Vom Wandern und Wundern

Elf junge Erwachsene zwischen Ausbildung, Job und Zukunft investierten einen Samstag im Jugendhaus St. Altfrid. Ihr Ziel: Gedanken, Gefühle und Zukunftswünsche kennenlernen und niederschreiben.

Ihre Suche nach „irgendwas – wenn ich nur wüsste, was ich suche“ führte elf junge Erwachsene zwischen 20 und Mitte 30 am Samstag, 29. Juli, in das Jugendhaus St. Altfrid des Ruhrbistums im Essener Süden. Im Gepäck hatten sie innere Unruhe, viele Fragen nach dem Woher und Wohin ihres Lebens und den Willen, einen ganzen Samstag zu investieren. Das Ziel: sich selbst, die eigenen Gedanken, Gefühle und Zukunftswünsche etwas besser kennenzulernen und niederzuschreiben.

Steffi Gruner (39), Referentin für junge Erwachsene in St. Altfrid, und Hanna Buiting (25), Berliner Autorin und Journalistin, hatten unter dem Titel „Vom Wandern und Wundern in Worten“ zu diesem neuen Format der „Wort-Werkstätten“ eingeladen. „In der Ausschreibung für diesen Tag haben wir das Gefühl angesprochen und die Sehnsucht formuliert, die viele junge Menschen haben, ohne genau zu wissen, was sie eigentlich suchen“, sagte Steffi Gruner. Autorin Hanna Buiting ist es wichtig, keinen Schreiblehrgang anzubieten, sondern die Teilnehmer zu ermutigen, eigene Ideen in Worte zu fassen – egal, ob Wortkärtchen zusammengelegt werden oder ein individueller Tagebucheintrag entsteht. Und so wurde viel geschwiegen, allerhand geschrieben und viel Persönliches besprochen in der geschützten Runde zwischen Menschen, die sich im Alltag nicht wiedersehen werden.

„Manchmal ist es leichter, offene Flanke zu zeigen, wenn man die Zuhörer nicht kennt“, findet Katharina (31), die beruflich in der kirchlichen Jugendarbeit tätig ist und in dem Tag für sich eine willkommene Gelegenheit zum Nachdenken sah: „Du bist nicht allein mit deinen Fragen. Man kann sie teilen.“

Für Referentin Steffi Gruner war der Tag ein Versuch, jungen Erwachsenen Gelegenheit zur Orientierung zu geben, ohne als kirchlicher Veranstalter mit der Tür ins Haus zu fallen und die Lebensdeutung gleich mit zu servieren. „Zuhören, Mitgehen, Raum für Sehnsucht und Entdeckerlust geben – das ist ein Teil der Arbeit in St. Altfrid, die derzeit in der Aufbauphase ist“, so Gruner. Tatsächlich hat fast keiner der elf Teilnehmer – zehn Frauen und ein Mann –, die sich von diesem Angebot ansprechen ließen, derzeit Kontakt zur Kirche und zu klassischer kirchlicher Jugendarbeit und stattdessen „irgendwie über Facebook“ davon erfahren. Eher herrschte das Gefühl vor, „irgendwie nicht so recht reinzupassen“ in bestehende Kirchenstrukturen. „Aber trotzdem“, berichtet Hanna Buiting, „sagten fast alle, Gott sei eine feste Größe für sie, ein Wegbegleiter ihres Lebens.“

Lea (21), die sich für ein Architekturstudium in Dortmund entschieden, aber persönlich einen ganzen Sack offener Fragen hat, hat einen Segen für sich selbst niedergeschrieben, der ihr mit einigem zeitlichen Abstand zugeschickt werden wird. Andere haben einen freundlichen oder auch kritischen Brief geschrieben an Gott, der eine Wohnung in der Nachbarschaft bezieht. Am Ende nahm jeder eine Sammelmappe mit seinen Eindrücken des Tages mit nach Hause „und so viele berührende Eindrücke“, so Lea, „dass ich das erst mal sacken lassen muss“.  

Noch gibt es keinen Termin für einen weiteren Tag „Vom Wandern und Wundern“. Informationen gibt Steffi Gruner auf der Homepage www.altfrid.de.

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Stefanie Gruner


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