von Thomas Rübnker

Weihbischof Zimmermann: „Das Unnormale an Weihnachten“

In der Christmette an Heiligabend im Essener Dom spricht Weihbischof Wilhelm Zimmermann über die Sehnsucht nach Normalität in der Coronakrise – und die Unnormalität der Ereignisse in der Weihnachtsgeschichte.

Das Spannungsfeld zwischen der Suche nach Normalität angesichts der Lockdowns und der Einschränkungen in der Coronakrise und der Unnormalität der Geburt Jesu im Stall hat Weihbischof Wilhelm Zimmermann ins Zentrum seiner Weihnachtspredigt gestellt: „Ist das Ereignis der Geburt Jesu nicht etwas total Unnormales? Wir feiern die Menschwerdung Gottes. Ein Ereignis, das für uns Christen alle Normalität aus den Angeln hebt“, sagte Zimmermann an Heiligabend in der Christmette im Essener Dom.

Für Maria und die Hirten in der Weihnachtsgeschichte sei Weihnachten „das Ende der Normalität. Die Geburt des Kindes unterbricht den normalen Alltag der direkt betroffenen Personen“, betonte der Weihbischof. Aber auch für die heute lebenden Menschen sei der Wunsch nach Normalität „ein etwas zwiespältiger“, so Zimmermann. Gehe es hierzulande um eine Rückkehr zu einem Leben „nach dem gewohnten Rahmen“ und zu Bedingungen „die ein Leben ohne materielle Not oder ohne Einsamkeit ermöglichen“, sei für viele Menschen anderswo „das Bedrückende in ihrem Leben auch das Normale“. , sagte Zimmermann und verwies auf die Opfer von Kriegen oder Naturkatastrophen. „Hier können wir spüren, dass Normalität und Weihnachten nicht so einfach zusammen zu bringen sind.“

"Die Chance, das Unnormale der Weihnachtsbotschaft neu an uns herankommen zu lassen"

„In diesem Jahr wird die Normalität unserer Weihnacht mit ihren Traditionen und Bräuchen unwillkürlich unterbrochen und wir haben die Chance, das Unnormale der Weihnachtsbotschaft neu an uns herankommen zu lassen“, sagte Zimmermann angesichts des ersten Weihnachtsfests unter Corona-Bedingungen. Weihnachten sei „ein Fest der Erlösung aus dem Dunkel der Welt. Als solches wird es von düsteren Zeiten nicht beeinträchtigt, sondern gewinnt erst eine besondere Leuchtkraft.“ Die Stille der Nacht von Weihnachten bringe Gott an den Tag, „in der Stille der Nacht wird Gott Mensch“.

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