Vier Frauen im Bistum Essen absolvieren Karriereprogramm

Das bundesweite Förderprogramm für Führungskräfte der katholischen Kirche haben vier Frauen im Bistum Essen erfolgreich beendet.

Vier Mitarbeiterinnen des Bistums Essen haben das Programm „Kirche im Mentoring: Frauen steigen auf“ erfolgreich abgeschlossen. Vor einem Jahr waren Claudia Bürgener, Bauingenieurin, Katarzyna Paczynska-Werner, Jugendreferentin, Magdalena Twarowska, Referentin für die Umnutzung von Kirchenimmobilien, und Andrea Wegener, Leiterin der Domschatzkammer, im Bistum Essen mit ihren Mentoren in das Karriereprogramm gestartet.

Ein Jahr lang begleiteten die Mentoren Judith Wolf, neue Direktorin der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“, Rita Hövelmann, Geschäftsführerin der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung, Dirk Filzen, Leiter des Jugendhauses St. Altfrid, und Ulrich Fischer, Geschäftsführer des Dienstleistungsverbunds der Kirchengemeinden, die vier Frauen und teilten ihre Tipps und Erfahrungen aus dem eigenen Berufsalltag. Auch in Seminaren lernten die Mentees wichtige Grundlagen für Führungskräfte kennen.

Eigene Projekte zukunftsfähig planen und umsetzen

Während des Karriereprogramms hatten die Frauen in ihren Arbeitsbereichen Projekte geplant und umgesetzt, die sie auch in Zukunft weiterführen wollen. Katarzyna Paczynska-Werner etwa hat es sich zum Ziel gesetzt, Jugendbeauftragte in den Gemeinden zu etablieren und deren Netzwerk bis auf die Diözesanebene zu sichern. Mit ihrem Projekt “Jugend in den muttersprachlichen Gemeinden im Bistum Essen“ konnte sie die Ansprechpartner bereits erfolgreich einsetzen, etwa in der syrisch-katholischen Gemeinde in Heilig Kreuz oder der afrikanisch-englischen Gemeinde in St. Gertrud, beide in Essen. Es ist ein Projekt, dass Paczynska-Werner auch aufgrund ihres eigenen Migrationshintergrunds mit Leidenschaft vorantreibt. „Etwa 25 Prozent aller Katholiken im Bistum Essen haben Migrationshintergrund, mich inbegriffen. Deshalb liegt es mir sehr am Herzen, dass gerade in der Jugendpastoral die interkulturelle Öffnung vorangetrieben wird“, sagt sie.

Claudia Bürgener wählte ein Thema, das nicht unmittelbar mit ihrer Arbeit  im bautechnischen Bereich für das Bistum Essen zu tun habe, aber sie in ihrer Projektarbeit immer wieder beschäftige: "Kriterien als Maßstab von Entscheidungen". „Besonders in fachfremden Projekten ist es schwierig, neben objektivierbaren Fakten weitere Kriterien zu finden, die den Entscheidungsprozess beeinflussen und am Ende zu guten Entscheidungen führen“, sagt sie. In einer Interviewreihe befragte sie interne Führungskräfte nach Entscheidungsprozessen und -kriterien und wertete sie aus.

„Erfahrungen haben mich nachdenklich gemacht“

„Dom und Domschatz bewahren einzigartige Kunstwerke von Weltrang. Vor diesem Hintergrund ist mein Pilotprojekt ‚Kultur macht stark! Kitas und Schulen in Dom und Domschatz‘ entstanden. So möchte ich Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter rund um den Innenstadtkern unkompliziert und kostenfrei kulturelle Teilhabe ermöglichen“, erklärt Andrea Wegener ihr Projekt. Voraussetzung von kultureller Bildung sei das Interesse an ihr. Deshalb sei es wichtig, dass Kinder Kultureinrichtungen schon früh kennenlernen. Bei Führungen für beheimatete und geflüchtete Kinder will die Leiterin der Domschatzkammer den Austausch über Kultur und Glauben fördern.

Magdalena Twarowska-Janus vermittelt als Referentin für die Umnutzung von Kirchenimmobilien unter anderempotenzielle Partner, Nutzer, Investoren oder Bauträger. „Die Erfahrungen mit Konfliktsituationen in meinem Tätigkeitsfeld haben mich sehr nachdenklich gemacht. Wir neigen oft dazu, Konflikte nicht offen anzusprechen, weil wir glauben, hierdurch erst recht einen Konflikt auszulösen. Aber das ist oft erste Fehler, der in der Regel erst zu Konfliktsituationen führt“, sagt sie. Ihr Projekt ist ein Leitfaden, durch den sie sich auf mögliche Konflikte besser vorbereiten, reagieren oder sie vorbeugen kann. Diesen Leitfaden für Konfliktgespräche will sie in Zukunft anhand ihrer eigenen Erfahrungen weiterschreiben- und entwickeln.

„Frauen in Führung sind aus der Kirche nicht mehr wegzudenken“

"Das Mentoring-Projekt hatte für mich persönlich einen besonderen Wert. Ich habe die Chance bekommen, durch Seminare und meinen Mentor einen umfassenden Blick auf ‚Führung in der Kirche‘ zu bekommen“, sagt Katarzyna Paczynska-Werner rückblickend. "Ich finde Frauen in Führung sind aus der Kirche nicht mehr wegzudenken. Deswegen freut es mich besonders, dass das Bistum Essen das Programm anbietet“. Andrea Wegener schätzt neben den Gesprächen mit ihrer Mentorin Judith Wolf auch ihr neues Netzwerk sowie Seminare von eigener Profilbildung bis zum Medientraining. „Das Programm hat mir einen sehr wertvollen Einblick in die Arbeit meiner Mentorin gegeben. Wir haben uns regelmäßig in ihrem Arbeitsumfeld getroffen und meine Fragen und Themen im Kontext von "Führung" besprochen“, sagt Claudia Bürgener. Sie wird sich auch in Zukunft weiter mit ihrer Mentorin Rita Hövelmann treffen. Die geknüpften Kontakte aus dem einen Jahr aufrechterhalten möchte auch Magdalena Twarowska-Janus: „Ich fand es interessant, Frauen aus anderen Bistümern kennenzulernen. Dieses Netzwerk wollen wir weiter pflegen.“

Bundesweit haben 33 Frauen aus 14 (Erz-)Bistümern, zwei Caritasverbänden und dem Hilfswerk Misereor das Mentoring-Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“, beendet. Das Karriereprogramm zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen in der katholischen Kirche wird seit 2016 vom Hildegardis-Verein in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz für die deutschen Bistümer durchgeführt, seitdem ist auch das Bistum Essen mit dabei. Es zielt darauf ab, Frauen zu ermutigen, eine Führungsposition innerhalb der katholischen Kirche zu übernehmen.

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