von Thomas Rünker

Kreuzwegstationen der Halde Haniel werden aufgearbeitet

Vandalismus und Witterung haben ihre Spuren hinterlassen. Einzelne Stationen werden vorläufig abgebaut und durch benachbarte Handwerksunternehmen instandgesetzt. Coronabedingt muss der Karfreitags-Kreuzweg in diesem Jahr ausfallen.

Die starke Zerstörung durch Vandalismus sowie zusätzlich witterungsbedingte Schäden haben in den vergangenen Monaten erneut dazu geführt, dass einige Stationen des Kreuzweges auf der Halde Haniel komplett instandgesetzt werden müssen. Ein Teil der Stationen wurde bereits kurzfristig abgebaut, weitere Stationen folgen in den nächsten Tagen.

Der Kreuzweg auf der Halde Haniel steht traditionell in enger Verbindung mit dem Steinkohlenbergbau in der Region. Um diese Verbindung zu verdeutlichen, sind die Stationen als symbolische Doppelbockgerüste gestaltet. Auch wurden an allen Stationen ehemalige aus dem Bergbau stammende Geräte wie bspw. ein mit Kohle gefüllter Tonnenwagen oder ein Bogenausbau ergänzt. Trotz regelmäßiger Begehungen durch den Verein „Karfreitagskreuzweg auf der Halde e. V.“ konnte dem wiederkehrenden Vandalismus kein Einhalt geboten werden. Mehrere der aus Holz gefertigten und mit Reliefplatten aus Kupfer versehenen Doppelbockgerüste wurden mutwillig abgebrochen und Bergbaugeräte erneut mit Farbe besprüht.

Verein verurteilt die wiederkehrende mutwillige Beschädigung

Um die Stationen bis zum Frühjahr und insbesondere für Karfreitag wiederherzustellen, werden die abgebauten Stationen nun von Handwerksbetrieben aus dem direkten Umfeld der Halde Haniel instandgesetzt. Die erforderlichen Strahl- und Lackierarbeiten an den Bergbaugeräten werden, bei besserer Witterung, im Frühjahr vor Ort durchgeführt. Der Verein sieht es als seine Verpflichtung an, sich neben der Organisation des Kreuzweges an Karfreitag auch um die Beseitigung der entstandenen Schäden zu kümmern, bedauert und verurteilt jedoch die wiederkehrende mutwillige Beschädigung der Kunstwerke sehr.

Der Kreuzweg auf der Halde Haniel

Der 1995 von Bischof Hubert Luthe eingeweihte Kreuzweg auf der Halde Haniel besteht aus 15 Stationen, die von der verstorbenen Künstlerin und Ordensfrau Tisa von der Schulenburg (Schwester Paula), dem Oberhausener Künstler Adolf Radecki und Auszubildenden des Bergwerks Prosper-Haniel geschaffen wurden. Sie sind einzigartig in ihrer Art und Präsentation. Jede Station besteht aus einer Kupfertafel mit je einer Darstellung der Leidensgeschichte Christi und einem Element aus der Arbeitswelt des Bergbaus. Ergänzt werden sie durch Schrifttafeln mit Aussagen bekannter Persönlichkeiten der Kirche. So sind die Elemente der Haldengestaltung Ausdruck der Verbindung von Arbeit, Kirche und Umwelt. Der Kreuzweg endet auf dem Haldenplateau am großen Holzkreuz, das Auszubildende des Bergwerks 1987 zum Besuch von Papst Johannes Paul II. im Ruhrgebiet aus sogenannten Spurlatten aus dem Bergbau errichtet haben. 

Unterstützung durch die RAG-Stiftung

Hauptförderer des Vereins „Karfreitag auf der Halde e. V.“ ist seit 2019 die RAG-Stiftung. Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung, betont: „Die RAG-Stiftung leistet über ihre verschiedenen Förderaktivitäten auch einen zentralen Beitrag für die Erinnerungskultur des Bergbaus. Die Förderung des Vereins „Karfreitag auf der Halde e. V.“ ist uns aus guter Tradition heraus daher ein besonderes Anliegen und wir danken den Verantwortlichen dafür, dass sie so engagiert am Erhalt und der Pflege des Kreuzwegs arbeiten.“ Für die Stiftung, aber auch für das Bistum Essen und die KAB Essen ist der Kreuzweg ein wichtiger Bestandteil der Bergbaukultur der Region, der auch in Zukunft erhalten werden soll.

Arbeit an virtuellem Karfreitags-Kreuzweg

Eine Begehung des Kreuzweges an Karfreitag wird es aufgrund der aktuellen Corona-Krise in diesem Jahr nicht geben können. Stattdessen arbeitet der Verein zurzeit intensiv daran, eine virtuelle Begehung des Kreuzweges möglich zu machen. Nähere Informationen wird der Verein rechtzeitig bekannt geben.

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