von Ulrich Lota

„Ein Gelehrter und Mann größten Wissens“

Bischof Franz-Josef Overbeck hat den verstorbenen Papst Benedikt XVI. als großen Theologen gewürdigt, dem „die Vertiefung des Glaubens und des geistlichen Lebens sowie der Dialog mit den verschiedenen Kräften und Strömungen unserer Zeit lebenslang eine Herzensangelegenheit gewesen“ sei.

Totenglocke, Trauerbeflaggung und Requiem

So wie bereits an seinem Todestag, Samstag, 31. Dezember, wird bis zum Begräbnis des verstorbenen Papstes Benedikt XVI. am Essener Dom täglich nach dem Angelus-Geläut um 12 Uhr für zehn Minuten die Totenglocke läuten. Außerdem wird in den kommenden Tagen Trauerbeflaggung am Dom und an den Gebäuden des Bischöflichen Generalvikariats angebracht.

Wenn am Donnerstag, 5. Januar, auf dem Petersplatz in Rom das Requiem für Benedikt XVI. gefeiert und der frühere Papst zu Grabe getragen wird, werden um 11 Uhr am Essener Dom ebenso wie in vielen anderen Kathedralen und Kirchen in Deutschland als Zeichen der Trauer die Glocken läuten.

Bereits in der Jahresschlussmesse am Silvestertag und im Pontifikalamt an Neujahr wird im Dom für Papst Benedikt XVI. gebetet. Außerdem feiert Bischof Franz-Josef Overbeck am Sonntag, 15. Januar, um 10 Uhr mit den Gläubigen im Essener Dom ein Pontifikalrequiem für den verstorbenen Papst.

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck würdigte den am Samstag, 31. Dezember, verstorbenen Papst emeritus Benedikt XVI. als „einen großen Theologen“. „Er war ein Gelehrter und ein Mann größten Wissens, der von vielen Wissenschaftlern und suchenden Menschen hoch geachtet wurde“, sagte Overbeck. Die Vertiefung des Glaubens und des geistlichen Lebens sowie der Dialog mit den verschiedenen Kräften und Strömungen unserer Zeit sei dem Verstorbenen lebenslang eine Herzensangelegenheit gewesen. Darin habe er die Botschaft des II. Vatikanischen Konzils lebendig gehalten. Papst Benedikt XVI. war nach Angaben des Vatikans am Samstag Vormittag im Alter von 95 Jahren in seiner Wohnung im Kloster Mater Ecclesiae im Vatikan gestorben.

Overbeck: „Benedikt XVI. war sich bewusst, dass sich die Kirche sehr ändere und auf der ganzen Welt neu werde.“ Darum habe er unermüdlich gepredigt, darum habe er auch weit über seine Kräfte hinaus Reisen unternommen und sei unzähligen Menschen begegnet. Sich selbst habe der Papst nicht wichtig genommen, so der Ruhrbischof weiter. „Wichtig war ihm dagegen, Veränderungen in Lehre und Praxis der Kirche stets unter dem Aspekt der Wahrung von Kontinuität zu bedenken und notwendige Weiterentwicklungen ohne Brüche zu gestalten.“ Deshalb habe Benedikt XVI. aber nicht stur an alten Formen festgehalten. „Er hat mehr als manche seiner Vorgänger zur Erneuerung der Kirche beigetragen“, betonte Overbeck.

Priesterweihe durch den damaligen Kardinal Ratzinger in Rom

Mit Dankbarkeit erinnert sich der Ruhrbischof auch an seine Priesterweihe durch den damaligen Kardinal Josef Ratzinger 1989 in Rom. Der Bischof legt dabei den Weihekandidaten die Hände auf den Kopf und betet still um die Kraft Gottes, des Heiligen Geistes. Damals habe ihm der spätere Papst gesagt: „Diese Geste ist ein wunderbares Zeichen. Es gibt keinen Menschen, der nicht unter den Händen Gottes geborgen ist.“ Diese einfache Botschaft bleibe uns auch als sein Erbe, so Overbeck. „Papst emeritus Benedikt XVI. möge das ewige Leben in Gott finden und in seinen treuen Händen geborgen sein, denn wer glaubt, ist nie allein. Das gilt erst recht, wenn unser irdisches Leben zu Ende ist.“

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