Verkündigung und Liturgie

Das Referat Liturgie fördert und koordiniert im Auftrag des Bischofs die pastoralliturgische Arbeit im Bistum Essen durch Bildungsangebote, Zusammenarbeit mit liturgischen, kirchenmusikalischen und anderen der Liturgie nahe stehenden Einrichtungen. Darüber hinaus berät das Referat in praktischen Fragen und informiert über Entwicklungen des gottesdienstlichen Lebens.

Angebote

  • Wie können wir die liturgische Frömmigkeit am Ort lebendig halten?
  • Wie kann der Blick für das Wesentliche der Liturgie erhalten bleiben?
  • Wie bleiben die Kirche auch an Wochentagen Orte des Gebetes?
  • Wie können Gottesdienste für Zielgruppen die Pfarreien bereichern?
  • Wie können die liturgischen Dienste aus- und weitergebildet werden?

Wenn Sie sich mit solchen Fragen auseinander setzen, sprechen Sie uns gerne an. In der Liturgischen Kommission und bei verschiedenen Veranstaltungen der liturgischen Bildung versuchen wir, angemessene Antworten zu finden. Wir bieten spezielle Kurse zur Qualifizierung an und begleiten Prozesse der liturgisch-spirituellen Erneuerung im Bistum Essen.

Unser Ziel ist die Förderung und Erneuerung des Gottesdienstes und der Kirchenmusik in ihren traditionellen und neuen Formen. Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Ausrichtung von Fortbildungen im liturgischen und musikalischen Bereich im Bistum Essen. Gerne führen wir mit Ihnen oder Ihrem Seelsorgeteam vor Ort ein Gespräch.

Wir möchten die Ausstrahlungskraft und die Schönheit der liturgischen Feierformen stärken. Im Gespräch mit theologischer Wissenschaft und kirchlicher Praxis suchen wir nach Kriterien eines guten Gottesdienstes und geeigneten Instrumenten. Die Zentralabteilung möchte die theologische Diskussion um die Frage gottesdienstlicher Qualität vorantreiben, Chancen und Grenzen im gottesdienstlichen Bereich ausloten und eine Gesprächskultur zu den liturgischen Feierformen im Bistum Essen fördern.

Die Liturgische Kommission beobachtet das liturgische Leben in der Diözese und unterrichtet über die pastoral-liturgischen Entwicklungen. Sie stellt Hilfsmittel und Handreichungen bereit und ergreift Initiativen zur liturgischen Bildung.

Mitglieder der Liturgischen Kommission:

Vorsitzender: Dr. Michael Dörnemann 

Geschäftsführerin:  Jennifer Reffelmann

weitere Mitglieder: Carsten Böckmann, Stefan Böntert, Herbert Fendrich, Stefan Glaser, Johann Hendrix, Marius Linnenborn, Thomas Tebruck, Anke Wolf

Die pastorale Situation im Bistum Essen erfordert einen verstärkten Einsatz im Bereich der Qualifizierung von Frauen und Männern im Ehrenamt für das liturgische Leben in den Pfarreien unseres Bistums. Das Zukunftsbild sieht vor, dass wir in den nächsten Jahren Ehrenamtliche in unterschiedlichen Bereichen qualifizieren und sie an verantwortungsvolle Aufgaben heranführen. Deshalb stellt das Bistum Essen vermehrt Qualifizierungskurse bereit, die es ermöglichen den Ehrenamtler mit seinen Fähigkeiten zu qualifizieren.

Kompetenzziele der Qualifizierungsmaßnahmen

  • Qualifizierungskurse für liturgische Dienste bei allen Rollenträgern (hauptamtliche Mitarbeiter/innen und im Ehrenamt) favorisieren den didaktischen Lernansatz „Entdecken – Stärken – Umsetzen.“
  • Aufbau und Schulungskompetenz einer kollegialen Feedbackkultur für alle liturgischen Rollenträger.

Sakristan, Mesner, Küster ... es gibt viele Begriffe für diesen Dienst. Alle aber weisen auf die Hauptaufgabe dieses Dienstes hin: „Sorge für das Heiligtum und für jene heiligen Dinge, die für den heiligen Dienst vor Gott gebraucht werden.“ (Der Sakristanendienst – Das Handbuch für die Praxis.)

Ziel dieser Qualifizierung ist die Vermittlung von theoretischen und praktischen Kenntnissen, die für die ersten Schritte in diesen wichtigen Dienst hilfreich sind.

Voraussetzungen für den Dienst
Zum Qualifizierungskurs werden jene Personen zugelassen, die ihre Bereitschaft erklären und in Rücksprache mit dem Pfarrer vor Ort als geeignet befunden wurden.

Qualifizierungskurs
Der Qualifizierungskurs für Küster, der vom Dezernat Pastoral der Abteilung Verkündig und Liturgie organisiert und durchgeführt wird hat zum Ziel, den neben- oder ehrenamtlichen Küster, die zur Erfüllung seiner Aufgaben erforderlichen praktischen und theoretischen Kenntnisse in Liturgie und Glaubenslehre zu vermitteln.


Der Qualifizierungskurs umfasst 12 Kurstage, die über mehrere Monate verteilt sind. Im Kurs findet eine aufgabenorientierte und praktische Vorbereitung für den liturgischen Dienst statt. 
 

Termine für den Qualifizierungskurs 2019

Dienstag, 15.01.2019

Dienstag, 22.01.2019

Dienstag, 29.01.2019

Dienstag, 05.02.2019

Dienstag, 12.02.2019

Dienstag, 19.02.2019

Dienstag, 26.02.2019

Dienstag, 12.03.2019

Dienstag, 19.03.2019

Dienstag, 26.03.2019

Dienstag, 02.04.2019

Dienstag, 09.04.2019

Leiter und Leiterinnen von Wort-Gottes-Feiern haben die Aufgabe, Wort-Gottes-Feiern selbständig vorzubereiten und zu leiten. Weiter werden sie dazu befähigt, anderen Gottesdiensten (Tagzeitenliturgien, Andachten, Formen von „Einfach Beten“) vorzustehen. Ihr Dienst setzt eine fundierte Qualifizierung voraus.


Voraussetzungen für den Dienst
Erfahrungen im Bereich der Liturgie (Lektor; Kommunionhelfer, Mitglied des Liturgieausschusses), Leben aus dem Glauben, Teamfähigkeit, Gesprächsfähigkeit, Mindestalter von 25 Jahren (evt. Ausnahmen bei Kinder- und Jugendliturgien))


Zulassung zum Qualifizierungskurs
Zum Qualifizierungskurs werden jene Personen zugelassen, die ihre Bereitschaft erklären und im Rahmen eines Beschlusses des Pfarrgemeinderates als geeignet befunden wurden. Mit diesem Beschluss ist seitens der Pfarrgemeinde die Verpflichtung verbunden, dafür Sorge zu tragen, dass die Personen nach der Qualifizierung regelmäßig Gottesdiensten vorstehen und zum Einsatz kommen. Dabei ist das gottesdienstliche Tätigkeitsfeld nicht festgelegt, sondern richtet sich an den pastoralen Gegebenheiten vor Ort.


Qualifizierung
Die Kurse werden in Absprache mit dem Referat Liturgie, mit den Katholischen Bildungswerken und den Pfarreien des Bistums angeboten. Das Referat Liturgie koordiniert die Kurse in der inhaltlichen und organisatorischen Konzeption. Der Qualifizierungskurs setzt sich aus 8 Seminartagen zusammen. Dazu zählt auch die eigenständige Vorbereitung und Leitung einer Wort-Gottes-Feier mit entsprechender Reflexion.

Termine für den Qualifizierungskurs 2019

Modul 1:    Freitag 18.01.19

                Samstag 19.01.19

Modul 2:    Freitag 08.02.19

                Samstag 09.02.19

Modul 3:    Freitag 08.03.19

                Samstag 09.03.19

Modul 4:    Freitag 05.04.19

                Samstag 06.04.19

Der Kurs ist bereits ausgebucht!

Die Bestattungskultur erlebt derzeit einen großen Umbruch: Tod und Trauer finden oft nur noch privat statt, immer öfter verzichtet man auf eine Beerdigung, und neue Formen des Abschieds entstehen. Wir als Kirche sollten diesem Trend konstruktiv begegnen und müssen zugleich unser eigenes Profil im Umgang mit den Toten und den Trauernden schärfen.

Die kirchliche Begräbnisfeier bringt die christliche Hoffnung auf Zukunft und ewiges Leben zum Ausdruck. Sie ist Dienst am Verstorbenen und Trost für die Trauernden. So bietet sie Anknüpfungspunkte auch für neue Ausdrucksformen.
Die Kirche als Gemeinschaft der Lebenden und der Toten pflegt außer- dem das Gebet für die Verstorbenen und das Totengeda?chtnis.

Voraussetzungen für den Dienst
Erfahrungen im Bereich der Liturgie (Lektor; Kommunionhelfer, Mitglied des Liturgieausschusses), Erfahrungen im Bereich der Trauerarbeit und Trauerbegleitung, Leben aus dem Glauben, Teamfähigkeit, Gesprächsfähigkeit, Mindestalter von 25 Jahren.


Zulassung zum Qualifizierungskurs
Zum Qualifizierungskurs werden jene Personen zugelassen, die ihre Bereitschaft erklären und im Rahmen eines Beschlusses des Pfarrgemeinderates als geeignet befunden wurden. Mit diesem Beschluss ist seitens der Pfarrgemeinde die Verpflichtung verbunden, dafür Sorge zu tragen, dass die Personen nach der Qualifizierung regelmäßig kirchliche Beerdigungen übernehmen und zum Einsatz kommen.


Qualifizierung
Die Kurse werden vom Dezernat Pastoral der Abteilung Verkündigung und Liturgie angeboten. Das Referat Liturgie koordiniert die Kurse in der inhaltlichen und organisatorischen Konzeption. Der Qualifizierungskurs setzt sich in der Regel aus 15 Tagesveranstaltungen zusammen. Die Themen Beerdigung und Urnenbestattung, Totengebet und Totengedächtnis, Friedhofskultur und Kolumbarien werden im Qualifizierungskurs erläutert. Dies geschieht im Erfahrungsaustausch und mit Impulsen und Workshops. Dazu zählt auch die eigenständige Vorbereitung und Leitung einer kirchlichen Begräbnisfeier sowie die Traueransprache mit entsprechender Reflexion.

Seit 1968 gibt es im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz die Möglichkeit, Laien als Kommunionhelfer und Kommunionhelferinnen zu beauftragen. In fast allen Gemeinden unseres Bistums haben sie sich in mehr als vierzig Jahren als gute Hilfe erwiesen, wenn Priester und Diakone nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung standen. Den Dienst der Kommunionausteilung können geeignete Personen übernehmen, die dazu durch namentliche Benennung und ausdrückliche Beauftragung ermächtigt worden sind. Das Verfahren der Beauftragung: Die namentliche Benennung von Laien (Frauen und Männern) für den Dienst in der Pfarrei geschieht durch den Pfarrer, für den Dienst im Schulgottesdienst durch den geistlichen Religionslehrer und bei den Ordensleuten durch die Hausoberen. Der Anmeldebogen für den Einführungskurs und der Antrag zur Beauftragung sind an das Bischöfliche Generalvikariat, Referat Liturgie zu senden.

Ziel: Die Teilnehmer setzen sich mit spirituellen und liturgie-theologischen Impulsen mit der Bedeutung des eucharistischen Sakramentes und der Messfeier für ihr Leben auseinander und erhalten praktische Anregungen zur Kommunionspendung.

Kursleitung:    Jennifer Reffelmann
Kursdauer:    1 Tagesmodul
Anmeldung:    über die Pfarrei
Beauftragung:    Ja. – danach Verlängerung möglich

Termine für die Qualifizierungskurse 2019

Samstag, 23.03.19

Samstag, 22.06.19

Samstag, 07.09.19

Samstag, 07.12.19

Termin für den Krankenkommunionhelferkurs 2019

Freitag, 22.03.19

Eine der Möglichkeiten in dem Gottesdienst aktiv mitzuwirken, ist der Lektorendienst. Das Vortragen von biblischen Texten und das Gestalten von Fürbitten müssen geübt sein und setzen einige Kenntnisse der Bibel und des kirchlichen Gebets voraus. Durch den Besuch eines Lektorenkurses haben Sie die Möglichkeit, die Erarbeitung und den Vortrag von biblischen Texten und Fürbitten zu lernen.Die Kurse bieten dazu praktische Übungen, spirituelle Impulse und beinhalten eine Auseinandersetzung mit der Hl. Schrift sowie verschiedene Leseübungen.


Kursleitung:    Marko Weibels / Nicole Stockhoff
Kursdauer:        2 Tagesmodule
Anmeldung:    über das Referat
Beauftragung:    keine. – Teilnahmebescheinigung
 

Termine für die Qualifizierungskurse 2019

Qualifizierungskurs 1:

Grundkurs: Samstag, 23.02.19

Aufbaukurs: Samstag, 16.03.19

Qualifizeriungskurs 2:

Grundkurs: Samstag, 19.10.19

Aufbaukurs: Samstag, 09.11.19

Der Kurs umfasst zwölf Lehrbriefe und drei Medien. Er dauert in der Regel 18 Monate.

Liturgie im Fernkurs will

  • umfassend und zuverlässig über den katholischen Gottesdienst informieren
  • das Verständnis für die Liturgie vertiefen
  • die Kenntnisse vermitteln, die für die Ausübung eines liturgischen Dienstes benötigt werden
  • zu bewusster und tätiger Mitfeier des Gottesdienstes motivieren

Der Kurs wird durchgeführt vom Liturgischen Institut in Trier.

Deutsches Liturgisches Institut e.V.
Postfach 2628
54216 Trier
Tel. 0651 / 94808-28 oder -0
Fax. 0651 / 94808-46
eMail: dli@liturgie.de

Ihre Ansprechpartnerin für den Fernkurs Liturgie:

Iris Maria Blecker-Guczki  
fernkurs@liturgie.de
Tel. 0651-94808-28

„Gottes Wort in neuem Klang“

Ab dem ersten Advent 2018 wird im deutschen Sprachraum ein neues „Lektionar“ eingeführt, das die neue Einheitsübersetzung der Bibel von 2016 verwendet. Der erste überarbeitete Band wird der für das dann beginnende Lesejahr C der Sonn- und Festtagslesungen in den Gottesdiensten sein. Aber mal ehrlich: Lektionar? Lesejahr? Für viele Menschen steht hinter diesen Begriffen erst einmal ein Fragezeichen. Deshalb haben wir bei Pfarrer Dr. Marius Linnenborn, dem Leiter des Deutschen Liturgischen Instituts (DLI) mit Sitz in Trier, nachgefragt, was es damit überhaupt auf sich hat. 

Was ist überhaupt ein Lektionar und was ist zum Beispiel der Unterschied zu einem Evangeliar?
Das Lektionar ist das Buch, das die Texte aus der Heiligen Schrift enthält, die für die Liturgie in der Messe oder in der Wort-Gottes-Feier gebraucht werden. Das Lektionar enthält die Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament, die Antwortpsalmen, die Rufe vor dem Evangelium und das Evangelium selbst. Das Evangeliar enthält nur die Evangelien, ist häufig ein größeres und reicher geschmücktes Buch.
(Anm. d. Red.): Früher las man direkt aus der Bibel, ab dem 5. Jahrhundert sammelte man dann die so genannten „Perikopen“, also die Abschnitte aus der Bibel, die für die Lesungen gedacht sind und ordnete sie dem Kirchenjahr zu.

Was hat es mit den Lesejahren A, B und C auf sich?
Bei der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960er Jahren sind diese Lesejahre eingeführt worden, um eine größere Bandbreite des Wort Gottes zu Gehör zu bringen. Vorher wurden einfach viel weniger Anteile der Bibel vorgelesen. A, B und C ist an den Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas ausgerichtet und das Johannesevangelium wird an einigen Sonntagen zusätzlich eingefügt. Die übrigen fünf Bände des Lektionars enthalten die biblischen Texte für die sogenannten geprägten Zeiten (Weihnachts- und Osterfestkreis), für die gewöhnlichen Wochentage und die Heiligenfeste, für die Feier der Sakramente, Sakramentalien sowie von Begräbnissen und schließlich für die verschiedenen Votivmessen. Das liturgische Jahr der katholischen Kirche beginnt jeweils am ersten Adventssonntag und endet mit dem Christkönigssonntag.

Es geht also darum, mehr Texte aus der Bibel zu hören?
Ja, genau. Außerdem ist es auch eine schöne Vorstellung: Diese Leseordnung verbindet uns mit allen Katholiken weltweit. Egal wo wir einen Gottesdienst mitfeiern, wissen wir, was uns erwartet. Das neue Lektionar kann für uns auch Anlass sein, über die in Deutschland vielerorts geübte Praxis nachzudenken, nur eine Lesung statt der zwei vorgesehenen Lesungen auszuwählen: Das wird so nur im deutschsprachigen Raum praktiziert. Zwei Lesungen vorzutragen bietet aber einen größeren Reichtum. Man meint oft, es ist zu viel, was den Menschen zugemutet wird. Aber wer will entscheiden, welches Wort der Heiligen Schrift weggelassen werden kann?

Das Lektionar hat auch äußerlich ein neues Erscheinungsbild: Wie wurde es gestaltet?
Der Einband wurde durch einen Textilkünstler aus Wien, Christof Cremer, gestaltet. Das Buch schimmert goldfarben und drückt damit eine Wertigkeit aus, darauf sind rote geschwungene Linien zu erkennen. Alles deutet auf Bewegung und Dynamik hin: Da kommt etwas ins Schwingen, das Wort drängt hinaus, könnte man sagen. Mein Gedanke war: Das Wort Gottes, das hinausgesandt wird und wieder zurückkehrt auf verschiedenen Wegen. Neu ist auch, dass der Buchschnitt nun farbig ist, rot bei den Bänden für die Sonn- und Festtage. Format und Schriftart der vorzutragenden Texte haben sich übrigens nicht geändert. Aber dennoch ist der Gesamteindruck frischer geworden.

Aber nun zum Inhalt: Warum gab es überhaupt eine neue Einheitsübersetzung der Bibel und was hat sich mit ihr geändert?
Sprache verändert sich, es gibt neue Erkenntnisse in der Bibelwissenschaft. Man wollte näher heran an die Ursprungssprachen Hebräisch für das Alte Testament und Griechisch für das Neue Testament. Das ist übrigens bei der neuen evangelischen Lutherübersetzung auch der Fall. Wenn man sich stärker am Ursprungstext orientiert, ergeben sich für das Verkündigen, Vortragen und das Hören Herausforderungen, weil Formulierungen auftreten, die erst einmal ungewohnt sind und zum Nachfragen reizen. Es gibt manche Formulierungen, die für heutige Ohren etwas altertümlich klingen mögen. Im Lukasevangelium heißt es zum Beispiel häufig „Und es geschah, dass Jesus ...“ oder „Siehe…“ So spricht man heute nicht mehr, und in der letzten Einheitsübersetzung war dies eliminiert, weil man es nicht für zeitgemäß hielt. Damit ist nun manches wiederentdeckt worden, was den Text näher an das Eigentümliche der biblischen Sprache heranbringt und auch bildreicher werden lässt.

Bildreich – können Sie dafür ein Beispiel geben?
Es heißt zum Beispiel nicht mehr „Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer“, sondern „an die Gemeinde in Rom“ – weil Paulus sich ja nicht an alle Bewohner von Rom gewandt hat, sondern an die christliche Gemeinde in Rom. Vor dem geistigen Auge kann das Bild entstehen, wie eine Schar von Christen in einem Haus zusammensitzt, dann die Schriftrolle enthüllt wird und der Brief des Apostels vorgetragen wird.

Welche Veränderung wird den Gläubigen noch auffallen?
Der Gottesname „Jahwe“ kommt als solcher nicht mehr vor. Die Juden haben diesen Namen nicht ausgesprochen, dementsprechend heißt es heute auch bei uns „HERR“ oder „GOTT“ – jeweils in Kapitälchen geschrieben. Die Herausforderung für die Vortragenden ist natürlich nun, dass sie dieses aus dem Schriftbild hervorstechende Wort nicht besonders betonen. Ein Kritikpunkt, der dazu geäußert wird, ist allerdings, dass damit auch das männliche Gottesbild betont wird. Dem gegenüber hat man an anderer Stelle versucht, gleichberechtigter zu formulieren: Die Anrede „Liebe Brüder“ ist durch „Liebe Schwestern und Brüder“ oder „Liebe Brüder und Schwestern“ ersetzt worden. Und als „Service“ für die Vorlesenden könnte man vielleicht bezeichnen, dass nun immer die Schlussakklamation „Wort des lebendigen Gottes“ nach der Lesung steht, was vorher nicht der Fall war.

Wie lange wird es dauern, bis alle acht Bände erschienen sein werden?
Es wird voraussichtlich vier Jahre dauern, bis alle erschienen sind. Man fragt sich vielleicht: Die Bibel ist doch fertig – was dauert daran so lange? Aber jeder Abschnitt (Perikope) muss einzeln angeschaut und angepasst werden. Die Einleitungen müssen individuell eingeleitet formuliert werden: Wenn es zum Beispiel in der Bibel aus dem Zusammenhang gerissen heißt: „Und danach ging er“, heißt es im Lektionar: „In jener Zeit ging Jesus ...“, damit man weiß, von wem gesprochen wird. In unserem Institut sind fünf Mitarbeiter in unterschiedlichem Umfang mit dem neuen Lektionar befasst. Der letzte Band soll 2022 erscheinen.

Und was passiert nun mit den alten Bänden des Lektionars?
Wir empfehlen, das Buch erstmal in der Sakristei, dem Archiv oder der Bibliothek zu lassen. Es ist ein Buch, das lange in Benutzung war, vielleicht will man da nochmal hineinschauen, vielleicht braucht man es auch einmal für einen bestimmten Anlass. Es ist keinesfalls wertlos oder ungültig.

Was würden Sie Lektoren und Gemeinden empfehlen, wie das neue Lektionar eingeführt werden kann?
Für die Einführung haben wir Empfehlungen bzw. Vorschläge auf unserer Website www.liturgie.de eingestellt: Für eine Eucharistiefeier, eine Wort-Gottes-Feier oder diözesane Übergabefeiern. Das neue Lektionar lädt ein, sich neu mit den Texten der Bibel zu beschäftigen, noch einmal genauer hinzuschauen und hinzuhören. Wir sind gespannt, wie der neue Klang des Wortes Gottes aufgenommen wird.

Tägliche Lesung

Veranstaltungen

Ansprechpartner

Referentin für Liturgie

Jennifer Reffelmann

Zwölfling 16
45127 Essen

Sekretariat

Elisabeth Hellwig

Zwölfling 16
45127 Essen

0201/2204-623

0201/2204-383

elisabeth.hellwig@bistum-essen.de

Abteilung Liturgie und Verkündigung

Zwölfling 16
45127 Essen