Die Communio-Theologie

Begriffserklärung und Herkunft

Die Communio-Theologie ist ein theologischer Ansatz, der die Gemeinschaft als Kernstück der Lehre von der Kirche versteht. Gemeint ist die Gemeinschaft mit Gott, die Gemeinschaft der Gläubigen untereinander und die Gemeinschaft mit anderen Menschen. Der Begriff communio stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Gemeinschaft“ oder „Teilhabe“.

Verankerung im Bistum Essen

Im Bistum Essen ist die Communio-Theologie vor allem dort bedeutsam, wo Kirche als Gemeinschaft gestaltet wird: in Gemeinden, pastoralen Räumen, ökumenischen Kontakten, interreligiösem Dialog und in der Beteiligung von Gläubigen am kirchlichen Leben. Der Ansatz betont, dass kirchliches Handeln nicht allein von oben her gedacht werden soll, sondern vom gemeinsamen Glauben und der Verantwortung des Gottesvolkes her.

Rolle in der Liturgie

In der Liturgie zeigt sich die Communio-Theologie besonders in der Eucharistie. Die Feier der Eucharistie verbindet die Gläubigen mit Christus und untereinander. Auch gemeinsames Gebet, Friedensgruß und Kommunion machen sichtbar, dass Kirche Gemeinschaft ist.

Spirituelle Dimension und Symbolik

Zur Communio-Theologie gehört es, den Glaubenssinn des Gottesvolkes, den innerkirchlichen, ökumenischen und interreligiösen Dialog sowie die Brüderlichkeit der Bischöfe zur Richtlinie kirchlichen Handelns zu machen. Manche Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils spiegeln diesen Ansatz wider. Nach der im Ausgangstext genannten Einschätzung konnte er sich jedoch nicht vollständig durchsetzen, weil in anderen Dokumenten der Primat des Papstes festgeschrieben wird. Auch im Kirchenrecht hat nach dieser Darstellung eher dieser letztere Ansatz Eingang gefunden.

Kernaspekte im Überblick

  • Name und Ursprung: Lat. communio = „Gemeinschaft“, „Teilhabe“
  • Funktion und Zweck: Kirche von der Gemeinschaft mit Gott, unter Gläubigen und mit anderen Menschen her verstehen
  • Bedeutung im Bistum Essen: Grundlage für Beteiligung, Dialog und gemeinschaftliches kirchliches Handeln
  • Liturgische Präsenz: Besonders sichtbar in Eucharistie, gemeinsamem Gebet und Kommunion
  • Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: Bezug zum Zweiten Vatikanischen Konzil und zur Spannung zwischen Gemeinschaftsgedanke und päpstlichem Primat

Einordnung der Aussagen