von Thomas Rünker

Arm des Mataré-Engels: Versicherung lobt Belohnung aus

Auch gut zwei Monate nach seinem Verschwinden fehlt vom goldenen Arm der Engelsfigur auf dem Essener Bischofshaus nach wie vor jede Spur. Jetzt verspricht eine Versicherung 2500 Euro Belohnung für die Rückgabe.

Nachdem vor gut zwei Monaten wohl eine Sturmböe den Arm des goldenen Engels auf dem Dach des Essener Bischofshaus abgebrochen hat, fehlt von dem markanten Teil des Kunstobjekts am Dom weiter jede Spur. Nun hat eine Versicherung eine Belohnung ausgelobt, um mögliche Finder doch noch zur Rückgabe zu bewegen. Wer den rund 30 Zentimeter langen, mit Blattgold verzierten Bronze-Arm des sogenannten Mataré-Engels zur Essener Domschatzkammer bringt, erhält von der Versicherung 2500 Euro. 

Wachend und ein wenig mahnend steht der goldglänzende Engel von Ewald Mataré seit 66 Jahren über dem Portal des heutigen Bischofshauses am Essener Burgplatz. Bereits Ende März, am Samstag vor Palmsonntag, war Bischof Franz-Josef Overbeck der Verlust hoch auf dem Dach seines Hauses aufgefallen. Anschließend wurden Dach und Umgebung des Bischofshauses intensiv abgesucht – doch der Arm des Engels blieb verschwunden.

Emotionaler und künstlerischer Wert für Stadt und Bistum Essen

Info: Ewald Mataré

Der 1887 in der Nähe von Aachen geborene Ewald Mataré gilt als einer der wichtigsten Künstler der Klassischen Moderne in Deutschland. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert, übernahm er 1948 eine Bildhauerklasse an der Kunstakademie Düsseldorf. Insbesondere ab 1947 erhielt Mataré zahlreiche kirchliche und öffentliche Aufträge und gestaltete zum Beispiel das Westfenster des Aachener Doms, die Bronzetüren für das Südportal am Kölner Dom, das Domportal in Salzburg oder die Portale der Weltfriedenskirche in Hiroshima. 1965 starb Mataré.

Schatzkammer-Leiterin Andrea Wegener und Dombaumeister Ralf Meyers haben dennoch die Hoffnung nicht aufgegeben, dass der Arm doch noch seinen Weg zurück zum Bischofshaus findet. „Der Materialwert dürfte zu vernachlässigen sein“, sagt Wegener. „Vielmehr hat der Engel – und gerade der ausgestreckte Arm – für unser Bistum und für die Stadt Essen einen unschätzbaren emotionalen und künstlerischen Wert“, betont die Kunsthistorikerin. Wegener und Meyers hoffen, dass nun die von der Versicherung ausgelobte Belohnung auch mögliche Finder zur Rückgabe motivieren kann, die den Arm in den vergangenen Wochen vielleicht als „Trophäe“ versteckt haben.

Taucht der Arm wieder auf, könne man ihn mit fachkundiger Unterstützung von Metallgestaltern wieder an Matarés Figur anbringen, ist Wegener zuversichtlich. Sie steht bereits mit verschiedenen Unternehmen in Kontakt sowie mit dem Museum Kurhaus in Kleve, das den Nachlass des 1965 verstorbenen Künstlers Ewald Mataré verwaltet – darunter auch eine Kopie des Essener Engels. Wegener betont: „Wir werden den Mataré-Engel auf jeden Fall reparieren. Aber am schönsten wäre es, wenn der verschwundene Arm des Engels wieder auftaucht.“

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