Bistum-Essen RSS Feed - https://www.bistum-essen.de de-de Bistum Essen Wed, 28 Oct 2020 00:04:36 +0100 Wed, 28 Oct 2020 00:04:36 +0100 TYPO3 news-19082 Tue, 27 Oct 2020 16:14:54 +0100 „Altfrid Fighter“ spenden für Pfadfinder-Haus in Rummenohl und K4 in Gladbeck https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/altfrid-fighter-spenden-fuer-pfadfinder-haus-in-rummenohl-und-k4-in-gladbeck Trotz ausgefallenem „Rad am Ring“-Rennen hat die Radfahrer-Mannschaft aus dem Ruhrbistum in diesem Jahr mehr als 24.500 Euro für den guten Zweck eingefahren. Eigentlich ist „Rad am Ring“ ihr jährliches Top-Ereignis. Coronabedingt musste das 24-Stunden-Radrennen über den Nürburgring in diesem Jahr zwar abgesagt werden – doch deshalb nichts Gutes zu tun, kam für die „Altfrid Fighter“ aus dem Bistum Essen nicht in Frage. Insgesamt mehr als 24.500 Euro haben die Charity-Radfahrer in diesem Jahr zu Gunsten kirchlicher Jugendprojekte im Ruhrbistum „erradelt“ – jetzt wurden die Spenden den Empfängern übergeben.

Mit exakt 22.566,22 Euro unterstützen die „Altfrid-Fighter“ die Jugendbildungsstätte in Hagen-Rummenohl der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG). Nicht ganz unschuldig an diesem Erfolg war DPSG-Diözesankurat Maximilian Strozyk. Der Priester war im Vorjahr als Kaplan in Bochum-Wattenscheid auf den Geschmack des Rennradfahrens gekommen, als die „Altfrid Fighter“ zugunsten des Wattenscheider Jugendprojekts „ideenreich“ bei „Rad am Ring“ gefahren sind – und Strozyk gleich mitgenommen haben zum Radrennen auf dem Formel-1-Kurs in der Eifel. Als „Rad am Ring“ in diesem Jahr gestrichen wurde, organisierte Strozyk zusammen mit anderen „Altfrid Fightern“ zum einen eine Radtour durchs Ruhrbistum nach Rummenohl und zum anderen ein „virtuelles Rad am Ring“: Statt über den Asphalt in der Eifel fuhren die Fahrer 24 Stunden lang auf Rollentrainern um die Wette.

Fahrer lassen sich sponsern

Das war nicht nur ähnlich schweißtreibend wie beim Original-Radrennen, sondern auch ertragreich: Denn weil sich jeder „Altfrid Fighter“ für die 24 Stunden von Rummenohl und die Kilometer bis dorthin von Freunden, Verwandten und Kollegen genauso hat sponsern lassen wie sonst für die Runden auf dem Nürburgring, kam nun die beeindruckende Summe zugunsten der Pfadfinderarbeit in der Jugendbildungstätte zusammen.

Darüber hinaus unterstützen die „Altfrid Fighter“ mit 2000 Euro das Zentrum „K4“ in Gladbeck. Das von den Amigonianern betreute Begegnungszentrum in Gladbeck-Mitte profitiert davon, dass viele „Altfrid Fighter“ ihre bereits gezahlten Startgebühren für „Rad am Ring“ nach der Absage des Rennens nicht zurückgefordert, sondern gespendet haben.

Für das kommende Jahr planen die „Altfrid Fighter“ wieder fest mit „Rad am Ring“. Vom 23. bis 25. Juli wollen sie ihre Runden über den Nürburgring drehen – und dann Geld zugunsten zweier Gruppen der Kolpingjugend und eines Pfadfinderstamms in Gevelsberg, Schwelm und Ennepetal einfahren.

Seit 2009 haben mehr als 500 Fahrerinnen und Fahrer bei den „Altfrid-Fightern“ mitgemacht. Insgesamt kamen so bislang mehr als 150.000 Euro an Spendengeldern zusammen.

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news-19081 Tue, 27 Oct 2020 10:43:17 +0100 Allerheiligen und Allerseelen im Essener Dom https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/allerheiligen-und-allerseelen-im-essener-dom-1 Gottesdienst am Sonntag, 1. November, um 10 Uhr mit Weihbischof Wilhelm Zimmermann. Am Montag segnet Dompropst Thomas Zander am Abend nach dem Requiem die Gräber auf dem Kapitelsfriedhof. Das Hochfest Allerheiligen am Sonntag, 1. November, wird im Essener Dom um 10 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienst unter der Leitung von Weihbischof Wilhelm Zimmermann begangen. Musikalisch gestaltet die Choralschola der Domsingknaben die Liturgie.

Das Totengedenken am Allerseelentag, Montag, 2. November, um 19 Uhr leitet Dompropst Thomas Zander. Im Anschluss segnet er die Priestergräber auf dem Kapitelsfriedhof im Kreuzgang des Doms. Die Feier wird vom Mädchenchor am Essener Dom begleitet.

Im Dom dürfen sich derzeit nur 65 Gottesdienstbesucher aufhalten. Der Zugang ist durch die Tür im Kreuzgang möglich, das Tragen einer Gesichtsmaske ist Pflicht.

Stichwort: Allerheiligen und Allerseelen

Während die Katholische Kirche an Allerheiligen nicht nur der vom Papst heiliggesprochenen Frauen und Männer gedenkt, sondern auch der vielen Menschen, die unspektakulär und still ihren Glauben gelebt und ihr Christentum konsequent verwirklicht haben, gedenkt die Kirche an Allerseelen in einem zweiten Sammelfest aller Verstorbenen. Das im Jahr 998 von Abt Odilo von Cluny in allen ihm unterstellten Klöstern an diesem Tag eingesetzte Gedächtnis wurde bald in der ganzen abendländischen Kirche übernommen und ist tief im Volksglauben verankert. Bereits am Allerheiligen-Tag werden die Gräber der Verstorbenen mit Blumen, grünen Zweigen und Lichtern geschmückt. Die Lichter symbolisieren die Seelen der Verstorbenen, das Grün gilt als Zeichen der Hoffnung.

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news-19079 Mon, 26 Oct 2020 15:30:03 +0100 Orthodoxe Gemeinde übernimmt Essener Pax-Christi-Kirche https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/orthodoxe-gemeinde-uebernimmt-essener-pax-christi-kirche Feierliche Vesper mit Weihbischof Wilhelm Zimmermann, dem rum-orthodoxen Metropoliten Isaak Barakat. Gemeindemitglieder stammen vor allem aus Syrien. Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen: „Wer ein Haus baut, will bleiben.“ Mit einer feierlichen Vesper hat die rum-orthodoxe Gemeinde St. Josef von Damaskus am Sonntag, 25. Oktober, ihren Umzug in die Essener Pax-Christi-Kirche gefeiert. Neben dem orthodoxen Pfarrer Elias Esber und Andreas Geßmann, der als Pfarrer von St. Laurentius auch die Pax-Christi-Gemeinde betreut, waren der orthodoxe Metropolit Isaak Barakat und Weihbischof Wilhelm Zimmermann zu dem Gottesdienst im Stadtteil Bergerhausen gekommen.

Die St.-Laurentius-Pfarrei hatte das wegen seiner Architektur und seiner einzigartigen Gedenkstätte für Gewaltopfer in der Unterkirche auch überregional bekannte Gotteshaus als Gemeindekirche aufgegeben. Nun wird die Oberkirche von der bislang in Essen-Rüttenscheid beheimateten orthodoxen Gemeinde genutzt. Zugleich nutzen die katholischen Christen die Unterkirche als Gottesdienst- und Gedenkstätte. Pfarrer Geßmann zeigte sich am Sonntag dankbar darüber, dass die Kirche weiter als solches genutzt „und nicht zu einem Museum wird“. Er freue sich auf „ein gutes geschwisterliches Miteinander“ mit der orthodoxen Gemeinde und viele weitere Zeichen für die Ökumene.

Gemeinde ist durch viele Geflüchtete gewachsen

Die rum-orthodoxe Kirche gilt als eine der ältesten christlichen Kirchen und führt ihre Gründung auf die Apostel Petrus und Paulus zurück. Sie war vor allem in Syrien beheimatet, wo sie vor dem Bürgerkrieg mit rund 1,6 Millionen Gläubigen die größte christliche Konfession war. In Deutschland wurde die erste rum-orthodoxe Gemeinde schon Ende der 1970er Jahre gegründet. Vor allem durch viele Geflüchtete ist die Zahl der bislang von der Gemeinde in Köln aus seelsorglich betreuten rum-orthodoxen Christinnen und Christen im Ruhrgebiet seit 2015 deutlich angewachsen. Seitdem konnte die Gemeinde mehrfach im Monat die Kirche St. Ludgerus in Essen-Rüttenscheid nutzen – bevor sie nun ihre eigene Kirche beziehen konnte.

Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) erinnerte in seinem Grußwort an mehrere Treffen mit Pfarrer Esber seit der Flüchtlingswelle des Jahres 2015. „Es ging dabei um die Belange der Menschen, die aus Syrien gekommen sind, es ging um ganz konkrete Hilfe, aber es ging immer auch um Orientierung, um einen Ort“, sagte Kufen. Da sei es „ein wunderbares Zeichen, dass die rum-orthodoxen Gläubigen jetzt einen eigenen Ort gefunden haben – und Sie diesen Ort teilen mit dem Stadtteil und mit der Gemeinde Pax Christi.“ Mit Blick auf die Migrationsgeschichten vieler Gemeindemitglieder betonte Kufen: „Wer ein Haus baut, will bleiben.“ Eine Einschätzung, die Pfarrer Esber teilt: Für viele Gemeindemitglieder sei Syrien ihr Vaterland, aber Deutschland zur Heimat geworden. Zugleich sei die rum-orthodoxe Gemeinde offen für alle, „unabhängig von ihrer Herkunft“.

Christen bezeugen lebendige Ökumene

Metropolit Barakat hob hervor, wie lebendig die Ökumene durch die gemeinsame Nutzung der Pax-Christi-Kirche bezeugt werde: Erst hätten die Katholiken in Rüttenscheid die orthodoxen Brüder und Schwestern aufgenommen – und nun belebe die orthodoxe Gemeinde ein katholisches Gotteshaus.

Als Willkommensgeschenk überreichte Weihbischof Zimmermann Pfarrer Esber eine Ikone der beiden Essener Stadt- und Dom-Patrone Kosmas und Damian. In den ersten christlichen Jahrhunderten hätten die beiden Zwillinge im heutigen Syrien „als Ärzte den Menschen ohne Bezahlung geholfen und so Zeugnis von der Liebe Gottes gegeben“, so Zimmermann. Weil die eigentliche Ikone wegen der aufwändigen Handarbeit nicht rechtzeitig fertig wurde, gab es für die Gemeinde am Sonntag zunächst nur eine kleine Abbildung, bevor das Original dann „bis spätestens Weihnachten“ seinen Weg in die Essener Kirche findet, versprach Zimmermann.

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news-19078 Mon, 26 Oct 2020 11:51:08 +0100 Weihbischof Zimmermann firmt 15 Erwachsene im Essener Dom https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/weihbischof-zimmermann-firmt-15-erwachsene-im-essener-dom Vorbereitung lief online, bei persönlichen Treffen und mit einem geistlichen „Lunchpaket“. Begleitet von Freunden und Angehörigen haben 15 Männer und Frauen am Sonntag im Essener Dom von Weihbischof Wilhelm Zimmermann das Sakrament der Firmung empfangen. Unter dem Motto „Weil es für mich dran ist!“ hatten sich die jungen Leute aus Duisburg, Mülheim, Bottrop, Essen, Gelsenkirchen und Bochum in den vergangenen Monaten intensiv auf dieses Ereignis vorbereitet.

Angesichts der Corona-Pandemie gab es in diesem Jahr keine Gruppentreffen auf dem Weg zur Erwachsenenfirmung, sondern Video-Konferenzen und persönlichen Begegnungen mit Seelsorgerin Stefanie Gruner und Nicolaus Klimek, Referent für Glaubenskommunikation, die den Kurs geleitet haben. Die beiden Bistumsmitarbeiter hatten den Teilnehmern für die Zeit der Vorbereitung unter anderen hatten ein geistliches „Lunchpaket“ geschnürt mit Impulsen und Anregungen zum Thema Gott und Heiliger Geist, Beten, Segen sowie mit konkreten Tipps zu Kirchen mit besonderen Gottesdienstangeboten und anderen Treffpunkten junger Christen im Ruhrbistum.

Während die meisten Katholiken in den Pfarreien des Bistums Essen rund um das 16. Lebensjahr gefirmt werden gibt es in jedem Jahr auch Anmeldungen für das Bistumsangebot der Erwachsenenfirmung. „Die meisten möchten sich gerade jetzt firmen lassen, weil Ihnen etwas fehlt“, hat Nicolaus Klimek in den Gesprächen mit den Teilnehmern erfahren. Viele hätten „das Gefühl und den Wunsch, durch diese Firmung ein Stück näher in eine tiefere oder neue Beziehung mit Gott und vor allem auch mit anderen Menschen zu kommen“.

Wer sich für den Vorbereitungskurs auf die Erwachsenenfirmung im kommenden Jahr interessiert, erhält weitere Informationen bei Nicolaus Klimek und Stefanie Gruner.

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news-19076 Thu, 22 Oct 2020 11:46:20 +0200 Bochumer Kirchenrechts-Professor Heinrich J. F. Reinhardt gestorben https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bochumer-kirchenrechts-professor-heinrich-j-f-reinhardt-gestorben „Das Herz eines Dorfpastors und den Kopf eines Generalvikars“ zeichneten den Kirchenjuristen Reinhardt aus. Der emeritierte Kirchenrechtsprofessor Heinrich J. F. Reinhardt ist am Mittwoch im Alter von 78 Jahren in Münster gestorben. Reinhardt prägte das Kirchenrecht als theologisches Fachgebiet und die Arbeit der Katholisch-Theologischen Fakultät an der Ruhr-Universität Bochum viele Jahre lang. Auch für das Ruhrbistum Essen war er Jahrzehnte lang tätig.

Bischof Franz-Josef Overbeck würdigte Reinhardts theologisches und kirchenrechtliches Lebenswerk: „Solide wissenschaftliche Reflexion und eine unerlässliche Bodenhaftung des Kirchenrechts gehörten gleichermaßen zu seinem Denken und Handeln – sei es an der katholisch-theologischen Fakultät unserer Ruhruniversität Bochum oder im Bistum Essen und in anderen Diözesen.“ Reinhardts Forschungsschwerpunkt des kirchlichen Eherechts habe schon früh auf jene ökumenischen Probleme hingewiesen, „die uns als Kirche heute in einer sich schnell verändernden, globalisierten Lebenswirklichkeit deutlich herausfordern“, so Overbeck.  

 „Das Herz eines Dorfpastors und den Kopf eines Generalvikars“ bescheinigt Hans Herbert Hoelsbeck dem Verstorbenen. Hoelsbeck – zunächst Student bei Reinhardt und später sein Nachfolger als Leiter der Abteilung Kirchenrecht im Generalvikariat des Bistums Essen – hat Reinhardt als feinfühligen, kirchenrechtlich hoch gebildeten Hochschullehrer kennengelernt, der jeden Studenten mit seinen persönlichen Lebensverhältnissen und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten kannte und förderte. Bis in die letzten Jahre gab es einen Schülerkreis, mit dem Reinhardt sich regelmäßig traf. Die Förderung von Frauen in kirchlichen Berufen war ihm schon sehr früh und dauerhaft ein Anliegen. Aus dem Bistum Essen sind zahlreiche Männer und Frauen von ihm ausgebildet und geprägt worden. „Viele haben Grund zur Dankbarkeit“, sagt Hoelsbeck. Reinhardt, der nach langjähriger Ehe seine Frau verlor, hinterlässt eine Tochter.

1992 übernahm Heinrich J. F. Reinhardt den Bochumer Lehrstuhl für Kirchenrecht, an dem er in den 1960er und 1970er Jahren bereits als wissenschaftliche Hilfskraft und Assistent tätig gewesen war. Von 1999 bis 2002 stand er der Fakultät zudem als Dekan vor. Zuvor war der Kirchenjurist seit 1976 Verwaltungskanonist im Essener Generalvikariat, bevor er 1984 zunächst ins Generalvikariat nach Münster und dann als Professor an die dortige Philosophisch-Theologische Hochschule der Franziskaner und Kapuziner wechselte. Auch nach seiner Berufung an die Ruhr-Universität engagierte sich Reinhardt in vielfältiger Weise im Bistum Essen, unter anderem als Dozent in der Priesterbildung und als Diözesanexaminator des Bistums.

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news-19075 Thu, 22 Oct 2020 11:29:16 +0200 Neuer „Raum der Stille“ im LVR-Klinikum Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/neuer-raum-der-stille-im-lvr-klinikum-essen Drei Fragen an die katholische Psychiatrie-Seelsorgerin Schwester Hildegard Jansen Im LVR- Klinikum für Psychiatrie und Psychotherapie in Essen ist soeben ein kleiner „Raum der Stille“ neu eingerichtet worden. Er liegt im Erdgeschoss des Haupthauses an der Virchowstraße 174. Den beiden Seelsorgerinnen der Klinik – der katholischen Schwester Hildegard Jansen und der evangelischen Pfarrerin Iris Müller-Friege – war es wichtig, den Raum multireligiös „einladend, aber nicht vereinnahmend“ einzurichten, damit jeder Besucher einen Blickfang finden kann, der für ihn im Moment am besten passt.

Deshalb finden sich im „Raum der Stille“ neben zwei christlichen Ikonen auch eine Klangschale und ein Mandala-Schaubild aus dem fernöstlichen Raum, ein Mosaik zum hebräischen Schöpfergeist „Ruach“ und eine Schrifttafel ohne religiösen Bezug sowie ein muslimischer Gebetsteppich und die „99 schönsten Namen Allahs“.

Drei Fragen an die katholische Psychiatrie-Seelsorgerin Schwester Hildegard Jansen:

Welche seelsorgerlichen Angebote gibt es für die Patienten im LVR-Klinikum?

Unsere Aufgabe als Seelsorgerinnen in der Psychiatrischen Klinik sehe ich darin, das Wohl des ganzen Menschen im Blick zu behalten und Ansprechpartnerin zu sein für seine spirituell-religiöse Dimension: Was hält mein Leben im Innern zusammen? Auf der psychotherapeutischen Station besteht das Angebot eines Gruppengesprächs. Für den Besuchsdienst bei älteren Patienten in der gerontopsychiatrischen Abteilung haben wir zusätzlich Ehrenamtliche ausgebildet und begleiten sie. Neben situativen Gebeten, Ritualen, Wortgottesdienst- und Kommunionfeiern im persönlichen, kleinen Rahmen können unsere Patientinnen und Patienten Gottesdienste in der Kapelle der benachbarten Universitätsklinik besuchen.

Welche Rolle spielt Religion in der Psychiatrie?

Menschen in der Psychiatrie müssen oft mit massiven Brüchen in ihrem Leben umgehen. Die Frage nach Gott und dem Leid und nach dem, was im Leben trägt, stellt sich da selbstverständlich. Es ist schön zu erleben, dass für religiöse Menschen die Spiritualität, der Gottesglaube eine bedeutende Ressource sein kann, die hilft, einen heilsamen Weg für sich zu suchen. Auch deshalb ist es gut, in der Klinik jetzt diesen spirituellen Raum für den persönlichen Rückzug anbieten zu können, der außerdem eine zusätzliche Möglichkeit bietet, mit uns Seelsorgerinnen in Kontakt zu treten. 

Psyche und Seele sind eng beieinander. Was gibt die Seelsorge, was die Therapie nicht leisten kann?

Ganzheitliche Seelsorge ergänzt die Therapie als Begegnungsangebot. Wenn Menschen aufgrund ihrer psychischen Erkrankungen vielleicht ihre Arbeit verlieren, isoliert sind, die Beziehung zu Angehörigen leidet oder sie das Gefühl haben, sich nicht mehr auf sich selbst verlassen zu können, belastet und verunsichert das natürlich die Betroffenen. Die Seelsorge begleitet in dieser Situation und ermöglicht auch das Gespräch über Glaubensfragen. Natürlich gehört aber auch zum Seelsorgeverständnis, kleine Oasen der Erholung zu schaffen, Zeit zu teilen, ins Café zu gehen, sich gemeinsam an Erfolgen und schönen Erfahrungen zu freuen. In allem ist es uns wichtig, den Gesprächspartner erleben zu lassen, dass er einen Wert als bedingungslos geliebter Mensch vor Gott hat, gleich, wie er sich gerade in seiner Erkrankung zeigt.

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news-19074 Wed, 21 Oct 2020 14:05:26 +0200 Bistum Essen veröffentlicht neue Corona-Regelungen für Pfarreien https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bistum-essen-veroeffentlicht-neue-corona-regelungen-fuer-pfarreien Eine durchgehende Maskenpflicht in Gottesdiensten sowie in Gebäuden und auf Friedhöfen von Pfarreien im Bistum Essen gilt ab sofort, wenn der Inzidenzwert der entsprechenden Städte oder Kreise über 35 steigt. Aufgrund der steigenden sogenannten 7-Tages-Inzidenzwerte in allen Kommunen des Ruhrbistums hat das Bistum Essen neue Regelungen zum Umgang mit dem Coronavirus in Kraft gesetzt.

Maskenpflicht bei Gottesdiensten auch am Sitzplatz

Ab einem Inzidenzwert von 35 gilt ab sofort eine Maskenpflicht in Gottesdiensten und in Gebäuden der Pfarreien und Gemeinden im Bistum Essen. Bei Gottesdiensten müssen Masken auch am Sitzplatz getragen werden. Steigt der Inzidenzwert auf über 50, ist Gesang trotz Maske nur noch reduziert möglich. Auch bei Beerdigungen müssen Teilnehmer auf dem Friedhofsgelände und in der Trauerhalle eine Maske tragen. Steigt der Inzidenzwert auf über 50, dürfen nur maximal 25 Menschen an der Beerdigung teilnehmen.

Maximal 20 Teilnehmer in der Jugendarbeit

Auch bei Gruppenstunden der Jugendarbeit müssen Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den Pfarreigebäuden eine Maske tragen. Teilnehmen dürfen maximal 20 Personen, unabhängig vom Inzidenzwert.

„Diese Entwicklung kommt nicht völlig überraschend“, so das Bistum. Sie müsse noch einmal alle an die nötige besondere Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme erinnern, sei aber kein Grund, den Auftrag an den Menschen im Bistum Essen zu vernachlässigen. „Gerade jetzt ist Kirche und sind die Pfarreien als Orte des Glaubens und der Begegnung besonders wichtig.“

Über die neuen Regelungen werden alle Pfarreien im Bistum Essen informiert.

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news-19073 Mon, 19 Oct 2020 16:37:18 +0200 Mit Sprühkreide ein Zeichen für Frieden und Solidarität gesetzt https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/mit-spruehkreide-ein-zeichen-fuer-frieden-und-solidaritaet-gesetzt Am kommenden Sonntag – dem Weltmissionssonntag – blickt die Kirche in Deutschland auf die Weltkirche. In diesem Jahr steht besonders die Region Westafrika im Fokus. Als Zeichen für Solidarität und Frieden fand am 18. Oktober bundesweit die Aktion #zusammenhalten statt. So auch auf der Kettwiger Straße vor dem Essener Dom, wo farbenfrohe Friedensbilder entstanden. Am kommenden Sonntag – dem Weltmissionssonntag – blickt die Kirche in Deutschland auf die Weltkirche. In diesem Jahr steht besonders die Region Westafrika im Fokus. Als Zeichen für Solidarität und Frieden fand am 18. Oktober bundesweit die Aktion #zusammenhalten statt. So auch auf der Kettwiger Straße vor dem Essener Dom, wo farbenfrohe Friedensbilder entstanden.

„Was wünschen Sie sich für den Frieden“?

Mit Fragen rund um das Thema „Frieden“ wurden am vergangenen Sonntag die Passantinnen und Passanten vor dem Essener Dom zur Teilnahme an der Mitmachaktion #zusammenhalten animiert. Im Rahmen des Monats der Weltmission 2020 entstanden dabei farbenfrohe Bilder von Friedenszweigen mit Friedensbotschaften. Auf der Kettwiger Straße fand dazu eine „Street Art“- Aktion des Bistum Essen und des katholischen Hilfswerks missio statt. Mit bunter Straßenkreide und Friedenszweig-Schablonen wurden dabei Wünsche wie „Gleichberechtigung“, „Akzeptanz“ und „Glaube“ auf dem Asphalt gesprüht. Diese Botschaften belegten eindrucksvoll die Solidarität mit der Kirche In Westafrika, die derzeit besonders hart mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen hat. 

Im Bistum Essen wurde die Aktion gemeinsam von missio Essen und der Citypastoral am Essener Dom unter Leitung von Domvikar Bernd Wolharn und missio-Referent Meinrad Rupieper durchgeführt. Musikalische Unterstützung bekam die Aktion zudem durch die „Laufbänd“ des Bistums Essen.

Im Rahmen der Aktion #zusammenhalten wurde am letzten Sonntag, 18. Oktober, bundesweit auf den Sonntag der Weltmission und das Engagement der Kirche für Frieden und den Interreligiösen Dialog aufmerksam gemacht. Die katholischen Hilfswerke missio Aachen und missio München hatten gemeinsam dazu aufgerufen, mit Sprayaktionen und Postkarten unter dem Hashtag #zusammenhalten an vielen Orten in Deutschland Zeichen für Solidarität und Frieden zu setzen. In diesem Jahr richtet sich der Blick dabei besonders auf die Region Westafrika, wo die katholische Kirche vor der Herausforderung steht eine Krise meistern zu müssen, deren soziale und wirtschaftliche Verwerfungen besonders die Ärmsten treffen. Diese Krise soll durch die Kollekte am 25. Oktober gelindert werden.

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news-19072 Mon, 19 Oct 2020 13:06:00 +0200 Bundesverdienstkreuz für engagierte Büchereileiterin https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bundesverdienstkreuz-fuer-engagierte-buechereileiterin Seit 40 Jahren ist Marion Boes in der Katholischen Öffentlichen Bücherei von St. Elisabeth in Duisburg-Duissern tätig. Jetzt würdigte der Bundespräsident dieses ehrenamtliche Engagement mit der Verdienstmedaille, die Boes am Montag vom Duisburger Oberbürgermeister Sören Link überreicht wurde. Für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement in der Katholischen Öffentlichen Bücherei St. Elisabeth in Duisburg-Duissern hat Büchereileiterin Marion Boes am Montag das Bundesverdienstkreuz erhalten. Im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link Boes die Verdienstmedaille bei einer Feierstunde im Rathaus.

Mit der Auszeichnung würdigt der Bundespräsident Boes‘ 40-jähriges Engagement in der Büchereiarbeit. Bereits seit 1982 leitet die 1957 geborene Rentnerin das zehnköpfige ehrenamtliche Team, das sich insbesondere der Leseförderung für Kinder und Jugendliche in Duissern verschrieben hat. So hat Boes in der Bücherei zahlreiche Aktionen wie Vorlesewettbewerbe, Spiel- und Vorlesenachmittage initiiert und unterstützt mit einer individuellen Leseförderung Kinder aus ärmeren Familien. Neben Kindern und Jugendlichen haben Boes und ihr Team mit dem breiten kulturellen Programm der Bücherei aber auch erwachsene Leser im Blick. „Durch ihr kompetentes Engagement hat Marion Boes einen wichtigen Beitrag zur intellektuellen und sozialen Förderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Duisburger Stadtteil Duissern geleistet“, heißt es in der offiziellen Ordensbegründung.

Darüber hinaus hat sich Boes zur kirchlichen Büchereiassistentin ausbilden lassen und vertritt seit über zehn Jahren als Sprecherin der Büchereien in der Duisburger Innenstadt-Pfarrei Liebfrauen die Interessen der Katholischen Öffentlichen Büchereien in der Pfarrei und auf Bistumsebene.

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news-19069 Thu, 15 Oct 2020 15:53:48 +0200 Missio bittet um solidarische Hilfe für Christen in Westafrika https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/missio-bittet-um-solidarische-hilfe-fuer-christen-in-westafrika Am Weltmissionssonntag, 25. Oktober, bittet die Kirche um Spenden für Gemeinden in den armen Regionen der Erde. Weihbischof Schepers: „Hier stehen wir weltweit solidarisch zusammen, denn jede Gemeinde weltweit gibt, was sie geben kann.“ „Selig, die Frieden stiften – solidarisch für Frieden und Zusammenhalt“ ist das Motto des Weltmissionssonntags am 25. Oktober, an dem auch die Pfarreien im Bistum Essen um Spenden für die ärmsten Bistümer der Welt bitten.

Inhaltlich im Fokus des Monats der Weltmission, der bereits Anfang Oktober begonnen hat, stehen in diesem Jahr die Länder Westafrikas. „In den Ländern der Sahelregion leiden die Menschen seit langem unter Armut, Hunger und islamistischem Terror. Jetzt kommt noch die Coronapandemie hinzu“, heißt es beim Hilfswerk Missio Aachen, das den Weltmissionssonntag organisiert. „Viele Afrikaner nehmen die gesundheitlichen Gefahren durch das Virus allerdings kaum wahr. Sie sorgen sich angesichts der gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise vielmehr um ihre Existenz.“ Vor Ort leiste die katholische Kirche ihr Möglichstes, den Menschen beizustehen.

Kirche als Lern-, Gebets- und Solidargemeinschaft

Alle Pfarreien und Gemeinden im Bistum Essen sind gebeten, sich am Weltmissionssonntag nicht nur über ihre Kollekte mit ärmeren Gemeinden solidarisch zu zeigen, sondern sich auch mit den Herausforderungen des Glaubenslebens in anderen Ländern auseinanderzusetzen und sich im Gebet mit den Brüdern und Schwestern zu verbinden. „Wir sind eine Lerngemeinschaft, eine Gebetsgemeinschaft und eine Solidargemeinschaft“, sagt Weihbischof Schepers, im Ruhrbistum Bischofsvikar für Weltkirche und Mission. Dies bedeute, „wir sollen hinschauen und lernen, wie die Menschen in anderen Teilen der Welt leben“. Von dieser Vielfalt könnten auch die Christen im Ruhrbistum etwas für ihr Glaubensleben lernen. Zudem werde die Verbindung im Gebet gerade bei der Eucharistiefeier am Weltmissionssonntag ganz besonders deutlich, so Schepers. „Hier stehen wir weltweit solidarisch zusammen, denn jede Gemeinde weltweit gibt, was sie geben kann.“

Kollekte, Online-Spende oder Banküberweisung

Angesichts der Coronapandemie sieht Missio die Partner in Westafrika und anderen armen Regionen der Welt vor besonderen Schwierigkeiten und sorgt sich angesichts der Einschränkungen bei den Gottesdiensten in Deutschland um die Spendeneinnahmen aus der Kollekte am Weltmissionssonntag. Parallel wirbt Missio daher um Online-Spenden auf www.missio-hilft.de oder Überweisungen auf das Spendenkonto von Missio Aachen, missio Aachen, IBAN DE23 3706 0193 0000 1221 22, BIC GENODED1PAX

Weitere Informationen

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news-19068 Wed, 14 Oct 2020 15:52:35 +0200 Simon Friede ist auch Ansprechpartner für Betroffene von Gewalt https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/simon-friede-ist-auch-ansprechpartner-fuer-betroffene-von-gewalt Der neue Stabsbereich Prävention und Intervention im Bistum Es-sen ist nicht nur für Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und sexuellen Missbrauch zuständig, sondern auch für jegliche Form von Gewalt im Kontext der Kirche im Bistum Essen. Was es damit auf sich hat und welche nächsten Schritte anstehen, erklärt der Interventionsbeauftragte Simon Friede im Interview. BISTUM ESSEN: Herr Friede, der Generalvikar hat Sie nicht nur zum Interventionsbeauftragten in Fällen von sexuellem Missbrauch ernannt, sondern auch als Ansprechpartner für Betroffene jeglicher Form von Gewalt. Warum?
SIMON FRIEDE: Uns als Stabsbereich Prävention und Intervention ist es wichtig, dass wir – besonders von den Betroffenen – als Anlaufstelle für Gewalt und sexualisierte Gewalt wahrgenommen werden. In allen Fällen sexualisierter Gewalt verweisen wir natürlich an unsere unabhängigen Ansprechpersonen, Angelika von-Schenk-Wilms und Karl Sarholz. Grundsätzlich wollen wir aber im Vorfeld keine Unterscheidungen zwischen der Form der Gewalt machen. Wichtig ist, dass wir für die Menschen da sind und dass sie wissen, dass Ihre Anliegen von uns ernst genommen werden und dann – je nach Fall der betroffenen Personen – an entsprechende Stellen weitergeleitet werden. Wir wollen aber sicherstellen, dass kein Fall aus dem Blick gerät und dass die Bearbeitung nicht im Sande verläuft.

BISTUM ESSEN: Um welche Formen von Gewalt geht es dabei?
SIMON FRIEDE: Das fängt beim Mobbing an, zum Beispiel am Arbeitsplatz oder in der Kirchengemeinde, geht über körperliche Gewalt bis hin zu sexuellem Missbrauch. Ich verstehe mich dabei als Partner bei der Aufarbeitung des konkreten Falls – entweder persönlich oder durch andere zuständige Stellen, wie zum Beispiel die unabhängigen Ansprechpersonen und deren Beraterstab, den Stabsbereich Personalentwicklung und Gesundheit im Generalvikariat, durch Seelsorgerinnen und Seelsorger oder durch die Rechtsabteilung des Bistums.

BISTUM ESSEN: Gibt es gerade in den Fällen von sexualisierter Gewalt nicht große Überschneidungen mit der Präventionsbeauftragten Dorothé Möllenberg?
SIMON FRIEDE:
Vorrangige Aufgabe der Präventionsbeauftragten Dorothé Möllenberg ist es, eine Kultur und Haltung des achtsamen Miteinanders im Gesamtsystem zu fördern. Dazu gehört, dass Menschen durch Schulungen sensibilisiert und befähigt werden. Außerdem unterstützt und berät sie bei der Entwicklung, Weiterentwicklung und Umsetzung von institutionellen Schutzkonzepten. Meine Aufgabe als Interventionsbeauftragter hingegen ist das konkrete Fallmanagement, also der Umgang mit einer Tat, ihre Aufarbeitung bis hin zur Weitergabe des Falls an die Staatsanwaltschaft. Meine Arbeit hängt also immer unmittelbar mit einem konkreten Vorfall zusammen. Dabei arbeite ich mit der Präventionsbeauftragten eng zusammen, denn die Aufarbeitung gelingt dort wesentlich leichter, wo gute Präventionsarbeit geleistet wurde. In der unmittelbaren Fallarbeit handeln die unabhängigen Missbrauchsbeauftragten, derzeit Angelika von Schenk-Wilms und Karl Sarholz, und ich im Schulterschluss, um den Belangen der Betroffenen angemessen Rechnung tragen zu können.

BISTUM ESSEN: Der Stabsbereich Prävention und Intervention ist noch sehr jung. Welche Schritte gehen Sie und Dorothé Möllenberg als nächstes konkret an?
SIMON FRIEDE: Wir treffen uns mit allen, die im Bistum Essen mit dem Thema Gewalt beschäftigt sind. Denn es gibt ja hier im Ruhrbistum eine gute Basis der Aufarbeitung und bereits eine Vielzahl an Anlaufstellen und Angeboten. Auf einer Klausurtagung wollen wir verbindliche Absprachen treffen, wie wir uns als Stabsbereich da sinnvoll einbringen und unserem Auftrag verantwortlich nachkommen können. Außerdem werden wir die Ergebnisse der Projektgruppen, die in Folge der MHG-Studie nunmehr fast ein Jahr gearbeitet haben, und die Themen der jüngsten Aufarbeitungsstudie zum sexuellen Missbrauch (sog. IPP-Studie) aufgreifen, voranbringen, gemeinsam mit den externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Ergebnisse präsentieren und für eine nachhaltige Umsetzung dieser Ergebnisse sorgen. Außerdem hat die Präventionsarbeit natürlich einen hohen Stellenwert in den nächsten Jahren.

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news-19058 Wed, 14 Oct 2020 13:53:00 +0200 8000 Angerhausen-Dias entdeckt – aber seine Konzils-Tagebücher fehlen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/dias-angerhausen Junge Essener Doktorandin hat das Fotoarchiv des 1990 verstorbenen ersten Essener Weihbischofs aufgespürt. Jetzt werden die 8000 Dias im Bistumsarchiv ausgewertet. Doch wo sind die Tagebücher, die Angerhausen als Teilnehmer des Zweiten Vatikanischen Konzils geschrieben hat? Nur das Leuchten in den Augen von Miriam Niekämper und Severin Gawlitta lässt ahnen, dass sich in diesen Umzugskartons ein wahrer Schatz befindet. Ohne die Freude der beiden Wissenschaftler sieht man flache Metallgestelle in den Kisten stehen, jedes mit Dutzenden grauen Dia-Rähmchen vollgesteckt. Doch die analogen Vorgänger von Powerpoint und Pinterest haben es in sich: Die insgesamt 8000 Aufnahmen sind das private Fotoarchiv von Weihbischof Julius Angerhausen (1911 – 1990), dem ersten Weihbischof des Bistums Essen. Längst verschollen geglaubt, sind die Bilder 30 Jahre nach dem Tod des passionierten Hobby-Fotografen wieder aufgetaucht – dank der Beharrlichkeit eines erfahrenen Archivars und der Spürnase einer jungen Forscherin.

„Vor fünf Jahren habe ich einen ersten Versuch gemacht, die Bilder wiederzufinden“, berichtet der Historiker Severin Gawlitta vom Bistumsarchiv. Schließlich war bekannt, dass Angerhausen viel fotografiert hat – und dass seine Bilder später in den Bestand der Essener Bild-Agentur „foto-present“ übergegangen sind. „Doch dann verlor sich ihre Spur“, erinnert sich Gawlitta. Denn als bei der Auflösung von „foto-present“ alle Fotografen vor die Wahl gestellt wurden, ihre Bilder abzuholen oder vernichten zu lassen, lebte Angerhausen schon nicht mehr. So musste Historiker Gawlitta für Angerhausens Dias das Schlimmste befürchten. Immerhin: In vielen Gesprächen, unter anderem mit ehemaligen Beschäftigten der Agentur, erhielt Gawlitta den Tipp, es im Ostwestfälischen bei einem Haus zu versuchen, das nach dem Heiligen Bonifatius benannt ist. Doch auch der vermeintlich goldene Tipp auf das Bonifatius-Werk in Paderborn entpuppte sich als Niete – niemand wusste etwas über die Dias des Weihbischofs.

Angerhausen-Expertin steigt in die Suche ein

Bis Miriam Niekämper in die Suche einstieg. Die 27-jährige Doktorandin am Bochumer Lehrstuhl für Kirchengeschichte von Juniorprofessor Florian Bock ist eine einschlägige Expertin, wenn es um den ansonsten bislang kaum erforschten, eher stilleren, spirituellen und in vielerlei Hinsicht vom ersten Ruhrbischof Franz Hengsbach überstrahlten Angerhausen geht. Schon Niekämpers prämierte Bachelor- und Masterarbeiten an der Ruhr-Uni beschäftigten sich mit dem in Warendorf geborenen, 1935 in Münster von Bischof von Galen geweihten und dann als Kaplan nach Duisburg entsandten Priester, den eine große Nähe zur Arbeiterschaft auszeichnete und der ab 1958 das Seelsorgeamt des neu gegründeten Ruhrbistums aufbaute. Für ihre Doktorarbeit sucht Niekämper im Bistumsarchiv vor allem nach Tagebüchern, die Angerhausen während seiner Teilnahme am Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 – 1965) geschrieben hat. Bei der historischen Bischofsvollversammlung in Rom war der Essener Weihbischof einer von 40 Bischöfen aus aller Welt, die sich bei einer gemeinsamen Messe im „Katakombenpakt“ zu einem einfachen Lebensstil und zum Dienst an den Armen verpflichtet haben. Niekämper und Gawlitta machten sich nun gemeinsam auf die Suche. Ihre Hoffnung: Wo die Dias sind, sind vielleicht auch die Konzilstagebücher. Schließlich habe Angerhausen „seine Tagebücher gleich so geschrieben, dass er später alle Informationen für einen Dia-Vortrag parat hatte“, weiß Niekämper. Auch „foto-present“ dürfte die Tagebücher mindestens zur Beschriftung der Bilder genutzt haben. „Wir wissen, dass Dias und Tagebücher am gleichen Tag an ,foto-present‘ gegangen sind“, so Gawlitta.

Die entscheidende Spur führte nach Detmold

Dann hatte die junge Theologin die entscheidende Idee: Der „Bonifatius“-Hinweis könnte sich auch auf das Institut St. Bonifatius in Detmold beziehen, ein Exerzitienhaus, in dem Weihbischof Angerhausen oft zu Gast war. Ein Volltreffer: In dem Haus auf dem Detmolder Kupferberg lagerten die Dias, gut gepflegt, aber dennoch ein wenig in Vergessenheit geraten. Von den heute dort lebenden Missionsbenediktinerinnen konnte sich jedenfalls keine daran erinnern wann und wie die Bilder zu ihnen gekommen sind. Und ganz unlieb war es ihnen vielleicht auch nicht, die Jahrzehnte alten Bilder nun im Essener Bistumsarchiv an Ort und Stelle zu wissen.

Was die Bilder zeigen, ist größtenteils noch offen. Vor allem dürfte es sich um Bilder von Auslandsreisen handeln, vermutet Gawlita, schließlich war Angerhausen in der Deutschen Bischofskonferenz Vorsitzender der Weltkirche-Kommission. „Die Auswertung ist gerade erst angelaufen“, sagt Gawlitta, dem dabei die akribischen Beschriftungen Angerhausens helfen. Zudem sollen die Dias digitalisiert werden, um sie besser durchsuchen und präsentieren zu können. Nur Niekämpers Forschung haben die Bilder kaum weiter gebracht: „Die Konzils-Tagebücher waren leider nicht im Institut St. Bonifatius.“

Die Konzils-Tagebücher bleiben verschollen

Interessieren würden die junge Frau die Aufzeichnungen des Bischofs nicht nur wegen der historischen Bedeutung rund um Konzil und Kastakombenpakt, sondern vor allem mit Blick auf die „Fraternität der kleinen Bischöfe“. Angerhausen war Sekretär und wohl auch Motor dieses Netzwerks aus 20 Bischöfen aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa, die nach dem Konzil monatlich Briefe austauschten und sich – ähnlich dem Katakombenpakt – der Idee einer Kirche der Armen verschrieben hatten. Nach ihrer bereits ausgezeichneten Bachelorarbeit soll sich nun auch ihre Dissertation mit diesem Netzwerk beschäftigen. Etwa zwei Jahre hat sie dafür noch Zeit – und Hoffnung, dass die Tagebücher vielleicht doch noch auftauchen. Unter Umständen könnte es jedoch schwierig sein, sie in einem Keller, Aktenschrank oder auf einem Dachboden als den Schatz zu erkennen, den sie für Niekämpers Forschung und das Bistumsarchiv bedeuten. „Auf manchen Reisen hat Angerhausen in Taschenkalender aus der Arztpraxis seiner Schwester geschrieben“, weiß Niekämper. Da stünden die Bischofs-Notizen auch schon mal zwischen Medikamentenwerbung.

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news-19066 Mon, 12 Oct 2020 17:17:26 +0200 „Dimension Domorgel“ lädt zu musikalisch-literarischem Bach-Abend https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/dimension-domorgel-laedt-zu-musikalisch-literarischem-bach-abend Am Mittwoch, 21. Oktober, ist ab 19.30 Uhr der renommierte Bach-Forscher Meinrad Walter zu Gast im Essener Dom. Der Eintritt zum Konzert ist frei, eine Anmeldung zwingend erforderlich. Eine musikalisch-literarische und vergnüglich-lehrreiche Stunde rund um Johann Sebastian Bach verspricht der Essener Domorganist Sebastian Küchler-Blessing, wenn am Mittwoch, 21. Oktober, der Theologe und Musikwissenschaftler Meinrad Walter beim nächsten „Dimension Domorgel“-Konzert zu Gast ist. Ab 19.30 Uhr stellt Walter mit Literatur-Zitaten – teils von Bach selbst, teils aus seinem Umfeld oder aus den Jahrhunderten danach – einige beliebte Orgelwerke des bedeutenden Komponisten vor, inklusive nicht immer ernst gemeinter „Nebeninformationen“.

So wird anhand Toccata, Adagio und Fuge C-Dur zu hören sein, wie es zuging, wenn Bach eine neue Orgel auf Herz und Lungen testete, während das Choralvorspiel „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ zeigt, wie Bach eigene Kompositionen gewissermaßen einem „Remix“ unterzog. Aber auch fremde Werke waren vor Bach nicht sicher: Die Orgelübertragung von Vivaldis Concerto in d zeigt seine Bewunderung der virtuosen italienischen Komponisten. Welche Schwierigkeiten Musiker mit ihrer Obrigkeit haben können, erläutern indes Walters Ausführungen zu „Wir danken Dir, Gott, wir danken Dir“. „Würde man heute zu einer Kommunalwahl ein Werk mit diesem Titel schreiben?“, fragt Domorganist Küchler-Blessing.

Meinrad Walter gilt als einer der renommiertesten Bach-Forscher. Er ist Autor zahlreicher Bücher, regelmäßig bei SWR und Deutschlandfunk zu hören und lehrt als Honorarprofessor an der Freiburger Musikhochschule.

Aufgrund der Coronabedingungen ist für das Konzert am 21. Oktober eine Anmeldung per E-Mail oder telefonisch erforderlich: Tel.: 0201/2204-490. Bei der Anmeldung werden die Kontaktdaten aller Konzertbesucher aufgenommen. Im Dom gilt eine Maskenpflicht außer auf dem eigenen, zugewiesenen Sitzplatz.

Der Eintritt zum „Dimension Domorgel“-Konzert ist frei, die Dommusik freut sich jedoch über Spenden. Nach Beginn des rund 60-minütigen Konzerts ist kein Einlass mehr möglich.

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news-19065 Mon, 12 Oct 2020 12:35:55 +0200 Ehrenamtsbeauftragter Blaut leitet Abteilung Gemeinschaft und Diakonie https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/roman-blaut Der 55-jährige Blaut folgt auf Michael Meurer, der Ende September in den Ruhestand gegangen ist. Roman Blaut, der Ehrenamtsbeauftragte des Bistums Essens, hat im Bischöflichen Generalvikariat die Leitung der Abteilung Gemeinschaft und Diakonie übernommen. Er folgt damit auf Michael Meurer, der Ende September nach fast 40 Jahren im kirchlichen Dienst in den Ruhestand gegangen ist.

Das Team der Abteilung Gemeinschaft und Diakonie unterstützt die Verantwortlichen in Pfarreien, Gemeinden und anderen kirchlichen Einrichtungen vor Ort bei der Suche und Entwicklung von attraktiven Gemeinschaftsformen und Erlebnisorten von Kirche. Neben dem Engagement für Ehrenamtliche, um das sich Blaut nun gemeinsam mit seiner Kollegin Jutta Lahrmann kümmert, betreut die Abteilung unter anderem die Pfarrgemeinderäte im Ruhrbistum, die muttersprachlichen Gemeinden sowie die Seelsorge in besonderen Bereichen, zum Beispiel in Krankenhäusern, Altenheimen, Behinderteneinrichtungen oder Gefängnissen sowie für Polizei und Rettungskräfte. Hinzu kommt der Bereich der diakonischen Pastoral, bei dem es um soziale Angebote der Kirche geht, zum Beispiel in der Betreuung Geflüchteter.

Als ausgebildeter Pastoralreferent war Blaut zunächst in der Pfarreien des Oberhausener Nordens tätig, bevor er 2006 zum persönlichen Referenten von Weihbischof Franz Vorrath wurde. Blaut lebt in Oberhausen, ist 55 Jahre alt und verheirateter Vater von drei Kindern.

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news-19064 Fri, 09 Oct 2020 11:36:59 +0200 „Jesus lebte in einer Zeitenwende und wollte eine neue Weltordnung“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/jesus-lebte-in-einer-zeitenwende-und-wollte-eine-neue-weltordnung Der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose entwarf in der Mülheimer Bistumsakademie „Die Wolfsburg“ am Donnerstagabend die Vision eines radikal veränderten Christentums. Radikal anders, aber auf jeden Fall ohne Macht und Kontrolle wünscht der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose sich die Kirche der Zukunft. Nicht das Schrumpfen der Kirche rund um die verbliebenen Priester zu verwalten, sondern die sich verändernde Gesellschaft mitzugestalten, sei der Auftrag Jesu. „Das Maß ist voll“, sagte Hose am Donnerstagabend, 8. Oktober, in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim. Hose war eingeladen zum ersten Abend einer neuen Themenreihe unter dem Titel „Christsein in der Zeitenwende“, in der nicht die Expertendiskussion auf dem Podium im Mittelpunkt steht, sondern das offene Gespräch des Publikums mit einem geladenen Gast. Die schwere Zäsur des Missbrauchsskandals, verschleppte Kirchenreformen – für Akademiedozent Jens Oboth, der den Abend moderierte, ist klar: „Es ist noch längst nicht ausgestanden.“

In den Würzburger Hochschulgottesdiensten erlebt Burkhard Hose bereits eine „gottlose, linke, anarchistische“ Gemeinde, die nicht auf Mitgliedschaft gründe, sondern auf Zugehörigkeitsgefühl: Die Hälfte der Mitfeiernden ist katholisch, ein Viertel evangelisch, und auch Muslime sind dabei, erkennbar am Klingelton ihres Handys, der sie zur Gebetszeit ruft. Ein Modell für eine solche offene Zugehörigkeit findet Burkhard Hose in der Zeit Jesu: Auch damals fühlten Gottesfürchtige aus anderen Kulturen sich zu Ethik und Monotheismus des Judentums hingezogen. Sie lebten ein „Judentum light“ ohne Beschneidung und Speise-Regeln, wurden hochgeschätzt, und viele von ihnen interessierten sich stark für das junge Christentum.

Überhaupt habe Jesus von Nazareth nicht im Sinn gehabt, die Religion zu reformieren oder eine Kirche zu gründen: „Er lebte wie wir heute in einer Zeitenwende, und er wollte eine andere Weltordnung“, so Hose. Wie Jesus sich diese neue Welt Gottes vorstellte, habe er in subversiven Geschichten erzählt, die allesamt vom Kontrollverlust handelten: von Unkraut, Saat, Senfkorn und Sauerteig, die ungezügelt wachsen und gedeihen.

Hose selbst hat den Umgang mit sexuellem Missbrauch als Bankrotterklärung der Kirche erlebt, die ihm jedoch auch enorme Lebensenergie gegeben habe: „Als Priester dieser Kirche will ich mich an Reförmchen nicht mehr beteiligen. Es geht nicht um eine neue Kirchenlehre oder ein Pastoralkonzept. Jetzt ist ein radikal neues Denken möglich.“

Schon längst ist Hose dabei, die Kirche Jesu außerhalb der verfassten Kirche zu entdecken: „In zivilgesellschaftlichen Bündnissen, die sich für Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen, habe ich Menschen getroffen, mit denen ich viele Werte teile, ohne dass das von der Institution Kirche überwacht werden könnte.“ Außerhalb der Kirche gebe es unzählige wertvolle spirituelle Erfahrungen, und „das Eigentliche“ sind für Hose ohnehin nicht die korrekt gefeierten Sakramente, sondern das „Caritas“ genannte soziale Engagement der Christen.

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news-19063 Thu, 08 Oct 2020 20:02:43 +0200 Pilgern durchs Ruhrgebiet: Jugendkirche „Tabgha“ wandert von Oberhausen nach Duisburg https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/pilgern-durchs-ruhrgebiet-jugendkirche-tabgha-wandert-von-oberhausen-nach-duisburg Rund zwölf Kilometer sind die Jugendlichen und das Team der Jugendkirche „Tabgha“ von Oberhausen nach Duisburg gepilgert. Mit der Hälfte ihres Holzkreuzes auf den Schultern. Eine symbolische Reise für den bald anstehenden Umzug in die Nachbarstadt – nach 20 Jahren in der Oberhausener Heimat. Feiner Nieselregen landet auf den orangefarbenen Buchstaben über der Kirchentür, perlt sanft über die Backsteinfassade. Die Glastüren sind weit geöffnet, ein heller, dicker Holzbalken schiebt sich langsam aus der Kirche nach draußen. Vorsichtig tragen die Jugendlichen eine Hälfte ihres großen Holzkreuzes, machen sich gemeinsam auf den Weg nach Duisburg – dem zukünftigen neuen Standort der Jugendkirche „Tabgha“.

20 Jahre hatte sie ihre Heimat in Oberhausen-Buschhausen, jetzt zieht die erste Jugendkirche Deutschlands bald in die St.- Joseph-Kirche am Duisburger Dellplatz. Für Teamerin Michele Przybyla hat der Umzug zwei emotionale Seiten. „Natürlich ist ein bisschen Wehmut dabei, diesen Ort hinter uns zu lassen. Aber wir sind super motiviert, freuen uns die neue Kirche mit den Jugendlichen gestalten zu können“, sagt die 28-Jährige.

Neugierige Blicke verfolgen die Gruppe

Mit dem Holzkreuz in ihrer Mitte laufen die rund 20 Jugendlichen und Teamer die Oberhausener Fichtestraße entlang, überqueren Zebrastreifen, passieren laute Hauptstraßen und kleine Seitenstraßen – gefolgt von neugierigen Blicken vom Schulhof und aus der Pommesbude an der Straßenecke. Erstes Ziel: erreicht. Denn mit ihrer besonderen Pilgerreise wollen die Jugendlichen auf ihren Umzug und die baldige Ankunft in Duisburg aufmerksam machen und um Spenden für die zukünftige Jugendarbeit werben.

Nach rund zwei Kilometern biegt die Pilgergruppe zum Rhein-Herne-Kanal ab. Gesprächsfetzen wirbeln durcheinander, es geht oft um Schule, die Uni, den Job. Immer wieder wechseln sich die Jugendlichen beim Tragen des Kreuzes ab, wird es zu schwer, ziehen sie es auf einem Bollerwagen. Anna-Lena Hilker ist jetzt dran, legt den Balken auf ihre rechte Schulter und trägt ihn mit drei anderen jungen Frauen weiter. Die 21-Jährige geht seit zwei Jahren regelmäßig in die Jugendkirche, schätzt vor allem die Gemeinschaft: „Man hat immer Jemanden zum Quatschen, der einem zuhört, das ist einfach schön.“ Die Oberhausenerin will Tabgha auch in Duisburg treu bleiben. So geht es auch Michael Gerdes und Lennart Schaaf. Sie sind durch eine Theatergruppe der KjG zu Tabgha gekommen, proben dort wöchentlich und führen auf. Der Umzug wird auch für sie nicht leicht, viele Requisiten müssen nach Duisburg und sie befürchten, dass der Weg für viele junge Schauspieler zu weit sein könnte. „Hoffentlich ziehen aber viele von uns mit und in Duisburg gibt es Jugendliche, die mitmachen wollen, das wäre natürlich super“, sagt der 18-jährige Michael.

„Wir wollen erstmal ankommen, es auf uns zukommen lassen“

Die Oberhausener Jugendgruppen mitnehmen, Jugendliche aus der zukünftigen Heimatgemeinde miteinbringen und neue Jugendliche aus Duisburg dazugewinnen – das wünscht sich auch Michele Przybyla für den neuen Standort. Erste Gespräche mit dem BDKJ gab es schon, die Messdiener in St. Joseph haben das neue Kirchencafé als Treffpunkt mitgeplant, „das ist unser Herzstück“, sagt sie. Die erhofften ersten Spendengelder sollen aber vor allem in eine Kletterwand in der Kirche investiert werden. Besonders erfolgreiche Projekte wie die Erlebnisausstellung soll es auch in Duisburg geben. Ansonsten lässt das Team viel Platz für Kreativität. „Wir wollen erstmal ankommen, es auf uns zukommen lassen“, sagt Przybyla.

Am Kanal entlang sind etwa vier Kilometer geschafft, als es plötzlich passiert. Mit wenigen Schritten haben die Pilger die Stadtgrenze zu Duisburg überschritten. Pfarrer Christoph Schulte begrüßt die Jugendlichen, begleitet sie ab hier gemeinsam mit seinem Hund Ben bis zu seiner Heimatkirche am Dellplatz. Für ihn ist der Einzug von Tabgha eine Bereicherung, bei der Standortsuche vor rund zwei Jahren habe er sich sehr dafür eingesetzt, dass die Oberhausener zu ihm kommen. „Für unsere Pfarrei und die Stadt Duisburg ist das ein großer Gewinn, rund um den Dellplatz gibt es viele Schulen, ganz viele Jugendliche“, freut er sich. Auch die zentrale Lage in der Innenstadt und das kulturreiche Viertel seien Vorteile des neuen Standorts.

Eucharistie-Feier unter der Kanalbrücke

Immer wieder machen die Jugendlichen kurze Pausen, kommen zur Ruhe, machen sich mit Texten und Musik per Bluetooth-Box Gedanken zum Abschied und Neuanfang. Unter einer Kanalbrücke feiern sie eine kleine Eucharistie. Dann geht es weiter, weg vom Kanal, von Wasser und Natur zurück in die Großstadt. Auf der Aakerfährbrücke bricht kurz die Sonne durch die Wolken, wärmt die langsam müden Pilger für die letzte Strecke. Nach rund zwölf Kilometern ist es dann geschafft. Mit dem halben Kreuz laufen die Jugendlichen quer über den Dellplatz, warten vor den hohen rotbraunen Flügeltüren der Kirche auf Einlass. Leise klappern die Schlüssel, dann öffnet Pastor Schulte von innen die Tür für die Jugendlichen. Drei junge Männer tragen das Kreuz in die Mitte der Kirche, legen es vorsichtig auf dem grauen Steinboden ab.

Die Pilgergruppe setzt sich mit Stühlen rund um das Kreuz, erschöpft, aber glücklich. Daneben steht ihre kleine Musikbox. Leise sitzen die Jugendlichen nebeneinander, hören in sich hinein und auf die Worte von Musiker Olli Schulz, die langsam den Raum erfüllen: „Doch wir wachsen, wachsen, wachsen. Irgendwann sind wir erwachsen. (…) Und im Speisesaal des Lebens bist du manchmal auf Diät. Fürs erste Mahl zu früh und fürs letzte Mahl zu spät. Du wirst nicht immer satt und es schmeckt dir auch nicht immer. Und der Warteraum zum Glück. Bleibt im Haus das größte Zimmer…“
 

Für ihre zukünftige Jugendarbeit sammelt das Tabgha-Team Spenden: Mehr dazu

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news-19062 Thu, 08 Oct 2020 19:58:20 +0200 Zwischen Corona und „Kita 4.0“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/zwischen-corona-und-kita-40 Kita-Zweckverband hat Tätigkeitsbericht für das Kita-Jahr 2019/2020 veröffentlicht. Erste Erfahrungen mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Strukturprozess „Kita 4.0“ prägen den Tätigkeitsbericht zum Kita-Jahr 2019/2020 den der Kita-Zweckverband im Bistum Essen am Donnerstag veröffentlicht hat.

Der Ausbruch der Corona-Pandemie habe alle Kita-Mitarbeitenden vor unerwartete Herausforderungen gestellt und gewohnte Abläufe umgeworfen, schreibt die Geschäftsführerin des Verbands, Mirja Wolfs. Sie dankt den Erzieherinnen und Erziehern „für den großen Einsatz, das außergewöhnliche Engagement und auch für die Kompetenz und Kreativität, mit der sie auf die ungewohnten Bedingungen reagiert und mit der sie Kindern und Eltern in dieser schwierigen Situation zur Seite gestanden haben“.

Kitas sind systemrelevant

„Corona hat gezeigt, dass Kitas systemrelevant sind“, so Wolfs. Diese Systemrelevanz dürfe sich aber nicht primär auf die Entlastung von Eltern „und damit auch auf Arbeitgeberinteressen beschränken“. Vielmehr müsse sie vorrangig darin gesehen werden, „dass Kitas einen Auftrag als Bildungseinrichtung und Unterstützung von Kindern haben“, betont Wolfs. Noch stärker müsse in der Öffentlichkeit deutlich werden, „dass in den Einrichtungen hochqualifizierte Fachkräfte der Elementarpädagogik arbeiten, die diesen Auftrag tagtäglich mit größtem Engagement erfüllen und damit nachhaltig Verantwortung für unsere gesellschaftliche Zukunft mittragen“.

Kitas zu modernen Bildungseinrichtungen umwandeln

Entscheidende Veränderungen in der Organisationsstruktur des Kita-Zweckverbands bringt der Strategieprozess „KiTa 4.0“ mit sich, dessen Umsetzungsphase in den vergangenen Monaten begonnen hat. 14 Jahre nach Gründung des Zweckverbands ist das Hauptziel der auf mehrere Jahre angelegten Umstrukturierung, die rund 260 Kindertageseinrichtungen im Ruhrgebiet und im Märkischen Sauerland zu modernen Bildungseinrichtungen weiterzuentwickeln, die auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Dazu wurden die ersten Schritte eingeleitet und unter anderem die Themen moderne Bildungskonzepte, zukunftsfähige Kita-Gebäude, qualifizierte Fachkräfte, effektive Strukturen und ein effizienter Ressourceneinsatz in den Blick genommen.

„Mit den Erkenntnissen aus dem Prozess ,Kita 4.0‘ konnten wir für das zurückliegende Kita-Jahr erkennen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, um den Kita Zweckverband zukunftsfähig zu gestalten“, schreibt Wolfs.

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news-19061 Wed, 07 Oct 2020 17:52:29 +0200 Bischof Overbeck ermuntert zu Christmetten an anderen Orten https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-ermuntert-zu-christmetten-an-anderen-orten Um coronabedingte Engpässe in Kirchen zu verhindern, könnten die Pfarreien ihre Weihnachtsgottesdienste auch an alternativen Orten feiern, die mehr Platz böten, schreibt Bischof Overbeck in einem Brief an alle Seelsorger des Bistums. Außerdem regt er ökumenische Adventsgottesdienste an. Mit Blick auf das Weihnachtsfest und die Corona-Pandemie hat Bischof Franz-Josef Overbeck die Seelsorgerinnen und Seelsorger in den Pfarreien und Gemeinden des Ruhrbistums für den Heiligen Abend zu ungewöhnliche Formen der Christmette ermuntert. Angesichts zu erwartender Platzprobleme in den Kirchen könnten die Pfarreien „auch alternative Orte in Erwägung ziehen, an denen – vielleicht gemeinsam mit weiteren Pfarreien – auch eine größere Zahl von Menschen Platz finden können“, schreibt Bischof Overbeck in einem Brief, den er in dieser Woche an alle Seelsorger verschickt hat. Zudem könnten als Einstimmung auf das Weihnachtsfest in der Adventszeit und am Heiligen Abend tagsüber „auch ökumenische Feiern ein sinnvolles Zeichen sein“, so Overbeck. Vielleicht fänden sich zur Unterstützung dieser Advents-Gottesdienste „auch weitere Partner aus Gesellschaft und Kultur.“

Kurze Feiern für Familien

Insbesondere Familien suchten am Nachmittag des Heiligen Abend „nach einer Möglichkeit der Einstimmung auf das Weihnachtsfest, die keineswegs als Eucharistiefeier gestaltet sein muss“, so Overbeck. Er ermutige daher zu kurzen Feiern, „die dann auch in einer etwas größeren Zahl gefeiert werden können, um für möglichst viele Menschen ein Angebot zu schaffen“.

Mit Botschaft des Glaubens, Trost, Kraft und Zuversicht vermitteln

Overbeck erwartet, dass in der Advents- und Weihnachtszeit in diesem Jahr „die Pandemie noch einmal als sehr belastend und bedrohlich erfahren wird“. Umso wichtiger sei es, dass die Seelsorger „mit der Hoffnungsbotschaft unseres Glaubens in dieser Zeit alles versuchen, um den Menschen Trost, Kraft und Zuversicht zu vermitteln“. Dass Gott als Mensch in die Welt kommt, sei ein starkes Signal, „dass wir gerade in den Bedrohungen des Lebens nicht allein sind, sondern in Gott einen tragenden Grund finden, der uns dunkle Zeiten durchstehen und bewältigen lässt.“

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news-19060 Wed, 07 Oct 2020 17:03:28 +0200 Bezirksbeauftragte sorgen für Vernetzung der Religionslehrer https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bezirksbeauftragte-sorgen-fuer-vernetzung-der-religionslehrer Die Bezirksbeauftragen für den Religionsunterricht an Berufskollegs haben drei neue Kollegen für die Bezirke Bochum/Hattingen, Essen und Oberhausen begrüßt – und zwei Beauftragte verabschiedet. Riesige Schulen, viele Berufe und vielfältige Bildungsgänge – damit Religionslehrer und der Religionsunterricht an Berufskollegs nicht untergehen, sorgen Bezirksbeauftrage für den Religionsunterricht an diesen Schulen für Vernetzung. Bei ihrem Treffen am Mittwochabend in Essen haben die Bezirksbeauftragten im Ruhrbistum nun Daniela Geiecke aus Essen und Clemens Jürgens aus Oberhausen verabschiedet und die drei neu gewählten Kollegen Simone Bischoff-Kleff (Bochum/Hattingen), Christian Uhrig (Essen) und Michaele Knauff (Oberhausen) in ihren Reihen begrüßt.

Alle Bezirksbeauftragten sind Religionslehrer an Berufskollegs, werden von ihren Kollegen für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt und von Bischof Franz-Josef Overbeck ernannt. „Die Bezirksbeauftragten sind wichtige Bindeglieder zwischen unserem Schuldezernat und den Schulleitungen an den Berufskollegs“, würdigte Schuldezernentin Eva Lingen das Engagement der Bezirksbeauftragten. In Absprache mit den Schulleitungen seien die Beauftragten bemüht, „dass der Religionsunterricht auch unter schwierigen Bedingungen mit der vorgesehenen Stundenzahl erteilt werden kann“. Zudem seien die Bezirksbeauftragten auch für die Religionslehrerinnen und Religionslehrer vor Ort wichtige Ansprechpartner. „Und durch ihre Fortbildungsarbeit unterstützen sie die Kolleginnen und Kollegen mit innovativen Impulsen, die einen aktuellen Religionsunterricht ermöglichen“, so Lingen.

Bezirksbeauftragte für den Religionsunterricht gibt es nur für die Schulform der Berufskollegs. An den aufgrund der unterschiedlichen Berufe und der vielen verschiedenen Bildungsgänge meist sehr großen und komplexen Schulen sorgen sie für eine wichtige Vernetzung der Religionslehrer innerhalb der Schulen und zu den Kollegen an anderen Einrichtungen.

Weitere Informationen:

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news-19059 Wed, 07 Oct 2020 15:26:21 +0200 „Der Synodale Weg steckt in seiner ersten Bewährungsprobe“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/overbeck-der-synodale-weg-steckt-in-seiner-ersten-bewaehrungsprobe In der Mülheimer Akademie „Die Wolfsburg“ diskutierte der Bischof mit der Benediktinerschwester Philippa Rath und dem Theologieprofessor Matthias Sellmann über den aktuellen Stand beim Reformdialog. Bischof Franz-Josef Overbeck erwartet nicht, dass sich alle Teilnehmer des Synodalen Wegs am Ende des kirchlichen Reformdialogs auf einheitliche Stellungnahmen einigen werden. Wenn es angesichts der unterschiedlichen Einstellungen gelänge, „mit 70 bis 80 Prozent“ der Delegierten Übereinstimmungen zu erzielen, „ist viel erreicht“, sagte der Bischof am Dienstagabend in Mülheim. Gut acht Monate nach seinem Beginn stehe der Synodale Weg derzeit in seiner ersten Bewährungsprobe: „Nach einem guten und lebendigen Start werden jetzt die verschiedenen Perspektiven deutlich, mit denen die Themen behandelt werden“, so Overbeck.

Zusammen mit der Bank im Bistum Essen hatte die Katholische Akademie „Die Wolfsburg“ zum „Dialog mit dem Bischof“ über den aktuellen Stand der Beratungen über Neuausrichtungen der Kirche bei den vier zentralen Themen, Frauen, Macht, Sexualität / Partnerschaft und priesterliche Existenz eingeladen. Mit Overbeck diskutierten die Rüdesheimer Benediktinerschwester Philippa Rath und der Bochumer Theologieprofessor Matthias Sellmann, die wie Overbeck zu den 230 Mitgliedern der Synodalversammlung gehören.

Unkontrollierte Machtausübung in der Kirche

„Jetzt ist klar, wie ernst der Prozess von allen genommen wird. Jetzt kommt es darauf, wie wir miteinander umgehen“, betonte der Bochumer Theologie-Professor Matthias Sellmann, der zusammen mit Overbeck im Synodalforum „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche“ mitarbeitet. In der Kirche gebe es „ein großes Ausmaß an unkontrollierter Machtausübung“, betonte Sellmann. Menschen in Demokratien würden gewöhnlich „durch Kompetenz und Wahl“ zu einem Amt kommen und bürgerliche Gesellschaften sich „die Menschen selbst aussuchen, die sie regieren“ – anders als Bischöfe, die von einem Domkapitel vorgeschlagen und letztlich vom Papst ernannt würden.

Im „Macht“-Forum werde daher über die Frage diskutiert, „wie kirchliche Amtsträger ins Amt kommen“. Auch für Pfarreien seien mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten beim Einsatz von Priestern und anderen pastoralen Mitarbeitern im Gespräch. Im Forum werde zudem über Amtszeitbegrenzungen für Bischöfe und Pfarrer diskutiert, berichtete Sellmann und verwies auf die USA: Dort gebe es sechsjährige Amtszeiten für Pfarrer mit einer einmaligen Verlängerungsoption, bei der sowohl der Pfarrer als auch die Gemeinde mitbestimmen könnten. Zudem seien „echte Mitbestimmungskompetenzen“ für Pfarrgemeinderäte sowie verbindliche Prüf- und Offenlegungspflichten für das diözesane, aber auch für pfarrliche Vermögen Themen des Forums.

„Wir brauchen heute die Vision des Frauenpriestertums“

Während Sellmann zuversichtlich ist, dass viele der bislang diskutierten Ideen bereits mit dem aktuell gültigen Kirchenrecht vereinbar sind, warb Schwester Philippa – Mitglied des Frauenforums – auch für mutige Schritte darüber hinaus: „Wir brauchen heute die Vision des Frauenpriestertums, wir können das nicht mehr auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben.“ Die Ordensfrau berichtete von zahlreichen Kirchenaustritten selbst engagierter Frauen, weil sich die Kirche in dieser Frage nicht bewege. „Selbst die alten Frauen, die seit Jahrzehnten engagiert sind, haben diese Geduld nicht mehr.“

Bischof Overbeck zeigte großes Verständnis für diese Frauen, sieht aber derzeit keine Chancen, bei dieser Frage weiterzukommen. Wichtig sei es, einen Schritt nach dem anderen zu gehen – „ich wäre schon froh, wenn wir heute ,viri probati‘ hätten“, sagte der Bischof mit Blick auf den Priestermangel, also „bewährte Männer“, die als Verheiratete ebenfalls zu Priestern geweiht werden können. Overbeck möchte die Diskussion über Frauen als katholische Priesterinnen weiterführen, „aber wer heute das Priestertum der Frau haben will, hat heute ein falsches Ziel – nicht für morgen oder übermorgen, aber für heute“, so seine Einschätzung.

Für den Synodalen Weg als Ganzes erwartet das Podium in der „Wolfsburg“ weiter zunehmende Diskussionen, je näher die „1. Lesung“ der Texte der Synodalforen bei der zweiten Synodalversammlung im kommenden Februar in Frankfurt rückt. Während Schwester Philippa fürchtet, dass sich einige Synodalen „aus Angst“ nicht an den Beratungen beteiligen oder „unter Druck stehen“, warb Sellmann trotz des geistlichen Charakters des Dialogprozesses für einen „nüchternen Blick auf die politischen Dinge, die sich da gerade abspielen.“ Und Overbeck betonte: „Man muss robust bleiben, einfache Ziele verfolgen und so den Laden zusammenzuhalten.“

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news-19057 Tue, 06 Oct 2020 16:55:28 +0200 Soziale Marktwirtschaft global gestalten https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-overbeck-soziale-marktwirtschaft-global-gestalten Reaktion des Essener Bischofs auf die Enzyklika „Fratelli tutti“ von Papst Franziskus Eine nachhaltige Form der sozialen Marktwirtschaft gilt es nach den Worten des Essener Bischofs Franz-Josef Overbeck zu gestalten, in der ein Verständnis für die Sozialpflichtigkeit des Eigentums und den Wert der Arbeit wachse. So könne eine gerechtere globale Ordnung geschaffen werden. Im Blick auf das solidarische und gerechte Miteinander aller Menschen in Geschwisterlichkeit, wie Papst Franziskus sie in seiner am vergangenen Sonntag veröffentlichten Enzyklika Fratelli tutti fordert, sagte Overbeck: „Am Beispiel eines geeinten Europas sehen wir, wie es gelingen kann, Solidarität in einer Marktwirtschaft institutionell so zu konkretisieren, dass damit vielen Menschen gedient ist.“

„In der Enzyklika Fratelli tutti erinnert uns Papst Franziskus daran, dass wir Menschen grundlegend sozial eingebunden leben und am Fremden wie am Nächsten wachsen“, erklärte Overbeck, „wir sind eben nicht einfach autarke Individuen, sondern geschwisterlich verbundene Personen mit einer jeweils unveräußerlichen Würde.“ Darauf baue die sozialethische Kernaussage der Enzyklika auf: Jeder Mensch hat einen Rechtsanspruch auf ein menschenwürdiges Leben. „Diese Tatsache verpflichtet dazu, in interreligiöser Verbundenheit mit möglichst vielen Menschen für eine gerechtere Weltordnung einzutreten, in der Solidarität und Freiheit die bestimmenden Strukturprinzipien sind“, so der Essener Bischof.

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news-19056 Tue, 06 Oct 2020 12:17:30 +0200 „Wanderführer Ruhrbistum“ liegt in allen Katholischen Öffentlichen Büchereien bereit https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/wanderfuehrer-ruhrbistum-liegt-in-allen-katholischen-oeffentlichen-buechereien-bereit Das Buch beschreibt die fünf Teilstrecken des Pilgerwegs im Bistum Essen Der „Wanderführer Ruhrbistum“ liegt nun in allen 130 Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB) im Bistum Essen zur Ausleihe bereit. Das Buch beschreibt auf 144 Seiten die fünf Teilstrecken des Pilgerwegs, die verschiedene Regionen im Ruhrgebiet und im Märkischen Sauerland mit dem Essener Dom verbinden. Die beiden Autorinnen Nikola Hollmann und Andrea Slavic beschreiben die Etappen des Pilgerwegs und geben Tipps zu Sehenswürdigkeiten, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten. Der Wanderführer ist nun an 130 Standorten im Ruhrbistum leihweise erhältlich und bietet so den Haupt- und Ehrenamtlichen der Pfarreien eine einfache Möglichkeit, eine Wanderung auf einer Etappe des Pilgerwegs vorzubereiten.

Die Katholischen Öffentlichen Büchereien stellen zusammen mehr als 360.000 Bücher, Spiele, CDs oder andere Medien bereit. Die rund 1000 Ehrenamtlichen, die sich in den Büchereien engagieren, organisieren nicht nur die Ausleihe, sondern auch Lesungen, Büchereirallyes, Kriminächte und anderes und sind damit wichtige Kulturanbieter im Stadtteil.

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news-19055 Sun, 04 Oct 2020 15:49:55 +0200 Picknick-Gottesdienst zum Erntedankfest https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/picknick-gottesdienst Mit viel Kreativität haben die Gemeinden im Ruhrbistum am gestrigen Sonntag Erntedank gefeiert – coronabedingt zum Beispiel auch auf der Wiese. Auf Picknickdecken zwischen den ersten bunten Herbstblättern haben Familien aus dem Bochumer Süden am Sonntag, 4. Oktober, Erntedank gefeiert. Die Gemeinde St. Johannes hatte zum Gottesdienst auf die große Wiese neben ihrer Kirche im Stadtteil Wiemelhausen eingeladen, um trotz der Corona-Beschränkungen mit möglichst vielen Menschen feiern zu können. Passend zum Gedenktag des Heiligen Franziskus und zum Erntedank war Franziskus‘ „Sonnengesang“ Thema der Feier. Dabei waren vor allem die Kinder eingeladen, den verschiedenen Elementen, die im „Sonnengesang“ gepriesen werden, zum Beispiel mit Wasser, Erde oder kleinen Sternen selbst nachzuspüren.

So wie in der St. Johannes-Gemeinde stand am Wochenende auch in vielen anderen Kirchen des Ruhrbistums das Thema Erntedank auf dem Programm. Manche Gemeinden verknüpften dies mit den – im Frühjahr verschobenen – Erstkommunion-Messen. Und während andere mit Herbstschmuck und mit frischen Lebensmitteln dekorierten Altären in ihren Kirchen feierten, verlegte zum Beispiel die Essener Gemeinde St. Elisabeth ihren Sonntagsgottesdienst auf einen benachbarten Bauernhof.

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news-19054 Sun, 04 Oct 2020 14:35:08 +0200 Papst ruft zu neuer Weltordnung auf https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/papst-ruft-zu-neuer-weltordnung-auf Mit einem eindringlichen Plädoyer für Geschwisterlichkeit und Freundschaft über alle Grenzen hinweg hat Papst Franziskus sich an die Menschheit gewandt. In der am Sonntag veröffentlichten Enzyklika "Fratelli tutti" mahnt er zu einer Abkehr von Egoismus auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Nur so ließen sich die Folgen der Corona-Pandemie und globale Herausforderungen wie soziale Ungleichheit und Migration bewältigen. Sein Schreiben, das Züge einer Sozialutopie trägt, richtet der 83-Jährige ausdrücklich an "alle Menschen guten Willens" unabhängig von ihrem Glauben. Die Anregung zu dem Text erhielt Franziskus nach eigenem Bekunden auch durch den ägyptischen Großimam Ahmad Al-Tayyeb, einen führenden Islam-Gelehrten. Als päpstliches Grundsatzdokument hat die Enzyklika hohe Verbindlichkeit für 1,3 Milliarden Katholiken weltweit.

In dem 287 Artikel umfassenden Text wirbt der Papst dafür, nach dem Vorbild des heiligen Franziskus andere Menschen unabhängig von Herkunft oder sozialer Zugehörigkeit in freundschaftlicher Offenheit "anzuerkennen, wertzuschätzen und zu lieben". Wer meine, die globalen Probleme nach der Corona-Krise mit den alten Systemen lösen zu können, sei "auf dem Holzweg". Inspirieren ließ sich der Papstes nach eigenen Worten auch von Nichtkatholiken wie dem US-Bürgerrechtler Martin Luther King, dem südafrikanischen Anglikaner Desmond Tutu und Mahatma Gandhi.

Beim Umgang mit Konflikten mahnt der Papst eine Stärkung der Vereinten Nationen an und fordert die Unterordnung nationaler Interessen unter das globale Gemeinwohl. Erneut verurteilt er Krieg und Rüstung als Mittel der Politik. Auch wendet er sich gegen einen zu großen Einfluss der Wirtschaft. Er verlangt die Einbeziehung aller gesellschaftlicher Gruppen, auch der Schwächsten, in Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse. Dabei stellt er sich hinter eine "Option für die Armen" und das Recht auf kulturelle Identität gegen eine globale Gleichmacherei; diese verurteilt er als Kolonialismus.

Zum Thema Migration betont Franziskus, solange in den Herkunftsländern die Bedingungen für ein Leben in Würde fehlten, gelte es "das Recht eines jeden Menschen zu respektieren, einen Ort zu finden, an dem er nicht nur seinen Grundbedürfnissen und denen seiner Familie nachkommen, sondern sich auch als Person voll verwirklichen kann". Jedes Land sei "auch ein Land des Ausländers"; die Güter eines Territoriums dürften "einer bedürftigen Person, die von einem anderen Ort kommt, nicht vorenthalten werden".

Am Samstag war der Papst nach Assisi gereist, um die Enzyklika am Grab des heiligen Franziskus (1181/82-1226) zu unterschreiben. Der mittelalterliche Bettelbruder gilt als Vorbild für eine radikale Zuwendung zu allen Menschen und Geschöpfen. "Fratelli tutti" ist seine dritte Enzyklika und folgt auf "Laudato si" von 2015. Auch dieses Schreiben zu Umwelt und sozialer Gerechtigkeit verwies auf Franz von Assisi.

Bischof Bätzing: Sozialenzyklika des Papstes ist "Weckruf"

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Limburgs Bischof Georg Bätzing, sieht die Sozialenzyklika von Papst Franziskus als "Weckruf" an. Das neue Lehrschreiben sei "ein eindringlicher Appell für weltweite Solidarität und internationale Zusammenarbeit", sagte Bätzing am Sonntag in Limburg bei der Vorstellung der Enzyklika mit dem Titel "Fratelli tutti - Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft". Die dritte Enzyklika von Franziskus war zuvor im Vatikan veröffentlicht worden.

Im Kern gehe es darin um die Würde des Menschen, die sich aus der Gottesebenbildlichkeit heraus begründe, sagte Bätzing. "Die Enzyklika ist ein Weck-, Mahn- und Hoffnungsruf", betonte der Bischof. "Ein Weckruf, dass wir zueinander finden. Ein Mahnruf, dass wir den Nächsten nicht vergessen. Ein Hoffnungsruf, der uns auffordert, Mauern niederzureißen und Zusammenhalt zu stärken."

Franziskus wende sich gegen nationale Abschottung und rege eine "Ethik der internationalen Beziehungen" an. Geschwisterlichkeit sei für den Papst eine "Liebe, die alle politischen und räumlichen Grenzen übersteigt" und weit entfernte Menschen genauso achte wie jene in unmittelbarer Nähe.

Eindrucksvoll sei, dass der Papst trotz einer "teilweise mit harten Worten formulierten Analyse der Welt" die Hoffnung nicht verliere. Er verweise auf die neue Wertschätzung für viele Menschen, die in der Corona-Pandemie großes Engagement bewiesen und teilweise ihr Leben eingesetzt hätten.

Der Papst mache zudem deutlich, wie wichtig der Dialog zwischen den Nationen und zwischen den Religionen sei. "Papst Franziskus unterstreicht die notwendige Rückkehr zu einer 'Kultur der Begegnung' und zu echten Dialogen, weg von den 'parallel verlaufenden Monologen', die derzeit häufig ablaufen", so Bätzing.

Ein "echter und aufrichtiger Dialog" sei auch für die Kirche in Deutschland auf dem Synodalen Weg die Richtschnur, sagte der Bischofskonferenz-Vorsitzende. Die Kirche stehe zudem in der Pflicht, sich in gesellschaftliche und politische Diskussionen sowie Entscheidungsprozesse einzubringen. "Dazu fordert die Enzyklika uns weiterhin auf", sagte Bätzing.

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news-19053 Fri, 02 Oct 2020 14:47:11 +0200 Weihbischof Schepers besucht Oberhausener Jugendwerk „Die Kurbel“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/weihbischof-schepers-besucht-oberhausener-jugendwerk-die-kurbel Bei seinem Besuch im Oberhausener Jugendwerk informierte sich Weihbischof Ludger Schepers über die Arbeit vor Ort und segnete den neuen Bereich der Multiwerkstatt. Über die Arbeit des Oberhausener Jugendwerks „Die Kurbel“ informierte sich Weihbischof Ludger Schepers bei einem Besuch vor Ort am Freitag, 2. Oktober 2020. In einer Gesprächsrunde mit Einrichtungsleiter Frank Janßen, dem Oberhausener Propst Christoph Wichmann sowie Andreas Schellhase und Hermann Josef Schepers aus dem Diözesanvorstand der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) ließ sich der Weihbischof von den aktuellen Herausforderungen und Hilfsangeboten der „Kurbel“ berichten.

„Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei“

Das Treffen dieser Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen zeigt laut Frank Janßen vor allem die gute Vernetzung vor Ort, die für ein zukünftiges Bestehen zwingend nötig sei: „Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei.“ So diskutierten die Gesprächspartner über den aktuellen Stand in der Kinder- und Jugendarbeit, die Angebote für Langzeitarbeitslose und von Armut betroffene Menschen, die Schulsozialarbeit sowie Ideen zum Welttag der Armen.

Janßen und seine Mitarbeiter berichteten Weihbischof Schepers außerdem von den besonderen Herausforderungen durch die Corona-Krise. Die Angebote des Jugendwerks mussten in den vergangenen Monaten neu gedacht werden: Die persönliche Beratung findet nun oft online oder per Telefon statt, das Mittagessen für Bedürftige in der Innenstadt wird etwa durch Fenster ausgegeben. Janßen sprach von großen Herausforderungen, die das Jugendwerk auch weiter begleiten würden. „Das Problem, den Spagat zwischen Hygieneauflagen und unserem Raumangebot mit dem gleichen Budget an Finanzen und Personal hinzubekommen, bleibt“, so Janßen. „Wir haben Angst, dass Bedürftige durch Corona noch weiter benachteiligt werden. Da sind wir mittendrin, um zu helfen.“

Schepers segnete neuen Werkstattbereich

Weihbischof Schepers segnete zudem den neuen Bereich in der Multiwerkstatt des Jugendwerks. Dort werden die beruflichen Stärken der Jugendlichen gefördert und Ausbildungs- und Jobchancen vermittelt. Neu ist jetzt der Bereich für Metallverarbeitung. „Da gibt es einfach eine hohe Affinität gerade bei jungen Männern“, erklärt Janßen. Die Nachfrage nach Berufen dieses Gewerks sei auf dem Arbeitsmarkt aktuell recht hoch und biete eine gute Chance, um die Jugendlichen in Ausbildungen und Berufe zu vermitteln.

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news-19052 Fri, 02 Oct 2020 12:01:35 +0200 Overbeck: Solidarisches Handeln in Bildung für mehr Chancengleichheit https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/overbeck-solidarisches-handeln-in-bildung-fuer-mehr-chancengleichheit Bei der ersten öffentlichen Veranstaltung des neu gegründeten Rates für Bildung im Bistum Essen haben sich in der Wolfsburg Vertreter verschiedener pädagogischer Bereiche mit den aktuellen Herausforderungen der Bildung in Pandemie-Zeiten auseinandergesetzt. Die Corona-Krise bietet nach Ansicht von Bischof Franz-Josef Overbeck die große Chance eines Fortschritts in der digitalen Bildung. „Wir können beim digitalen Lernen wegen Corona einen großen Schritt nach vorne machen“, sagte Overbeck am Donnerstag, 1. Oktober 2020, bei der Jahresveranstaltung des Rates für Bildung in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim. Nur mit solidarischem Handeln auch in der Bildung sei mehr Chancengleichheit zu erreichen und zu verhindern, dass sozial benachteiligte Kinder abgehängt werden.

Der Studientag „Digitale Bildung für alle? Benachteiligung und Chancen in Corona-Zeiten“ war die erste öffentliche Veranstaltung des 2019 neu gegründeten Rates für Bildung im Bistum Essen. Der Bischof hatte den Rat ins Leben gerufen, nachdem viele Veranstaltungen in der Bistums-Akademie „Die Wolfsburg“ gezeigt hatten, wie bedeutend die Bildung für die Entwicklung und Zukunft der Metropolregion Ruhr ist. Sprecherin des Rates ist Frau Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung.

Aufgrund der wegen der Corona-Pandemie geltenden Abstandsregelungen war die von Akademiedozent Mark Radtke moderierte Veranstaltung auf gut 30 Teilnehmer begrenzt. Darunter waren vor allem Lehrerinnen und Lehrer, Vertreter der Schulsozialarbeit sowie Mitarbeitende aus dem Sozial- und Bildungsbereich und den Erziehungswissenschaften.

Erziehungswissenschaftlerin: Zugang zu Bildung ist sozial ungleich

Die Leiterin des Forschungsbereichs „Schulentwicklung und Digitalisierung“ am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Duisburg-Essen, Dr. Manuela Endberg, führte in ihrem Vortrag aus, dass in kaum einem anderen Land der Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status und den schulischen Leistungen so groß wie in Deutschland ist. Die Corona-Krise habe dies noch einmal verdeutlicht und eine digitale Kluft aufgezeigt.

Nach aktuellem Stand der Wissenschaft hätten während der Schulschließungen zwar die meisten Jugendlichen zuhause auf ein Handy (82 Prozent) oder einen PC oder Laptop (80 Prozent) zum Lernen zurückgreifen können, sagte Endberg. Etwa ein Fünftel der Jugendlichen hätten danach aber nicht ständig Zugriff auf digitale Endgeräte gehabt.

Zudem seien viele Kinder und Jugendliche nicht in der Lage, kompetent mit digitalen Technologien und Informationen umzugehen, sagte Endberg. Hier sei der Anteil von Schülerinnen und Schülern aus benachteiligten Familien besonders hoch. Die Forschung zeige, dass lange Phasen ohne Schulunterricht bei ihnen zu Rückschritten beim Kompetenzerwerb führten. Das Bildungssystem sei daher stark gefordert, diesem Bereich noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Corona-Zeit habe zudem offen gelegt, dass Pädagogen an Schulen auf einen Unterricht mit digitalen Mitteln häufig nicht ausreichend vorbereitet seien, führte Endberg weiter aus. Um der digitalen Spaltung entgegenzuwirken, sei es deshalb wichtig, auch die digitalen Kompetenzen von Lehrenden zu steigern.

Endberg: Chance, wichtige Änderungen und Reformen anzugehen

Die gegenwärtige Situation zeige sehr deutlich, dass eine kurzfristige Digitalisierung von Schule nicht reiche, zog Endberg Fazit. Sie biete aus Sicht der Bildungsforschung aber eine große Chance, den gesellschaftlichen Wert von Bildung – noch viel stärker als bisher – herauszuarbeiten und wichtige Änderungs- und Reformbedarfe aufzuzeigen und anzugehen.

Praktisches Rüstzeug und konkrete Methoden vermittelten zum Abschluss des Studientages drei Workshops, in denen die Teilnehmer zu Inhalten des digitalen Lernens und Maßnahmen gegen soziale Benachteiligung arbeiten konnten.

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news-19051 Thu, 01 Oct 2020 14:08:11 +0200 Finanzielle Förderung für spirituelle Familien-Auszeiten https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/finanzielle-foerderung-fuer-spirituelle-familien-auszeiten „team exercitia“ im Bistum Essen bietet finanzielle Förderung für Familienbesinnung. Kollekten am 11. Oktober werden zugunsten der Förderung gesammelt. Die vergangenen Monate in der Corona-Krise haben viele Familien in neue und teilweise sehr belastende Situationen gebracht, sie vor neue Herausforderungen zwischen Beruf, Schule und Alltag gestellt. Eine nötige Auszeit, um wieder im eigenen Glauben zur Ruhe zu kommen, können Exerzitien und Besinnungstage sein.

Zuschüsse für bis zu zwei Veranstaltungen pro Jahr

Das „team exercitia“ bietet für Familien die Förderung solcher spirituellen Angebote. Familien können einen finanziellen Zuschuss beantragen, wenn sie an einemBesinnungsangebot teilgenommen haben. Dieses Angebot kann auch außerhalb des Bistums stattgefunden haben, die Familienmitglieder müssen allerdings zum Bistum Essen gehören. Förderungen können auch für Veranstaltungen einer Pfarrei oder andere Angebote von Institutionen beantragt werden, die sich Familien oder einzelne Mitglieder selbst aussuchen. Pro Jahr können bis zu zwei Veranstaltungen pro Person bezuschusst werden.

"Die Teilnahme darf nicht am Geld scheitern"

„Viele Familien sind in dieser Zeit finanziell unter Druck geraten oder sehen dem in den nächsten Monaten und Jahren entgegen. Uns ist es ein großes Anliegen, dass die Teilnahme an spirituellen Angeboten nicht am Geld scheitern darf“, sagt Silvia Betinska, Referentin für Spiritualität und Exerzitien im Bistum Essen.

Alle Informationen zu Besinnungsangeboten des „team exercitia“ im Bistum Essen und der Förderung für Familien gibt es hier.

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news-19071 Thu, 01 Oct 2020 14:01:00 +0200 Namen und Daten | 01.10.2020 https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-1102020 Pastor Ivan Cestar, Pastor Albert Akohin, Pastor Dr. Peter Hoffmann, Pastor P. DDr. Jean-Bertrand Madragule Badi OP Pastor Ivan Cestar ist mit Wirkung zum 1. Oktober 2020 zum vicarius paroecialis mit dem Titel Pastor der Pfarrei St. Dionysius in Essen und der eigenverantwortlichen Wahrnehmung der Seelsorge für die kroatischsprachigen Christen in der Stadt Essen ernannt worden. Gleichzeitig ist Pastor Cestar von seiner Ernennung als Pastor der Pfarrei Mariä Himmelfahrt und der Pfarrei St. Barbara in Mülheim entpflichtet worden.

Pastor Albert Akohin ist mit Wirkung zum 1. Oktober 2020 zum vicarius paroecialis mit dem Titel Pastor auf Pfarreiebene der Pfarrei St. Mariä Geburt in Mülheim ernannt worden. Gleichzeitig ist Pastor Akohin von seinen Aufgaben als vicarius paroecialis mit dem Titel Pastor der Pfarrei St. Laurentius in Plettenberg – Herscheid und der Beauftragung, in der Gemeinde St. Mariä Aufnahme in den Himmel in Herscheid entpflichtete worden.

Pastor Dr. Peter Hoffmann ist mit Wirkung zum 1. Oktober 2020 als Ruhestandsgeistlicher zum Pastor im besonderen Dienst in der Pfarrei St. Laurentius in Essen ernannt worden. Gleichzeitig ist Pastor Hoffmann von seiner Beauftragung mit der eigenverantwortlichen Wahrnehmung der Seelsorge in der Gemeinde St. Barbara in Essen-Kray und darüber hinaus auch die des Diösezanpräses für die Katholische Bücherei im Bistum Essen, ebenfalss des Diösezanpräses des Borromäusvereins und als Beichtvater der Karmelitinnen in Essen-Stoppenberg, entpflichtet worden.

Pastor P. DDr. Jean-Bertrand Madragule Badi OP verlängert sich die Ernennung zum vicarius paroecialis mit dem Titel Pastor der Pfarrei Liebfrauen in Bochum bis zum 31. Dezember 2021, mit einem Beschäftigungsumfang von 75%.

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news-19050 Thu, 01 Oct 2020 13:51:39 +0200 Hochfest der Schutzpatronin des Bistums Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/hochfest-der-schutzpatronin-des-bistums-essen Im Dom wird am Sonntag, 11. Oktober, ein Gottesdienst zu Ehren von „Maria, Mutter vom Guten Rat“ gefeiert. Zum Hochfest der Schutzpatronin des Bistums Essen „Maria, Mutter vom Guten Rat“ am Sonntag, 11. Oktober, feiern die Katholiken mit Domkapitular Michael Dörnemann um 10 Uhr einen Gottesdienst im Essener Dom.

Im Dom dürfen sich zurzeit nicht mehr als 65 Besucher gleichzeitig aufhalten. Der Zugang in die Kirche ist nur durch den Kreuzgang möglich. Beim Gang durch die Kirche ist das Tragen einer Gesichtsmaske Pflicht, auf den markierten Sitzplätzen gibt es jedoch keine Maskenpflicht.

Im Essener Dom wird Maria als „Mutter vom Guten Rat“ im Bild der Goldenen Madonna verehrt, das in einer eigenen Kapelle links vom Altar steht. Die mit Blattgold überzogene Holz-Skulptur entstand bereits um das Jahr 980 und gilt deshalb als älteste vollplastische Darstellung der Gottesmutter mit dem Jesus-Kind. Am 8. Juli 1959 hat Papst Johannes XXIII. die „allerseligste Jungfrau Maria unter dem Titel ‚Mutter vom Guten Rat‘ zur Patronin des Bistums Essen“ bestimmt – gut eineinhalb Jahre nach Gründung des Ruhrbistums.

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news-19048 Wed, 30 Sep 2020 12:18:15 +0200 Schatzkammer bietet wieder offene Führungen im Dom an https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/schatzkammer-bietet-wieder-offene-fuehrungen-im-dom-an Einstündige Rundgänge an jedem zweiten Sonntag im Monat starten am 11. Oktober. Gruppen mit bis zu neun Besuchern können eigene Führungen im Dom und jetzt auch wieder in der Domschatzkammer buchen. Im Essener Dom bietet das Team der Domschatzkammer ab Sonntag, 11. Oktober, wieder offene Führungen an. Ab 14.30 Uhr erkunden die Besucher in einer kleinen Gruppe von maximal neun Teilnehmern unter fachkundiger Begleitung die über 1000 Jahre alte Münsterkirche. „Das wird ein ganz exklusives Erlebnis“, verspricht Rainer Teuber, Leiter der Museumspädagogik und des Besucherservices in der Domschatzkammer mit Blick auf die coronabedingt kleinen Gruppen. Auf dem Programm des Rundgangs stehen Unter anderem stehen auf dem Programm des Rundgangs ein Besuch bei der Goldenen Madonna, der ältesten Marienfigur der Welt, sowie ein Blick auf den Siebenarmigen Leuchter, die älteste erhaltene christliche Nachbildung des jüdischen Tempelleuchters. Zudem erläutern die Domschatz-Fachleute die Geschichte der Stiftsdamen, deren Kirche der heutige Dom war und die rund 1000 Jahre lang das religiöse und politische Leben in Essen und Umgebung gestaltet haben.

Plätze können vorab reserviert werden

Wer sich vorab einen Platz für den einstündigen Rundgang sichern möchte, meldet sich bei der Essener Domschatzkammer, E-Mail oder Tel.: 0201 / 22 04-206. Sollten zu Beginn der Führung noch Plätze frei sein, können sich auch spontane Besucher anschließen, bis die maximale Gruppengröße von neun Personen erreicht ist. Die Teilnahme an der Führung kostet pro Person 8 Euro, im Anschluss können die Besucher zudem gratis die Domschatzkammer erkunden. 

Nach dem Auftakt am 11. Oktober sind vorerst jeweils am zweiten Sonntag des Monats (8.November, 13. Dezember), immer von 14.30 bis 15.30 Uhr weitere offene Führungen im Dom geplant, für die sich Besucher auch jetzt schon anmelden können.

Gruppenführungen in Dom und Domschatzkammer

Gruppen mit bis zu neun Teilnehmern können Führungen im Essener Dom auch zu anderen Terminen buchen und sich zwischen einem einstündigen oder einem 90-minütigen Rundgang entscheiden sowie aus verschiedenen Themenschwerpunkten auswählen. Pro Gruppe kosten die Führungen für den einstündigen Rundgang 60 Euro und für den 90-minütigen 90 Euro.

Ab sofort sind – ebenfalls für Kleingruppen bis neun Teilnehmer – auch wieder Führungen in der Domschatzkammer möglich. Anmeldungen und weitere Informationen zu Gruppenführungen über die Domschatzkammer.

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