von Thomas Rünker

Trauer um Franz-Sales-Haus-Direktor Hubert Vornholt

Völlig unerwartet ist der Direktor des Essener Franz-Sales-Hauses am Sonntag, 9. Juni 2024, verstorben.

Das Bistum Essen trauert um Hubert Vornholt. Der Leiter des Essener Franz-Sales-Hauses – einer großen, katholischen Einrichtung der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen – ist am Sonntag, 9. Juni, im Alter von 63 Jahren völlig unerwartet verstorben. 2017 war der Diplomkaufmann Direktor und Vorstandsvorsitzender des Franz-Sales-Hauses geworden und damit Chef einer sozialen Unternehmensgruppe mit rund 2000 Beschäftigten an Standorten in Essen, Bochum und Sundern. Zuvor hatte er das Josefsheim im sauerländischen Bigge/Olsberg geleitet.

„Mit dem plötzlichen Tod von Hubert Vornholt verlieren wir einen Menschen, der sowohl als engagierter Leiter des Franz-Sales-Hauses als auch weit darüber hinaus große Wertschätzung und Anerkennung für sein kluges und menschennahes Handeln erfahren hat“, würdigte ihn der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck. „In meine Gebete schließe ich insbesondere seine Frau und seine Familie ein, aber auch die vielen anderen, die sich mit ihm verbunden fühlen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass er jetzt in Gottes Frieden geborgen ist.“

Wertvolles Engagement im Diözesancaritasverband

Das Franz-Sales-Haus nennt Vornholt „einen der Wegbereiter der modernen Eingliederungshilfe. Er setzte sich von Anfang an für den Paradigmenwechsel in Einrichtungen ein und war ein vehementer Verfechter der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung.“ Vornholt habe „eine große Aufgabe übernommen, als er im Sommer 2017 die Leitung des Franz-Sales-Hauses übernahm und die Nachfolge von Günter Oelscher antrat“, erinnerte der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer und Vorsitzende des Caritasrates im Bistum Essen. „Mit großem Engagement, mit Umsicht und Gelassenheit arbeitete er sich schnell ein und übernahm im Laufe der Jahre auch auf Diözesanebene Verantwortung. Er engagierte sich im Diözesan-Caritasverband und trug sehr dazu bei, in einer krisenhaften Situation mit seiner Erfahrung und Besonnenheit den Verband in ruhigere Gewässer zu begleiten“, hob Pfeffer hervor. „Im Jahre 2022 wählte ihn die Delegiertenversammlung in den Caritasrat, in dem er mit großem Einsatz mitwirkte.“ Daneben engagierte sich Vornholt als Vorstand im Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie, als Vorstandsmitglied der Caritas Werkstätten in NRW und Niedersachsen sowie als Sprecher des Arbeitskreises der Caritas Werkstätten Rheinland. „Ich habe Hubert Vornholt mit seiner großen Erfahrung und seiner Besonnenheit sehr geschätzt und gerne mit ihm zusammengearbeitet. Ich bin sehr traurig - und er wird uns im Caritasverband für das Bistum Essen sehr fehlen.“

Familienmensch mit Leidenschaft für Sport

„Ich selber durfte während meiner Zeit als Organisations- und Konzeptentwicklerin im Franz-Sales-Haus vier Jahre mit Hubert Vornholt zusammenarbeiten“ sagte Stefanie Siebelhoff, die heute die Caritasdirektorin für das Bistum Essen ist. Sie habe Vornholt „als einen engagierten, warmherzigen Menschen und sehr kompetenten Vorgesetzten erlebt“. Siebelhoff erinnerte daran, dass Vornholt aus dem münsterländischen Gescher stammte und schon als Kind Kontakt zu Menschen mit Behinderungen hatte, weil sein Vater in einer entsprechenden Einrichtung tätig war. „Er war ein Familienmensch“, betonte Siebelhoff. So habe Vornholt gelegentlich seine Enkelkinder mit ins Franz-Sales-Haus gebracht, wenn es für sie keine andere Betreuungsmöglichkeit gab. Neben der Familie galt Vornholts zweite Leidenschaft dem Sport. Häufig trainierte er gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern im Sportzentrum Ruhr auf dem Gelände des Franz-Sales-Hauses. Zudem war er begeisterter Fahrradfahrer und hat früher eine Handball-Damenmannschaft trainiert. Siebelhoff: „Er war Kaufmann durch und durch, aber sein Engagement für die umfassende Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft war ihm genauso wichtig.“ Vornholt hinterlässt eine Ehefrau, drei Kinder und mehrere Enkelkinder. „Wir wünschen der Familie, den Freunden und den Mitarbeitenden des Franz-Sales-Hauses die Kraft, diesen schweren Verlust zu bewältigen“, so Siebelhoff.

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