Armen-Brüder des hl. Franziskus
Begriffserklärung und Herkunft
Die Armen-Brüder des hl. Franziskus sind eine 1857 in Aachen vom Lehrer Johannes Philipp Höver gegründete Brüdergemeinschaft. Ihr Name leitet sich zum einen vom Ordensgründer Franz von Assisi ab, dessen Spiritualität der Armut, Geschwisterlichkeit und Demut sie nachahmen. Zum anderen betont der Zusatz Armen-Brüder ihre primäre Ausrichtung: die tätige Nächstenliebe und Sorge für bedürftige, oft ausgegrenzte Menschen, wie Waisen, kranke oder wohnungslose Menschen. Umgangssprachlich werden sie auch Höver-Brüder genannt. Die Satzung der Brüdergemeinschaft erhielt 1910 die endgültige päpstliche Bestätigung.
Verankerung im Bistum Essen
Obwohl ihre Gründungsstätte in Aachen liegt und sie später Niederlassungen in Düsseldorf betrieben [F], wo sie etwa das Caritas-Heim am Rather Broich führten, sind sie auch in der Region des Bistums Essen aufgrund ihres Schwerpunktes auf die sozial-karitative Arbeit bekannt, insbesondere für ihren Einsatz für wohnungslose, alte und pflegebedürftige Menschen.
Rolle in der Liturgie
Die Armen-Brüder des hl. Franziskus sind keine Priestergemeinschaft, sondern ein Laienorden, dessen primäre Sendung im karitativen Tun liegt. Daher besitzen sie keine spezifische, eigenständige Rolle in der Liturgie im Sinne besonderer ritueller Aufgaben. Ihre liturgische Rolle manifestiert sich vielmehr in der Ausrichtung ihres täglichen Lebens: Das Gebet ist das Fundament der Ordensgemeinschaft, und ihre karitative Arbeit selbst kann als eine Form der „Liturgie nach der Liturgie“ verstanden werden, da sie die im Gottesdienst gefeierte christliche Nächstenliebe im Alltag umsetzen. Einzelne Brüder engagieren sich jedoch in der Seelsorge und sind auch in die Verkündigung, etwa mit Evangeliumsauslegungen, eingebunden.
Spirituelle Dimension und Symbolik
Die Spiritualität der Armen-Brüder ist tief im franziskanischen Charisma verwurzelt: Armut, Geschwisterlichkeit und die konsequente Nachfolge Christi im Dienst an den „geringsten Brüdern und Schwestern“. Der Name symbolisiert die freiwillige Selbstverpflichtung zur Armut im Dienste der Bedürftigen. Ihr Einsatz für Ausgegrenzte und Schwache ist eine gelebte Erkenntnis und ein Dienst an Christus selbst. Der Heilige Franziskus von Assisi steht dabei für die Demut und die Hinwendung zur Schöpfung und zu den Armen als gelebtes Evangelium. Das „Brudersein“ betont die egalitäre Gemeinschaft und die Nähe zu den Menschen, denen sie dienen.
Kernaspekte im Überblick
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Name und Ursprung: Armen-Brüder des hl. Franziskus (CFP), gegründet 1857 in Aachen von Johannes Philipp Höver.
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Funktion und Zweck: Sozial-karitative Arbeit, Sorge für Arme, Kranke, Alte und Ausgegrenzte, Jugend- und Altenpflege.
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Bedeutung im Bistum Essen: Bekannt als Vertreter der franziskanischen Sozialarbeit, obwohl der Schwerpunkt ihrer Niederlassungen historisch eher in Aachen und Düsseldorf lag.
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Liturgische Präsenz: Keine spezifische liturgische Sonderrolle; das gemeinsame Gebet ist Fundament, ihre karitative Arbeit ist gelebte Nachfolge Christi.
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Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: Nach ihrem Gründer auch „Höver-Brüder“ genannt; legen Wert auf die Werte Glaube, Werte und Hilfe; engagieren sich auch in der Pastoral.