Priester-Nachwuchs diskutiert über Digitalisierung und Teamarbeit

Klausurtag der Kapläne mit Bischof Franz-Josef Overbeck im Rahmen des Dialogprozesses „Pastorale Dienste im Gespräch“.

Sie sind der Seelsorger-Nachwuchs des Ruhrbistums – und Kronzeugen des kirchlichen Wandels: Im Rahmen des Dialogprozesses „Pastorale Dienste im Gespräch“ hat Bischof Franz-Josef Overbeck am Donnerstag mit sieben Kaplänen über die aktuellen Veränderungen im Bistum Essen und die besonderen Herausforderungen diskutiert, die sich daraus für die Arbeit der Seelsorger ergeben. Bei dem Klausurtag standen für die jungen Priester, die nach ihrer Weihe nun in Gemeinden im Ruhrbistum weiter ausgebildet werden, unter anderem die Themen Digitalisierung sowie das Teamwork im Zusammenspiel mit anderen Seelsorgern besonders im Fokus.

Die meisten Kapläne sind um die 30 Jahre alt und völlig selbstverständlich in den digitalen Welten zuhause – wie viele Menschen an Rhein, Ruhr und Lenne, gerade die Jüngeren. Diese Entwicklung muss auch für die Kirche Konsequenzen haben, argumentierten die Kapläne – und wünschen sich hier eine aktivere Rolle. Wenn die Digitalisierung viele Lebenszusammenhänge der Menschen wie Arbeit, Einkaufen und Kommunikation radikal verändere, dürfe die Kirche nicht passiv daneben stehen. Die Seelsorger sehen eine „ethische Herausforderung“ für ihre Arbeit, einen guten und verantwortlichen Umgang gerade mit modernen Kommunikationsformen zu gestalten. Denn bei allen Chancen entstehe durch die Digitalisierung auch „ein Maß an Freiheit, das Menschen überfordern kann“, so die Kapläne. Auch das aktuell viel diskutierte Thema Datenschutz brachten die Kapläne auf die Tagesordnung und regten an, hier möglichst praxisnahe Lösungen für die seelsorgerische Arbeit zu entwickeln.

Schon in ihren Ausbildungspfarreien, aber auch später als Pastöre oder Pfarrer arbeiten die Kapläne in Pastoralteams mit verschiedenen pastoralen Berufsgruppen zusammen – neben Priestern sind dort auch Diakone, Gemeinde- oder Pastoralreferenten tätig. Die Kapläne berichteten Bischof Overbeck und Personaldezernent Kai Reinhold von sehr unterschiedlichen Erfahrungen in diesen Teams – vor allem unterschiedliche Haltungen der Team-Mitglieder erschwerten oft die Arbeit. Die Kapläne regten an, mit den einzelnen Pastoralteams gemeinsame Ziele für ihre Arbeit zu erarbeiten – und hier durchaus auch die Hilfe externer Moderatoren heranzuziehen. Zugleich wurde aber auch deutlich, dass die Veränderung von einer Kultur allein zuständiger Pfarrer und Pastöre hin zu einer Seelsorge im Team Zeit braucht. Die jungen Priester betonten, dass dabei die geistliche Dimension dieser Teams, das gemeinsame Beten, Meditieren und Diskutieren über den Glauben, nicht außer Acht bleiben soll. Ein Thema, das Bischof Overbeck gern aufgriff. Er lud die Kapläne ein, auch ihnen bislang unbekannten spirituellen Formen gegenüber aufgeschlossen zu sein und sie als Bereicherung wertzuschätzen. „Spiritualität soll verbinden, nicht trennen“, warnte er vor Abgrenzungstendenzen.

Wie bei den jüngsten Klausurtagen anderer pastoraler Berufsgruppen diskutierten auch die Kapläne über die Zukunft der Gemeinden. Dabei waren sie sich mit Bischof Overbeck einig, dass sich die klassischen Gemeinden künftig deutlich verändern werde, dass es aber auch in Zukunft feste Orte oder Treffpunkte geben werde, an denen Katholiken in unterschiedlichsten Formen gemeinsam ihren Glauben leben – und dass sie dort auch weiterhin von professionellen Seelsorgern begleitet werden.

An Arbeit dürfte es den Kaplänen also auch in ihrem weiteren Berufsleben nicht mangeln – genau so wenig wie an Gesprächsthemen für das große Treffen aller Seelsorger-Berufsgruppen im September. Dann werden die Anregungen und Fragen aus den einzelnen Klausurtagen zusammengetragen und Konsequenzen für die künftige Seelsorge im Ruhrbistum entwickelt.

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