Gedenkfeier für Rudi Assauer in St. Urbanus

Ökumenischer Gottesdienst für den verstorbenen Schalke-Manager in Gelsenkirchen-Buer. Politiker, Spieler, Trainer und Weggefährten erinnern an eine „kantige, ehrliche Persönlichkeit mit dem Herz am rechten Fleck“.

1000 Gottesdienstbesucher in der Propstei St. Urbanus in Gelsenkirchen

Zahlreiche Prominente aus "Fußball-Deutschland"

Ministerpräsident Armin Laschet würdigt Rudi Assauer

Ex-Trainer Huub Stevens hält bewegende Rede

Nur drei Farben kennt die Propsteikirche St. Urbanus an diesem Freitag: Königsblau, weiß und schwarz. Die meterhohen Schalke-Fahnen im Seitenschiff tragen Trauerflor, die Gottesdienstbesucher schwarze Krawatten oder blauweiße Schals. Viele haben sich auf den Weg in die Propstei gemacht, noch mehr verfolgen in der Arena AufSchalke den Gottesdienst auf einer Leinwand. Auf den rund 1000 Plätzen in der Kirche sitzen Familienangehörige von Rudi Assauer, die Mannschaft, das Management. Aber auch viele Weggefährten: Manager anderer Bundesliga-Vereine, Ex-Spieler und Trainer von Schalke 04, Politiker. Dahinter hunderte von Fans, darunter Schüler, Senioren, Männer, Frauen. Mit Sneakers und mit Lederschühchen, mit Fan-Kutte oder Mantel, mit Dauerwelle oder glatt gegelten Haaren. Ein Querschnitt durch Gelsenkirchen. Oder, mit den Worten von Clemens Tönnies, Schalke-Aufsichtsratsvorsitzender: „Ein Abschied, den unser Rudi verdient hat.“

Vorne am Altar ein Meer aus Blumenkränzen mit Schleife. Mittendrin ein lebensgroßes Portrait von Rudi Assauer: Den UEFA-Pokal geschultert, die Markenzeichen-Zigarre lässig zwischen den Zähnen. Wie Assauer auf dem Schwarz-Weiß-Foto, blicken heute auch seine Weggefährten zurück, die aus ganz Deutschland nach Gelsenkirchen gekommen sind. Huub Stevens, langjähriger und erfolgreicher Trainer zu Zeiten Assauers auf Schalke, erinnert sich an einen „positiv Verrückten“, der Liebe und Vertrauen an seine Mitarbeiter weitergegeben habe. „Danke Assi. Ich hoffe, du hast jetzt deine Ruhe und deinen Frieden“, beendete der 65-jährige Trainer seine Rede, den eine enge Freundschaft zu Rudi Assauer verband.

Zur Person: Rudi Assauer, 1944 im Saarland geboren, wuchs in Herten auf und wechselte 1964 von der SpVgg Herten als Fußball-Spieler zu Borussia Dortmund, wo er unter anderem den Europapokal der Pokalsieger gewann. Bis zu seinem Tod war Assauer Mitglied des BvB. Über Werder Bremen, wo er 188 Bundesliga-Spiele bestritt, kam er schließlich für insgesamt 18 Jahre als Manager nach Schalke. Dort gewann er den UEFA-Pokal mit den sogenannten Euro-Fightern, die bei der Gedenkfeier ebenfalls anwesend waren, und wurde zweimal Pokalsieger. Rudi Assauer war zweimal verheiratet und Vater von zwei Töchtern. 2012 machte er seine Alzheimer-Erkrankung öffentlich, an deren Folgen er am 6. Februar 2019 im Alter von 74 Jahren starb.

Propst Markus Pottbäcker würdigte Rudi Assauer in seiner Begrüßung zu Beginn des Gottesdiensts als Kind des Ruhrgebiets. „Persönlichkeiten dieser Art gibt es nicht mehr viele.“ Ministerpräsident Armin Laschet lobte Assauer als einen Menschen, der „Erfolg und Bodenständigkeit in einer Person vereinte.“ Er erinnerte aber auch an Assauers Alzheimer-Erkrankung: „Sportliche Triumphe in der Öffentlichkeit feiern: Das können viele. Aber eine solche Krankheit öffentlich machen, das können nur wenige. Das war ein Abschied mit Stil.“

Neben all der Trauer, die während des Songs „I did it my way“ und während des Schalke-Hymne „Blau und weiss“ besonders greifbar wurde und zahlreiche Gäste zu Tränen rührte, war auch Platz für Gelächter. Besonders Dieter Burdenski, ehemaliger Torhüter bei Werder Bremen, erzählte Anekdoten aus seiner Zeit mit Rudi Assauer als Trainer und Manager.

„Wir können von ihm lernen, das Leben anzupacken, mehr auf die Menschen zu schauen und ihnen mit einem hörenden Herz zu begegnen“, erinnert sich der evangelische Pfarrer Hans-Joachim Dohm an den Menschen Rudi Assauer. In seiner Zeit als Pfarrer in der Kapelle in der Schalke-Arena habe er Assauer als „schnörkellos und ehrlich“ kennengelernt. „Er kannte nur Schwarz und Weiß. Grau war bei ihm verpöhnt“, sagte Dohm zum Ende seiner Ansprache in der Propsteikirche.

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