von Patrizia Labus und Thomas Rünker

Weihbischof Schepers zeichnet Caritas Ennepe-Ruhr als „ökofair“ aus

Katholischer Wohlfahrtsverband hat seinen jährlichen Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) halbiert.

Zehn ausgewachsene Elefanten und ein Elefantenbaby – das Gewicht dieser elf Tiere entspricht der Masse an CO2, die die Caritas Ennepe-Ruhr mit dem Umsetzen schneller Klimaschutzmaßnahmen in ihrem Verband bereits jährlich einspart: 63,5 Tonnen Kohlendioxid. Damit konnte der Gesamtverbrauch an CO2 fast um die Hälfte reduziert werden. „Der Anfang ist gemacht“, sagte Caritasdirektor Dominik Spanke bei der Delegiertenversammlung des Verbandes am Mittwochabend. 

Klima-Kompensation

Dort, wo klimaschädliche Emissionen nicht direkt vermieden werden können - sei es bei baulichen Fragen oder bei notwendigen Reisen mit dem Flugzeug oder dem Auto - kann die Kompensation über Investitonen in Klimaschutzprojekte eine sinnvolle Übergangslösung sein. Zahlreiche Anbieter bieten Organisationen und Privatleuten diese Möglichkeit an. Ein Anbieter, der unter anderem von kirchlichen Anbietern wie der Caritas, der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie Hilfswerken wie Misereor, Brot für die Welt und "Die Sternsinger" getragen wird, ist Klima-Kollekte.

Auszeichnung von Weihbischof Schepers

Für dieses Engagement hat der Essener Weihbischof Ludger Schepers der Caritas Ennepe-Ruhr das Siegel „Ökologisch und Fair im Bistum Essen“ verliehen. „Dieses Zertifikat vergibt das Bistum Essen an Institutionen und Gruppierungen, die bereits zahlreiche Ziele im Sinne von Ökologie, Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit erfüllen und ihr Handeln auch für die Zukunft in diesem Sinne definieren“, erklärte Dorothea Meilwes vom Bistumsreferat Weltkirche und Mission.

Öko-Strom, Öko-Gas und künftig Autos mit Solarstrom

Mit ersten konkreten Schritten ist es dem katholischen Wohlfahrtsverband gelungen, seinen „ökologischen Fußabdruck“ zu verkleinern: So wurde die Energieversorgung in der Hauptgeschäftsstelle an der Hattinger Bahnhofstraße auf Öko-Strom und Öko-Gas umgestellt. „Das schöne, unter Denkmalschutz stehende Gebäude, ist eben auch ein echter Energiefresser“, betonte Caritasdirektor Spanke. Dies erschwere zudem bauliche Maßnahmen, weshalb man zunächst auf CO2-Kompensation setze. „Die Kompensation erfolgt über Emissionsgutschriften, mit denen dieselbe Emissionsmenge in Klimaschutzprojekten ausgeglichen wird“, erklärte Petra Backhoff. Sie hat vor einiger Zeit das „Caritas-Green-Team“ ins Leben gerufen „aus der Überzeugung heraus, dass ein kirchlicher Wohlfahrtsverband die Notwendigkeit der sozialen Gerechtigkeit in Verbindung mit dringend notwendigen Klimaschutzmaßnahmen verstehen und angehen muss“. Das Prinzip der Kompensation von CO2-Emissionen wendet der Caritas-Verband auch für seine PKW-Flotte an – zumindest bis die Caritas-Mitarbeitenden in Zukunft mit E-Autos durch den Ennepe-Ruhr-Kreis fahren, die mit Solarstrom aus einer eigenen Photovoltaik-Anlage betrieben werden.

„Welche Art von Welt wollen wir hinterlassen?

Dass das Thema Umwelt- und Klimaschutz in einer Kirche, der es um die Bewahrung der Schöpfung geht, kein Rand-Thema ist, zeigte auch die große Beteiligung an der Delegiertenversammlung. Anders als gewohnt, waren zahlreiche Gäste anderer Sozialverbände der Einladung ins Pastor-Schoppmeier-Haus in Hattingen gefolgt. Zudem waren über ein Videokonferenz-Programm viele weitere Interessierte zugeschaltet. „Das Thema Klimaschutz brennt allen unter den Nägeln“, bestätigte Spanke. Neben der Auszeichnung durch Weihbischof Schepers stand ein Vortrag von Petra Backhoff auf der Agenda, die dem Caritasverband die Grundfrage „Welche Art von Welt wollen wir denen hinterlassen, die nach uns kommen?" mit auf den Weg gab. Zudem erläuterte Rolf Weber von der Regionalgruppe Gemeinwohlökonomie Ennepe-Ruhr-Wupper, wie Klimawandel sozial gerecht vollzogen werden kann. „Es muss ein Umdenken stattfinden, weg von ‚wie kann ich mit wenig Aufwand viel Profit machen‘ hin zu nachhaltigem und verantwortungsbewusstem ökonomischem Handeln“, forderte Weber.

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