Sex, Macht und Moral – wie sich die Kirche verändern muss

Bistum Essen

Bevor sich am Freitag die Delegierten des Synodalen Wegs auf fünf Regionalforen treffen, melden sich vier Projektgruppen aus dem Bistum Essen mit Video-Statements zu den Themen des Synodalen Wegs zu Wort: Von Sexualmoral über Gleichberechtigung und kirchliche Macht bis hin zu Fragen des Weiheamts.

Ein schwuler Kirchenbeschäftigter, der sich die Anerkennung seiner Ehe wünscht, eine Gemeindeleiterin, die genauso taufen möchte wie ein Priester, und eine feministische Jugendpflegerin, die fehlende Gleichberichtigung zwischen Frauen und Männern kritisiert – bevor am kommenden Freitag der bundesweite Synodale Weg weitergeht, melden sich im Bistum Essen vier Projektgruppen mit Videos zu den Themen des kirchlichen Reformdialogs zu Wort. In sehr klaren und oft persönlichen Statements sprechen haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter aus dem Bistum Essen jeweils offene Fragen aus den Bereichen „Sexuelle Identitäten und Sexualmoral“, „Selbstverständnis des Weiheamts“, „Macht, Partizipation und Gewaltenteilung“ und „Geschlechtergerechtigkeit“ – Themen, die auch den Synodalen Weg auf Bundesebene bewegen. Am Freitag, 4. September, treffen sich die Delegierten des Synodalen Wegs zeitgleich zu fünf Regionalkonferenzen. Auch zehn Delegierte aus dem Ruhrbistum sind dann dabei.

Eigene Anregungen sind willkommen

Wer sich mit eigenen Anregungen an der Diskussion zu den vier Themenbereichen „Geschlechtergerechtigkeit“, „Macht, Partizipation, Gewaltenteilung“, „Selbstverständnis des Weiheamtes“ und „Sexuelle Identitäten und Sexualmoral“ beteiligen möchte, kann sich per Post oder E-Mail an die Projektgruppen wenden:
Bistum Essen,
Stichwort „Kirche verändern“,
Zwölfling 16,
45127 Essen

Oder per E-Mail: kirche.veraendern@bistum-essen.de

Videos mit Kritik, Wünschen und konkreten Vorschlägen

In ihren Videos belassen es die Katholikinnen und Katholiken nicht bei reiner, durchaus provokanter Kritik, sondern machen auch konkrete Vorschläge für eine bessere Kirche. So solle die katholische Kirche „die Sexualmoral zu einer Beziehungsethik weiterentwickeln“. Entscheidend sein solle „die ehrliche Liebe zueinander, die ihren Ursprung immer in Gott hat“, erhofft sich etwa die Oberhausener Pastoralreferentin Sabrina Kuhlmann. Und in der Projektgruppe „Weiheamt“ betont Diakon Winfried Rottenecker aus Bochum: „Gottesdienste sind nicht für mich da, sondern sie dienen dazu, die groß zu machen, die sonst von allen klein gemacht werden“. Beim Thema „Macht“ plädieren die Sprecherinnen und Sprecher für Transparenz und externe Kontrolle – und aus der Projektgruppe „Geschlechtergerechtigkeit“ kommt der Wunsch nach einer Kirche, „die nicht nach dem Geschlecht, sondern nach der Berufung fragt“, so der Bochumer Priester und Diözesankurat der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), Maximilian Strozyk.

Beitrag „Gute Besserung, meine Kirche“ im Bistumsmagazin BENE

Neben den Videos, haben sich vier Mitglieder der Projektgruppen unter der Überschrift „Gute Besserung, meine Kirche“ auch in der jüngsten Ausgabe des Bistumsmagazins BENE geäußert. Dort kritisiert zum Beispiel Schulseelsorger Gregor Lauenburger vom Mariengymnasium in Essen-Werden, „eine Art monarchistische Struktur“ in der Kirche und fordert, dass Macht geteilt werden müsse. Wie das konkret gehen kann, erarbeite gerade seine Projektgruppe. Und Stefan Ottersbach, Essener Priester und Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ): „Menschen, die ein Weiheamt innehaben, dürfen keine herausgehobene Klasse bilden!“

Projektgruppen als Konsequenz aus der Missbrauchs-Studie

Entstanden sind die vier Projektgruppen im Bistum Essen – wie der Synodale Weg – aus der Arbeit mit der sogenannten MHG-Studie, die Ausmaße und strukturelle Hintergründe des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche in Deutschland untersucht hat. Bischof Franz-Josef Overbeck hatte bereits Anfang 2019 angekündigt, dass es als Konsequenz aus der Studie – unabhängig davon, was nur mit den übrigen deutschen Diözesen oder der Weltkirche möglich ist –im Bistum Essen konkrete Handlungsoptionen geben soll.

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