Bischof Overbeck: Christen sollen „Mauern niederreißen für die Liebe“

Beim deutschen Fronleichnamsfest im Vatikan rief der Ruhrbischof zum Einsatz für eine Welt des Friedens, ohne Mauern und Schranken auf. Overbeck war am Samstag Gast der Prozession am Campo Santo Teutonico in Rom.

Zusammen mit fast 1000 Teilnehmern hat Bischof Franz-Josef Overbeck am Samstagabend in den Vatikanischen Gärten in Rom einen Gottesdienst zum Fronleichnamsfest gefeiert. In seiner Predigt rief er zum Einsatz für eine Welt des Friedens, ohne Mauern und Schranken auf. Die Eucharistie als Gemeinschaft mit Christus sei auch eine „Schule des Gewissens, der tätigen Nächstenliebe, der Mission“. Dazu seien die Christen aufgerufen, „so gut wir das können“.

Die Gegenwart Christi unter den Menschen sei das Fundament christlichen Lebens und der Kirche, sagte Overbeck. Nur so könne sie den Kern des Glaubens, die Liebe, glaubwürdig verkünden. Dazu gelte es einerseits, „Wege der Einheit unter den Christen zu finden – theologisch verantwortet und unter dem Primat der Seelsorge“. Andererseits müssten die Christen sich für Einheit unter den Menschen einsetzen, „Mauern niederreißen für die Liebe“, ohne dass dabei die jeweilige Heimat und eigene Identität zu kurz kämen.

An der Feier nahmen unter anderem drei Chöre aus Österreich und drei Musikgruppen aus Deutschland teil. Seit 2013 gibt es, organisiert von der Erzbruderschaft des Campo Santo, die Tradition eines Fronleichnamsgottesdienstes deutschsprachiger Katholiken im Vatikan. Gefeiert wird er an der Lourdes-Grotte auf dem Vatikanischen Hügel. Die abschließende Fronleichnamsprozession führt von dort hinunter zum Kolleg des Campo Santo Teutonico. Ursprünglich meint Campo Santo Teutonico nur den „deutschen Friedhof“ auf dem exterritorialen Gelände im Vatikan. Heute ermöglicht das angeschlossene Priesterkolleg Priestern und Priesteramtskandidaten aus dem deutschsprachigen Raum in Rom zu wohnen und zu studieren. Zudem widmen sich die Einrichtungen des Campo Santo Teutonico neben dem Totengedenken der Pflege des deutschsprachigen Gottesdienstes, der Betreuung von Pilgern und der Sorge für Bedürftige und Kranke.

Offizieller Termin des Hochfestes des Leibes und Blutes Christi, wie Fronleichnam offiziell heißt, ist der zweite Donnerstag nach Pfingsten. Vielerorts – so auch in Rom – wird das Fest aber an dem darauf folgenden Wochenende begangen. Das im Mittelalter entstandene Fest erinnert und feiert die Gegenwart des auferstandenen Christus in den Gaben von Brot und Wein in der Eucharistiefeier.

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