Schüler setzen mit Kunst, Rap und Erklärvideos Zeichen gegen Rassismus

Zum ersten Mal hat das Bischöfliche Gymnasium am Stoppenberg mit Schülern der neunten Klassen eine Projektwoche gegen Rassismus umgesetzt. Ihre Gedanken zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit und ohne Fremdenfeindlichkeit zeigten sie in einer Ausstellung.

Tränen laufen beiden Menschen über die Wangen, dem einen schwarz, dem anderen weiß, dem einen über die helle Haut, dem anderem über die dunkle Haut. In ihrer Brust, deutlich zu erkennen: Das exakt gleiche Herz. "Unser Bild heißt: ‚Im Herzen sind wir alle gleich‘, weil wir zeigen wollen, dass man auch mit einer anderen Hautfarbe oder wenn man anders ist, irgendwo gleich ist“, erklärt die 14-jährige Keara, die das Bild zusammen mit ihren Mitschülerinnen Annika und Aya entworfen und gemalt hat.

„Ausgrenzung passiert jetzt, nicht in Zukunft oder Vergangenheit“

Zum ersten Mal hat das Bischöfliche Gymnasium am Stoppenberg eine Projektwoche gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit umgesetzt. Gemeinsam mit Lehrern und Projektpartnern wie der Jugendhilfe Essen haben sich die Neuntklässler kritisch mit populistischen und demokratiefeindlichen Falschmeldungen beschäftigt, Ursachen von Rassismus erforscht und sind gegen das Vergessen und Leugnen von Antisemitismus in der deutschen Geschichte vorgegangen.

Ihre Gedanken hielten sie auf viele verschiedene Arten fest: Als gesprayte Kunstwerke, in Poetry Slams und Raps, in Erklärvideos zu Fake News oder begehbaren Erinnerungspfaden zu Auschwitz. „Unsere Projektwoche soll die Schüler aufmerksam und sensibler für Ausgrenzung im Alltag machen. Sie sollen lernen, dass Ausgrenzung und Schubladendenken jetzt hier passiert und nicht in einer fernen Zukunft oder Vergangenheit“, sagt Lucia Held, Lehrerin und Projektleiterin.

„Es ist eure Aufgabe, Widerstand zu gestalten“

Auch Zeugen des Holocausts und ihre Geschichten spielten eine Rolle in der Projektwoche. Zum Abschluss diskutierten die Schüler mit Maria-Theodora Freifrau von dem Bottlenberg-Landsberg, Tochter des Widerstandskämpfers Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg. Die 90-Jährige erzählte von ihren eigenen Erfahrungen mit Ausgrenzung und Widerstand während des Zweiten Weltkriegs, gab den Schülern mit auf den Weg: „Ich bin zu alt, es ist eure Aufgabe, Widerstand zu gestalten, wenn er nötig wird. Vor allem ist aber wichtig, den Anfängen zu wehren – bevor es zum Widerstand kommt, Informationen zu sammeln, sie kritisch anzuschauen und darüber zu reden.“

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