St. Pankratius lädt jeden Abend um 19 Uhr zum gemeinsamen Vaterunser-Gebet ein

Katholische Pfarrei aus Oberhausen-Osterfeld sorgt angesichts von Gottesdienstabsagen und großer Verunsicherung in Zeiten der Corona-Krise mit täglicher Gebets-Initiative für Hoffnung, Mut – und viel Aufmerksamkeit.

In diesen Tagen gehen nicht nur Krankheiten, sondern auch gute Ideen „viral“: Die Oberhausener Pfarrei St. Pankratius hat angesichts abgesagter Gottesdienste die Initiative gestartet, jeden Abend um 19 Uhr eine Kerze zu entzünden und das Vaterunser zu sprechen. Was als kleine Pfarrei-Idee begonnen hat, bewegt mittlerweile auch Menschen weit über Oberhausen-Osterfeld hinaus, sagt Propst Christoph Wichmann im Interview.

Jeden Tag eine Kerze und ein Gebet – das müssen sie uns erklären

Propst Christoph Wichmann: Wir laden ab sofort dazu ein, jeden Abend um 19 Uhr eine Kerze ins Fenster zu stellen und ein Vaterunser zu beten: Jeder allein oder gemeinsam mit den Menschen, mit denen man zusammen lebt. So setzen wir gemeinsam ein Hoffnungszeichen! In diesen Tagen sind manche verzweifelt, viele haben Angst. Umso wichtiger ist es, diesen Menschen Mut zu machen. Die Kerze und das Vaterunser sind solche Zeichen der Hoffnung – immerhin ist das Vaterunser das Gebet, das uns Jesus selbst ans Herz gelegt hat.

Aber letztlich betet doch jeder für sich …

Wichmann: Nein, denn durch die gemeinsame Uhrzeit und die gemeinsame Idee verbinden sich alle, die mitmachen zu einer großen Gemeinschaft. Wir beten in Solidarität – gerade mit vielen Alten und Kranken, die in diesen Tagen keinen Besuch empfangen können und sich so nach Gemeinschaft sehnen. Viele Senioreneinrichtungen machen auch selbst bei unserer Gebetsaktion mit.

Und die Kerze?

Wichmann: Die ist ein Zeichen für unseren Gott. Ein Gott, der in alle Dunkelheiten des Lebens, in alle Verzweiflung hinein leuchten und uns Mut machen möchte und Kraft schenkt, auch in dieser Zeit der Sorge und der Angst.

Und jetzt beten plötzlich nicht mehr nur die Katholiken in Oberhausen?

Wichmann: Ja, das ist ganz wunderbar. Damit haben wir natürlich nicht gerechnet, als wir die Aktion in Oberhausen-Osterfeld gestartet haben. Dass sie jetzt so gut angenommen wird zeigt mir, dass die Menschen sich gerade jetzt nach Verbindung und Gemeinschaft sehnen – und nach dem Mut und der Hoffnung, die unser Gott uns zusagt. Da ist es umso schöner, dass wir uns darauf im Zeichen von Kerze und Vaterunser über alle konfessionellen Grenzen hinweg mit allen Christinnen und Christen und allen Menschen guten Willens verständigen können.

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