Die Abstinenz
Begriffserklärung und Herkunft
Abstinenz (lateinisch: abstinentia, von abstinere – „sich fernhalten“, „enthalten“) bezeichnet im theologischen Kontext den freiwilligen Verzicht auf bestimmte Dinge, Genüsse oder Handlungen. Sie ist eine Form der Askese und dient der Buße und der geistlichen Übung mit dem Ziel, die Herrschaft der Sinne über den Geist zu brechen und die Beziehung zu Gott zu vertiefen.
Im römisch-katholischen Kirchenrecht ist Abstinenz heute primär der Verzicht auf Fleischspeisen an bestimmten Tagen.
Verankerung im Bistum Essen
Im Bistum Essen wird die Abstinenz als kirchliche Pflicht vor allem an den Freitagen und während der österlichen Bußzeit (Fastenzeit) kommuniziert. Die Essener Bischöfe haben, wie die Deutsche Bischofskonferenz, die allgemeine kirchliche Pflicht zur Abstinenz an allen Freitagen des Jahres beibehalten.
Konkret bedeutet dies für die Katholiken des Ruhrbistums, dass an Freitagen traditionell kein Fleisch gegessen werden soll. Es wird jedoch zugelassen, die Abstinenz durch andere Formen der Buße zu ersetzen, etwa durch vermehrte Werke der Nächstenliebe oder ein intensiveres Gebet.
Rolle in der Liturgie
Die Abstinenz ist begleitendes Element des liturgischen Kalenders.
Die kirchliche Abstinenzpflicht markiert die Bußtage des Kirchenjahres, insbesondere den Aschermittwoch und den Karfreitag, an denen sie zusammen mit dem Fasten verpflichtend ist. Symbolisch verweist die Praxis der Abstinenz auf das Leiden und Sterben Christi am Kreuz, das traditionell am Freitag stattfand, und soll die Gläubigen dazu anregen, sich dem Opfergedanken der Liturgie anzuschließen. Durch den Verzicht soll die materielle Begierde zurückgenommen werden, um die geistige Offenheit für die liturgischen Geheimnisse zu fördern.
Spirituelle Dimension und Symbolik
Spirituell symbolisiert Abstinenz die christliche Freiheit und die Meisterschaft über die eigenen Triebe. Sie ist ein Ausdruck der Umkehr und des inneren Wunsches, die Beziehung zu Gott über die irdischen Genüsse zu stellen. Der Verzicht auf Fleisch, das historisch als besonders nahrhaft und "festlich" galt, steht stellvertretend für die Überwindung des Materiellen.
Kernaspekte im Überblick
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Name und Ursprung: Abstinenz (lat. abstinentia); freiwilliger Verzicht als Form der Buße und Askese.
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Funktion und Zweck: Geistliche Übung zur Stärkung des Willens; primär der Verzicht auf Fleischspeisen; dient der Buße und der Vorbereitung auf Gott.
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Bedeutung im Bistum Essen: Wird an Freitagen und in der Fastenzeit offiziell empfohlen; kann durch andere Bußwerke ersetzt werden; Karfreitag streng obligatorisch.
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Liturgische Präsenz: Indirekt; markiert die Bußtage (Aschermittwoch, Karfreitag) im Kirchenjahr und symbolisiert die Teilnahme am Kreuzesopfer Christi.
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Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: Im Ruhrgebiet oft als persönliche Entscheidung interpretiert; enger Bezug zu Werken der Nächstenliebe als Ersatzbuße.