von Thomas Rünker

Orthodoxe Christen feiern Ostern in katholischer Kirche St. Elisabeth

Damit – auch angesichts der vielen Geflüchteten aus der Ukraine – möglichst viele Gläubige mitfeiern können, überlässt die katholische Gemeinde St. Elisabeth der russisch-orthodoxen Gemeinde in Essen für eine Nacht ihr Gotteshaus.

Am Samstag, 23. April, feiert die russisch-orthodoxe Gemeinde der Hll. Uneigennützigen Kosmas und Damian in Essen ihren Osternachtgottesdienst nicht in der eigenen Kirche in Essen-Katernberg, sondern in der katholischen Kirche St. Elisabeth. Die ist deutlich größer und soll so auch Menschen Platz bieten, die als Geflüchtete aus der Ukraine in Essen das orthodoxe Osterfest feiern möchten. Schon vor dem Kriegsausbruch haben sich in der Essener Gemeinde orthodoxe Gläubige getroffen, die aus verschiedenen Ländern und Regionen der ehemaligen Sowjetunion stammen. „Jetzt kommen regelmäßig viele Geflüchtete zu uns in die Gemeinde“, sagt Diakon Veniamin Tsypin. Er ist deshalb froh, dass seine Gemeinde Ostern in St. Elisabeth feiern kann.

Die nach dem 2. Weltkrieg wiederaufgebaute Kirche in Essen-Frohnhausen ist die einzige Pfarrkirche in Deutschland mit einer Ikonostase. Initiator für diese Bilderwand in der Tradition der ostkirchlichen Liturgie war der damalige Pfarrer Paul Heinrichs. Er hatte sich in den letzten Kriegsjahren um russische Kriegsgefangene gekümmert und so die orthodoxe Frömmigkeit und Liturgie kennengelernt. Mit dem Einbau der Ikonostase wollte er dauerhaft diese orthodoxe Tradition pflegen.

Der Orthodoxe Gottesdienst beginnt am Samstagabend gegen 23 Uhr und soll vier bis fünf Stunden dauern. Bereits ab 20 Uhr werden die Türen der Kirche geöffnet. Höhepunkt der Feier ist um Mitternacht das öffentliche Osterlob, wenn die Gläubigen vor die Kirche treten und mit Gebeten und Gesängen die Auferstehung Jesu feiern.

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