hervor. Mit einer E-Mail- und Briefaktion will das katholische Hilfswerk Missio in Aachen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu bewegen, sich persönlich für die Freiheit, Sicherheit und Ausreisemöglichkeiten Bibis einzusetzen.

Die Bundeskanzlerin solle gegenüber der pakistanischen Regierung unter Premierminister Imran Khan auf die dauerhafte Sicherheit von Asia Bibi, ihrer Familie und auch ihrer Unterstützer bestehen, so die Organisation am Dienstag. Eine sofortige Ausreise Bibis und ihrer Familie in ein Land ihrer Wahl müsse ebenso gewährleistet werden, wenn nötig auch mit diplomatischer oder logistischer Hilfe der Bundesregierung, so Missio. Vorlagen für E-Mails und Briefe an die Bundeskanzlerin sowie an die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Federica Mogherini, und den pakistanischen Botschafter in Deutschland, Jauhar Saleem, können unter www.missio-hilft.de/asiabibi heruntergeladen werden.

Nachdem die deutschen Bischöfe sich bereits am Wochenende mit Hoffnung, aber auch mit großer Sorge angesichts der Lage in Paktistan geäußert hatten, begrüßte am Dienstag auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, die Aufhebung des Urteils durch die höchsten pakistanischen Gerichte sowie die anschließenden Worte des neuen Premierministers. „Das Blasphemie-Gesetz dient inzwischen allenfalls einer radikalen Gruppe im Lande, die Religion für ihre machtpolitischen Ränkespiele zu instrumentalisieren versucht. Traurig aber wahr, zu viele sind dadurch zu Tode gekommen. Das darf niemals mehr passieren“, sagte Mazyek.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, erklärte am Montagabend in seinen Social-Media-Kanälen: „Was der pakistanischen Christin Asia Bibi gegenwärtig widerfährt, ist grauenhaft. Trotz ihres Freispruchs von dem unsinnigen Vorwurf der Gotteslästerung wird sie noch immer bedroht von religiösen Fanatikern.“ Er hoffe, dass sie bald in Sicherheit sein werde.

Der menschenrechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Brand, forderte Schutz für Bibi in Deutschland. „Obwohl die obersten Richter Asia Bibi Freiheit zugesprochen haben, ist ihr Leben jetzt auf das Höchste bedroht. Es ist Gefahr in Verzug“, sagte der Politiker. Aus dem hoffnungsvollen Urteil für mehr Religionsfreiheit sei eine „dramatische Hiobsbotschaft“ geworden. Trotz Aufhebung des Todesurteils wollten radikale Islamisten Bibi wieder in der Todeszelle sehen. „Als verfolgte Christin muss diese mutige Frau zum Schutz auch einen Platz in Deutschland finden können“, so Brand.

Asia Bibi war 2009 als erste katholische Frau in Pakistan wegen Blasphemie angeklagt und 2010 zum Tode verurteilt worden. Im Juli 2015 ordnete ein Gericht die vorläufige Aussetzung der Vollstreckung der Todesstrafe an. Das erneute Berufungsverfahren war in den vergangenen Jahren immer wieder verzögert worden. Das Oberste Gericht Pakistans sprach sie am Mittwoch überraschend frei. Dies hatte zu massiven Protesten radikaler Muslime geführt. Die pakistanische Regierung sicherte der radikalislamischen Partei TLP zuletzt zu, Asia Bibi dürfe das Land nicht verlassen. Derzeit ist sie noch weiter im Gefängnis. Nach Angaben des Hilfswerks „Kirche in Not“ in Rom hat die Familie von Asia Bibi mittlerweile Italiens Regierung um Hilfe für eine Ausreise und um Asyl gebeten.

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news-17861 Tue, 06 Nov 2018 15:30:32 +0100 St. Martin lockt Hunderttausende auf die Straßen https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/st-martin-lockt-hunderttausende-auf-die-strassen/ Anerkennung als „immaterielles Kulturerbe“ freut Martinszug-Organisatoren im Bistum Essen Die Bäcker verkaufen wieder Brezeln, die Blechbläser stimmen ihre Instrumente – und manches Modell der batteriebetriebenen Laternen-Leuchtstäbe dürfte schon wieder ausverkauft sein. Es ist Martins-Zeit. Und wenn sich in diesen Tagen wieder Hunderttausende auf den Weg machen, um bei ihren fröhlichen Umzügen an den Mann zu erinnern, der vor mehr als 1500 Jahren mit seiner Mantel-Spende ein Beispiel für tätige Nächstenliebe gesetzt hat, dann gehören sie damit nun auch anerkannterweise zum Kulturerbe Nordrhein-Westfalens.

„Schön, dass es der Martin so weit gebracht hat“, freut sich Lara Meyer, die Vorsitzende des Pfadfinderstamms Maximilian Kolbe in Wattenscheid-Höntrop, über die Einstufung als Kulturerbe. Gemeinsam mit den Jungen und Mädchen in ihrem Pfadfinderstamm organisiert sie den Zug, der am Martinstag, Sonntag, 11. November, ab 17 Uhr vom Gemeindeheim St. Marien zur Wattenscheider Waldbühne zieht. Die Kulturerbe-Anerkennung „ist ein schönes Zeichen dafür, dass wir eine Tradition weitertragen“, sagt die junge Frau – schließlich habe ja auch ihr eigener Martinszug eine lange Geschichte: „Den gibt’s eigentlich schon so lange ich denken kann“. Wenn das Wetter gut wird, rechnet Meyer mit „rund 400 Besuchern“. Der ganze Pfadfinderstamm ist dann eingespannt: Am Brezelstand testen die kleinen Wölflinge ihr Verkaufstalent, die Großen kümmern sich um alles Organisatorische – und auf der Waldbühne präsentiert die Pfadfinderstufe das Martinsspiel.

Kirchengemeinden, Kindergärten, Grundschulen, Bürgervereine – überall zwischen Rhein, Ruhr und Lenne sind die Martinszüge anders organisiert. Und in der Duisburger Gemeinde Petrus Canisius leichtet zum Martinszug am Montag, 12. November, wieder eine Riesenlaterne vom Kirchturm. Am Bischöflichen Hildegardis-Gymnasium hat Schulleiterin Sabine Kretschmann-Dulisch sogar ihre weiterführende Schule mit dem Martinsfieber infiziert. Am Dienstag, 13. November, gibt es um 17.20 Uhr zunächst einen kleinen Gottesdienst in der St.-Josef-Kirche, bevor dann der Martinszug durchs Dellviertel zieht. Allen voran die passionierte Reiterin Kretschmann-Dulisch, die höchstselbst die „Martina“ spielt.

Als einer der größten kirchlich organisierten Martinszüge in Essen gilt der im Stadtteil Überruhr. Seit fast 60 Jahren organisiert dort die Eucharistische Ehrengarde den Umzug für die Gemeinde St. Mariä Heimsuchung. Die Kulturerbe-Auszeichnung sei „eine Anerkennung für die vielen Leute, die sich hier engagieren“, sagt Rudolf Heidrich. Sicherlich 100 Leute koordiniert der Ehrengarde-Oberst, damit sich der Zug am Samstag, 10. November, um 17 Uhr mit Martin und Pferd, begleitenden Rittern, fünf Musikkapellen und „mehreren tausend Besuchern“ auf den Weg machen kann. Heidrich sieht die Kulturerbe-Auszeichnung auch als Auftrag „das Andenken des Heiligen Martins weiter aufrecht zu halten“. Wenn es ums Teilen geht, sind die Überruhrer schon auf einem guten Weg: Mit dem Erlös des Brezel-Verkaufs und der Martins-Lose unterstützt die Gemeinde ein Hilfsprojekt in Indien. Und ökumenisch ist das Martinsfest in Überruhr auch noch: „Als vor einigen Jahren der Sportplatz, auf dem unser Zug bis dahin endete, nicht mehr zur Verfügung stand, hat die evangelische Kirchengemeinde gleich den großen Rasenplatz hinter der Stephanuskirche angeboten“, erzählt Heidrich. Längst sei aus der spontanen Hilfsaktion ein gemeinsames Martinsfest geworden: „Beim Getränkeverkauf hilft die evangelische Gemeinde kräftig mit.“ Das dürfte ganz im Sinne des heiligen Martin sein, der immerhin mehr als 1000 Jahre vor der Reformation gelebt hat.

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news-17855 Tue, 06 Nov 2018 10:43:00 +0100 Bistum Essen stellt sich auf sinkende Kirchensteuereinnahmen ein https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/bistum-essen-stellt-sich-auf-sinkende-kirchensteuereinnahmen-ein/ Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Jahresüberschuss des Bistums 2017 fast halbiert. Finanzbericht 2017 umfasst erstmals auch kaufmännische Bilanz des Essener Domkapitels. Trotz leicht gestiegener Kirchensteuereinnahmen hat sich der Jahresüberschuss des Bistums Essen im vergangenen Jahr mit 17 Millionen Euro fast halbiert. Das geht aus dem Finanzbericht 2017 hervor, den das Ruhrbistum am Dienstag, 6. November, veröffentlicht hat. Demnach wurde das Ergebnis unter anderem durch deutlich gestiegene Aufwendungen in der Altersvorsorge für das kirchliche Personal und einen zusätzlichen Aufwand in der Weiterleitung der Kirchensteuer für andere Bistümer belastet. Für die Zukunft erwartet das Bistum zudem deutlich geringere Einnahmen.

„Wie das gesamte Ruhrgebiet profitieren auch wir als Kirche derzeit noch von der ausgezeichneten Wirtschaftslage mit einer historisch hohen Beschäftigung“, erklärte Generalvikar Klaus Pfeffer. So hätte ein leichter Anstieg bei den Netto-Kirchensteuereinnahmen von rund drei auf insgesamt 172 Millionen Euro die finanziellen Verluste durch die Kirchenaustritte im vergangenen Jahr ausgeglichen. Zugleich macht der Finanzbericht jedoch deutlich, dass diese Situation sich mittelfristig ändern dürfte: Zum einen würde sich ein Wirtschaftsabschwung mit geringerer Beschäftigung und dadurch geringeren Kirchensteuereinnahmen spürbar in der Bistums-Bilanz niederschlagen. Vor allem aber ist die Kirche – wie die gesamte Region – von den finanziellen Folgen des demographischen Wandels betroffen.

Finanzchef Beckmann zeigt Perspektiven der Bistumsfinanzen auf

Im „Perspektiven“-Kapitel des Finanzberichts stellt der Finanzchef des Bistums, Daniel Beckmann, dar, wie groß der Anteil der „Babyboomer“ an den Kirchenmitgliedern und Kirchensteuerzahlern im Ruhrbistum ist. Wenn diese derzeit noch gut verdienenden heute etwa 50- bis 60-Jährigen zwischen Anfang der 2020er und Anfang der 2030er Jahre in den Ruhestand wechseln, erwartet Beckmann bildlich eine „Kirchensteuerklippe“, da die nachfolgende Mitglieder-Generation bereits aufgrund ihrer deutlich geringeren Anzahl die entstehende Lücke nicht wird füllen können. „Dann werden die Kirchensteuereinnahmen dauerhaft signifikant zurückgehen“, so der Leiter der Hauptabteilung Finanzen und bischöfliche Immobilien.

„Auf diese Situation stellen wir uns bereits jetzt ein“, betonte Pfeffer und verwies auf Entwicklungsprozesse in den Pfarreien, bei der Caritas, im Kita-Zweckverband oder im Bildungsbereich des Bistums. „Aktuell haben wir noch begrenzte Möglichkeiten, bestimmte Entwicklungen finanziell abzufedern“, so Pfeffer. Ausdrücklich fördere das Bistum innovative Projekte wie zum Beispiel die Kinderkirche in Bottrop, die Segnungsfeiern für Neugeborene, das Schulmobil in Duisburg oder den vor wenigen Wochen eröffneten Pilgerweg durch das Ruhrbistum. „Bei uns geht es nicht nur um Abbau und Rückzug, sondern um den Umbau hin zu einer Kirche, die einer immer vielfältiger werdenden Welt auf möglichst vielfältige Weise unsere frohe Botschaft verkündet“, sagte Pfeffer. So würden auch die Pfarreien des Bistums in den kommenden Jahren finanziell und personell weiter unterstützt, um sich im Rahmen der Pfarreientwicklung auf die künftigen seelsorgerischen Bedürfnisse der Menschen und die dann zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen einzustellen.

Fast 40 Prozent der Aufwendungen fließen in die Pfarreien

Insgesamt hat das Bistum im vergangenen Jahr mit 258,8 Millionen Euro Erträgen Aufwendungen in Höhe von 241,8 Millionen Euro finanziert. Knapp 40 Prozent davon sind in die Pfarreien und Gemeinden vor Ort geflossen und haben dort zum Beispiel das seelsorgerische Personal und deren Altersversorgung, den Erhalt von Gebäuden sowie den Betrieb der mehr als rund 260 katholischen Kindertagesstätten im Ruhrbistum finanziert. Allein für die Kitas hat das Bistum knapp 20 Millionen Euro ausgegeben – deutlich mehr als gesetzlich vorgeschrieben, weil die Kindertagesstätten seitens der Kommunen vielerorts unterfinanziert sind. „Hier begrüßen wir die Initiativen der Landesregierung, die diese Finanzlücke ab dem kommenden Jahr schließen will“, betonte Generalvikar Pfeffer. Auch in die sieben bistumseigenen und die zwei von Orden im Ruhrbistum getragenen Schulen investiert das Bistum deutlich mehr als vom Gesetzgeber erwartet. Mit einem Aufwand von netto sechs Millionen Euro zahlt das Bistum nicht nur sechs Prozent wie gesetzlich verlangt, sondern mindestens 13 Prozent der Kosten. Die Arbeit der Caritas hat das Bistum mit knapp 13 Millionen Euro unterstützt.

Im Durchschnitt zahlte jedes Kirchenmitglied im Bistum Essen im vergangenen Jahr netto 218 Euro an Kirchensteuer. Die Kirchensteuer ist damit die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle. Von den ursprünglich von den Finanzämtern eingezogenen gut 203 Millionen Euro blieben den Christen im Ruhrbistum aber unterm Strich nur 172 Millionen Euro. Neben den knapp 6 Millionen Euro an Gebühren, die die Finanzämter für den Kirchensteuereinzug erhalten haben, musste das Bistum allein rund 25 Millionen Euro – knapp 5 Millionen Euro mehr als im Vorjahr – an andere Bistümer weiterleiten bzw. hierfür zurückstellen. Dieses Verrechnungsverfahren ist nötig, weil Kirchensteuern auf Lohnsteuern zunächst dort von den Finanzämtern eingezogen werden, wo die Lohnabrechnung eines katholischen Arbeitnehmers ihren Sitz hat. Untereinander verrechnen die Bistümer die Steuereinnahmen, so dass sie letztendlich dem Wohnsitz des Kirchenmitglieds zu Gute kommen.

Eine spürbare Belastung im Jahresergebnis sind die um 13 Millionen Euro gestiegenen Finanzaufwendungen. Hintergrund ist die in der Systematik des Handelsgesetzbuchs vorgeschriebene Verzinsung der Pensions-Rückstellungen, der das Bistum folgt, um eine nach allgemeinen Maßstäben transparente und vergleichbare Bilanz zu erhalten. Stieg der in der Systematik vorgeschriebene Abzinsungssatz 2016 von 3,89 auf 4,01 Prozent – was einen geringeren Aufwand für das Bistum und ein positives Finanzergebnis zur Folge hatte – sank der vorgeschriebene Zinssatz 2017 wieder auf 3,68 Prozent. „Dies bedeute einen größeren Aufwand, sorgt aber für eine tendenziell realistischere Verzinsung und damit eine sichere Vorsorge-Planung, vor allem für unsere Priester“, erläuterte Finanzchef Beckmann.

Erstmals Bilanz für alle vier Rechtsträger auf Bistums-Ebene

Erstmals legt das Bistum mit seinem Finanzbericht 2017 nicht nur eine HGB-konforme Bilanz des eigenen Haushalts vor, sondern auch der drei weiteren eigenständigen Rechtsträger auf Bistums-Ebene: Bischöflicher Stuhl, Domkapitel und Versorgungs-Fonds, in dem die Pensionsverpflichtungen des Bistums gebündelt sind. Während die Bilanz des Bistums ein Volumen von 314,9 Millionen Euro und das des Versorgungs-Fonds von 191,2 Millionen Euro umfasst, schlagen der Bischöfliche Stuhl mit zwei und das Domkapitel mit 27,5 Millionen Euro zu Buche.

Das Vermögen des Domkapitels, das neben der Liturgie und weiterer geistlicher Angebote im Dom auch für die kulturelle Arbeit – zum Beispiel der Domschatzkammer und der Dommusik – steht, besteht dabei fast ausschließlich aus Immobilien. Deren Wert wurde im Zuge der Umstellung auf die kaufmännische Buchführung gutachterlich bewertet und dabei mit insgesamt 26,9 Millionen Euro veranschlagt. Knapp die Hälfte dieser Summe entfällt dabei auf den Grundstücks-Wert von Dom und Anbetungskirche St. Johann. Denn während die mehr als 1000 Jahre alten Gotteshäuser aufgrund des nicht vorhandenen Marktwertes mit je 1 Euro in den Büchern stehen, wurde der Wert ihrer Grundstücke mit 80 Prozent des Bodenrichtwerts der Nachbarschaft bewertet. So steht Essens geistliches und historisches Zentrum in bester Innenstadt-Lage nun mit 12,7 Millionen Euro in der Bilanz – auch wenn eine anderweitige Nutzung „bislang nicht vorstellbar erscheint“, wie es im Finanzbericht heißt.

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news-17860 Tue, 06 Nov 2018 09:49:07 +0100 Kirchliche Fördervereine zwischen Fundraising und Gemeindeheim https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/kirchliche-foerdervereine-zwischen-fundraising-und-gemeindeheim/ Bistums-Experten geben Tipps zur Gründung und zur Arbeit von Fördervereinen Kirchliche Fördervereine sind im Kommen. Schon seit vielen Jahren finanzieren diese privaten Vereine in Gemeinden und katholischen Verbänden, Kindertagesstätten oder Schulen Aufgaben und Projekte, die die Organisationen selbst nicht leisten können. Nun haben die Pfarreientwicklungsprozesse das Interesse an Fördervereinen noch einmal neu geweckt – oft verbunden mit der Hoffnung, diese Vereine könnten auch Gebäude wie Gemeindeheime weiter betreiben, von denen sich die Kirchengemeinde trennen muss. Neben dem reinen Fundraising übernehmen Fördervereine in der Kirche so zunehmend Verantwortung für Aufgaben, die Pfarreien und Gemeinden so nicht mehr tragen können oder wollen.

Bei einem Informationsabend in Essen haben Fachleute aus der Bistumsverwaltung nun die wichtigsten Hintergründe rund um Fördervereine in Kirchengemeinden vorgestellt. Bei allen Fragen zu Fördervereinen hilft Referent Rudolf Gewaltig in der Rechtsabteilung des Bischöflichen Generalvikariats weiter (siehe unten).

10 Tipps für Fördervereine in Gemeinden und Pfarreien

  • Ein Förderverein
    • braucht zu seiner Gründung mindestens sieben Mitglieder,
    • benötigt eine Satzung, in der der Vereinszweck verbindlich geregelt wird,
    • muss ins Vereinsregister beim Amtsgericht eingetragen sein, um rechtsfähig zu sein
  • Für die Steuerbegünstigung ist der (gemeinnützige) Vereinszweck entscheidend – handelt ein Förderverein außerhalb seines Zwecks kann er die Steuerbegünstigung verlieren. Der Vereinszweck ist daher vor der Gründungsversammlung auch mit dem Finanzamt abzustimmen. Wichtig ist deshalb, vorab zu klären, welche Aufgaben ein Förderverein übernehmen soll, und den Vereinszweck entsprechend zu formulieren. Bei einer Änderung oder Erweiterung des Förderziels muss unter Umständen auch der Vereinszweck angepasst werden.
  • Drei grundsätzliche Modelle zur Zusammenarbeit zwischen Förderverein und Kirchengemeinde haben sich in den Pfarreien des Ruhrbistums herausgebildet – mit wachsender Verantwortung und steigendem Risiko. Aus Sicht der Kirchengemeinde ist dabei immer das Votum im Pfarreientwicklungsprozess maßgeblich für eine Zusammenarbeit mit Fördervereinen:
    • reines Sponsoring (durch Mitgliedsbeiträge und Erträge aus eigenen Veranstaltungen)
    • Verwaltung einer Immobilie (z.B. Gemeindeheim)
    • Trägerschaft einer Immobilie
  • Der klassische Förderverein sammelt als „Mittelbeschaffungsverein“ Gelder, um diese entweder zweckgebunden der Pfarrei zur Verfügung zu stellen oder damit selbst Projekte zu fördern. Neben der allgemeinen Unterstützung von Immobilien wie Gemeindeheim oder Kirche sind hier auch konkrete Projekte wie die Sanierung einer Orgel denkbar, außerdem die Unterstützung der Arbeit von Chören, Verbänden, Kitas oder Schulen. Als rechtsfähiger Verein kann der Mittelbeschaffungsverein als eigenständiger Veranstalter zum Beispiel von Festen auftreten.
    • Vertragliche Regelungen zwischen Förderverein und Kirchengemeinde sind nicht zwingend nötig.
    • Bei größeren Projekten (zum Beispiel längerfristige Unterstützung eines Gemeindeheims) bietet es sich an, gemeinsame Förderziele zu formulieren.
    • Stellt der Förderverein der Kirchengemeinde zweckgebunden Fördergelder zur Verfügung, legt die Pfarrei dem Verein jährlich Rechenschaft über die Verwendung der Gelder vor.
  • Übernimmt ein Förderverein nicht nur die finanzielle Unterstützung, sondern auch die Verwaltung einer Immobilie, sind alle Aufgaben im Rahmen der Bewirtschaftung denkbar, zum Beispiel die Organisation der Belegung (Abschluss von Mietverträgen zum Beispiel für Feiern in den Gemeindesälen, Ausübung des Hausrechts bei Veranstaltungen) sowie Hausmeistertätigkeiten (kleinere Reparaturen, Reinigung des Gebäudes, Winterdienst).
    • In einer gemeinsamen Vereinbarung legen Förderverein und Pfarrei die Zusammenarbeit fest. (Textvorschläge gibt es bei den Ansprechpartnern der Pfarreien im Bischöflichen Generalvikariat – oder bei Rudolf Gewaltig.)
    • Nach diesen Regeln vermietet der Förderverein im Namen und entsprechend der Konditionen der Pfarrei.
    • Die Pfarrei erhält alle Erlöse, bleibt vollständig für das Gebäude verantwortlich und legt dem Förderverein Rechenschaft über die Verwendung der Finanzmittel vor. In der Vereinbarung wird festgelegt, dass die Erlöse der Instandhaltung des Gebäudes zu Gute kommen.
  • Der Förderverein kann auch die komplette Trägerschaft über eine Immobilie übernehmen. Dann hat er das volle Nutzungsrecht und ist vollständig für Veranstaltungen und die Vermietung von Räumen in dem Gebäude verantwortlich. Die Kirchengemeinde bleibt Eigentümerin, der Förderverein kann aber eigene Mietverträge abschließen. Alle Erlöse bleiben beim Förderverein, der jedoch das Gebäude instand halten und neben dem laufenden Betrieb auch die Versorge für künftige Reparaturen finanzieren muss. Über größere Umbauten („Dach und Fach“) entscheidet die Kirchengemeinde.
    • Ein Nutzungsüberlassungsvertrag zwischen Pfarrei und Förderverein klärt die nötigen Details. (Einen Mustervertrag hält Rudolf Gewaltig bereit.)
    • Unter anderem vereinbaren die Partner, ob bestimmte Gruppen aus der Pfarrei Räume bevorzugt oder zu Sonderkonditionen nutzen dürfen.
    • Der Verein muss sich um Buchführung und Steuern kümmern.
  • Kirchlich orientierte Fördervereine können sich neben dem Eintrag im Vereinsregister zusätzlich der Aufsicht des Bistums unterstellen und so zu einem „kirchlichen Verein“ werden.
    • Die Gründung des Vereins, Satzungsänderungen und die Auflösung erfordern die Genehmigung des Bistums. Für die Anerkennung als kirchlicher Verein wird ein entsprechender Passus in die Vereinssatzung aufgenommen und dann vom Bistum genehmigt.
    • Die Kirchenaufsicht stellt sich sicher, dass
      • eine kirchliche Nähe und damit eine Nähe zur Pfarrei erhalten bleibt,
      • neue Mitglieder den Vereinszweck nicht zugunsten kirchenferner Förderungen ändern,
      • der Verein von kirchlichen Rahmenverträgen und Verordnungen profitiert, zum Beispiel bei Musikveranstaltungen (Gema) oder rund um den Datenschutz.
  • Fördervereine können sich bei ihren Veranstaltungen, dem Management eines Gemeindeheims o.ä. nicht auf den Versicherungsschutz der Kirchengemeinde berufen. Jeder Förderverein muss sich daher selbst um die nötigen Haftpflicht- und Unfallversicherungen kümmern.
  • Größere Fördervereine können an Grenzen der Steuerfreiheit stoßen, hier spielen die Umsatz- („Mehrwert-“), die Gewerbe- und die Körperschaftssteuer eine Rolle. Während ideelle Einnahmen des Vereins wie Mitgliedsbeiträge oder Spenden steuerfrei sind, können insbesondere für den Verkauf von Speisen und Getränken, Einnahmen aus Basaren oder der Vermietung von Räumen Steuern fällig werden.
    • Umsatzsteuer wird bei Umsätzen von mehr als 17.500 Euro im Jahr fällig. Überschreitet ein Förderverein diese Schwelle kann er allerdings auch die auf eigene Einkäufe gezahlte Vorsteuer geltend machen.
    • Körperschafts- und Gewerbesteuer werden bei Tätigkeiten fällig, die nicht der ideellen Arbeit des Vereins, sondern dem „wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb“ zugeordnet werden. Steuern werden fällig, wenn die Einnahmen aus diesem Bereich die Höhe von 35.000 Euro pro Jahr überschreiten.
    • Die Vermietung ist ein umsatzsteuerlicher Sonderfall: Vermietet ein Förderverein Räume im Gemeindeheim für eine Familienfeier, ist dies umsatzsteuerfrei, wenn es nur um den Raum geht (mit Stühlen, Tischen und Licht – aber ohne Küche und Technik). Die Vermietung eines Raums mit Veranstaltungstechnik ist umsatzsteuerpflichtig. In jedem Fall zählen die Mieteinnahmen zu den möglicherweise körperschaftssteuerpflichtigen Einnahmen.
  • Wenn die wirtschaftlichen Aktivitäten des Fördervereins die gemeinnützigen überwiegen, droht Verlust der Steuerbegünstigung. Daher sollte immer die Abstimmung mit dem Finanzamt gesucht werden.
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news-17859 Mon, 05 Nov 2018 16:23:37 +0100 Domorganist lädt zu Konzert mit Orgel, Geige und Tanz https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/domorganist-laedt-zu-konzert-mit-orgel-geige-und-tanz/ Bei „Dimension Domorgel“ am Donnerstag, 15. November, begleitet Domorganist Sebastian Küchler-Blessing im Dom den Tänzer, Geiger und Folkwang-Absolventen Yves Ytier. Orgel, Violine und Tanz sind die drei Kunstformen des nächsten „Dimension Domorgel“-Konzerts am Donnerstag, 15. November, um 19.30 Uhr im Essener Dom. Während Domorganist Sebastian Küchler-Blessing von der Orgelbühne aus die Rieger-Orgel spielt, nutzt der Geiger und Tänzer Yves Ytier das Kirchenschiff als Bühne. „Das Programm bringt wie nie zuvor den ganzen Raum zu Bewusstsein“, sagt Küchler-Blessing. Zum einen nutzt Folkwang-Absolvent Ytier bei seinen Tänzen die Gänge des Doms, wenn er – begleitet von Küchler-Blessing – originale barocke Choreographien oder auch modernen Ausdruckstanz präsentiert. Zum anderen bewegt sich Ytier aber auch muszierend durch den Raum: Während er auf der Geige die „Schutzengel-Passacaglia“ des barocken Komponisten Heinrich Ignaz Franz Biber spielt, geht Ytier von der Altfridkrypta unter dem Altar einmal durch die Kirche in die Adveniatkrypta unter dem Westwerk.

Darüber hinaus erklingen an diesem Abend Werke von Johann Sebastian Bach, Antonio Vivaldi und Olivier Messiaen (aus den Zyklen „Les Corps glorieux“ und „L’Ascension“) sowie aus dem französischen Barock. Gespielt wird sowohl Violine und Orgel solo als auch Violine und Orgel im Dialog. Der Abend vermittle sich nicht so sehr programmatisch, sagt Küchler-Blessing. „Jeder Zuhörer ist eingeladen, mit dem, was es zu Hören und zu Sehen gibt, umzugehen und sich damit auseinanderzusetzen.“

Das Konzert dauert etwa eine Stunde. Der Eintritt ist frei, im Anschluss bittet die Dom-Musik um Spenden. Nach Beginn des Konzerts ist kein Einlass mehr möglich.

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news-17858 Mon, 05 Nov 2018 13:21:49 +0100 Autor Sven Recker liest zum „Literatürk“-Festival im Medienforum https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/autor-sven-recker-liest-zum-literatuerk-festival-im-medienforum/ Auch das Medienforum im Bistum Essen ist Spielort des internationalen Literaturfestivals „Literatürk“ im November. Am 14. November ist Autor und Journalist Sven Recker mit seinem Roman „Fake Metal Jacket“ über Fake News, Korruption und Naivität zu Gast. Kriegsreporter Peter Larsen ist dicht dran an Flüchtlingen, Kriegsopfern und Katastrophen – immer live und online. Was sein Publikum nicht weiß: Die syrischen Flüchtlinge sind afghanische Asylbewerber, das Schleuserboot ein Fischerkahn in Brandenburg, der Rest aus dem Internet zusammengeschnitten. Larsen weiß, dass er feige ist, macht aber weiter – bis er erpresst wird: Entweder berichtet er zugunsten des Assad-Regimes oder sein jahrelanger Betrug fliegt auf.

Mit seinem Roman „Fake Metal Jacket“ ist Autor und Journalist Sven Recker anlässlich des Essener Literaturfestivals „Literatürk“ am Mittwoch, 14. November, im Medienforum des Bistums Essen zu Gast. Recker spricht ab 19.30 Uhr unter dem Festivalthema „Mut“ über Fake News, korrupte Journalisten und die Leichtgläubigkeit des Publikums.

Der Essener Journalist Nikolaos Georgakis moderiert die Lesung mit Gespräch. Der Eintritt kostet sechs Euro, Einlass ist um 19 Uhr. Karten gibt es beim Medienforum unter Telefon 0201 2204 274 oder – sofern nicht ausverkauft – an der Abendkasse.

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news-17857 Mon, 05 Nov 2018 13:02:21 +0100 Namen und Daten https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/namen-und-daten-b4b4aeb740/ P. Beda Zilch OCist P. Beda Zilch OCist, ist am Freitag, dem 19. Oktober 2018 verstorben.

Der Verstorbene wurde am 21. April 1941 in Kahl am Main (Bayern) geboren und trat 1965 in das Zisterzienserkloster Seligenporten ein.

1968 wechselte er in das Stift Heiligenkreuz im Wienerwald, wo er die feierliche Profess ablegte und am 4. Juli 1971 die Priesterweihe empfing.

Nach der Weihe übernahm er für den Zisterzienserorden vielfältige pastorale Aufgaben und war zudem von 1983 bis 1988 Kämmerer des Stiftes Heiligenkreuz.

Im Jahr 1988 wurde er zur Neugründung des Klosters Stiepel in das Ruhrbistum Essen ausgesandt und zum ersten Prior ernannt. Bis 2001 wirkte P. Beda in Stiepel, von 1988 bis 1991 zusätzlich als Pfarrer in den Gemeinde St. Marien in Bochum-Stiepel.

Als Priester und geschätzter Seelsorger war jahrelang in Karlstadt-Wiesenfeld in seiner Heimatdiözese Würzburg tätig.

P. Beda war ein begabter Priester, der die Menschen begeistern konnte. Als einer der vier Gründermönche hatte er maßgeblich Anteil am Aufbau und der Weiterentwicklung des Zisterzienserklosters als einen bedeutenden geistlichen priesterlichen Ort im Ruhbistum.

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news-17856 Mon, 05 Nov 2018 12:15:38 +0100 Krisenexperte Rolf Tophoven zu Gast beim Albertus-Magnus-Tag https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/krisenexperte-rolf-tophoven-zu-gast-beim-albertus-magnus-tag/ Die katholischen akademischen Verbände im Bistum Essen erwarten Rolf Tophoven, Experte für Terrorismus und sicherheitspolitische Fragen, zum Albertus-Magnus-Tag. Rolf Tophoven, Leiter des Essener Instituts für Krisenprävention, ist Gast des diesjährigen Albertus-Magnus-Tages der katholischen akademischen Verbände im Bistum Essen. Am Donnerstag, 15. November, spricht er zum Thema „Globaler Terrorismus – Herausforderung und Abwehr“. Das anschließende Publikumsgespräch moderiert Boris Spernol, Leiter der katholischen Zeitung Neues Ruhr-Wort.

Der Albertus-Magnus-Tag beginnt um 18 Uhr mit einem Festgottesdienst im Franz-Sales-Haus, Steeler Straße 261. Die Teilnahme kostet 15 Euro. Anmeldungen sind bis Samstag, 10. November, per E-Mail unter mlfborn@t-online.de möglich.

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news-17854 Sun, 04 Nov 2018 13:43:13 +0100 Generalvikar Pfeffer: „Wir dürfen die Augen vor der Wahrheit nicht verschließen!“ https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/generalvikar-pfeffer-wir-duerfen-die-augen-vor-der-wahrheit-nicht-verschliessen/ Generalvikar Klaus Pfeffer spricht im nächsten "Akademie-Akzente"-Heft der Katholsichen Akademie Die Wolfsburg mit Akademiedirektor Michael Schlagheck über die Studie zum sexuellen Missbrauch. Das Heft erscheint zum Jahreswechsel. Dr. Michael Schlagheck für "Akzente": Ende September 2018 wurde die Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ veröffentlicht. Aus der Kirche gab es kritische Stimmen, dass diese Studie durch Presseberichte vorab bekannt wurde. Man konnte bei den kritischen Anmerkungen zur vorzeitigen Veröffentlichung den Eindruck gewinnen, dass die Kirche sich fast als Opfer der Medien darstellen wollte. Ist dieses Vorabbekanntwerden  aber vielleicht symptomatisch?  Könnte Kirche diesen Verlust an  Kontrolle auch geistlich lesen lernen?
Generalvikar Klaus Pfeffer: Die Vorab-Veröffentlichung erinnert mich an ein Wort Jesu: „Nichts ist verborgen, was nicht bekannt ist. Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, im Licht hören; und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden“ (Lk 12,2). Der Skandal des Missbrauchs ist auch deshalb so groß, weil es in der Kirche eine ausgeprägte Angst vor Offenheit und Ehrlichkeit gibt. Maßgeblich für die Vertuschung vieler Vergehen und Verbrechen war das Bemühen, das Ansehen der Kirche zu schützen und nichts nach außen dringen zu lassen, was auf furchtbar dunkle Seiten hinweisen könnte. Das war fatal und es ist beschämend, in welcher Weise dadurch das Leid unzähliger Opfer nicht wahrgenommen wurde. Jetzt gilt vor allem eines: Wir dürfen die Augen vor der Wahrheit nicht verschließen! Unsere Kirche war und ist nicht so „heilig“, wie sich das manche einreden und nach außen behaupten. Vieles liegt im Argen und wir müssen sehr genau hinsehen, wo Strukturen und Denkweisen in der Kirche gerade nicht zum Heil dienen, sondern ein Nährboden für Unheil und Leid sein können.

"Akzente": Anthony Fisher, Erzbischof von Sidney sagte: „Meine Kirche hatte kein Mitleid mit den Opfern von Priestern, denn sie wollte keinen Skandal … Der Missbrauch stach uns in die Augen, aber wir wollten ihn nicht sehen“. Was er damit sehr klar zum Ausdruck bringt und auch die Studie zeigt, ist die vollständige Empathielosigkeit mit den Opfern. Man braucht kein psychologisches Fachwissen, um die Katastrophe zu begreifen. Wie ist die Kirche im Verlauf der Zeit mit den Opfern umgegangen und welche Korrekturen sind notwendig?
Klaus Pfeffer: Auch wenn jeder Einzelfall differenziert zu betrachten ist, so habe ich den Eindruck, dass Opfern zunächst einmal oft mit Zweifel begegnet wurde. Es war zu schrecklich, was sie schilderten und es stellte die eigenen Bilder von den zu Tätern gewordenen Priestern völlig auf den Kopf. Hinzu kam dann das Bestreben, jeglichen „Skandal“ zu verhindern. Dadurch gerieten die Opfer in Vergessenheit. Die dramatischen Folgen sexueller Gewalt für das weitere Leben der Betroffenen wurden nicht gesehen.  Das darf so nicht mehr geschehen! Opfer brauchen mehr Aufmerksamkeit, mehr Zuhören und auch die notwendige Unterstützung, um mit den Folgen der schrecklichen Erfahrungen einigermaßen leben zu können. Und jeder Hinweis auf sexuelle Grenzverletzungen und Gewalt muss von uns sehr ernst genommen und verfolgt werden.

"Akzente": Die MHG Studie spricht von einer Kirchenraison, mit der man im Zweifelsfall selbst gegen besseres Wissen den Schaden für die Kirche durch die Missbrauchstat als schlimmer erlebt hat als die Missbrauchstat selbst. Dies führte dann zu  Vertuschung und unangemessenen Verfahrensweisen. Teilen Sie diese Sicht der Studie auf die eigentliche Wurzel für die Vertuschung und was heißt das für ein zukünftiges Verständnis von Kirche?
Klaus Pfeffer: Ich fürchte, die Studie hält uns in der Tat einen Spiegel vor, in dem wir einen innerkirchlichen Narzissmus und Egoismus wahrnehmen müssen. Es gibt eine Idealisierung unserer Vorstellungen von Kirche, die aus dem Blick verliert, dass weder die Taufe noch die Weihe uns zu besseren Menschen macht. Und gerade im Blick auf meinen eigenen Priesterberuf weiß ich, wie groß die Gefahr ist, sich als etwas „Besonderes“ zu fühlen und religiös abzuheben. Die Verfasser der Studie mahnen nicht ohne Grund an, dass wir über das Verständnis des Weiheamtes und die damit verbundene Problematik von Hierarchie und Macht in der Kirche dringend nachdenken müssen.          

"Akzente": In ihren Empfehlungen spricht die Studie von spezifischen Risiko- und Strukturmerkmalen der katholischen Kirche, die den Missbrauch begünstigen oder die Prävention erschweren. Gesehen wird ein Zusammenhang von System, Lebensform, Lehre und Missbrauch? Verantwortliche dürfen doch nun  „Systemfragen“ nicht aus dem Weg gehen. Wie müssen diese jetzt  bearbeitet werden, damit der Missbrauch nicht in großem Umfang weitergeht, denn die Studie zeigt auf, es gäbe keinen belastbaren Hinweis dafür, dass es sich „um eine in der Vergangenheit abgeschlossene und mittlerweile überwundene Thematik handelt“?
Klaus Pfeffer: Nach dieser Studie können wir in der Tat nicht mehr an diesen großen Grundsatzthemen vorbeigehen. Natürlich gibt es keine monokausalen Erklärungen für den sexuellen Missbrauch – aber es kann einfach nicht mehr geleugnet werden, dass etwas in unserem „System“ nicht stimmt. Eine Moral, die nach wie vor dazu neigt, Sexualität zu tabuisieren und als etwas tendenziell „Gefährliches“ zu betrachten; eine Überhöhung der ehelosen Lebensform, ohne deren Schwierigkeit angemessen einzuschätzen; eine „männliche Sonderwelt“, die durch die Weihe bedingt ist und die viel Macht und Privilegien verleiht – all das und vieles andere trägt zu jenem Nährboden bei, der sexuelle Gewalt möglich gemacht hat. Die Studie empfiehlt, in den damit verbundenen Themen weiter zu forschen, aber auch offener in der Kirche zu sprechen. Das wäre schon sehr viel, wenn wir eine Atmosphäre schaffen können, um angstfrei ringen und streiten zu können über die verschiedenen Fragen des priesterlichen Amtes, die zölibatäre Lebensform, die Verteilung von Macht in unserer Kirche und nicht zuletzt auch die gleichrangige Beteiligung von Frauen an allen Aufgaben und Ämtern in der Kirche.

"Akzente": Sie sprachen bereits von der Idealisierung unserer Vorstellungen von der Kirche. Dem Jesuiten Klaus Mertes verdanken wir den Hinweis, man könne auf  verschiedene Weisen mit der Differenz von Sein und Schein der Kirche umgehen. „Jämmerlich“ sei es dabei,  die Differenzen wahrzunehmen, sie auch zu beklagen  und dann keine „Kraft zur Konsequenz“ aufzubringen. Ist die Sorge nicht berechtigt, dass es auf der längeren Strecke an der Kraft zur Veränderung mangeln wird? Was ist notwendig, um dies zu verhindern?
Klaus Pfeffer: Ich teile diese Sorge. Die Konsequenzen, die sich andeuten, sind allerdings nicht unerheblich und stellen manches in Frage, was in der Kirche eine starke Tradition hat und für manch einen von geradezu existentieller Bedeutung ist. Die eben angesprochenen Themen sind regelrechte Minenfelder, die bis vor wenigen Jahren innerkirchlich kaum angesprochen werden durften und auch jetzt noch mit lehramtlichen Tabus behaftet sind. Darum braucht der notwendige Veränderungsprozess viel Geduld – aber zugleich auch eine dringend notwendige Ungeduld, um in den offenen und öffentlichen Diskussionen nicht nachzulassen. Jede öffentliche Debatte wird dabei helfen – und auch der unerbittliche Druck der inner- wie außerkirchlichen Öffentlichkeit, uns als Kirche nicht zu erlauben, einfach alles beim Alten zu belassen.     

"Akzente": Viele blicken nun auf Rom oder auch auf gemeinsames Handeln der Deutschen Bischofskonferenz.Ein Bistum kann aber viel tun,  ohne auf den weltkirchlichen oder nationalen Konsens zu warten, z.B. in der Ausbildung und Begleitung von Priestern, weil es hier eigener Verantwortlichkeit nachkommen muss?
Klaus Pfeffer: Wir können sehr viel tun – und wir tun das auch bereits, indem wir uns offen all den Themen und Fragen stellen, die die Studie aufgeworfen hat. Im Blick auf die Priester ist uns derzeit wichtig, mit ihnen und unter ihnen das Gespräch anzustoßen. Ausgelöst durch die Studie stehen sie jetzt sehr im Fokus und müssen erleben, dass viel über sie geredet wird und ihr Beruf derzeit geradezu am Pranger steht. Mir wäre auch wichtig zu wissen, wie die Priester selbst über ihren Beruf, ihre Lebensform und all die anderen Themen denken – und was aus ihrer Perspektive verändert werden muss. In der Priesterausbildung sind bereits nach den ersten Erkenntnissen über das Ausmaß des Missbrauchs-Skandals erste Konsequenzen gezogen werden. Und nicht zuletzt verstehe ich unseren gesamten Zukunftsbild-Prozess auch als einen Beitrag zur Veränderung unserer Kirche: Dabei geht es ja auch um einen grundsätzlichen Haltungswechsel für unser kirchliches Leben.

Am Dienstag, 6. November, diskutiert Bischof Overbeck in der "Wolfsburg" zur Missbrauchsstudie außerdem stellen zwei Mitglieder des Forschungskonsortiums der sogenannten MHG-Studie die Ergebnisse der Studie vor und diskutieren mit dem Ruhrbischof und der Präventionsbeauftragten im Bistum Essen. Der Eintritt ist frei. Mehr dazu >>>

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