Spendenlauf gegen Prostitution

Rund 250 Schülerinnen und Schüler der Katholischen Hauptschule Katernberg in Essen sind gegen Prostitution auf die Straße gegangen. Beim traditionellen Charity-Walk sammelten sie mehrere hundert Euro für die Bischöfliche Aktion Adveniat.

Katernberger Schüler setzen sich für Adveniat-Projekt in der Dominikanischen Republik ein

Mit bunt bemalten Schildern haben sich gestern rund 250 Schülerinnen und Schüler der Katholischen Hauptschule Katernberg in Essen auf den Weg  gemacht. Ihr Ziel: Junge Frauen in der Dominikanischen Republik vor Prostitution zu schützen. „Wir wollen nicht, dass die Mädchen auf den Strich gehen müssen. Das ist bestimmt furchtbar für sie“, sagte der 12-jährige Dominik, während er sein selbst gebasteltes Plakat mit der Aufschrift „Wir laufen für Adveniat“ die Katernberger Straße entlang schwenkte.
 
Mittlerweile ist es Tradition geworden, dass die Schüler aus dem Essener Norden ein Mal im Jahr einen Charity-Walk organisieren. Die jungen Läufer der fünften bis achten Klassen zogen wieder einmal nicht nur die Aufmerksamkeit der Katernberger auf sich, sondern sammelten auch mehrere hundert Euro für ein Adveniat-Projekt in Santo Domingo. Das Projekt, durch das Mädchen in der Hauptstadt der Dominikanischen Republik Unterkunft und Schulbildung bekommen, hatte die Schülervertretung aus mehreren Projekten ausgewählt. „Es hat uns sehr berührt, dass die Mädchen auf den Strich gehen und ihr Geld auf der Straße verdienen müssen“, sagte Sebastian. „Dass es ein Frauenhaus gibt, in dem sie unterkommen und lernen können, finden wir toll.“ Schon Tage vorher waren sie von Haus zu Haus gezogen, hatten auch ihre Familien und Bekannten mit ihrer Begeisterung für das Projekt angesteckt und sich die Spardose füllen lassen. Auch die lokalen Einzelhändler, wie die Fleischerei Kolditz und die Bäckerei Heinisch unterstützten die Aktion durch Spenden.
 
Im Vorfeld des Laufs hatte der Leiter der Projektabteilung bei Adveniat, Thomas Wieland, die Schülergruppen besucht, um über das Projekt und die Dominikanische Republik zu berichten. Die Karibikinsel sei für viele Deutsche ein luxuriöses Urlaubsparadies, so Wieland. Doch gerade in der Hauptstadt fänden viele junge Mädchen aus dem Hinterland der Insel keineswegs paradiesische Zustände, sondern eine regelrechte Hölle aus Prostitution, Gewalt und Ausbeutung. „Das einzige, was diese jungen Menschen haben, wenn sie in die Stadt kommen, ist ihr Körper. Und da sie schwarz sind und ihnen deswegen der Zugang zu ordentlichen Schulen und zur Berufsausbildung verwehrt ist, bleibt ihnen meist zum Überleben kein anderer Ausweg, als sich zu verkaufen“, erklärte Wieland. Diesen Mädchen eine Zuflucht zu geben, sei das Ziel der Maria-Hilf-Schwestern, die von Adveniat unterstützt werden. In dem Mädchenwohnheim erhielten die jungen Frauen nicht nur eine Unterkunft, sondern auch schulische Nachhilfe, psychologische und sozialpädagogische Betreuung oder Kurse in EDV und Schneiderei.
 
Schulleiterin Seidler ist davon überzeugt, dass der Lauf nicht nur den Menschen in Lateinamerika hilft, sondern dass das Engagement auch für ihre Schüler wertvoll ist. „Für die Kinder, denen es selber manchmal an materiellen Dingen mangelt, ist es wichtig zu lernen, dass es nicht nur hier in Deutschland Armut gibt und dass Armut in anderen Ländern noch ganz andere Dimensionen hat.“ Zudem sei es für sie eine Bereicherung, etwas über ferne Länder, wie die Dominikanische Republik zu lernen, Fotos von dort zu sehen und jemandem zuzuhören, der die Menschen und das Land aus persönlichen Erfahrungen kennt. Die Schüler waren nach den knapp fünf Kilometern zwar etwas erschöpft, aber zufrieden mit ihrer Leistung: „Es hat Spaß gemacht, etwas für Menschen in anderen Ländern zu tun, denen es nicht so gut geht, wie uns“, sagte Vivienne. (adv)

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