Alte Messe
Begriffserklärung und Herkunft
Die umgangssprachliche Alte Messe bezeichnet die Feier der Eucharistie im Römischen Ritus nach dem Missale Romanum von 1962, der letzten Ausgabe vor der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965). Fachlich korrekter wird sie als Tridentinische Messe oder, bis zum Motu Proprio Traditionis Custodes von Papst Franziskus im Jahr 2021, als „außerordentliche Form des Römischen Ritus“ bezeichnet. Der Name Tridentinische Messe leitet sich vom Konzil von Trient (1545–1563) ab, auf dem die Vereinheitlichung der Liturgie im gesamten lateinischen Ritus beschlossen und 1570 durch Papst Pius V. in Kraft gesetzt wurde. Sie war über vier Jahrhunderte, bis zur Einführung der erneuerten Messordnung (Novus Ordo Missae) Papst Pauls VI. im Jahr 1969/70, die reguläre Form der Messe.
Verankerung im Bistum Essen
Im Bistum Essen ist die Feier der Alten Messe an bestimmten, vom Ortsbischof autorisierten Orten möglich. Eine zentrale Rolle spielt in diesem Kontext die Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP), eine Gesellschaft apostolischen Lebens, die die altrituelle Liturgie pflegt und im Bistum Essen in Oberhausen-Styrum mit einem Konvent vertreten ist. Der Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck, ist als Diözesanbischof der Moderator, Förderer und Hüter des gesamten liturgischen Lebens seiner Teilkirche und hat gemäß dem Motu Proprio Traditionis Custodes von 2021 die ausschließliche Zuständigkeit, den Gebrauch des Missale von 1962 zu gestatten. Gemäß den Weisungen des Apostolischen Stuhls darf die Alte Messe nicht in Pfarrkirchen stattfinden.
Rolle in der Liturgie
Die Alte Messe zeichnet sich durch die verwendete Sprache Latein, die Orientierung des Priesters (häufig ad orientem, d.h. zum Altar und nicht zur Gemeinde gewandt) und einen festgelegten Ablauf mit weniger Variationsmöglichkeiten aus. Liturgisch gilt der Missale Romanum von 1970 (der Novus Ordo) seit Traditionis Custodes als die einzige Ausdrucksform der Lex orandi des Römischen Ritus, wodurch der vorkonziliare Ritus einen strenger geregelten Sonderstatus einnimmt. Feiern der Sakramente (außer der Messe) mit den Ritualen vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil sind Gläubigengruppen, die nach dem Missale von 1962 feiern, in der Regel nicht gestattet.
Spirituelle Dimension und Symbolik
Die spirituelle Dimension der Alten Messe wird oft als Ausdruck von Transzendenz, Heiligkeit und Kontinuität der kirchlichen Tradition wahrgenommen. Die Verwendung des Lateinischen und des Gregorianischen Chorals verstärkt bei vielen Gläubigen das Gefühl der überzeitlichen Unveränderlichkeit und der Feier eines heiligen Geheimnisses. Die strikte Befolgung der Rubriken und die Gebetshaltung des Priesters symbolisieren eine tiefe Ehrfurcht vor dem Messopfer.
Kernaspekte im Überblick
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Name und Ursprung: Tridentinische Messe (Missale Romanum 1962), auf dem Konzil von Trient (16. Jh.) normiert.
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Funktion und Zweck: Feier der Eucharistie im vorkonziliaren Ritus, heute nur an autorisierten Orten und unter strengen päpstlichen und bischöflichen Vorgaben gestattet.
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Bedeutung im Bistum Essen: Feierorte werden vom Ortsbischof festgelegt; Präsenz der Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP) in Oberhausen-Styrum.
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Liturgische Präsenz: Vorkonziliarer Ritus (Forma extraordinaria), überwiegend in Latein, oft mit Gregorianischem Choral und ad orientem Zelebration.
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Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: Betonung von Stille, feierlicher Zeremonie und dem Gefühl der Transzendenz.