Impuls: Nicht perfekt, aber kostbarer

Im Gespräch mit vielen Menschen über Verletzungen, die uns manchmal so unversöhnlich miteinander sein lassen. Mir fällt eine traditionelle japanische Reparaturmethode für Keramik ein: Kintsugi („Goldverbindung, -flicken“) oder seltener Kintsukuroi („Goldreparatur“).

Das ist eine Methode, bei der Keramik- oder Porzellanbruchstücke mit Urushi-Lack geklebt werden. Fehlende Scherben werden mit einer in mehreren Schichten aufgetragenen Urushi-Kittmasse ergänzt, in die feinstes Goldpulver oder andere Metalle wie Silber und Platineingestreut werden.

Ein faszinierendes Bild. Etwas wird kostbarer, gerade weil es nicht perfekt ist.

Da frage ich mich: Wie gehen Mitmenschen eigentlich mit meinen Brüchen um? Wer oder was ist für mich Lack oder Kittmasse? Für wen bin ich „Goldreparatur“? Und Gott – streut Er liebevoll Seine Goldspuren in unsere Brüche ein? Jetzt schon?

Wie tröstlich, das Ganze haben wir doch immer nur im Fragment…

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Referent für Missionarische Pastoral

Norbert Lepping

Zwölfling 16
45127 Essen