von Adveniat

Adveniat: „Ein Armuts-Tsunami hat Lateinamerika schwer getroffen“

Hilfswerk zieht Bilanz für das Jahr 2021. Leid und Hunger der Menschen in Lateinamerika dürfe auch angesichts des „schrecklichen Angriffskrieges auf die Ukraine“ nicht vergessen werden, sagte Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck.

„Lateinamerika ist zurück auf der Weltkarte des Hungers.“ Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck hat bei der Bilanzpressekonferenz des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat darauf hingewiesen, wie verheerend sich bis heute die Corona-Pandemie auf die Menschen in Lateinamerika auswirkt. Die Adveniat-Partnerinnen und -Partner setzten sich bis zur Erschöpfung für die Armen ein. Deren Leiden und Hungern dürfe auch angesichts des „schrecklichen Angriffskrieges auf die Ukraine“ nicht vergessen werden. „Die Corona-Pandemie zeigt, dass Gesundheit und Gesundheitsschutz Themen von globaler Bedeutung sind und darum auch global betrachtet werden müssen. Deshalb sei es nur folgerichtig, dass Adveniat die kommende bundesweite Weihnachtsaktion der Katholischen Kirche unter das Motto ‚Gesundsein fördern‘ gestellt hat, so Overbeck.

10 Millionen Euro als Nothilfe für für Lebensmittel und Hygieneartikel

„Ein Armuts-Tsunami hat Lateinamerika im vergangenen Jahr schwer getroffen“, so die Bilanz des Adveniat-Hauptgeschäftsführers Pater Martin Maier. Die Ursachen: Gewalt, kriminelle Staatsführung in vielen Ländern, Extremwetter-Ereignisse infolge des vom Menschen verursachten gefährlichen Klimawandels und Ernteausfälle sowie die Corona-Pandemie. Die Folgen: Unvermindert machen sich Flüchtlingstrecks mit tausenden Verzweifelten auf den Weg in Richtung Norden und in ganz Lateinamerika suchen Menschen im Müll nach Essensresten. „Adveniat hat seit Ausbruch der Corona-Pandemie seinen Partnerinnen und Partnern in Lateinamerika allein für Lebensmittel und Hygieneartikel 10 Millionen Euro in rund 580 Projekten zur Verfügung gestellt, um die ärgste Not zu lindern“, sagte Pater Maier und stellte klar: Das Lateinamerika-Hilfswerk setzt sich weiterhin für einen gerechten Zugang zu Impfstoff-Patenten für ärmere Länder ein. In Guatemala seien beispielsweiseAnfang April fast zwei Drittel der Bevölkerung nicht geimpft gewesen. Nicht weil sie nicht wollten, sondern weil Impfdosen fehlen und das marode Gesundheitssystem seine Menschen nicht schütze.

Medizinische Hilfe für Arme durch Gemeindemitglieder, Ordensleute und Priester

Für Adveniat-Geschäftsführerin Tanja Himer liegt es angesichts dieser dramatischen Lage auf der Hand die Gesundheitsversorgung in Lateinamerika zum Aktionsthema zu machen. „Jedes zweite Kind in Guatemala ist unterernährt. In Bolivien lassen engagierte Gemeindemitglieder, Ordensleute und Priester den Armen medizinische Hilfe zukommen und retten nicht nur in der Corona-Pandemie Leben“, erläuterte Himer die Gründe, die kommende Adveniat-Weihnachtsaktion unter das Motto „Gesundsein fördern“ zu stellen. Lateinamerika befinde sich in einer dramatischen humanitären Krise. „Dank unserer Projektpartnerinnen und -partner durchbrechen wir die Spirale von mangelnder Gesundheitsversorgung, Hunger und Armut. Gesundheitshelfer werden ausgebildet, sie besuchen Kranke und Familien. Kirchliche Krankenhäuser und Gesundheitsstationen sind die Hoffnung der Armen.“

Menschen spenden auch außerhalb der Weihnachtsmessen für Adveniat

Angesichts der Corona-Pandemie und ihrer Folgen zog die Adveniat-Geschäftsführerin für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 eine Bilanz, die sich durchaus sehen lasse könne. „Obwohl viele Weihnachtsgottesdienste ausgefallen sind oder nur von wenigen besucht wurden, konnten wir auf die hohe Spendenbereitschaft unserer Spenderinnen und Spender zählen“, berichtete Himer. Die Einnahmen aus den Sammlungen in den Weihnachtsgottesdiensten hätten sich zwar auf 11,95 Millionen nahezu halbiert. Dennoch sei es gelungen, den Rückgang der Gesamteinnahmen aus Kollekten, Zuwendungen und Spenden auf zehn Prozent zu begrenzen: von 48,61 Millionen Euroim Geschäftsjahr 2020 auf 43,67 Millionen Euro 2021. „Der Höchststand bei den Einzelspenden in Höhe von 19,65 Millionen Euro und der Weiterleitungsspenden in Höhe von 2,5 Millionen Euro bedeutet einen Zuwachs von 6,4 Millionen Euro. Es ist uns also gelungen, in der Corona-Pandemie mit Kreativität und neuen Formaten unsere Spenderinnen und Spender auch außerhalb der weihnachtlichen Gottesdienste zu erreichen“, betonte die Adveniat-Geschäftsführerin. „Dank dieser Solidarität konnten wir 1.500 Projekte mit 29,3 Millionen Euro in Lateinamerika und der Karibik fördern.“

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