Bistum-Essen RSS Feed https://www.bistum-essen.de de Copyright Tue, 28 Jan 2020 09:10:23 +0100 Tue, 28 Jan 2020 09:10:23 +0100 TYPO3 news-18635 Mon, 27 Jan 2020 14:10:14 +0100 Gemeinsame NRW-Erklärung zum Auschwitz-Jahrestag https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/gemeinsame-nrw-erklaerung-zum-auschwitz-jahrestag/ Zum ersten Mal haben Juden, Christen, Muslime, Arbeitnehmer, Arbeitgeber und die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen den Gedenktag anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz genutzt, um zum gemeinsamen Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus aufzurufen. Die Katholische Kirche, die evangelische Kirche, Juden, Muslime, Arbeitnehmer, Arbeitgeber und die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen haben zum heutigen Gedenktag (27. Januar) anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum gemeinsamen Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus aufgerufen. Zu den Unterzeichnern der gemeinsamen Erklärung gehören:
 

  • Rainer Maria Kardinal Woelki
    Erzbischof von Köln
  • Annette Kurschus
    Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen
  • Metropolit Augoustinos von Deutschland
    Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz
  • Dr. Zekeriya Altug?
    Sprecher des Koordinationsrats der Muslime
  • Dr. Abraham Lehrer
    Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln
  • Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
    Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Anja Weber
    Vorsitzende Deutscher Gewerkschaftsbund Nordrhein-Westfalen (DGB NRW)
  • Arndt Günter Kirchhoff
    Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw)
  • Armin Laschet
    Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen

„Diese Erklärung ist ein bedeutendes Zeichen für den Zusammenhalt in Nordrhein-Westfalen im gemeinsamen Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus", so Ministerpräsident Armin Laschet. "Denn auch 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers in Auschwitz ist Antisemitismus leider noch immer Realität. Dem müssen wir uns entschlossen entgegenstellen: Antisemitismus, Ausgrenzung und Diskriminierung haben in Deutschland keinen Platz – nie wieder! Dafür stehen wir geeint." Der Kampf gegen Antisemitismus sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die "uns alle und jeden Einzelnen von uns verpflichtet. ‚Nie wieder‘ muss in jedem unserer Köpfe tief verankert sein, ‚nie wieder‘ muss unser aller Handeln und Entscheiden prägen, ‚nie wieder‘ muss Teil der Staatsräson sein. “

Die gemeinsame Erklärung zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Wortlaut:

Vor 75 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau von den vorrückenden Truppen der Roten Armee befreit. Was die Soldaten in Auschwitz vorfanden, lässt sich in Worten kaum beschreiben. Es waren die wenigen Überlebenden einer unglaublichen Vernichtungsmaschinerie, mit der das nationalsozialistische Regime rund sechs Millionen Juden aus ganz Europa ermordete, davon mehr als eine Million allein in Auschwitz. Die deutschen Gräueltaten der Jahre 1933 bis 1945 und die Verbrechen des Holocaust erschüttern uns und die ganze Welt bis heute. Immer wieder fragen wir uns, wie es möglich war, dass in unserem Land zunächst jüdische Gotteshäuser geschändet und niedergebrannt, dass Menschen aus der Mitte der Gesellschaft verprügelt, gedemütigt, eingesperrt, schließlich aus Deutschland und ganz Europa in Konzentrationslager verschleppt und ermordet wurden. Für uns Nachgeborene erwächst aus dieser Zeit eine persönliche und gesellschaftliche Verantwortung. Diese Verantwortung gehört zum Grundkonsens der Bundesrepublik Deutschland und verpflichtet alle Menschen, die in unserem Land leben – egal, ob sie hier geboren wurden oder zu uns gekommen sind und hier eine neue Heimat gefunden haben.

Zu dieser Verantwortung aus der deutschen Geschichte und den Verbrechen des National­sozialismus heraus wollen sich die versammelten Vertreter von Religionen und gesellschaft­lichen Gruppen in Nordrhein-Westfalen bekennen. 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz nimmt der Antisemitismus in unserem Land erneut zu. Dieser Entwicklung, aber auch der Diskriminierung anderer Religionen, dem Fremdenhass und dem Rassismus stel­len wir uns sowohl auf gesellschaftlicher Ebene als auch in unseren eigenen Reihen ent­schieden entgegen. Die Erfahrung des Holocaust lehrt uns, dass wir bereits den Anfängen wehren müssen und nie wieder zulassen dürfen, dass in unserer Gesellschaft Minderheiten aufgrund von Religion, ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung oder sonstigen Merk­malen diskriminiert werden. Diesem Grundprinzip unserer Gesellschaft und staatlichen Ord­nung fühlen auch wir uns als Vertreter der Kirchen und Religionsgemeinschaften, der Arbeit­nehmer und der Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen verpflichtet.

Wir wollen nicht wegsehen, wenn Menschen aus der Mitte unserer Gesellschaft wegen ihrer Religion oder ihrer Herkunft diskriminiert, benachteiligt oder bedroht werden.

Wir wollen nicht wegsehen, wenn Hass gesät, die Gesellschaft entzweit wird und Gruppen gegeneinander aufgebracht werden.
Wir wollen uns dafür einsetzen, dass Minderheiten geschützt werden und die Würde jedes Einzelnen geachtet wird.

Wir wollen uns dafür einsetzen, dass die demokratische und freiheitliche Ordnung unseres Landes gestärkt wird.

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news-18634 Mon, 27 Jan 2020 11:24:51 +0100 Kreativ, neugierig, offen für Neues: Dietmar Schmidt feiert 50. Priesterjubiläum https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/kreativ-neugierig-offen-fuer-neues-dietmar-schmidt-feiert-50-priesterjubilaeum/ Studentenpfarrer, Frauenseelsorger, Geistlicher Rektor, Stadtdechant: Pfarrer Dietmar Schmidt war viel unterwegs im Bistum Essen. Die längste Zeit seines Priesterberufs verbrachte er in St. Maria Magdalena in Wattenscheid-Höntrop, dort ist er auch im Ruhestand mit seinen kreativen Ideen aktiv. Am 2. Februar feiert der 76-Jährige sein 50. Priesterjubiläum. Leise plätschernd fließt klares Wasser von der Ecke in die Mitte des steinernen Taufbeckens aus schwarzem Marmor. Pfarrer Dietmar Schmidt sitzt neben der kleinen Wasserquelle, seine Füße abgestellt auf den Steinstufen darunter. Vor über 20 Jahren hat er dieses besondere Taufbecken für die Kirche von St. Maria Magdalena entwickelt: Gläubige können komplett hineingehen und untertauchen. Auch Särge von Verstorbenen werden bei Beerdigungen auf einer Acrylglasplatte über das Taufbecken gelegt.

Starke Zeichen wieder mehr hervorheben

 „Es ist ein Ort, der für Leben und Tod steht, für den Beginn des Glaubenslebens und sein Ende“, sagt Schmidt. Mit Liebe zum Detail erzählt der 76-Jährige von den kreativen Ideen, das Taufbecken in Gottesdienste einzubinden, immer wieder neu zu nutzen. „Das ist mein Anliegen: Starke Zeichen, die es in der Liturgie gibt, wieder mehr hervorzuheben“, sagt er. Auch die Idee zum besonderen Taufbecken entstand aus dieser Haltung. „Während meiner Zeit als Geistlicher Direktor an der Wolfsburg habe ich mich sehr stark mit der Taufe beschäftigt, vor allem mit der frühkirchlichen Praxis des Augustinus“, erzählt er. „Das, was wir heute machen – dem Menschen bei der Taufe etwas Wasser über die Stirn zu gießen – ist ja eigentlich nur noch ein Restritus. Im Mittelalter war die Ganzkörpertaufe eine gängige Form.“

Auch andere katholische Traditionen veränderte Schmidt in der Wattenscheider Gemeinde. Statt vorgeformter Hostien gibt es dort selbst gebackenes Brot, das deutlich sichtbar gebrochen und verteilt wird. Wer zum Gottesdienst in die Kirche kommt, wird an der Tür persönlich begrüßt. „Es sind diese Kleinigkeiten, diese Dinge, die nicht viel kosten, aber viel bewegen und authentisch sind“, ist sich Schmidt sicher. Seit seinem Ruhestand vor rund einem Jahr übernimmt er weniger Aufgaben in der Wattenscheider Gemeinde, versucht aber, sich kreativ einzubringen, wenn es geht. „An solchen Dingen habe ich große Freude“, sagt er.

Die hat der Pfarrer auch bei seinem Hobby als Tierfilmer. „Dann fahre ich ans Ostufer der Müritz nach Mecklenburg-Vorpommern, beobachte Seeadler und Kraniche oder Fuchsbauten“, erzählt er. „Ich wohne bei einem Förster, komme so auch an Orte, an die man nicht so leicht kommt.“ Die Filmsequenzen haben manche Gemeindemitglieder auch schon in ihrer Kirche gesehen: Projiziert auf die weißen Segeltücher an Kirchendecke und –wänden.

„Eine Chance für eine spannende Zeit“

Dinge verändern, Neues wagen und Wandel nutzen: Bereits als Kaplan nutzte Schmidt ab 1970 seine Chancen, vor Ort aktiv mitzuwirken. „Bei meiner ersten Stelle in St. Fronleichnam in Essen-Borbeck war ich im zweiten Jahr alleine, aber gerade das war eine Chance für eine tolle und spannende Probierzeit“, erinnert er sich. Fünf Jahre bleibt er dort, bis er in die Universitätspfarrei St. Augustinus in Bochum-Querenburg wechselt, dann als Studentenpfarrer an der Ruhruniversität arbeitet. In „Die Wolfsburg“ kommt Schmidt 1986, als die Katholische Akademie gerade komplett renoviert wird. Zehn Jahre arbeitet er an der „Schnittstelle zwischen Kirche und Gesellschaft“, ist gleichzeitig als Frauenseelsorger im Bistum unterwegs. Als Stadtdechant für Bochum und Wattenscheid setzt er sich vor allem für Ökumene, für eine gute Nachbarschaft von katholischen und evangelischen Gemeinden vor Ort, aber auch auf Stadtebene ein. 

Die Stationen seines Priesterberufs noch einmal in Gedanken durchgehen wird er bei seinem 50-jährigen Priesterjubiläum am 2. Februar, gemeinsam mit den eingeladenen Weggefährten seiner Stationen als Priester im Bistum Essen. „Die Kirche hat sich in 50 Jahren so radikal verändert, wie es sich damals niemand hätte vorstellen können – positiv, aber auch mit allen Herausforderungen“, sagt Schmidt heute.

Eigentlich ein echter Oberbayer

Während des Zweiten Weltkriegs flüchtet seine Mutter aus Essen nach Ruhpolding zu einer Verwandten, 1943 wird Dietmar Schmidt dort geboren. „Ich bin also eigentlich ein echter Oberbayer“, sagt er und lacht. Nach Kriegsende kommt er zurück nach Essen-Rüttenscheid, wächst dort als Einzelkind mit seiner katholischen Mutter und dem evangelischen Vater auf. „Meine katholische Laufbahn war eher klassisch, ich war gerne Messdiener und Sternsinger“, sagt Schmidt. „Als Kind bin ich aber vielen Priestern begegnet, die überzeugend waren, mich sehr geprägt haben.“ Seine Berufswahl basiere vor allem auf diesen positiven Erfahrungen im Bistum Essen. Am 30. Januar 1970 wird er in seiner Heimatgemeinde St. Ludgerus zum Priester geweiht.

Eine Entscheidung, an der er nie gezweifelt habe. „Ich bin wirklich an allen Stationen beschenkt worden, musste keine beruflichen Krisen bewältigen“, sagt Schmidt. Als er 1996 als Pfarrer nach St. Maria Magdalena kommt, kommen sie dann doch kurz, die Zweifel. „Ich dachte: ‚Du bist so viel unterwegs gewesen, wie soll das nur werden, wenn ich nur an einem Ort bin‘“, erinnert sich Dietmar Schmidt. Er sei sich unsicher gewesen, ob er an einem ständigen Ort glücklich sein, in seinen neuen Aufgaben erfüllt sein kann. Das Taufbecken war der wohl prägendste Beweis: Er kann.

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news-18633 Fri, 24 Jan 2020 15:35:38 +0100 Manchmal verzweifelt, aber trotzdem „knarz-katholisch“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/manchmal-verzweifelt-aber-trotzdem-knarz-katholisch/ Generalvikar Klaus Pfeffer, Kirchenrechtler Thomas Schüller und Diözesanratsvorsitzende Dorothé Möllenberg kamen in Gelsenkirchen mit knapp 50 Teens und Twens ins Gespräch über Irritationen in der Kirche und die Gründe, trotzdem dabei zu bleiben. Ist das überhaupt möglich in diesen bewegten Zeiten, dass junge Menschen selbstbewusst zum katholischen Glauben stehen? Mitglieder der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) im Bistum Essen hatten sich eine Auseinandersetzung mit dieser Frage ausdrücklich gewünscht. Deshalb wurde am Donnerstagabend, 23. Januar 2020, im Gelsenkirchener jugendpastoralen Philipp-Neri-Zentrum Tacheles geredet.

Jeder der drei Podiumsgäste des Abends ist selbst in einem katholischen Jugendverband beheimatet und hat aktuell ein gutes Erlebnis mit seiner Kirche im Kopf: Generalvikar Klaus Pfeffer fand die rappelvollen Weihnachts-Gottesdienste toll – inklusive der Erkenntnis: „Durch einen miserablen Gottesdienst kann man den Leuten die ganze Weihnachtsfeier verderben.“

Thomas Schüller, Kirchenrechtler der Universität Münster, beeindruckten neulich die unbeirrbaren „alten Kämpfer“ aus der christlichen Arbeiterjugend, die trotz innerkirchlicher Querelen in ihrem sozialkritischen Engagement nicht aus der Spur geraten seien. Außerdem begeistert Schüller sich für Liturgie, Farben und Sinnesfreude des Katholischen: „Es stiftet Identität – ich bin knarz-katholisch.“

Dorothé Möllenberg, Vorsitzende des Diözesanrats und beruflich in der Leitung eines katholischen Gelsenkirchener Kinderheims, pflichtet dem bei: „Wenn du glaubst und bist nicht allein damit – wie schön ist das denn?“ Diese Erfahrung hatten jüngst in der Christmette offenbar auch die Heimkinder gespürt, auch wenn sie noch nie zuvor einen Gottesdienst besucht hatten.

„Ständig diese Themen untenrum“

Moderiert von Rebekka Biesenbach, der geistlichen Bundesleiterin der KjG, und unter reger Beteiligung der fast 50 anwesenden Teens und Twens kamen allerhand kritische Themen auf den Tisch: Die Haltung der Kirche gegenüber diversen Geschlechtsidentitäten, der Ausschluss Wiederverheirateter von den Sakramenten, so lange sie nicht „wie Bruder und Schwester“ zusammenleben, überhaupt diese ständige Fokussierung auf das Thema „untenrum“, obwohl Moral und Anstand doch in ganz anderen Kontexten erforderlich seien. Generalvikar Pfeffer erklärt einerseits die Sexualfeindlichkeit der Kirche mit dem unangebrachten Versuch, die Menschen disziplinieren und steuern zu wollen. Andererseits habe die hoch sexualisierte Gesamtgesellschaft neben ihren größeren Freiheiten auch ihre Schattenseiten, wie aktuell die Missbrauchsfälle in Lügde und Bergisch Gladbach erschreckend deutlich machten.

Mit verschiedenen Meinungen muss man geschwisterlich umgehen

„Was von Liebe und Wertschätzung getragen ist, das ist in Ordnung“, sagte Kirchenrechtler Schüller dazu. Viel zu oft gehe es um Macht in der Kirche: Macht über die Herzen und Betten der Menschen; Macht des Bischofsamtes, die „eingehegt“ werden müsse, damit das Amt einigend wirken könne; Machtspiele zwischen verschiedenen Bistümern und Bischofssitzen; Macht durch massive Interventionen aus der römischen Kirchenzentrale. Schüller: „Es kommt darauf an, wie geschwisterlich wir mit pluralen Meinungen umgehen, die es übrigens schon von Anfang an zur Zeit des Paulus gegeben hat.“

Warum also dabei bleiben trotz aller Querelen innerhalb der katholischen Kirche und gar selbst versuchen, das Ruder herumzureißen? „Es braucht Mutige, die vorangehen und sich eine blutige Nase holen“, meint Dorothé Möllenberg, „ich kann Mitglied sein, ohne mit allem übereinzustimmen. Aber die Botschaft des Evangeliums, das große Ganze in der Kirche und meine Erfahrungen – das passt für mich.“

„Nutzen Sie die Freiheiten in der Kirche!“

Thomas Schüller findet die Solidarität mit den Opfern des Missbrauchsskandals notwendig und mit denen, „die den Karren jetzt rausziehen müssen“. Katholische Zusammenschlüsse wie die Laien-Verbände, aber auch die Orden hätten viele Freiheiten in der Kirche: „Nutzen Sie die!“

Manchmal verzweifle er, bekennt Klaus Pfeffer. Aber er ist auch stolz auf die Veränderungskräfte in der Kirche. Er setzt auf die Werte, die die Kirche in die Gesellschaft tragen könne, und er fühlt tiefe Verbundenheit im weltweiten katholischen Netzwerk: „Ich habe in der Kirche meine Heimat gefunden. Sie zu verlassen, würde mir unglaublich wehtun.“

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news-18631 Fri, 24 Jan 2020 10:35:00 +0100 Nikolaus-Groß-Hörspiel: „Dieses Thema passt leider sehr gut in unsere Zeit“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/nikolaus-gross-hoerspiel-dieses-thema-passt-leider-sehr-gut-in-unsere-zeit/ Zum 75. Todestag des aus Hattingen-Niederwenigern stammenden Nikolaus Groß hat das Bistum Essen ein Hörspiel mit 17 Folgen über das Leben des Märtyrers veröffentlicht. In einem Gottesdienst im Essener Dom hat Bischof Franz-Josef Overbeck am Donnerstag, 23. Januar, den einzigen Seligen des Ruhrbistums und alle Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus geehrt. In einem feierlichen Gottesdienst im Essener Dom hat Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck am Donnerstagabend am 75. Todestag von Nikolaus Groß den Märtyrer und einzigen Seligen des Ruhrbistums und alle anderen Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus geehrt. „Mit dem Seligen Nikolaus Groß gedenken wir heute all derer, die vor 75 Jahren in Berlin-Plötzensee durch den Strang hingerichtet und im Zuge ihres Widerstandes gegen die Nationalsozialisten, wann und wie auch immer, brutal zu Tode gekommen sind“, sagte Bischof Overbeck in seiner Predigt. „Sie alle verbindet das Zeugnis für die Wahrheit des Gewissens und die Freiheit der menschlichen Person“, sagte der Bischof. Ein Zeugnis, dass sich „jeweils erst Schritt für Schritt“ und aus unterschiedlichen Begründungszusammenhängen heraus entwickelt habe.

Mitwisser des Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944

Overbeck schilderte in seiner Predigt wesentliche Lebensstationen des in Hattingen-Niederwenigern aufgewachsenen Bergmanns, Journalisten und christlichen Arbeiterführers, der sich aus seinem Glauben heraus immer stärker im Widerstand engagiert hat und schließlich als Mitwisser des Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944 verhaftet wurde. Groß‘ „Lebenshaus“ habe „Halt und Beständigkeit im Hören und Tun des Evangeliums und wird damit zum Maßstab für die Ausrichtung seines ganzen Lebens“, sagte Overbeck. Wichtige Quellen für Groß seien seine Herkunft gewesen, „an die er sich immer erinnerte und die eng mit seinem Glauben und dem Leben in und mit der Kirche verbunden war, wie auch seine Offenheit für Gott im Gebet und für die Freuden und Sorgen anderer“.

„Dieses Thema passt leider sehr gut in unsere Zeit“

Zum 75. Todestag hat das Bistum Essen mit dem Team von Farhouse-Media in Köln ein Hörspiel produziert, das in 17 Folgen das Leben Nikolaus Groß‘, sein Engagement im Widerstand und seine Haft, Verurteilung und Ermordung durch die Nationalsozialisten schildert. „Dieses Thema passt leider sehr gut in unsere Zeit“, sagt Produzent Tobias Kremer, der nach der Messe im Dom am Donnerstagabend im Essener Medienforum zusammen mit Pastoraldezernent Michael Dörnemann über das ungewöhnliche Audio-Projekt berichtete. Auf drei Ebenen – mit einem sachlichen Erzähler, Originaltönen von Groß‘ Verwandtschaft oder aus der Zeit des Dritten Reichs sowie mit Spielszenen – hat ein Team aus vier Haupt-Autoren und acht Sprecherinnen und Sprechern das Leben des Seligen im historischen Kontext dargestellt, und bringt es den Hörern im Jahr 2020 dennoch erstaunlich nahe. „Alle im Team waren beeindruckend von der Frömmigkeit und Tiefe des Glaubens“, schildert Kremer eine Erfahrung aus der Produktion. Mit Blick auf die Person Groß‘ hätten sich die Drehbuch-Autoren vor allem der 29 Briefe bedient, die der Widerstandskämpfer aus der Haft an seine Frau und seine sieben Kinder geschrieben hat. Zwar habe man die Idee, im Hörspiel nur aus den Briefen zu zitieren, aufgrund der heute ungewohnten Sprache der Texte verworfen, so Kremer – dennoch sind sie gewissermaßen das Fundament der je zehn- bis 15-minütigen Folgen geworden. Auf der Internetseite unerschuetterlich.bistum-essen.de stehen die verschiedenen Folgen nun dauerhaft zum Download bereit – außerdem denken die Hörspiel-Macher und das Bistum bereits über eine Fassung in zwei Folgen á 45 Minuten nach, um gerade dem Bedarf von Schulen entgegenzukommen, so Kremer.

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news-18629 Thu, 23 Jan 2020 13:08:32 +0100 Kolping fährt mit jungen Auszubildenden nach Auschwitz https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/kolping-faehrt-mit-jungen-auszubildenden-nach-auschwitz/ 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers beschäftigen sich 18 Auszubildende des Kolping-Berufsbildungswerks in Essen in einem aufwendigen Schul-Projekt mit dem Thema Holocaust. Nach einem eigenen Theaterstück am Holocaust-Gedenktag am kommenden Montag besucht die Gruppe die Gedenkstätte in Polen. Mit einer Projektwoche, einem öffentlichen Theaterstück und einer Reise nach Auschwitz beschäftigen sich Auszubildende des Kolping-Berufsbildungswerks in Essen in diesen Tagen mit dem Thema Holocaust. „Was hat Auschwitz mit mir zu tun? – eine Ermittlung“ heißt das Programm, mit dem die katholische Bildungseinrichtung bewusst eine Zielgruppe für die Zeit des Nationalsozialismus interessieren möchte, die mit diesem Thema eher seltener konfrontiert wird.

„Wir haben hier Menschen mit multiplem Förderbedarf“, sagt Michael Endrass, stellvertretender Leiter der Einrichtung, mit Blick auf die rund 230 Schülerinnen und Schüler des Berufsbildungswerks. Junge Leute mit massiven Lernschwierigkeiten seien ebenso vertreten wie Autisten oder psychisch Behinderte. „Das sind Menschen, die oft besonders empfänglich sind für einfache Antworten“, betont Endrass die aktuelle Bedeutung des Projekts. Derzeit gebe es zwar keine offen auftretenden Rechtsradikalen in der Schülerschaft wie vor fünf Jahren, als dies der Anlass für ein erstes Auschwitz-Projekt gewesen sei. Aber Endrass und die anderen Pädagogen im Team hoffen, dass die Teilnehmer des aktuellen Projekts gegebenenfalls auch versteckt im Klassenraum geäußerten Parolen künftig eigene Erfahrungen mit dem Thema Nazi-Terror entgegenhalten können. Immerhin: „Unser Projekt ist bereits Tagesgespräch in unserer Einrichtung“. Endrass sagt: „Wir wollen die jungen Leute auf ihrer Ebene für dieses Thema sensibilisieren“. Zumal er bei den Schülern, die für dieses Thema empfänglich sind, eine ganz besondere Betroffenheit sieht: „Denen ist schon bewusst, dass sie angesichts ihrer Einschränkungen vor 75 Jahren womöglich selbst zu den Menschen gehört hätten, die als erste in die Konzentrationslager geschickt worden wären“.

„Unser Zugang ist vor allem emotional, weniger intellektuell“

Anstatt im Fachpraktikum für Holzverarbeitung oder Fahrzeugpflege zu sitzen oder erste Erfahrungen als Verkäuferin oder im Service in sozialen Einrichtungen zu machen, sprechen und lernen die 18 Männer und Frauen seit Mittwoch in einem Klassenraum über den Holocaust. Frank und Rike Reiniger – er Historiker und Bildungsreferent, sie Autorin und Regisseurin – diskutieren mit den Auszubildenden über die Nazi-Zeit, über Konzentrationslager und die geplante Vernichtung von Juden und anderen Bevölkerungsgruppen, sie schauen Filme, Fotos – und sie sprechen mit Zeitzeugen, die sich auf einen Zeitungsaufruf hin gemeldet haben. „Unser Zugang ist vor allem emotional, weniger intellektuell“, erläutert Rike Reiniger ihre Arbeit. Sie berichtet von einem Teilnehmer, der früher stark sehbehindert gewesen sei und sich im Projekt sehr für das Thema Euthanasie interessiert. „Ein anderer Teilnehmer stammt aus Südosteuropa und will ganz viel über das Thema ,arisch‘ wissen“. Eine Teilnehmerin habe zudem ganz verwundert gefragt: „Hitler hatte doch dieses Buch geschrieben – warum hat denn da niemand drauf reagiert?“ Für viele der Auszubildenden sei der Holocaust keine Geschichte aus einer fernen, vergangenen Zeit, „sondern es gibt bei uns ganz oft einen Gegenwartsbezug“, so Reiniger.

Theaterstück am 75. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung

Gemeinsam mit den Teilnehmern wird Reiniger die Erlebnisse und Erfahrungen im Projekt an Hand vieler Zitate in einem Theaterstück verdichten, das die jungen Leute am Montagabend, 27. Januar, um 19 Uhr – 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz – selbst aufführen. Der Eintritt ist frei, Gäste sind im Kolping-Berufsbildungswerk, Am Zehnthof 100, in Essen-Frillendorf hochwillkommen. Unter anderem werden NRW-Integrations-Staatssekretärin Serap Güler (CDU) und Weihbischof Ludger Schepers an diesem Abend mit dabei sein.

Eine Woche später bricht die Projektgruppe dann nach Polen auf, um nach der Beschäftigung mit Texten, Fotos und Filmen Orte des Holocaust auch mit eigenen Augen zu sehen. Neben einem ganztägigen Besuch in der Gedenkstätten der ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz und Birkenau und einer intensiven Vor- und Nachbereitung der Erlebnisse steht in Krakau auch ein Besuch der ehemaligen Fabrik von Oskar Schindler auf dem Programm.

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news-18627 Thu, 23 Jan 2020 08:05:00 +0100 Festgottesdienst zu Mariä Lichtmess im Essener Dom https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/festgottesdienst-zu-mariae-lichtmess-im-essener-dom/ Im Essener Dom feiert Weihbischof Zimmermann am 2. Februar 2020 die Messe zum Fest Mariä Lichtmess, das offiziell Darstellung des Herrn heißt. Früher endete an diesem Tag die Weihnachtszeit. Mit einem feierlichen Gottesdienst mit Weihbischof Wilhelm Zimmermann feiern die Katholiken im Essener Dom am Sonntag, 2. Februar, um 10 Uhr das Fest der Darstellung des Herrn. Das Fest erinnert an die biblische Erzählung, nach der Maria und Josef entsprechend dem jüdischen Gesetz Jesus 40 Tage nach seiner Geburt in den Tempel nach Jerusalem brachten. Dort hätten der greise Simeon und die Prophetin Hanna das Baby als den ersehnten Messias erkannt, heißt es im Lukas-Evangelium.

Bereits im 4. Jahrhundert feierte die Kirche in Jerusalem das Fest. Es wurde bald als der erste Einzug Jesu in Jerusalem betrachtet. Aus diesem Grund kam es im 7. Jahrhundert zu Lichterprozessionen. Die Kerzen, mit denen die Gläubigen das Kommen Jesus in die Welt symbolisch begleiteten, wurden zu diesem Fest geweiht. Den Brauch der Kerzensegnung gibt es in den Kirchen noch heute, oft wird das Fest am 2. Februar daher Mariä Lichtmess genannt.

Bis zur Liturgiereform in den 1960er Jahren endete erst an diesem Tag die Weihnachtszeit.

Im Essener Dom wird das Fest auch als Jahresgedächtnis für den am 4. Februar 2014 verstorbenen zweiten Ruhrbischof Hubert Luthe begangen.

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news-18626 Tue, 21 Jan 2020 14:06:10 +0100 Hörspiel: "Nikolaus Groß - unerschütterlich" https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/hoerspiel-nikolaus-gross-unerschuetterlich/ Der Christ, Familienvater und Gewerkschafter aus Niederwenigern starb vor 75 Jahren als Widerstandskämpfer in Berlin-Plötzensee Wer sich die Lebensgeschichte von Nikolaus Groß erzählen lassen will, ist richtig beim Hörspiel „Nikolaus Groß - unerschütterlich“. Das Bistum Essen hat die Geschichte des Widerstandskämpfers aus dem Bistum Essen in der Zeit des Nationalsozialismus als Podcast in 17 spannenden Folgen produzieren lassen. Die beiden letzten Folgen der Reihe werden am Dienstag und Donnerstag, 21. und 23. Januar, veröffentlicht. Online abrufbar sind sie hier: www.unerschuetterlich.bistum-essen.de.

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news-18625 Tue, 21 Jan 2020 14:02:59 +0100 Mit Kultur und konstruktivem Streit die Gesellschaft gestalten https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/mit-kultur-und-konstruktivem-streit-die-gesellschaft-gestalten/ Beim Jahresempfang des Ruhrbischofs in der Mülheimer Bistums-Akademie „Die Wolfsburg“ stand der gesellschaftliche Wandel im Fokus. Moderiert von der neuen Akademiedirektorin Judith Wolf diskutierte der Bischof mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters und dem Duisburger Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte. Impulse aus der Kultur, konstruktiver Streit und eine gute Portion Gelassenheit sind nach Ansicht von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck, Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und dem Duisburger Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte wichtige Helfer, wenn es darum geht, den gesellschaftlichen Wandel zu gestalten. Beim Jahresempfang des Bischofs folgten am Montagabend rund 400 Gäste aus Kirche und Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der Mülheimer Bistumsakademie „Die Wolfsburg“ dem Podiumsgespräch rund um den „Gesellschaftlichen Wandel in Krisenzeiten“ – engagiert moderiert von der neuen Akademiedirektorin Judith Wolf.

„Kultur holt Menschen aus ihren Echokammern heraus.“

„Ich bin überzeugt, dass Kunst und Kultur das Verstehen fördern können – und dies mit einer großen emotionalen Kraft“, hob Grütters den Beitrag der Kultur für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor – gerade in Zeiten großer Verhärtungen und Spaltungen. „Kultur holt Menschen aus ihren Echokammern heraus.“ Mit Blick auf nationalistische Tendenzen warnte Grütters jedoch vor einer Kulturpolitik, die „die Kultur zur Dienstmagd einer Weltanschauung“ mache. „Wehret den Anfängen“, sagte die Kulturstaatsministerin und verwies auf Polen, Ungarn und Tschechien, wo das Leitungspersonal von Kultureinrichtungen zum Teil nach ideologischen Kriterien ausgewählt würde. Und sie verwies auf lokale deutsche Parlamente mit rechtspopulistischen Parteien. Nach einer Wahl würden oft zunächst die vermeintlich wichtigen Aufgaben unter den großen Fraktionen verteilt – „und dann landet die Kultur plötzlich bei der AFD“. Kulturschaffende hätten Angst davor, „eingepresst“ zu werden, so Grütters.

„Wir wählen die Extremisten des Normalen“

„Kunst und Kultur sind Elemente der Freiheit“, sagte der Politikwissenschaftler Korte, „aber die Rechten sind nicht an Freiheiten interessiert – das Abgrenzende ist das, was Extremismus ausmacht.“ Korte sieht jedoch kein automatisches Abrutschen der deutschen Gesellschaft in Richtung Rechts, es gebe „keinen Anlass, dass sich bestimmte internationale Trends hier fortsetzen“. „Wir haben es selbst in der Hand, wenn wir nicht wollen, dass aus unseren 20er Jahren die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts werden.“ Unter den Deutschen gebe es „nach wie vor eine sehr mittige Links-Rechts-Verordnung“, so Korte. 73 Prozent ordneten sich der politischen Mitte zu, „die Mitte verändert sich, aber sie wird nicht kleiner“. Dass es „ein neues rechtes Angebot“ gebe, liege an den bisherigen Parteien, die „machtarrogant Themen ausgeschlossen“ hätten. So lange diese Themen nicht ideologisch aufgeladen, würden hätten sie indes auch alle Chancen, „Wähler mit einem klaren Leistungsversprechen zurückzugewinnen“. Die Deutschen seien „stabilitätsfanatisch“, sagte Korte, der der Bundesrepublik auch für das Jahr 2030 „ein stabiles Vielparteiensystem“ prognostiziert. „Wir wählen die Extremisten des Normalen, so etwas wie Trump würden wir nie akzeptieren.“ Korte verwies auf die historische Dimension der kommenden Bundestagswahl, weil die Amtsinhaberin nicht mehr antrete. „Angela Merkel hat die Chance, würdevoll bedeutungslos zu werden – auf so etwas wären wir Männer nie gekommen“, bemerkte der Wissenschaftler mit einem Schmunzeln.

Bischof wirbt für stilbildende Konfliktkultur

Stabilität ist aus Sicht von Ruhrbischof Overbeck auch ein Beitrag, den die Kirchen zum gesellschaftlichen Wandel leisten. „Wir haben als Christen für eine Kultur der Einheit aller Menschen einzustehen, die hier leben.“ Dazu gehöre eine „konstruktive Konfliktkultur“, von der sich Bischof Overbeck wünscht, dass die Kirche hier „stilbildend“ sein könnte – bei Diskussionen innerhalb der Kirche wie in Richtung Gesellschaft. Gerade bei den in wenigen Tagen beginnenden Beratungen im „Synodalen Weg“, dem Reformdialog der katholischen Kirche in Deutschland, gehe es darum, „den Heiligen Geist in jeder und jedem sprechen zu hören“, so Overbeck. Es gehe bei den Diskussionen weit mehr als nur um Strukturen. Die Struktur für die Kirche sei der Mensch, so Overbeck. „Auch Jesus ist nicht Geist geblieben, sondern Mensch geworden!“ Unter den vielen wichtigen Themen des Synodalen Wegs sei „die Geschlechtergerechtigkeit ein Megathema“. Hier wolle er in den Diskussionen „dafür einstehen, dass gewisse Türen nicht zugeschlagen werden“, betonte der Bischof.

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news-18624 Tue, 21 Jan 2020 09:00:00 +0100 „ZEIT“-Kolumnist Harald Martenstein kommt ins Essener Medienforum https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/zeit-kolumnist-harald-martenstein-kommt-ins-essener-medienforum/ Preisgekrönter Autor und Journalist liest am Dienstag, 4. Februar, aus seiner neuen Kolumnensammlung „Jeder lügt so gut er kann“. Der mehrfach preisgekrönte „ZEIT“-Kolumnist Harald Martenstein liest am Dienstag, 4. Februar, ab 19.30 Uhr im Essener Medienforum. „Jeder lügt so gut er kann – Alternativen für Wahrheitssucher“ ist der Titel seines neuen Kolumnenbands, in dem sich Martenstein sehr subjektiv, überraschend und oft sehr witzig den großen Themen der Gesellschaft widmet, aber auch Alltagsprobleme nicht außen vor lässt.

Die Lesung beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt kostet 15 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf im Medienforum oder – sofern nicht ausverkauft – an der Abendkasse.

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news-18622 Fri, 17 Jan 2020 13:53:26 +0100 Bischof sprach mit Polizeipräsidenten über Konsequenzen zu sexuellem Missbrauch https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-sprach-mit-polizeipraesidenten-ueber-konsequenzen-zu-sexuellem-missbrauch/ Mit Polizeipräsidenten und Landräten im Ruhrbistum hat Bischof Overbeck am Freitag über sexuellem Missbrauch an Minderjährigen und die Konsequenzen für Prävention dieser Taten und Handeln der katholischen Kirche diskutiert. Über sexuellen Missbrauch und die Konsequenzen für Prävention und Handeln der katholischen Kirche sprach Bischof Franz-Josef Overbeck am Freitag, 17. Januar, bei einem Treffen mit den Polizeipräsidentinnen und -präsidenten sowie den Landräten der Polizeibehörden im Bistum Essen.

Das Ausmaß sexueller Missbrauchstaten an Minderjährigen sei ein Thema, das Kirche und Polizei aus unterschiedlichen Perspektiven gleichermaßen beschäftigt, bestürzt und berührt, sagte Friederike Zurhausen, Polizeipräsidentin in Recklinghausen: „Für die Opfer gibt es keine emotionale Verjährungsfrist“. Kriminaldirektor Jürgen Häusler präsentierte bei dem Treffen aktuelle Zahlen und Hintergrundinformationen zu Missbrauchsfällen, Generalvikar Klaus Pfeffer stellte Ergebnisse der MHG-Studie und deren Konsequenzen für das Bistum Essen vor.

Overbeck und Pfeffer betonten ihre Dankbarkeit für die gute Kooperation mit Polizei und Staatsanwaltschaft.

Bischof Overbeck trifft sich in regelmäßigen Abständen mit den Polizeipräsidenten und Landräten aus den Städten und Kreisen des Ruhrbistums, um über Fragen gesellschaftlicher Entwicklungen und damit verbundener gemeinsamer Anliegen und Aufgaben zu diskutieren.

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news-18623 Fri, 17 Jan 2020 13:53:00 +0100 Bischof Overbeck und Generalvikar Pfeffer besuchen Pfarrgemeinderat von St. Johann Baptist https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-und-generalvikar-pfeffer-besuchen-pfarrgemeinderat-von-st-johann-baptist/ Nach dem Beschluss der Contilia, die Krankenhausgruppe KKE verkaufen zu wollen, suchte die Bistumsleitung das Gespräch. Bischof Franz-Josef Overbeck und Generalvikar Klaus Pfeffer haben sich nach der Ankündigung der Contilia GmbH, die Katholisches Klinikum Essen GmbH (KKE) verkaufen zu wollen, am Donnerstagabend solidarisch an die Seite der Pfarrei St. Johann Baptist gestellt. Für die Kirchengemeinde, die sich im vergangenen Jahr nach intensivem Ringen für den Verkauf ihrer Pfarrkirche zugunsten eines neuen, modernen Krankenhauses samt neuer Kirche ausgesprochen hatte, sei der geplante KKE-Verkauf ein Unglück, sagte Overbeck bei einem Besuch der Pfarrgemeinderatssitzung. Nun ständen viele Planungen in St. Johann Baptist zunächst unter dem Vorbehalt der weiteren Entwicklung.

Gespräch mit Oberbürgermeister Kufen am Montag

Jetzt sei die Contilia am Zug, sagte der Bischof. Gemeinsam mit vielen Partnern unterstütze er jedoch die Suche nach einer guten Lösung für die Stadt und für die Pfarrei. So werden sich Overbeck und Pfeffer unter anderem am kommenden Montag mit Oberbürgermeister Thomas Kufen treffen.

Kein Handlungsdruck für die Pfarrei

Marcus Klefken, Dezernent im Bischöflichen Generalvikariat, verwies darauf, dass es für die Pfarrei derzeit „keinen Handlungsdruck“ gebe: Der Kaufvertrag, mit dem die Pfarrei im vergangenen Mai ihr Kirchengrundstück samt Immobilien an die KKE verkauft habe, sei weiter gültig. Vom Vertrag zurücktreten könne die Pfarrei nur, wenn die KKE – oder ein Rechtsnachfolger – das neue Krankenhaus mit der neuen Kirche nicht baue, so Klefken.

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news-18621 Fri, 17 Jan 2020 11:36:04 +0100 Pater Philipp spricht „Hörmal“-Beiträge auf WDR2 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/pater-philipp-spricht-hoermal-beitraege-auf-wdr2/ Kurze Radio-Impulse an den Januar-Sonntagen morgens um 7.45 Uhr. Der Duisburger Prämonstratenser-Pater Philipp Reichling spricht an allen Januar-Sonntagen morgens um 7.45 Uhr in der WDR2-Sendung „Hörmal“. In den knapp vier minütigen Beiträgen widmet sich der Priester aus Duisburg-Hamborn verschiedensten Themen und möchte mit seinen Geschichten kleine Impulse zum Nachdenken setzen.

WDR2 ist im Bereich des Ruhrbistums über die UKW-Frequenzen 99,2 und 93,5 Mhz zu empfangen sowie über den Livestream auf www.wdr2.de. Nach der Ausstrahlung gibt es die Beiträge zum Nachhören und –lesen auf www.kirche-im-wdr.de. (tr)

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news-18620 Thu, 16 Jan 2020 16:11:59 +0100 Statement Bischof Overbeck zur Organspende https://www.youtube.com/watch?v=Vrds7KGcY_4 Statement von unserem Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck zur heutigen Entscheidung des Deutschen Bundestags zum Thema Organspende. news-18619 Thu, 16 Jan 2020 13:21:46 +0100 Verein "Wellcome“ hilft Familien mit Neugeborenen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/verein-wellcome-hilft-familien-mit-neugeborenen/ Zum elften Geburtstag des Vereins kamen Bischof Overbeck und Oberbürgermeister Kufen ins katholische Stadthaus Neu in die Stadt gezogen, dann wird das Baby geboren, und keiner ist in Sicht, der der jungen Familie unter die Arme greifen könnte: In Fällen wie diesen hilft der Verein „Wellcome“. „Wellcome im Bistum Essen“ hat am Donnerstag, 16. Januar, nun seinen elften Geburtstag gefeiert und den Tag genutzt, um Bischof Franz-Josef Overbeck, Oberbürgermeister Thomas Kufen und interessierte Bürger über seine Arbeit zu informieren.

Wenn Verwandte, Freunde oder Nachbarn nicht einspringen können, leisten die Ehrenamtlichen von „Wellcome“ in Familien mit einem Neugeborenen praktische Hilfe, helfen bei der Betreuung des Babys und seiner Geschwister, entlasten die Mutter und begleiten bei Mehrlingsgeburten auch mal zum Kinderarzt. Der Einsatz ist auf drei Monate begrenzt und erfolgt bis dreimal in der Woche für zwei bis drei Stunden. Entstanden ist das Wellcome-Projekt in Hamburg. Im Ruhrgebiet wird „Wellcome“ vom Bistum Essen angeboten und ist in den Städten Essen, Bochum und Oberhausen vertreten. Die Koordination leistet der gemeinnützige Verein mit drei Angestellten von seinem Standort im Katholischen Stadthaus in Essen aus.  

„Wer Wellcome braucht, bekommt Wellcome“

Im Laufe seines Bestehens hat „Wellcome“ im Bistum Essen mehrere hundert Familien begleitet. Zurzeit sind dort rund 40 Ehrenamtliche am Start. „Wer Wellcome braucht, bekommt Wellcome“, sagt Andreas Kühn, Vorsitzender des Vereins. Sozialpädagogischer Bedarf müsse dafür nicht nachgewiesen werden, wie es etwa bei den „Frühen Hilfen“ der Kinder- und Jugendhilfe der Fall sei. Wer genug Geld hat, kann sich für den Einsatz mit einer Spende bedanken; wer wenig hat, bekommt die Hilfe gratis.

Die Stadt Essen fördert das Projekt mit jährlich 33.000 Euro. Oberbürgermeister Kufen dankte den Ehrenamtlichen für ihr hohes Engagement, das die professionellen Hilfen in Essen wirksam unterstütze. Bischof Franz-Josef Overbeck erinnerte daran, dass „Wellcome“ bereits 2012, im dritten Jahr seines Bestehens, den mit 5.000 Euro dotierten Heinrich-Brauns-Preis des Bischofs von Essen erhalten habe.

Der Verein „Wellcome“ hat seine Räumlichkeiten im katholischen Stadthaus in der Essener Innenstadt und lebt dort in guter Nachbarschaft mit dem Dienstleistungsverbund der Kirchengemeinden im Bistum Essen, der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen, dem Stadtdekanat, dem Katholikenrat und dem Kita-Zweckverband, der dort seine Schulungsräume hat. Am frühen Morgen hatte der Bischof mit der Hausgemeinschaft einen Gottesdienst gefeiert und sich nach einem gemeinsamen Frühstück das ganze Haus zeigen lassen. Um sich die Renovierung der Innungszeichen anzusehen, die an der Fassade des Hauses angebracht sind, stieg er sogar außen über das Baugerüst hinauf ins dritte Stockwerk.

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news-18618 Thu, 16 Jan 2020 12:37:06 +0100 Stellungnahme des Kirchenvorstands St. Johann Baptist zum geplanten KKE-Verkauf https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/stellungnahme-des-kirchenvorstands-st-johann-baptist-zum-geplanten-kke-verkauf/ Nach dem Beschluss des Contilia-Aufsichtsrats, die Katholische Klinikum Essen GmbH (KKE) verkaufen zu wollen, teilt der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde St. Johann Baptist mit:

„Die Nachricht über die geplante Veräußerung der KKE hat uns sehr überrascht. Schließlich hatten uns noch im Dezember KKE- und Contilia-Vertreter bekräftigt, dass die Planungen für den Neubau weiter voranschreiten. Wir werden nun Contilia und KKE zu einem Gespräch einladen, um aus erster Hand zu erfahren, wie man sich dort den weiteren Verlauf des Projektes vorstellt.

Zunächst besteht jedoch bei uns kein Handlungsdruck: Der Kaufvertrag sichert uns weitreichende Rechte zu. Und derzeit ist keine Voraussetzung gegeben, um eine Rückabwicklung fordern oder gar einleiten zu können. Hinzu kommt: Der Kirchenvorstand hat sich in seiner Sitzung am 15. Januar noch einmal einstimmig hinter das Projekt gestellt: Wir stehen grundsätzlich hinter der Planung, in Essen-Altenessen ein neues Krankenhaus mit einer neuen Kirche zu errichten. Gleichzeitig werden wir die weitere Entwicklung sehr genau beobachten, um sicherzustellen, dass die Interessen der Pfarrei berücksichtigt und die mit dem Kaufvertrag verbundenen Zusagen und Absichten eingehalten werden. Solange sich an diesen grundlegenden Prämissen nichts ändert, gibt es vorerst keinen Anlass – und auch keine Handhabe – in eine andere Richtung zu agieren.“

Auf ihrer Internetseite hat die Pfarrei St. Johann Baptist aktuelle „Fragen und Antworten zum geplanten KKE-Verkauf“ zusammengestellt.

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news-18617 Thu, 16 Jan 2020 11:31:33 +0100 Byzantinisch-russischer Gottesdienst im Essener Dom https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/byzantinisch-russischer-gottesdienst-im-essener-dom-3/ Der Essener Romanos-Chor begleitet die ostkirchliche Liturgie Die „göttliche Liturgie des Heiligen Johannes Chrysostomus“ im byzantinisch-russischen Ritus, eine Gottesdienstform der mit Rom unierten katholischen Ostkirchen, wird am Sonntag, 26. Januar 2020, um 16 Uhr im Essener Dom gefeiert. Anlass dafür ist die Gebetswoche für die Einheit der Christen. Begleitet wird die Feier im byzantinisch-russischen Ritus vom Gesang des Romanos-Chores aus Essen.

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news-18614 Tue, 14 Jan 2020 13:51:02 +0100 Ein „besonderer Abend“ in der Kirche des Hengsbach-Hauses https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/ein-besonderer-abend-in-der-kirche-des-hengsbach-hauses/ Spirituelle Performance für Menschen, die geistlich auf der Suche sind Mit einer spirituellen Performance aus Licht, Klang, Text, Stille und Live-Musik beginnt am Samstag, 1. Februar, um 19 Uhr ein „Besonderer Abend“ in der dunklen Seminarkirche des Kardinal-Hengsbach-Hauses in Essen-Werden. Das Team Exercitia des Bistums Essen lädt Menschen, die geistlich auf der Suche sind, zu einer überraschenden und faszinierenden Begegnung ein. Anschließend gibt es ab 20 Uhr in der Kreuzganghalle des Hauses die Möglichkeit zu Gesprächen bei einem Imbiss und einem Glas Wein. Um eine formlose Anmeldung unter team.exercitia@bistum-essen.de wird gebeten.

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news-18612 Mon, 13 Jan 2020 19:15:53 +0100 Seelsorgerinnen und Seelsorger setzen auf mehr Offenheit und Flexibilität https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/seelsorgerinnen-und-seelsorger-setzen-auf-mehr-offenheit-und-flexibilitaet/ Rund 400 Priester, Diakone, Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten im Ruhrbistum haben am Montag über die Zukunft ihrer Arbeit in der Kirche an Rhein, Ruhr und Lenne diskutiert. Laien, die Sakramente spenden, eine gemeinsame Ausbildung aller pastoralen Berufsgruppen oder Pfarreien, die künftig womöglich nicht mehr von einem Pfarrer alleine geleitet werden: Rund 400 Priester, Diakone, Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten aus dem Ruhrbistum haben am Montag in Essen gemeinsam mit Bischof Franz-Josef Overbeck und Generalvikar Klaus Pfeffer über ihre künftige Arbeit diskutiert. Beim „Tag der pastoralen Dienste“ standen dabei vor allem die Diskussionsergebnisse der acht Projektgruppen im Fokus, die im Prozess „Pastorale Dienste im Gespräch“ seit gut einem Jahr Ideen zu verschiedenen Aspekten der Arbeitsbedingungen für hauptberufliche Seelsorgerinnen und Seelsorger in einer sich immer stärker verändernden Kirche entwickelt haben.

Alle sollen „Seelsorgerin“ oder „Seelsorger“ sein

Im Sinne einer besseren Erkennbarkeit, gerade für Menschen mit wenig Kontakt zur Kirche, sollten sich zum Beispiel alle kirchlichen Mitarbeiter „Seelsorgerin“ oder „Seelsorger“ nennen, so der Vorschlag einer Projektgruppe. Bei ihren Überlegungen und Recherchen hatten die Mitglieder dieser Gruppe zwischen Diakon, Gemeindereferentin, Bischof, Pastor und vielen neu entwickelten Begriffen immerhin eine verwirrende Vielfalt von 109 verschiedenen möglichen Berufsbezeichnungen gefunden. Ein damit verwandtes Projekt warb auf der Veranstaltung dafür, künftig alle katholischen Seelsorgerinnen und Seelsorger gemeinsam auszubilden – schließlich arbeiteten sie in den Pastoralteams der Pfarreien vor Ort ja auch an den gleichen Herausforderungen. Und ein drittes Projekt möchte die Zugangswege zu den verschiedenen Berufen im kirchlichen Dienst öffnen, um künftig mehr und andere Menschen für einen Beruf in der Kirche zu gewinnen. „Veränderungsmanagement ist bei mir genau so wenig Teil der Ausbildung gewesen wie Kommunikationsstrategien und Social Media“, sagte Diakon Carsten Ossig. Gleichzeitig seien dies heute wichtige Aufgaben in den Pfarreien des Ruhrbistums. „Es gibt so viele Menschen mit tollen Fähigkeiten in unseren Gemeinden, die als Arbeitnehmer aber bei uns keine Chance haben“, so Ossig. „Hier müssen wir flexibler und offener werden“.

Flexible Rahmenbedingungen statt starre Vorgaben

Die Botschaft „flexibler und möglichst offen“ ließ sich in Essen über die meisten Projektideen schreiben: Egal ob es um die künftigen Vorgaben für die Organisation und Arbeit der Pastoralteams in den Pfarreien geht, die „mehr eine Leitplanke“ sein soll, oder die Frage, wer im Ruhrbistum womöglich neben den Priestern auch noch die Sakramente der Taufe, der Ehe oder der Krankensalbung spenden darf – viele Projektgruppen wünschen sich mehr Freiheiten für flexiblere, an die jeweiligen Bedürfnisse vor Ort angepassten Lösungen.

Neue Modelle für die Leitung von Pfarreien

Das gilt auch für die Leitungsfrage in den derzeit 42 Pfarreien des Ruhrbistums. Bis vor einigen Jahren sei dies noch „ein relativ tabuisiertes Thema“ gewesen, sagte Generalvikar Pfeffer. Doch nun drohe wegen fehlender geeigneter Priester doch der Moment zu kommen, in dem eine freie Pfarrstelle nicht mehr besetzt werden könne. Auf der kleineren Gemeindeebene arbeitet das Bistum längst mit Gemeindereferentinnen oder ehrenamtlichen Teams als Gemeindeleitern – nun suche man auch auf der Ebene der Pfarreien nach Alternativen zur alleinigen Leitung durch einen Pfarrer, so Pfeffer. Die entscheidende Frage dabei sei: „Wie können wir Pfarreileitung zum Beispiel durch Nicht-Priester, Ehrenamtliche oder Teams gestalten – und trotzdem noch dem Kirchenrecht gerecht werden?“ Pfeffer erwartet, dass das Bistum hierzu noch in diesem Jahr eine Diskussionsgrundlage liefert und auch hier „eher einen Rahmen“ vorstellen werde, „möglicherweise werden wir für jede Pfarrei ein anderes Modell benötigen“, erwartet Pfeffer.

Eine Frau als Overbecks Nachfolgerin?

Die Seelsorgerinnen und Seelsorger selbst scheinen den angestoßenen Weg hin zu vielfältigeren und offeneren Arbeitsbedingungen größtenteils mitzugehen. Bei der Präsentation der einzelnen Projekte gab es jedenfalls neben intensiven, konstruktiven Diskussionen ganz überwiegend Zuspruch zu den Vorschlägen. Konkret wird Bischof Overbeck in den kommenden Monaten Reformvorschläge der Projektgruppen in Kraft setzen, womöglich ablehnen – oder in die Diskussion auf Bundes- oder Weltkirchen-Ebene einspeisen. Für seine Schlussbemerkungen wählte der Bischof das Bild des Gartens und betonte: „Es wächst ganz viel, aber es wächst langsam.“ Und: „Wir müssen aufpassen, dass die vielen alten Bäume, die jetzt umfallen, nicht zu viel kaputt machen.“ Mit Blick auf den Wunsch nach mehr Flexibilität verwies er auf die attraktive Vielfalt eines bunten Gartens: „Es ist wichtig, dass nicht alles egal ist.“ Ob jedoch – wie von drei Schauspielern im Programm in einer Vision für das Jahr 2040 in den Raum geworfen – „meine Nachfolge eine Frau antritt? Ich will Ihnen da keine falschen Hoffnungen machen. Aber ich gehöre auch zu den Bischöfen, die da die Tür nicht zuschlagen wollen“, sagte Overbeck.

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news-18611 Mon, 13 Jan 2020 15:09:34 +0100 Brahms-Requiem im Gedenken an Nikolaus Groß https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/brahms-requiem-im-gedenken-an-nikolaus-gross/ Domorganist Sebastian Küchler-Blessing hat den Orchesterpart des Werks eigens für Orgel arrangiert. Konzert in der Reihe „Dimension Domorgel“ am Mittwoch, 22. Januar, um 19.30 Uhr. In einer eigens für Orgel, Soli und Chor bearbeiteten Fassung präsentiert Domorganist Sebastian Küchler-Blessing am Vorabend des 75. Todestags von Nikolaus Groß, am Mittwoch, 22. Januar, um 19.30 Uhr im Essener Dom das Brahms-Requiem. Brahms habe sein „deutsches Requiem nach Worten der heiligen Schrift“ weniger als Trauermusik für die Toten, sondern vielmehr zum Trost für die Hinterbliebenen gedacht, verweist Küchler-Blessing auf Brahms eigene Worte über das vor gut 150 Jahren uraufgeführte Werk. Ursprünglich für Soli, Chor und großes Orchester geschrieben, hat Küchler-Blessing für dieses Konzert in der Reihe „Dimension Domorgel“ den Orchesterpart eigenes für die Orgel im Essener Dom arrangiert.

Musiker widmen Konzert allen Opfern von Krieg und Terror

Gemeinsam mit Küchler-Blessing inszenieren an diesem Abend die Sopranistin Lydia Teuscher, Bariton Tobias Berndt und der Chor der Ruhr-Universität Bochum unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Nikolaus Müller das Brahms-Requiem als musikalischen Beitrag des Gedenkens an den aus dem Ruhrgebiet stammenden, am 23. Januar 1945 hingerichteten christlichen Widerstandskämpfer Nikolaus Groß. Die Musiker widmen ihre Ausführungen „dem Andenken des von den Nationalsozialisten ermordeten Seligen Nikolaus Groß und allen Opfern von Krieg und Terror“, so Küchler-Blessing.

Der Eintritt zu dem rund 60-minütigen Konzert ist frei. Am Ausgang wird um Spenden gebeten. Nach Beginn des Konzerts ist kein Zugang zum Dom mehr möglich.

Am Donnerstag, 23. Januar, gedenkt das Bistum des Seligen Nikolaus Groß um 17.30 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienst mit Bischof Franz-Josef Overbeck im Essener Dom.

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news-18610 Mon, 13 Jan 2020 14:57:52 +0100 Ruhrbistum gedenkt 75. Todestag des Seligen Nikolaus Groß https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/ruhrbistum-gedenkt-75-todestag-des-seligen-nikolaus-gross/ Feierliche Messe mit Bischof Franz-Josef Overbeck am Donnerstag, 23. Januar, um 17.30 Uhr im Essener Dom. 75 Jahre nach seiner Ermordung durch die Nationalsozialisten erinnert das Ruhrbistum am Donnerstag, 23. Januar, um 17.30 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienst im Essener Dom an das Leben und den gewaltsamen Tod von Nikolaus Groß, dem einzigen Seligen des Bistums Essen. Bischof Franz-Josef Overbeck wird das Pontifikalamt leiten.

Der aus Hattingen-Niederwenigern stammende christliche Arbeiterführer, Bergmann, Journalist, Familienvater und Widerstandskämpfer war am 12. August 1944 im Zusammenhang mit dem Hitler-Attentat vom 20. Juli verhaftet worden. An dem Attentat selbst war Groß zwar nicht beteiligt, aber zu diesem Zeitpunkt bereits viele Jahre im Widerstand gegen den Nationalsozialismus engagiert. Spätestens seit 1942 arbeitete er mit Freunden und Wegbegleitern aus den christlichen Gewerkschaften, der KAB und der Zentrumspartei im „Kölner Kreis“ an Alternativen zum Nazi-Regime. Mitte Januar 1945 wurde Groß vom nationalsozialistischen „Volksgerichtshof“ unter dem Vorsitz von Roland Freisler zum Tode verurteilt und am 23. Januar in Berlin-Plötzensee erhängt.

Seligsprechung am 7. Oktober 2001 durch Papst Johannes Paul II.

Dank vieler engagierte Christen im Ruhrgebiet, gerade aus der Katholischen-Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), blieben Nikolaus Groß und seine Ideen auch nach seiner Ermordung unvergessen. Ab 1987 bereitete der erste Ruhrbischof Franz Hengsbach den aufwändigen Prozess der Seligsprechung des Widerstandskämpfers vor, der schließlich mit der Seligsprechung am 7. Oktober 2001 durch Papst Johannes Paul II. in Rom vollendet wurde.

Groß ist damit der einzige Selige des 1958 gegründeten Bistums Essen. An vielen Orten des Ruhrbistums wird sein Andenken gepflegt, unter anderem in seiner Taufkirche St. Mauritius in Hattingen-Niederwenigern und im benachbarten Nikolaus-Groß-Haus. In der rechten Seitenkapelle des Essener Doms ist der letzte von insgesamt 29 Briefen dokumentiert, die Groß aus der Gefangenschaft an seine Frau und die sieben Kinder geschrieben hat. Zwei Tage vor seiner Hinrichtung verabschiedet er sich darin von seiner Familie mit den Worten: „Auf Wiedersehen in einer besseren Welt“.

Hörspiel „Nikolaus Groß – Unerschütterlich“

Zum 75. Todestag Groß’ hat das Bistum Essen das Leben und  seine bis heute hochaktuellen Gedanken in einem Hörspiel verarbeitet. „Nikolaus Groß – Unerschütterlich“ heißt das Stück, das in 17 Folgen Szenen aus dem Leben Groß‘ darstellt. Mit seinen Themen zum Beispiel rund um Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen kann es auch als Appell verstanden werden, aus Groß‘ Geschichte zu lernen – und heute nicht die gleichen Fehler zu machen wie damals. Vor einer „Verrohung der Sprache“ habe auch der Journalist Groß frühzeitig gewarnt, sagte der Pastoraldezernent und Leiter des Hörspiel-Projekts im Ruhrbistum, Michael Dörnemann, bei der Vorstellung im November. Auf der Internetseite unerschuetterlich.bistum-essen.de werden nach und nach alle Folgen des Hörspiels veröffentlicht und können dort kostenlos angehört oder heruntergeladen werden – am 23. Januar erscheint die 17. und letzte Folge der Reihe.

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news-18601 Mon, 13 Jan 2020 10:50:00 +0100 Ausstellung zur modernen Krippen-Installation in St. Augustinus https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/ausstellung-zur-modernen-krippen-installation-in-st-augustinus/ Mehrere tausend Besucher hat die zeitgenössische Krippen-Installation in der Gelsenkirchener Innenstadtkirche seit Anfang Dezember schon angezogen. Seit dem gestrigen Sonntag zeigt die Kirche zudem eine Ausstellung mit alternativen Krippen-Entwürfen, die im Wettbewerb „ars LITURGICA“ entstanden sind. Rund 3500 dünne Infusionsschläuche aus Kunststoff, die lichtdurchflutet in einem großen Kreis um eine leere Futterkrippe hängen: Seit Anfang Dezember sorgt die moderne Weihnachtskrippen-Installation „Fürchtet euch nicht“ in der Gelsenkirchener Innenstadt-Kirche St. Augustinus für Aufsehen sowie zahlreiche interessierte und vielfach sehr bewegte Besucher. Seit dem gestrigen Sonntag zeigt die Kirche in einer ergänzenden Ausstellung, wie die außergewöhnliche Weihnachtskrippe im Künstler-Wettbewerb „ars LITURGICA“ entstanden ist. Außerdem präsentiert die Ausstellung die Ideen anderer Künstler des unter anderem vom Bistum Essen getragenen Wettbewerbs, der im vergangenen Jahr die neue Krippe für St. Augustinus ausgeschrieben hatte.

Informationsblätter in sieben Sprachen

Mirco Quint, Pastor an St. Augustinus, konnte sich auch schon vor der Ausstellungseröffnung am Sonntag nicht über mangelndes Interesse an der neuen und in vielerlei Hinsicht ungewöhnlichen Weihnachtskrippe beklagen. Seit Beginn des Advents haben sich in dem täglich geöffneten Gotteshaus an der Gelsenkirchener Haupteinkaufsstraße schon mehrere tausend Besucher dem Vorhang aus Kunststoffschläuchen genähert, der die Krippe umgibt. „Die ersten 7000 Flyer mit Informationen zur Installation sind schon alle weg“, sagt Quint auf die Frage nach Besucherzahlen. Neben vielen Einzelbesuchern „war zuletzt auch fast täglich eine Busgesellschaft hier“, freut sich der Pastor über das große Interesse. Die Infoblätter seien dabei für das Verständnis der modernen Krippen eine gute Hilfe, hat Quint festgestellt: „Man braucht schon eine Hinführung zu dieser Art von Kunst.“ Deshalb – und mit Blick auf die vielen Besucherinnen und Besucher – gibt es den Flyer nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch, Französisch, Kroatisch, Polnisch, Spanisch und Italienisch, unter anderem zum Download.

Weihnachtsbotschaft per Infusion

„Die meisten Menschen sind recht zögerlich – und in den Vorhang hinein traut sich zunächst kaum jemand“, hat Quint festgestellt. „Aber wenn man zwei, drei Akzente erläutert, sagen die meisten: Wow!“ Eine tiefe Nachdenklichkeit und Ruhe mache sich bei den meisten Besuchern breit. Quint verweist auf die Infusionsschläuche: „So wie ein Medikament, das als Infusion direkt und ohne Wirkungsverlust in unsere Blutbahn gelangt, sollen wir die Botschaft von Weihnachten in uns aufnehmen“, beschreibt er die Intention der Künstlerin Sabine Reibeholz. Eine Betrachtung, die gerade Menschen nach einer intensiven Krankenhauserfahrung durchaus zu Tränen rühre, so Quint.

Installation betont „Fürchtet euch nicht!“

Neben der Grundbotschaft, dass Gott Mensch geworden ist, betont die Künstlerin mit ihrer Installation vor allem das „Fürchtet euch nicht!“. Mit dem Satz, den die Engel in der Weihnachtsgeschichte den Hirten zurufen, um sie auf das Geschehen im nahen Stall hinzuweisen, hat Reibeholz ihr Kunstwerk überschrieben. Dabei kennen Christen diesen Satz nicht nur aus der Weihnachtsgeschichte – sondern auch aus dem Oster-Evangelium: Maria Magdalena geht nach der Kreuzigung Jesu zu dessen Grab und trifft dort einen Engel, der sie ebenfalls mit „Fürchte dich nicht!“ begrüßt. So dürfe die Krippe in St. Augustinus durchaus auch als Hinweis auf die Auferstehung Jesu verstanden werden, so Quint: „Schon der Weg durch die Schläuche kann an den Weg Maria Magdalenas in die Grab Höhle erinnern.“ Und so lichtdurchflutet wie die Krippe möge auch das vom Engel erstrahlte Grab gewesen sein.

Leere Krippe – leeres Grab

Und noch eine Gemeinsamkeit gibt es zwischen dem biblischen Bericht über Jesu Grab und die neue Krippe in St. Augustinus: Beide sind leer. „Das verstört gerade unsere regelmäßigen Kirchenbesucher“, hat Pastor Quint festgestellt. Wer durch den Schlauch-Vorhang hindurchgegangen ist, findet in dessen Innern eine hölzerne Krippe mit Stroh – aber keine Jesus-Puppe. Dafür liegt ein Tuch in der Krippe. „Es erinnert uns an die Weihnachtsgeschichte, die erzählt, wie Maria den neugeborenen Jesus in Windeln gewickelt und in eine Krippe gelegt hat“, sagt Quint. Zugleich erinnere das Tuch an die Auferstehungsszene: Die Jünger Jesu, die zum leeren Grab kamen, fanden seine Leinenbinden und sein Schweißtuch.

Die Krippen-Installation und die Ausstellung mit den weiteren Entwürfen des Wettbewerbs sind noch bis Sonntag, 2. Februar, in St. Augustins, Ahstr. 7, zu sehen. Die Kirche ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet – nur während Gottesdiensten ist ein Umherlaufen in der Kirche nicht möglich.

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news-18604 Sun, 12 Jan 2020 10:00:00 +0100 Overbeck: „Zeitenwenden haben es in sich“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/overbeck-zeitenwenden-haben-es-in-sich/ Die „Zeitenwende“ der katholischen Kirche steht im Mittelpunkt der Botschaft des Essener Bischofs Franz-Josef Overbeck zum neuen Jahr 2020. Das „Wort des Bischofs“, das am 11. und 12. Januar 2020 in allen Kirchen des Bistums Essen verlesen wurde, vertieft den Inhalt der Predigt, die Overbeck am Neujahrstag im Essener Dom gehalten hat. Die Zeitenwende der Kirche, ausgelöst durch den Skandal sexueller Gewalt und eine rigide katholische Moral, verlange eine gründliche Umkehr – weg von der Institution, hin zu den einzelnen Menschen und deren Nöten, schreibt der Bischof. Der „Synodale Weg“ der deutschen Kirche bedeute einen Neuaufbruch mit der Einwilligung, als Kirche kleiner und demütiger zu werden, differenzierte, vielschichtige Antworten zuzulassen und darauf zu verzichten, sich über andere Menschen besserwisserisch und arrogant zu erheben.

Overbeck hat Erwartungen an die Themen des "Synodalen Weges"

Die Themen des „Synodalen Weges“ ordnet Overbeck zukunftsorientiert ein: Macht in der Kirche brauche Kontrolle und Begrenzung. Über den Zölibat, der für nicht wenige Priester eine schwere Last bedeute, müsse neu nachgedacht werden. Fragen der Sexualmoral und Partnerschaft erforderten eine neue Bewertung, wobei immer noch gelte, dass die Sehnsucht der Menschen nach verlässlichen, dauerhaften Liebesbeziehungen dem Evangelium sehr nahe komme. Frauen von den wichtigsten Ämtern der Kirche fernzuhalten, sei für immer Menschen nicht mehr akzeptabel.

Eindringlich bittet der Bischof die Katholiken im Bistum Essen: „Beteiligen Sie sich weiter an den Debatten, die wir in unserem Bistum in den verschiedenen Prozessen seit vielen Jahren führen, und die uns mehr und mehr verändern.“ Overbecks Wunsch: „Lassen Sie uns in dieser Zeitenwende beieinander bleiben, verschiedene Standpunkte aushalten und geduldig darauf setzen, dass sich in unserem Suchen und Ringen Gottes Geist zeigen wird.“

Das „Wort des Bischofs zum 1. Januar 2020“ steht zum Download zur Verfügung und ist in gedruckter Form erhältlich. Behindertenverbände und -einrichtungen können das Hirtenwort in leichter Sprache sowie als Audio-Datei über presse@bistum-essen.de beziehen.

Wort des Bischofs zum 1. Januar 2020

Das Wort des Bischofs zum Nachhören

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news-18607 Fri, 10 Jan 2020 15:27:00 +0100 „Ecclesia Lumina“: Ton- und Lichtshow in Essener Gemeindekirche St. Antonius Abbas https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/ecclesia-lumina-ton-und-lichtshow-in-essener-gemeindekirche-st-antonius-abbas/ Zum zweiten Mal präsentiert die Gemeinde St. Antonius Abbas am 18. Januar eine Ton- und Lichtshow in ihrer Kirche. In insgesamt vier Aufführungen geht es um eine Geschichte des alten Testa-ments kombiniert mit den Herausforderungen der heutigen Zeit. Mit „Ecclesia Lumina“ – Kirchenleuchten – setzt Lichtkünstler und Gemeindemitglied Martin Lenze seine Essener Heimatkirche in St. Antonius Abbas, Kiek ut 6, am Samstag, 18. Januar zum zweiten Mal in Szene: Mit Geräuschen, Liedern und Texten.

Vier Mal an diesem Abend präsentieren Ehrenamtliche der Schönebecker Gemeinde mit einer Lichtchoreographie, Texten, Musik und aufgenommenen Geräuschen eine biblische Geschichte des alten Testaments, verwoben mit Herausforderungen der heutigen Zeit.

Beginn der Aufführungen ist um 17.30 Uhr, 18.30 Uhr, 19.30 Uhr und 20.30 Uhr, Einlass jeweils 15 Minuten vorher. Die ersten drei Vorstellungen sind bereits ausverkauft, Karten gibt es für 10 Euro im Vorverkauf in der Gemeindebücherei am Sonntag, 12. Januar, von 10.45 bis 12.45 Uhr oder online unter www.ecclesia-lumina.de, Restkarten an der Abendkasse im Gemeindesaal. Besucher unter 25 Jahren zahlen einen ermäßigten Preis von fünf Euro. Der Gemeindesaal ist ab 16 Uhr geöffnet.

Der Erlös geht an die Gemeinde und das Sozialprojekt „Talita Kumi“ für Mädchen und Frauen in Ecuador.

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news-18609 Fri, 10 Jan 2020 15:03:36 +0100 Domschatz verlängert „Essen sein Schatz – Die Goldene Madonna“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/domschatz-verlaengert-essen-sein-schatz-die-goldene-madonna/ Die Sonderausstellung über die 1000-jährige Geschichte des wichtigsten Kunstwerks im Ruhrgebiet läuft nun bis zum Weltfrauentag am 8. März. Die Sonderausstellung „Essen sein Schatz – die Goldene Madonna“ wird bis zum 8. März 2020 verlängert. Die ursprünglich bis Mariä Lichtmess geplante Ausstellung in der Domschatzkammer endet nun am Internationalen Weltfrauentag. Grund für die Verlängerung ist der bisherige Erfolg der Geschichte über die Goldene Madonna in Texten, Bildern und ungewöhnlichen Exponaten in der Essener Domschatzkammer: Seit Eröffnung im Oktober haben mehr als 4000 Menschen die Ausstellung besucht.

Wir freuen uns über das große Interesse“

„Wir freuen uns über das große Interesse an der Ausstellung – ein sehr guter Grund, die Schau zu verlängern. Übrigens sind es nicht nur Essener, die kommen, um ‚Essen sein Schatz‘ zu sehen“, sagt Andrea Wegener, Leiterin der Essener Domschatzkammer. Wegener und ihren beiden Mitkuratoren Daniela Krupp und Rainer Teuber mache es auch nach drei Monaten immer noch großen Spaß, durch die Sonderausstellung zu führen.

An drei Abenden wird der Goldenen Madonna noch einmal besondere Aufmerksamkeit gewidmet: Kuratorenführungen gibt es am Freitag, 17. Januar, von 19 bis 20.30 Uhr unter dem Motto „Maria – Mutter – Königin“, am Freitag, 21. Februar, von 19 bis 20.30 Uhr unter dem Motto „Prototyp – Patronin – Covergirl“ sowie am Donnerstag, 5. März, von 17 bis 18.30 Uhr unter dem Titel „Gekrönt – Kopiert – Restauriert“. Der Eintritt kostet jeweils 12 Euro inklusive Begleitheft, Snacks und Getränken.

Finissage mit zwei letzten öffentlichen Führungen

Bei der Finissage am Sonntag, 8. März, von 11 bis 18 Uhr gibt es dann um 14 und 17 Uhr zwei letzte öffentliche jeweils einstündige Führungen durch die Ausstellung. Der Eintritt inklusive Begleitheft kostet acht Euro.

Bis zum Ende der Sonderausstellung haben auch prominente Gäste ihren Besuch angekündigt: Bischof Franz-Josef Overbeck, Oberbürgermeister Thomas Kufen sowie NRW-Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner wollen die Ausstellung in der Domschatzkammer besichtigen.

Mehr Infos zur Sonderausstellung gibt's hier.

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news-18608 Fri, 10 Jan 2020 14:40:28 +0100 Bischof Overbeck dankt Altfrid-Bruderschaft für Einsatz im Dom https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-dankt-altfrid-bruderschaft-fuer-einsatz-im-dom/ Die ehrenamtlichen Mitglieder standen im vergangenen Jahr insgesamt rund 2000 Stunden als Ansprechpartner im Dom bereit. Bei ihrem jährlichen Kapitelstag dankte Bischof Overbeck ihnen für diesen Einsatz. Rund 2000 Stunden waren die ehrenamtlichen Mitglieder der Altfrid-Bruderschaft im vergangenen Jahr im Essener Dom präsent. Für diesen engagierten Dienst dankte ihnen am Freitag, 10. Januar 2020, Bischof Franz-Josef-Overbeck beim jährlichen Kapitelstag. Nach einem gemeinsamen Gottesdienst am Grab des Heiligen Altfrid in der Krypta des Doms ließen die Brüder und eine Schwester beim anschließenden Frühstück im Generalvikariat das vergangene Jahr Revue passieren.

16 aktive Mitglieder sorgen im Dom während der täglichen Öffnungszeiten dafür, dass die Besucher in Ruhe beten und das Gotteshaus besichtigen können. Dabei stehen die Altfrid-Brüder als Ansprechpartner für Architektur und Geschichte des Doms bereit.

Die Bruderschaft, die zudem 13 ehemals aktive Mitglieder umfasst, ist nach dem Gründer der Stadt und des Stifts Essen, dem Heiligen Altfrid, benannt. Seit 45 Jahren leisten die Männer – und seit 2015 auch eine Frau – im Dom ihren Beitrag zur Würde und Sicherheit des Gotteshauses. Ihr Vorsitzender Rudolf Verheyen freut sich über jede und jeden, der die Bruderschaft unterstützen möchte. Interessenten können sich per Mail melden.

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news-18603 Thu, 09 Jan 2020 15:24:05 +0100 Gemeindechristen sprechen öffentlich von Gott https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/gemeindechristen-sprechen-oeffentlich-von-gott/ Die Pfarrei St. Josef in Essen-Frintrop feiert das 25-jährige Bestehen ihres „Ansprachekreises“ – gewöhnliche Gemeindechristen sprechen im Gottesdienst über die Bibel und ihren Glauben. Wenn Arnd Brechmann am kommenden Sonntag von der Kanzel seiner Pfarrkirche St. Josef in Essen-Frintrop über den Gottesknecht des Propheten Jesaja und die Taufe Jesu spricht, wird das aufregender für ihn sein, als wenn er in der Sparkasse vor 500 Menschen über Wertpapiere redet. „In der Kirche bin ich kein Profi. Ich gebe etwas Persönliches von mir preis, wenn ich die Bibel auslege“, sagt der 55-jährige Banker. Brechmann ist Mitglied des „Ansprachekreises“ seiner Pfarrei, dessen aktuell sieben Mitglieder als gewöhnliche Gemeindechristen regelmäßig in der Sonntagsmesse sprechen. 25 Jahre „Laien-Predigt“ mit 15 Akteuren über all die Jahre feiert die Gemeinde am kommenden Sonntag, 12. Januar, in der Messe um 11.15 Uhr und beim anschließenden Neujahrsempfang im Pfarrheim an der Schlenterstraße. Denn die Frintroper Initiative hat Zukunft: Ihre Erfahrungen sind mit der Frage „Wer wird morgen öffentlich von Gott sprechen?“ in eines der Zukunftsbild-Projekte des Bistums Essen geflossen, und es gibt lebhaftes Interesse anderer Pfarreien, diese Idee zu übernehmen.

„Predigt“ dürfen die Wortbeiträge der Laienchristen freilich nach wie vor nicht genannt werden, wenn man nicht in Konflikt mit dem Kirchenrecht geraten will, das die sogenannte Homilie nach dem Evangelium dem geweihten Kleriker vorbehält. Die „Ansprachler“, wie Arnd Brechmann seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter nennt, sind jedoch Experten in eigener Sache, zwischen Ende 30 bis Mitte 60 Jahre alt, in den verschiedensten Berufen stehend vom Ingenieur über Erziehung und Pflege bis hin zu Kultur und Theologie.  Sie alle leben ihr Christentum und haben Erfahrungen im Bibellesen.

„Unser Pfarrer hat uns immer gelassen“, sagt Brechmann und spricht von der gemeinsamen Bibelarbeit der Gruppe, die jeder Ansprache vorher geht. Zwei Stunden rauchen gemeinschaftlich die Köpfe, danach wird entschieden, welcher der Anwesenden das abendliche Gespräch in seine eigenen Worte überträgt und im Gottesdienst vorträgt. Auch ein Schauspiel am Altar über den Heiligen Josef hat es schon gegeben. Und nicht zuletzt hat der Ansprachekreis 2015 seine Erfahrungen zum 20-jährigen Bestehen in dem Buch „Wenn Laien zu Wort kommen – ein außergewöhnlicher Dienst“ im Herder-Verlag veröffentlicht (ISBN: 978-3-451-34835-8).

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news-18606 Thu, 09 Jan 2020 12:33:00 +0100 Bischof ehrt langjährige Mitglieder des Kirchensteuerrats https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-ehrt-langjaehrige-mitglieder-des-kirchensteuerrats/ Nach 25 bzw. 30 Jahren Mitgliedschaft scheiden der Bochumer Gerhard Gördes und der Duisburger Fritz Stockhofe aus dem Kirchensteuer- und Wirtschaftsrat des Ruhrbistums aus. Am Mittwoch überreichte Bischof Overbeck den verdienten Ratsmitgliedern das Ehrenzeichen des Bistums Für ihre langjährige Mitgliedschaft im Kirchensteuerrat des Bistums Essen hat Bischof Franz-Josef Overbeck den Duisburger Rechtsanwalt Fritz Stockhofe und den Bochumer ehemaligen Geschäftsführer Gerhard Gördes am Mittwochabend im Bischofshaus mit dem Ehrenzeichen des Bistums Essen ausgezeichnet. Nach 30 bzw.  25 Jahren im höchsten Entscheidungsgremium für die Kirchenfinanzen im Ruhrbistum sind Stockhofe (71) und Gördes (72) jetzt aus dem Rat ausgeschieden, in dem mehrheitlich ehrenamtliche Fachleute aus den Kirchengemeinden entscheiden und der seit gut einem Jahr Kirchensteuer- und Wirtschaftsrat heißt.

Zwischen dem Zeitpunkt von Stockhofes und Gördes Berufung in den Kirchensteuerrat und ihrem Ausscheiden aus diesem Gremium lägen „hinsichtlich der Veränderungen kirchlicher Realitäten ganze Welten“, betonte Overbeck in seiner Ansprache. Schließlich wurde Stockhofe noch durch den ersten Bischof von Essen, Franz Kardinal Hengsbach, und Gördes durch dessen Nachfolger, Bischof Luthe, berufen. Beide Juristen hatten in ihrer Amtszeit als Kirchsteuerratsmitglieder gleich mit vier – Stockhofe sogar mit fünf – verschiedenen Generalvikaren zu tun.

Engagement in der Jugendstiftung des Bistums

Overbeck würdigte Stockhofes Engagement in der Duisburger Karmelgemeinde sowie seine Tätigkeit im Kuratorium der Jugendstiftung des Bistums. Seit ihrer Gründung im Jahr 2001 habe er die Arbeit der Stiftung begleitet und die Unterstützung von fast 250 Projekten mit einer Fördersumme von rund 3.8 Millionen Euro mitverantwortet. Seine juristische Fachkompetenz habe Stockhofe zudem viele Jahre als Vorsitzender der 3. Kammer und stellvertretender Leiter der Schiedsstelle des Bistums Essen eingebracht.

Vorsitzender des Bochumer Caritasrates

Auch das weit über die Mitarbeit im Kirchensteuerrat hinausgehende ehrenamtliche Engagement von Gördes hob Overbeck im Rahmen der Ehrung hervor. Seit 2007 ist Gördes Vorsitzender des Caritasverbandes bzw. - nach erfolgter Satzungsänderung - des Caritasrates in Bochum. Als stellvertretender Vorsitzender der Bochumer Elisabeth-Stiftung und Mitglied des Aufsichtsrates des Katholischen Klinikums Bochum bringt er seine Kompetenzen auch in den Bereich des Gesundheitswesens mit ein.

Bistum steht finanziell heute stabiler da

Auch Gördes sprach die deutlichen Veränderungen im Ruhrbistum während der vergangenen Jahrzehnte an, als er sich – auch im Namen Stockhofes – für die Ehrung bedankte. Trotz knapper Finanzen stehe das Bistum seit einigen Jahren finanziell deutlich stabiler da als zu Beginn des Jahrhunderts. So hätten die von Finanzdirektor Daniel Beckmann eingeführten Risikoberichte und Controllingmaßnahmen wesentlich zu qualifizierten und vorausschauenden Finanzentscheidungen auf Bistums-Ebene beigetragen. Bei aller Sorge um eine solide Finanzgrundlage müsse es der Kirche jedoch immer vor allem darum gehen, mit ihrer Botschaft und mit ihren Diensten die Menschen zu erreichen, betonte Gördes. Mit Blick darauf unterstütze er Bischof Overbeck ausdrücklich in seinen Bemühungen, spürbare Veränderungen in der katholischen Kirche in Deutschland anzustoßen und umzusetzen.

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news-18600 Tue, 07 Jan 2020 16:15:05 +0100 Bochumer Sternsinger zu Gast bei Bundeskanzlerin Angela Merkel. https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bochumer-sternsinger-zu-gast-bei-bundeskanzlerin-angela-merkel/ Merkel: „Wir brauchen Nächstenliebe, damit die Welt friedlicher wird und damit die Welt zusammenhält“ Als Friedensbringer und Vorbilder für die ganze Gesellschaft hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag in Berlin die Sternsinger gewürdigt. In den Gewändern der Heiligen Drei Könige brächten die Kinder und Jugendlichen „eine Botschaft zu den Menschen, die sagt: hier kann jeder etwas tun, wir brauchen Nächstenliebe, damit die Welt friedlicher wird und damit die Welt zusammenhält“, sagte Merkel.

Sternsinger aus 27 deutschen Bistümern

Gemeinsam mit Sternsingern aus allen 27 deutschen Bistümern waren auch vier 12- und 13-jährige Jungen und Mädchen aus der Bochumer Heilig-Geist-Gemeinde als Vertreter des Ruhrbistums zum traditionellen Sternsinger-Empfang nach Berlin gefahren. „Das Bundeskanzleramt ist viel größer als ich es mir vorgestellt habe – darin kann man sich glatt verlaufen“, so der erste Eindruck von Alexandra, eine der Bochumer Sternsingerinnen. Dass das nicht passiert, dafür sorgten die Betreuer vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom BDKJ, dem Dachverband der katholischen Jugendverbände. Beide Organisationen tragen die bundesweite Sternsinger-Aktion. Und sie sorgten in Berlin dafür, dass jede der 27 Sternsinger-Gruppen ihr eigenes Foto mit der Kanzlerin bekommt. „Da stand Frau Merkel dann direkt neben uns“, sagte Alexandra. Ein kurzer Kontakt, und doch hat die Bochumer Schülerin von der Kanzlerin einen ganz neuen, positiven Eindruck mitgenommen: „Im Fernsehen wirkt sie immer so stark und selbstbewusst. Aber im persönlichen Gespräch ist sie sehr menschlich, freundlich und hilfsbereit“, hat die 13-Jährige festgestellt.

Sternsinger bitten die Kanzlerin, sich für Frieden einzusetzen

Nach den Einzel-Fotos ging es für die über 100 Sternsinger zum eigentlichen Sternsinger-Auftritt auf der großen Freitreppe des Kanzleramts. Gemeinsam gab es einen stimmgewaltigen Gesang – und einen starken inhaltlichen Auftritt zum diesjährigen Sternsinger-Thema „Frieden“: Vier Kinder aus dem Bistum Erfurt verwandelten das große Bild einer Hauswand in einem Kriegsgebiet mit vielen Einschusslöchern in 27 Friedensbotschaften der Sternsinger. Ein Buch mit zahlreichen dieser farbenfrohen Botschaften überreichten sie anschließend der Bundeskanzlerin, verbunden mit einer großen Bitte: „Wir bitten Sie, dass Sie sich gemeinsam mit vielen anderen dafür einsetzen, dass immer mehr Kinder in Frieden leben können.“

Dieser Bitte schloss sich auch Pfarrer Dirk Bingener an, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“: „Sie werden in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten Politikerinnen und Politiker treffen, die entscheidend dazu beitragen, ob Frieden werden kann oder sich die Spirale der Gewalt weiterdreht“, sagte Bingener zu Merkel. „Ihr Regierungshandeln wird weiter dazu beitragen können, dass weltweit immer mehr Kinder in Frieden und Gerechtigkeit aufwachsen können.“

Haussegen erinnert an 30 Jahre deutsche Einheit

Von besonderer Symbolkraft war in diesem Jahr der Haussegen „20+C+M+B+20“, den Sternsinger aus Cottbus unter dem wachen Blick der Kanzlerin in den Sternenkranz mit den Wappen aller 16 Bundesländer schrieben: „Fast auf den Tag genau vor 30 Jahren waren die ersten Sternsinger aus der ehemaligen DDR, aus dem Bistum Görlitz, Besucher des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl“, erklärten die Kinder und Jugendlichen aus Sachsen. „Wenn es die friedliche Revolution in unserem Land nicht gegeben hätte, gäbe es noch heute in Ostdeutschland keine Sternsinger. Wir wollen dazu beitragen, dass hier und in allen Ländern Kinder in Frieden und Freiheit leben können.“

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news-18599 Tue, 07 Jan 2020 14:02:50 +0100 Overbeck: „Grenzen sind nicht geeignet, Identität zu schützen“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/overbeck-grenzen-sind-nicht-geeignet-identitaet-zu-schuetzen/ Am Dreikönigstag ruft der Essener Bischof die Christen dazu auf, Abschottungstendenzen zu widersprechen Eine Einmischung der Christen in die Politik hält der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck für dringend geboten, wenn in Deutschland, Europa oder der Welt Grenzen gezogen würden, die mit Abwehrmechanismen und Abschottungen verbunden seien. Grenzen und Mauern seien nicht geeignet, Identität zu schützen oder Heimat zu beschreiben, stattdessen würden sie die Welt verkleinern und Perspektiven verengen, sagte Overbeck in seiner Predigt zum Dreikönigstag. Die Menschenwürde verbiete es, „Grenzen für Menschen in Not zu schließen, sie im Wasser des Mittelmeeres oder sonst wo ertrinken oder in Stacheldrahtverhauen von Grenzen verbluten zu lassen“, so Overbeck. Ebenso verbiete es sich, Menschen das Lebensrecht am Anfang zu nehmen oder es am Ende zu beschneiden.

Ebenso wie in der Weltgesellschaft funktioniere auch in der Kirche kein Bereich mehr unabhängig von allen anderen: „Der Globalisierung unserer Welt geht immer schon die Universalisierung unseres Glaubens voraus, der der Kirche keine Grenzen setzt“, sagte Overbeck im Essener Dom. Zwar habe die selbstbewusste Volkskirche zuvor eine große Strahlkraft und hohen gesellschaftlichen Einfluss, aber eben zugleich auch ihre Abgründe gehabt. Nach der neuen Erfahrung von Freiheit in der Kirche, wie sie das II. Vatikanische Konzil gebracht habe, finde der Glauben heute nicht mehr seine Grenzen in klassischen kirchlichen Traditionen und Gewohnheiten. Vielmehr sei der Glaube so beschränkt oder so grenzenlos, wie er vom einzelnen und in der Glaubensgemeinschaft gelebt werde: „Beides gehört zusammen.“

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news-18598 Tue, 07 Jan 2020 11:00:09 +0100 Guntram Schneider „lebte im besten Sinne eine konstruktive Konfliktkultur“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/guntram-schneider-lebte-im-besten-sinne-eine-konstruktive-konfliktkultur/ Bischof Overbeck würdigt verstorbenen Gewerkschafter und SPD-Politiker als Mann, der „mit seiner klaren Haltung Orientierung zu geben vermochte“. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat den überraschend verstorbenen ehemaligen NRW-Arbeitsminister und DGB-Landesvorsitzenden Guntram Schneider gewürdigt: „Mit dem plötzlichen Tod des weit über die Grenzen seiner Partei hinaus geschätzten Politikers und Gewerkschafters Guntram Schneider verlieren wir einen Mann, der mit seiner klaren Haltung Orientierung zu geben vermochte.“ Insbesondere Schneiders „leidenschaftliches Engagement für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit sowie seinen konsequenten Einsatz gegen Rechtsextremismus“ gelte es dabei hervorzuheben, betonte Overbeck, der als Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen in der Deutschen Bischofskonferenz auch als Deutschlands „Sozialbischof“ gilt. „Schneider lebte im besten Sinne eine konstruktive Konfliktkultur: vernunftgeleitet, beständig um die Sache ringend, mit einem klaren Bekenntnis zur Anerkennung der Würde eines jedes Menschen“, so der Bischof. Sein Mitgefühl gelte allen, die um Guntram Schneider trauern.

Schneider starb am vergangenen Freitag im Alter von 68 Jahren. Der SPD-Politiker war von 2006 bis 2010 Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds in NRW und anschließend bis 2015 Minister für Arbeit, Integration und Soziales in den beiden Kabinetten von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD).

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