Missbrauch steht im Mittelpunkt der Bischofsvollversammlung

Deutsche Bischöfe treffen sich bis Donnerstag in Fulda zur Herbstvollversammlung. Auch Gespräche über die Flüchtlingsarbeit, die Organspende-Debatte, die Jugend-Synode im Vatikan sowie den Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene sind geplant.

Das Thema Missbrauch steht ab dem heutigen Montan im Mittelpunkt der Herbstvollversammlung der katholischen deutschen Bischöfe in Fulda. Dabei werden am Dienstag, 25. September, die Ergebnisse einer umfangreichen Studie zum sexuellen Missbrauch durch Geistliche vorgestellt. Neben Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck sind auch die beiden Essener Weihbischöfe Ludger Schepersund Wilhelm Zimmermann in Fulda mit dabei. Zum Abschluss am Donnerstag, 27. September, wollen die Bischöfe erste Konsequenzen aus der von ihnen in Auftrag gegebenen Langzeituntersuchung präsentieren.

Erste Zahlen aus der Studie waren bereits im Vorfeld bekanntgeworden: In den kirchlichen Akten der Jahre 1946 bis 2014 hat das Forscherteam demnach Hinweise auf 3677 Betroffene sexueller Übergriffe gefunden und auf rund 1670 beschuldigte Priester, Diakone und Ordensleute.

Viele Bischöfe äußerten sich erschüttert über die Ergebnisse und baten die Opfer um Vergebung. Ruhrbischof Overbeck schrieb bereits am vorvergangenen Wochenende einen Brief an alle Gemeinden, in dem er auch eine Diskussion über die Sexualmoral der Kirche sowie über Macht und Hierarchie anregte. Auch von Opferverbänden und aus der Politik wurden Rufe nach Konsequenzen und nach Reformen in der Kirche laut.

Neben der Missbrauchs-Studie stehen in Fulda unter anderem Fragen der Flüchtlingsarbeit, die aktuelle Organspende-Debatte sowie die kommende Weltbischofssynode zu Jugend und Kirche auf der Tagesordnung. Auch die Debatte um den Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene dürfte noch einmal zur Sprache kommen.

Die Bischöfe treffen sich zweimal im Jahr zur Vollversammlung. Sie ist das höchste Gremium der katholischen Kirche in Deutschland und umfasst derzeit 67 Mitglieder. Im Frühjahr tagen die Bischöfe an wechselnden Orten, im Herbst traditionell in Fulda am Grab des „Apostels der Deutschen“, des heiligen Bonifatius.

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