Apostel

Begriffserklärung und Herkunft

Der Begriff Apostel (griech. apóstolos) bedeutet wörtlich „Gesandter“, „Abgesandter“ oder „Bote“. Er leitet sich vom Verb apostéllein – „aussenden“ – ab. Im Neuen Testament bezeichnet Apostel primär die zwölf von Jesus von Nazareth selbst berufenen Jünger, die er beauftragte, die Botschaft des Himmelreiches zu verkünden und das Evangelium zu verbreiten (Mt 10,1–7). Sie gelten als Grundpfeiler der Kirche und sind Zeugen der Auferstehung Christi. Die historische Entwicklung des Begriffs führte dazu, dass später auch andere bedeutende Missionare, wie der Völkerapostel Paulus, als Apostel bezeichnet wurden, obwohl sie nicht dem Zwölferkreis angehörten. Die Apostel sind damit die ursprünglichen Träger des kirchlichen Lehramtes und des Sendungsauftrages, der sich in der apostolischen Sukzession der Bischöfe fortsetzt.

Verankerung im Bistum Essen

Die Apostel spielen eine wichtige Rolle in der Namensgebung und Patrozinien von Kirchen. So ist beispielsweise die Essener St.-Aposteln-Kirche in Essen-Süd ein direktes Patrozinium, das die Gründungssendung der Kirche unterstreicht. Im Essener Dom, der ursprünglich als Stiftskirche St. Cosmas und Damian diente, ist die Gemeinschaft der Apostel in Darstellungen und der liturgischen Ausrichtung präsent.

Rolle in der Liturgie

In der Liturgie der katholischen Kirche wird der Begriff Apostel an mehreren Stellen prominent verwendet. Das Glaubensbekenntnis (Apostolicum) beruht auf der Überlieferung der Apostel und wird in jeder Messfeier gebetet. Die Apostelleuchter oder zwölf brennenden Kerzen in einer Kirche symbolisieren die Präsenz der zwölf Apostel und ihre Rolle als „Licht der Welt“. Das Apostelfest (z. B. am 29. Juni für Peter und Paul) wird mit eigenen Hochgebetstexten gefeiert. Im Hochgebet I des Römischen Messbuches werden die Apostel, insbesondere die „zwölf seligen Apostel“, namentlich genannt und um Fürsprache gebeten. In der Weiheliturgie wird die Verbindung zur apostolischen Sukzession ausdrücklich betont.

Spirituelle Dimension und Symbolik

Die Apostel symbolisieren in der spirituellen Dimension die Unmittelbarkeit der Berufung durch Christus und die weltweite Sendung des Evangeliums. Sie stehen für Treue, auch angesichts von Verfolgung, und werden als Interzessionen (Fürsprecher) verehrt. Ikonografisch werden Apostel häufig mit ihren Attributen dargestellt, die auf ihre Lebensgeschichte oder ihr Martyrium hinweisen. Sie dienen Gläubigen als Vorbilder für ein engagiertes Glaubensleben und die Bereitschaft, das eigene Leben in den Dienst der Evangeliumsverkündigung zu stellen.

Kernaspekte im Überblick

  • Name und Ursprung: Griech. apóstolos (Gesandter); bezeichnet die von Jesus berufenen zwölf Jünger.

  • Funktion und Zweck: Zeugen der Auferstehung, Grundpfeiler der Kirche, Träger des Sendungsauftrags.

  • Bedeutung im Bistum Essen: Patrozinien (z. B. St.-Aposteln-Kirche), Betonung der missionarischen Sendung in der Industriekultur.

  • Liturgische Präsenz: Im Glaubensbekenntnis (Apostolicum), Hochgebet I und in der Symbolik der Apostelleuchter.

  • Brauchtum und kulturelle Besonderheiten: Verehrung als Heilige, Ikonografie mit spezifischen Attributen.