von Thomas Rünker

Bistum Essen und Bochumer Uni trauern um Professor Hans Kramer

Verstorbener Moraltheologe prägte die Ausbildung einer ganzen Generation Theologie-Studierender und setzte sich schon früh für Veränderungen in der christlichen Sexualmoral ein. Gebürtiger Essener gehörte dem Kamillianerorden an und war auch in der Bochumer Pfarrei Peter und Paul tätig.

Das Bistum Essen, die Bochumer Ruhr-Universität und die Ordensgemeinschaft der Kamillianer trauern um den Moraltheologen Hans Kramer, der am vergangenen Dienstag im Alter von 84 Jahren gestorben ist. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2002 wirkte Kramer mehr als 25 Jahre lang als Theologie-Professor an der katholisch-theologischen Fakultät der Ruhr-Uni. „Als solcher hat er die Studierenden der Theologie einer ganzen Generation im Fach Moraltheologie gelehrt und wissenschaftlich begleitet und auf diese Weise auch das Ruhrbistum mit geprägt“, schreibt Bischof Franz-Josef Overbeck. Hans Kramer sei „ein streitbarer Theologe gewesen, der klare Worte nicht scheute. Von den Aufbrüchen des Zweiten Vatikanischen Konzils und vom Charisma des Kamillianerordens geprägt, stand er für eine menschenfreundliche christliche Moral“, so Overbeck.

An der Ruhr-Uni verweisen die heutige Inhaberin des Lehrstuhls für Theologische Ethik, Professorin Katharina Klöcker, und der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, Professor Bernhard Grümme, auf Kramers besonderes Anliegen, die christliche Sexualmoral weiterzuentwickeln. Sie erinnern an sein 1982 veröffentlichtest Buch „Ehe war und wird anders“ und betonen, Kramer könne „als ein Vorreiter einer erst Jahrzehnte später einsetzenden breiteren Debatte im Fach gelten“. Auch Klöcker und Grümme erinnern an Kramer als „Mensch, der klare Worte nicht gescheut hat, was auch seine Studentinnen und Studenten zu schätzen wussten“.

Auferstehungsamt und Beisetzung

Die Bochumer Pfarrei feiert das Auferstehungsamt für Kramer am Mittwoch, 12. Mai, um 11 Uhr in der Propsteikirche St. Peter und Paul. In der Kirche ist die Zahl der Plätze coronabedingt stark eingeschränkt, zudem ist eine FFP2- oder OP-Maske während des Gottesdienstes Pflicht. Nach der Messe erfolgt die Urnenbeisetzung auf der Priestergruft des Bochumer Friedhofs Freigrafendamm auf Wunsch des Verstorbenen im engsten Kreis

Kramer wurde am 18.12.1936 in Essen geboren und trat 1956 in das Noviziat der Kamillianer ein. Vier Jahre später legte er die feierliche Profess ab und wurde 1962 zum Priester geweiht. In Österreich und Münster studierte Kramer Philosophie und Theologie, bevor er im Zuge eines Promotionsstudiums im Fachbereich Moraltheologie 1970 an der Uni Freiburg zum Doktor der Theologie promoviert wurde. Im selben Jahr wurde er im Kamillianerorden zum Novizenmeister ernannt und arbeitete in der Folge als wissenschaftlicher Assistent. Im Jahr 1974 folgte seine Habilitation, bevor er 1976 den Bochumer Lehrstuhl für Moraltheologie übernahm.

Auch nach seiner Emeritierung war Kramer als Priester in der Bochumer Gemeinde St. Liborius in der heutigen Pfarrei Peter und Paul in Bochum tätig. „Gemeinsam mit der Ordensleitung der Kamillianer fühle ich mich als Bischof dem Verstorbenen in besonderer Weise verbunden und danke ihm für seinen engagierten Dienst im Bistum Essen“, schreibt Overbeck.

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