Das Allerheiligste
Begriffserklärung und Herkunft
Der Begriff Das Allerheiligste bezeichnet in der katholischen Kirche das konsekrierte Brot der Eucharistie, die Hostie, die nach der Wandlung (Konsekration) als der Leib Christi gilt. Nach katholischer Lehre ist Christus in den Gestalten von Brot und Wein real und bleibend gegenwärtig, ein theologischer Sachverhalt, der als Realpräsenz zusammengefasst wird. Die Bezeichnung ist eine Steigerungsform des Begriffs „heilig“ und leitet sich ursprünglich vom alttestamentlichen „Allerheiligsten“ ab, dem innersten, heiligsten Raum des Zeltheiligtums bzw. des Jerusalemer Tempels, in dem die Bundeslade stand und Gott auf besondere Weise gegenwärtig war. Diese Übertragung auf die Eucharistie verdeutlicht deren zentralen, höchsten Rang in der katholischen Verehrung.
Verankerung im Bistum Essen
Ein konkreter regionaler Bezug ist die Existenz der Eucharistischen Ehrengarden im Bistum Essen. Diese Laienvereinigungen, die in Essen eine lange Tradition haben und 1913 gegründet wurden, bekennen öffentlich ihren Glauben und stellen bei liturgischen Festen wie der Fronleichnamsprozession das Schutzgeleit für das Allerheiligste, wenn es in der Monstranz durch die Straßen getragen wird. Zudem existieren im Bistum Orden wie die Schwestern der Ewigen Anbetung des Allerheiligsten Sakraments, deren Gemeinschaft sich der ununterbrochenen oder stundenweisen eucharistischen Anbetung widmet. Auch bei der Eröffnung neuer kirchlicher Einrichtungen, wie etwa eines Klosters in Essen-Kray, wird das Allerheiligste feierlich in einer Prozession an den neuen Ort übertragen, um die Präsenz Christi im Zentrum des neuen Wirkens zu symbolisieren.
Rolle in der Liturgie
Die Rolle des Allerheiligsten in der Liturgie gliedert sich in zwei Hauptbereiche. Zunächst ist es im Rahmen der Eucharistiefeier (Messe) das Zentrum der Anbetung während der Wandlung. Anschließend wird die übrig gebliebene konsekrierte Hostie im Tabernakel aufbewahrt. Von dort aus dient es zur Kommunionspendung an Kranken und zur Spendung der Wegzehrung. Darüber hinaus ist das Allerheiligste das Objekt der eucharistischen Anbetung. Dabei wird die Hostie in einem Schaugefäß, der Monstranz, ausgestellt (Aussetzung). Diese Anbetungszeiten schließen meist mit dem sakramentalen Segen ab, bei dem der Priester oder Diakon die Gläubigen mit dem Allerheiligsten bekreuzigt. Die wohl bekannteste öffentliche liturgische Feier im Zusammenhang mit dem Allerheiligsten ist die Fronleichnamsprozession.
Spirituelle Dimension und Symbolik
Spirituell ist das Allerheiligste das tiefste Sinnbild der bleibenden Nähe Gottes. Es verkörpert die konkrete Präsenz des auferstandenen Christus inmitten seiner Kirche und in der Welt. Die Anbetung der Hostie in der Monstranz stellt für die Gläubigen eine mystische, persönliche Begegnung mit dem Herrn dar.
Kernaspekte im Überblick
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Name und Ursprung: Bezeichnet die konsekrierte Hostie (Leib Christi); Name leitet sich vom heiligsten Ort im jüdischen Tempel ab.
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Funktion und Zweck: Hauptsächlich zur Kommunionspendung (inkl. Krankenkommunion); zentrales Objekt der Anbetung und Verehrung.
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Bedeutung im Bistum Essen: Besonders sichtbar durch die Tradition der Eucharistischen Ehrengarden als Schutzgeleit bei Prozessionen und durch Anbetungsorden.
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Liturgische Präsenz: Aufbewahrung im Tabernakel; Aussetzung in der Monstranz zur Anbetung; sakramentaler Segen; Fronleichnamsprozession.
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Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: Öffentliche Zurschaustellung des Glaubens durch Prozessionen mit Ehrengarden; Tradition der Ewigen Anbetung.