Christen grüßen Muslime zum Start des Ramadan

Katholische und evangelische Kirchen in NRW werben in ihrem Wort an die Muslime für ein gemeinsames Engagement für den Frieden in der Gesellschaft. Angesichts von Corona-Kontaktsperren versuchen Christen und Muslime Kontakte über Online-Angebote zu pflegen.

Angesichts der Corona-Krise teilen Christen und Muslime in diesem Jahr das Schicksal, ihre höchsten Feste – Ostern und den Fastenmonat Ramadan – völlig anders feiern zu müssen als sonst. Dies betonen die christlichen Kirchen in Nordrhein-Westfalen in ihrem Gruß „Ramadan Mubarak („gesegneten Ramadan“) zum gestern Abend begonnenen Fastenmonat: Die Corona-Pandemie „fordert uns vieles ab. Aber sie zeigt auch, wie Menschen einander solidarisch beistehen“, schreibt Bischof Franz-Josef Overbeck gemeinsam mit den Leiterinnen und Leitern der vier weiteren katholischen (Erz-)Bistümer und der drei evangelischen Landeskirchen in NRW. „Unser Glaube stärkt die Hoffnung, dass wir gemeinsam diese Krise überwinden werden und gemeinsam weiter berufen sind, diese Gesellschaft zu gestalten.“

Ausdrücklich versichern die Kirchenleitungen den Muslimen die tiefe Anteilnahme und Solidarität der Christen angesichts des Leids, das „der schreckliche rassistische Angriff von Hanau über so viele Familien und Gemeinden gebracht hat“. Zugleich betonen die Theologen, dass es „zu den Segnungen sowohl des Ramadans als auch der christlichen Fastenzeit gehört, dass wir uns an unseren gemeinsamen Auftrag erinnern, Frieden zu schaffen“. In der Bibel heiße es „Suche Frieden und jage ihm nach!“ – und der Koran fordere auf, „Frieden unter den Menschen zu stiften“.

Dazu müssten Ungerechtigkeit, Hass und Vorurteile überwunden werden, heißt es in dem Grußwort. „Auch in unserer Gesellschaft, im Deutschland des Jahres 2020, erleben wir, dass die Unterschiedlichkeit zwischen unseren Kulturen und Religionen zum Anlass genommen wird, Unfrieden und Gewalt zu stiften“, beklagen die Kirchen-Vertreter. Sie werben dafür, sich „mit vereinten Kräften dem Extremismus entgegenzustellen“ – und sich ein Beispiel an der Zentralafrikanischen Republik zu nehmen. Dort, in „einem der ärmsten Länder unserer Welt, wirken evangelische, katholische und muslimische religiöse Vertreter und Gläubige unerschrocken gegen die Schwierigkeiten ihrer von Kämpfen und Bürgerkrieg erschütterten Heimat“, schreiben die Theologen und werben: „Da, wo wir Empathie, Solidarität und Freundschaft üben und wo wir uns gemeinsam der Ungerechtigkeit entgegenstellen, wirken wir am Werk des Friedens mit.“

Für dieses gemeinsame Wirken braucht es den lebendigen Dialog zwischen den Glaubensgemeinschaften, das wissen christlich-muslimische Gruppen, gerade im Ruhrgebiet. Doch auch dieser Dialog leidet unter Kontaktverboten und anderen Beschränkungen in der Corona-Krise, so müssen Muslime in diesen Tagen auf abendliches Fastenbrechen im feierlichen Rahmen verzichten – Veranstaltungen, zu denen oft auch Vertreter christlicher Gemeinden eingeladen waren. Nun verlagern Christen und Muslime ihren Dialog zum Teil in die digitale Welt. So veröffentlicht die Christlich-Islamische Gesellschaft (CIG) auf der Website www.christenundmuslime.de aktuell jede Woche ein gemeinsames Gebet mit Elementen für Christen und für Muslime, Texte, an deren Formulierung auch der Islam-Beauftragte des Ruhrbistums, Detlef Schneider-Stengel, mitarbeitet. Und in Duisburg plant die Initiative „Frauen aller Länder laden ein“ mit Ordensschwester Mariotte Hillebrand ein interreligiöses Gebet in Form eines Internetvideos.

Persönlicher Referent — Referent für den Interreligiösen Dialog

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