Ein Caritäter mit Leib und Seele

Bistum Essen

Er galt als „Meister der Improvisation“. Schnell und unkompliziert zu helfen war sein Markenzeichen. Mit Humor und niederrheinischer Gelassenheit vermochte er auch scheinbar Unmögliches möglich zu machen. Keine Frage: Er war ein „Schwergewicht“ der Caritas im Ruhrbistum – und weit darüber hinaus. In der Nacht zum Montag, 2. November, ist der langjährige frühere Auslandsreferent und Pressesprecher des Caritasverbandes für das Bistum Essen, Rudi Löffelsend, verstorben.

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck würdigte Löffelsend als einen „Caritäter mit Leib und Seele“. „Für viele war er das Gesicht der Caritas im Ruhrbistum“, so der Bischof. Den Leitspruch der Verbandes „Not sehen und handeln“ habe der Verstorbene zweifellos gelebt. „In Erinnerung bleiben zahlreichebeeindruckende und außergewöhnliche Initiativen und Aktionen, mit denen er Menschen in ihrer Not helfen konnte und so den guten Namen der Caritas im Ruhrbistum in vielen Länder dieser Welt bekannt gemacht hat.“

Rudi Löffelsend wurde am 25. April 1950 in Schiefbahn bei Krefeld geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und einer erfolgreichen Ausbildung zum Schriftsetzer in Düsseldorf nahm er 1969 ein Studium an der Höheren Fachschule für außerschulische Pädagogik in Altenberg auf. 1971 wechselte er an die Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen in Köln, um Sozialpädagogik zu studieren. Zwei Jahre später schloss er sein Studium mit dem Zweiten Staatsexamen ab. Nach seiner Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer verbrachte er den Rest seiner Wehrdienstzeit als Zivildienstleistender bei der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG). 1974 kam er als Referent für berufsbezogene Bildungsarbeit ins Bischöfliche Jugendamt Essen. 1980 wechselte Löffelsend als Diözesanreferent zum Caritasverband für das Bistum Essen und übernahm dort die Verantwortung unter anderem für die Abteilungen Öffentlichkeitsarbeit und Auslandshilfe.

Der Mann für alle Fälle

Mit Beginn der Polenhilfe 1981, die Löffelsend weit über die Grenzen des Ruhrbistums hinaus bekannt machte, stellte der „Mann für alle Fälle“ sein Organisationstalent und seine Improvisationsfähigkeit unter Beweis. 1989 weiteten sich die Aktivitäten der Auslandshilfe der Caritas auf die UdSSR (später GUS) aus. Auch für die Caritas in der Ukraine war er aktiv. Es folgten weitere Projekte in Rumänien, 1991 - gemeinsam mit der Landesregierung Nordrhein-Westfalen – das Reintegrations-Programm für Roma in Skopje und ein Jahr später die Organisation der Hilfen in Kroatien, Serbien, Bosnien und Albanien.

Als „Pressechef“ der Caritas im Ruhrbistum war Rudi Löffelsend für viele Journalistinnen und Journalisten ein kompetenter und unkomplizierter Gesprächspartner. Er gehörte der Redaktion „Caritas in NRW“ an und war für die Regionalausgabe (Caritas im Bistum Essen) der bundesweit erscheinenden Caritas-Zeitschrift „Sozialcourage“ verantwortlich.

Zudem war Löffelsend viele Jahre auch Vorsitzender der Mitarbeitervertretung (MAV) des Caritasverbandes für das Bistum Essen, wo er sich engagiert für die Belange der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einsetzte.

1998 zeichnete der damalige Bundespräsident Roman Herzog den Caritas-Mann Löffelsend mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus. Damit würdigte er vor allem das Engagement Löffelsends in Mittel-, Ost- und Südeuropa. Seine Einsatzbereitschaft, insbesondere bei gemeinsamen Projekten mit dem Land Nordrhein-Westfalen, sei weit über das normale Maß hinausgegangen und hätte ihn zu einem gefragten Ansprechpartner der Landesregierung gemacht, hieß es in der Begründung. Dabei hob Herzog besonders hervor, dass Löffelsend sich auch durch äußeren Druck nicht von seiner Linie abbringen lasse und viele Hilfsprojekte der nordrhein-westfälischen Landesregierung nur deshalb erfolgreich waren.

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