von Thomas Rünker

Weihbischof Schepers weiht Jan Sienert zum Diakon

Feierlicher Gottesdienst in der Propsteikirche St. Lamberti. Der 30-jährige gelernte Erzieher Sienert möchte Priester werden. Derzeit ist er in der Pfarrei St. Pankratius in Oberhausen-Osterfeld tätig.

In einem feierlichen Gottesdienst in der Propsteikirche St. Lamberti hat Weihbischof Ludger Schepers den Gladbecker Jan Sienert am Sonntag, 18. April, zum Diakon geweiht. Der 30-jährige gelernte Erzieher möchte Priester werden und erhält nach einem weiteren Ausbildungsjahr in der Oberhausener Pfarrei St. Pankratius voraussichtlich am Pfingstwochenende des kommenden Jahres von Bischof Franz-Josef Overbeck im Essener Dom die Priesterweihe.

In seiner Predigt verwies Schepers auf Sienerts erste Ausbildung: Als Erzieher habe er sich klein machen müssen, um mit den Kindern in Kontakt zu treten. Ein Zeichen des dienenden „Sich-auf-Augenhöhe-begebens“, das auch gut zu dem Dienst als Diakon passe. „Was in der Kita gilt, gilt überall – bis in die letzten Tage eines Menschen, vielleicht in einem Hospiz“, schlug Schepers den Bogen zu einer möglichen künftigen Tätigkeit Sienerts als Diakon: Die Pfarrei St. Pankratius engagiert sich seit vielen Jahren intensiv in der Hospizarbeit.

Das Evangelium braucht Zeugen, keine exklusiven Kirchgänger

Nicht nur mit Blick auf den neuen Diakon, sondern auf alle Christen hob der Weihbischof hervor: „Zeuginnen und Zeugen braucht das Evangelium und da besonders die Botschaft von seiner Auferstehung – nicht in erster Linie wissenschaftlich fundierte Theologie, kein Domkapitel, keine kirchlichen Funktionäre und auch keine exklusiven Kirchgänger. Vielleicht braucht es das alles auch, aber anders, damit ich nicht falsch verstanden werde. Aber zuerst braucht das Evangelium Zeuginnen und Zeugen, Menschen, die nicht nur gescheite Diplomarbeiten über Christus schreiben, sondern die ihm begegnet sind.“ Dies könne beim Lesen der Bibel geschehen, „in einer Meditation, in einem ergreifenden Gottesdienst oder auf Besinnungstagen – Menschen, die da plötzlich Feuer gefangen haben und dieses Feuer wie eine Fackel weitertragen“, so Schepers. Sienert hatte seine Diakonenweihe mit dem aus dem Lukas-Evangelium inspirierten Satz: „Lass unser Herz brennen, wenn du zu uns redest“, überschrieben. Seit seiner Jugend ist der neue Diakon vor allem durch die Mitgliedschaft und ehrenamtliche Arbeit in der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg inspiriert worden. 

Info: Diakone

Die katholische Kirche unterscheidet zwischen dem Diakon (Griech.: „Diener“) als Durchgangsstufe auf dem Weg zur Priesterweihe und dem eigenständigen Amt, das auch verheirateten Männern ab dem 35. Lebensjahr offensteht. Mit ihrer Weihe erhalten Diakone die Vollmacht zu predigen, die Taufe und die hl. Kommunion zu spenden sowie kirchliche Begräbnisse vorzunehmen, nicht aber die Messe zu feiern oder die Beichte zu hören. In feierlichen Gottesdiensten assistiert der Diakon dem Priester. Angehende Priester arbeiten als Diakone in der Gemeindeseelsorge mit und werden dort von den pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiter ausgebildet.

„Wir dürfen nicht schweigen!“

Zugleich gehe es nicht um felsenfeste Überzeugungen, betonte Schepers. „In allen Osterberichten heißt es fast durchgehend so ganz unösterlich, dass die Jünger immer voller Angst, Schrecken, Skepsis, Zweifel und Skrupel waren“, verwies er auf die biblischen Berichte aus der Zeit nach Jesu Auferstehung. Auch der Apostel Petrus sage nicht etwa „,auf unsere Überzeugung – auf unseres sicheres Wissen hin – könnt ihr bauen‘, sondern schlicht und einfach: ,Wir können nicht schweigen von dem, was wir gesehen und gehört haben‘“, so Schepers. „Wir dürfen gar nicht schweigen!“ rief der Weihbischof der Gemeinde zu, die nicht nur in der Propsteikirche, sondern auch über einen Video-Livestream den Gottesdienst verfolgte: „Gerade jetzt in Zeiten der Pandemie. Wir haben nicht nur einen Glauben an die Auferstehung weiterzugeben, sondern noch mehr, nämlich eine Hoffnung fürs Leben und Sterben; eine Hoffnung, die uns von dem Auferstandenen geschenkt ist und von der wir spüren, dass sie unser Leben – auch alle unsere Schicksale – tragen kann und auch schon oft getragen hat.“ 

Das Video des Weihegottesdienstes aus der Gladbecker St.-Lamberti-Kirche

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Die Predigt von Weihbischof Schepers im Wortlaut (pdf)

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