44. Aussiedler-Wallfahrt nach Kevelaer mit Bischof Overbeck

Ruhrbischof predigte zum Thema Heimat: „Gott zeigt uns nicht nur, wo wir herkommen sondern auch, wohin wir gehen“.

Der Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck hat in Kevelaer gemeinsam mit Aussiedlern und Vertriebenen, die nun im Bistum Essen leben, einen festlichen Gottesdienst gefeiert. Bereits zum 44. Mal hatten sich die Aussiedler am 16. Juni auf den Weg zur Gottesmutter gemacht, wie Pfarrer Gregor Myrda anmerkte. Er ist in Essen als Seelsorger Ansprechpartner für die Aussiedler.

In seiner Predigt griff der Bischof immer wieder das Thema Heimat auf. „Heimat und Ursprung zu kennen, heißt zu wissen, woher wir kommen und wonach wir suchen. Das wissen Sie, die Sie ihre Heimat verlassen haben oder aus ihr vertrieben wurden, besonders gut“, wandte er sich an die Aussiedler. Zum Dreifaltigkeitssonntag legte Overbeck dar, dass Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist für Heimat und Ursprung stehen kann.

Bischof Predigt über den Begriff Heimat

In seinem Leben habe Jesus immer wieder deutlich gezeigt, dass er vom Vater stammt – mit jedem Kreuzzeichen, das mit dem Vater beginnt, würden sich auch die Christen zu ihrem Ursprung bekennen. Das gebe Sicherheit – durch den Glauben könne Gott wie eine Burg sein, in der man Sicherheit findet und sich festhalten kann. „In der Welt, in der wir leben, ist es ein großes Geschenk, sich an seinen Ursprung zu erinnern und zu wissen, wohin wir gehören“, betonte der Ruhrbischof. Den Weg zu Gott und auch zu den Menschen gehen die Gläubigen über Jesus, erklärte Overbeck. Von seiner Geburt bis hin zu Tod und Auferstehung zeige sein Leben, dass sich die Menschen in jeder Situation an ihn halten können.

Der Heilige Geist sei ein guter Geist des Vertrauens. „Mich besorgt“, sagte der Bischof, „mir welchen Ungeistern wir heute leben müssen, den Ungeistern der Abschottung, der Lüge und der Angst.“ Diese gebe es im privaten wie im öffentlichen Leben. Doch „der Geist, der uns zu Gott führt, ist der gute Geist des Mutes und der Zuversicht“, betonte er. Er forderte die Gläubigen in Kevelaer auf, an die eigene Lebensgeschichte zu denken aber auch an die vielen Millionen, die aus verschiedenen Gründen heute auf der Flucht sind oder vertrieben wurden. Trotz Vertreibung und Flucht könne einem Christen der Glaube an den dreifaltigen Gott und damit das Wissen um seine Heimat und seinen Ursprung nicht genommen werden. „Was für ein Segen, dass wir diese Heimat haben, die uns niemand nehmen kann. Gott zeigt uns nicht nur, wo wir herkommen sondern auch, wohin wir gehen“, sagte Overbeck schließlich.

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