Bistum-Essen RSS Feed - https://www.bistum-essen.de de-de Bistum Essen Wed, 21 Feb 2024 19:55:29 +0100 Wed, 21 Feb 2024 19:55:29 +0100 TYPO3 news-20461 Wed, 21 Feb 2024 10:27:30 +0100 „Christlich leben. Mittendrin.“: Der Prozess zur Weiterentwicklung der kirchlichen Landschaft im Bistum Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/christlich-leben-mittendrin-der-prozess-zur-weiterentwicklung-der-kirchlichen-landschaft-im-bistum-essen „Christlich leben. Mittendrin.“ Unter diesem Titel startet nun der im Mai des vergangenen Jahres angekündigte Prozess zur Weiterentwicklung des Ruhrbistums, bei dem die kirchlichen Einrichtungen und Organisationen auf Ebene der Städte und Kreise neu und stärker miteinander vernetzt werden sollen. Ziel ist es, das kirchliche Leben angesichts der sich weiter beschleunigenden Umbrüche zukunftssicher aufzustellen. Die Pfarrbeauftragte Sandra Schnell (Altena) und die Pfarrer Gereon Alter (Essen) und Christian Böckmann (Mülheim) bilden gemeinsam mit Generalvikar Klaus Pfeffer und den Ressortleitungen Dr. Judith Wolf (Kulturentwicklung) und Markus Potthoff (Kirchenentwicklung) den Lenkungsausschuss im Prozess. Der Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck hat einen Lenkungsausschuss eingesetzt, um nun die im vergangenen Jahr angekündigte und auf mehrere Jahre hin angelegte Veränderung der kirchlichen Landschaft im Bistum Essen in seiner Umsetzung zu begleiten. Gemeinsam mit Generalvikar Klaus Pfeffer werden eine Pfarrbeauftragte, zwei Pfarrer und zwei Ressortleitungen aus der Bistumsverwaltung den Prozess „Christlich leben. Mittendrin.“ als Lenkungsausschuss auf Bistumsebene begleiten und steuern. Die Pfarrbeauftragte Sandra Schnell aus Altena sowie die beiden Pfarrer Gereon Alter aus Essen und Christian Böckmann aus Mülheim hatte Bischof Dr. Overbeck neben den beiden Ressortleitungen Dr. Judith Wolf (Kulturentwicklung) und Markus Potthoff (Kirchenentwicklung) in diesen Ausschuss berufen, um eine breite regionale Perspektive auf das Bistum Essen sowie ein reiches Erfahrungswissen für die Steuerung eines dermaßen umfassenden Veränderungsprozesses sicherzustellen.

Mit „Christlich leben. Mittendrin.“ begegnet die Kirche im Bistum Essen dem Mitglieder- und Relevanzverlust der vergangenen Jahre. Das Leitwort ist aus vielen Gesprächen der vergangenen Monate hervorgegangen und wurde in den ersten Sitzungen des Lenkungsausschusses beraten und verabschiedet. Der Name bringt die Vision für eine Kirche der Zukunft auf den Punkt: Es geht darum, christliches Leben auch für kommende Generationen lebendig zu erhalten – und zwar nicht in einer „Nische“ der Gesellschaft, sondern „mittendrin“ in den Städten und Kreisen zwischen Rhein, Ruhr und Lenne. „Uns ist klar, dass wir vor großen Herausforderungen stehen“, betont Generalvikar Klaus Pfeffer nach der konstituierende Sitzung des Gremiums. Die Stimmungslage sei innerhalb der Kirche alles andere als gut, weil sinkende Zahlen an Gläubigen und schrumpfende Ressourcen überall zu schaffen machen. „Gerade deshalb wollen wir zusammenrücken und alle Kräfte in unseren Städten und Kreisen bündeln“, so Pfeffer. Zugleich eröffne das Leitwort des Prozesses eine Perspektive, die weit über die Kirchtürme hinausreiche. „Christliches Leben findet überall dort statt, wo Menschen sich im Geist des Jesus von Nazareth engagieren – in den Pfarreien und Gemeinden, aber genauso in unseren Schulen und Kindertageseinrichtungen, in den zahllosen Einrichtungen der Caritasverbände, vielen weiteren Verbänden, Organisationen und Einrichtungen“, so Pfeffer. Und er fügt hinzu: „Unser Leitwort ist auch ökumenisch zu verstehen, weil die Zukunft des Christentums nur im Miteinander der Konfessionen gelingen kann.“ 

Der Startschuss für den Prozess erfolgt zum Ende dieses Monats in Oberhausen

Am Mittwoch, 28. Februar, kommen zahlreiche ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeitende der Kirche in Oberhausen ab 18 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche in Oberhausen zusammen, um die lokale Entwicklung hin zur „Katholischen Kirche Oberhausen“ zu starten. Auch der Prozess der Zusammenführung der beiden Bottroper Pfarreien steht unter dem Vorzeichen einer Neuausrichtung und noch engeren Vernetzung kirchlicher Akteure. Ähnliche Prozesse sind dann in den kommenden Jahren nach und nach in den anderen Städten und Kreisen des Bistums Essen geplant.

Der gesamte Prozess ist auf viele Jahre angelegt. Eine breite Beteiligung wird in allen Städten und Kreisen sichergestellt. Zudem sind vielfältige Formen der Beratung und Beteiligung auch auf der Ebene des Bistums geplant. Zuletzt hatte Bischof Dr. Overbeck für die großen Entwicklungsfragen des Ruhrbistums einen „Gemeinsamen Rat“ eingesetzt, der ebenfalls an diesem Prozess beteiligt wird.

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news-20460 Mon, 19 Feb 2024 15:55:10 +0100 Bischöfe bekräftigen Einheit mit Rom und vertagen Abstimmung über Synodalen Ausschuss https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischoefe-bekraeftigen-einheit-mit-rom-und-vertagen-abstimmung-ueber-synodalen-ausschuss Zum Auftakt der Frühjahrsvollversammlung in Augsburg setzen die deutschen Bischöfe ein starkes Zeichen der Einheit mit dem Vatikan. Zugleich mahnt der Bischofskonferenz-Vorsitzende Bätzing weitere Gespräche über Kirchenreformen mit Rom an. Themen wie Demokratie, Antisemitismus, die Positionierung gegenüber der AfD und die Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung prägen die Agenda der Versammlung, die bis Donnerstag andauert. Mit einem Bekenntnis von Bischof Georg Bätzing zur Einheit mit Rom haben die Beratungen der katholischen deutschen Bischöfe bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in Augsburg begonnen. Kurz vor Beginn der Versammlung sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Montag bei einem Pressetermin, die Abstimmung grundlegender kirchlicher Reformen mit dem Vatikan sei „eine Selbstverständlichkeit“. Deshalb habe er „im Respekt vor den römischen Verantwortlichen“ einen Punkt von der Tagesordnung des Bischofstreffens genommen, bei dem die Gründung eines Synodalen Ausschusses für Deutschland beschlossen werden sollte. „Wir wollen und können nicht über den römischen Einspruch hinweggehen. Jetzt muss geredet werden“, so Bätzing. Zugleich zeigte er sich „verwundert“ über den Zeitpunkt des Briefs, zumal über die dort angesprochenen Themen Gespräche zwischen Rom und den deutschen Bischöfen im Gang seien. Am Wochenende war ein Brief aus dem Vatikan bekannt geworden, in dem die deutschen Bischöfe dringend gebeten werden, die Abstimmung über die Schaffung eines gemischten Entscheidungsgremiums für die Kirche in Deutschland auszusetzen.

Nachdem im vergangenen März die Vollversammlungen des Reformdialogs Synodaler Weg zunächst beendet worden waren, hatte sich im November in Essen ein bundesweiter Synodaler Ausschuss konstituiert, der in den kommenden drei Jahren regelmäßig tagen und die Synodalität der Kirche weiterentwickeln soll. Wie in den Vollversammlungen des Synodalen Wegs sind auch in diesem Ausschuss sowohl Bischöfen als auch Laiinnen und Laien vertreten.

Wie es nun mit den Vorhaben des Synodalen Wegs, aber auch mit der derzeit laufenden Weltsynode in Rom weitergehe, werde in Augsburg ein Thema sein, kündigte Bätzing an. Die Bischöfe erwarteten „sehnlichst“ weitere konkrete Gespräche mit den römischen Stellen. Manchmal dauere es ein halbes Jahr, bevor es Terminzusagen aus Rom gebe. Für Verzögerungen sei eindeutig der Vatikan verantwortlich. Bätzing betonte, aus seiner Sicht gingen der Synodale Weg in Deutschland und die Weltsynode im Vatikan, die in diesem Oktober abgeschlossen werden soll, in dieselbe Richtung. Die Reformen müssten weitergehen. Die Kirche in Deutschland wirke am Weg der Weltsynode mit, auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, die oberste Vertretung der Laien in der Kirche, sei daran beteiligt.

Bätzing: „Die Inhalte und Werte von Kirche und AfD sind nicht kompatibel“

Bätzing unterstrich, dass bei der Vollversammlung wichtige Themen anstünden, die über die innerkirchlichen Reformdebatten hinauswiesen. Unter anderem kündigte er ein „deutliches und einmütiges Signal der Bischöfe“ gegen Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit an. Zugleich betonte er, eine AfD-Mitgliedschaft halte er für nicht vereinbar mit Ämtern in der katholischen Kirche. Dies gelte auch für Ehrenämter, denn die Inhalte und Werte von Kirche und AfD seien nicht kompatibel. Bätzing würdigte die Demonstrationen gegen Rechtsextremismus. Völkisches Denken, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit dürften keinen Platz in der Gesellschaft haben.

Bis Donnerstag besprechen die rund 60 deutschen Orts- und Weihbischöfe nach Angaben der Bischofskonferenz schwerpunktmäßig Fragen zur Zukunft der Demokratie. Außerdem wollen sie ein neues Friedenswort präsentieren. Das Dokument mit dem Titel „Friede diesem Haus“ sei der „Versuch, die Friedensbotschaft des Evangeliums im Angesicht der aktuellen weltpolitischen Situation prinzipienfest, aber auch nuanciert und wirklichkeitsgerecht zur Sprache zu bringen“, hieß es dazu vorab. Darüber hinaus wollen die Bischöfe sich in einer „ersten Sondierung“ mit der ökumenischen Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung vom vergangenen November befassen, die auch Motive für Kirchenaustritte beleuchtet. Themen sind ferner das Heilige Jahr 2025, die Internationale Ministrantenwallfahrt nach Rom im Sommer und die „Woche für das Leben“, bei der die Evangelische Kirche in Deutschland nicht mehr mitmachen will.

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news-20459 Fri, 16 Feb 2024 11:44:34 +0100 Pastor Hans-Peter Latsch verstorben https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/pastor-hans-peter-latsch-verstorben Am 10. Februar ist im Alter von 89 Jahren Pastor Hans-Peter Latsch verstorben Am 10. Februar ist im Alter von 89 Jahren Pastor Hans-Peter Latsch verstorben.

Der Verstorbene, der in Oberhausen gewohnt hat, wurde am 25.6.1934 in Oberhausen-Osterfeld geboren und am 22. Februar 1964 in Essen zum Priester geweiht.

Nach seiner Weihe war er zunächst als Kaplan in der Gemeinde Hl. Kreuz in Bochum und ab 1969 an St. Matthias in Duisburg-Meiderich eingesetzt.

Im November 1976 wurde er als Pfarrer der Pfarrei St. Suitbert in Duisburg-Wanheim ernannt. Diesen Dienst übernahm er für mehr als 25 Jahre bis zu seinem Ruhestandsteintritt im Sommer 2004.

Zusätzlich war er von 1990 bis 2003 Dechant des Dekanates Duisburg-Süd.

Als Pastor im besonderen Dienst arbeitete Hans-Peter Latsch im Ruhestand bis ins Jahr 2009 in der Krankenhausseelsorge des Malteser-Krankenhauses St. Anna in Duisburg-Huckingen mit.

Hans-Peter Latsch starb kurz vor Vollendung seines 60-jährigen Priesterjubiläums. Als überzeugter Seelsorger hat er insbesondere im Duisburger Süden das kirchliche und gemeindliche Leben über einen langen Zeitraum begleitet und mitgeprägt.

Der Ruhrbischof dankt dem Verstorbenen für seinen engagierten Dienst im Bistum Essen.

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news-20458 Thu, 15 Feb 2024 12:46:07 +0100 Bischof Overbeck setzt Gemeinsamen Rat als synodales Gremium im Bistum Essen ein. https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-setzt-gemeinsamen-rat-als-synodales-gremium-im-bistum-essen-ein Rat mit 21 stimmberechtigten Mitgliedern aus Gremien und Gruppen im Bistum Essen wird Bischof Overbeck bei Grundsatzfragen im Ruhrbistum beraten. So möchte der Bischof „mehr Beteiligung an Beratungs- und Entscheidungsprozessen ermöglichen.“ Dadurch werde im Bistum Essen ein nächster Schritt zur Stärkung und Weiterentwicklung von Synodalität getan. Um den Essener Bischof Franz-Josef Overbeck künftig in der Leitung der Diözese bei Fragen zu bistumsweiten Entwicklungen zu unterstützen, nimmt im Frühjahr ein Gemeinsamer Rat als neues, synodal geprägtes Gremium im Ruhrbistum seine Arbeit auf. Während des kirchlichen Reformprozesses Synodaler Weg ist die Bedeutung eines solchen Gremiums für die Stärkung von Synodalität auf Bistumsebene immer wieder hervorgehoben worden.

„Vor diesem Hintergrund ist es mir wichtig gewesen, dass wir im Bistum Essen gemeinsam nach Wegen suchen, die mehr Beteiligung an Beratungs- und Entscheidungsprozessen ermöglichen“, betont Bischof Overbeck. „Durch das Zusammenbringen verschiedener Perspektiven soll nicht bloß unterschiedlichen Argumenten Gehör verschafft werden. Ziel ist es auch, nach der gemeinsamen Abwägung dieser Argumente Entscheidungen treffen zu können, die jetzt noch umfassender und breiter begründet sind.“

Dieser Gemeinsame Rat soll „wesentliche Prozesse kritisch begleiten und insgesamt die Diskussions- und Partizipationsstruktur in unserem Bistum weiter fördern“, so Overbeck. Im Gemeinsamen Rat werden Laien und Priester vertreten sein sowie ehren- und hauptamtliche Beschäftigte der Kirche. Die konstituierende Sitzung ist für den 13. April geplant.

Gemeinsamer Rat startet mit der Weiterentwicklung der kirchlichen Landschaft

Aufgabe des Gemeinsamen Rates ist „die Beratung von Fragen von bistumsweiter Bedeutung der Kirchen- und Kulturentwicklung im Bistum Essen“, heißt es in der nun vom Bischof in Kraft gesetzten Satzung. „Durch eine qualifizierte Beratung und abgestimmte Voten unterstützt der Gemeinsame Rat den Diözesanbischof in seinem Leitungsamt“. An derartigen „Fragen von bistumsweiter Bedeutung“ dürfte es dem Gremium in der kommenden Zeit nicht mangeln, schließlich stehen mit der geplanten Weiterentwicklung der kirchlichen Landschaft im Ruhrbistum – vor allem mit Blick auf die kommunale Ebene – durchgreifende Veränderungen an.

Neben den nicht stimmberechtigen Mitgliedern der Bistumsleitung – Bischof, Weihbischöfe, Generalvikar und die Ressortleitungen des Generalvikariats – umfasst der Gemeinsame Rat bis zu sechs Mitglieder des Diözesanrats der katholischen Männer und Frauen im Bistum Essen, dem höchsten Laiengremium der Diözese. Hinzu kommen zwei Mitglieder aus dem BDKJ, dem Dachverband der katholischen Jugendverbände, sowie je ein Mitglied aus den verschiedenen seelsorglichen Berufsgruppen, aus dem Priesterrat, dem Ordensrat, dem Domkapitel, der Konferenz der Pfarrer- und Pfarrbeauftragten, dem Kirchensteuer- und Wirtschaftsrat, aus dem Diözesancaritas- sowie dem KiTa-Zweckverband. Darüber hinaus kann der Bischof drei weitere Mitglieder berufen, darunter eine von sexualisierter Gewalt im Bistum Essen betroffene Person. Ziel ist eine möglichst diverse Zusammensetzung des Gremiums, ein 30-Prozent-Anteil von Frauen oder Männern darf nicht unterschritten werden. Von den insgesamt 21 stimmberechtigten Mitgliedern werden mindestens 13 Laien sein, also weder Priester noch Diakon. Bis Mitte März sind nun alle Gremien und Gruppen aufgerufen, ihre Vertretungen im Gemeinsamen Rat zu bestimmen, damit das neue Gremium im April seine Arbeit aufnehmen kann.

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news-20457 Thu, 15 Feb 2024 12:26:31 +0100 Warum der Kirche der Umgang mit eigener Schuld so schwer fällt https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/warum-der-kirche-der-umgang-mit-eigener-schuld-so-schwer-faellt Wie die Kirche mit ihrer eigenen Schuld umgeht, ist aktuell Thema einer Fachtagung in der Bistumsakademie „Die Wolfsburg“. Einer der Referenten, der Salzburger Dogmatik-Professor Hans-Joachim Sander, beleuchtet das Thema im Interview und betont: „Die kirchliche Schuld, die nicht elementar bearbeitet wird, ist eine Gesamtblockade der kirchlich ausgerichteten christlichen Botschaft.“ Menschliche Schuld spielt in der kirchlichen Verkündigung eine zentrale Rolle. Warum sich die Kirche dennoch sehr schwer damit tut, mit eigener Schuld und der Übernahme von Verantwortung glaubwürdig umzugehen, ist derzeit Thema einer Fachtagung in der Bistums-Akademie „Die Wolfsburg“. Unter der Überschrift „Zwischen Vertuschen, Relativieren und Aufarbeiten“ diskutieren Fachleute und Interessierte noch bis zum morgigen Freitag, 16. Februar, wie Kirche mit ihrer eigenen Schuld umgeht. Einer der Referenten der Tagung, der Salzburger Dogmatik-Professor Hans-Joachim Sander, äußert sich im Interview zu zentralen Fragen des Themas.

Professor Sander, obwohl das Eingeständnis von Schuld in der eigenen Verkündigung eine zentrale Rolle spielt, tut sich die katholische Kirche oft schwer damit, eigene Schuld einzugestehen. Warum ist das Ihrer Meinung nach so? Gibt es auch theologische Gründe für diese Schwerfälligkeit?

Professor Hans-Joachim Sander: Es fällt immer schwer, Schuld einzugestehen, weil das stets ein Gegenüber hat, auf das hin Geständnis geschieht. Und diesem gegenüber steigt man dann ab, man verliert Distinktion und damit Ansehen, Einfluss und insbesondere Macht, während dieses Gegenüber all das gewinnt. Und genau deshalb war die Schuldansage in der kirchlichen Verkündigung immer so wichtig, und mit Hilfe der theologischen Begründungen dahinter traf das immer die jeweils anderen. Die sollten in sich gehen, ob sie nicht zur „Masse der Verworfenen – massa damnata“ (Augustinus) gehören, und sie sollten sich mit dieser Ansage zugleich individualisieren, also ohne Beistand mit Ausnahme der Kirche dastehen – „mea culpa – meine ganz eigene Schuld“ (Bußsakrament und Messfeier).

Kirche selbst war dagegen nicht verworfen und dem schuldigen Individuum gegenüber erhaben, auch und insbesondere dem katholisch-gläubigen Individuum gegenüber. Daher diente die Schuldtheologie traditionell stets dazu, die anderen ins Geständnis zu bringen, vor allem ins sexuelle Schuldbekenntnis, also sie absteigen zu lassen, nicht zuletzt gegenüber der huldvoll-lossprechenden Kirche.

Wenn aber die Kirche selbst schuldig geworden ist und zwar gravierend wie im Antijudaismus, durch sexuellen Missbrauch, mit Vertuschen dieser Menschenrechtsverbrechen, dann dreht sich das alles erstens um, sie steigt also denen gegenüber ab, die sie zuvor beschuldigt hat – wie die perfiden Juden, die verführerischen Opfer, die alles relativierende Moderne –, zweitens reicht die individualisierte Beschuldigung nicht mehr aus – sie kann sich selbst nicht lossprechen – und drittens rebellieren die immer beschuldigten Individuen gegen die so belegte kirchliche Heuchelei, die noch nicht einmal von der Hand zu weisen ist.

Aber Kirche will nicht absteigen, obwohl sie es unausweichlich tut. Daher fällt es ihr umso schwerer, die Tradition der Schuldtheologie als Beschuldigungstheologie zu beenden und zu brechen. Sie wäre weiter gerne identifiziert als die einzig wahre, gute, schöne Religion für alle Kulturen, als der Gottesersatz für die vor Christus abgestiegenen Juden, als eine dauerhaft und umfassend Orientierung gebende Institution in einer immer weiter alles relativierenden modernen Gesellschaft. Diese Taxonomie lässt sich leicht verlängern.

Seit der Aufdeckung des Missbrauchsskandals vor allem ab dem Jahr 2010 hat es so viele Schuldeingeständnisse von Bischöfen und anderen Kirchenverantwortlichen gegeben, dass viele Betroffene ein „Ich bin erschüttert.“ oder ein „Wir haben Fehler gemacht.“ nicht mehr hören können. Dennoch wird der Kirche vorgeworfen, sich nicht ausreichend zu ihrer Schuld zu bekennen. Woran liegt das?

Sander: Diese Schuldeingeständnisse sind meistens durchaus ernst gemeint, diese Bischöfe sind wirklich erschüttert, allein schon weil sie dadurch ja tatsächlich absteigen und gravierend Macht einbüßen. Aber die Geständnisse sind, schon weil so viele davon nötig sind, Ritual geworden und betreffen – was eigentlich gut gemeint ist – immer den jeweiligen speziellen Fall. Kein deutscher Bischof entschuldigt sich für den gravierenden sexuellen Missbrauch in Italiens katholischer Kirche, wo man noch nicht einmal mit der Aufarbeitung wirklich angefangen hat. Wie sollte er auch?

Hier gilt der „mea-culpa“-Modus. Und vor dem Hintergrund dieses „mea-culpa“-Defizits gegenüber der umfassenden, globalen und bis in die intimsten Bereiche des Lebens hin angesetzten kirchlichen Beschuldigungsmacht bedeutet das jedoch, dass die bischöflichen Geständnisse nicht an die elementare Ebene heranreichen. Das spüren die Betroffenen und können es nicht mehr hören. Denn sie haben leidvoll erfahren müssen, wie elementar sie selbst durch sexuellen Missbrauch, spirituellen Missbrauch, Unverständnis so gut wie aller anderen und nicht zuletzt durch jahrzehntelange bischöfliche Vertuschungen gebrochen wurden. Sie haben Jahre, Jahrzehnte, ein ganzes Leben lang damit zu kämpfen, während sich ihre Täter einen schlanken Fuß machen konnten und die Kirche ihnen auch noch half. Die Schärfe dieses Problems lässt sich an einer fürchterlichen Bilanz erkennen. Bei Tätern, auch jetzt nach gut zehn Jahren intensiver Aufarbeitungszeit, gibt es Suizide so gut wie nicht, bei ihren Opfern dagegen ist die Zahl überaus hoch. Viele von ihnen nennen sich daher auch Überlebende.

So lange Schuldbekenntnisse von Bischöfen sowie vom Papst nicht auf diese elementare Ebene gelangen, bleiben sie leider unzureichend bis ritualisiert belanglos. Daran wird sich auch nichts ändern, sollten immer mehr sagen „Ich kann dieses leidige Thema nicht mehr hören.“. Diese Haltung wird das Problem nur verschärfen.

Wie müsste Ihrer Meinung nach ein glaubwürdiger Umgang der Kirche mit ihrer Schuld konkret aussehen?

Sander: Glaubwürdig wird sie erst werden, wenn sie auf die elementare Ebene geht, und die ist sehr konkret. Sie tut der Kirche nämlich weh. Das bedeutet erstens, anzuerkennen, dass Kirche elementar abgestiegen ist, also in jeder Hinsicht. Auch alles, was die Kirche, ihre pastoralen und sonstigen Mitarbeiter:innen und ihre Gläubigen tatsächlich gut machen, wo sie sich um Güte mühen, Seelsorge treiben, Menschen in Not helfen, die Gottes-Ressource für alle vorhalten, sozusagen an der Verbesserung der Menschheit arbeiten, ist abgestiegen. Man sieht das daran, dass kaum mehr jemand als Priester, Pastoralreferent:in, Diakon, Gemeindereferent:in in ihr arbeiten will, und man sieht es insbesondere an der päpstlichen Verkündigung. Für Laudato si 2015 wurde Papst Franziskus überall gelobt, also die Umweltenzyklika, für sein Nachfolgeschreiben Laudate Deum 2023 interessiert sich kaum mehr jemand. Wie auch, da ist eine Religionsgemeinschaft, die der Menschheit ins Gewissen redet in Sachen Klimawandel, aber sich selbst nicht ehrlich macht mit dem, was sie auf dem Gewissen hat. Das mag man als ungerecht empfinden und als völlig verschieden, aber es ist nicht ungerecht, und es vergleicht nicht Äpfel mit Birnen. Denn das, was am meisten über eine Existenz aussagt, ist die jeweilige Schuld. Genau das hat die Kirche ja immer verkündigt und allen gesagt, ob sie es hören wollten oder nicht, und das erwischt sie nun selbst gravierend.

Die kirchliche Schuld, die nicht elementar bearbeitet wird, ist eine Gesamtblockade der kirchlich ausgerichteten christlichen Botschaft. Die Säkularisierung, die viele ja als den unaufhaltsamen Druck nach unten für die Kirchen halten, greift dem gegenüber erst zweitrangig, denn säkulare Verhältnisse sind ausgesprochen religionsfreundlich, weil sie religiöse Monopole brechen. Daran kann die Kirche nicht kapitalisieren und dort, wo sie es noch tut wie in einigen Regionen auf anderen Kontinenten, wird sie die meistens noch ausstehende Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs sehr schnell ausbremsen und ebenfalls heftig absteigen lassen. Zweitens bedeutet dieser Gang auf die elementare Ebene – und das ist nun ein komplexes Problem –, dass die üblichen Entweder-Oder-Taxierungen, also binäre Codierungen, nicht mehr greifen. Das sind Vorstellungen wie „Schuldig sind einzelne geworden. – Die katholische Kirche als solche dagegen ist unschuldig.“, „Wir wissen, was böse ist und schuldig macht. – Die anderen wissen das nicht und brauchen uns.“, „gläubig – ungläubig“, „heilvolle heilige Herrschaft, sprich Hierarchie – defizitäre Demokratie, sprich Gewaltenteilung und Parlamentarismus“, „die eine Wahrheit – die vielen Relativierungen“, „die bewährte Autorität heiligmäßiger Männer – die Klerikalphantasien geweiht werden wollender Frauen“, „die göttliche Schöpfungsordnung – die weltliche Unordnung“ usw. Davon gibt es viele. Und wir stehen erst am Anfang, sie konkret zu brechen und zu überschreiten. Aber das wird schon, wie man an den modernen Theologien sieht, die das können und von denen das katholische Lehramt nichts wissen will – was jetzt aber auch wiederum ein binärer Code war. Sie sehen, wir stehen wirklich am Anfang eines Anfangs.

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news-20456 Wed, 14 Feb 2024 09:57:18 +0100 Namen und Daten | 14. Februar 2024 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-14-februar-2024 Bernd Fallbrügge, Hildegard Högner-Gierszal, Andreas Strüder Herr Bernd Fallbrügge wurde mit Wirkung zum 1. März 2024 als Pastoralreferent an der Propsteipfarrei St. Marien in Schwelm mit einem Beschäftigungsumfang von 50 Prozent beauftrag. Als Krankenhausseelsorger wird er an der Reha-Klinik Königsfeld eingesetzt.

Frau Hildegard Högner-Giersz als Beauftragung als Pastorale Mitarbeiterin an der Pfarrei HII. Cosmas und Damian in Essen wurde bestätigt. Zum 1. Januar 2024 erhöht sich Ihr Beschäftigungsumfang von 75 % auf 80 %.

Herr Andreas Strüder wurde von seiner Beauftragung als Schulseelsorger am Gymnasium im Schulzentrum „Am Stoppenberg" zum 29. Februar 2024 entpflichtet. Gleichzeitig wurde er mit diesem Beschäftigungsumfang von 50 Prozent zum 1. März 2024 als Pastoralreferent an der Pfarrei St. Franziskus in Bochum ernannt.

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news-20455 Tue, 13 Feb 2024 17:13:01 +0100 Bistum verstärkt Kampf gegen sexualisierte Gewalt mit größerem Team und erweiterten Strukturen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bistum-verstaerkt-kampf-gegen-sexualisierte-gewalt-mit-groesserem-team-und-erweiterten-strukturen Durch drei neue Referentinnen, eine neue Gesamtleitung und verbesserte Arbeitsprozesse soll der Bereich Prävention, Intervention und Aufarbeitung im Bistum Essen künftig professioneller werden und Betroffene noch besser unterstützen können.

Mehr Personal, bessere Strukturen und ein erweiterter Name: Das Bistum Essen hat die Begleitung von Menschen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind, die Vorbeugung übergriffigen Verhaltens in kirchlichen Einrichtungen und die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals neu und breiter aufgestellt. „In unserer Aufarbeitungsstudie hat uns das Wissenschaftler-Team bescheinigt, dass wir in den Bereichen Prävention, Intervention und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt bereits viele richtige Schritte gegangen sind. Allerdings ist auch deutlich geworden, dass wir uns auf einem beständigen Lernweg befinden. Vor allem haben wir den Auftrag bekommen, angesichts der Komplexität und Fülle der Arbeit unsere Professionalität zu verbessern“, sagt Generalvikar Klaus Pfeffer, dem der zuständige Stabsbereich in der Bistumsverwaltung direkt zugeordnet ist. „Erste Professionalisierungs-Schritte sind wir in den vergangenen Monaten bereits gegangen. Weitere werden in den nächsten Wochen folgen“, so Pfeffer.

Ablesbar sind diese Veränderungen nicht nur an einem neuen Titel: Künftig ergänzt die Aufarbeitung auch im Namen des bisherigen Stabsbereichs Prävention und Intervention den Dreiklang, den diese Organisationseinheit immer schon lebt. Vor allem aber soll zusätzliches Personal helfen, die Begleitung von Betroffenen, aber auch die Unterstützung von Pfarreien, Schulen und anderen Einrichtungen in der Prävention von sexualisierter Gewalt zu verbessern. Drei neue Referentinnen sorgen zusammen mit einer neuen Gesamtleitung des Bereichs für eine Verdoppelung des Teams um den Interventionsbeauftragten Simon Friede und die Präventionsbeauftragte Dorothé Möllenberg.

Neue Leitung soll die inhaltliche Arbeit entlasten

Um die beiden Beauftragten mit ihren Referentinnen und Referenten in ihrer jeweiligen Arbeit zu stärken, wird sich künftig eine neue Leitung des Stabsbereichs um die Koordination und Steuerung des jetzt deutlich vergrößerten Teams und der vielfältigen Aufgaben kümmern. Dazu gehören auch die Abstimmungen mit dem Betroffenenbeirat, der Unabhängigen Aufarbeitungskommission, dem Beraterstab sowie mit den Beauftragten Ansprechpersonen für Betroffene.

„Wir haben in den vergangenen Monaten seit der IPP-Studie unsere Arbeit sehr genau analysiert, nachdem uns die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf einige Schwachstellen in unseren Abläufen aufmerksam gemacht hatten“, erklärt Simon Friede, der Interventionsbeauftragte des Ruhrbistums. Dabei sei klar geworden, dass ohne personelle Verstärkungen und verbesserte Abläufe die vielfältigen Aufgaben nicht zu schaffen seien.

Der erweiterte Stabsbereich „Prävention, Intervention und Aufarbeitung“ will sich nun auch inhaltlich breiter aufstellen. So wird sich eine der drei neuen Referentinnen ausschließlich um die Unterstützung der Betroffenen kümmern. Sie steht dem Betroffenenbeirat zur Seite und kann einzelne Betroffene bei Bedarf wie eine „Lotsin“ durch das System der vielfältigen Unterstützungsangebote begleiten. Organisatorisch eigenständig und doch inhaltlich mit dem Stabsbereich eng verbunden ist zudem die Geschäftsführung der neuen Unabhängigen Aufarbeitungskommission im Bistum Essen.

Damit dieses größere Team möglichst effizient zusammenarbeitet, sind in den vergangenen Monaten mit externer Unterstützung alle Arbeitsprozesse im Stabsbereich detailliert beschrieben und zum Teil verbessert worden. Bis zum Beginn des Sommers will das Team nach diesen neuen Prozessen arbeiten – und laufend überprüfen, was sich weiter verbessern lässt. „Mit dieser neuen, größeren Struktur setzen wir einige der Empfehlungen aus der IPP-Studie um – und wir schaffen damit die Basis für weitere Entwicklungsschritte“, erläutert Pfeffer.

Kritik von Betroffenen ernst genommen

„Wir haben neben den Hinweisen aus der IPP-Studie auch die Kritik von Betroffenen sehr ernst genommen. In der Bearbeitung ihrer Anliegen und auch bei deren persönlicher Begleitung gab und gibt es Defizite, die wir überwinden wollen“, ergänzt Friede. Dabei verweist er auch darauf, dass in den Monaten nach der IPP-Studie der Betroffenenbeirat deutlich gestärkt wurde und nun über ein eigenes Budget verfügt. „Die Perspektive der Betroffenen in unserer Arbeit ist enorm wichtig. Die Mitglieder des Beirates geben in unseren Gremien wichtige Impulse“, so Friede.

Zudem verweist die Präventionsbeauftragte Dorothé Möllenberg darauf, dass auch die Präventionsarbeit für das Bistum Essen von den großen Veränderungen in der Verwaltung profitieren wird: „Wir haben bereits viele Hinweise des Studien-Teams aufgegriffen und die Empfehlungen in unsere Handreichung zur Überarbeitung und Weiterentwicklung von Schutzkonzepten aufgenommen. Besonders wichtig wird es aber sein, uns auch hier noch für das gesamte Bistum personell zu verstärken, um unsere Pfarreien zu unterstützen. Daran wird noch gearbeitet, aber ich hoffe, dass uns das schon in den nächsten Monaten gelingt.“ Derzeit läuft noch eine wissenschaftliche Untersuchung über die Wirksamkeit der Präventionsarbeit seit 2011 in allen NRW-Bistümern. Die Ergebnisse sollen dann auch in die weitere Arbeit im Ruhrbistum einfließen. 

Die weitere Aufarbeitung der sexualisierten Gewalt im Bistum Essen wird in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Unabhängigen Aufarbeitungskommission erfolgen. „Ich bin sehr froh, dass die Kommission sich im Herbst konstituiert hat und nun engagiert an die Arbeit gegangen ist. Das wird die Aufarbeitung weiter voranbringen“, so Generalvikar Pfeffer.

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news-20454 Thu, 08 Feb 2024 19:04:10 +0100 Aschermittwoch und Valentinstag: Gesegnete Liebe in Zeiten von Buße und Besinnung https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/aschermittwoch-und-valentinstag-gesegnete-liebe-in-zeiten-von-busse-und-besinnung An Aschermittwoch eröffnen viele Gemeinden mit Gottesdiensten die Fastenzeit, in denen das Aschenkreuz als Symbol von Buße und Besinnung ausgeteilt wird. Gleichzeitig ist in diesem Jahr Valentinstag, ein Fest der Liebe. Kein Problem für Pastor Bernd Wolharn von der Cityseelsorge „grüßgott“ am Essener Dom: „Das Kreuz ist das Liebeszeichen Gottes“. Mittags gibt’s Aschenkreuze vor dem Dom – und abends den ökumenischen Segen für Liebende in der Marktkirche. Am Aschermittwoch endet die Karnevalszeit in diesem Jahr mit einem Tag, der zwei verschiedene Gesichter hat. Der Kalender bringt den Start der Vorbereitungszeit auf Ostern, an dem sich viele Christinnen und Christen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn zeichnen lassen, mit dem 14. Februar zusammen, der als Gedenktag des Heiligen Valentin traditionell ein Fest der Liebe ist. Hier die Asche als Zeichen für Buße und Besinnung auf die eigene Vergänglichkeit – und dort bunte Blumen und rote Herzen als Symbole der Liebe und Partnerschaft? Für Pastor Bernd Wolharn, Leiter der Cityseelsorge „grüßgott“ am Essener Dom ist das kein Widerspruch: „Das Kreuz ist das Liebeszeichen Gottes, das wir am Aschermittwoch den Menschen mit auf den Weg geben.“ Für Christinnen und Christen sei klar: „Gott ist die Liebe, die Liebe ist Gott – und das Kreuz das Zeichen seiner liebenden Hingabe an uns.“ So gibt es in vielen Kirchen im Bistum Essen an Aschermittwoch beides: Gottesdienste, in denen mit dem Aschenkreuz feierlich die Fastenzeit, die Vorbereitung auf Ostern beginnt – und Feiern, bei denen Paaren am Valentinstag ein besonderer Segen für ihre Liebe zugesprochen wird.

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„Ashes to go“: Aschenkreuze in Einkaufsstraße und Fußgängerzonen

In Essen lädt Bernd Wolharn am Aschermittwoch um 12 Uhr zunächst zu einem kurzen Impuls in die Domkirche, bevor er anschließend vor dem Dom auf der Kettwiger Straße „Ashes to go“ verteilt – Aschenkreuze für Passantinnen und Passanten. Solche Aktionen, die als Alternative zum Besuch von Aschermittwochs-Gottesdiensten vor einigen Jahren entstanden sind, gibt es im Bistum Essen unter anderem auch von 16 bis 17.30 Uhr auf dem Kaiser-Otto-Platz in Essen-Steele (mit Gemeindereferentin Birgit Kopal und der grünen Fahrrad-Rikscha der Pfarrei St. Laurentius), von 11 bis 13 und von 15.30 bis 17 Uhr vor der Propsteikirche St. Augustinus in der Gelsenkirchener Innenstadt (mit Pastoralreferent Tobias Klinke), von 13 bis 17.30 Uhr vor dem Stadtteilladen Bismarck in Gelsenkirchen, Bismarckstr. 181 (mit Pastoralreferent  „Arthur" Knickmann-Kursch) und von 9 bis 13 Uhr auf dem Marktplatz an St. Clemens in Oberhausen-Sterkrade. Das Café Mary & Joe, das ökumenischen Kirchenzentrum am Centro in Oberhausen, verbindet die beiden Themen Aschermittwoch und Valentinstag: Von 14 bis 16 Uhr gibt es dort auf dem Altar im Raum der Stille zum einen Asche und einen Text - und zum anderen „nachdenkliche Herzen zum Anschauen und süße Herzen zum Mitnehmen", verspricht Seelsorger Marcus Tannebaum, letztere so lange der Vorrat reicht. An allen Orten stehen Seelsorgerinnen und Seelsorger auch zu Gesprächen bereit und verteilen Impulstexte für den Einstieg in die Fastenzeit.

Alle Liebenden in Essen sind dann abends um 19 Uhr zum ökumenischen Segnungsgottesdienst zum Valentinstag in die evangelische Marktkirche eingeladen – während zeitgleich im Dom Weihbischof Ludger Schepers mit den Gläubigen eine Messe zu Aschermittwoch feiert. In der Marktkirche beten und singen Pastor Bernd Wolharn, Pfarrerin Eva Gabra und Pastoralreferent Michael Diek mit Paaren jeden Alters, Konfession und Form – und bieten in der Feier individuelle Segnungen der Paare an. Ähnliche Feiern gibt es rund um den Valentinstag in vielen Gemeinden – und oft in ökumenischer Verbundenheit.

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news-20453 Tue, 06 Feb 2024 14:28:13 +0100 Historische Kirchenbücher des Bistums Essen sind jetzt online erforschbar https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/historische-kirchenbuecher-des-bistums-essen-sind-jetzt-online-erforschbar Das Bistumsarchiv macht 400 Jahre Heirat, Taufe und Tod im Ruhrgebiet digital zugänglich. Erste Kirchenbücher aus Essen und Duisburg sind jetzt online. Es war ein Dienstag, als Anna und Matthias geheiratet haben. 400 Jahre ist das nun her: Am 6. Februar 1624 gaben sich die beiden in der Duisburger Liebfrauenkirche das Ja-Wort. Von der Kirche ist heute nur noch der Chor als Teil der modernen Karmelkirche am Innenhafen erhalten. Und was aus Matthias und Anna geworden ist, ist unklar. Aber dass das Paar am 6. Februar 1624 geheiratet hat, das ist bis heute im Kirchenbuch der ältesten Duisburger Pfarrei aufgeschrieben. Und wer sich für Anna, Matthias oder tausende weitere Menschen interessiert, die in den vergangenen Jahrhunderten getauft wurden, geheiratet haben oder gestorben sind, der kann in historischen Kirchenbüchern aus dem heutigen Bistum Essen nun auch online recherchieren.

Dass Menschen, die Familiengeschichten im Ruhrgebiet erforschen, nun nicht mehr unbedingt persönlich ins Bistumsarchiv in Essen-Kray kommen müssen, ist Jennifer Berg zu verdanken. Die Archivarin leitet das Projekt, in dessen Rahmen nach und nach alle Kirchenbücher im Bistumsarchiv digitalisiert und dann auch online verfügbar gemacht werden. Angesichts von derzeit rund 820 verschiedenen Kirchenbüchern im Archiv hat sich Berg für dieses Digitalisierungsprojekt mit der Erkelenzer Firma Novodoc Imaging renommierte und professionelle externe Hilfe geholt. Die Firma scannt die historischen Akten und stellt die Fotos in einer so großen Auflösung zur Verfügung, dass sich Nutzerinnen und Nutzer die digitalen Kirchenbuch-Seiten auf dem Bildschirm problemlos vergrößern können.

Anna und Matthias gehören zu den ältesten im Bistum Essen verzeichneten Brautleuten. „Unsere ältesten Kirchenbücher stammen aus der Duisburger Pfarrei Liebfrauen, die Einträge beginnen im Jahr 1622“, erläutert Berg. Insgesamt umfassten die digitalisierten Kirchenbücher „grob den Zeitraum von der Mitte des 17. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts“. Danach setzen Datenschutzfristen ein: Je nach Art der Einträge dürfen Kirchenbücher erst 120 Jahre nach der letzten eingetragenen Taufe oder 100 Jahre nach der letzten Hochzeit oder dem letzten Todesfall veröffentlicht werden.

Historische Kirchenbücher sind oft die einzige Informationsquelle

Ohnehin sind jedoch vor allem die älteren Kirchenbücher für Forscherinnen und Forscher von großer Bedeutung. Denn ab 1798 wird in den von Napoleons Truppen besetzten Rheinprovinzen die verpflichtende Zivilehe eingeführt – eine Idee, die nach und nach auf alle deutschen Länder übergeht und 1876 schließlich Gesetz im ganzen Deutschen Reich wird. Damit wechselt auch die Protokollierung dieser Verbindungen vom Pfarrer zum Standesamt, wo heute alle Personenstands-Themen verzeichnet sind. Umgekehrt sind für alle Zeiträume vor der Gründung des Deutschen Reichs vielerorts die Kirchenbücher die einzigen Auskunftsquellen zu Fragen wer wann wo mit wem zusammen gelebt hat.

Wer nun online auf https://bistum.ruhr/kirchenbuecher recherchiert kann dort bislang die Kirchenbücher aus acht Essener und vier Duisburger Pfarreien einsehen, jeweils sortiert nach Jahrgängen und Themen (Taufen, Heiraten, Sterbefälle). Wie im Original kann man sich Seite für Seite durch die digitalen Kirchenbücher blättern. Wer dann zum Beispiel beim Hochzeits-Eintrag vom „6. Februarij 1624“ mehr als nur „Anna“ und „Matthias“ lesen will, sollte die bis ins 20. Jahrhundert verwendete Kurrentschrift sowie zumindest die fürs jeweilige Thema wichtigen Latein-Vokabeln beherrschen – und ein wenig Toleranz für die unterschiedlichen Handschriften der Pfarrer mitbringen.

Derzeit läuft die Digitalisierung weiterer Duisburger Kirchenbücher, danach sind Akten aus Oberhausener Pfarreien an der Reihe. Auch wenn das Einscannen und Onlinestellen mittlerweile zügig vonstattengeht, müssen Berg und das Team des Bistumsarchivs nicht fürchten, schon bald keinerlei Besuch mehr in Essen-Kray zu empfangen. Im Gegenteil: Wer Informationen aus einem noch nicht digitalisierten Kirchenbuch sucht, das im Bestand des Bistumsarchivs ist, kann bei Jennifer Berg einen Termin zur Einsichtnahme vereinbaren.

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news-20452 Thu, 01 Feb 2024 14:54:20 +0100 950 Jahre: Festtag für die Essener Stiftskirche „Maria in der Not“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/950-jahre-festtag-fuer-die-essener-stiftskirche-maria-in-der-not Als Filiale des Essener Frauenstifts gegründet liegt die einstige Landmarke in Nähe der heutigen Weltkultur-Zeche Zollverein mittlerweile fast versteckt hinter der großen Nikolauskirche – ein Tipp für Menschen, die Ruhe suchen. Am 4. Februar 1074 wurde sie geweiht. 950 Jahre später wird mit einem Gottesdienst und einem Mittelalterfest gefeiert. Sie gehört zu den ältesten bis heute genutzten Gebäuden des Ruhrgebiets, ist schon auf mittelalterlichen Gemälden verewigt und war eine Filiale des Essener Frauenstifts: Vor 950 Jahren stiftete die Essener Äbtissin Schwanhild auf dem Stoppenberg die Pfarrkapelle „Maria in der Not“, die sich in den folgenden Jahrhunderten zu einer Stifts- und Klosterkirche entwickelte, in der mit 16 Karmelitinnen bis heute eine Ordensgemeinschaft zu Hause ist. Mit einem Gottesdienst mit Bischof Franz-Josef Overbeck und einem Mittelalterfest samt Ausstellung über die vielfältige Geschichte der Kirche wird am Sonntag, 4. Februar, der Weihetag der Stiftskirche gefeiert.

Wer heute aus der Essener Innenstadt zum Weltkulturerbe Zeche Zollverein fährt, muss auf der rund fünf Kilometer langen Strecke schon gut wissen, wo man zwischen hohen Bäumen, modernen Häusern und der großen St. Nikolauskirche links auf dem Hügel die Stiftskirche und das Kloster entdecken kann. Doch noch vor rund 200 Jahren, vor dem immensen Bevölkerungswachstum im Ruhrgebiet, war die Kirche auf dem kleinen, aber markanten Stoppenberg wohl eine echte Landmarke. Das zeigen historische Postkarten ebenso wie das Bild „Beweinung Christi“ in der Anbetungskirche St. Johann neben dem Essener Dom: Auf der Altartafel hat der Kölner Künstler Bartholomäus Bruyn vor rund 500 Jahren die Kreuzigung Jesu vor der Skyline der mittelalterlichen Stadt Essen positioniert, hinter der sich – so die gängige Interpretation – der ein wenig überdimensionierte Stoppenberg samt Stiftskirche erhebt.

Äbtissin Schwanhild gründete in Stoppenberg Filiale des Essener Frauenstifts

Äbtissin Schwanhild, die vermutlich ab 1058 das Essener Frauenstift leitete, hatte offenbar schon früh die Idee, neben ihrem Stift für Töchter aus den allerhöchsten Häusern des Reiches noch eine ähnliche Einrichtung für Frauen aus niederen Adelsfamilien zu gründen. Zudem dürfte seinerzeit auch eine Rolle gespielt haben, den an Einfluss gewachsenen Essener Stift durch weitere Filialen zu ergänzen – ähnlich wie der einige Jahrzehnte zuvor von Äbtissin Mathilde gegründete Stift im Stadtteil Rellinghausen. Der etwa 80 Meter hohe Stoppenberg war zudem womöglich nicht nur wegen der tollen Aussicht ein guter Ort für die neue Kirche: Der Historiker Josef Wormstall verortete dort 1906 auch eine heidnische Kultstätte des germanischen Volks der Marser, für die bislang jedoch jeder archäologische Beleg fehlt.

Am 4. Februar 1074 weihte der Kölner Erzbischof Anno II. erst einmal eine Kirche, die es vor allem den Menschen in den Bauernschaften und Siedlungen im heutigen Essener Nordwesten deutlich erleichterte, an Gottesdiensten teilzunehmen. Oder, wie es Erzbischof Anno II. in der Gründungsurkunde formuliert hat: „zu dem Zwecke nämlich, damit die weit von der Mutterkirche (der Essener Stiftskirche, dem heutigen Dom, die Red.) Wohnenden und die in Todesgefahr sich Befindenden wegen der Zeit und des beschwerlichen Weges dort Taufe und Begräbnis und in der Not die Heilsmittel empfangen könnten…“ Lange vor Autos und Straßenbahn mussten Menschen aus den heutigen Stadtteilen Katernberg oder Schonnebeck für einen Gottesdienstbesuch gut zu Fuß sein und Zeit für – mindestens – einen Halbtagsausflug haben. Die neue Kirche auf dem Stoppenberg dürfte die Versorgung der Menschen im Umland spürbar verbessert haben.

Geistliches, durch eine dort lebende Gemeinschaft geprägtes Leben entstand einige Jahre später. Im 12. Jahrhundert öffnete auf dem Stoppenberg ein erstes Kloster – vermutlich ein Doppelkonvent, in dem zunächst sowohl Prämonstratenser als auch Prämonstratenserinnen lebten. Im 13. Jahrhundert lebten indes nur noch wenige Nonnen dort. Aus dieser Gemeinschaft entstand schließlich das freiweltliche Frauenstift Stoppenberg, in dem bis zu 20 Frauen ohne ein Gelübde abzulegen in einer Lebens- und Gebetsgemeinschaft wohnten.

Säkularisation beendete auch in Stoppenberg 1803 die Stiftsgeschichte

Wie am Essener Frauenstift und in vielen anderen kirchlichen Einrichtungen im Rheinland endete diese Ära 1803 mit der Säkularisation, der politisch erzwungenen Aufhebung kirchlicher Institutionen in Folge des Siegs Frankreichs unter Napoleon und der daraus folgenden Neuordnung des Heiligen Römischen Reiches. Die Kirche auf dem Stoppenberg wurde wieder zur Pfarrkirche – bis 1907 die neugebaute und deutlich größere Nikolauskirche am Fuß des Hügels diese Rolle übernahm. Durch die mit dem Bergbau und der nahe gelegenen Zeche Zollverein massiv gewachsene Einwohnerzahl war „Maria in der Not“ längst viel zu klein geworden.
Seit 1965 leben jedoch wieder Nonnen auf dem Stoppenberg. Kurz nach Gründung des Ruhrbistums 1958 gelang es der Bistumsleitung mit Frauen aus dem Orden der unbeschuhten Karmelitinnen, den Kapitelberg wieder als einen besonderen geistlichen Ort zu beleben. Die derzeit 16 Ordensfrauen leben zurückgezogen „in der Abgeschiedenheit der Klausur in einer kleinen, familiären Gemeinschaft“, wie sie es beschreiben. Dort widmen sie sich Gebet und Gottesdienst in der Stiftskirche: werktags um 7, sonn- und feiertags um 8 Uhr laden sie zur Messfeier ein, täglich um 16.30 Uhr beten sie die Vesper.

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news-20451 Wed, 31 Jan 2024 14:46:03 +0100 Wer finanziert den Umbau zum klimafreundlichen Land NRW? https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/wer-finanziert-den-umbau-zum-klimafreundlichen-land-nrw Die Frage, wie die ökologische Transformation gelingt, ohne die Gesellschaft auseinanderzutreiben, stand am Dienstagabend im Zentrum der Jahresveranstaltung des Rates für Wirtschaft und Soziales im Bistum Essen Um die energetische Gebäudesanierung bei Seniorenheimen, Kindertagesstätten und anderen Sozial-Immobilien voranzutreiben, plädiert der Sprecher des Rates für Wirtschaft und Soziales im Bistum Essen, Peter Güllmann, für eine bessere finanzielle Unterstützung der Träger. „In Pflegesatzvereinbarungen ist gar kein Raum für eine energetische Sanierung“, sagte der Vorstandssprecher der Bank im Bistum Essen (BIB) am Dienstagabend in Essen und betonte den großen Gebäudebestand in diesem Bereich: „Wenn es uns nicht gelingt, Kindergärten oder Seniorenheime ökologisch zu sanieren, wird es uns nicht gelingen, signifikant CO2 einzusparen.“ Die Träger der Einrichtungen hätten selbst nicht die Mittel, solche energetischen Sanierungen zu finanzieren, so Güllmann bei der Veranstaltung „Grüne Zerreißprobe – Klimaschutz und Transformation in Industrie und Gesellschaft“, zu der der Rat in die Räume der BIB eingeladen hatte. Moderiert von Mark Radtke von der Bistums-Akademie „Die Wolfsburg“ diskutierte Güllmann mit der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der NRW-Bank, Gabriela Pantring, und Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck.

Ökologische Transformation ist großer Kraftakt

Wie groß der Kraftakt wird, das Land zu einem klimafreundlichen zu machen, beschrieb Pantring: Gutachten zufolge seien jährlich 50 bis 70 Milliarden Euro erforderlich, um alleine Nordrhein-Westfalen bis zum Jahr 2040 in eine klimaneutrale Region umzubauen. „Das kann keine Bank alleine“, sagte Pantring, „da ist eine enge Zusammenarbeit aller Player nötig“. Güllmann warb dafür, vor allem auch privates Kapital für diesen Kraftakt zu mobilisieren, ähnlich wie es die USA derzeit mit dem „Inflation Reduction Act“ täten. Letztlich werde es nicht ausreichen, nur auf staatliche Förderung und Regulierung zu setzen, „das verhindert am Ende Investitionen und fördert nur die Bürokratie“.

Mit Blick auf die Kirchen unterstrich Bischof Overbeck, dass diese sich als große Organisationen ihrer „Selbstverantwortung“ beim Thema ökologische Transformation sehr wohl bewusst seien. Letztlich sei es aber eine Frage, der finanziellen Möglichkeiten, dass zum Beispiel einige Bistümer „ihren Gemeinden schmackhaft machen können, auf alte Gebäude zu verzichten und neu zu bauen“. Diese Möglichkeiten hätte das Bistum Essen nicht, so Overbeck. Dennoch bleibe das Thema für das Bistum Essen natürlich weiter relevant.

Wie gelingt die Transformation, ohne dass die Gesellschaft auseinandertreib?

Güllmann beschrieb, dass es Bischof Overbeck ein großes Anliegen gewesen sei, im Rat für Wirtschaft und Soziales die ökologische Dimension als gleichberechtigte Perspektive mitzubetrachten. Dass Unternehmen Geld verdienen müssten, sei die Grundlage, so Güllmann. Bei der ökologischen Transformation gehe es nun darum „wie diese Transformation gelingt, ohne dass die Gesellschaft dabei auseinandertreibt“. Overbeck betonte den notwendigen Dreiklang aus ökonomischer, ökologischer und sozialer Dimension mit Blick auf das Ruhrbistum und verwies auf die enormen Investitionen, die in Duisburg für den Umbau zu einem „grünen“ Stahl-Standort nötig sind, aber auch auf die Erfolge, die das Programm der Innovation City Bottrop erzielt habe. Wie wichtig das Zusammenspiel aus Wirtschaft, Umwelt und einem guten Miteinander ist, erlebe er als Adveniat-Bischof zudem in Süd- und Mittelamerika, wo ein kapitalistischer Raubbau an den ökologischen Ressourcen Lebensgrundlagen zerstöre.

Am fehlenden Kapital werde die ökologische Transformation in NRW wohl nicht scheitern, machte Pantring deutlich: „Große internationale Geldgeber achten schon viel länger auf Nachhaltigkeit“, beschrieb sie die Lage aus der Perspektive der landeseigenen Förderbank. Die NRW-Bank biete etwa Zentralbanken oder Fondsgesellschaften spezielle „grüne“ oder „soziale“ Anleihen an, mit denen dann zum Beispiel die Sanierung der Emscher oder ein Projekt im sozialen Wohnungsbau finanziert werde. „Ich erlebe eine deutlich größere Wachsamkeit der Investoren bei diesen Themen.“

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news-20450 Mon, 29 Jan 2024 10:50:32 +0100 Wechsel an der Spitze der Essener Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/wechsel-an-der-spitze-der-essener-fuerstin-franziska-christine-stiftung 27 Jahre stand Hans-Wilhelm Heidrich an der Spitze der einst von einer Essener Fürstäbtissin gegründeten Kinder- und Jugendeinrichtung, die mittlerweile auch alte Menschen betreut. Nun übernimmt Sven Diedenhofen die Leitung. Stabwechsel in der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung: Nach 27 Jahren als Direktor der Essener Jugend- und Altenhilfe-Einrichtung wurde Hans-Wilhelm Heidrich jetzt in den Ruhrstand verabschiedet und Sven Diedenhofen als sein Nachfolger vorgestellt. Nach einem Dankgottesdienst mit Bischof Franz-Josef Overbeck würdigten der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU), Caritasdirektor Björn Enno Hermans und weitere Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Kirche bei einem Festakt am Donnerstag, 25. Januar, das langjährige Engagement Heidrichs. Der scheidende Leiter war seit 1978 in der Stiftung tätig und hatte 1997 die Position des Direktors übernommen.

In seiner Predigt erinnerte Bischof Overbeck an die über 250-jährige Geschichte der Stiftung, die 1769 von der Essener Fürstäbtissin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach zunächst als Waisenhaus gegründet worden war, und schlug den Bogen zu den aktuellen und künftigen Aufgaben von Kirche und Caritas, die in der Stiftung von Beginn an verankert seien. Es gehe darum „sich den Nöten aller jungen Leute und aller älter und altgewordenen Menschen zu stellen und so zu zeigen, dass wir als Kirche von der Bereitschaft durchdrungen sind, alle Menschen verstehen zu wollen und auf dem Fundament des christlichen Glaubens mit großer Nüchternheit, aber auch mit einer tiefen Liebe helfen zu können, wo Hilfe Not tut, also Liebe zu leben, wo Liebe gebraucht wird.“ So Kirchesein zu leben könne helfen, „bei Menschen in all ihrer Unterschiedlichkeit für Ausgleich und Versöhnung zu sorgen, für Frieden und Gerechtigkeit, für Religions- und Meinungsfreiheit und für die Würde jedes Menschen als Person einzustehen“, sagte Bischof Overbeck.

Der neue Direktor der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung, Sven Diedenhofen, bringt viel Erfahrung aus der Jugend- und Jugendberufshilfe mit. Nach Tätigkeiten in der Duisburger Jugendberufshilfe Werkkiste und beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Essen war er zuletzt beim SkF in Köln tätig. „Die Angebote der Stiftung stehen jedem offen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Religion“, betonte Diedenhofen bei seiner Vorstellung. „Diese Werte sind es, für die wir gerade im Moment deutlich Stellung beziehen müssen. Es ist eine große Verantwortung, in Anbetracht der großen Krisen der Zeit heute den Staffelstab zu übernehmen – ich tue es sehr gerne und es erfüllt mich aber auch mit Demut. Herausforderungen brauchen auch immer Zuversicht. Wir werden uns als Stiftung auf dem Fundament der 250 Jahre und mit den bewährten – für uns nicht verhandelbaren – Werten allen Herausforderungen und Stürmen stellen, die die Zukunft für uns bereithält.“

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news-20449 Fri, 26 Jan 2024 15:59:29 +0100 „Die Wolfsburg“ stärkt mit Bildungsangebot Engagement für die Demokratie https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/die-wolfsburg-staerkt-mit-bildungsangebot-engagement-fuer-die-demokratie Mit zahlreichen Veranstaltungen engagiert sich die Mülheimer Bistumsakademie für eine liberale Demokratie und gegen Rechtsextremismus. In die zahlreichen Demonstrationen und Proteste gegen Rechtsextremismus und für eine liberale Demokratie reiht sich die „Die Wolfsburg“, die Akademie des Bistums Essen, mit einem umfangreichen Veranstaltungsangebot ein. „Als Wolfsburg stehen wir für demokratische Werte, Vielfalt, Respekt, Akzeptanz und eine lebendige Erinnerungskultur, die immer wieder aufs Neue ihre Lehren insbesondere aus den Erfahrungen mit der NS-Diktatur zieht“, betont das Team der Einrichtung in Mülheim. „Wir sind und bleiben ein offener Ort, an dem Menschen unterschiedlichster politischer Ansichten und Weltanschauungen zusammenkommen, um unsere Gesellschaft besser zu verstehen und in konkreten Projekten lebenswerter zu machen. Aktiv und mit Leidenschaft will sich die „Wolfsburg“ „weiter dafür einsetzen, dass allen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer Religion und sexuellen Orientierung mit Respekt und Wertschätzung begegnet wird.“

Ein Überblick über das Bildungsangebot und ausgewählte Veranstaltungen in den kommenden Monaten:

Hinzu kommen Angebote zur Erinnerungskultur für Schülerinnen und Schüler, zum Beispiel des Bischöflichen Abtei-Gymnasiums in Duisburg-Hamborn und des Nikolaus-Groß-Weiterbildungskollegs in Essen.

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news-20448 Mon, 22 Jan 2024 16:14:41 +0100 Pfarrer Böckmann zeichnet acht verdiente Ehrenamtliche in Mülheim aus https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/pfarrer-boeckmann-zeichnet-acht-verdiente-ehrenamtliche-in-muelheim-aus Für ihr jahrzehntelanges Engagement in den Gemeinden der heutigen Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt hat Pfarrer Christian Böckmann am Sonntag acht ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Ehrenzeichen des Bistums Essen überreicht. Gleich achtmal hat der Mülheimer Pfarrer Christian Böckmann am Sonntag, 21. Januar, in der Pfarr- und Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt das Ehrenzeichen des Bistums Essen an verdiente ehrenamtliche Mitarbeitende der Pfarrei verliehen. Sie alle haben sich oft über Jahrzehnte für die verschiedensten kirchlichen Einrichtungen der Pfarrei engagiert. Auch wenn sie ihre Ämter und Aufgaben aus Altersgründen größtenteils abgegeben haben, sind sie der Kirche nach wie vor verbunden. „Eine ganze Generation von Frauen und Männern, die in unseren Gemeinden, Pfarreien und in unserem Bistum kirchliches Leben gestaltet und getragen haben, kommt an die Grenzen ihres ehrenamtlichen Engagements“, so Pfarrer Böckmann mit Blick auf die große Gruppe der Geehrten.

Diese Mülheimerinnen und Mülheimer haben das Ehrenzeichen des Bistums erhalten:

  • Alfred Classen hat über Jahrzehnte die Arbeit des Kirchenvorstandes mit großem Engagement getragen und sich hier vor allem um die Immobilien der Pfarrei gekümmert, samt den Nöten und Sorgen der Mieterinnen und Mieter. Zudem hat er sich über die Grenzen der Pfarrei für katholische Senioren- und Pflegeheime engagiert und sich für die Transformation und damit für die Rettung und den Fortbestand von Pflegeeinrichtungen eingesetzt.
  • Das Ehepaar Ilse und Günter Heim hat sich über viele Jahre für die Gottesdienste in der Herz-Jesu-Kirche und in Pflegeeinrichtungen engagiert, unter anderem im Küsterdienst. Die Schließung der Herz-Jesu-Kirche im Jahr 2023 sei für beide äußerst schmerzhaft gewesen, berichtet Pfarrer Böckmann. „Dennoch haben sie alle Schritte begleitet und die Entscheidungen der Gremien und Verantwortlichen loyal mitgetragen und gefördert.“
  • Christa Horn ist seit mehr als 50 Jahren in verschiedenen Bereichen in ihrer Gemeinde sowie auf Ebene der Pfarrei, des Stadtdekanats und des Bistums aktiv. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist dabei die Caritas mit einem wachen Blick für Menschen, die besondere Hilfe und Unterstützung benötigen: Frauen, Kinder, Jugendliche oder Geflüchtete. Unter anderem hat sie sich ab 2015 in der zentralen Saarner Flüchtlingsunterkunft engagiert. Zudem hat sich Horn in vielfältiger Weise in die Gottesdienstgestaltung eingebracht.
  • Klaus Igelhorst hat sich zunächst in der Kirche St. Elisabeth um die Feier der Liturgie gekümmert, zudem war er ehrenamtlicher Küster, Lektor, Kommunionhelfer und Leiter von Wort-Gottes-Feiern. Nach Gründung der Großpfarrei St. Mariä Himmelfahrt hat sich Igelhorst zudem auf Ebene der Pfarrei in die gemeinsamen liturgischen Aktivitäten eingebracht und so das Zusammenwachsen der Pfarrei unterstützt.
  • Sr. Antonia Kaminski aus der Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern von der Hl. Elisabeth in Essen ist der Pfarrei und der Mülheimer Stadtkirche als langjährige Leiterin des Raphaelhauses verbunden. Nach ihrem beruflichen Ausstieg aus der Kinder- und Jugendhilfe hat sie sich vor allem in St. Michael und St. Mariä Himmelfahrt mit großem Eifer der Seniorenarbeit gewidmet. Bis heute nutzt sie verschiedenen Kommunikationswege, um Seniorinnen und Senioren vor einer Vereinsamung zu bewahren.
  • Ingeborg Kemper ist seit Jahrzehnten in Gemeinde- und Pfarrgemeinderäten der Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt präsent. Inhaltlich hat sie sich hier vor allem in den Bereichen Liturgie sowie Entwicklungshilfe/Mission engagiert. Ganz bewusst habe sie als Frau hier um ihren Platz in der Liturgie der Pfarrei gekämpft und darin eine große Selbstverständlichkeit und Anerkennung erreicht, so Pfarrer Böckmann. Unter anderem sei der Kreis von Ehrenamtlichen, die sich um die Gottesdienste in der Saarner Klosterkirche kümmern, ihr Verdienst. In der Missionsarbeit hat sie zwei große und langjährige Projekte unterstützt und mitentwickelt: Sowohl in Guatemala als auch in Tansania arbeitet die Pfarrei mit Projekten in der Bildungsarbeit zusammen.
  • Elvira Henriette („Henny“) Reinke steht seit vielen Jahren besonders für die Arbeit der Katholischen Öffentlichen Bücherei in Saarn. Sie leitet ein Team von mehr als 25 Ehrenamtlichen, das den Bestand der „Klosterbücherei“ mit mehr als 17.000 Medien pflegt und die KÖB mit dem Medienforum des Bistums und Mülheimer Stadtgesellschaft vernetzt. Mit ihrer Arbeit sorge Reinke „für eine Öffnung von Pfarrei und Kirche in die plurale Gesellschaft hinein“, so Pfarrer Böckmann. Neben der Bücherei engagiert sich Reinke als ehrenamtliche Küsterin in der Klosterkirche, nicht nur bei Gottesdiensten, sondern zum Beispiel auch bei Hochzeiten, Jubiläen, Konzerten oder Führungen.

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news-20447 Mon, 22 Jan 2024 15:45:27 +0100 Bischof Overbeck fordert entschiedenen Einsatz für Demokratie https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-fordert-entschiedenen-einsatz-fuer-demokratie Bischof stellt klar: „Wenn Mitglieder rechter Gruppierungen und rechter Parteien wie der AfD das Fundament unseres freiheitlichen Zusammenlebens mit Füßen treten, dann müssen wir uns dem mit aller Entschlossenheit entgegenstellen.“ Stellungnahme zum 79. Todestag des christlichen Widerstandskämpfers Nikolaus Groß. In der Diskussion um rechtsextreme Gruppen und Parteien betont der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck die Stärke des Grundgesetzes. Dessen erste Worte – „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – „sind das Fundament unserer freien Gesellschaft“, so Overbeck. In diesem Fundament komme auch der Kerngehalt des christlichen Menschenbildes zum Ausdruck: „Jeder Mensch hat einen unveräußerlichen Anspruch auf ein menschenwürdiges Leben.” Alle seien geschwisterlich verbundene Personen, die am Fremden und am Nächsten wachsen würden, so Overbeck.

Mit Blick auf das jüngst bekannt gewordene Geheimtreffen von Mitgliedern der AfD und anderer rechtsextremer Gruppen betonte Overbeck: „Wenn Mitglieder rechter Gruppierungen und rechter Parteien wie der AfD dieses Fundament unseres freiheitlichen Zusammenlebens mit Füßen treten, dann müssen wir uns dem mit aller Entschlossenheit entgegenstellen.“ Wer im Geheimen Überlegungen dazu anstelle, wie Menschen in großer Zahl deportiert werden sollen, „steht ohne jeden Zweifel außerhalb unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung“, stellte der Bischof klar.

Overbeck äußerte sich am Vorabend des 23. Januar, an dem die Nationalsozialisten vor 79 Jahren den aus dem Ruhrgebiet stammenden Widerstandskämpfer Nikolaus Groß ermordet haben. Groß – den die katholische Kirche als Seligen verehrt – habe aus seiner christlichen Grundüberzeugung heraus „Widerstand gegen ein menschenfeindliches Regime geleistet“, so Overbeck. „Uns allen, die wir in Freiheit leben dürfen, kommt die demokratische wie christliche Pflicht zu, jetzt gemeinsam und entschieden für das einzutreten, was schlicht und ergreifend nicht verhandelbar sein darf: ,Nie wieder Faschismus!‘“

Die Demokratie lebendig halten

Es gehe darum, die Demokratie lebendig zu halten. „Sie steht für Freiheit, für den Schutz der Menschenrechte, für die Sicherheit eines Rechtsstaates. Das müssen wir immer wieder gegenüber allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern deutlich machen, die in freien Wahlen Parteien wählen, die unsere Freiheit abschaffen wollen“, hob Overbeck hervor. „Als Christinnen und Christen müssen wir uns öffentlich, laut und deutlich für eine robuste Demokratie einsetzen, indem wir die Rechte und Werte verteidigen, die unsere Gesellschaft stark machen.“ Solidarität und Nächstenliebe seien nicht an eine Nationalität, Ethnie oder Religion gebunden. „Sie gelten ausnahmslos jedem Menschen, insbesondere Verfolgten und Schutzbedürftigen“, betonte Overbeck. „Denn Gott ist kein Gott des Hasses und der Ausgrenzung, sondern ein Gott, der jeden Menschen unbedingt liebt.“

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news-20446 Tue, 16 Jan 2024 12:15:50 +0100 Weihbischof Schepers bekräftigt Zusammenarbeit mit Bistum Njombe in Tansania https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/weihbischof-schepers-bekraeftigt-zusammenarbeit-mit-bistum-njombe-in-tansania Bei einer Reise durch das tansanische Bistum Njombe hat der Essener Weihbischof Ludger Schepers an der Weihe des neuen Bischofs von Njombe teilgenommen, vor allem aber Schulen besucht, die mit Spendengeldern aus dem Bistum Essen gebaut wurden und weiter unterstützt werden. Auch die beiden Freiwilligen aus dem „Seitenwechsel“-Programm des Ruhrbistums, die gerade in Njombe sind, standen auf dem Besuchsprogramm. Bei einem Besuch in Tansania haben der Essener Weihbischof Ludger Schepers und der neue Bischof Eusebio Samwel Kyando des Bistums Njombe im Süden des ostafrikanischen Landes die gute Zusammenarbeit zwischen Menschen und Einrichtungen in beiden Diözesen hervorgehoben. Die beiden Bischöfe bekräftigten, diese Verbindung ausbauen zu wollen. Zwei private Initiativen aus zwei Mülheimer Gemeinden haben in den vergangenen Jahren mehrere Schulen im Bistum Njombe finanziert und hierfür mehrere hunderttausend Euro Spendengelder gesammelt. Zudem sendet das Bistum Essen seit 2012 jährlich zwei junge Freiwillige aus dem „Seitenwechsel“-Programm des Ruhrbistums für jeweils ein Jahr nach Njombe.

Die ehemalige „Seitenwechsel“-Freiwillige Sofia Duffhauss (geborene Flecken) hat seit ihrem Freiwilligendienst in Njombe 2014 den Bau einer Vorschule und eines Kindergartens in der Stadt Makambako vorangetrieben. Als Vorsitzende des von ihr gegründeten Vereins Bildung für das Bistum Njombe begleitet sie in diesen Tagen Weihbischof Schepers und Sebastian Neugebauer, Leiter der Abteilung Weltkirche und Mission im Bistum Essen, auf ihrer Reise durch das Bistum Njombe, deren Anlass die Weihe des neuen Bischofs Kyando war. Ebenfalls in Makambako liegt die Sigrid Primary School – eine Grundschule, deren Bau von der Mülheimer Familie Wiebringhaus finanziert wurde. Dort hat die Reisegruppe aus Essen am Freitag auch die beiden aktuellen Freiwilligen Lara Brust und Hannah Laskowski getroffen, die in der Grundschule in der Kinder-Betreuung im Einsatz sind. Nach der fertiggestellten Grundschule in Makambako engagiert sich Familie Wiebringhaus derzeit für den Ausbau der Sigrid Secondary School, einer weiterführenden Schule im Ort Matema am Malawi-See.

Nach dem Besuch in Makambako konnten Schepers, Neugebauer und Duffhauss im gut 50 Kilometer entfernten Örtchen Mngate eine weitere Schule besuchen, die der Verein Bildung für das Bistum Njombe finanziert. Auf einem Grundstück der Kirche errichtet der Mülheimer Verein dort seit 2019 die „St. Maria Girls Secondary School“, eine weiterführende Schule für Mädchen. „Die Unterstützung aus Mülheim ist hier eine große Hilfe für ein kleines Dorf“, sagt Sebastian Neugebauer. Wie wichtig die Spenden für Klassenräume, Labors und Schlafsäle sind, zeigten die Leistungen der Schülerinnen: Bei den jährlichen Schulabschlüssen erzielen die Schülerinnen der „St. Maria Girls“ im überregionalen Vergleich Bestnoten. „Gute Bildungsarbeit lässt einige der kleinen Dörfer hier wirklich aufblühen“, zeigt sich Neugebauer beeindruckt von der Aufbauarbeit – und betont zugleich, dass es bei der Zusammenarbeit zwischen dem Ruhrbistum und dem Bistum Njombe nicht darum geht nur einseitig Geld zu schicken. Im Fokus stehe ein intensiver Austausch, in erster Linie durch die Freiwilligen, aber auch durch gegenseitige Besuche wie den aktuellen der deutschen Gruppe in Tansania oder den von Father Bruno Henjewele, dem Bildungsbeauftrage des Bistums Njombe, der 2022 für mehrere Wochen in Mülheim zu Gast war.

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news-20444 Sun, 14 Jan 2024 08:50:00 +0100 Bischof macht Mut zur Weiterentwicklung der kirchlichen Landschaft https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-macht-mut-zur-weiterentwicklung-der-kirchlichen-landschaft Im Bischofswort zum neuen Jahr geht Franz-Josef Overbeck auf die Überlegungen ein, wie die kirchliche Landschaft im Bistum Essen mit Blick vor allem mit Blick auf die Städte und Kreise weiterentwickelt werden kann. In seinem Wort zum neuen Jahr 2024 greift der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck die Diskussion um eine Weiterentwicklung der kirchlichen Landschaft im Bistum Essen auf.  „Wir werden auf der Grundlage der laufenden Pfarreientwicklungsprozesse in den nächsten fünf bis fünfzehn Jahren Veränderungen weiter gemeinsam gestalten“, bekräftigt der Ruhrbischof in dem Text, der traditionell am zweiten Sonntag des neuen Jahres in allen Gottesdiensten des Bistums Essen verlesen und in den Kirchen ausgelegt wird.

Im vergangenen Mai hatte das Bistum erste Ideen veröffentlicht, wie sich die katholische Kirche vor allem auf der Ebene der Städte und Landkreise weiterentwickeln kann. Seitdem wird dieser Impuls in den verschiedenen Gremien und Gruppen des Bistums diskutiert und weiterentwickelt. Bischof Overbeck spricht von „einem der großen Kulturschritte, die wir jetzt zu gehen haben: Es geht darum, das Verbindende zu suchen und danach zu fragen, wie es uns in unserer Region gelingen kann, christliches Leben in großer Weite und Offenheit lebendig zu erhalten – auch in den Generationen, die auf uns folgen.“ Dabei hebt Overbeck die große Vielfalt der katholischen Landschaft in den Ortsteilen, Städten und Kreisen. „Unsere Kirche ist ja weit mehr als die Kirchengebäude vor Ort. Sie lebt in Schulen, Kitas, Caritas-Orten, in Verbänden und Gemeinschaften unterschiedlicher Art. In dieser Vielfalt gilt es, sich stärker zu verbinden und auszurichten auf die jeweilige Stadt oder den jeweiligen Kreis“, beschreibt der Bischof die Perspektive der nächsten Veränderungsschritte.

Er wisse, wie viele Sorgen manchen solche Veränderungen in der Kirche bereiteten, so Overbeck. „Aber ich will Sie gerne ermutigen. Ich erlebe in unserer Region nach wie vor zahlreiche Menschen, für die das christliche Leben große Bedeutung hat. Aus vielen Begegnungen weiß ich, dass es eine intensive und auch neugierige Suche nach Sinn und Orientierung gibt, genauso wie einen tiefen Wunsch nach Vergemeinschaftung.“ Dafür brauche es „Identifikationsorte von Kirche, die aber sehr unterschiedlich sein müssen – und sich manchmal spezialisiert nur einer einzigen Aufgabe stellen, aber dafür Menschen mit ihren Fragen, Bedürfnissen oder Nöten auch bestmöglich gerecht werden können“, schreibt der Bischof und betont: „Dafür lohnt es sich, zu arbeiten und alle Mühe auf sich zu nehmen.“

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news-20445 Thu, 11 Jan 2024 14:48:39 +0100 Vom Bergmann zum Pfarrer: Heinrich Beckmann ist der älteste Priester des Bistums Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/vom-bergmann-zum-pfarrer-heinrich-beckmann-ist-der-aelteste-priester-des-bistums-essen Am Altar der Gelsenkirchener Thomas-Morus-Kirche steht der 93-jährige Heinrich Beckmann seit gut einem Jahr nicht mehr. Aber das Geschehen in Kirche und Welt verfolgt der langjährige Schulpfarrer weiterhin mit wachem Interesse. Und dass er nicht mehr gut lesen kann, schadet seiner Beziehung zum lieben Gott keineswegs: „Glaube kommt vom Hören“, habe schließlich schon der Apostel Paulus gesagt. Heinrich Beckmann war einer der Ersten. Als der junge Bergmann und Theologe aus dem heutigen Essen-Burgaltendorf im Dezember 1958 in Lüdenscheid zum Priester geweiht wurde, bestand das Bistum, das diese beiden Städte verbindet, noch keine zwölf Monate. Heute ist Beckmann der älteste Priester des Ruhrbistums, lebt seit 1966 im Pfarrhaus der damals neu errichteten Gemeinde St. Thomas Morus in Gelsenkirchen-Ückendorf und ist mit 93 Jahren einer der letzten Zeitzeugen, die die Geschichte des Bistums Essen komplett miterlebt und mitgestaltet haben. Kurz vor Weihnachten hat der langjährige Schulseelsorger sein eindrucksvolles 65-jähriges Priesterjubiläum gefeiert.

Geboren und aufgewachsen ist Beckmann südlich der Ruhr im damals noch selbstständigen „Altendorf, Amt Hattingen“, wie Beckmann betont. Sein Vater war Bergmann und sein Elternhaus „gut katholisch, aber nicht übertrieben“, erzählt der 1930 geborene Beckmann. Dafür aber offenbar sehr bildungsaffin, wie man heute sagt: Nicht nur Heinrich ging in der Nachkriegszeit zur Universität, um Theologie zu studieren. Während die einzige Schwester schon im Kindesalter verstarb, ergriffen auch zwei seiner Brüder akademische Berufe und wurden Jurist bzw. Zahnarzt. Und auch der vierte Sohn der Familie – ein Metzger – hätte „das Zeug für die Uni“ gehabt, sich aber aus freien Stücken fürs Handwerk entschieden. Mit dem Zug seien sie damals von (Burg-)altendorf nach Steele gefahren, um aufs Carl-Humann-Gymnasium zu gehen. Die Schule gibt es bis heute, während die Bahnstrecke Platz für einen beliebten Fahrradweg gemacht hat.

„Da oben ist unser Kreuz, wir brauchen kein Hitler-Kreuz“

Die Nazis hatten in seinem Elternhaus wenig zu sagen, erinnert sich Beckmann. Als Leute von der NSDAP seiner Mutter das Mutterkreuz nach Hause brachten, weil die zur öffentlichen Ehrung nicht erschienen war, hätte die Frau auf ein Kruzifix gezeigt und den Partei-Vertretern gesagt: „Da oben ist unser Kreuz, wir brauchen kein Hitler-Kreuz“, sagt Beckmann – und weiß heute: „Das hätte auch böse Folgen haben können.“ Einen Hügel weiter in Hattingen-Niederwenigern lebte damals zeitgleich eine andere katholische Familie, der Vater ebenfalls Bergmann mit sieben statt fünf Kindern wie bei Beckmanns: Nikolaus Groß, der seinen aktiven Widerstand gegen die Nationalsozialisten mit seinem Leben bezahlte und heute als Seliger des Ruhrbistums verehrt wird.

Beckmann hat Glück gehabt, entging den heftigsten Bombenangriffen, die der Zweite Weltkrieg über den Großraum Essen brachte, in der Kinderlandverschickung in Ischgl in Tirol. Die österreichischen Alpen haben ihn seitdem nicht mehr losgelassen: Jeden Urlaub hat er in den Bergen verbracht, ging Wandern und Bergsteigen und hat jeweils im Sommer und im Winter als Aushilfspfarrer im Pitztal Gottesdienste gefeiert. 1982 stiftete er zusammen mit seinen Brüdern ein Gipfelkreuz für den bis dahin noch unbekreuzten Parstleskogel in 2741 Metern Höhe. „Jedes Jahr haben wir dann einmal dort oben Messe gefeiert“, erinnert er sich und zeigt ein großes gerahmtes Foto in seiner Wohnung, das ihn in alpiner Umgebung zusammen mit einer kleinen Gemeinde zeigt. „Einmal waren 60 Leute dabei – obwohl man 1150 Höhenmeter aufsteigen muss, bis man am Gipfel ist.“ Bis 2007, da war der Pfarrer schon 77, gab’s diese Tradition. Das Kreuz steht heute noch dort oben.

Job als Bergmann finanzierte Heinrich Beckmann das Theologie-Studium

Nach dem Abitur 1950 entschied sich Beckmann für das Theologie-Studium. Warum genau, kann er heute gar nicht mehr sagen. Immerhin gab es einen Onkel, der in den 1930er Jahren als Priester und Ordensmann in die Mission in Paraguay gegangen sei. Anfangs sei ihm auch noch nicht klar gewesen, ob er nicht doch vielleicht eine Karriere als Religionslehrer dem Priesterleben vorzieht – als Schulpfarrer hat er schließlich beides miteinander verbunden. Während des Studiums hat indes sein Nebenjob für einiges Erstaunen – und manche Spöttelei – bei seinen Kommilitonen gesorgt: „BAföG oder so etwas gab es ja noch nicht. Da hab‘ ich in den Semesterferien als Bergmann gearbeitet.“ Auf Zeche Theodor in Altendorf, wie sein Vater. Die schwere Grubenlampe und der alte Helm zieren heute noch Beckmanns Wohnung. Und die Witze der Mit-Studenten hätten aufgehört, nachdem er sie einmal zu einer Grubenfahrt mitgenommen hat.

Nach 1968 wurden die Schulgottesdienste seltener

Nach der Priesterweihe in Lüdenscheid – im jungen Ruhrbistum gab es noch nicht die feste Tradition, alle Priester im Essener Dom zu weihen – ging’s für Beckmann nach Gelsenkirchen: In St. Georg am Nordrand der Innenstadt wurde er Vikar, also Priester in Ausbildung. Nach sechs Jahren in der Gemeinde wird er 1964 als Schulpfarrer an die Gertrud-Bäumer-Realschule im Stadtteil Ückendorf geschickt. „Dem Bischof war damals wichtig, dass an jeder größeren Schule ein Priester war, der den Religionsunterricht und die Schulgottesdienste koordinierte“, erläutert Beckmann. Anfangs habe es auch an der staatlichen Realschule wöchentliche Schulgottesdienste gegeben. „Nach der 68’er Zeit gab es dann nur noch zu Beginn und zum Ende des Schuljahres Gottesdienste.“

„Die Kirche hat zu lange an Dingen festgehalten, die nicht mehr zeitgemäß waren.“

Überhaupt, die ‘68er: Beckmann beschreibt sie im Gespräch mehrfach als deutliche Einschnitte mit langfristig spürbaren Veränderungen – zum Beispiel in der Bildungslandschaft. In den 1980er Jahren wechselte Beckmann an die damals neue Gesamtschule Ückendorf, wo er bis zu seiner Pensionierung 1994 im Einsatz war. Im Vergleich zur Realschule sei das Schulleben dort „mit Blick auf Disziplin, Ordnung und Sauberkeit ein himmelweiter Unterschied“ gewesen. Aber auch für die Kirche sei die Protestbewegung der ‘68er ein Thema gewesen, erinnert Beckmann und sagt: „Die Kirche hat in der 1968er-Bewegung nur das Negative gesehen.“ Aus seiner Sicht habe die Kirche „den Fehler gemacht, zu lange an Dingen festzuhalten, die nicht mehr zeitgemäß waren“. Heute ist für Beckmann klar: „Die Kirche kann sich nur erneuern, wenn sich einiges tut in Sachen Sexualmoral und hinsichtlich der Stellung der Frauen in der Kirche.“ Heute versuche man in der Kirche – zum Beispiel bei den Diskussionen im Synodalen Weg – Dinge zu korrigieren, die man auch im Nachgang der 1968er schon hätte verändern können.

Das Sehen hat bei Pfarrer Beckmann im vergangenen Jahr so stark nachgelassen, dass er mit Anfang 90 nicht mehr am Altar stehen mag. Und auch das Sprechen ist vielleicht ein wenig langsamer geworden als früher – aber sein Denken ist noch messerscharf und topaktuell. So lebt er augenscheinlich sehr zufrieden in seiner Wohnung in dem 1966 vom legendären Kirchbaumeister Gottfried Böhm als geschlossenes Pfarrzentrum errichteten Gemeindeheim St. Thomas Morus. Sonntags um 10 und mittwochs um 8.15 Uhr kommt ein Priester der Pfarrei St. Augustinus vorbei und feiert in St. Thomas Morus die Messe. Oft ist dann auch Beckmann im Gottesdienst, „aber als ganz normaler Christ in der Kirchbank“, wie er sagt. Ein deutlicher Perspektivwechsel nach fast 65 Jahren am Altar – aber einer, der Heinrich Beckmann durchaus zusagt. Dass er die Messbücher nun nicht mehr lesen könne, sei nicht so schlimm, sagt er. „Der Glaube kommt von Hören“, zitiert er den Apostel Paulus.

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news-20443 Wed, 10 Jan 2024 15:19:05 +0100 Namen und Daten | 10. Januar 2023 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-10-januar-2023 Pastor Markus Könen, Diakon Markus Kolling, Rebecca Weidenbach, Johannes Geis, Stephanie Hermann, Pater Gabriel Tay Hungameha, Pastor Michael Danne, Hildegard Högner-Gierszal, Pastor Chinedum Victor Asogwa, Diakon Joachim Vogt, Diakon Winfried Rottenecker, Pater Werner Pieper Pastor Markus Könen wurde zum 1. Februar 2024, zunächst befristet bis zum 31. Januar 2026, als vicarius paroecialis mit dem Titel Pastor der Pfarrei St. Dionysius in Essen ernannt und mit der Schulseelsorge an den Schulen des Schulzentrums Am Stoppenberg beauftragt.

Diakon Markus Kolling wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2024 zum Diakon im Hauptberuf an der Pfarrei St. Antonius in Essen ernannt.

Rebecca Weidenbach wurde zum 31. Dezember 2023 von ihrer Aufgabe als Mitarbeiterin im BE:movedProjekt „Digitale Glaubenskommunikation fördern"entpflichtet. Gleichzeitig wurde sie mit Wirkung vom 01. Januar 2024 als Referentin für digitale Glaubenskommunikation in der Abteilung Liturgie und Glaubenskommunikation und weiterhin als Referentin für Ministrantenpastoral ernannt.

Johannes Geis wurde zum 31. Dezember 2023 von seiner Aufgabe als Mitarbeiter im BE:movedProjekt „Digitale Glaubenskommunikation fördern" entpflichtet und gleichzeitig mit Wirkung vom 01. Januar 2024 als Referent für crossmediale Glaubenskommunikation in der Abteilung Liturgie und Glaubenskommunikation und weiterhin als Pastoralreferent an der Pfarrei Liebfrauen in Bochum ernannt.

Stephanie Hermann wurde zum 11. Januar 2024 von ihrer Aufgabe als Gemeindereferentin an der Propsteipfarrei St. Lamberti in Gladbeck entpflichtet. Gleichzeitig wurde sie mit Wirkung vom 12. Februar 2024 als Gemeindereferentin in der Propsteipfarrei St. Pankratius in Oberhausen-Osterfeld beauftragt.

Pater Gabriel Tay Hungameha CSsR wurde rückwirkend zum 1. November 2023 und befristet bis zum 30. November 2024 als vicarius paroecialis mit dem Titel Kaplan der Propsteipfarrei St. Cyriakus in Bottrop ernannt.

Pastor Michael Dannes bis zum 31.01.2024 datierte Freistellung zur priesterlichen Mitarbeit im Erzbistum Paderborn um drei Jahre bis zum 31.01.2027 verlängert.

Hildegard Högner-Gierszals Beauftragung als Pastorale Mitarbeiterin an der Pfarrei Cosmas und Damian in Essen wurde bestätigt.

Pastor Chinedum Victor Asogwas Ernennug als vicarius paroecialis mit dem Titel Pastor der Pfarrei St. Gertrud in Essen wurde  mit Wirkung vom 1. Januar 2024 und befristet bis zunächst zum 31. Dezember 2025 verlängert. Er wurde außerdem mit der eigenverantwortlichen Wahrnehmung der Seelsorge für die anglophonen afrikanischen Katholiken im Bistum Essen beauftragt.

Diakon Joachim Vogts Ernennung als Diakon im Hauptberuf an der Pfarrei Hll. Cosmas und Damian in Essen wurde bestätigt.

Diakon Winfried Rotteneckers Ernennung als Diakon an der Propsteipfarrei St. Peter und Paul in Bochum wurde bestätigt.

Pater Werner Piepers OMI Ernennung als vicarius paroecialis mit dem Titel Pastor der Propsteipfarrei St. Augustinus in Gelsenkirchen wurde befristet bis zum 31. August 2025 verlängert.

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news-20442 Wed, 10 Jan 2024 12:54:49 +0100 Ruhrbischof fordert mehr kirchliches Engagement gegen Hass und Hetze https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/ruhrbischof-fordert-mehr-kirchliches-engagement-gegen-hass-und-hetze In der Mülheimer Bistumsakademie „Die Wolfsburg“ diskutierte der Bischof mit der Politikerin Berîvan Aymaz und dem Konfliktforscher Andreas Zick über die wachsende Herausforderung von Hass in der Gesellschaft. Im Kampf gegen Hass und Hetze in der Gesellschaft wünscht sich Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck ein stärkeres Engagement seiner Kirche. „Im Feld der Demokratie, der Freiheit und der Würde jedes einzelnen Menschen als Person könnten wir viel stärker sein“, sagte er am Dienstagabend in Mülheim. In der Bistums-Akademie „Die Wolfsburg“ diskutierte Overbeck unter der Überschrift „Die aufgehetzte Gesellschaft – Wie ist dem Hass zu begegnen?“, zusammen mit der Vizepräsidentin des NRW-Landtags Berîvan Aymaz (Grüne) und dem Bielefelder Psychologie-Professor, Konflikt- und Gewaltforscher Andreas Zick.

Auf die Frage von Moderator Jens Oboth nach persönlichen Hass-Erfahrungen konnte vor allem die grüne Politikerin Aymaz vielfältig berichten: Von absichtlich beschädigten Wahlplakaten über aggressive Drohungen in Online-Medien, massiv beleidigende Briefe („du dreckige ausländer-schweinepriesterin“) bis zu gezielten Verbal-Attacken im Landtag. „Da bin ich über mehrere Jahre zur Zielscheibe der AfD-Fraktion geworden“, machte Aymaz deutlich, dass Hass auch vor dem vermeintlich „hohen Haus“ des Parlaments nicht Halt mache. Im Gegenteil, Aymaz berichtete von „übelsten sexistischen Beschimpfungen“. Gerade als Vizepräsidentin setze sie sich intensiv dafür ein, „die demokratische Streitkultur aufrechterhalten. Das Parlament ist kein Kuschelclub“. Aber mit der gleichen Intensität müsse Pöbeln sanktioniert werden.

„Da habe ich mich plötzlich in meinem Heimatland nicht mehr sicher gefühlt“

Auch Bischof Overbeck berichtete, dass er insbesondere seit der Migrationskrise 2015 von persönlichen Anfeindungen betroffen sei. Da sei er nicht nur in E-Mails, sondern auch in der Öffentlichkeit beschimpft und bedroht worden. „Das hat mich schon sehr berührt, weil ich mich plötzlich in meinem eigenen Heimatland nicht mehr sicher gefühlt habe“, sagte Overbeck – obwohl die Polizei und auch die Bundeswehr auf ihn als Bischof von Essen und Militärbischof intensiv aufgepasst hätten. Selbst innerhalb der Kirche sei der Kirche rauer geworden. Seit 2020/2021 würden ihm zudem Menschen, „die sich selbst als besonders katholisch beschreiben“, angesichts der innerkirchlichen Diskussionen um den Synodalen Weg absprechen, noch den katholischen Glauben zu vertreten. „Bei diesen reaktionären Kreisen hat mich insbesondere die Dimension der Radikalisierung erschrocken“, schilderte der Bischof.

Hass wird „unbarmherziger und schärfer“ – „sichtbarer und hörbarer“

Der Hass werde „unbarmherziger und schärfer“, bilanzierte Overbeck mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre. „Er wird sichtbarer und hörbarer“, fasste es Aymaz zusammen. Früher habe es Shitstorms im Netz gegeben, „jetzt gibt es offene Wut bei Kundgebungen“. Diese gefühlten Veränderungen unterstützte der Konfliktforscher Zick mit validen Zahlen: Bei den sogenannten vorurteilsbasierten Delikten wiesen die Kriminalstatistiken der vergangenen Jahre zum Teil deutliche Anstiege auf. „In der Corona-Pandemie ist die soziale Distanz gestiegen – und die Hass-Taten haben zugenommen.“ Dabei sei das bundesweit bevölkerungsreichste Bundesland NRW „bei diesen Hass-Taten mit an der Spitze“.

Ein relativ neuer Trend sei, dass Hass sich allgemein gegen Personen richtet, die sich gesellschaftlich engagieren, beschrieb Zick – also nicht nur gegen Politikerinnen und Politiker, sondern zum Beispiel auch gegen Feuerwehrleute und Rettungskräfte. Dabei seien Hass-Taten selten spontane Regungen, sondern oft organisiert. Die Blockade gegen Wirtschaftsminister Habeck „lag gewissermaßen in der Luft“, beschrieb Zick die Lage im Umfeld der aktuellen Bauernproteste, „so etwas geschieht nicht zufällig, sondern durchaus orchestriert.“ Und während politische Extremisten früher eigene Wege gegangen seien und eigene Demonstrationen organisiert hätten, gingen sie heute kurzfristige Allianzen mit anderen Organisationen ein, um Menschen in der politischen Mitte zu erreichen. „Dass sich die Offiziellen von diesen Extremisten anschließend öffentlich distanzieren, stört dabei überhaupt nicht“, so Zick.

„Kein Zustand der Krise, sondern ein massiver Umbruch“

Einen Grund für den wachsenden Hass in der Gesellschaft sieht Bischof Overbeck in einer zunehmenden Unsicherheit: „Wir befinden uns nicht im Zustand eine Krise, sondern in einem massiven Umbruch“, betonte der Bischof sowohl mit Blick auf die Kirche als auch auf die Gesellschaft. „Je massiver dieser Umbruch ist, desto unsicherer werden die Menschen.“ Diese Unsicherheit führe zu Angst, die sich bei manchen in Wut und Hass äußere. In der Kirche erlebe er diese massive Unsicherheit sowohl bei er Frage „Wie leben wir als Kirche?“ hinsichtlich der Diskussionen im Synodalen Weg als auch bei der Frage „Wer sind wir als Mensch?“: „Wenn sich neue Erkenntnisse der Wissenschaften nicht mehr mit manchen Glaubens- und Moralvorstellungen vereinbaren lassen, bringt das für einige Menschen ihr Weltbild ins Wanken“, so Overbeck.

Als konkretes Gegenmittel gegen Hass und Hetze empfahl Konfliktforscher Zick: „Zivilcourage hochfahren! Nicht einfach weggucken und ertragen, sondern handeln. Hass muss ins Hellfeld gebracht werden – auch wenn wir Menschen dazu neigen, ihn zu verniedlichen“, so der Psychologe. Die Politikerin Aymaz regte darüber hinaus neue Bündnisse und Allianzen in der Gesellschaft an, „da müssen wir alle uns noch mehr aufeinander zu bewegen“. Auch die Parteien in den Parlamenten müssten „da noch mal stärker die Hand ausstrecken“, um gesellschaftliche Gruppen wie Wirtschaft, Wissenschaft, Kirchen, säkulare Zivilgesellschaft und die Parteien im gemeinsamen Engagement gegen Hass und Gewalt und für Freiheit und Demokratie neu miteinander zu verbinden.

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news-20441 Wed, 10 Jan 2024 10:50:50 +0100 Pastor Günter Becker verstorben https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/pastor-guenter-becker-verstorben Am 26. Dezember 2023 ist im Alter von 92 Jahren Pastor Günter Becker verstorben Am 26. Dezember 2023 ist im Alter von 92 Jahren Pastor Günter Becker verstorben.

Der Verstorbene, der in Hamminkeln gewohnt hat, wurde am 26. November 1931 in Bochum geboren und am 25. Juli 1958 ebenfalls in Bochum zum Priester geweiht. Nach seiner Weihe war er zunächst als Kaplan in der Gemeinde Heilig Kreuz in Gladbeck-Butendorf, von 1962 an in St. Laurentius in Duisburg-Beeck und ab 1968 in St. Michael in Duisburg-Wanheimerort eingesetzt.

Ab Herbst 1968 wurde ihm zusätzlich die Aufgabe als Stadtjugendseelsorger in Duisburg übertragen. Zum Ende des Jahres 1969 wurde er als vicarius adiutor der Gemeinde St. Bernhard in Duisburg-Meiderich ernannt.

Die Leitung der Gemeinde Christus – Unser Friede in Duisburg-Obermeiderich übernahm er von Frühjahr 1973 an, zunächst als Pfarrvikar, dann als Rektoratspfarrer. Ab November 1986 war er zudem Stadtfrauenseelsorger in Duisburg.

Im Jahr 1998 trat er in den Ruhestand und zog nach Hamminkeln (am unteren Niederrhein im Bistum Münster), wo er seine dritte Lebensphase verbrachte.

Der Ruhrbischof dankt dem Verstorbenen für seinen engagierten Dienst im Bistum Essen.

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news-20440 Tue, 09 Jan 2024 13:20:31 +0100 Das Trauteam gibt hilfreiche Tipps auf dem Weg zur kirchlichen Hochzeit https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/das-trauteam-gibt-hilfreiche-tipps-auf-dem-weg-zur-kirchlichen-hochzeit Wer heiraten möchte, kann sich mit allen Fragen zu einer kirchlichen Trauung – neben der eigenen Pfarrei – an das Trauteam im Bistum Essen wenden. Auch bei Interesse an einer Segnung hilft das Team weiter. Wenn zwei Menschen sich lieben und miteinander leben möchten, wollen viele Paare diese Liebe gesegnet wissen. Hunderte Brautpaare im Bistum Essen haben im vergangenen Jahr nicht nur vor dem Standesamt das Ja-Wort gegeben, sondern ihre Liebe auch in einem Gottesdienst gefeiert. „Vielen Paaren ist es wichtig, den Segen Gottes über ihre Ehe gesprochen zu bekommen“, weiß Jessica Lammerse, Seelsorgerin im Trauteam des Bistums Essen. Jetzt, zu Beginn des neuen Jahres und wenige Monate vor den sonnigen Frühjahrs- und Sommer-Monaten, nehmen die Anfragen bei den Spezialistinnen für kirchliche Trauungen im Ruhrbistum zu – nicht nur am vergangenen Wochenende auf der Hochzeitsmesse in Essen, sondern auch per E-Mail und am Telefon. Zusammen mit ihren Kolleginnen Anne-Kathrin Hegemann und Elvira Neumann unterstützt Lammerse Paare auf dem Weg zur kirchlichen Trauung, gibt Tipps zu geeigneten Kirchen, vermittelt Priester und Diakone, erklärt Formalitäten und informiert über die vielfältigen Angebote der Vorbereitungen auf Trauung und Ehe.

„Wenn man weiß, in welcher Kirche man heiraten möchte, setzt man sich am besten zuerst mit dem Pfarramt in Verbindung“, rät Lammerse. Dort könne man zum Beispiel klären, ob auch Paare, die nicht in der Pfarrei wohnen, die Kirche für ihre Trauung nutzen können – was in den meisten Fällen kein Problem sei. Auch die Frage, ob ein Seelsorger aus dem Team der Pfarrei die Trauung halten soll oder jemand, den das Paar mitbringt, stehe dann häufig auch der Agenda. Und nicht zuletzt haben die meisten Paare beim Besuch im Pfarrbüro schon konkrete Terminvorschläge, die es mit dem Kalender der Pfarrei abzustimmen gilt. „Ein halbes Jahr vor dem gewünschten Termin sollte in der Regel reichen“, antwortet Lammerse auf die Frage, wie früh man das Pfarrbüro kontaktieren sollte – „aber die meisten Paare melden sich ohnehin früher“, sagt die Fachfrau aus dem Trauteam. Oft seien Paare schon lange vorher einen Wunschtermin im Kopf und zum Beispiel mit einem Restaurant festgelegt, dass deutlich längere Vorlaufzeiten habe als eine Pfarrei. Rechtzeitig vor der Hochzeit steht dann ein Gespräch des Paares mit dem Seelsorger an, der das Paar trauen wird. Dabei geht es um ein gegenseitiges Kennenlernen, einige Formalien, vor allem aber auch um die Frage, wie das Paar den Trau-Gottesdienst mitgestalten kann. „Das geht von der Musik über die Auswahl der Texte bis hin zu besonderen Fürbitten“, erläutert Lammerse die verschiedenen Möglichkeiten.

Wenn Paare noch nicht wissen, wo sie kirchlich heiraten möchten, und auch bei allen anderen Fragen und möglichen Schwierigkeiten auf dem Weg zur kirchlichen Trauung, stehen Jesscia Lammerse und ihre Kolleginnen vom Trauteam mit Rat und Tat zur Seite. „Dieses schöne Thema soll keinen Stress verursachen. Wir wollen den Paaren Mut machen, indem wir ihnen zur Seite stehen“, betont die Pastoralreferentin. Dies gilt auch selbstverständlich auch für Paare, bei denen ein Partner schon einmal kirchlich verheiratet gewesen ist oder die gleichgeschlechtlich sind. „In diesen Fällen überlegen wir gemeinsam mit dem Paar, wie eine für sie passende Feier mit einem Segen aussehen kann“, sagt Lammerse.  Und ein Versprechen macht das Trauteam allen Paaren, die sich an die drei Seelsorgerinnen wenden: „Wir lassen euch so lange nicht aus den Augen, bis ihr in guten Händen seid”.{nl}

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news-20439 Mon, 08 Jan 2024 18:05:03 +0100 Wattenscheider Sternsingerinnen und Sternsinger zu Gast beim Bundeskanzler https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/wattenscheider-sternsingerinnen-und-sternsinger-zur-gast-beim-bundeskanzler Als Vertretung des Bistums Essen nahmen Antonio, Alexa, Kaja und Laura aus Wattenscheid-Westenfeld am Montag in Berlin am traditionellen Sternsingerempfang des Bundeskanzlers in Berlin teil. Zusammen mit über 100 Sternsingerinnen und Sternsingern aus ganz Deutschland haben Antonio, Alexa, Kaja und Laura aus Wattenscheid-Westenfeld am Montag Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) den Segen für das neue Jahr ins Berliner Kanzleramt gebracht und für das Jahresthema der aktuellen Sternsingeraktion geworben: Schutz und Hilfe insbesondere für die vom Klimawandel gebeutelten südamerikanischen Amazonas-Regionen. Die vier Jugendlichen aus Wattenscheid haben in diesem Jahr das Bistum Essen beim traditionellen Sternsingerempfang vertreten.

Lob und Dank vom Bundeskanzler

Der Wunsch der Sternsingergruppe aus dem Ruhrgebiet, vielleicht mit dem Bundeskanzler gemeinsam ein Lied zu singen, ist zwar nicht in Erfüllung gegangen. Dafür gab’s vom Regierungschef viel Zuspruch für das ehrenamtliche Engagement der Kinder und Jugendlichen. „Schönen Dank für all das, was ihr unternehmt, schönen Dank für die Bereitschaft, füreinander einzustehen, für die Nächstenliebe und für euer Verständnis, dass wir auf dieser Welt alle füreinander verantwortlich sind“, dankte der Bundeskanzler dem königlichen Besuch beim dritten Sternsingerempfang in seiner Amtszeit. „Der Amazonas ist bedeutsam für die Qualität des Lebens auf der ganzen Erde“, lobte Scholz den Einsatz der Sternsinger für die Bewahrung der Schöpfung und das Recht aller Kinder weltweit auf eine gesunde Umwelt. Es sei wichtig, Klimawandel und Entwaldung zu stoppen, machte der Bundeskanzler mit Blick auf das Jahresthema der Sternsingerinnen und Sternsinger deutlich.

Der Essener Domvikar Stefan Ottersbach, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), bedankte sich im Namen der Trägerorganisationen der Sternsingeraktion beim Bundeskanzler für die Einladung ins Kanzleramt und erklärte zum aktuellen Sternsingerthema: „Wir wollen mit unserem Beispiel dem Hilferuf aus Amazonien eine Stimme geben. Und wir hoffen, dass Sie uns bei unserem Engagement unterstützen. Wir brauchen Menschen, die sich auch hier bei uns für die Einheit von Mensch und Natur einsetzen. Ich bitte Sie, gemeinsam mit uns dafür Sorge zu tragen, dass unsere Hoffnung nicht vergebens ist und wir gemeinsam für unsere Erde einstehen.“ Ottersbach hatte gemeinsam mit Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, die Kinder und Jugendlichen aus allen 27 deutschen Bistümern ins Bundeskanzleramt begleitet.

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news-20429 Wed, 03 Jan 2024 10:00:00 +0100 Geheimnisvolle Stars mit Stern https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/geheimnisvolle-stars-mit-stern Drei Könige sollen dem neugeborenen Jesuskind wertvolle Geschenke gebracht haben. Doch was kaum jemand weiß: Die meisten überlieferten Details der alten Erzählung stammen gar nicht aus der Bibel. Manchen dürfte überraschen, was das BENE-Magazin in seiner jüngsten Ausgabe schreibt: In der biblischen Weihnachtsgeschichte ist nämlich weder von der Anzahl der weit angereisten Besucher die Rede, noch davon, dass es sich um Könige handelte. Das weiß Rebekka Groß zu berichten. Die Theologin ist bei der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung (KEFB) im Bistum Essen tätig. Zu ihren pädagogischen Angeboten gehören unter anderem auch biblische „Fakten-Checks“.

Gold, Weihrauch und Myrrhe

„Alles geht zurück auf eine Geschichte im Matthäus-Evangelium (Kapitel 2, Verse 1 bis 12): Matthäus hat seinen Text auf Griechisch verfasst. Er nutzte das Wort ,magoi‘, das ursprünglich Priester aus Persien bezeichnete, aber auch allgemein Gelehrte. Die deutsche Einheitsübersetzung machte daraus ,Sterndeuter‘“, so Rebekka Groß. „Das Matthäus-Evangelium nennt nicht die Anzahl der ,magoi‘. Von dreien ist das erste Mal in einer Schrift aus dem Jahr 200 die Rede. Das setzte sich historisch durch. Wahrscheinlich führte man das auf die drei Geschenke Gold, Weihrauch und Myrrhe zurück, von denen Matthäus tatsächlich schrieb. Die ,magoi‘ wurden das erste Mal um das Jahr 500 als Könige bezeichnet. Das geht wohl auf eine alte biblische Prophezeiung zurück, die besagte, dass Könige aus aller Welt dem Sohn Gottes huldigen würden.“

Caspar, Melchior und Balthasar: Auch die berühmten Namen stammen nicht aus der Bibel. Laut der Essener Theologin sind sie seit dem sechsten Jahrhundert im Umlauf, ihr Ursprung ist aber unbekannt.

Leuchtendes Beispiel

Der Stern hingegen, dem die Weisen folgten, ist tatsächlich ein leuchtendes Beispiel für den biblischen Ursprung der Geschichte. An besagter Stelle im Matthäus-Evangelium heißt es: „Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.“

In Anlehnung an diese Geschichte schlüpfen Hunderttausende Jungen und Mädchen jedes Jahr rund um den 6. Januar, den Dreikönigstag, in ihre Rollen, um beim Sternsingen Geld für Kinder in Not zu sammeln.

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news-20436 Tue, 02 Jan 2024 10:00:00 +0100 Wattenscheider Jugendliche bringen Sternsinger-Segen aus dem Ruhrbistum nach Berlin https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/wattenscheider-jugendliche-bringen-sternsinger-segen-aus-dem-ruhrbistum-nach-berlin Vier Jugendliche aus Bochum-Wattenscheid-Westenfeld vertreten das Ruhrbistum, wenn Bundeskanzler Olaf Scholz am Montag, 8. Januar, Sternsingerinnen und Sternsinger aus ganz Deutschland zum traditionellen Empfang ins Bundeskanzleramt einlädt. Wenn der Kanzler ruft, machen die Sternsingerinnen und Sternsinger aus Bochum-Wattenscheid Überstunden. Drei Tage lang ziehen die Kinder und Jugendlichen der Kolpingfamilie Wattenscheid-Westenfeld in dieser Woche von Haus zu Haus, um den Menschen in ihrer Gemeinde den Segen für das neue Jahr zu bringen und Spenden für Kinder in Not zu sammeln. Dann setzen sie sich am Sonntag, 7. Januar, in den Zug nach Berlin, wo sie am Montag bei Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu Gast sind. Laura, Kaja, Alexa und Antonio vertreten dort das Bistum Essen, wenn sie gemeinsam mit über 100 anderen Kindern und Jugendlichen aus allen deutschen Bistümern am traditionellen Sternsingerempfang im Bundeskanzleramt teilnehmen.

„Noch hält sich die Aufregung in Grenzen“, sagt die 16-jährige Alexa, „aber das wird bestimmt noch ein bisschen mehr.“ Und ob, sagt Nina Jost. Sie war vor acht Jahren als Sternsingerin in Berlin dabei, als eine Gruppe der Westenfelder Kolpingfamilie schon einmal im Kanzleramt zu Gast war. „Das war eine ganz tolle Erfahrung“, sagt die 24-Jährige, die zwar mittlerweile im Ausland lebt, aber zum Jahreswechsel immer noch den Kontakt zu den Sternsingerinnen und Sternsingern in der Heimat pflegt. „Wir waren damals total aufgeregt. Vor allem, als wir im Kanzleramt vor den vielen Fotografen und Kameraleuten standen – da, wo sonst immer die Staatsgäste empfangen werden“, erzählt sie von ihrem Besuch in der Regierungszentrale, damals noch mit Scholz‘ Vorgängerin Angela Merkel (CDU).

Sternsinger bringen Segen für das neue Jahr und bitten um Hilfe für Kinder in Not

Merkel brachte es in ihrer Regierungszeit auf 15 Sternsingerempfänge – und einen coronabedingt ausgefallenen. Doch auch Olaf Scholz hatte inzwischen schon mehrfach Erfahrung mit der bunten Schar junger Königinnen und Könige gemacht, die traditionell als erste Gäste des Jahres im Bundeskanzleramt empfangen werden. Fröhlich lärmend und munter singend haben sie dennoch ein ernstes Anliegen: Neben den besten Segenswünschen für das neue Jahr bitten sie um Unterstützung für die weltweite Hilfe für Kinder in Not. In diesem Jahr lenkt die Aktion Dreikönigssingen den Blick exemplarisch auf die Opfer von Umwelt- und Klimazerstörung, vor allem in den Regenwaldgebieten Südamerikas.

Sternsingergruppe muss noch drei neue Lieder üben

Bis die vier Jugendlichen aus Wattenscheid zusammen mit Dutzenden Sternsingerinnen und Sternsingern aus allen Teilen Deutschlands davon in ihren Liedern und Texten dem Bundeskanzler erzählen, stehen noch ein paar Vorbereitungen an. Vor allem müssen die Wattenscheider noch drei Lieder üben die – trotz mehrjähriger Sternsinger-Erfahrung – bislang nicht in ihrem Repertoire sind. „Aber das wird schon klappen“, sagt Begleiter Michael Brähler. „Dank QR-Code und digitaler Lieddateien können sich unsere Jugendlichen die Lieder auch zwischendurch immer mal anhören.“ Und womöglich können sich die Mitreisende im ICE nach Berlin noch über einen improvisierten Auftritt freuen.

Gruppenfoto mit Bundeskanzler Olaf Scholz

Eine besondere Botschaft für den Bundeskanzler haben die vier Teenager nicht im Gepäck. Ohnehin werden sie mit Olaf Scholz wohl nur einen kurzen Augenblick fürs Gruppenfoto zusammen auf der Bühne stehen. Doch wenn der Kanzler sie fragen würde, warum sie als Teenager auch nach fünf bis acht Jahren bei den Sternsingern immer noch Jahr für Jahr einen Teil ihrer Weihnachtsferien für die Aktion opfern, da hätten die vier Scholz einiges zu erzählen: „Weil es schön ist, anderen Menschen helfen zu können“, „weil das bei uns so eine tolle Gemeinschaft ist“ oder „weil manche Menschen so leuchtende Augen bekommen, wenn wir ihnen unsere Lieder vorsingen und den Segen an die Tür ihrer Wohnung schreiben“, sprudelt es aus den Jugendlichen heraus. Dafür machen sie dann auch beim Kanzler Überstunden. Und dass dafür der erste Tag nach den Weihnachtsferien für sie schulfrei ist, dagegen haben Antonio, Alexa, Kaja und Laura auch nichts einzuwenden.

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news-20437 Tue, 02 Jan 2024 09:00:00 +0100 Nikolaus-Groß-Weiterbildungskolleg trauert um ehemaligen Schulleiter Horst Graebe https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/nikolaus-gross-weiterbildungskolleg-trauert-um-ehemaligen-schulleiter-horst-graebe Horst Graebe hat das Bischöfliche Abendgymnasium – heute Nikolaus-Groß-Weiterbildungskolleg – in Essen ab 1959 mit aufgebaut und von 1968 bis 1994 geleitet. Nun ist er im Alter von 95 Jahren verstorben. Im Ruhestand galt sein Engagement vor allem dem Dialog der Religionen in Essen. Als 1959 in Essen das Bischöfliche Abendgymnasium gegründet wurde, war Mathematiklehrer Horst Graebe von Anfang an dabei. Später leitete der Pädagoge fast 26 Jahre lang die Einrichtung, die angesichts der aufziehenden Kohlekrise im Ruhrgebiet auch Berufstätigen den Weg zum Abitur und damit zum Studium ermöglichte. Nun ist Horst Graebe im Alter von 95 Jahren gestorben, wie die Schule am Silvestertag mitteilte. „Horst Graebe war nicht nur ein herausragender Pädagoge, sondern auch ein Vorbild an Integrität und Menschlichkeit, der stets aus einer christlichen Grundhaltung heraus agierte“, würdigt Jochen Suthe seinen Vor-Vorgänger in der Leitung des Abendgymnasiums, das heute Nikolaus-Groß-Weiterbildungskolleg heißt. Graebe habe „immer ein offenes Ohr für die Anliegen und Bedürfnisse der Studierenden sowie die der Lehrkräfte gehabt. Seine warmherzige und zugleich entschlossene Art hat ihn zu einer respektierten und geschätzten Persönlichkeit innerhalb der Schulgemeinschaft gemacht“, so Suthe.

Vor Abitur und Studium zunächst als Betriebselektriker tätig

Der 1928 in Gelsenkirchen geborene Graebe arbeitete nach dem Krieg zunächst als Betriebselektriker, bevor er 1949 das Abitur nachholte und anschließend Mathematik und Physik studierte. Seine Lehrerlaufbahn begann er 1956 zunächst in Hagen, bevor er 1958 an das Gelsenkirchener Grillo-Gymnasium wechselte. Als das im gleichen Jahr gegründete Bistum Essen in der Nachbarstadt ein Jahr später mit den Planungen für ein katholisches Abendgymnasium begann, beteiligte Gründungsrektor Heinrich Allekotte Graebe von Beginn an an den Vorbereitungen für den Bereich Mathematik/Naturwissenschaften. Nach dem Start des Abendgymnasiums am 1. Oktober 1959 war Graebe zunächst - wie alle Lehrkräfte dort – nebenamtlich tätig. 1962 wechselte er schließlich ganz nach Essen und leitete fortan den Fachbereich Mathematik/Physik, bevor er zum 1. Oktober 1968 zum Oberstudiendirektor und Schulleiter ernannt wurde – eine Aufgabe, die er bis zu seiner Pensionierung im Juni 1994 innehatte.

Umzug vom Essener Burgplatz an die Franziskanerstraße

In Graebes Dienstzeit fallen entscheidende Entwicklungen für das Abendgymnasium, so die Planung und der Umzug vom Essener Burgplatz in das neu errichtete Schulgebäude an der Franziskanerstraße im Jahr 1972, wo das später nach dem einzigen Seligen des Bistums benannte Nikolaus-Groß-Weiterbildungskolleg bis heute seinen Sitz hat. Ein Jahr später führte das Abendgymnasium den Semesterbetrieb ein, 1983 etablierte die Schule unter Graebes Leitung das Kurssystem. Und ab 1992 wurde der Abendunterrichtsbetrieb durch Vormittagskurse für Frauen mit Kindern im Kita- und Schulalter ergänzt – ein Angebot, das einige Jahre später als „besonders vorausschauend“ gewürdigt wurde.

Gerade durch seine überregionale Vernetzung brachte Graebe viele neue Impulse nach Essen und legte damit Grundsteine, von denen seine ehemalige Schule als innovative Bildungseinrichtung bis heute profitiert. So wurde Graebe bereits 1970 in den Ring der Abendgymnasien in der Bundesrepublik Deutschland gewählt, dessen Vorsitzender er von 1979 bis 1989 war. Zudem entsandten ihn die katholischen Bischöfe in NRW als Sachverständigen für den Zweiten Bildungsweg in die Landeskonferenz für Schule und Erziehung. Nicht zuletzt Graebes gute Niederländischkenntnisse führten zudem ab 1985 zur Partnerschaft des Bischöflichen Abendgymnasiums mit dem Abendgymnasium in Utrecht und zur Wahl Graebes als Verbindungsmann der deutschen Abendgymnasien zu denen in den Niederlanden und in Dänemark. Daneben blieb Graebe weiter seiner Leidenschaft für die Mathematik verbunden: Er verfasste Lehrbücher für den Mathematikunterricht in der Weiterbildung und wurde 1981 in die Richtlinienkommission des Kultusministeriums für den Zweiten Bildungsweg berufen.

Aktives Engagement im interreligiösen Dialog

Hatte Graebe schon als Leiter des Bischöflichen Abendgymnasiums einen ausgesprochen offenen Umgang mit Schülerinnen und Schülern unterschiedlichster religiöser Bekenntnisse und kultureller Herkunft gepflegt, so setzte er sich gerade im Ruhestand intensiv für das Miteinander der Religionen ein. Als einen „Pionier des interreligiösen Dialogs in unserer Stadt“ würdigt der Initiativkreis Religionen in Essen Graebe. Er habe früh erkannt, „dass zur Aufnahme von Menschen aus anderen Kulturkreisen auch eine respektvolle Annahme ihrer religiösen Traditionen gehört“. Graebe sei „in bewundernswerter Weise über sein 90. Lebensjahr hinaus als verlässlicher Initiator und Schlüsselperson im Essener Osten aktiv gewesen, vornehmlich in Kray“, so der Initiativkreis. „In seiner überzeugenden Art, den respektvollen Umgang mit anderen Religionen zu leben, werden wir ihn als Vorbild bleibend in Erinnerung behalten.“

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news-20435 Mon, 01 Jan 2024 17:30:00 +0100 Overbeck: Offenheit für neue Entwicklungen statt Verklärung des Vergangenen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/overbeck-offenheit-fuer-neue-entwicklungen-statt-verklaerung-des-vergangenen Zu Beginn des neuen Jahres ruft der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck Christinnen und Christen zu Veränderungsbereitschaft und zu einem neuen Verständnis von Kirche in der modernen Gesellschaft auf. Er wirbt dafür, die aktuelle Situation der Kirche nicht als anhaltende Krise, sondern als neue Realität zu sehen. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen der Kirchen wirbt der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck bei den Gläubigen für Veränderungsbereitschaft. „Es braucht den Mut, endlich damit aufzuhören, an einer verklärten Art von ,Volkskirche‘ festzuhalten, die es so nicht mehr gibt und auch nicht mehr geben wird“, betont der Ruhrbischof in seiner Botschaft zum neuen Jahr. Die vermeintliche „Kirchenkrise“ sei „eine Realität, die bleibt“. Dabei gebe es „gegen die ,Entkirchlichung’ der Gesellschaft kein Allheilmittel”, so Overbeck. Vielmehr gelte es „auszuhalten, dass eine zunehmende Mehrheit in unserem Land keiner Religionsgemeinschaft mehr angehören will“. Christinnen und Christen sollten dennoch „offen sein für wirklich Neues, ohne sich dabei jede beliebige Tendenz zu eigen machen zu müssen“, empfiehlt der Bischof.

„Unser Glaube an den lebendigen Gott verträgt keinen Stillstand."

„Unser Glaube an den lebendigen Gott verträgt keinen Stillstand. Jeder Versuch, im Namen einer angeblich unveränderlichen Tradition bedingungslos alle Veränderungen zu verhindern, ist zum Scheitern verurteilt“, so Overbeck. Tradition sei „kein fest geschnürtes Paket, das unveränderlich durch die Zeiten getragen wird“. Vielmehr gehöre zur Vielfalt des Katholischen, „den Glauben mit der jeweiligen Zeit und den Fragen der Menschen zu verbinden“.

Overbeck betont, dass die Geschichte der Kirche Mut mache, „heute keine Angst vor den schwierigen Auseinandersetzungen um die Zukunft zu haben“. Dazu bedürfe es aber von allen Seiten die Bereitschaft, „die je andere Position ernsthaft verstehen zu wollen“. Es mache ihm große Sorgen, „mit welcher Unbarmherzigkeit viele innerkirchliche Auseinandersetzungen zuweilen geführt werden“. Wenn im Mantel vermeintlicher Rechtgläubigkeit Christinnen und Christen mit anderen Ansichten das Katholisch-Sein abgesprochen werde „widerspricht dies auf fundamentaler Weise dem Evangelium“, betont Overbeck. „Stattdessen sollten wir für ein Christentum und ein Kirche-Sein eintreten, das Menschen in all ihrer Unterschiedlichkeit verbindet und für Ausgleich und Versöhnung sorgt.“ Das sei nicht nur für die Kirche wichtig, sondern stärke zugleich Demokratie, Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit in der Gesellschaft.

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news-20438 Mon, 01 Jan 2024 16:36:01 +0100 Essener Domsingknaben starten mit Papst Franziskus im Petersdom ins neue Jahr https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/essener-domsingknaben-starten-mit-papst-franziskus-im-petersdom-ins-neue-jahr Als „Ansing-Chor“ haben die Essener Domsingknaben in der Neujahrsmesse mit Papst Franziskus musikalisch den Ton angegeben. Höhepunkt des Pueri-Cantores-Festivals mit vielen Kinder- und Jugendchören aus verschiedenen Ländern. Millionen Fernsehzuschauer in aller Welt, dazu Tausende Gläubige im Gottesdienst und Papst Franziskus an ihrer Seite: Mit dem wohl größten Publikum in ihrer Geschichte sind die Essener Domsingknaben am Montag, 1. Januar, ins neue Jahr gestartet. Als „Chorus Primus“, als Ansing-Chor in der Neujahrsmesse im Petersdom haben die 76 Jungen und jungen Männer aus dem Ruhrgebiet musikalisch den Ton angegeben. Mehrfach waren die Sänger unter der Leitung von Harald Martini am Neujahrsmorgen während der Live-Übertragung der Messe aus der größten Kirche der Welt in Großaufnahme zu sehen als sie – zum Beispiel beim Kyrie oder beim Gloria – Melodien für den Gemeindegesang anstimmten oder im Wechsel mit der Gottesdienstgemeinde sangen. Wobei die „Gemeinde“ dieses Gottesdienstes auch aus einigen tausend jungen Chorsängerinnen und -sängern bestand: Die Neujahrsmesse war Höhepunkt des internationalen Chorfestivals des Pueri-Cantores-Verbands mit Kinder- und Jugendchören aus verschiedenen Ländern. Die Essener Domsingknaben sind bei den Festivals dieses Verbands regelmäßig zu Gast – und hatten jetzt erstmals die Ehre, als Ansing-Chor im Petersdom singen zu dürfen.

Audienz bei Papst Franziskus

Seit Donnerstag, 28. Dezember, sind die Domsingknaben in Rom unterwegs und haben beim Festival seitdem ein straffes Programm mit Proben, Auftritten und ein wenig Sightseeing absolviert. Papst Franziskus empfing die jungen Musikerinnen und Musiker am Samstag in der großen Audienzhalle des Vatikan. Dort konnte sich der Papst noch vor der Neujahrsmesse von der musikalischen Qualität und der Fröhlichkeit der jungen Leute überzeugen. Neben dieser Audienz bezeichneten die Domsingknaben vor allem den gemeinsamen Gottesdienst aller deutschen Chöre mit über 1000 Sängerinnen und Sängern am Freitag in der Lateranbasilika als Höhepunkt vor der Neujahrsmesse.

Offenes Weihnachtsliedersingen am Samstag und Sonntag im Essener Dom

Nach den eindrucksvollen Tagen in Rom geht es für die Essener Domsingknaben am Dienstag, 2. Januar, schon wieder zurück ins Ruhrgebiet. Da haben die Schüler dann noch ein paar Ferientage, bevor sie am Wochenende wieder im Essener Dom im Einsatz sind: Zusammen mit dem Mädchenchor am Essener Dom und dem Essener Domchor laden die Domsingknaben am Samstag und Sonntag jeweils um 16 Uhr zum beliebten „Offenen Singen“ alter und neuer Weihnachtslieder ein.

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news-20432 Sat, 30 Dec 2023 15:00:00 +0100 Das war 2023: der große Jahresrückblick https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/das-war-2023-der-grosse-jahresrueckblick Was war das für ein Jahr 2023, das morgen zu Ende geht!? Wir haben das vergangenen Jahr Revue passieren lassen und aus der Fülle der Meldungen eine kleine Auswahl für Sie zusammengestellt. Januar

Sternsingerinnen und Sternsinger engagieren sich für Kinderschutz in aller Welt  
Nach zwei Jahren mit starken Corona-Einschränkungen ziehen die Kinder und Jugendlichen nach dem Jahreswechsel wieder als Heilige Drei Könige durch die Gemeinden des Bistums Essen.
https://bistum.ruhr/sternsinger2023

Februar

Veröffentlichung der sozialenwissenschaftlichen Aufarbeitungsstudie zu sexualisierter Gewalt
Was begünstigt sexualisierte Gewalt im Bistum Essen – und wie kann man diese Gewalt am besten verhindern? Um dies zu beantworten, hat das Bistum Essen eine sozialwissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben. 
https://bistum.ruhr/ippstudie

Kirchen laden zur entspannten Pause auf der Reisemesse ein 
Noch bis Sonntag stehen die katholische und die evangelische Kirche auf der „Reise + Camping“-Messe in Essen mit einem Kaffeemobil und gemütlichen Picknickbänken und laden müde Messebesucher zu einer entspannten Pause ein. 
https://bistum.ruhr/reisecamping

März

Kirche auf Schalke: Die blau-weiße Seelsorgerin mit der schwarz-gelben Seele
Wenn am Samstag das Revierderby auf Schalke steigt, zeigen sich die zwei Fußball-Persönlichkeiten von Gemeindereferentin Christiane Rother: In blau-weißer Dienstkleidung lädt sie ab 12.04 Uhr Fußball-Fans auf dem Weg zum Stadion in die „Offene Kirche Schalke“ ein. Dazu trägt sie einen schwarz-gelben Schal – denn sie selbst ist Dortmund-Fan. 
https://bistum.ruhr/schalkebvb

April

Bistum Essen lässt die Ostergeschichte von künstlicher Intelligenz bebildern
Wie stellt sich eine künstliche Intelligenz die Leidensgeschichte Jesu vor? In den Social Media Kanälen des Ruhrbistums werden in den Kar- und Ostertagen Bilder von den letzten Tagen Jesu veröffentlicht, die eine künstliche Intelligenz erstellt hat.
https://bistum.ruhr/ostergeschichteki

Hunderte Messdienerinnen und Messdiener feiern Chrisammesse im Essener Dom
Weiße, rote, schwarze oder violette Gewänder prägten am Gründonnerstag das Bild im Essener Dom. Zur jährlichen Chrisammesse waren wieder hunderte Kinder und Jugendliche aus dem ganzen Ruhrbistum in den Essener Dom gekommen, um mit Bischof Overbeck die jährliche Weihe der heiligen Öle zu feiern. 
https://bistum.ruhr/chrisammesse2023

Kreuzweg auf die Halde Haniel 
Vor rund 800 Gläubigen beim Karfreitags-Kreuzweg auf der Bottroper Halde Haniel hat Bischof Franz-Josef Overbeck angesichts des Kriegs in der Ukraine für eine „widerständige Menschlichkeit” geworben, um sich Gewalt und Leid entgegenzusetzen. 
https://bistum.ruhr/haldenkreuzweg2023

„Kirche muss ein sicherer Ort für queere Menschen sein“ - Weihbischof Schepers wird 70
Ein Blatt nimmt Weihbischof Ludger Schepers schon lange nicht mehr vor den Mund, auch wenn seine Themen in der katholischen Kirche aufgrund ihres hohen Veränderungspotentials auf geteilte Meinungen stoßen. Seit Februar 2023 ist er im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) deutschlandweit auch offiziell für die LSBTIQ+-Pastoral zuständig.
https://bistum.ruhr/schepers70

Mai

Seelsorgende diskutieren die „überflüssige Kirche”
Beim Tag der Pastoralen Dienste nahmen am Dienstag rund 300 Seelsorgende des Bistums Essen die Auswirkungen des Missbrauchsskandals und Konsequenzen aus der im Februar vorgestellte Aufarbeitungsstudie in den Blick.  
https://bistum.ruhr/tagderpastoralendienste23 

##10##Die Seelsorge-Feuerwehr
Nach 24 Jahren als erster Beauftragter für die Seelsorge in Feuerwehr und Rettungsdienst im Bistum Essen geht Ulrich Slatosch in diesen Tagen in den Ruhestand. Nach maßgeblicher Aufbauarbeit in der Notfallseelsorge für Rettungskräfte, aber auch für die Bevölkerung bleibt der ausgebildete Feuerwehrmann und Diakon dem Thema auch als Ruheständler verbunden. 
https://bistum.ruhr/feuerwehrseelsorge 

##11##Pfadfinderlager Reloaded: Ehemalige sorgen für neue Impulse
Zeltlager des Bochumer Stammes St. Meinolphus mit aktiven und ehemaligen Stammesmitgliedern in Bergneustadt. Stockbrot-Backen, Feuer machen, Musikinstrumente bauen: Beim Pfingstlager des Pfadfinder-Stammes St. Meinolphus aus Bochum haben in diesem Jahr Ehemalige Stammesmitglieder mit für das Programm gesorgt.  
https://bistum.ruhr/pfingstlager

Juni

##12##Bischofs-Referentin Marie-Luise Langwald wechselt in den Ruhestand
Zuletzt war Marie-Luise Langwald persönliche Referentin des Weihbischofs Ludger Schepers und Referentin für Orden, Geistliche Gemeinschaften und missionarische Spiritualität. Nach 41 Jahren im Dienst des Bistums Essen ist die Diplom-Theologin Marie-Luise Langwald am 31. Mai 2023 in den Ruhestand gewechselt.
https://bistum.ruhr/marieluiselangwald 

##13##Erst Tod, dann Geburt: Was hilft Eltern eines Sternenkindes in der Zeit der Trauer?
Die Totgeburt der kleinen Ida hat das Leben ihrer Eltern auf den Kopf gestellt. Nun berichten sie, was ihnen in der Zeit der Trauer geholfen hat – und was nicht. Menschen trauern sehr unterschiedlich. Auch Paare, die den Verlust eines Kindes betrauern, bewegen sich auf einem schmalen Grat zwischen Freiraum und Nähe, zwischen Reden, Schweigen und Weinen, allein oder zu zweit
https://bistum.ruhr/sternenkindereltern 

##14##Archäologinnen fördern neue Puzzlestücke aus der Dom-Vorzeit zu Tage
Bevor der Kapitelsfriedhof im Kreuzgang des Essener Doms erweitert wird, haben zwei Archäologinnen den Boden untersucht. Ihre Funde bekräftigen die Einschätzung, dass auch im Altertum schon Menschen im Umfeld des heutigen Doms gewohnt haben. 
https://bistum.ruhr/230627kreuzgang 

Juli

##15##Junger Besuch aus dem Partnerbistum Hongkong
Auf dem Weg zum Weltjugendtag in Lissabon erleben 17 junge Menschen eine Woche im Ruhrbistum. Die Partnerdiözesen Essen und Hongkong pflegen besonders den Austausch zwischen ihren jungen Menschen. Seit dem Weltjugendtag 2005 in Köln gilt dem Kontakt zwischen Jugendlichen der beiden Partnerdiözesen Hongkong und Essen besondere Aufmerksamkeit.
https://bistum.ruhr/hongkongbesuch 

##16##Bischof Overbeck schreibt 4415 Kindern zur Einschulung
Mit der bunten Karte gibt es ein kleines Geschenk: Aus einem Samenpapier entsteht mit etwas Wasser und Geduld ein kunterbuntes Stück Blumenwiese. Bis zur Einschulung am Dienstag, 8. August, haben alle 4.415 katholischen Erstklässerlerinnen und Erstklässler im Ruhrbistum bereits Post von Bischof Franz-Josef Overbeck erhalten.
https://bistum.ruhr/einschulung2023 

August

##17##Weltjugendtag: Bem-vindos in Lissabon!
Nach den „Tagen der Begegnung“ im Norden Portugals sind die 57 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Ruhrgebiet und dem Märkischen Sauerland in Lissabon angekommen. Dort gibt‘s am Dienstagend den offiziellen Weltjugendtags-Start – und am Donnerstag das erste Treffen mit dem Papst. 
https://bistum.ruhr/lissabon23 

##18##Freiwilliges Internationales Jahr bringt sieben junge Erwachsene in die Welt 
Mit dem Seitenwechsel-Programm des Bistums Essen brechen die 18-Jährigen aus Essen, Mülheim und Wuppertal in zwölf spannende Monate in sozialen Einrichtungen in Afrika, Süd- und Mittelamerika auf. 
https://bistum.ruhr/seitenwechsler  

##19##„Tierisch gut!“: Essener Domschatz widmet biblischen Tieren Sonderausstellung
Viele Kunstwerke im Essener Domschatz und im Essener Dom zeigen Tiere, die in der christlichen Tradition eine wichtige Rolle spielen. Eine Sonderausstellung des Domschatzes rückt diese Tiere nun in den Fokus und erklärt ihre Bedeutung. 
https://bistum.ruhr/tierischgut

September

##20##Fröhlicher Flohmarkt-Trubel, Kultur und Gottesdienst beim Sommerfest am Dom
Bei bestem Sommerwetter schauten zahlreiche Menschen in der Essener Innenstadt an den Flohmarktständen der Kirchengruppen vorbei und lauschten der Musik der Bistum-„Laufband“ oder „Nero’s friends“.
https://bistum.ruhr/genialsozial23 

##21##Missbrauchsvorwürfe gegen verstorbenen Kardinal Franz Hengsbach
Gegen den Gründerbischof des Bistums Essen sind gravierende Missbrauchsvorwürfe bekannt geworden. Angesichts dieser Vorwürfe befürchtet Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck mögliche weitere Betroffene und ruft diese auf, sich bei den unabhängigen Ansprechpersonen des Bistums zu melden. 
https://bistum.ruhr/vorwurfhengsbach 

##22##Café Mary & Joe möchte am Oberhausener Centro „kirche.köstlich.anders“ sein
Nach über dreijähriger Schließzeit startet das Ökumenische Kirchenzentrum am Oberhausener Einkaufszentrum Centro nun neu als Café Mary & Joe. Neben einem ökumenischen Seelsorge-Team ist das katholische Jugendwerk „die kurbel“ vor Ort ein entscheidender Partner. 
https://bistum.ruhr/230925maryjoe

Oktober

##23##Dom und Marktkirche laden beim Lightfestival in begehbare Lichttunnel ein
Mit „LICHT & SEGEN“ präsentieren die beiden ältesten Kirchen der Stadt beim Essen Lightfestival zusammen mit der Künstlergruppe SilentMOD aus Münster eine spektakuläre Licht-, Duft- und Klanginstallation, die beide Gotteshäuser miteinander verbindet. 
https://bistum.ruhr/231010lichtundsegen 

##24##Neuer Pilgerweg in Gelsenkirchen verbindet Gott und Fußball
Die neue „Extratour 04“ ergänzt das rund 250 Kilometer lange Netz der Pilgerwege im Bistum Essen. Entstanden als Schulprojekt in einem Religionskurs können Pilgernde nun dem Fußball-Mythos Schalke nachspüren – und zeitgleich Momente des Innehaltens finden. 
https://bistum.ruhr/231012pilgern04 

November

##25##Oblatenmissionare verlassen das „Klösterchen“ in Gelsenkirchen
Weihbischof Ludger Schepers feiert am Sonntag, 26. November, um 11 Uhr den letzten Gottesdienst im Gelsenkirchener „Klösterchen“. Danach verlassen die letzten sieben Patres – Durchschnittsalter knapp 82 Jahre – das Kloster nach 103 Jahren Geschichte der Oblatenmissionare in der Stadt. 
https://bistum.ruhr/oblaten2023  

##26##Solidaritäts-Kundgebung vor Essener Synagoge 
Rund 4500 Menschen haben am Sonntagabend in der Essener Innenstadt an einer Kundgebung vor der Alten Synagoge gegen Antisemitismus und für Frieden und Solidarität teilgenommen. In einem breiten gesellschaftlichen Bündnis haben die katholische und die evangelische Kirche diese ruhige und nachdenkliche Demonstration mitgestaltet. 
https://bistum.ruhr/niewieder 

Dezember

##27##Oberhausener Pfarrei St. Clemens sammelt Kollekte jetzt auch über PayPal ein
In den Kirchen der Pfarrei im Oberhausener kann für die Kollekte in der Messe oder fürs Kerzengeld nun auch via PayPal gespendet werden. Bargeld und Banküberweisungen nimmt die Pfarrei aber auch weiterhin an. 
https://bistum.ruhr/paypalkollekte 

##28##Essener Domsingknaben treten in der Neujahrsmesse mit Papst Franziskus auf
Im Rahmen des Pueri-Cantores-Festivals reisen die Domsingknaben in den Weihnachtsferien nach Rom. In der Neujahrsmesse im Petersdom haben sie eine besondere Rolle. 
https://bistum.ruhr/singenbeimpapst 

 

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news-20434 Thu, 28 Dec 2023 16:46:59 +0100 Sternsingerinnen und Sternsinger: Segen bringen, Spenden sammeln, Klima schützen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/sternsingerinnen-und-sternsinger-segen-bringen-spenden-sammeln-klima-schuetzen Ab dem Jahreswechsel ziehen Kinder und Jugendliche wieder als Sternsingerinnen und Sternsinger durch die Straßen. In der Tradition der Heiligen drei Könige bringen sie den Segen für das neue Jahr in Wohnungen und Häuser, sammeln für Kinder in Not und engagieren sich für Umwelt- und Klimaschutz weltweit. Sie bringen Segen und sammeln Spenden für Kinder in Not: Nach dem Jahreswechsel sind in den Städten und Kreisen des Bistums Essen wieder viele Kinder und Jugendliche als Sternsingerinnen und Sternsinger unterwegs. In der Tradition der Heiligen drei Könige auf ihrem Weg zum neugeborenen Jesuskind in Bethlehem, ziehen sie durch die Straßen ihrer Gemeinden und bringen mit ihren Liedern den Segen für das neue Jahr in die Wohnungen und Häuser.

Motto für 2024: „Gemeinsam für unsere Erde ­ in Amazonien und weltweit“

Inhaltlich dreht sich die 66. Aktion Dreikönigssingen unter dem Motto „Gemeinsam für unsere Erde ­ in Amazonien und weltweit“ um den Kampf gegen Umweltzerstörung in Klimawandel, insbesondere in der Regenwald-Zone Südamerikas. „Vor allem Kinder und Jugendliche treffen die Folgen der Regenwald-Zerstörung hart“, betont das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und unterstützt deshalb mit den von den Sternsingerinnen und Sternsingern in Deutschland gesammelten Spenden Organisationen wie die kolumbianische „Fundación Caminos de Identidad“ (FUCAI, deutsch: Stiftung Wege der Identität), die seit rund 20 Jahren mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, um die Natur zu schützen und zugleich die Traditionen des indigenen Volks der Tikuna zu erhalten oder wiederzubeleben, um so die Zukunft der jungen Menschen zu schützen.

Fast 1,2 Millionen Euro Spenden

Für diese Arbeit und viele andere Kinder-Hilfsprojekte weltweite haben die Sternsingerinnen und Sternsinger im Bistum Essen im vergangenen Januar Spenden in Höhe von fast 1,2 Millionen Euro zum bundesweiten Gesamtergebnis von rund 45,5, Millionen Euro beigetragen. Seit Jahren zählt die Aktion Dreikönigssingen nicht nur zum anerkannten deutschen Kulturerbe, sondern gilt auch als weltgrößte Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder engagieren.

Eröffnet wird die 66. Aktion Dreikönigssingen am Freitag, 29. Dezember, in Kempten (Allgäu) im Bistum Augsburg. Gut 600 Sternsingerinnen und Sternsinger samt 120 Begleitenden werden dort erwartet. Gemeinsam begrüßt werden sie vom Augsburger Bischof Bertram Meier, dem Präsidenten des Sternsingerwerks Pfarrer Dirk Bingener und dem Essener Domvikar Stefan Ottersbach, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Der BDKJ ist gemeinsam mit dem Sternsingerwerk Träger der Aktion Dreikönigssingen. Der Eröffnungs-Gottesdienst wird als Online-Livestream auf der Seite www.bistum-augsburg.de übertragen.

Sternsingerinnen und Sternsinger ziehen von Haus zu Haus oder stehen an festen Orten

Nach dem Jahreswechsel werden die Sternsingerinnen und Sternsinger in den 40 Pfarreien des Ruhrbistum dann ganz unterschiedlich unterwegs sein: So ziehen Sternsingergruppen von Haus zu Haus oder besuchen Menschen, die sich zuvor angemeldet haben. Vielerorts stehen Sternsingergruppen auch zu festen Zeiten zum Beispiel vor Supermärkten oder Einkaufszentren, singen, sammeln und verteilen dort den Haussegen „20+C+M+B*24“ als Aufkleber für die Haustür. Die Abkürzung steht für den lateinischen Satz „Christus mansionem benedicat“ – Christus segne dieses Haus. Die Detailplanungen vor Ort veröffentlichen viele Pfarreien in diesen Tagen auf ihren Internetseiten und in den Schaukästen an Kirchen und Gemeindeheimen. Auch die Gottesdienste am Dreikönigstag (Samstag, 6. Januar) und dem anschließenden Sonntag werden in vielen Gemeinden von Sternsingergruppen mitgestaltet.

Traditionell besuchen die Sternsingerinnen und Sternsinger zudem die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister vieler Bistums-Städte sowie die Landesregierung in Düsseldorf. Außerdem wird eine Gruppe das Bistum Essen beim Sternsingerempfang des Bundeskanzlers in Berlin vertreten.

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