von Lisa Myland

Duisburgerin Christine Rotering engagiert sich in der kfd

Besuchsdienste, Frauenkarneval und Kaffeeklatsch: Ein Ehrenamt bei der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands ist oft mit Klischees behaftet, der Altersdurchschnitt liegt meistens über 60 Jahren. Die 32-jährige Christine Rotering engagiert sich mit ihren Freundinnen in der kfd. Sie liebt die Klischees, bricht aber auch mit Traditionen und bereichert ihre Gemeinschaft mit neuen Ideen.

Vom Parkplatz kommt Christine Rotering zur Kirche und dem benachbarten Pfarrheim in Duisburg-Hamborn gelaufen. Bis Mittags arbeitet die 32-Jährige täglich als Grundschullehrerin in Krefeld, ist mit dem Auto in rund einer halben Stunde in ihrem früheren Heimatstadtteil. Mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Sohn wohnt sie mittlerweile in der Duisburger Innenstadt, ist aber oft rund um die Kirche von St. Joseph unterwegs, vor allem in der Gemeinschaft der Katholischen Frauen Deutschlands.

Von der Jugendarbeit in die kfd

Mit Anfang 30 ist Christine Rotering ein ungewöhnlich junges kfd-Mitglied. Die meisten der 133 Frauen der Duisburger Gemeinschaft sind zwischen 60 und 80 Jahre alt. Verbunden ist die Duisburgerin ihrer Heimatgemeinde schon lange, fing nach der Kommunion als Messdienerin an und engagierte sich in der freien Jugend. Vorbild war dabei auch ihre Mutter: Auch sie arbeitete früher ehrenamtlich in der Jugendarbeit, leitet seit rund 27 Jahren noch immer den Kinderchor. 2015 trat Christine Rotering dann gemeinsam mit einigen ihrer Freundinnen in die kfd ein, als sie sich als Leiterinnen zu alt und den Jugendlichen nicht mehr verbunden genug fühlten. Jetzt sind sie mit acht jungen Frauen in der kfd-Gemeinschaft vertreten. „Das war vor allem das große Engagement unserer Vorsitzenden, die uns damals an diesem Zeitpunkt eingefangen und quasi in die kfd gelockt hat“, sagt sie.

Überzeugt hat die Vorsitzende die Mathe- und Religionslehrerin auch davon, eine Ausbildung zur geistlichen Leiterin zu machen. In dieser Rolle plant und leitet sie nun regelmäßig Wortgottesdienste oder Besinnungstage. Eine Aufgabe, die der Grundschullehrerin gut gefällt. „Vor allem die Besinnungstage lehnen an meinen Job an, sind aber in der Erwachsenenbildung nochmal was ganz anderes. Am schönsten sind die Momente, in denen ich es schaffe, etwas zu bewegen und zum neu denken anzuregen.“

Maria 2.0, Elferrat im Frauenkarneval und Kaffeekränzchen

Auch bei traditionellen Gemeindeterminen wie Pfarrfest oder Adventsbasar und deutschlandweiten kfd-Aktionen wie dem Equal Pay Day oder Maria 2.0 ist Christine Rotering dabei. Auch klassische kfd-Termine wie Besuchsdienste, Frauenkarneval oder Treffen bei Kaffee und Kuchen gehören zu ihrem Ehrenamt dazu. Klischees, die von ihren Freunden manchmal im Spaß belächelt werden, die für die 32-Jährige aber auch das Besondere der Gemeinschaft ausmachen: „Das ist einfach sehr gesellig und gemütlich.“

Einen Präses gibt es in der Propstei-Pfarrei nicht mehr, seit der letzten Wahl ist die kfd-Gemeinschaft ganz in Frauenhand. Nicht mehr zeitgemäß findet Christine Rotering einen reinen Frauenverband nicht. „Ich finde es wichtig, dass es auch eine reine Frauengruppe in unserer Gemeinde gibt, um eben darauf aufmerksam zu machen, dass hier wenig laufen würde ohne uns“, ist sie überzeugt. Doch vor allem bei den seelsorgerischen Aufgaben und eigener Verantwortung stünden die Frauen in der katholischen Kirche noch weit zurück. Die Rolle der geistlichen Leiterin sei ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die Weihe von Frauen noch weit entfernt sei. Auf pauschale negative Kritik gegenüber der katholischen Kirche reagiert Christine Rotering gelassen. „Klar gibt es viele Dinge, die mir in der Weltkirche nicht passen oder gefallen, aber das Engagement und die Gemeinschaft bei uns vor Ort gleichen das einfach gut aus. Deswegen bleibe ich der Kirche auch weiterhin treu.“

"Wir halten alle gemeinsam die Fahne hoch"

Sich in der Pfarrei oder Gemeinde als Frau gegenüber Männern nicht gleichwertig angesehen habe sie sich nie. „Ich habe mich von Anfang an wahr- und ernstgenommen gefühlt“, sagt sie. Und doch habe das Alter manchmal einen Unterschied gemacht. „Ich hatte ein paar Mal das Gefühl, dass ich es schwerer hatte, mich zu etablieren und vor allem bei größeren kfd-Veranstaltungen zwischen den älteren Frauen wegen meines Alters belächelt wurde, mich erstmal beweisen musste“, erzählt Rotering. Den Zusammenhalt in ihrer eigenen Gemeinde weiß sie umso mehr zu schätzen: „Wir Ehrenamtler halten bei uns alle gemeinsam die Fahne hoch.“

Mehr über Klischees, denen die Duisburger Ehrenamtliche in der kfd täglich begegnet, und zwischen welchen davon sie sich am liebsten entscheidet, sowie weitere Einblicke in ihre Verbandsarbeit gibt es in den nächsten Tagen auf dem Instagramkanal des Bistums Essen.

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