KFD-Frauen nähen Masken für das Bistum Essen

25 Frauen im Märkischen Sauerland und im Ruhrgebiet nähen Gesichtsmasken für Kirchenangestellte – oder fahren das Material zwischen der Essener Zentrale und den Näherinnen hin und her. Koordinatorin Eva Limbeck hat zuhause zwei Räume ihrer Wohnung für das Nähprojekt umgeräumt: „Da muss mein Mann jetzt durch“.

Stoffe ausmessen und zuschneiden, dann falten, bügeln und schließlich nähen … - in der Corona-Krise hat das Netzwerk der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) im Bistum Essen ein Näh-Projekt für Gesichtsmasken gestartet. Dezentral über das Ruhrbistum verteilt wollen die Frauen in den kommenden Tagen insgesamt 2000 Masken für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie gegebenenfalls weitere kirchliche Einrichtungen nähen.

Im Zentrum dieser Aufgabe steht Eva Limbeck, bis 2019 KFD-Diözesanvorsitzende im Ruhrbistum. Zusammen mit Marlene Berner koordiniert sie von Essen aus die Arbeit der 25 Frauen, die zwischen Rhein, Ruhr und Lenne Gesichtsmasken in den Bistumsfarben Grau und Magenta nähen – oder die als Kurierinnen das Material zwischen der Essener Zentrale und den Näherinnen hin und her fahren. „Eine schnelle Näherin schafft etwa 20 Masken am Tag“, hat Limbeck festgestellt, die sich daheim in Essen-Altenessen selbst an Nähmaschine und Bügelbrett engagiert. „Zwei Räume hab‘ ich dafür in unserer Wohnung in Beschlag genommen – da muss mein Mann jetzt durch.“ So sieht es derzeit wohl auch bei anderen KFD-Frauen aus.

Stofflager im Konferenzraum des Bischöflichen Generalvikariats

Im Bischöflichen Generalvikariat haben Limbeck und Berner in einem kleinen Konferenzraum ein Stofflager eingerichtet. Wo Tagesordnungen und Konzeptpapiere herumgereicht werden, stapeln sich jetzt dicke Stoffballen, Garnrollen und Zollstock. Hier schneiden sie die großen Bahnen zu kleinen Stoffportionen zusammen und die langen magentafarbenen Bänder zu handlichen Stücken – alles exakt so lang und so groß, dass die Näherinnen daheim gleich loslegen können. „Das Zuschneiden dauert für die einzelne Näherin sonst zu lange“, erklärt Limbeck das Konzept. Jede Frau erhält abgezählte Portionen Stoff und Bänder, dazu Garn und Draht für die Nasenklammer, und schon kann es losgehen.

Genäht wird nach der mittlerweile auch bundesweit bekannt gewordenen Anleitung der Essener Feuerwehr. Für die Befestigung am Kopf nehmen die KFD-Frauen bewusst Stoff- und keine Gummibänder. „Wenn Sie die Masken oft heiß waschen oder zum Desinfizieren erhitzen leiern die aus, dann trage Sie die Maske irgendwann an den Knien“, erklärt Limbeck mit einem Schmunzeln. Das Zuknoten der Bänder hinter dem Kopf sei reine Übungssache.

Nähen nach Anleitung der Essener Feuerwehr

Mit der Essener Feuerwehr hat Limbecks Masken-Näherei auch angefangen. Als sich die Blauröcke vor einigen Wochen an ein Stoffgeschäft in der Essener Innenstadt wandten, um dort Stoff zu besorgen, aber vielleicht auch Kontakt zu Menschen mit Näh-Fertigkeiten, sprach die Geschäftsführerin auch Stammkundin Eva Limbeck an. Und als sich nun angesichts der Maskenpflicht auch Vertreter des Generalvikariats in dem Geschäft umsahen, war der Kontakt zu Limbeck schnell hergestellt. Sie habe dann das KFD-Netzwerk aktiviert – und sei beeindruckt gewesen vom großen Interesse. „Wir haben Frauen in Kurzarbeit oder im Home-Office – für die ist der Näh-Einsatz eine schöne Abwechslung“, sagt Limbeck. Und gerade auch mit Blick auf manch finanzielle Einbußen ihrer KFD-Frauen werde sie von den 2,50 Euro, die das Bistum für jede Maske zahlt, jeder Mitarbeiterin eine finanzielle Anerkennung anbieten. „Sollte von dem Geld etwas übrig bleiben, spenden wir es für ein soziales Projekt im Ruhrbistum.“

Dazu lädt auch das Ruhrbistum seine Mitarbeiter ein, die von ihrem Arbeitgeber je zwei der neuen Masken erhalten. Zwar finanziert das Bistum die Masken, zugleich lädt es die Beschäftigten aber ein, den Gegenwert an den Sozialfonds zu spenden, der gerade jetzt viele soziale Initiativen in den Städten und Kreisen der Diözese unterstützt.

Viele weitere Gruppen nähen Masken für den guten Zweck

Zudem sind die KFD-Frauen längst nicht die einzigen, die derzeit Gesichtsmasken für den guten Zweck nähen. Die ersten 200 Masken hatte das Bistum zum Beispiel von der Essener Jugendberufshilfe „Die Boje“ bekommen. Und am Duisburger St. Hildegardis-Gymnasium haben schwangere Lehrerinnen, die aufgrund der Corona-Krise derzeit nicht unterrichten dürfen, Masken für ihre Kollegen genäht. Ein tolles Projekt hat zudem die Pfarrei St. Joseph in Gelsenkirchen-Schalke auf die Beine gestellt: Dort nähen Menschen aus der Pfarrei zusammen mit Mitgliedern des Türkisch-Deutschen-Hilfsvereins. Mittlerweile sind mehr als 1000 Masken entstanden und unter anderem an Senioreneinrichtungen und ein Flüchtlingsprojekt weitergereicht worden. Das Material für die Masken wurde dabei auch von Geschäftsleuten aus dem Stadtteil zur Verfügung gestellt. Gegen eine Spende gibt Pfarrer Ingo Mattauch die Masken an Privatleute weiter – mit dem Geld unterstützt die Pfarrei das Projekt „Schalker Familienpat*innen“.

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