Ministerpräsident Laschet stellt sich im Mariengymnasium Schülerfragen

Auf Einladung der Schülervertreter diskutierte der Regierungschef am Montag in der bischöflichen Schule in Essen-Werden eine Stunde lang über verschiedenste Politikfelder. Anschließend besuchte Laschet die Ludgerus-Basilika.

Fragen zu den verschiedensten Politikbereichen

Einblicke in den Alltag des Ministerpräsidenten

Nach der Diskussion besuchte Laschet die Ludgerus-Basilika

Wenn es darum geht, Wahlversprechen zu halten, kann sich künftig mancher Politiker Nachhilfe am Werdener Mariengymnasium holen. Die aktuellen Schülervertreter waren seinerzeit mit dem Versprechen angetreten, hochkarätig besetzte Podiumsdiskussionen an die bischöfliche Schule zu holen. Und nachdem sie im vergangenen Sommer bereits den damaligen Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) begrüßen konnten, war gestern dessen Parteikollege und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet der Einladung von Lennard Kelbch, Gioia Belverato Fonseca und Ole Düsterhöft gefolgt. „Wenn Bischöfliche Schulen mir schreiben, werde ich immer schwach“, erklärte der Regierungschef, warum er trotz vollen Terminkalenders zugesagt hat. Gewissermaßen war sein Auftritt vor den Neun- bis Elftklässlern im vollbesetzten „Forum“ der Schule, an dem auch der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen teilnahm, ein Heimspiel: Laschet selbst machte 1981 sein Abitur am Bischöflichen Pius-Gymnasium in Aachen.

„In der kirchlichen Jugendarbeit, habe ich manchmal mehr gelernt als in der Schule“

Souverän führte Oberstufenschüler Kelbch Laschet anhand der vorab von Mitschülern zusammengestellten Fragen durch aktuelle wie allgemeine Politikfelder, fragte nach Antisemitismus (Laschet: „Der war auch in den vergangenen 70 Jahren da“), Wahlrecht mit 16 („Wählen soll der, der volljährig ist“), Inklusion („Wir wollen gute Förderschulen erhalten und so viele Kinder wie möglich in Regelschulen unterrichten.) – und Laschets eigenem Weg in die Politik. „Politisches Interesse war eigentlich immer schon da“, bekannte der 57-Jährige und erzählte von seinen Engagements in der Schülerzeitung, der Schülervertretung, dem Dritte Welt Kreis – und in der kirchlichen Jugendarbeit, „da habe ich manchmal mehr gelernt als in der Schule“, so Laschet. Ein Leben als Berufspolitiker, das könne man nicht planen, „das braucht viele glückliche Umstände“.

Laschet bemühte sich geduldig, bei dem Parforceritt von Innerer Sicherheit bis Bildungspolitik möglichst viele Schüler mitzunehmen, schob in seine Antworten Erläuterungen ein und gewährte immer wieder Einblicke in den Alltag eines Landesvaters: „Am Mittwoch zum Beispiel bin ich erst morgens beim Games Gipfel in Düsseldorf. Dann tagt die RAG-Stiftung auf Zeche Zollverein in Essen. Abends eröffne ich gemeinsam mit dem Bundespräsidenten in Münster den Katholikentag – bevor ich ganz schnell wieder nach Aachen muss, wo der französische Präsident Emmanuel Macron eintrifft, der dort am Donnerstag den Karlspreis erhält.“

„Nicht den Verdacht nähren, dass man mit dem Kreuz vor Wahlen punkten will.“

Auf die Frage nach einer Kreuz-Pflicht für Behörden nach bayerischem Vorbild betonte Laschet: „Religion soll bei uns im öffentlichen Raum stattfinden“. Doch dies sei „bei uns gut geregelt und braucht keine Änderung“. Er warnte zudem davor „den Verdacht zu nähren, dass man mit dem Kreuz vor Wahlen punkten will“.

Beim Thema G8 oder G9 erlaubte sich Laschet die Frage an die Schüler, welches System sie besser fänden. Die überwältigende Mehrheit der Jungen und Mädchen für G9, die jedoch alle noch regulär nach acht Jahren ihr Abitur machen, dürfte Laschet einmal mehr in seinem Kurs pro G9 bestätigt haben. Ab dem Schuljahr 2019/2020 bereiten Gymnasien ihre Schüler regulär wieder neun und nur in Ausnahmefällen acht Jahre lang auf das Abitur vor. „Die Idee ist, Ruhe an die Schulen zu bekommen und statt der Struktur-Debatten endlich wieder über Qualität zu reden.“

Besuch in der Ludgerus-Basilika

Das Pausenklingeln beendete die Diskussion, die nach den vorbereiteten Fragen von Lennard Kelbch noch zahlreiche Schülerinnen und Schüler mit eigenen Beiträgen ergänzten. Laschet nutzte anschließend die Gelegenheit für einen Besuch der benachbarten Ludgerus-Basilika, bei dem ihm die Leiterin der Schatzkammer St. Ludgerus, Andrea Wegener, und der Werdener Propst Jürgen Schmidt die Besonderheiten des über 1000 Jahre alten Gotteshauses erläuterten. Und die Schülervertretung? Die hat schon wieder neue Einladungen an Prominente verschickt und hofft, bald zu einer neuen Diskussion in ihre Schule einladen zu können.

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