Das Antependium
Begriffserklärung und Herkunft
Das Antependium (von lat. ante = vor und pendere = hängen) bezeichnet ursprünglich einen reich verzierten, textilen Vorhang, der die Vorderseite und manchmal auch die Seiten des Altarunterbaus verhängt. Seit dem 4. Jahrhundert sind solche Behänge im christlichen Gottesdienst nachweisbar. Im Mittelalter entwickelte sich das Antependium auch zu einer festen Verkleidung aus kostbaren Materialien wie Metall, Holz oder Stein. Das textile Antependium gehört zu den Paramenten, jenen liturgischen Gewändern und Ausstattungsstücken, die dem Kirchenjahr entsprechend ihre Farbe wechseln. Nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils ist die obligatorische Verwendung eines Antependiums in der katholischen Kirche zwar nicht mehr durchgehend vorgeschrieben, aber weiterhin üblich, insbesondere in der Form des Altartuchs, das vorne herabhängt oder als dezenterer Vorsatz gestaltet ist.
Verankerung im Bistum Essen
Im Bistum Essen findet das Antependium seinen Platz in der liturgischen Praxis. Während es in vielen modernen Kirchen des Bistums, die den schlichten Volksaltar in den Vordergrund stellen, oft durch ein einfaches, aber kunstvolles Altartuch repräsentiert wird, beherbergen historische Kirchen wie das Essener Münster oder Pfarrkirchen im Ruhrgebiet mitunter wertvolle, ältere oder kunsthandwerklich bedeutsame Antependien. Ein konkreter Bezug zeigt sich beispielsweise in der Kirche St. Dionysius in Duisburg-Mündelheim, wo ein Antependium eines Altars in der Turmhalle erwähnt wird.
Rolle in der Liturgie
Das Antependium dient in erster Linie als schmückende Verkleidung und Schutz des Altars, der der heiligste Ort der Kirche und der Tisch des Herrn ist. Seine wichtigste liturgische Funktion ist jedoch die Zeitansage. Durch die liturgischen Farben (Weiß, Rot, Grün, Violett, selten Schwarz oder Rosa) signalisiert das Antependium den Rang des Festes oder der Zeit im Kirchenjahr. Es trägt damit wesentlich zur festlichen oder bußfertigen Stimmung der jeweiligen Feier bei und unterstreicht die Einheit der liturgischen Räume, da Altar, Ambo (Lesepult) und oft auch die Kanzel mit farblich abgestimmten Paramenten versehen sind.
Spirituelle Dimension und Symbolik
Es ist mehr als nur Dekoration; es ist ein Träger von Symbolik. Es verweist durch seine Farbe und oft eingearbeitete Motive auf das Mysterium, das auf dem Altar gefeiert wird: das Gedächtnis des Leidens, Sterbens und Auferstehens Jesu Christi. Die Verwendung kostbarer Materialien oder die Darstellung biblischer Szenen zeugen von der Ehrfurcht vor dem Altar als Zentrum der Eucharistiefeier.
Kernaspekte im Überblick
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Name und Ursprung: Lat. ante (vor) und pendere (hängen); schmückender Altarvorhang oder -vorsatz; belegt seit dem 4. Jh..
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Funktion und Zweck: Schutz und Schmuck des Altars; Signalisiert die liturgische Zeit und deren Charakteristik (Farben).
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Bedeutung im Bistum Essen: Teil der allgemeinen katholischen Liturgiepraxis; Beispiele in regionalen Kirchen.
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Liturgische Präsenz: Verwendung der liturgischen Farben (Paramente) für Altar, Ambo/Kanzel, die den Zyklus des Kirchenjahres widerspiegeln.
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Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: Gehört zu den textilen oder festen Altarschmuckformen; Symbolträger für die Botschaft des jeweiligen Festes.