Amigonianer
Begriffserklärung und Herkunft
Der Begriff Amigonianer bezeichnet eine katholische Ordensgemeinschaft von Männern, deren offizieller Name Kapuziner-Terziaren Unserer Frau der Schmerzen (Congregatio Tertii Ordinis Sancti Francisci Capuccinorum a Nostra Domina a Doloribus, T.C.) lautet. Die Bezeichnung Amigonianer ist ein gängiger Kurzname, der auf den Ordensgründer, den Kapuzinerpater Luis Amigó y Ferrer (1854-1934), zurückgeht. Der Orden wurde 1889 in Valencia, Spanien, gegründet und versteht sich als Bestandteil der Franziskanischen Familie (Regulierter Dritter Orden). Das ursprüngliche und bis heute zentrale Charisma ist die Sorge und Wiedereingliederung von Kindern und Jugendlichen, insbesondere solchen in schwierigen sozialen Verhältnissen oder inhaftierten jungen Menschen . Der Name Amigó selbst erinnert an das spanische Wort amigo ("Freund"), was die pädagogisch-pastorale Grundhaltung des Ordens widerspiegelt: ein Freund für die Jugendlichen zu sein.
Verankerung im Bistum Essen
Im Bistum Essen haben die Amigonianer eine signifikante Präsenz entwickelt, die sich primär in der sozial-caritativen Jugendarbeit manifestiert. Die ersten Ordensbrüder kamen 1985 in das Ruhrgebiet. Hauptstandorte ihrer Arbeit sind die Städte Gelsenkirchen und Gladbeck. In Gelsenkirchen betreiben die Amigonianer die "Amigonianer Soziale Werke gGmbH" mit Einrichtungen wie einem Jugendtreff (seit 1989) und dem Jugendhaus Eintracht, die sich auf offene Kinder- und Jugendarbeit, Bildungsförderung, Familien- und Quartiersarbeit in sozialen Brennpunkten konzentrieren. Seit 2019 verstärkten die Patres ihre Präsenz mit einer weiteren Niederlassung in Gladbeck. Darüber hinaus wurde den Amigonianern im Bistum Essen die Seelsorge der spanischsprachigen Katholiken im Ruhrgebiet übertragen, was ihre spanische Herkunft und ihre Rolle in der regionalen Migrantenseelsorge unterstreicht. Ihre Arbeit in Gelsenkirchen wurde 2008 mit dem Heinrich-Brauns-Preis des Bistums Essen ausgezeichnet.
Rolle in der Liturgie
Die direkte liturgische Rolle des Ordens manifestiert sich weniger in spezifischen Riten als vielmehr in der Ausrichtung ihres Ordensfestes und der pastoralen Tätigkeit ihrer Priester und Brüder. Die Patronin des Ordens ist die Schmerzhafte Muttergottes (Nuestra Señora de los Dolores). Das wichtigste Ordensfest ist das Gedächtnis der Sieben Schmerzen Mariens am 15. September. Darüber hinaus nehmen Amigonianer-Patres die üblichen priesterlichen Dienste in Pfarreien und in der spanischsprachigen Seelsorge wahr.
Spirituelle Dimension und Symbolik
Die spirituelle Dimension der Amigonianer ist tief im franziskanischen Erbe und der Verehrung der Schmerzhaften Muttergottes verwurzelt. Symbolisch steht Maria unter dem Kreuz für das mitleidende Erbarmen Gottes mit den notleidenden und verlorenen "Söhnen und Töchtern" der Kirche. Die Ordensmitglieder sehen sich als Werkzeuge dieses Erbarmens, indem sie sich der am stärksten vernachlässigten Jugend annehmen. Ihre Arbeit im Ruhrgebiet, oft in anonymen Sozialwohnungen statt in prunkvollen Klöstern, symbolisiert eine bewusst einfache, mitten unter den Menschen gelebte Spiritualität.
Kernaspekte im Überblick
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Name und Ursprung: Kapuziner-Terziare Unserer Frau der Schmerzen (T.C.), 1889 in Valencia (Spanien) gegründet von Luis Amigó y Ferrer.
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Funktion und Zweck: Pädagogisch-pastorale Arbeit, besonders mit sozial benachteiligten und gefährdeten Kindern und Jugendlichen (Resozialisierung, Bildung, Integration).
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Bedeutung im Bistum Essen: Etablierte Zentren der Kinder- und Jugendarbeit (Gelsenkirchen, Gladbeck); Seelsorge für die spanischsprachige Gemeinde; ausgezeichnet mit dem Heinrich-Brauns-Preis.
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Liturgische Präsenz: Gedenktag der Schmerzhaften Muttergottes (15. September) als wichtigstes Ordensfest; aktive Priester in der Orts- und Migrantenseelsorge.
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Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: Betonung der freundschaftlichen Beziehung (Amigo = Freund) zu den Jugendlichen; enge Verbindung zur spanischen Kultur und Sprache im Ruhrgebiet.