von Lisa Myland

Wiedersehen und Dankbarkeit: Halbzeit bei der Touristenseelsorge auf Texel

Nach einem Jahr mit digitaler Alternative ist das Team der Touristenseelsorge wieder auf der nordholländischen Insel Texel, um Urlaubern ein volles Programm mit Aktionen, Gesprächen und Gottesdiensten zu bieten. Die erste Hälfte ist vorbei, für Seelsorger und Urlauber sind es lang ersehnte Wochen voller Dankbarkeit.

Der Himmel ist klar und blau, nur ein paar kleine Wolken schieben sich bei rund 20 Grad langsam über die Insel. Bernd Wolharn sitzt auf einer Bank, genießt die Sonnenstrahlen. Es ist 10 Uhr, gleich startet der große Sandburgenbau-Wettbewerb am Strand. Dass er dieses Jahr mitten in den Sommerferien als Leiter der Touristenseelsorge wieder auf Texel sein würde, war für ihn und die anderen Seelsorger aufgrund der anhaltenden Coronapandemie lange nicht klar. Doch die gute Nachricht kam und das erste Team rund um Priester Maximilian Strozyk machte sich vor fünf Wochen auf den Weg.

Ein flexibles Programm mit viel frischer Luft

Die rote Fahne weht in diesem Sommer nicht wie sonst vor dem Wohnwagen in den Dünen, sondern vor der ehemaligen Kirche St. Bonifatius in De Koog. Dort können die Besucher wie gewohnt kostenlos Bücher und Spiele ausleihen. Die ehemalige Kirche ist auch zentraler Ort für die Gottesdienste. Wer mitfeiern möchte, muss sich vorher Platzkarten besorgen. Möglich ist das für 75 Besucher, Plätze, die bisher oft nicht gereicht haben. „Dann haben wir draußen vor der Kirche Bänke aufgestellt, damit noch mehr Menschen irgendwie teilnehmen konnten“, sagt Wolharn, der aktuell mit dem zweiten Team vor Ort ist. Einige Gottesdienste seien bei gutem Wetter aber auch draußen gefeiert worden, etwa am Leuchtturm, in den Dünen oder am Hafen.

Zeit zur Vorbereitung hatte das Touristenseelsorge-Team weniger als sonst und auch das Programm musste flexibel geplant werden, um Veranstaltungsorte und Teilnehmerzahlen an geltende Corona-Regelungen anzupassen. Anstatt per Flyer werden Aktionen immer aktuell auf Facebook veröffentlicht. Die meisten bietet das Seelsorgeteam draußen an, Familien und Kinder können T-Shirts und Taschen bemalen, per Rallye die Insel erkunden oder bei Wanderungen Büchergeschichten erleben, bei schlechterem Wetter gibt’s das Pubquiz, Bingo oder Kino in der Kirche. Einige traditionelle Aktionen sind dieses Jahr noch nicht wieder möglich, wie das Strandsingen in den Dünen oder der Frühschoppen nach dem Sonntagsgottesdienst. „Das ist beides natürlich sehr beliebt, aber wäre coronabedingt aus unserer Sicht nicht vertretbar und würde einfach ein falsches Signal setzen“, sagt Bernd Wolharn.

4000 Euro bei Spendenlauf über die Insel

Dafür gab es in diesem Jahr eine besondere Aktion: Bei einem Spendenlauf konnten die Urlauber und Seelsorger auf einer rund 7 Kilometer langen Strecke über die Insel Geld sammeln – für jede Runde ein beliebiger Betrag. Mitgemacht haben Kinder, Jugendliche und Erwachsene, zusammengekommen sind an zwei Aktionstagen 4000 Euro, erzählt Wolharn, der auch selbst auf dem Fahrrad Kilometergeld erstrampelte. Das Geld geht nun an die Tafel auf Texel und das Lateinamerikanische Hilfswerk Adveniat. Eine Aktion, die bei den Urlaubern gut ankam. „Viele fanden es toll, gerade im eigenen Urlaub an andere zu denken, hatten ein gutes Gefühl, auch dann etwas Gutes tun zu können“, erzählt Wolharn.



Trotz aller besonderen Umstände: Die Menschen sind glücklich und dankbar, weiß der Seelsorger. „Sie erzählen uns täglich, wie sie uns vermisst haben, wie schön es ist, dass wir wieder da sind. Der Bedarf ist da, etwas zu unternehmen und sich auszutauschen. Viele Urlauber erzählen uns, wie sie die letzten Monate in der Pandemie erlebt haben, sind froh über die Gespräche.“ Und auch wenn der Standort an St. Bonifatius eher eine Notlösung für dieses Jahr war, um mehr Abstand zu gewährleisten: Durch seine Lage mitten in der Innenstadt von De Koog habe die Touristenseelsorge mehr Kontakt zu Menschen, die sich im Vorbeigehen dafür interessieren, könne einfacher mit ihnen ins Gespräch kommen. Der Wohnwagen in den Dünen soll baldmöglich wieder für die Seelsorge genutzt werden, aber die ehemalige Kirche kann sich Bernd Wolharn auch in Zukunft als intensiveren Treffpunkt vorstellen.

Der Seelsorger und sein Team bleiben noch eine Woche auf der Insel, dann kommt Priester Fabian Lammers, um den Urlaubern auch in den restlichen Sommerwochen bis Ende August das gute Gefühl rund um die Touristenseelsorge im Bistum Essen zu geben – auch, wenn dieses Jahr alles noch ein bisschen anders ist.

Domvikar

Bernd Wolharn

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