von Cordula Spangenberg

Mit frischen Kirchen-Ideen raus aus der Krise

Beim „DenkBar“-Abend in Essen haben am Mittwoch Aktive aus den Gemeinden des Ruhrbistums innovative Projekte und Angebote kennengelernt, die in der Corona-Pandemie entstanden sind.

Auch wenn während des Pandemie-Lockdowns die klassische Seelsorge in den Pfarreien an ihre Grenzen gestoßen ist: Während dieser Zeit sind etliche frische neue Ideen für die Kirche entstanden. Unter dem Titel „Raus aus der Krise – Kreativitäts-Booster 2022“ standen am Mittwoch, 1. Juni, unkonventionelle Angebote für die Seelsorge im Mittelpunkt der „DenkBar“, der Ideenschmiede im Bistum Essen für Neuaufbrüche in der Pastoral. In der Konferenzkirche „Lighthouse“ in Essen-Frohnhausen hatten sich dazu rund 80 Aktive aus katholischen Gemeinden, Verbänden und Initiativen eingefunden, um sich gegenseitig 15 neue Projekte vorzustellen und zu diskutieren.

Das Stadtteilzentrum Altendorf „kreuz + quer“ der Pfarrei St. Antonius in Essen, angesiedelt in einer umgebauten ehemaligen Arztpraxis, bietet zum Beispiel Technik-Sprechstunden für Senioren, politische Teilhabe für arabische und kurdische Libanesinnen, eine Jungengruppe ab sechs Jahren namens „Die Kerle“ oder eine „Mahlfeier open Air“ am Gründonnerstag. Zugleich sucht das Projekt „Beetschwestern“ und „Beetbrüder“, die den Stadtteil grüner machen wollen. Ermöglicht wird das Zentrum durch finanzielle Unterstützung des Innovationsfonds im Bistum Essen, vor allem aber dank hoher Beteiligung der Altendorfer Nachbarschaft. 

Vor allem eine große Vielfalt zeichnet die bei der „DenkBar“ vorgestellten Angebot aus. Während in Bochum die Propsteipfarrei St. Peter und Paul ökologische und regionalangepasste Blumensaat für einen „Blumenteppich für Bochum“ ausgesät hat, lädt die Pfarrei St. Matthäus in Altena Flut-Betroffene und Helfer zu kleinen Straßenfesten an Hochwasserorten ein. Und in Duisburg-Hamborn ist während der Corona-Pandemie ein Wegweiser zu allen sozialen Angeboten des Stadtteils entstanden – in zwölf Sprachen. 

Das wiederkehrende musikalische Motto des „DenkBar“-Abends stammt aus Mark Forsters Song „Au revoir!“, gesungen von Frank Weise und „the good old boys“. „Ich will nur noch hier raus: ich brauch‘ mehr Platz und frischen Wind. Ich muss schnell woanders hin. Sonst wachs‘ ich hier fest. Au revoir!“, heißt es im Liedtext.

„Unsere pastorale Landschaft gleicht seit Langem schon einem unfreiwilligen Großexperiment“, sagt Roman Blaut, der im Bistum Essen die Kirchen- und Pastoralentwicklung mit verantwortet. Die Pandemie habe ihr Übriges dazu getan und manches noch beschleunigt: „Ob nun by design oder by desaster, unsere Kirche steht an der Schwelle, am Übergang.“ Die am „DenkBar“-Abend vorgestellten Projekte seien, so Blaut, unter hohem Transformationsdruck „eigensinnig“ neben den Standardprogrammen der Gemeinden entstanden „als Vorboten für das, was in der Kirche künftig zu erwarten ist“. Allen Aktionen gemeinsam ist, dass sie nicht hinter kirchlichen Mauern stattfinden, sondern gut vernetzt sind mit anderen Angeboten in ihren Kommunen.

Ihre Erwartungen an die Kirche der kommenden Jahre fassten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „DenkBAR“ zusammen in Sätzen wie diesen: „Man muss einfach mal machen“, „Wir brauchen spirituelle Räume, verbunden mit mobilen Angeboten“, „Warum braucht es für diese Projektideen immer erste eine Krise?“, „Welche Rolle haben zukünftig pastorale MitarbeiterInnen?“, aber auch: „Viele tolle Ideen, aber wir sind schon am Limit unserer Kräfte.“

Leiter der Abteilung Gemeinschaft und Diakonie

Roman Blaut

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