Die Auferstehung

Begriffserklärung und Herkunft

Die Auferstehung (lat. resurrectio) bezeichnet in der jüdisch-christlichen Theologie die Wiederbelebung von Toten zu einem neuen, ewigen Leben. Der Begriff entstammt dem mittelhochdeutschen ūf-erstān und bedeutet wörtlich „wieder aufstehen“. Theologisch ist die AuferstehungJesu Christi das zentrale Glaubensereignis und Fundament des christlichen Glaubens, wie es insbesondere im Neuen Testament bezeugt wird (1 Kor 15,3–8). Historisch entwickelte sich der Glaube an eine allgemeine Auferstehung der Toten im Judentum der nachexilischen Zeit (z.B. Dan 12,2) als eschatologische Hoffnung auf göttliche Gerechtigkeit.

Verankerung im Bistum Essen

Im Bistum Essen spielt die Auferstehung eine besondere Rolle im Kontext des industriellen Wandels und der damit verbundenen Hoffnungen und Verluste. Viele Kirchen des Bistums, insbesondere die moderneren Sakralbauten im Ruhrgebiet, thematisieren die Auferstehung in ihrer Architektur und Kunst als Symbol des Neubeginns und der Überwindung des irdischen Leidens. Beispielsweise findet sich in der Essener Kathedralkirche, dem Essener Münster, die Auferstehungsthematik in der liturgischen und symbolischen Gestaltung des Ostergeschehens. 

Rolle in der Liturgie

Die AuferstehungChristi ist das zentrale Thema des Osterfestes und der gesamten österlichen Liturgie. In der Feier der Osternacht erreicht die liturgische Darstellung ihren Höhepunkt: Das Osterlicht symbolisiert den auferstandenen Christus, der die Finsternis des Todes überwindet. Das gesungene Exsultet (Osterlob) verkündet feierlich die Auferstehung. Auch in jeder Eucharistiefeier (Messe) wird die Auferstehung vergegenwärtigt, wenn im Gedächtnis des Todes und der Auferstehung Jesu das Paschamysterium gefeiert wird. Darüber hinaus ist die Auferstehung ein wesentlicher Bestandteil der christlichen Bestattungsriten, wo sie als Trost und Hoffnung auf das ewige Leben verkündet wird.

Spirituelle Dimension und Symbolik

Die Auferstehung ist theologisch nicht nur ein historisches Ereignis, sondern vor allem ein Heilsgeschehen und ein Hoffnungszeichen. Spirituell symbolisiert sie die Überwindung von Sünde und Tod sowie die Neuschöpfung. Sie ist die Grundlage der christlichen Eschatologie (Lehre von den letzten Dingen) und die Zusage der eigenen zukünftigen Vollendung. Symbole der Auferstehung sind unter anderem das leere Grab, der Phönix, das Lamm Gottes und das bereits erwähnte Osterlicht.

Kernaspekte im Überblick

  • Name und Ursprung:Auferstehung (lat. resurrectio), biblisch-theologischer Begriff, Kern der christlichen Glaubenslehre.

  • Funktion und Zweck: Fundament des christlichen Glaubens, Verheißung ewigen Lebens, Überwindung des Todes.

  • Bedeutung im Bistum Essen: Symbol der Hoffnung und des Neubeginns im Kontext der industriellen Sozialgeschichte und des Wandels im Ruhrgebiet.

  • Liturgische Präsenz: Zentrale Rolle in der Osternacht und in jeder Eucharistiefeier sowie bei Bestattungen.

  • Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: Osterfeuer, Osterkerze, Phönix-Symbolik.