Das Asprgill
Begriffserklärung und Herkunft
Der Aspergill (auch Weihwassersprenger, Sprengwedel) ist ein unverzichtbares liturgisches Gerät in der katholischen und anderen christlichen Kirchen. Es dient dem Besprengen von Personen, Gegenständen oder Orten mit Weihwasser zu Segnungs- oder Reinigungszwecken. Das Wort leitet sich vom lateinischen Verb aspergere ab, was so viel wie „besprengen“ oder „bespritzen“ bedeutet. Im Deutschen trug es ursprünglich den Namen Sprengel oder Sprengil. Historisch betrachtet, ist die Praxis des Besprengens mit geweihtem Wasser nicht nur im Alten Bund (Judentum), sondern auch in der Religio Romana (Lustration, rituelle Reinigung) verwurzelt, wo es ein wichtiges Accessoire des Pontifex Maximus war. Das christliche Aspergillum übernahm diese Traditionen, um spirituelle Reinigung zu symbolisieren und Gottes Segen zu vermitteln. Das Gerät besteht typischerweise aus einem metallenen oder hölzernen Stiel mit einem perforierten Kopf, der einen Schwamm oder Borsten enthält, um das Wasser aufzunehmen und zu verspritzen.
Verankerung im Bistum Essen
Das Bistum Essen nutzt den Aspergill in seiner alltäglichen und feierlichen Liturgie wie in der gesamten katholischen Kirche. In den Kirchen und kirchlichen Einrichtungen des Bistums, das durch eine starke industrielle und soziale Prägung gekennzeichnet ist, erfüllt der Aspergill seine zentrale Funktion bei der Weihe von Orten und Menschen. Obwohl keine spezifische, nur dem Bistum Essen eigene liturgische Sonderform des Aspergills bekannt ist, spiegelt seine Verwendung die tiefe Verwurzelung der sakramentalen Praxis in der Region wider. Die Verfügbarkeit von Aspergillen bei regionalen Paramentenherstellern oder Kirchenbedarfsgeschäften zeugt von der stetigen Notwendigkeit dieses Geräts in den Gemeinden des Ruhrgebiets.
Rolle in der Liturgie
Der Aspergill kommt hauptsächlich beim sogenannten Asperges (lat. "Du wirst besprengen") zum Einsatz, dem feierlichen Besprengen der Gläubigen mit Weihwasser vor Beginn der Sonntagsmesse. Dieses Ritual erinnert an die Taufe und die damit verbundene Reinigung von Sünden, insbesondere vor der Eucharistie. Darüber hinaus wird der Aspergill bei zahlreichen Segnungen verwendet, beispielsweise bei der Weihe von Kirchen, Altären, liturgischen Geräten, aber auch von Häusern, Feldern oder bei der Gräbersegnung auf dem Friedhof [F]. In der Praxis taucht der Zelebrant den Aspergill in das Weihwassergefäß, das Aspersorium oder den Weihwasserkessel, und verteilt dann das Wasser mit einer ausholenden Geste.
Spirituelle Dimension und Symbolik
Die Symbolik des Aspergills und des Weihwassers ist eng mit der Taufe verbunden: Es erinnert an die Reinigung von der Sünde und die Aufnahme in die christliche Gemeinschaft. Spirituell steht das Besprengen für Gottes Segen, der sich wie ein reinigender Regen über die Gläubigen ergießt. Es symbolisiert Schutz vor dem Bösen und die Gegenwart des Heiligen Geistes.
Kernaspekte im Überblick
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Name und Ursprung: Aspergill (lat. aspergere = besprengen); früher Sprengel oder Sprengil.
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Funktion und Zweck: Liturgisches Gerät zum Verteilen von Weihwasser; dient Segnung und ritueller Reinigung.
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Bedeutung im Bistum Essen: Unverzichtbares liturgisches Gerät für die sakramentale Praxis in den Gemeinden des Ruhrgebiets.
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Liturgische Präsenz: Zentral beim Asperges (Besprengen der Gemeinde am Sonntag), bei Segnungen und Weihen.
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Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: Trägt eine apotropäische (unheilabwehrende) Symbolik im Volksglauben.