Generalvikar Pfeffer: „Große Angst der Kirche beim Thema Homosexualität“

Bistum Essen

Klare Aussagen würden zurückgenommen und beschädigten den Papst, so Pfeffer.

Gleichgeschlechtliche Partnerschaften: Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer hat die Reaktion der vatikanischen Behörden auf eine am 22. Oktober veröffentlichte päpstliche Stellungnahme zum Thema kritisiert. „Mit aller Macht soll da offensichtlich verhindert werden, dass an der offiziellen Lehre der Kirche zur Homosexualität Zweifel aufkommen können. Was ist das für eine große Angst, die da spürbar wird!“, schreibt Pfeffer auf Facebook in Reaktion auf die Stellungnahme des Papstes und anschließend des vatikanischen Staatssekretariates.

Vatikan: Papst habe Verwirrung gestiftet

In den Aufzeichnungen zu einem Dokumentarfilm hatte Papst Franziskus gesagt: „Homosexuelle haben das Recht, in einer Familie zu leben.“ Auch sie seien Kinder Gottes, man dürfe sie nicht „hinauswerfen.“ Dann folgt der Satz: „Was wir benötigen, ist ein Gesetz, das eine zivile Partnerschaft ermöglicht. Dafür habe ich mich eingesetzt“, so Papst Franziskus.

Der Vatikan antwortete darauf, der Papst habe Verwirrung gestiftet. Verschiedene Bischofskonferenzen antworteten, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften brauchen eine staatliche Anerkennung ihrer Rechte, sie seien aber nicht mit der Ehe gleichzustellen.

Pfeffer: "Eine desaströse Art der Kommunikation"

"Für mich ist das eine desaströse Art der Kommunikation", sagte der Essener Generalvikar Pfeffer der Deutschen Presse-Agentur, „der Papst äußert sich in einem Film, der offenbar vom Vatikan autorisiert wurde. Das löst dann entsprechende Reaktionen in der Öffentlichkeit aus, und daraufhin fühlt sich der Vatikan berufen, die Aussagen des Papstes zu interpretieren, sprich: abzuschwächen." Das sei ähnlich, wie wenn Regierungssprecher Steffen Seibert im Nachhinein Aussagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel teils zurücknehmen würde. "Das wirft ein sehr schlechtes Licht auf den Vatikan und beschädigt den Papst", kritisierte Pfeffer.

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