ACV
Allgemeiner Cäcilien-Verband für Deutschland
Begriffserklärung und Herkunft
Der Allgemeine Cäcilien-Verband für Deutschland e. V. (ACV) ist der Dachverband der katholischen Kirchenmusik in Deutschland. Er wurde 1868 in Bamberg auf Initiative des Regensburger Priesters und Kirchenmusikers Franz Xaver Witt gegründet. Historisch entstand der Verband im Zuge des sogenannten Cäcilianismus, einer kirchenmusikalischen Reformbewegung des 19. Jahrhunderts, die sich für die Wiederherstellung des "reinen" liturgischen Gesangs (besonders des gregorianischen Chorals und der klassischen Vokalpolyphonie) im Gottesdienst einsetzte.
Der Name leitet sich von der heiligen Cäcilia von Rom ab, einer frühchristlichen Jungfrau und Märtyrin, die als Schutzpatronin der Kirchenmusik verehrt wird. Der Verband erhielt 1870 die päpstliche Approbation durch Papst Pius IX. und ist heute ein privater kanonischer Verein gemäß dem Kirchenrecht (Can. 298 § 1 CIC) sowie ein eingetragener Verein bürgerlichen Rechts. Seine Hauptaufgabe ist die Förderung, Organisation und Vertretung der katholischen Kirchenmusik in Deutschland.
Verankerung im Bistum Essen
Im Bistum Essen war der Diözesan-Cäcilienverband (DCV) die regionale Gliederung des ACV und maßgeblich an der Gestaltung der kirchenmusikalischen Landschaft im Ruhrgebiet beteiligt. Der DCV des Bistums Essen organisierte die Kirchenchöre, bot Aus- und Fortbildungen für Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker an und setzte sich für die Qualität der Musik in den Gottesdiensten der Pfarreien ein.
Rolle in der Liturgie
Die Rolle des ACV in der Liturgie ist mittelbar und normativ geprägt. Der Verband beeinflusst die musikalische Ausgestaltung auf nationaler Ebene maßgeblich, indem er die Pflege des liturigeschen Gesangs gemäß den kirchlichen Vorgaben fördert. Dabei setzt er sich dafür ein, dass die Kirchenmusik im Sinnde es Zweiten Vatikanischen Konzils ihre als pars integralis (wesentlicher Bestandteil) der Liturgie entfalten kann.
Spirituelle Dimension und Symbolik
Die spirituelle Dimension des ACV leitet sich aus seinem kirchenmusikalischen Auftrag ab: Musik wird nicht als bloße Ästhetik verstanden, sondern als klingende Verkündigung und Gottesdienst.
Die Namenspatronin, die heilige Cäcilia, symbolisiert die Frömmigkeit durch Musik und die Verbindung von Kunst und Glaube.
Kernaspekte im Überblick
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Name und Ursprung: Allgemeiner Cäcilien-Verband für Deutschland (ACV); 1868 gegründet durch Franz Xaver Witt; benannt nach der hl. Cäcilia, der Schutzpatronin der Kirchenmusik.
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Funktion und Zweck: Dachverband der katholischen Kirchenmusik; fördert, organisiert und vertritt Kirchenchöre, Organisten und musikalische Bildung in Deutschland.
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Bedeutung im Bistum Essen: Der ACV wurde durch den Diözesan-Cäcilienverband (DCV) vertreten.
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Liturgische Präsenz: Normativ und indirekt; sichert die Qualität und den Vollzug des liturgischen Gesangs und der Orgelmusik nach den Vorgaben der Kirche.
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Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: Symbolisiert die Einheit von Kunst und Glaube; Pflege des klassischen Repertoires und Förderung der musikalischen Gemeinschaft.