Ruhrbistum bedauert endgültiges Aus für Krankenhausneubau im Essener Norden

Generalvikar in Sorge um die Arbeitsplätze im Marienhospital und im St.-Vincenz-Krankenhaus. Kirchenvorstand von St. Johann Baptist will Rücknahme-Option für Pfarrkirche, Pfarrzentrum und Pfarrhaus ziehen.

Das Bistum Essen nimmt mit großem Bedauern die Entscheidung des Krankenhausträgers Contilia zur Kenntnis, auf den Neubau des Krankenhauses in Essen-Altenessen endgültig zu verzichten. „Das ist ein schwerer Schlag für Altenessen und löst zu Recht große Enttäuschungen bei vielen Menschen aus“, erklärte Generalvikar Klaus Pfeffer am Mittwochabend, 24. Juni, in Essen. Über einen sehr langen Zeitraum hätten sich die ehrenamtlichen Gremienmitglieder und viele andere Menschen in der Kirchengemeinde St. Johann Baptist mit der Contilia für das Krankenhausprojekt engagiert, so der Generalvikar. Zugleich sei dieser Weg mit intensiven Auseinandersetzungen und schweren Konflikten verbunden gewesen, weil das Kirchengebäude für das Projekt weichen sollte. Pfeffer: „Das Bistum Essen hat diesen Weg intensiv begleitet, den Kirchenvorstand unterstützt und auch versucht, in den Konflikten zu vermitteln. Es ist nicht zu leugnen, dass der gescheiterte Krankenhaus-Neubau Wunden geschlagen hat und viele Verlierer zurücklässt.“

Contilia hatte am Mittwoch, 24. Juni, nach einer Aufsichtsratssitzung mitgeteilt, die Katholische Kliniken Essen (KKE) GmbH mit den Häusern Philippusstift in Borbeck, St. Vincenz in Stoppenberg, Marienhospital in Altenessen und Haus Berge in Bergeborbeck nicht wie geplant an einen neuen Träger zu verkaufen. Stattdessen will Contilia das Philippusstift zusammen mit dem Haus Berge stärken und die beiden anderen Häuser schließen.

Angesichts der angekündigten Schließung des Marienhospitals und des St.-Vincenz-Krankenhauses „sind meine Gedanken insbesondere bei den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in diesen beiden Häusern“, so Generalvikar Pfeffer weiter. „Viele von ihnen haben seit vielen Jahren den christlichen Geist in diesen traditionsreichen Kliniken geprägt.“ Nun hoffe er, dass nicht nur Ärzte und Pflegekräfte, sondern auch die Beschäftigen in der Haustechnik, dem Service und der Verwaltung neue Arbeitsplätze finden.

Bei aller Traurigkeit über die Schließung der beiden Häuser freue er sich aber auch über die Bereitschaft des Universitäts-Klinikums, sich künftig in Altenessen zu engagieren. Pfeffer: „Es ist ein starkes Zeichen, dass sich ein öffentlicher Träger dort engagiert, mit dem das Ruhrbistum bereits gut zusammen arbeitet.“ Das Uni-Klinikum habe in Essen-Werden mit der Übernahme des St.-Joseph-Krankenhauses gezeigt, dass es ein christlich geprägtes Haus weiterführen könne und die dort gelebten Werte weiter lebendig zu erhalten versuche.

Kirchenvorstand will Rücknahme-Option für die Kirche ziehen

Angesichts der Contilia-Entscheidung beabsichtigt der Kirchenvorstand, die im Kaufvertrag mit der Contilia-Tochter KKE vereinbarte Rücknahme-Option für die Grundstücke mit der Pfarrkirche St. Johann Baptist, dem angebauten Pfarrzentrum und dem Pfarrhaus zu ziehen. Einen förmlichen Beschluss hierzu will der Kirchenvorstand bereits am Donnerstagabend fassen. Die Gebäude können dann weiterhin für die Gemeindearbeit genutzt werden.

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