Die Bischofsernennung
Begriffserklärung und Herkunft
Der Begriff Bischofsernennung bezeichnet den kirchenrechtlich geregelten Vorgang, durch den ein Priester zum Bischof einer Diözese bestimmt wird. In der katholischen Kirche liegt die endgültige Entscheidung grundsätzlich beim Papst. Der Begriff verbindet „Bischof“ mit „Ernennung“ und verweist auf den offiziellen Akt der Übertragung eines kirchlichen Leitungsamtes.
Verankerung im Bistum Essen
Im Bistum Essen erfolgt die Bischofsernennung nach den Regelungen des Preußischen Konkordats von 1929. Im Fall einer Sedisvakanz erstellen Bischöfe und Domkapitel eine Liste geeigneter Kandidaten und übermitteln diese dem Heiligen Stuhl. Dieser erarbeitet daraus einen Dreiervorschlag (Terna), der dem Domkapitel vorgelegt wird. Das Domkapitel wählt daraus einen Kandidaten. Vor der endgültigen Ernennung wird die Landesregierung angefragt, ob politische Einwände bestehen. Erst nach diesem Verfahren erfolgt die offizielle Ernennung durch den Papst.
Rolle in der Liturgie
Die Bischofsernennung selbst ist ein rechtlicher und organisatorischer Vorgang, wird jedoch durch die anschließende Bischofsweihe liturgisch vollzogen. In dieser Feier erhält der ernannte Bischof durch Handauflegung und Gebet die sakramentale Vollmacht. Die Liturgie macht die geistliche Dimension der Ernennung sichtbar und verankert sie im Leben der Kirche.
Spirituelle Dimension und Symbolik
Spirituell wird die Bischofsernennung als Berufung und Sendung verstanden. Der neue Bischof übernimmt Verantwortung für die Leitung der Kirche im Auftrag Christi. Die Auswahlkriterien – etwa Glaube, Frömmigkeit, Klugheit und Lebensführung – unterstreichen den Anspruch an dieses Amt. Symbolisch steht die Ernennung für die Kontinuität der apostolischen Sukzession und die Einheit mit der Weltkirche.
Kernaspekte im Überblick
- Name und Ursprung: Kirchlicher Begriff für die Bestimmung eines Bischofs durch den Papst
- Funktion und Zweck: Besetzung eines bischöflichen Amtes nach festgelegtem Verfahren
- Bedeutung im Bistum Essen: Wahl durch das Domkapitel aus einer päpstlichen Terna nach dem Preußischen Konkordat
- Liturgische Präsenz: Sichtbar in der anschließenden Bischofsweihe
- Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: Beteiligung staatlicher Stellen (ohne Entscheidungsgewalt) im Verfahren