Pilgerwege im Ruhrbistum

Durch das Bistum Essen führen nicht nur zahlreiche Jakobswege, sondern auch eigene Pilgerwege mit Start bzw. Ziel am Essener Dom. Pilgern Sie auf rund 250 Kilometern kreuz und quer durch das Ruhrbistum. Auf sehr unterschiedlichen Wegen geht es aus dem Sauerland (Wegstrecke 1), vom Rhein (Wegstrecke 2), aus dem nördlichen Ruhrgebiet (Wegstrecke 3 ab Bottrop, Wegstrecke 4 ab Gelsenkirchen) oder dem Essener Süden (Wegstrecke 5) bis zum Essener Dom, oder in umgekehrter Richtung.

Die Pilgerwege kennen keine festen Etappen. Sie sind eingeladen, die verschiedenen Abschnitte so zu entdecken, wie es Ihre Zeit, Ihr Interesse und die Ihre Kondition ermöglichen. Alle Teile des Pilgerwegs sind in beide Wegrichtungen mit einem einheitlichen Zeichen markiert.

Neben der Möglichkeit für sich alleine unterwegs zu sein, gibt es regelmäßig Angebote auf den Pilgerwegen des Bistums. Schauen Sie in den Veranstaltungskalender und in Berichte von Pilgern um sich inspirieren zu lassen oder suchen Sie Weggefährten und Gleichgesinnte in der Facebook-Gruppe: Pilgern im Bistum Essen. Falls Sie lieber auf Rädern unterwegs sind als zu Fuß, finden Sie vielleicht Ihren Weg auf den Radwegen des Bistums Essen.

Die Pilgerwege im Bistum Essen:

Was macht das Wandern zum Pilgern?

Raus in die Natur gehen, einfach laufen, wandern, in Bewegung sein das geht im Ruhrgebiert wunderbar. Hier ist es nämlich grüner als so mancher denken würde. Doch braucht es zum Pilgern nicht noch mehr als die reine Körperlichkeit? Wie geht das eigentlich richtig: Pilgern?

Schon der erste Schritt aus der eigenen Haustüre heraus, kann der erste Pilgerschritt sein. Wenn ich bereit bin, nicht nur einen äußeren, sondern auch einen Weg in meinem Inneren zu gehen. Die Bewegung des eigenen Körpers zieht oft eine Bewegung des Geistes nach sich. Die Gedanken beginnen selbstständig zu werden und finden ganz eigene Wege und Ziele. Manchmal finden Herz, Kopf und Körper in stillem Einvernehmen eine Einheit und das ICH darf einfach nur Dasein. Vielleicht gelingt es das Herz zur Sprache kommen zu lassen und vielleicht gelingt es sogar die Stimme Gottes in mir zum Klingen zu bringen. Das Pilgern unterscheidet sich also weniger in Länge der Strecke, Auswahl des Zieles oder Weges, als vielmehr durch die innere Einstellung vom Unterwegssein. Somit kann jeder Spaziergang zu einer Pilgerreise werden und neue Horizonte eröffnen. Die folgenden Übungen und Impulse sollen ein Einstieg und eine Hilfe sein, um sich auf einen inneren Weg zu machen.

Spirtuelle Einstiege und Atemübungen

  • loslaufen: Passt die Kleidung? Zwicks nichts? Mobiltelefon aus und alles, was sonst noch behindern könnte
  • wahrnehmen meiner Umgebung, bewusste Schritte tun, Gedanken fließen lassen
  • mich selber spüren, einen Rhythmus bekommen, genießen was guttut
  • Was ist um mich herum? Landschaft, Schöpfung, Menschen…
  • Was ist in mir los? Was beschäftigt mich? Welche Fragen oder Probleme tun sich auf?
  • Was möchte ich vor Gott bringen? Um was möchte ich ihn bitten? Für was danke ich Gott in meinem Leben und am heutigen Tag?
  • Stille: Ich schaue, ob das Erfahrene und Durchdachte Resonanz nimmt, in mir und/oder in Gott
  • Ich komme an und schließe meinen Weg ab.
  • Gibt es auf dem Weg Themen, Fragen, Probleme, die immer wieder auftauchen? Die Gefühle dazu zulassen und überlegen, warum beschäftigt mich das, lässt es mich nicht los? Lassen mich bestimmte Gedanken nicht los? Was bräuchte es, um die Gedanken nicht kreisen zu lassen? - eine Entscheidung, einen Rat von einem nahen Menschen, eine gute Alternative oder mehr Vertrauen in mich, meine Fähigkeiten und/oder Gott
  • Eine gewisse Zeit in Stille gehen. Ablenkungen möglichst nicht zulassen. Versuchen einen Inneren Weg zu gehen. Besonders gut ist dies möglich, wenn der Weg nicht viel Aufmerksamkeit fordert und kaum Ablenkungen in Form von anderen Menschen bereithält.
  • Notizen machen, Tagebuch führen, Audioaufnahmen. Welche Erfahrungen möchte ich für mich festhalten? Was möchte ich nicht vergessen? Welche Begegnungen nicht nur auf dem Pilgerweg, sondern auch zuhause pflegen?

Sehen: Was sehe ich? In direkter Nähe, vor meinen Füßen, aber auch beim Ändern der Perspektive, nach oben sehen, umsehen nach links und rechts. Auf Kleinigkeiten am Wegesrand achten und Neues entdecken.

Hören: Gibt’s es ein Geräusch in der Nähe, das mir neu ist? Vielleicht etwas, das ich zuordnen kann, eine Vogelstimme, das Plätschern eines Baches?

Fühlen: Ist es kalt oder warm um mich herum? Prickelt etwas auf meiner Haut? Wie fühlt sich der Grund unter meinen Füßen an? Eventuell traue ich mich, ein Stück des Weges barfuß zu gehen.

Riechen: Welche Gerüche nehme ich wahr? Erinnern sie mich an Situationen in meinem Leben? Verbinde ich Gefühle mit diesen Gerüchen?

Der Satz „deus, meus et omnia“ – „Gott, ich und die Welt“ wird ausgesprochen und dabei zunächst die Arme als großen Kreis von den Beinen bis zum Himmel ausgestreckt (deus),
dann die Handflächen aufeinandergelegt, die Arme gebeugt, vor die Brust nach unten geführt, einmal kurz die Fingerspitzen zum Herzen geführt (meus)
und zum Abschluss die Hände mit einem kleinen Kreis wieder sinken gelassen (et omnia)

Die Übungen wird langsam ausgeführt, dabei kann besonders auf die Atmung geachtet werden, beginnend mit dem Einatmen. Wirkungsvoll erweist sich die Körperübung bei mehreren Wiederholungen und an einem Ort mit Aussicht auf den Himmel und Weite einer Landschaft.

Einen sicheren Stand suchen, die Beine leicht gebeugt. Wer mag, kann die Augen schließen. Die Konzentration geht ganz auf die Atmung. Fühlen wie der frische Atem in die Lungen strömt. Kurz innehalten und dann die verbrauchte Luft ausströmen lassen. Mehrfach wiederholen. Als Ort eignet sich ein Wald oder Ufer eines Flusses, dort wo die frische Luft riechbar ist.

Die Erscheinung Jesu auf dem Weg nach Emmaus: LK 24,13–35

13Und siehe, am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. 14Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. 15Und es geschah, während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. 16Doch ihre Augen waren gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten. 17Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen 18und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? 19Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk. 20Doch unsere Hohepriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. 21Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. 22Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, 23fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. 24Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. 25Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen, deren Herz zu träge ist, um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. 26Musste nicht der Christus das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen? 27Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
28So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, 29aber sie drängten ihn und sagten: Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. 30Und es geschah, als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. 31Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken. 32Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete?
33Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren. 34Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. 35Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Der Segen Abrahams: 12,1–9

1Der HERR sprach zu Abram: Geh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde! 2Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. 3Ich werde segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den werde ich verfluchen. Durch dich sollen alle Sippen der Erde Segen erlangen.
4Da ging Abram, wie der HERR ihm gesagt hatte, und mit ihm ging auch Lot. Abram war fünfundsiebzig Jahre alt, als er von Haran auszog. 5Abram nahm seine Frau Sarai mit, seinen Neffen Lot und alle ihre Habe, die sie erworben hatten, und alle, die sie in Haran hinzugewonnen hatten. Sie zogen aus, um in das Land Kanaan zu gehen, und sie kamen in das Land Kanaan.
6Abram zog durch das Land bis zur Stätte von Sichem, bis zur Orakeleiche. Die Kanaaniter waren damals im Land. 7Der HERR erschien Abram und sprach: Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land. Dort baute er dem HERRN, der ihm erschienen war, einen Altar. 8Von da brach er auf zu dem Gebirge östlich von Bet-El und schlug sein Zelt so auf, dass er Bet-El im Westen und Ai im Osten hatte. Dort baute er dem HERRN einen Altar und rief den Namen des HERRN an. 9Dann zog Abram immer weiter, dem Negeb zu.

Die Wahl der Zwölf: 10,1–4

1Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. 2Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, 3Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, 4Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn ausgeliefert hat.

Die Aussendung der zwölf Jünger: 10,5–15

5Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht den Weg zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samariter, 6sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel! 7Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe! 8Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben. 9Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel! 10Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, ist seines Lohnes wert. 11Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkundigt euch, wer es wert ist, euch aufzunehmen; bei ihm bleibt, bis ihr den Ort wieder verlasst. 12Wenn ihr in ein Haus kommt, dann entbietet ihm den Gruß. 13Wenn das Haus es wert ist, soll euer Friede bei ihm einkehren. Wenn das Haus es aber nicht wert ist, dann soll euer Friede zu euch zurückkehren. 14Und wenn man euch nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, geht weg aus jenem Haus oder aus jener Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen! 15Amen, ich sage euch: Dem Gebiet von Sodom und Gomorra wird es am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als dieser Stadt


Pilgerwanderkarten und Pilgerausweise

Falls keine Ausgabestelle in erreichbarer Nähe liegt, kann ein gedrucktes Pilgerwanderkarten-Set (Strecken 1- 5 u. Extra- Tour) sowie ein Pilgerausweis auch unter infomaterial.pilgerweg@bistum-essen.de angefordert werden.

Eine Übersicht der Ausgabestellen finden Sie hier: >>> Ausgabestellen nach Postleitzahl sortiert

Das Pilger-ABC

Für alle Pilgernden, die sich unterwegs durch spirituelle Impulse anregen lassen möchten, gibt es das Pilger-ABC. Verpackt in einer transparenten Box, kann der gewählte Impuls sichtbar nach oben gelegt und im Rucksack oder der Hosentasche mitgenommen werden. Pilgernde können dieses Pilger-ABC per E-Mail anfordern oder im Essener Medienforum, Zwölfling 14, - sofern aufgrund der aktuellen Corona-Regelungen geöffnet - und der Domschatzkammer am Essener Dom (Dienstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr) abholen.

Für größere Pilgergruppen (bis max. 100. Personen) kann der Altfrid-Saal am Essener Dom als Ankommen-Station genutzt werden.
Interessierten Pilgergruppen, die den Bistums-Pilgerweg nutzen, steht der Altfrid-Saal, soweit nicht anderweitig belegt, als Ankommen-Station grundsätzlich zur Verfügung. Auch ist es grundsätzlich möglich, dass diese Pilgergruppen im Dom eine Pilgermesse oder einen nichteucharistischen Pilgergottesdienst feiern.

Die Terminvergabe, sowohl für mögliche Gottesdienstzeiten im Dom als auch für eine Nutzung des Altfrid-Saals, erfolgt ausschließlich über das Dombüro

Öffnungszeiten:
Montag 11:00 bis 13:00 Uhr
Dienstag bis Freitag 09:00 bis 12:00 Uhr
Monika Paris und Anne-Marie Fuhrmann
Tel.: 0201–2267 66
Fax: 0201–2204 238
E-Mail: dombuero@bistum-essen.de

  • Die Verantwortung für die Durchführung des Gottesdienstes (z.B. Leitung, Kirchenmusik) liegt bei den Pilgergruppen.
  • Der Altfrid-Saal verfügt über 60 Sitzplätze. Einschließlich möglicher Stehplätze liegt damit die Kapazitätsgrenze des Raumes, auch unter Berücksichtigung der verfügbaren Toiletten, bei maximal 100 Personen. Für Pilgergruppen, die diese Gruppengröße überschreiten, ist der Altfrid-Saal als Ankommen-Station nicht geeignet.
  • Im Altfrid-Saal kann durch den Hausmeister nach vorheriger Absprache und gegen Kostenerstattung Kaffee für bis zu 100 Personen sowie Mineralwasser bereitgestellt werden.
  • Darüber hinaus ist allein Selbstverpflegung (i.d.R. mitgebrachte Rucksackverpflegung) möglich. Falls Pilgergruppen zusätzliche Selbstverpflegung anliefern möchten, kann das nur nach Vereinbarung mit dem Hausmeister, Herrn Schützdeller, und unter Berücksichtigung der stark begrenzten Kühlmöglichkeiten vor Ort geschehen. Selbstverpflegung durch Grillen ist nicht möglich.
  • Für den obligatorischen Personaleinsatz (Hausmeister) und die erforderlichen Reinigungsarbeiten (Fremdfirma) wird von den Pilgergruppen eine pauschale Gebühr in Höhe von 50 Euro erhoben. Die Kosten für Kaffee und ggf. Mineralwasser werden zusätzlich berechnet.

Veranstaltungen


Ansprechpersonen:
Hermann-Josef Brandt
Olivia Klose 


16.-20.9.24 

Ansprechperson:
Hermann-Josef Brandt 


Ansprechpartner:
Medienforum Essen


Ansprechpersonen:
Miriam Penkues
Hildegard Huwe 

Ansprechpartnerinnen für das Projekt:

Verantwortliche für Pilgerwege im Ruhrbistum

Olivia Klose

Zwölfling 16
45127 Essen