Bistum-Essen RSS Feed https://www.bistum-essen.de de Copyright Thu, 21 Nov 2019 23:19:31 +0100 Thu, 21 Nov 2019 23:19:31 +0100 TYPO3 news-18526 Thu, 21 Nov 2019 13:54:43 +0100 WDR5 übertragt Adventsgottesdienst aus St. Mariä Himmelfahrt https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/wdr5-uebertragt-adventsgottesdienst-aus-st-mariae-himmelfahrt/ Gottesdienst am 1. Dezember um 10 Uhr in Mülheim-Saarn wird von der Jugendkantorei mitgestaltet. Aus der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt in Mülheim-Saarn überträgt der Radiosender WDR5 am Sonntag, 1. Dezember, um 10 Uhr live die heilige Messe zum ersten Advent. Musikalisch gestaltet diesen Gottesdienst die Jugendkantorei der Pfarrei.

Im Bereich des Bistums Essen ist WDR5 über die Frequenzen 88,8 und 90,3 Mhz zu empfangen. Nach der Ausstrahlung gibt es den Gottesdienst als Aufzeichnung auf der Internetseite "Kirche im WDR".

]]>
news-18525 Thu, 21 Nov 2019 13:34:46 +0100 Predigtreihe über „starke Frauen“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/predigtreihe-ueber-starke-frauen/ Pastoralreferentin Sabrina Kuhlmann und Schwester Kerstin-Marie Berretz predigen in den Vorabendmessen in St. Pankratius in Oberhausen. „Starke Frauen“ stehen im Mittelpunkt einer Predigtreihe der Katholischen Pfarrei St. Pankratius in Oberhausen an den Advents-Samstagen. In den Vorabend-Gottesdiensten jeweils um 17 Uhr predigen im Wechsel die Pastoralreferentin Sabrina Kuhlmann und die Dominikanerin Schwester Kerstin-Marie Berretz.

Am 30. November geht es in St. Antonius im Stadtteil Klosterhardt um die Philosophin, Frauenrechtlerin und Karmelitin Edith Stein. Am 7. Dezember folgt in St. Josef, Heide, eine Predigt über die Mystikerin, Kirchenlehrerin und Heilige Katharina von Siena. Die schwer gefolterte Märtyrerin Christina von Bolsena, Heilige des 3. Jahrhunderts, steht im Mittelpunkt des Gottesdienstes am 14. Dezember in St. Antonius. Zum Abschluss der Predigtreihe am 21. Dezember in St. Josef geht es um die französische Schriftstellerin und Mystikerin Madeleine Delbrêl.

]]>
news-18524 Thu, 21 Nov 2019 13:07:55 +0100 SPD in NRW will mit Solidarität aus dem Krisenmodus https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/spd-in-nrw-will-mit-solidaritaet-aus-dem-krisenmodus/ Bei einer Diskussion in der Bistums-Akademie „Die Wolfsburg“ gab SPD-Landeschef Hartmann zu, dass sich die SPD über politische Erfolge „mehr freuen könnte“. Für die Zukunft warb er für Milliarden-Investitionen in Bildung und eine Neuauflage des sozialen Wohnungsbaus. Vertrauensverlust, Mitgliederschwund und wenig Beteiligung: In der katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim stand am Mittwochabend einmal nicht die Kirche auf der Agenda – sondern die SPD. Gemeinsam mit dem Publikum analysierten und diskutierten der langjährige NRZ-Chefredakteur Richard Kießler, SPD-Landeschef Sebastian Hartmann und der Duisburger Politikwissenschaftler Martin Florack die Lage der „Partei im Dauerkrisenmodus“, wie „Wolfsburg“-Dozent Mark Radtke die Veranstaltung überschrieben hatte.

Wobei Hartmann, 1977 in Oberhausen-Osterfeld geboren und gut ein Jahr nach der deutlichen Niederlage bei der Landtagswahl im Juni 2018 zum SPD-Vorsitzenden in NRW gewählt, das Krisenhafte schnell ad acta legen wollte. „Man ist als politische Partei auch selbst dafür verantwortlich, wenn man sich in den Dauerkrisenmodus redet“, hob Hartmann hervor. Ja, die SPD habe in der Vergangenheit auch in NRW nicht alles richtig gemacht – und über politische Erfolge in der Großen Koalition wie die jüngst erreichte Grundrente mit reiner Einkommensprüfung „hätten wir uns mehr freuen können“. Doch jetzt gehe es für den bundesweit größten SPD-Landesverband darum, „Angebote für die Kommunalwahl im nächsten Jahr und die Landtagswahl 2022 zu machen“.

Kießler: „Eine ratlose Partei, die auch noch schlechte Laune hat“

Ein Optimismus, den Florack und Kießler ein wenig bremsen wollten. Der Politikwissenschaftler sah vielmehr ein geradezu „ehernes Gesetz“ des Krisenhaften in der Partei: „Bei der SPD knallt es immer dann, wenn sie in Regierungsverantwortung ist – oder gerade raus.“ Und der Journalist, bis vor wenigen Jahren selbst jahrzehntelang SPD-Mitglied, sprach von einer „ratlosen Partei, die auch noch schlechte Laune hat – und zudem über sich selbst stolpert“. Kießler hielt der (Bundes-)SPD vor, zuletzt Themen aus dem Bereich Migration und Integration vernachlässigt zu haben, „davon war bei den Wahlkampf-Veranstaltungen der Kandidaten-Paare für die neue Doppelspitze kaum etwas zu hören“. Weil die SPD diese Themen nicht bearbeite, werde in ihren ehemaligen Hochburgen wie etwa im Essener Norden die AFD zunehmend stärker, so Kießlers Analyse. Zudem habe die SPD die Brisanz der Klima-Politik nicht erkannt: „Seit den 1990er Jahren war absehbar, dass das ein wichtiges Thema wird“, so Kießler.

Einen der jüngeren Vorstöße der Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sortierte Florack denn auch in das große Thema „vorhandene Erfolge werden gut versteckt“ ein: Im Prinzip hätten die Grünen auf ihrem Bundesparteitag in Bielefeld lediglich Schulzes Konzept einer CO2-Steuer übernommen, andere Preise eingefügt „und gehen damit jetzt mit guter Laune hinaus in die Welt“, so Florack.

SPD setzt beim Klimaschutz auf sozialen Ausgleich

Hartmann hält dagegen, dass die SPD beim Klimaschutz für den sozialen Ausgleich stehe. Wenn der Preis für eine Tonne CO2 nicht bei zehn sondern – wie von den Grünen beschlossen – bei 60 Euro liege, bedeute dies für manch mehrköpfige Familie mit Ölheizung Mehrkosten von mehreren hundert Euro pro Jahr, „das kann sich nicht jeder leisten“, so Hartmann. Zudem werde er die Grünen in NRW „immer daran erinnern, dass sie alle Braunkohletagebaue hier mitgetragen haben“. Unter seiner Führung werde die SPD in NRW versuchen, sich mit dem Angebot „Freiheit durch Solidarität“ von der politischen Konkurrenz abzugrenzen. Konkret schlägt er unter anderem vor, den Wandel in der Arbeitswelt durch einen öffentlich finanzierten „lebenslangen Qualifizierungsanspruch“ zu unterstützen. Zudem sollen nach seinen Vorstellungen künftig bis zu 7 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich in den Bildungsbereich in NRW fließen. Als zentrales Thema sieht Hartmann das Wohnen. Hier sollen künftig weniger Steuermittel in Wohngeld-Erhöhungen fließen, sondern direkt in den sozialen Wohnungsbau. „Wir müssen die Kommunen wieder in die Lage versetzen, selbst Wohnraum zu schaffen.“ Und dieser öffentliche Wohnraum solle dann nicht nach 30 Jahren aus der Sozialbindung fallen, sondern dauerhaft in öffentlicher Hand bleiben. Zudem sollten die Kommunen keine Grundstücke verkaufen, sondern nur über Erbpacht vergeben.

Florack: SPD muss auch „die Reichen“ als Wähler gewinnen

Politikwissenschaftler Florack sieht in den SPD-Plänen „ein großes Potential, das aber nicht richtig aktiviert wird“. Die SPD sei – wie bei der Grundrente – gut darin, bestimmten Bevölkerungsgruppen Gutes zu tun, „blöderweise wählen die aber anschließend nicht unbedingt die SPD“. Die Partei brauche auch „die Reichen“ als Wähler, sagt Florack und fragt Hartmann, was denn das Angebot für dessen eigene Altersgruppe, die Mit-Vierziger sei. „Das zweite beitragsfreie Kita-Jahr in NRW hat ausgerechnet schwarz-gelb durchgesetzt.“

]]>
news-18523 Thu, 21 Nov 2019 11:02:51 +0100 Bistum Essen sagt vollständige Aufklärung zu https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bistum-essen-sagt-vollstaendige-aufklaerung-zu/ Generalvikar Pfeffer und Personaldezernent Reinhold stellten sich den Fragen der Wattenscheider Gemeinde St. Joseph zum Fall des vorbestraften Priesters A. Detaillierte Informationen und ein kritischer Rückblick auf die Aufnahme eines wegen sexuellen Missbrauchs vorbestraften Priesters ins Bistum Essen standen am Mittwoch, 20. November, im Mittelpunkt eines Gespräches zwischen Generalvikar Klaus Pfeffer, Personaldezernent Kai Reinhold und den Gremien der Pfarrei St. Gertrud in Bochum-Wattenscheid. Der heute 86-jährige Priester A. aus dem Erzbistum Köln hatte im Jahr 2002 als Ruhestandsgeistlicher seinen Wohnsitz ins Bistum Essen verlegt und in der Gemeinde St. Joseph in Wattenscheid ohne offizielle Beauftragung priesterliche Dienste übernommen. Mitglieder und Verantwortliche der Gemeinde hatten in den vergangenen Tagen kritisiert, Bistumsverantwortliche hätten wider besseren Wissens die Gemeinde im Unklaren über die Vorgeschichte des Priesters A. gelassen.

A. war 1972 wegen „fortgesetzter Unzucht mit Kindern und Abhängigen“ zu einer Haftstrafe verurteilt und 1988 wegen sexueller Handlungen an Minderjährigen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Jeweils anschließend wurde er an eine andere Einsatzstelle zunächst im Erzbistum Köln, später ins Bistum Münster versetzt. Als 65-jähriger wechselte A. auf eigenen Wunsch in den Ruhestand nach Bochum-Wattenscheid. Gemeindemitglieder, denen A. bekannt war und die von den Missbrauchsverurteilungen wussten, informierten damals das Bistum Essen. Die Personalverantwortlichen nahmen mit dem Erzbistum Köln Kontakt auf und erhielten die mündliche Bestätigung der Vorgeschichte von A.. Daraufhin wurde eine psychologische Beurteilung durch den langjährigen Therapeuten des Geistlichen eingeholt, die bescheinigte, dass von A. keine Gefahr mehr ausgehe. Die seinerzeit Personalverantwortlichen informierten die Gemeindeleitung in Wattenscheid. Eine Beauftragung zur Mithilfe als Ruhestandsgeistlicher in der Seelsorge erhielt A. nicht. Aufgrund der fachärztlichen Einschätzung waren sie allerdings kein Anlass, ihm die Ausübung priesterlicher Dienste generell zu verbieten. Bis zu seinem Umzug in ein Seniorenheim im Jahr 2015 hat A. deshalb als Ruhestandsgeistlicher priesterliche Dienste in Wattenscheid übernommen.

„Aus heutiger Perspektive war es ein verheerender Fehler, einen mehrfach verurteilten Missbrauchstäter seelsorgliche Dienste tun zu lassen“, stellte Generalvikar Klaus Pfeffer klar. Dieser Fall bestätige in erschreckender Weise, dass es rückblickend auch im Bistum Essen im Umgang mit sexueller Gewalt schweres Versagen gegeben habe. „Ein mehrfach vorbestrafter Missbrauchstäter darf nicht mehr in der Seelsorge eingesetzt werden“, betonte Pfeffer. Diese Einsicht sei allerdings erst in den letzten Jahren gewachsen – „und das war viel zu spät“, so der Generalvikar weiter. „Für das Bistum Essen bitte ich ausdrücklich alle um Entschuldigung, die sich jetzt hintergangen oder betrogen fühlen, weil sie einem Priester vertraut haben, ohne von dessen dunkler Vorgeschichte zu wissen“, sagte Pfeffer. „Wir hoffen sehr, dass die therapeutische Einschätzung aus dem Jahre 2002 zutrifft und es keine Opfer übergriffigen und missbräuchlichen Verhaltens durch A. im Ruhrbistum gegeben hat.“ Ausdrücklich forderte er aber mögliche Betroffene auf, sich bei den unabhängigen Missbrauchsbeauftragten zu melden.  

Im Zuge der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals des Jahres 2010 hatte das Bistum Essen in den zurückliegenden Jahren bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen. Im Jahre 2013 wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die die Aufsicht über alle noch lebenden Missbrauchstäter im Ruhrbistum – unter ihnen auch A. – koordiniert. Seit Anfang 2015 wurden im Rahmen dieser Aufsicht verpflichtende Gespräche mit allen Missbrauchstätern von einem psychologisch ausgebildeten Ordensmann geführt – so auch mit A.. Das im Jahr 2015 bei einer externen Anwaltskanzlei in Auftrag gegebene Personalakten-Projekt des Bistums Essen sah bei A. als im Seniorenheim lebenden Ruheständler des Erzbistums Köln zunächst keinen weiteren Handlungsbedarf. Damals hatte der Personaldezernent des Bistums Essen aufgrund der Bearbeitung des Falls Kontakt mit den Personalverantwortlichen des Erzbistums Köln aufgenommen, um zu klären, ob seinerzeit ein kirchenrechtliches Verfahren gegen A. durchgeführt worden ist. Die Einleitung eines solchen Verfahrens ist zwischenzeitlich erfolgt. Zudem hat der Erzbischof von Köln ihm die Ausübung aller priesterlichen Dienste untersagt.

Personaldezernent Kai Reinhold stellte klar, dass für den Umgang mit Missbrauchstätern heute grundsätzlich andere Maßstäbe gelten: „Wer sich nachweislich des sexuellen Missbrauchs schuldig macht, kann nicht mehr seelsorglich eingesetzt werden und alle priesterlichen Dienste müssen ihm untersagt werden.“ Bischof Overbeck habe zudem entschieden, dass vorbelastete Priester aus anderen Bistümern schon heute nicht mehr in das Bistum Essen aufgenommen würden. Grundsätzlich verlangten der Bischof und die Personalverantwortlichen ab sofort den vollständigen Einblick in die Personalakte eines Priesters, der im Bistum Essen tätig werden soll.
 
Für Generalvikar Klaus Pfeffer macht dieser Fall deutlich, „dass es weiterer erheblicher Anstrengungen bedarf, um den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche aufzudecken und aufzuklären“. „Dies sind wir den vielen Opfern schuldig“, so Pfeffer weiter. Für die Fehler und Versäumnisse in der Vergangenheit könne er als Generalvikar nur aufrichtig um Entschuldigung bitten – bei den Opfern, die bis heute unter den Folgen des Missbrauchs leiden, aber auch bei den Menschen in der Gemeinde St. Joseph, die jahrelang über die Vergangenheit von A. nichts wussten. „Ich will weiter alles dafür tun, dass wir uns in unserer Kirche radikal unseren dunklen Seiten stellen - und alles auf den Prüfstand stellen, was zu den Verbrechen beigetragen hat, die bei uns geschehen sind.“


Das Bistum Essen bittet darum, dass sich weitere Betroffene bei den unabhängigen Beauftragten für die Prüfung von Vorwürfen sexualisierter Gewalt melden.

]]>
news-18522 Wed, 20 Nov 2019 16:25:11 +0100 Bischof besucht Gemeinde in Bochum-Wattenscheid https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bischof-besucht-gemeinde-in-bochum-wattenscheid/ Ruhrbischof kommt zu Gottesdienst und Gespräch in die Gemeinde St. Jospeh in Bochum-Wattenscheid Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck feiert am Sonntag, 24. November, um 11 Uhr mit der Gemeinde St. Joseph in Bochum-Wattenscheid eine heilige Messe. Vor dem Hintergrund der Diskussionen um einen wegen sexuellen Missbrauchs vorbestraften Priester, der einige Jahre als Ruhestandsgeistlicher in St. Joseph gelebt hat, ist dies dem Bischof wichtig. Zudem möchte der Bischof nach dem Gottesdienst persönlich mit den Gemeindemitgliedern ins Gespräch kommen.

]]>
news-18521 Wed, 20 Nov 2019 15:06:04 +0100 „Nightfever“-Abend mit Cityseelsorger Bernd Wolharn im Dom https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/nightfever-abend-mit-cityseelsorger-bernd-wolharn-im-dom/ Pause vom Alltag machen und zur Ruhe kommen: Dazu haben Passanten in der Essener Innenstadt beim nächsten „Nightfever“-Abend am Samstag, 30. November, im Dom wieder Gelegenheit.

Der Abend beginnt um 17.30 Uhr mit einer heiligen Messe mit Cityseelsorger Bernd Wolharn. Ab 18.30 Uhr sind dann die Domtüren für alle geöffnet, die einige Zeit bei Kerzenlicht und Musik bleiben, selbst eine Kerze anzünden und mit anderen Gläubigen ins Gespräch kommen wollen. Der Abend endet mit einem gemeinsamen Nachtgebet um 22 Uhr. Der nächste Nightfever-Abend ist am 8. Februar 2020.

]]>
news-18520 Wed, 20 Nov 2019 14:31:23 +0100 Schüler des Essener Mariengymnasiums erleben Fluchtgeschichten im „missio-Truck“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/schueler-des-essener-mariengymnasiums-erleben-fluchtgeschichten-im-missio-truck/ Im Flucht-Truck des katholischen Hilfswerks missio konnten Schüler des Essener Mariengymnasiums in Werden selbst nacherleben, was es heißt, im Kongo auf der Flucht zu sein. Marie nimmt sich eine Postkarte aus den Fächern über dem Marktstand, darunter stehen Töpfe mit Gewürzen, Körbe mit Kastanien und Seife. „Sara, 16 Jahre“ steht auf der Vorderseite der Karte, darüber das Bild einer kongolesischen Jugendlichen. Auch Maries Mitschülerin Sophia zieht eine Karte, für die nächsten Minuten nimmt sie die Rolle von Christelle ein, einer 28-jährigen Medizinstudentin.

Gemeinsam öffnen die Beiden eine Holztür, dahinter verbirgt sich ein kleiner Kirchenraum. Gemeindemitglied Marcel begrüßt sie auf einem Bildschirm. Plötzlich hören die beiden Mädchen Schüsse, Marcel rät ihnen, sich hinter den Kirchenbänken zu verstecken: „Duckt euch! Das sind die Soldaten der Miliz! Ihr könnt jetzt nicht mehr zurück in Euer Heimatdorf. Draußen steht ein Lastwagen, der Fahrer bringt Euch von hier weg, packt schnell das Nötigste zusammen.“

Wenige Sekunden später müssen die Flüchtlinge die Kirche durch eine schmale Tür verlassen

Christelle hält den QR-Code ihrer Postkarte unter den Scanner eines Bildschirms. Dort muss sie auswählen, was sie am dringendsten benötigt: Ihren Pass, Wasser, Schuhe oder ein Buch. Sie entscheidet sich für das Wasser, eine Nachricht erklärt Ihr: „Deinen Pass wirst du dringender brauchen.“ Wenige Sekunden später müssen die Flüchtlinge die Kirche durch eine schmale Tür verlassen, stehen im Dunkeln neben einem kleinen Lastwagen. Auf der Ladefläche liegen Plastikkanister und Planen, auf dem Bildschirm vorne im Wagen beugt sich der Fahrer nach hinten, rät Christelle und Sara, auf ihrer Flucht nur abends und nachts zu Fuß zu gehen. Dann fährt er weiter Richtung Norden, spricht mit Christelle über ihr Studium.

Nach rund 30 Minuten steigen Marie und Sophia aus dem missio-Truck wieder auf den sicheren Parkplatzboden neben dem Mariengymnasium in Essen-Werden. Die 16-Jährigen sind sich einig: „Es ist cool, dass man zum Beispiel durch die Videos wirklich mittendrin ist und die Geschichten der Flüchtlinge nah mitbekommt. Das verstärkt nochmal die Eindrücke, die man durch die Nachrichten mitbekommt.“

Persönliche Schicksale kennenlernen, vor Ort helfen

Insgesamt zwei Tage steht der missio-Truck auf dem Gelände der Essener Schule. „Die Schüler können Vorurteile überprüfen, Schicksale von Flüchtlingen kennenlernen und erfahren, wie sie ihnen vor Ort oder in Deutschland helfen können“, erklärt Tété Agbodan, Truckbegleiter von missio. In einem Workshop vor oder nach dem Truckbesuch vertiefen die Schüler die Hintergründe zum Thema weiter, in zwei weiteren Räumen des Trucks lernen sie auch Fluchtursachen und persönliche Schicksale etwa in Syrien, Bangladesch oder Äthiopien kennen.

]]>
news-18519 Wed, 20 Nov 2019 14:10:43 +0100 Gute Predigten sollen nah an Gott und nah am Leben sein https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/gute-predigten-sollen-nah-an-gott-und-nah-am-leben-sein/ Als erste Nicht-Theologin hat Regina Laudage-Kleeberg heute den 20. Bonner ökumenischen Predigtpreis für die beste Predigt erhalten. Im Interview spricht die 33-jährige Leiterin der Abteilung Kinder, Jugend und Junge Erwachsene im Bistum Essen über ihre Vorstellungen von guten Predigten. Als erste Nicht-Theologin und zweitjüngste Preisträgerin in der bald 20-jährigen Geschichte des Bonner ökumenischen Predigtpreises hat Regina Laudage-Kleeberg am heutigen Mittwoch, 20. November, in der Bonner Schloßkirche den Preis für die beste Predigt erhalten. Ausgezeichnet wurde die 33-jährige Leiterin der Abteilung Kinder, Jugend und Junge Erwachsene im Bistum Essen für einen Text, den sie im Juni 2018 in einem „Zeitfenster“-Gottesdienst in Aachen vorgetragen hat. Unter der Überschrift „Durchhalten“ hatte die in Münster lebende Religionswissenschaftlerin an ihrem fünften Hochzeitstag über die Versuchung Jesu und die Versuchungen in Beziehungen gesprochen. Die Nominierung für den Preis kam aus der Jury selbst, bei der in diesem Jahr außerdem rund 120 weitere Beiträge eingereicht worden sind.

Im Interview erklärt Laudage-Kleeberg, was ihrer Ansicht nach eine gute Predigt ausmacht.

Bistum Essen: Christen witzeln gern, man könne über alles predigen, nur nicht über zehn Minuten – was sind Ihre Kriterien für eine gelungene Predigt, Frau Laudage-Kleeberg?

Regina Laudage-Kleeberg: Die Dauer ist für mich nur ein Randaspekt. Wenn ich eine Predigt höre, möchte ich etwas von Gott verstehen, etwas Neues über ihn lernen. Der Prediger oder die Predigerin soll mir etwas beibringen wollen – aber wenn das nichts mit meinem Leben zu tun hat, bringt mir die Predigt oft nichts. Was ich über meinen Glauben lerne, muss Relevanz für mein Leben haben, muss lebenswichtig sein. Das ist auch mein Anspruch an eine gute Predigt: Sie muss Gottes- und Lebensnähe zusammenbringen.

Bistum Essen: So wie bei Ihrer preisgekrönten Predigt über das „Durchhalten“ am Hochzeitstag?

Regina Laudage-Kleeberg: Das müssen andere beurteilen. Aber ich habe in dem Text zumindest versucht, meinem Publikum Gott näher zu bringen – und dies mit sehr lebensnahen Aspekten verbunden. Ich erzähle, wie ich mir Jesus und den Teufel vorstelle, als sie 40 Tage lang in der Wüste um Versuchung und Durchhalten ringen – und ich erzähle von mir, meiner Umgebung und von Beziehungen, wie sie wohl auch viele Zuhörerinnen und Zuhörer kennen.

Bistum Essen: Ein Thema, das zölibatär lebenden Priestern sicher nicht so nahe ist. Predigen Frauen anders als geweihte Männer?

Regina Laudage-Kleeberg: Die Predigt-Qualität ist für mich keine Frage des Geschlechts oder der Weihe. Über das „Durchhalten“ können schließlich auch zölibatär lebende Priester sprechen. Aber jeder Prediger muss bereit sein, in seiner Ansprache auch etwas von sich selbst preis zu geben. Das muss kein Seelen-Striptease werden, bloß nicht. Aber je weniger ein Prediger von sich und seinen Überzeugungen zeigt, desto weniger Relevanz hat die Predigt für mich als Zuhörerin. Außerdem ist entscheidend, dass der Prediger oder die Predigerin selbst noch Fragen ans Leben und an die konkrete Bibelstelle hat. Wer meint, schon alles zu wissen, kann keine lebensnahe Predigt halten – sondern höchstens eine Vorlesung.

Bistum Essen: Sie sprechen in Verkündigungssendungen auf WDR2 und WDR4, schreiben pointierte „Standpunkte“ auf katholisch.de – das Predigen in einer Messe ist jedoch katholischen Priestern vorbehalten.

Regina Laudage-Kleeberg: Ich bin froh und dankbar, dass es nicht nur bei den „Zeitfenster“-Gottesdiensten in Aachen, sondern auch bei uns im Bistum Essen immer mehr Formen und Möglichkeiten gibt, dass auch Laien – talentierte, überzeugte und vom Glauben an Gott begeisterte Männer und Frauen – die Möglichkeit haben, anderen von diesem Glauben zu erzählen. Es gibt Gemeinden, in denen regelmäßig Gemeindemitglieder im Gottesdienst sprechen, wir bilden ehrenamtliche Leiterinnen und Leiter für Wort-Gottes-Feiern und Beerdigungen aus, bei denen die Teilnehmer oft von sehr berührenden Ansprachen berichten. Auf diesem Weg müssen wir weiter gehen: Es braucht in unseren Gottesdiensten die Fundierung unserer Theologen, aber auch die alltäglichen Glaubenserfahrungen.

Bistum Essen: Aber mit welcher Sprache vermittelt die Kirche heute eine 2000 Jahre alte Botschaft?

Regina Laudage-Kleeberg: Viele sehr religiöse und gut ausgebildete Menschen in der Kirche benutzen eine ziemlich exklusive Sprache. Wenn bei uns zum Beispiel von „Gnade“ oder „Erlösung“ die Rede ist, gehört viel Vorwissen dazu, um zu ahnen, warum das überhaupt gut ist und warum man so etwas von Gott erhoffen darf. Wenn Prediger Menschen wirklich erreichen wollen, sollten sie begeistert sein von dem, was sie sagen – und sie sollten sich vorstellen, dass ihre Zuhörer ziemlich wenig Ahnung vom Thema haben. Mit dieser Haltung gelingen berührende und zugleich verständliche Predigten.

]]>
news-18518 Wed, 20 Nov 2019 11:26:50 +0100 Kloster in Bochum-Stiepel bekommt einen neuen Chef https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/kloster-in-bochum-stiepel-bekommt-einen-neuen-chef/ Als Prior folgt Ende des Monats Pater Maurus Zerb auf Pater Andreas Wüller, der das Amt aus Altersgründen abgibt. Am Samstag, 30. November, feiert Bischof Overbeck mit Abt Maximilian Heim aus der Mutterabtei Heiligenkreuz die Amtseinführung. Stabwechsel im Kloster Stiepel: Der 54-jährige Pater Maurus Zerb übernimmt Ende November als Prior die Leitung des Zisterzienserklosters im Bochumer Süden. Der aus Hessen stammende Mönch der Stiepeler Mutterabtei Heiligenkreuz in Österreich folgt damit auf Pater Anders Wüller (76), der seit Februar 2018 Prior in Stiepel ist und das Amt nun aus Altersgründen abgibt. In einer feierlichen Messe mit Bischof Franz-Josef Overbeck wird der Abt von Heiligenkreuz, Maximilian Heim, den neuen Prior am Samstag, 30. November, um 15 Uhr in der Stiepeler Kloster- und Wallfahrtskirche in sein neues Amt einführen. Anschließend ist bei einem Empfang im Pfarrheim Gelegenheit für Glückwünsche und Gespräche.

Der 1965 im hessischen Friedberg geborene Pater Maurus Zerb legte 1986 in Heiligenkreuz seine Profess ab und wurde dort 1996 zum Priester geweiht. Von 1998 bis 2001 war er Pfarrer der Pfarrgemeinde Maria Raisenmarkt, die wie das Stift Heiligenkreuz im Wienerwald südwestlich der österreichischen Hauptstadt liegt. Zuletzt war Pater Maurus Zerb Pfarrer in Podersdorf am Neusiedlersee.

Zisterzienser sind seit 1988 im Kloster Stiepel

Das Zisterzienser-Kloster in Bochum-Stiepel gibt es seit 1988. Der erste Ruhrbischof Franz Hengsbach wurde seinerzeit in Heiligenkreuz fündig auf der Suche nach einer Ordensgemeinschaft, die im jungen Bistum einen neuen spirituellen Ort aufbaut – und zugleich die schon im Mittelalter begründete Wallfahrtstradition zur „Schmerzhaften Mutter von Stiepel“ pflegt.

Kamen zur Klostergründung zunächst vier Mönche aus Heiligenkreuz nach Bochum, so zählt die Gemeinschaft heute 17 Männer, von denen drei, zum Beispiel als Pfarrer, auswärts wohnen. Die Erhebung des Stiepeler Priorats zu einer eigenen Abtei – und damit die Loslösung von Heiligenkreuz – steht noch aus.

Der aus Lembeck bei Dorsten stammende Prior Pater Andreas Wüller, der vor seinem Leitungsamt im Kloster 25 Jahre lang Pfarrer der Klosterpfarrei St. Marien war, bleibt auch nach seinem Ausscheiden als Prior weiter Mitglied der Stiepeler Klostergemeinschaft.

]]>
news-18517 Tue, 19 Nov 2019 14:54:08 +0100 Katholische Einrichtungen laden zum Adventssingen ein https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/katholische-einrichtungen-laden-zum-adventssingen-ein/ Die Ordensleute, die Katholische Erwachsenen- und Familienbildung in Essen und die Jugendkirche GleisX in Gelsenkirchen – drei von vielen katholischen Orten im Bistum Essen, die die Advents- und Weihnachtszeit mit Mitmachmusik gestalten. In der Adventszeit gemeinsam zu singen und zu musizieren ist in vielen Gemeinden, Kitas, Schulen und anderen kirchlichen Einrichtungen eine feste Tradition. Diese drei ausgewählten Angebote aus Essen und Gelsenkirchen sind offen für Zuhörer und Mitsänger und laden zu besonderen musikalischen Akzenten oder in ungewöhnliche Umgebungen an. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei.

  • „Wir feiern Advent mit Stimme und Instrument“ ist der Advents-Auftakt der Ordensleute im Bistum Essen. Am Sonntag, 1. Dezember, laden sie um 15 Uhr zur Adventsmusik in die Franziskuskirche, Rabenhorst 2, in Essen-Borbeck ein. Wer die Feiern mit seinem eigenen Instrument mitgestalten möchte, meldet sich per E-Mail unter und erhält dann einen Link mit den Noten.
     
  • Zum adventlichen „Rudelsingen für Jung und Alt“ im Rahmen der traditionellen Krippeneröffnung lädt die Katholische Erwachsenen- und Familienbildung große und kleine Sängerinnen und Sänger am Dienstag, 10. Dezember, ab 17 Uhr ins Katholische Stadthaus, Bernestr. 5, in der Essener Innenstadt ein.
     
  • Kurz vor Weihnachten feiert das Team von GleisX, der Kirche für Jugendliche und junge Erwachsene in der Gelsenkirchener Neustadt, mit vielen Gästen eine Spezialausgabe der „GleisKlang“-Konzerte. Begleitet von einer Band rund um Popkantor Martin Drazek gibt es ab 19 Uhr in der mit modernen (Licht-)Objekten gestalteten Kirche an der Stolzestr. 3a einen Abend lang Advents- und Weihnachtslieder zum Mitsingen.
]]>
news-18516 Tue, 19 Nov 2019 12:54:59 +0100 Namen und Daten https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-01349b8e40/ Anni Köster, Maria Küper Anni Köster ist am Dienstag, 29. Oktober 2019 im Alter von 84 Jahren verstorben.

Die verstorbene Gemeindereferentin in Ruhestand wurde am 17.November 1935 in Füchtorf geboren. Nach ihrer Ausbildung am Seelsorgehelferinnenseminar in Elkeringhausen wurde Frau Köster im Jahr 1958, dem Jahr der Gründung des Ruhrbistums, als Seelsorgehelferin in der Pfarrei Liebfrauen in Gevelsberg eingesetzt. Sie gehört damit zu den Pionierinnen ihrer Berufsgruppe.

Frau Köster hat sich in besonderer Weise in der Jugendarbeit, in der Sakramentenkatechese, in der Ökumene, der Büchereiarbeit und in Eine-Welt-Projekten engagiert. Zusätzlich war sie auch im Schuldienst als Religionslehrerin tätig.

Ende November 2000 trat Anni Köster, nach mehr als vier Jahrzehnten des pastoralen Dienstes in Gevelsberg, in den Ruhestand.

Maria Küper ist am Donnerstag, 7. November 2019 im Alter von 92 Jahren verstorben.

Die verstorbene Gemeindereferentin in Ruhestand wurde am 22.Juli 1921 in Bocholt geboren.

Sie absolvierte ihre Ausbildung zur Gemeindereferentin in Freiburg und gehörte damit zu den ersten dort ausgebildeten Gemeindereferentinnen (damals Seelsorgehelferinnen).

Nach ihrem Studium war sie zunächst mehrere Jahre in der Pfarrei St. Peter in Bottrop tätig. Danach übernahm sie seelsorgliche Aufgaben in der Pfarrei St. Marien in Bochum.

Nach Eintritt in den Ruhestand zog Frau Küper wieder nach Bocholt.

Über viele Jahre gehörte Frau Küper der Gemeinschaft DIAKONIA an, einer geistlichen Gemeinschaft von Gemeindereferentinnen auf Bundesebene.

]]>
news-18515 Tue, 19 Nov 2019 10:22:22 +0100 „Wir wollen im Bistum Essen jetzt und in Zukunft lebendig Kirche sein“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/wir-wollen-im-bistum-essen-jetzt-und-in-zukunft-lebendig-kirche-sein/ Mit den Zukunftsbild-Projekten und Pfarreientwicklungsprozessen, den Konsequenzen aus der Missbrauchsstudie und vielen anderen Initiativen entwickelt sich das Bistum Essen hin zu einer modernen Kirche, sagt Markus Etscheid-Stams. Ein Interview mit dem Leiter des Stabsbereichs Strategie und Entwicklung im Ruhrbistum. Das Ruhrbistum ist mächtig in Bewegung: Die Zukunftsbild-Projekte, die Pfarreientwicklungsprozesse, viele Gespräche über die künftige Rolle der hauptberuflichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern, die Konsequenzen aus der Missbrauchsstudie … „All diese Entwicklungen haben ein gemeinsames Ziel“, erklärt Markus Etscheid-Stams, Leiter des Stabsbereichs Strategie und Entwicklung im Bistum Essen, „wir wollen im Bistum Essen jetzt und in Zukunft lebendig Kirche sein“. Im Interview erläutert der 39-jährige Theologe und Kirchenentwickler, wie das Ruhrbistum innovative Angebote und zukunftsfähige Strukturen entwickelt, um Menschen für die frohe Botschaft des christlichen Glaubens zu begeistern.

Bistum Essen: Herr Etscheid-Stams, bei den Zukunftsbild-Projekten listet das Bistum Essen „Segensfeiern für Neugeborene“ neben einem „Trauteam“ und „ehrenamtlichen Beerdigungs-Leitern“ auf. Wo ist die Verbindung zwischen diesen so unterschiedlichen Themen?

Markus Etscheid-Stams: Unsere Region und das Leben der Menschen hier verändern sich radikal. Anders als früher sind die wenigsten Menschen im Ruhrgebiet heute in Bergbau oder Stahlindustrie tätig – und sie sind auch nicht mehr „automatisch“ katholisch oder eng an ihren Wohnort gebunden. Will Kirche heute und künftig ihrem Auftrag gerecht werden, muss sie sich selbst verändern. Dazu gehört, dass Menschen sich heute aktiv für unseren Glauben entscheiden und für eine von vielen Formen, ihn zu leben. Auf diese Vielfalt von Zugehörigkeit und Spiritualität antworten wir als Bistum – zum Beispiel mit den Zukunftsbild-Projekten: Mit den Segensfeiern für Neugeborene machen wir – vor und neben der Taufe – Gottes Nähe für junge Familien erfahrbar, wir begleiten und unterstützen Menschen am Tag ihrer Hochzeit intensiv und individuell, und wir bilden Ehrenamtliche für den Beerdigungsdienst aus. So wollen wir in besonders intensiven und existentiellen Momenten des Lebens sehr persönlich, professionell und mit hoher Qualität für die Menschen erreichbar sein. Diese drei Beispiele machen aber auch deutlich, dass sich das Miteinander von Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen, der Anspruch an die liturgischen Angebote der Kirche oder die Bedeutung von Pfarreien und Gemeinden für viele Katholikinnen und Katholiken im Bistum Essen sehr verändern. Auf diese Veränderungen reagieren wir mit unterschiedlichen Aufbrüchen.

Bistum Essen: Gerade bei den Pfarreientwicklungsprozessen (PEP) haben viele Gläubige die Sorge, dass durch Sparzwänge das katholische Leben vor Ort in Gefahr ist.

Markus Etscheid-Stams: Diese Sorge kenne ich auch. Aber wir müssen ehrlich sein: Gut 60 Jahre nach der Entstehung unseres Bistums ist die Zahl der Katholikinnen und Katholiken auf rund die Hälfte gesunken. Notwendigerweise bedeutet Pfarreientwicklung deshalb auch, dass wir kleiner werden. Unsere Pfarreien kommen nicht darum herum, Kirchen und andere Immobilien aufzugeben. Gleichzeitig geht es beim „PEP“ vor allem darum, das katholische Leben weiter zu entwickeln. Die Pfarreien können an den verschiedenen Orten Schwerpunkte setzen, so entstehen neue Initiativen – wie die Kinderkirche in Bottrop, das Kirchenmobil in Bochum, verschiedene neue sozialpastorale Angebote oder die vielen ökumenischen Projekte, mit denen sich Katholikinnen und Katholiken vor Ort auf den Weg zu einer neuen, zukunftsfähigen Kirche machen. Für Hauptberufliche bedeutet dies oft eine stärkere Spezialisierung, die die Kompetenzen der einzelnen ernst nimmt. Und was mich besonders fasziniert, ist das vielfältige freiwillige Engagement. Das geschieht oft – zum Beispiel bei den ehrenamtlichen Gemeindeleitungen – aus dem richtigen Bewusstsein heraus, dass jeder Christ durch Taufe und Firmung selbst die Kirche gestalten darf. Orientierung bei all diesen Aufbrüchen ist dabei immer unser Zukunftsbild, das unter der Überschrift „Du bewegst Kirche“ in sieben Worten beschreibt, wie wir Kirche sein möchten: berührt, wach, vielfältig, lernend, gesendet, wirksam und nah.

Bistum Essen: Das Zukunftsbild war Ergebnis des 2013 abgeschlossenen Dialogprozesses. Ist nach mehr als sechs Jahren nicht mal langsam Schluss mit Zukunft?

Markus Etscheid-Stams: „Die alte Zeit ist zu Ende!“, hat unser Bischof Franz-Josef Overbeck in seinem Wort zum Jahresanfang 2019 geschrieben. Er fasst damit zusammen, was viele in der Kirche spüren und beobachten: Ein „Zurück“ gibt es nicht. Für uns bricht eine neue Form des „Kirche-Seins“ an. Das Zukunftsbild liefert Kriterien für diese Perspektive. Und um diese zu gestalten, gibt es in unserem Bistum viele Projekte und Prozesse der Kirchenentwicklung. Ein „Schluss mit Zukunft“ kann ich nach dem Dialogprozess und mit den Zukunftsbild-Projekten, der Pfarreientwicklung oder dem Gesprächsprozess der pastoralen Berufsgruppen nicht erkennen. Ganz im Gegenteil: Viele Katholikinnen und Katholiken melden uns zurück, wie gut es ihnen tut, dass sich in ihrer Kirche endlich so viel bewegt. Das ist die große Chance: Gute Ideen brauchen oft ihre Zeit und den richtigen Zeitpunkt. Der scheint mir für vieles gekommen: Die Themen Macht, Weiheamt, Geschlechtergerechtigkeit und Sexualität, die bei uns als Konsequenz aus der Missbrauchsstudie und im Synodalen Weg auf Bundesebene beraten werden, werden zu Antworten führen. Und das ist gut so und großteils überfällig. Insofern ist nicht „Schluss mit Zukunft“, sondern wir werden in den nächsten Jahren noch sehr viel Neues erleben.

Bistum Essen: Wie sieht dann Ihre Perspektive für die kommenden Jahre aus?

Markus Etscheid-Stams: Ich bin froh und auch stolz, dass unser Bistum im bundesweiten Vergleich oft als sehr lebendig, mutig und innovativ wahrgenommen wird. Im Bistum Essen probieren wir vieles einfach aus – und lernen dann aus Prototypen und Experimenten, was wir weiter entwickeln. Das ist anstrengend, weil wir dabei Unklarheiten und Unsicherheiten aushalten müssen. Wir müssen bereit sein, Fehler zu machen. Klar ist also, frei nach Heraklit: „Die einzige Konstante in der Kirche ist die Veränderung.“ Ich glaube aber fest an die Kraft der Botschaft Jesu, die besonders in den Hoch- und Tiefpunkten des Lebens erfahrbar wird. Dafür braucht es in der Kirche weiterhin viele gute Ideen und eine Vielfalt an Professionen und Personen, die groß denken und mutig nächste Schritte gehen. Das wird in einem guten Sinne für mehr Qualität und „Dienstleistung“ sorgen. Und dann werden wir – unter anderem als Konsequenz aus der Missbrauchs-Studie – auch weitere Strukturen verändern. Das wird ebenfalls sehr greifbar machen: Kirche wird anders und neu. Eine spannende Herausforderung, vor der mir angesichts der Innovationskraft unseres Bistums aber nicht bange ist.

]]>
news-18514 Mon, 18 Nov 2019 16:12:27 +0100 Holocaust-Überlebende spricht beim „Dimension Domorgel“-Konzert https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/holocaust-ueberlebende-spricht-beim-dimension-domorgel-konzert/ Am Mittwoch, 27. November, kommt die 94-jährige Cellistin Anita Lasker-Wallfisch in den Essener Dom. In einem Podiumsgespräch spricht sie mit Dompropst Thomas Zander und dem Leiter der Alten Synagoge, Uri Kaufmann. Domorganist Sebastian Küchler-Blessing spielt Orgelwerke, die für den jüdisch-christlichen Dialog stehen. Das Gespräch mit der Musikerin und 94-jährigen Holocaust-Überlebenden Anita Lasker-Wallfisch bringt Domorganist Sebastian Küchler-Blessing am Mittwoch, 27. November, im Essener Dom mit Orgelwerken zusammen, die für den christlich-jüdischen Dialog stehen. In der Reihe „Dimension Domorgel“, in der Küchler-Blessing stets das Orgelspiel mit anderen Kunstformen verbindet, setzt er an diesem Abend einen besonderen historischen Akzent, bei dem das Wort Gewicht erhält.

Die aus Breslau stammende Lasker-Wallfisch, deren Eltern, Tante, Onkel und Großmutter von den Nationalsozialisten ermordet wurden, überlebte das Konzentrationslager Auschwitz, weil sie als 17-jährige Cellistin einen Platz im Mädchenorchester des Lagers erhielt. Musik blieb für sie auch danach ein lebensbestimmendes Thema: Nach der Befreiung wanderte sie nach Großbritannien aus, heiratete einen Pianisten und wurde Mitbegründerin des English Chamber Orchestras.

Vortrag und Podiumsgespräch mit Dompropst Thomas Zander und dem Leiter der Alten Synagoge, Uri Kaufmann

Im Essener Dom wird die 94-Jährige zunächst einen Vortrag halten, der anschließend in ein Gespräch mit Dompropst Thomas Zander und dem Leiter der benachbarten Alten Synagoge, Uri Kaufmann, mündet. Musikalisch steht bei diesem Konzert unter anderem die Sonate III A-Dur des aus einer jüdischen Familie stammenden und später getauften Felix Mendelssohn Bartholdy auf dem Programm, inklusive des Chorals „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“. Außerdem spielt Küchler-Blessing die Choralfantasie „Nun freut euch, lieben Christen gmein“ von Dieterich Buxtehude, deren Choralmelodie dem „Maos Zur“ entspricht, das Juden beim Chanukkafest singen. Zum Abschluss erklingt der von Charles Marie Widor für Orgel bearbeitete Schlusschor aus Bachs Matthäuspassion: „Wir setzen uns mit Tränen nieder“.

Das „Dimension Domorgel“-Konzert beginnt am Mittwoch, 27. November, um 19.30 Uhr. Wie bei allen Konzerten der Reihe ist der Eintritt frei, nach dem Konzert wird am Ausgang um Spenden gebeten. Nach Beginn des Konzerts ist kein Einlass mehr möglich.

]]>
news-18513 Mon, 18 Nov 2019 15:51:19 +0100 Was „Cheri, Cheri Lady“ mit Bibel-Texten zu tun hat https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/was-cheri-cheri-lady-mit-bibel-texten-zu-tun-hat/ Beim „Tag der Katechese“ im Bistum Essen warb Referent Tobias Sauer dafür, nicht mit modernen „Cover-Versionen“ von Bibel-Geschichten zu arbeiten. Katecheten sollten in den Texten lieber nach den tiefer liegenden Grundaussagen für ihren Glauben suchen und sich fragen, was diese für ein Leben im 21. Jahrhundert bedeuten. Wie man mit den Geschichten der Bibel anderen vom christlichen Glauben erzählt, war eines der Themen, mit denen sich am Samstag, 16. November, rund 100 ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bistum Essen beim „Tag der Katechese“ beschäftigt haben. „Keiner braucht ständig neue Coverversionen der biblischen Geschichten. Schaut auf die Erfahrungen mit Gott, das, was sich euch in den biblischen Texten zeigt, und erzählt neue Geschichten“, appellierte Referent Tobias Sauer an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Mülheimer Bistums-Akademie „Die Wolfsburg“.

Im Interview erzählt der Trierer Theologe und Initiator des Netzwerks „ruach.jetzt“, was er gegen Cover-Versionen hat und was 2000 Jahre alte Bibel-Geschichten den Menschen auch im Digital-Zeitalter von Gott erzählen.

Bistum Essen: Herr Sauer, in ihrem Vortrag haben Sie am Samstag das gut 20 Jahre alte „Cheri, Cheri Lady“ von Modern Talking mit der in diesem Jahr veröffentlichen Version des Deutsch-Rappers Capital Bra verglichen – was sagt uns das über unseren Umgang mit Bibeltexten?

Tobias Sauer: In der Katechese, in der Weitergabe unseres Glaubens, gehen wir oft ähnlich vor, wie Capital Bra in seinem Cover: Wir nehmen uns eine Vorlage und versuchen sie, durch das Austauschen von Settings und Personen in die heutige Zeit zu übertragen. Dann gehen beim Gleichnis vom Barmherzigen Samariter eben ein moderner Banker in Zeitnot, ein desinteressierter Rentner und ein Teenager mit Kopfhörern auf den Ohren vorbei – und am Ende ist es ein obdachloser Junkie, der anstelle des Samariters hilft. Das mag eine schöne, etwas besser verständliche Geschichte sein als das Original – aber für unseren Glauben hilft sie uns nicht weiter.

Bistum Essen: Warum nicht? Angesichts der manchmal schwierigen Bibel-Sprache ist eine bessere Verständlichkeit doch schon mal nicht schlecht.

Tobias Sauer: Das stimmt, aber das Problem ist, dass damit unsere Verkündigung in der Denkwelt und Situation der Vorlage stecken bleibt, für die sie damals geschrieben wurde. Gottes Botschaft bleibt immer gleich, nur wir verändern uns. Deswegen gilt es, die „Baseline“ herauszuarbeiten, Gottes grundlegende Botschaft hinter der Geschichte. So ist es beim Barmherzigen Samariter: „Jeder kann für jeden der Nächste sein.“

Oder nehmen Sie die Erzählungen vom „Reich Gottes“: Niemand würde doch behaupten, dass diese Botschaft nur in einem römischen Imperium funktioniert, in einer agrarisch geprägten, undemokratischen und ziemlich patriarchalen Gesellschaft. Es muss uns also um die Frage gehen, wie heute die Geschichten von einem Messias, einem Erlöser aussähen, dessen Reich und Macht so ganz anders ist als wir es gewöhnt sind.

Bistum Essen: Dafür braucht es ziemlich kreative Köpfe – und den Mut, die vertrauten Bibelgeschichten zu verlassen.

Tobias Sauer: Niemand hat gesagt, dass es einfach wird. Ich vertraue aber darauf, dass kirchliche Mitarbeiter erstens gut ausgebildet sind und zweitens alle eine eigene Glaubensgeschichte haben. Ich muss mich nur trauen, von diesen eigenen Erfahrungen mit Gott zu erzählen – statt ständig Coverversion zu produzieren. Wenn wir unseren Glauben weitertragen, kann es keine perfekte Lösung geben – und das muss es auch nicht. Schließlich leben wir seit Jahrtausenden nicht von einer einmal aufgeschriebenen Geschichte, sondern von immer neuen Offenbarungen Gottes. Nichts anderes sind für mich zum Beispiel die Geschichten von Heiligen. Wir sind eine Gemeinschaft der Gläubigen – und nicht der Dogmen. Entdecken wir also selbst die „Baseline“, die eigentliche Grundlage hinter jeder Geschichte von Gott mit uns – und erzählen wir davon. Dann bleibt das Evangelium auch im 21. Jahrhundert anschlussfähig.

]]>
news-18511 Mon, 18 Nov 2019 14:42:00 +0100 Hoffnung auf eine Welt ohne Atomwaffen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/hoffnung-auf-eine-welt-ohne-atomwaffen/ In der Mülheimer Bistums-Akademie „Die Wolfsburg“ diskutierte Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck jetzt mit Bundeswehr-Generalleutnant Dr. Ansgar Rieks, dem Friedensethiker Prof. Dr. Heinz-Günter Stobbe und dem Pax-Christi-Bundesvorsitzenden Norbert Richter über Wege zwischen Abschreckung und Abrüstung. Eine Welt ohne Atomwaffen ist ein Ziel, das von Christinnen und Christen mit Nachdruck verfolgt werden muss. Im Verlauf der von Akademie-Dozent Mark Radtke moderierten Podiumsdiskussion am Donnerstagabend in der „Wolfsburg“ wurde schnell klar, dass dieser Aussage alle Beteiligten im Grundsatz zustimmen. Unterschiedliche Einschätzungen gab es vor allem in der Frage der möglichen Wege, dieses Ziel zu erreichen.

In seinem Einführungsvortrag erinnerte Theologie-Professor Stobbe daran, wie sich die Problematik der nuklearen Abschreckung entwickelt hat. Zudem ging er auf die frühere ethische Bewertung dieser Waffen durch das Lehramt der katholischen Kirche ein: Ihr Einsatz sei streng verboten, die Bereitstellung zum Zwecke der Kriegsverhütung aber dann tolerabel, wenn alle Atommächte die Zeit nutzen, um eine entschiedene Abrüstung bis hin zu null voranzubringen. Papst Franziskus hat diese Bedingung indes mittlerweile fallen gelassen und vertritt die Auffassung, dass das Konzept atomarer Abschreckung zur Friedenssicherung nicht länger verantwortet werden kann. Dieser Einschätzung folgt auch die von der Deutschen Bischofskonferenz und vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken getragene Kommission Justitia et Pax, die zu dem Schluss kommt, dass weder der Besitz noch der Einsatz von Atomwaffen ethisch oder politisch zu rechtfertigen sei.

Pax Christi fordert Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland

Der Einsatz, die Drohung mit und der Besitz von Atomwaffen seien deshalb entschieden zu verurteilen, forderte der Pax-Christi-Vorsitzende Norbert Richter. Der Papst beziehe diesbezüglich klar Stellung, weshalb Atomwaffen nicht länger ethisch verantwortbar seien und völkerrechtlich geächtet werden müssten. Pax Christi fordere deshalb von der Politik, den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland zu beschließen und dem Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten.

Auch General Dr. Rieks betonte, dass er das Ziel einer nuklearwaffenfreien Welt als solches grundsätzlich für erstrebenswert hält. In einer vernetzten Welt könne dieses Ziel aber nicht eigenständig erreicht werden. Deutschland müsse daher weiterhin auf die nukleare Teilhabe innerhalb der Nato setzen. In multilateralen Bündnissen gehe es immer auch um eine angemessene Lastenteilung, so Rieks. Nur wenn Deutschland hier seine Rolle übernehme, könne es auch Einfluss geltend machen. Die Ächtung von Atomwaffen ohne Konsequenzen, bringe jenseits des Symbolischen nicht viel, betonte der General. Man solle deshalb die nukleare Abschreckung beibehalten, aber verstärkt gemeinsam Wege der internationalen Abrüstung suchen, die aus der Dilemmasituation herausführen.

Bischof verweist auf vielfältige Einbindung Deutschlands

Bischof Overbeck, der auch katholischer Militärbischof für die deutsche Bundeswehr ist, erinnerte an die Gewissensbildung als zentralen Auftrag der Militärseelsorge und hob hervor, dass „alles dafür getan werden muss, eine Nutzung von Atom-Waffen zu verhindern“. Ähnlich wie General Riecks verwies jedoch auch Overbeck auf die Einbindung Deutschlands in multilaterale Beziehungen und Bündnisse. Die Ächtung von Atomwaffen könne für die Gewissensbildung hilfreich sein und müsse als moralisches und prophetisches Zeichen auch gesetzt werden, so Overbeck. Dies sei in diesem Bereich jedoch auch die Grenze der Möglichkeiten kirchlichen Wirkens.

]]>
news-18512 Fri, 15 Nov 2019 20:33:00 +0100 Medienpreis der Kirchen für Serie über Fotos totgeborener Kinder https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/medienpreis-der-kirchen-fuer-serie-ueber-fotos-totgeborener-kinder/ Für eine Serie über eine Fotografin, die totgeborene Kinder porträtiert, ist Jessica Schütz von Radio Bonn/Rhein-Sieg mit dem medienethischen Sonderpreis der Kirchen in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. Die mit 2.500 Euro dotierte Ehrung wurde am Freitagabend, 15. November, in Düsseldorf beim Hörfunkpreis der Landesanstalt für Medien (LfM) verliehen. In der Begründung der Jury heißt es, die Journalistin habe sich ein Thema gesucht, "das schwierig ist, sehr berührend, aber auch auf eine sehr ungewöhnliche und originelle Art und Weise das Thema Tod und Trauer behandelt." Dabei sei es ihr gelungen, nicht nur die Fotografin zu ihrem ehrenamtlichen Engagement zu befragen, sondern auch eine Mutter eines sogenannten Sternenkindes, die beschreibt, was ihr diese Fotos bedeuten.""Alles andere als traurig, sondern richtig lebensfroh" stelle Schütz den Wert des Ehrenamts auf nicht alltägliche Weise dar, so die Jury weiter: "Sie betont den Wert und die Würde des menschlichen Lebens von Anfang an auf eine sehr emotionale und trotz des schwierigen Themas sehr positive Art."

Eine lobende Erwähnung erhielten außerdem Julian Leonhardt für eine Serie auf Radio 90,1 Mönchengladbach über ein Zeitzeugenprojekt zur Kriegs- und Nachkriegszeit sowie Melanie Hermann mit einer Serie über Tod und Trauer auf Radio Duisburg. Leonhardt berichtet über Schüler, die Interviews mit Menschen gemacht haben, die die Zeit des Zweiten Weltkriegs und die Nachkriegszeit miterlebt haben. Beeindruckend, so die Jury, seien "insbesondere die bewegenden Töne der Zeitzeugen". Melanie Hermann nähert sich von verschiedenen Seiten dem Thema Tod und Trauer. Unter anderem besucht sie einen "Letzte-Hilfe-Kurs", einen Notfallseelsorger, einen Bestatter und einen Jugendlichen, der mit 8 Jahren seinen Vater verloren hat. "Besonders wichtig und gut gelungen", so die Jury, sei "der Servicecharakter der gesamten Serie, der auch noch unterstrichen wird durch die Begleitung auf der Homepage des Senders".

Mit dem "Medienethischen Sonderpreis" zeichnen die Kirchen Sendungen aus, die aktuelle Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens aufgreifen. Mit der Ehrung sollen Journalisten in den NRW-Lokalradios ermutigt werden, auch vermeintlich schwierige Themen aufzugreifen und dabei an Grundwerte zu erinnern. In der Jury saßen:

  • Gotfried Bohl, Nachrichtenchef der Katholischen Nachrichten-Agentur KNA, Bonn
  • Dr. Stephan Kronenburg, Leiter der Abteilung Medien- und Öffentlichkeitsarbeit im Bistum Münster
  • Ingo Lehnick, Chefredakteur des Evangelischen Pressedienstes epd West, Düsseldorf
  • Siegfried Ochs, Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde Isterlohn und Rundfunkpastor
     
]]>
news-18510 Fri, 15 Nov 2019 11:56:44 +0100 Mittagessen mit Justus Jonas, Frank und Bob: Essener Polizei beim „Lauschgericht“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/mittagessen-mit-justus-jonas-frank-und-bob-essener-polizei-beim-lauschgericht/ Mehr als 2000 Menschen haben am bundesweiten Vorlesetag an mehr als 70 Tischgemeinschaften am „Lauschgericht“ im Ruhrbistum teilgenommen. Der Essener Polizeipräsident Frank Richter las in einer Kinder-Tagesgruppe zum Mittagessen. „‘Der Hausbesitzer scheint einem besonderen Geschmack zu frönen‘, kommentierte Justus, während er das Tier musterte. Bob klingelte“, liest Polizeipräsident Frank Richter in tiefer Erzählstimme. Leise klappern Messer und Gabeln über den mit Tortellini gefüllten Tellern, die Löffel kratzen durch den letzten Rest Schoko-Vanille-Pudding. Neun Kinder der Essener Tagesgruppe der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung hören gespannt den Abenteuern zu, während sie zum Mittag essen.

„Wenn die Polizei kommt, muss es eine Detektivgeschichte sein“

Zum ersten Mal liest Polizeipräsident Frank Richter in der Tagesgruppe vor, hat schon öfter am Lauschgericht des Bistums Essen teilgenommen. „Das man wieder zu Lesen kommt, ist schön. Ich halte das für wichtig, gerade hier bei den Kindern, die vielleicht manchmal überflutet sind von Film und Fernsehen. Einfach mal wieder ein gutes Buch zu lesen und dazu anzuregen, ist eine tolle Aktion“, sagt der 60-Jährige. „Wenn die Polizei schon kommt, muss es natürlich auch eine Detektivgeschichte sein“, erklärt er seine Literaturauswahl für das Lauschgericht. Auch Maja* hat die Geschichte gut gefallen. „Die drei Fragezeichen kenne ich, diese Geschichte aber noch nicht“, sagt die Neunjährige.

Als Frank Richter den letzten Satz des Abenteuers der drei Fragenzeichen beendet hat, können sich die Kinder nicht mehr ganz so leicht auf ihren Stühlen halten. Denn sie wissen: Jetzt kommt noch ein besonderer Mitarbeiter der Polizei. Polizistin Florence Buttler trägt ihn auf dem Arm herein, setzt ihn auf dem Boden ab: Polizeihund Peng, ein kleiner Pekinese. Sonst ist er im Einsatz, wenn Kinder etwa nach Unfällen traumatisiert sind, lässt sich streicheln und kuscheln. Auch von den Kindern der Tagesgruppe lässt er sich geduldig streicheln, rollt sich genießend auf dem Boden.

Das Blaulicht im Polizeiwagen testen

Dann geht es nach draußen. Auf dem Parkplatz hinter dem Haus stehen zwei Polizeiwagen. Die Kinder dürfen sich reinsetzen, das Blaulicht anmachen, Fragen stellen. Maja* sitzt auf dem Beifahrersitz, nimmt das schwarze Funkgerät in die Hand. „Roger, Roger, wo seid ihr?“, fragt sie. Dann steigt sie aus, reckt sich kurz bis an das Dach des Wagens und schaut, ob das Blaulicht auch wirklich funktioniert. Für sie steht fest: „Das war das Coolste heute!“

70 Tischgemeinschaften in 14 Städten

Insgesamt haben sich beim Lauschgericht am Freitag, 15. November, mehr als 70 Tischgemeinschaften in 14 Städten des Ruhrbistums gegründet, gut 2000 Menschen lauschten beim Mittag- oder Abendessen den Geschichten der Vorleser. „Das Lauschgericht greift die klösterliche Tradition der Tischlesung auf. Überall dort, wo sich Menschen beim Mittag- oder Abendessen treffen, liest der Vorleser aus einem Buch vor, das er selbst ausgewählt hat“, erklärt Vera Steinkamp, Leiterin des Medienforums, das Konzept des Projekts zum bundeweiten Vorlesetag, das nun zum sechsten Mal stattfand. Vorleser und Zuhörer kennen sich meistens nicht.

Tischgemeinschaften gab es in diesem Jahr in Essen, Duisburg, Mülheim, Bochum, Oberhausen, Gladbeck, Bottrop, Gelsenkirchen, Hattingen, Wetter, Sprockhövel, Altena, Lüdenscheid und Schwelm.

*Name geändert

]]>
news-18509 Fri, 15 Nov 2019 10:57:48 +0100 Essener Siechenhauskapelle wird zum „Pop-Up-Store“ für „mal was Gutes“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/essener-siechenhauskapelle-wird-zum-pop-up-store-fuer-mal-was-gutes/ Projekt der Essener Gemeinde St. Ludgerus und Martin verwandelt die über 500 Jahre alte Kirche zum Start in die Adventszeit zu einem Treffpunkt und Ruhepol im Zentrum der Rüttenscheider Straße. Sie ist das mit Abstand älteste Gebäude auf Essens Einkaufs- und Partymeile „Rü“ – und beherbergt nun zwei Wochen lang einen katholischen „Pop-Up-Store“. In der über 500 Jahre alten Siechenhauskapelle in Essen-Rüttenscheid startet die 25-jährige Gemeindeassistentin Lousia Theisen zusammen mit einem Team Ehrenamtlicher aus der Gemeinde St. Ludgerus und Martin ab Montag, 25. November, ein Programm, das den Menschen vor allem eines bringen soll: „mal was Gutes“.

Unter diesem Motto gibt es in der Kapelle bis zum 7. Dezember zum Beispiel einen großen Tisch, der jeden Mittag um 12.30 Uhr zum gemeinsamen Mittagsmahl lädt: Anwohner und Arbeitnehmer aus der Umgebung können ihren Pausensnack mitbringen und teilen Essen, Gespräche und vielleicht den Wunsch, mitten am Tag gemeinsam durchzuatmen.

Großer Tisch in der Kirche wird zum Treffpunkt

Das ist in der kleinen Kirche, die einst zu einem Krankenhaus gehörte, während der Aktionszeit auch den ganzen Tag über möglich: Der Pop-Up-Store will die Menschen im vorweihnachtlichen Einkaufstrubel auf der Rüttenscheider Straße zu einer kurzen oder längeren Auszeit einladen. Nicht in Form der „Eucharistischen Anbetung“, die sonst in der Siechenhauskapelle ihren Platz hat und bei der Katholiken vor einer geweihten Hostie beten – sondern als historischer Kirchenraum, der dann an einem großen Tisch zum Miteinander einlädt.

„Unsere Ludgeruskirche liegt zwar zentral in Rüttenscheid, aber nicht mitten im Geschehen“, sagt die angehende Gemeindereferentin Theisen. Mit dem Pop-Up-Store will die Gemeinde nun zumindest für eine begrenzte Zeit dort präsent sein, wo für die meisten Rüttenscheider das Leben spielt. Neben dem täglichen Mittagsmahl, dem Mittagsgebet jeweils samstags um 12 Uhr und der Heiligen Messe mittwochs um 18.30 Uhr hat das Team ein abwechslungsreiches Programm mit Abendveranstaltungen zusammengestellt, die man für gewöhnlich nicht in Kirchen findet: Das Spektrum der allesamt kostenlosen Veranstaltungen reicht von einer Soirée zum Auftakt am Montag, 25. November, über einen Yoga-Abend, einen Stammtisch „für Frauen und Mädchen in besonderen Lebenslagen“, einem Workshop zur Müllvermeidung bis hin zu einem Abend über Engel. Dabei bedient sich das „mal was Gutes“-Team eines breiten Netzwerks und holt neben Fachleuten von Caritas und Sozialdienst Katholischer Frauen auch die „Zero Waste“-Gruppe der Nachhaltigkeits-Initiative „Transition Town Essen“ oder die evangelische Pfarrerin Sabine Grüneklee-Hermann in die Kapelle. Unterstützung bei der Konzeption von „mal was Gutes“ gab's zudem vom Gründerbüro des Bistums Essen.

Theaterstück zum Thema Kirchenaustritt

Am Freitag, 29. November, steht das Thema Kirchenaustritt auf dem Plan: „Should I stay or should I go“ heißt das Theaterstück, das ein Schauspieler, ein Dramaturg und eine Theaterpädagogin des Schauspiels Essen auf Basis der Kirchenaustrittstudie des Ruhrbistums inszeniert haben und um 20 Uhr auf die kleine Kirchenbühne bringen. Wem bringt dieses – für die Kirche so schwierige – Thema „mal was Gutes?“ „Vielleicht tut dieser Abend Menschen gut, die gerade unsicher mit ihrer Kirche sind“, sagt Theisen. In jedem Fall lädt das Stück Ausgetretene, Zweifelende und überzeugte Kirchenmitglieder gleichermaßen zum Nachdenken ein – und im Anschluss vielleicht auch zur Diskussion mit den Künstlern und den Machern der Kirchenaustrittsstudie.

Mit den Hausherren der Siechenhauskapelle habe es angesichts des eher unkonventionellen Aktions-Programms von „mal was Gutes“ übrigens so gut wie keinerlei Probleme gegeben, erläutert Theisen. „Die Kapelle gehört dem Essener Domkapitel, Rektor ist Domkapitular Hans-Werner Thönnes.“ Der ehemalige Essener Generalvikar, heute Pastor in Bochum-Wattenscheid, war von der auch vom Innovationsfonds des Bistums Essen unterstützten Idee, die traditionsreiche Kapelle zum Start in die Adventszeit einmal ganz neu ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken, offenbar sehr angetan. „Wichtig war uns allen, dass die Kirche auch während der Aktionszeit offen bleibt“, betont Theisen. Auch wenn es in den zwei Wochen keine Eucharistische Anbetung gibt, bleibt die Siechenhauskapelle in erster Linie ein Haus des Gebets – und der Gemeinschaft, die sich um den eigens aufgebauten Tisch versammeln darf.

]]>
news-18507 Thu, 14 Nov 2019 16:21:09 +0100 Vielfältige Aktionen zum „Welttag der Armen“ https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/vielfaeltige-aktionen-zum-welttag-der-armen/ Papst Franziskus hat den Welttag am 17. November unter das Motto „Der Armen Hoffnung ist nicht für immer verloren“ gestellt. Im Ruhrbistum widmen sich in diesen Tagen Gottesdienste und verschiedene andere Veranstaltungen dem Thema Armut. Eingeladen von Papst Franziskus begehen katholische Christen in aller Welt mit besonders gestalteten Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen am Sonntag, 17. November, den „Welttag der Armen“. Auch im vom Strukturwandel massiv geprägten Bistum Essen spielt das Thema Armut traditionell eine große Rolle – sowohl mit Blick auf die eigene Region als auch angesichts der Armut in aller Welt. Diese Spanne machen auch die Aktionen deutlich, die verschiedene Einrichtungen im Ruhrbistum zum „Welttag der Armen“ gestalten, der in diesem Jahr unter dem Motto „Der Armen Hoffnung ist nicht für immer verloren“ steht.

  • Rundgang zu „Hoffnungsorten“: Am Donnerstagnachmittag, 14. November, stehen Orte in der Essener Innenstadt auf dem Programm, die deutlich machen, wie nah die Themen Armut und Hoffnung oft liegen, zum Beispiel die Suppenküche der Caritas und die Bahnhofsmission, aber zum Beispiel auch die Bank im Bistum Essen, die weltweit in Mikrokredit-Fonds investiert, das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat oder der Essener Dom.
  • Projekttag: Die Hauptschule in Bottrop-Welheim nähert sich auf künstlerische Weise dem Thema Armut. Seit 20 Jahren pflegt die Schule über Adveniat eine Partnerschaft mit Kolumbien. Seit Montag, 11. November, arbeiten die kolumbianischen Künstler Warner und Anne Stickel mit Schülerinnen und Schülern der Schule – unter anderem zum Thema des Welttags der Armen. Am Freitag, 15. November, präsentieren sie ihre Ergebnisse.
  • Gottesdienst in Duisburg – Generalvikar Pfeffer feiert am Sonntag, 17. November, um 11.15 Uhr die Messe in der Abteikirche St. Johann, An der Abtei 4. Anschließend gibt es im Abteizentrum ein gemeinsames Mittagessen, außerdem werden dort verschiedene Hoffnungsorte für die Menschen im Duisburger Norden vorgestellt.
  • Gottesdienst in Oberhausen – Auch in der Propsteikirche St. Clemens in Sterkrade, Großer Markt, steht die Sonntagsmesse um 11.15 Uhr im Zeichen des Welttags der Armen. Anschließend lädt die Pfarrei zum Mittagessen, zur Begegnung und zu Informationen zum Thema ein.
  • Gottesdienst in Essen – Im Dom feiert Weihbischof Ludger Schepers, Bischofsvikar für Weltkirche-Fragen, am Sonntag um 10 Uhr eine Messe, die von der Konferenz der Diakone im Bistum Essen und von cse gestaltet wird – der gemeinsamen Gesellschaft von Caritasverband und Sozialdienst katholischer Frauen in Essen. Im Gottesdienst werden unter anderem Silke Michl, Johanna Voß und Maria Nitsche über Kinderarmut in Essen berichten und erläutern, wie das „FLiZ-Mobil“ des cse als mobiles Angebot Familien bei den Themen Ernährung und Bewegungsförderung unterstützt. Nach der Messe steht das Mobil zum Kennenlernen auf dem Domhof.
]]>
news-18506 Thu, 14 Nov 2019 12:44:19 +0100 Norbert Lammert spricht in der „Wolfsburg“ über Religion und Ökonomie https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/norbert-lammert-spricht-in-der-wolfsburg-ueber-religion-und-oekonomie/ Früherer Bundestagspräsident kommt am Samstag, 23. November, zu den 20. Nahost-Gesprächen in die Mülheimer Akademie des Bistums Essen. Traditionsreiche Tagung diskutiert am Samstag und Sonntag, 24. November, über die Bedeutung von Religionen als „Kriegsgrund oder Friedensstifter“ im Nahen Osten. „Zwischen religiösen Orientierungen und ökonomischen Interessen“ lautet die Überschrift des Vortrags, den der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert am Samstag, 23. November, ab 19 Uhr in der Mülheimer Akademie „Die Wolfsburg“ hält. Der Präsident der Konrad-Adenauer-Stiftung spricht über „Politik in Zeiten der Globalisierung“ und ist an diesem Abend Ehrengast der 20. Mülheimer Nahost-Gespräche, in deren Rahmen die Bistums-Akademie zu diesem Vortrag einlädt.

Bei den 20. Mülheimer Nahost-Gesprächen diskutieren Fachleute und interessierte Laien am Samstag, 23., und Sonntag, 24. November, mit namhaften Experten aus Wissenschaft und anderen gesellschaftlichen Bereichen in Deutschland und den Ländern des Nahen Ostens über Religionen als „Kriegsgrund oder Friedensstifter“ in der Region. Zu den Nahost-Gesprächen lädt die „Wolfsburg“ gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Institut für Theologie und Frieden in Hamburg.

Die Teilnahme am Vortrag mit Norbert Lammert kostet 15 Euro (ermäßigt 8 Euro) und ist für Schüler gratis. Die Teilnahme am kompletten Nahost-Gespräch (inkl. Mahlzeiten, ohne Übernachtung) kostet 89 Euro (ermäßigt 53,40 Euro). Anmeldung unter Tagungsnummer 19370 (Vortrag) oder 19063 (Nahost-Gespräch).

]]>
news-18503 Thu, 14 Nov 2019 08:54:33 +0100 Namen und Daten https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/namen-und-daten-0a621dc94a/ Eugen Weckerle Eugen Weckerle ist am Montag, 11. November 2019 im Alter von 92 Jahren verstorben.

Die Totenvesper wird gebetet am Donnerstag, 14.11.2019, um 19 Uhr in der Kirche Herz-Jesu, Ulmenallee 53 in 45479 Mülheim.

Das Auferstehungsamt wird gefeiert am Freitag, 15.11.2019, um 10 Uhr in der Kirche St. Elisabeth, Nachbarsweg 107 in 45481 Mülheim.

Die Beisetzung erfolgt am Freitag, 22.11.2019, um 12 Uhr auf dem Friedhof Duisburg-Neudorf, Sternbuschweg 295 in 47057 Duisburg.

Der Verstorbene, der zuletzt in Mülheim gewohnt hat, wurde am 24.November 1927 in Duisburg geborgen und am 2.Februar 1960 in Bottrop zum Priester geweiht.

Nach seiner Weihe war er zunächst Kaplan in der Pfarrei St. Martin in Duisburg-Hamborn und ab dem Jahr 1965 in der Pfarrei Herz Mariä in Essen-Altenessen eingesetzt.

Im Dezember 1968 übernahm er als Rektoratspfarrer die Seelsorge und Leitung der Pfarrei St. Ewaldi in Essen-Altenessen. Zum Pfarrer der Pfarrei Herz Jesu in Mülheim wurde er im April 1977 ernannt. Dort wirkte er mehr als zwei Jahrzehnte. Im Herbst 2001 wurde er in den Ruhrstand versetzt. Er übernahm weiterhin gerne priesterliche und seelsorgliche Aufgaben, getragen aus seiner tiefen Spiritualität.

Eugen Weckerle war Mitbegründer der Priestergemeinschaft Jesus Caritas im Bistum Essen, die sich an der Spiritualität des seligen Charles de Foucauld ausrichtet.

Er gehörte einer Priestergeneration an, die den zweiten Weltkrieg und den Wiederaufbau, die Bistumsgründung, das Zweite Vatikanische Konzil und zahlreiche Um- und Neuaufbrüche in Kirche und Gesellschaft erlebt hat. Bis ins hohe Alter blieb er an den kirchlichen Entwicklungen interessiert.

]]>
news-18502 Wed, 13 Nov 2019 14:09:51 +0100 Sofa-Konzert in Gelsenkirchener Jugendkirche Gleis X https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/sofa-konzert-in-gelsenkirchener-jugendkirche-gleis-x/ Singer-Songwriter Nasim Kholti gibt Sofakonzert am 6. Dezember. Geschichten vom Leben und Mensch sein erzählt der Stuttgarter Singer-Songwriter Nasim Kholti beim Sofakonzert am Freitag, 6. Dezember, in der Gelsenkirchener Jugendkirche Gleis X, Stolzestraße 1. Beginn ist um 19.30 Uhr, Einlass ist um 19 Uhr.

Der Eintritt kostet im Vorverkauf 8 Euro, an der Abendkasse 10 Euro. Karten gibt es beim Team der Jugendkirche und montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr im Philipp-Neri-Zentrum, Stolzestraße 3a. Weitere Informationen unter 0209/1580212.

]]>
news-18500 Tue, 12 Nov 2019 15:15:30 +0100 Katholische Schulen laden Viertklässler und Eltern zu Tagen der Offenen Tür https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/katholische-schulen-laden-viertklaessler-und-eltern-zu-tagen-der-offenen-tuer/ In diesen Wochen laden die weiterführenden katholischen Schulen in Essen und Duisburg Grundschüler der vierten Klassen und ihre Eltern zu „Tagen der offenen Tür“ und Informationsabenden ein. Je nach Stadt und Schule gibt es zudem unterschiedliche Anmeldetermine. Traditionell kurz vor Beginn der Adventszeit laden die meisten weiterführenden Schulen im Bistum Essen Viertklässler und ihre Eltern zu Informationsabenden und „Tagen der Offenen Tür“ ein. Dabei informieren sie über ihre Angebote und geben Eltern und Kindern so möglichst früh eine erste Orientierung bei der Wahl der künftigen Schule. Vor allem Informationen über Stundenpläne, die Schulgemeinschaft, besondere Schwerpunkte im Schulprogramm und die Anmeldemöglichkeiten stehen bei diesen Veranstaltungen im Mittelpunkt.

Ein Überblick über die verschiedenen Informationsveranstaltungen und Anmeldetermine der weiterführenden katholischen Schulen im Ruhrbistum:

Duisburg

Tag der offenen Tür: Samstag, 23. November, 10 bis 13 Uhr,
Anmeldetermine (zwischen 25. November und 29. Januar) können ab dem Tag der offenen Tür persönlich vor Ort oder telefonisch vereinbart werden.

Tage der offenen Tür: Samstag, 23. November, 9 bis 13 Uhr, und Freitag, 10. Januar, 15 bis 18 Uhr,
Infoabend: Mittwoch, 27. November, 19 Uhr
Anmeldungen ab dem ersten Tag der offenen Tür, Termine können vor Ort oder anschließend telefonisch vereinbart werden.

Essen

Tag der offenen Tür: Samstag, 30. November, 10 bis 14.30 Uhr,
Infoabend für künftige Viertklässler-Eltern zum Fremdsprachenunterricht (Englisch und Latein): 4. Dezember, 20 Uhr
„Komm schau und bau“, Schnuppernachmittag für Viertklässler, Donnertag, 9. Januar, 14 Uhr
Anmeldungen am Freitag, 31. Januar 2020, 12 bis 18 Uhr, Samstag, 1. Februar, 9 bis 15 Uhr, und Dienstag, 4. Februar, 14.30 bis 18 Uhr, Termine können telefonisch vereinbart werden.

Tag der offenen Tür: Samstag, 16. November, 10 bis 13 Uhr,
Anmeldungen sind ab sofort möglich, Termine können telefonisch vereinbart werden.

Tag der offenen Tür: Samstag, 18. Januar 2020, 10 bis 13 Uhr,
Anmeldungen am 1. Februar 2020, 9 bis 13 Uhr, ohne Termin.

Tag der offenen Tür: Samstag, 23. November, 9 bis 12 Uhr,
Informationsabend für Eltern: Montag, 18. November, 19.30 Uhr,
Anmeldetermine zwischen 25. November und 31. Januar, telefonische Terminvereinbarung ab Dienstag, 19. November.

Informationsabend: Mittwoch, 13. November, 19 Uhr,
Tag der offenen Tür: Samstag, 23. November, 10 bis 12.30 Uhr,
Anmeldungen am 31. Januar 2020 von 14 bis 18 Uhr (telefonische Terminvereinbarung ab 13. November) und am 1. Februar 2020 von 9 bis 12 Uhr (auch ohne Termin).

]]>
news-18499 Tue, 12 Nov 2019 14:03:04 +0100 Bistums-Akademie diskutiert über: Zukunftsprojekt Heimat gestalten https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bistums-akademie-diskutiert-ueber-zukunftsprojekt-heimat-gestalten/ Podiumsdiskussion des Rats für Land- und Forstwirtschaft mit Bischof Franz-Josef Overbeck, WDR5-Moderator Jürgen Wiebicke und der aus dem Iran geflohenen Frankfurter Kommunalpolitikerin und Psychotherapeutin Nargess Eskandari-Grünberg in der Mülheimer Akademie „Die Wolfsburg“. Heimat nicht nur als Sehnsucht nach längst vergangenen Zeiten zu denken, sondern als Zukunftsprojekt, das gestaltet werden will, war ein Anliegen des Plenums, das am Montagabend in der Mülheimer Akademie „Die Wolfsburg“ über dieses durchaus sperrige Thema diskutiert hat. Moderiert von Akademiedozent Mark Radtke sprach Bischof Franz-Josef Overbeck mit dem Philosophen und WDR5-Moderator Jürgen Wiebicke und der 1985 aus dem Iran nach Frankfurt geflohenen Kommunalpolitikerin (Grüne) und Psychotherapeutin Nargess Eskandari-Grünberg.

Marlies Schmitz: „Heimat zeigt immer in die Zukunft“

„Heimat bedeutet: Ja, die Vergangenheit ist mir wichtig – aber Heimat zeigt immer in die Zukunft“, hatte die Duisburger Landwirtin Marlies Schmitz, Sprecherin des Rates für Land- und Forstwirtschaft im Bistum Essen, der Diskussion als Impuls mit auf den Weg gegeben. Dass gerade dieser Rat das Thema auf die „Wolfsburg“-Agenda gesetzt hat, sei naheliegend, sagte Bischof Overbeck – wie Schmitz Kind einer Bauernfamilie. Für Landwirte sei der Heimatbegriff „eng mit der eigenen Scholle, dem Ort, an dem sie für sich und ihre Nachfahren für das tägliche Brot sorgen, verknüpft“. Ähnlich seien Heimat und Arbeit im Ruhrgebiet lange Zeit auch für Bergleute und Stahlarbeiter eng miteinander verbunden gewesen.

„Heute haben Leute Heimweh, die ihre Heimat nie verlassen haben“

„Heute haben Leute Heimweh, die ihre Heimat nie verlassen haben“, sagte Wiebicke. Als er 2015 für sein Buch „Zu Fuß durch ein nervöses Land“ gewandert sei, habe er immer wieder Menschen getroffen, die gesagt hätten: „Ich lebe hier seit Jahrzehnten, aber ich komme nicht mehr klar in dieser Welt.“ Innerhalb einer Generation habe sich „die Welt, die wir wahrnehmen, dramatisch vergrößert“, so Wiebicke. „Mein Vater ist noch aufgewachsen mit einem Horizont, der drei Dörfer betrug. Das können wir uns heute nicht mehr vorstellen. Wir haben heute unglaubliche Freiheiten gewonnen, aber überhaupt noch nicht eingeübt, mit diesen Freiheiten umzugehen.“ Daraus entstehe bei manchen Menschen „der Wunsch, sich in eine kleine, vertraute Welt zurückzuziehen“.

Auch Bischof Overbeck betonte, dass „die Menschen heute endgültig in der Freiheit angekommen sind“. Damit seien sie „auch frei, sich gegen all das zu entscheiden, was ihrer Elterngeneration noch wichtig war“. In der Kirche sei dies nicht nur bei der Zahl der Gottesdienstbesucher spürbar, sondern auch bei den Formen, die den Menschen heute wichtig seien, um ihren Glauben zu leben oder auch nur kulturelle Rituale zu begehen. Das winterliche Riesenrad direkt vor seinem Bischofshaus in der Essener Innenstadt zum Beispiel sei für seine Mitarbeiter und ihn vor allem laut und störend, „aber für ganz viele Menschen in Essen ist es ein Zeichen dafür, dass bald Weihnachten ist“.

Eskandari-Grünberg wirbt für „neue Räume der Begegnung“

Angesichts sich leerender Kirchen, sterbender Kneipen und anderer wegbrechender Heimat-Strukturen aus der Vergangenheit sowie einer wachsenden Durchmischung von Zugezogenen und schon länger vor Ort Lebenden wirbt Eskandari-Grünberg für „neue Räume der Begegnung“, gerade in Großstädten. „Die Menschen in meiner Straße sehen sich oft die ganze Wochen nicht, weil alle berufstätig sind.“ Nötig seien heute „Menschen, die Heimat und Zukunft gemeinsam gestalten.“

Menschen, wie sie Journalist Wiebicke im Dorf Darup bei Nottuln im Münsterland getroffen hat. „Da lag lange Zeit der Hund begraben“, sagt Wiebicke. Doch dann sei der Bau einer Umgehungsstraße so etwas wie eine Initialzündung gewesen und die Leute hätten angefangen „ihre Heimat und ihre Zukunft zu entwickeln“. „Die wollten nicht das Darup von 1950 zurückhaben, sondern ihr Dorf nach vorne bringen. Und es waren vor allem die Zugezogenen, die die Initiativen gestartet haben“, so Wiebickes Beobachtung. Ähnliche Entwicklungen hat Overbeck auch in seiner Heimat Marl-Drewer im nördlichen Ruhrgebiet beobachtet, wo er „als Mitglied einer der drei Ursprungsfamilien groß geworden“ ist. „Es braucht die Dynamik der Zugezogenen, aber es braucht auch die Strukturen der Schon-Dagewesenen.“

„Wann dürfen sich die Zugezogenen zuhause fühlen?“

Eskandari-Grünberg stellte indes eine Frage, die geflüchtete Zuwanderer in Großstädten genauso kennen dürften, wie deutsche Familien, die in ein kleines Dorf ziehen: „Wann dürfen sich die Zugezogenen in ihrer neuen Heimat genauso zuhause fühlen, wie die Einheimischen?“ Eskandari-Grünberg hofft, dass sich diese Frage durch das gemeinsame Gestalten der Heimat bestenfalls schnell erledigt.

]]>
news-18498 Tue, 12 Nov 2019 12:00:00 +0100 Priester des Erzbistums Köln war trotz Verurteilungen wegen sexuellen Missbrauchs weiter im Einsatz https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/priester-des-erzbistums-koeln-war-trotz-verurteilungen-wegen-sexuellen-missbrauchs-weiter-im-einsatz/ Köln/Münster/Essen. Ein Priester des Erzbistums Köln, der bereits 1972 wegen „fortgesetzter Unzucht mit Kindern und Abhängigen“ zu einer Haftstrafe verurteilt und 1988 wegen sexueller Handlungen an Minderjährigen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war, wirkte dennoch über Jahrzehnte weiter als Priester in mehreren Bistümern. Das ergaben Nachforschungen im Erzbistum Köln und den Bistümern Münster und Essen. Der heute 85-jährige Priester ist seit 2002 im Ruhestand und inzwischen nicht mehr in der Seelsorge tätig. Peter Frings, der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster war im Mai 2019 durch ein Schreiben auf den Fall aufmerksam gemacht worden. Das Erzbistum Köln hatte daraufhin der Rechtsanwaltskanzlei in München, die seit Anfang 2019 alle Fälle von sexuellen Missbrauch des Erzbistums untersucht, auch das Aktenmaterial der anderen Bistümer für diesen Fall zur Verfügung gestellt. Die Kanzlei soll prüfen, wer von den Verantwortlichen der betroffenen Bistümer worüber informiert war und wer welche Entscheidungen getroffen hat.

Die genauen Ergebnisse der Untersuchung sollen im Frühjahr 2020 der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Der Interventionsbeauftragte des Erzbistums Köln, Oliver Vogt, zeigte sich erschüttert darüber, dass ein Priester, der zweimal rechtskräftig verurteilt wurde, dennoch weiter in der Seelsorge bleiben konnte. „Dieser Fall wirft in besonders bedrückender Weise Fragen auf, die gründlich aufgearbeitet werden müssen: Wie konnte man einen Priester, der sich des Missbrauchs schuldig gemacht hat, dennoch weiter in der Seelsorge arbeiten lassen? Wie konnte man ihn erneut in einer Pfarrei einsetzen?“

Die Aufarbeitung des Falls, so betonte Vogt weiter, habe man deshalb bewusst in unabhängige Hände gegeben. „Die Öffentlichkeit und insbesondere die Betroffenen haben ein Recht zu erfahren, wer in den Bistümern die Entscheidungen über einen weiteren seelsorglichen Einsatz zu verantworten hatte. Die Verantwortlichen werden nach Abschluss der Untersuchungen namentlich genannt. Sie haben große Schuld auf sich geladen und den Täterschutz und das Ansehen der Institution über den Schutz der Betroffenen gestellt.“

Der Priester war in den drei Bistümern an folgenden Orten und in folgenden Funktionen im Einsatz:

  • 12.02.1960 - 01.01.1964: Kaplan in Hl. Kreuz, KölnWeidenpesch
  • 02.01.1964 - 12.02.1970: Kaplan in St. Josef, Köln-Porz
  • 13.02.1970 - 01.03.1972: Pfarrer in St. Peter, Essen-Kettwig
  • 1973:Aushilfe in Bocholt-Lowick, St. Bernhard
  • 1974 - 1978: Schulabteilung Generalvikariat Münster mit Aushilfe in Westerkappeln ab 1975, St. Margareta
  • 1978 - 1985: Pfarrverwalter in Petrus-Canisius, Recklinghausen
  • 1986 - 1988: Aushilfsseelsorger St. Bonifatius Moers-Asberg
  • 01.09.1989 - 31.03.2002: Altenheimseelsorger CBWK Clarenbachwerk, Köln gGmbH
  • Juni 2002 – Juli 2015: Ruhestandsgeistlicher in St. Joseph, Bochum-Wattenscheid

Die Akten aus den drei Bistümern, so betonte der Interventionsbeauftragte des Erzbistums Köln weiter, seien teilweise sehr lückenhaft. „Da wir nicht ausschließen können, dass es in allen drei Diözesen weitere Betroffene gibt, bitten wir darum, dass diese sich bei einer der beauftragten, externen Ansprechpersonen in den Diözesen melden.“

Ansprechpartner im Erzbistum Köln

Dr. Emil Naumann, Tel: 01520 1642 394
Hildegard Arz, Tel: 015201642 234

Ansprechpartner im Bistum Münster

Bernadette Böcker-Kock: 0151 63404738
Bardo Schaffner: 0151 43816695

Ansprechpartner im Bistum Essen

Angelika von Schenk-Wilms: 0151 571 500 84
Karl Sarholz:  0171 3 16 59 28

]]>
news-18490 Mon, 11 Nov 2019 15:14:00 +0100 Drei Kandidaten erhalten die Weihe zum Ständigen Diakon https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/drei-kandidaten-erhalten-die-weihe-zum-staendigen-diakon/ Geweiht werden Andreas Dietrich aus der Propsteipfarrei St. Lamberti in Gladbeck, Stefan Hegerich aus St. Medardus in Lüdenscheid und Sven Ozera, St. Mariä Himmelfahrt in Mülheim. Drei Männer wird Bischof Franz-Josef Overbeck am Samstag, 23. November 2019, um 10.00 Uhr im Essener Dom zu Ständigen Diakonen weihen. Mit ihrer Weihe erhalten die drei Kandidaten die Beauftragung, in der Seelsorge mitzuwirken, im Gottesdienst zu predigen und Glaubensgespräche zum Beispiel zur Vorbereitung auf Erstkommunion oder Firmung zu führen. Zu ihren Aufgaben gehört es zu taufen, Brautpaare zu trauen und zu beerdigen. Bei all dem behalten sie ihren zuvor erlernten Hauptberuf bei.

Die Diakonweihe im Essener Dom erhält Andreas Dietrich, 44 Jahre, aus Dinslaken; er ist im Hauptberuf Verwaltungsleiter der Pfarrei St. Dionysius in Essen-Borbeck und als Diakon in der Propsteipfarrei St. Lamberti in Gladbeck eingesetzt. Stefan Hegerich (38), Betriebsplaner bei der Märkischen Verkehrsgesellschaft in Lüdenscheid, übernimmt den Diakonatsdienst in seiner Heimatpfarrei St. Medardus. Der Mülheimer Sven Ozera (37) arbeitet als Serviceleitung im St. Martinus-Krankenhaus in Düsseldorf und künftig als Diakon in seiner Heimatpfarrei St. Mariä Himmelfahrt. Ausgebildet wurden die drei in einem gemeinsamen Studienkurs mit zwölf weiteren Kandidaten aus dem Bistum Aachen und dem Erzbistum Köln, die in ihren Diözesen am selben Tag geweiht werden.

Die Diakonweihe geschieht, ähnlich wie die Priesterweihe, durch Handauflegung und Gebet des Bischofs. Während allerdings für Priesterkandidaten der Diakonat eine Zwischenstufe auf dem Weg zur Priesterweihe darstellt, bekleiden die Ständigen Diakone, die meist verheiratet und Familienväter sind, ein eigenständiges Amt und sind oft im Grenzbereich zwischen Seelsorge und caritativer Hilfe tätig. Zuletzt erhielt der Ständige Diakonat vermehrt Aufmerksamkeit, als die jüngst beendete Amazonas-Synode im Vatikan die Priesterweihe von sogenannten „viri probati“ – im Glaubensleben erprobten, verheirateten Männern – in Erwägung zog, um dem Priestermangel in der Amazonasregion abzuhelfen.

]]>
news-18497 Mon, 11 Nov 2019 12:32:17 +0100 Bistum Essen veröffentlicht Hörspiel zu Widerstandskämpfer Nikolaus Groß https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bistum-essen-veroeffentlicht-hoerspiel-zu-widerstandskaempfer-nikolaus-gross/ Keiner soll sagen, er habe ja nichts geahnt... Wie der Widerstand gegen rechtsextremes Gedankengut und Nationalsozialismus vor 80 Jahren lief, als Menschen mit klarer Erkenntnis an einer angeblich ahnungslosen Gesellschaft abprallten und ihre Warnungen schließlich mit dem Tod bezahlen mussten, erzählte das Bistum Essen mit seinem Hörspiel „Nikolaus Groß – Unerschütterlich“ Marschmusik, die von der Straße herüberweht, Wortfetzen einer Goebbels-Rede, die Gedanken von Nikolaus Groß beim Schreiben seiner Briefe aus der Gefängniszelle: Zum 75. Todestag des Widerstandskämpfers Nikolaus Groß veröffentlicht das Bistum Essen ein Hörspiel, das die Geschichte des zu Lebzeiten im Ruhrgebiet aktiven Arbeiters lebendig werden lässt.

Insgesamt 17. Folgen mit einer Länge von 10 bis 15 Minuten werden unter dem Titel „Nikolaus Groß – Unerschütterlich“. veröffentlicht, die letzte Folge am 23. Januar, dem 75. Todestag des Märtyrers.

“Nikolaus Groß ist nicht nur ein Christ mit einer frommen Lebensgeschichte, sondern ein Mann, der sich in schweren Lebenszeiten unerschütterlich für andere Menschen einsetzte. Schon früh hat er aus seiner christlichen Überzeugung heraus vor dem menschenverachtenden Vokabular und der Denkweise der Nationalsozialisten gewarnt“, sagt Michael Dörnemann, Pastoraldezernent und Leiter des Hörspiel-Projekts im Ruhrbistum.

Das Hörspiel greife ein hochaktuelles Thema auf, könne ein Appell sein, aus der Geschichte zu lernen, nicht die gleichen Fehler zu machen wie damals. „Wir leben in Zeiten, wo es nicht wenige Menschen gibt, die vor allem in sozialen Medien menschenverachtendes Gedankengut und Hass verbreiten“ – eine ‚Verrohung der Sprache‘, vor der auch Nikolaus Groß damals frühzeitig gewarnt habe, so Dörnemann.

Das Hörspiel kann ab dem 11. November bei allen gängigen Plattformen  gestreamt (https://bistum.ruhr/unerschuetterlich) werden oder hier angehört werden: unerschuetterlich.bistum-essen.de

]]>
news-18496 Mon, 11 Nov 2019 11:08:23 +0100 17 neue Ehrenamtskoordinatoren für Pfarreien im Bistum Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/17-neue-ehrenamtskoordinatoren-fuer-pfarreien-im-bistum-essen/ Nach rund einem Jahr haben die hauptberuflich und ehrenamtlich Engagierten aus Mülheim, Essen, Bochum, Hattingen, Schwelm und Gelsenkirchen am Sonntag ihren Qualifizierungskurs beendet. In ihren Gemeinden sollen sie neue ehrenamtliche Tätigkeitsprofile entwickeln und Menschen für diese Aufgaben gewinnen. Mit einem Gottesdienst im Essener Kardinal-Hengsbach-Haus haben 17 Männer und Frauen aus Pfarreien im Bistum Essen am Sonntag, 11. November 2019, ihre Qualifizierung zu Ehrenamtskoordinatoren abgeschlossen. Seit rund einem Jahr haben sich die hauptberuflich und ehrenamtlich Engagierten aus Pfarreien in Mülheim, Essen, Bochum, Hattingen, Schwelm und Gelsenkirchen auf ihre künftige Aufgabe vorbereitet, das ehrenamtliche Engagement in den katholischen Kirchengemeinden zu fördern.

Bereits seit mehreren Jahren fördert das Ruhrbistum in den Pfarreien den Aufbau von Teams, die das ehrenamtliche Engagement koordinieren und weiterentwickeln. Idealerweise bestehen diese Teams in jeder Pfarrei aus drei Personen – eine Hauptamtliche oder ein Hauptamtlicher sowie zwei Gemeindemitglieder –, die gemeinsam neue Impulse für das Ehrenamt in ihren Gemeinden umsetzen wollen. Die insgesamt zwölftägige Qualifizierung bereitet die künftigen Ehrenamtskoordinatoren insbesondere darauf vor, neue Netzwerke zwischen der Kirchengemeinde und anderen Akteuren in den Stadtteilen der Pfarrei aufzubauen, für diese Netzwerke neue ehrenamtliche Tätigkeitsprofile zu entwickeln und Menschen für diese Aufgaben zu gewinnen.

Die Teams und Einzelpersonen, die am Sonntag den mittlerweile fünften Qualifizierungskurs dieser Art im Ruhrbistum abschlossen haben, stammen aus den Pfarreien

  • St. Dionysius, St. Josef (Frintrop) und St. Ludgerus in Essen,
  • Liebfrauen und St. Peter und Paul in Bochum,
  • St. Gertrud in Bochum-Wattenscheid,
  • St. Peter und Paul in Hattingen,
  • St. Marien in Schwelm,
  • St. Barbara in Mülheim,
  • vom Caritasverband in Gelsenkirchen

Zudem haben zwei Mitarbeiter aus dem Erzbistum Köln den Kurs absolviert.

Ein sechster Kurs für neue Ehrenamtskoordinatoren ist bereits geplant: Er läuft von Juni 2020 bis August 2021 und umfasst erneut vier je dreitägige Ausbildungsmodule, jeweils am Wochenende. Informationen gibt es online auf der Ehrenamts-Seite des Bistums Essen oder direkt bei Ehrenamtsreferent Roman Blaut.

]]>
news-18495 Mon, 11 Nov 2019 10:13:43 +0100 Kirche querdenken im Gründerbüro des Bistums Essen https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/kirche-querdenken-im-gruenderbuero-des-bistums-essen/ Beim ersten Barcamp des Gründerbüros im „Impact Hub Ruhr“ haben sich Leute mit Entdeckergeist vernetzt, um neue Ideen für die Kirche voranzutreiben. Neue Ideen entwickeln, querdenken, sich vernetzen, improvisieren, aus Fehlern lernen – das Gründerbüro des Bistums Essen orientiert sich stark an innovativen und kreativen Methoden aus der Wirtschaft. Deshalb war das Gründerbüro am Freitagabend, 8. November 2019, mit seinem ersten Barcamp zu Gast im „Impact Hub Ruhr“ am Essener Hauptbahnhof, um hier nach innovativen Ideen für die Kirche zu suchen. „Impact Hub“ ist eine weltweit agierende Plattform für Menschen, die unternehmerisch, gemeinnützig und „um die Ecke“ denken und arbeiten.

Ein Barcamp ist eine Veranstaltungsform ohne feste Tagesordnung; in mehreren „Sessions“ wird besprochen, was den Besuchern auf den Nägeln brennt. Der Industrie-Charme der Räume des „Impact Hub Ruhr“ mit seiner Beton-Optik und den Metall-ummantelten Versorgungsleitungen sorgte mit dafür, dass die Anwesenden über Kirchenthemen „outside the box“ nachdenken konnten.

An Ideen mangelte es den gut 30 Teilnehmern am Barcamp des Gründerbüros kaum: als Kirche im Stadtteil mitmischen, Kirchengebäude als größten Raum im Viertel beleben, Menschen miteinander in Kontakt bringen, neue Medien-Formate ausprobieren und aus der Zeit gefallene Kirchensprache ausmerzen. Allerdings, so der Tenor in den „Sessions“, fehlen den Aktiven und Ideengebern oft Mitdenker, Netzwerke, Wissens-Plattformen und auch Fördermittel, um Projekte voranzutreiben. Experimentierfelder dafür will künftig nun das Gründerbüro anbieten.

„‘Wir haben das immer schon so gemacht‘ ist heute kein Argument mehr. Wir brauchen in der Kirche Mut, viel Neues zu probieren und auch mal Fehler zu machen“, sagt Mira Wählisch, Leiterin des Gründerbüros, das als eines von 20 Projekten aus dem Zukunftsbild-Prozess des Bistums Essen hervorgegangen ist. Ihre Kollegin Marlies Hennen-Nöhre bringt es auf den Punkt: „Lieber nachher um Vergebung als vorher um Erlaubnis bitten.“ Benedikt Brester, Mitbegründer des „Impact Hub Ruhr“ und Moderator des Barcamps, fasst zusammen, was die Kirche sich vom Hub abschauen kann: „Die eigenen Zielgruppen befragen und nutzerzentriert arbeiten, anstatt alles schon vorher zu wissen.“

Nach dem Barcamp ist vor dem Thinktank: zu vier solcher Denkfabriken will das Gründerbüro im Jahr 2020 einladen, um einzelne Projekte voranzutreiben. Auf Facebook haben die Aktiven sich vernetzt in einer öffentlichen „Gründerbüro-Gruppe“, um Ideen auszutauschen und Projekte im Blick zu behalten. Und ein ganz analoger, handfester Stammtisch in Essen soll künftig mit dafür sorgen, dass die Aktiven in entspannter Runde ihre Ideen weiterspinnen können.

]]>
news-18462 Mon, 11 Nov 2019 09:40:00 +0100 Bonifatiuswerk bittet um Spenden für die Katholiken in der nordeuropäischen Diaspora https://www.bistum-essen.de/pressemenue/artikel/bonifatiuswerk-bittet-um-spenden-fuer-die-katholiken-in-der-nordeuropaeischen-diaspora/ Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützt Christen in Ostdeutschland, Nordeuropa und dem Baltikum. Unter dem Leitwort „Werde Glaubensstifter!“ steht die diesjährige bundesweite Diaspora-Aktion des Bonifatiuswerkes der Deutschen Katholiken. Alljährlich bittet das Hilfswerk am dritten Sonntag im November – also diesmal am 17. November – um Spenden für katholische Christen, die in Ostdeutschland, Nordeuropa und im Baltikum als extreme Minderheiten leben.

Die bundesweite Eröffnung der Diaspora-Aktion findet am 3. November im Bistum Mainz statt. Die deutschen Bischöfe schreiben in ihrem Geleitwort zur Aktion, auch in der Diaspora wollten die Katholiken so leben, dass der Funke ihres Glaubens auf andere Menschen überspringe; allerdings fehle es an kirchlichen Begegnungsräumen, Kindergärten, katechetischem Material und Fahrzeugen für die weiten Wege. Das Bonifatiuswerk unterstützt deshalb jährlich mit rund 800 Projekten die Pfarreien im Norden und Nordosten.

]]>