von Thomas Rünker

„Denkbar“ sorgt in ehemaliger Kirche für Aufbruchstimmung

Vierte Auflage der Diskussions-Veranstaltung über innovative Gemeinde-Ideen stellt die Zukunftsbild-Projekte des Bistums Essen in den Mittelpunkt

Rund 200 Leute, fetzige Musik und ein spektakulär beleuchteter Kirchenraum, der schon für sich ein eigener Programmpunkt ist: „An diesem Ort können Sie erkennen, wie sich Kirche verändert hat – und noch verändert wird“, begrüßt Michael Dörnemann, Pastoral-Dezernent im Ruhrbistum, am Mittwochabend die vielen ehrenamtlich Engagierten aus Kirchengemeinden an Rhein, Ruhr und Lenne zum vierten „Denkbar“-Abend. In der früheren katholischen Eventkirche „Lighthouse“ in Essen-Frohnhausen stehen an diesem Abend die Veränderungsprozesse im Bistum Essen auf der Agenda – und die Frage, wie sich diese verschiedenen Aufbrüche in die Zukunft gut miteinander in Verbindung bringen lassen.

Über 1000 Katholiken seien derzeit in den 42 Pfarreien des Ruhrbistums in den Pfarreiprozessen aktiv, berichtet Dörnemann und zeigt sich erfreut und begeistert über das Engagement so vieler Menschen, „denen unsere Kirche nicht egal ist“. Bis zum Jahresende sind die Teams in allen Bistums-Pfarreien aufgefordert, Bischof Franz-Josef Overbeck ein Konzept vorzulegen, wie sie im Jahr 2030 unter deutlich veränderten gesellschaftlichen Bedingungen Kirche sein wollen. Parallel dazu arbeitet das Bistum seit 2015 an 20 Projekten auf Basis seines Zukunftsbilds, die exemplarisch und sehr konkret zeigen sollen, wie die katholische Kirche künftig Menschen erreichen kann.

Kostproben christlicher Pop-Musik

Ein Zukunftsbild-Projekt können die „Denkbar“-Gäste den ganzen Abend über live genießen: Die Projektgruppe „Popkantoren“ gibt immer wieder Kostproben moderner christlicher Pop-Musik, die ab dem Frühjahr zwei professionelle Musiker den Gemeinden in Workshops, Konzerten und Gottesdiensten näher bringen werden. Zudem können die „Denkbar“-Gäste an Infoständen überall in der Kirche mit Vertretern der weiteren Zukunftsbild-Projekte ins Gespräch kommen. Dort erfahren sie, wie die neuen Segnungsgottesdienste für Babys funktionieren, wie Gemeinden freundlich und einladend auf ihre Gäste wirken, dass das Ruhrbistum an einem eigenen Pilgerweg arbeitet, und warum die Kirche seit einer Woche in einer Online-Umfrage unter anderem ehemalige Mitglieder um ihre Meinung bittet. Überall steht die Frage im Fokus, welche Ideen sich künftig vielleicht auch in einzelnen Kirchengemeinden umsetzen lassen.

Kirche lädt alle ein, so zu kommen wie sie sind.

Dass die Kirche bei allen wichtigen Veränderungsprozessen einen essentiellen Schatz hat, den es zu bewahren gilt, macht Gastredner Pater Abraham Fischer aus der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede deutlich: „Kirche ist der einzige und der letzte Ort in der Gesellschaft, der alle einlädt, so zu kommen wie sie sind.“

Umfrage: Was muss die Kirche beim Aufbruch bedenken?

Wort Gottes für jeden Gottesdienst-Teilnehmer

Ein Aufbruch ganz besonderer Art beendet diesen ungewöhnlichen Diskussionsabend. Liturgie-Referentin Nicole Stockhoff und Pastoralassistent Mark Bothe laden zum Abschluss zu einer Wort-Gottes-Feier ein – ein Gottesdienst, in dem neben Musik und Gebet die Lesung aus der Bibel zentral im Mittelpunkt steht. So zentral, dass es für die Besucher nicht beim Hören bleibt: Wie in der Messe kommen am Ende alle Gottesdienst-Teilnehmer nach vorne, erhalten dort jedoch ein Wort Gottes – persönlich von Stockhoff oder Bothe zugesprochen und auf einem kleinen Kärtchen gedruckt zum Mitnehmen. Auch diese und andere alternative Gottesdienstformen zu entwickeln und bekannter zu machen, ist eines der Zukunftsbild-Projekte.

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