Der Camauro
Begriffserklärung und Herkunft
Der Camauro (auch: Kamauro) ist eine nichtliturgische Kopfbedeckung der Päpste. Der lateinische Begriff camelaucum wird möglicherweise vom griechischen kamilavkion abgeleitet, einer byzantinisch-kaiserlichen Kopfbedeckung höherer Beamter. Ursprünglich bezeichnete der Name wohl eine Mütze aus Kamelhaar.
Verankerung im Bistum Essen
Im Bistum Essen hat der Camauro keine eigene praktische Bedeutung. Er gehört nicht zur bischöflichen oder diözesanen Amtstracht, sondern zur historischen päpstlichen Kleidung. Sein Bezug zur Diözese besteht daher nur indirekt über die Kenntnis päpstlicher Zeichen und kirchlicher Amtskleidung.
Rolle in der Liturgie
Der Camauro ist keine liturgische Kopfbedeckung. Er wurde nicht bei liturgischen Feiern als Bestandteil der Messkleidung getragen, sondern gehörte zur außer-liturgischen Kleidung des Papstes. Damit unterscheidet er sich deutlich von liturgischen Kopfbedeckungen wie Mitra oder Pileolus.
Spirituelle Dimension und Symbolik
Symbolisch verweist der Camauro auf die historische Würde und Repräsentation des Papstamtes. Seine rote Farbe steht im Zusammenhang mit der traditionellen päpstlichen Kleidung; die winterliche Ausführung aus rotem Samt mit weißem Hermelin unterstreicht den höfisch-repräsentativen Charakter. Seit dem Spätmittelalter war er gebräuchlich, kam jedoch im 20. Jahrhundert außer Gebrauch. Papst Benedikt XVI. trug ihn 2005 wieder öffentlich.
Kernaspekte im Überblick
- Name und Ursprung: Auch Kamauro; lat. camelaucum, möglicherweise von griech. kamilavkion
- Funktion und Zweck: Nichtliturgische päpstliche Kopfbedeckung
- Bedeutung im Bistum Essen: Kein eigener Gebrauch, nur indirekter Bezug zur päpstlichen Amtskleidung
- Liturgische Präsenz: Keine liturgische Funktion
- Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: Sommerform aus rotem Stoff, Winterform aus rotem Samt mit weißem Hermelin