Dorothé Möllenberg ist die neue Präventionsbeauftragte des Bistums

Langjährige Vorsitzende des Diözesanrats wechselt aus dem Gelsenkirchener Kinder- und Jugendhaus St. Elisabeth ins Bischöfliche Generalvikariat. Dort folgt sie auf die im Frühjahr in den Ruhestand verabschiedete Andrea Redeker. Prävention sexualisierter Gewalt bedeute, „an diesem Thema dauerhaft dranzubleiben, sonst helfen wir den Tätern“, sagt Möllenberg.

Dorothé Möllenberg, bislang stellvertretende Leiterin des Kinder- und Jugendhauses St. Elisabeth in Gelsenkirchen, ist seit heute die neue Präventionsbeauftragte des Bistums Essen. Zusammen mit dem Interventionsbeauftragten Simon Friede bildet sie das Kernteam des neuen Stabsbereichs Prävention und Intervention. Als Nachfolgerin von Andrea Redeker, die Ende April in den Ruhestand verabschiedet worden ist, wird Möllenberg sich in den verschiedensten Bereichen des Bistums Essen dafür engagieren, die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder neu für die Gefahren sexualisierter Gewalt zu sensibilisieren. „Im Moment ist sexueller Missbrauch durch die Berichterstattung über die Fälle in Bergisch-Gladbach oder Münster sehr im Fokus der Öffentlichkeit“, sagt die 47-Jährige, die nach ihrem Studium der Sozialen Arbeit insgesamt 23 Jahre in der Kinder- und Jugendhilfe tätig war. „Wir müssen an diesem Thema dauerhaft dranbleiben, sonst helfen wir den Tätern“, warnt Möllenberg im Interview.

Im Bistum Essen ist die engagierte Kämpferin für Kinder und Jugendliche keine Unbekannte: Seit 2011 ist sie die Vorsitzende des Diözesanrats der katholischen Männer und Frauen im Bistum Essen – ein Amt, das sie aufgrund ihrer hauptberuflichen Tätigkeit für das Ruhrbistum nun aufgibt: Nachdem im März bereits der langjährige Vorsitzende Luidger Wolterhoff von seinem Amt zurückgetreten war, will das höchste Laiengremium im Ruhrbistum am 25. November eine neue Doppelspitze wählen.

Frau Möllenberg, vor allem die in den vergangenen zehn Jahren bekanntgewordenen Missbrauchsfälle haben die Präventionsarbeit in der katholischen Kirche in Deutschland massiv vorangetrieben. Wo sehen Sie die wichtigsten Veränderungen in dieser Zeit?

Die Prävention sexualisierter Gewalt ist heute in allen Bereichen der katholischen Kirche sehr präsent. Da hat sich in der Kirche etwas bewegt, das unsere Pfarreien, Verbände und Einrichtungen wirklich verändert. Dank Präventions- und Interventionsordnungen, die zum Beispiel auf die jeweilige Schule oder Pfarrei angepasst sind, gibt es nun gute Instrumente, die uns helfen, bei dem Thema auch dauerhaft am Ball zu bleiben. Da ist unsere Kirche mittlerweile weiter als manch anderer Bereich in unserer Gesellschaft.

Dennoch bleibt das Thema schwer zu greifen und gerade viele Gemeindemitglieder sind froh, wenn sich die gewählten Gremienvertreter darum kümmern.

Wir können Kinder, Jugendliche und schutzbefohlene Erwachsene nur wirksam vor sexualisierter Gewalt schützen, wenn wirklich jeder in seinem Umfeld aufmerksam ist. Jeder, der irgendwo mit Kindern in Kontakt kommt, kann in die Situation kommen, dass er Anzeichen für einen möglichen Missbrauch entdeckt. Denn Kinder, die missbraucht werden, machen bis zu sieben Anläufe, sich zu offenbaren, bevor jemand ihr Anliegen versteht. Sie wählen ihre Bezugspersonen sehr bewusst aus, aber sie finden sie eben auch in allen möglichen Personenkreisen. Im Interesse der Kinder sollte also jeder wissen, was dann zu tun ist. Zumindest die hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen beschäftigen sich mit diesen Fragen in regelmäßig wiederkehrenden Schulungen. Sinnvoll wären diese Schulungen wahrscheinlich auch für Eltern und alle anderen, die mit Kindern in Kontakt kommen.

Wo sehen Sie in der kommenden Zeit Ihre wichtigsten Themen und Arbeitsschwerpunkte?

Mein Job wird es sein, die Prävention sexualisierter Gewalt immer wieder neu zum Thema zu machen. In allen unseren Einrichtungen gibt es jetzt Schutzkonzepte. Das ist gut – aber jetzt müssen diese Schutzkonzepte auch gelebt werden. Wir müssen an diesem Thema dauerhaft dranbleiben, sonst helfen wir den Tätern. Schließlich suchen die sich immer neue, perfide Strategien und bedienen sich ständig neuer Techniken – das zeigen die gerade diskutierten Fälle aus Münster und Bergisch-Gladbach. Natürlich ist das kein angenehmes Thema. Aber wenn wir es nicht mehr zum Thema machen, machen wir die Opfer endgültig zu Opfern.

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